{"id":60386,"date":"2013-10-06T11:10:29","date_gmt":"2013-10-06T09:10:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=60386"},"modified":"2013-10-06T11:10:29","modified_gmt":"2013-10-06T09:10:29","slug":"x-b-28-29-13-anforderungen-an-die-begruendung-der-nichtzulassungsbeschwerde-bei-verfahrensruegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-28-29-13-anforderungen-an-die-begruendung-der-nichtzulassungsbeschwerde-bei-verfahrensruegen\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;28,&nbsp;29\/13 &#8211; Anforderungen an die Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde bei Verfahrensr&uuml;gen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.8.2013, X B 28, 29\/13; X B 28\/13; X B 29\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Anforderungen an die Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde bei Verfahrensr&uuml;gen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erzielte als Unternehmensberater Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Er reichte f&uuml;r die Streitjahre 2002 bis 2004 zun&auml;chst keine Steuererkl&auml;rungen ein. Mit den angefochtenen Bescheiden sch&auml;tzte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Besteuerungsgrundlagen. Erst in den anschlie&szlig;enden Klageverfahren gegen die Sch&auml;tzungsbescheide gab der Kl&auml;ger die Steuererkl&auml;rungen ab. Daraus ergaben sich im Vergleich zu den Sch&auml;tzungsbescheiden h&ouml;here Betriebsausgaben und Vorsteuerbetr&auml;ge. Der Aufforderung des Finanzgerichts (FG), entsprechende Belege einzureichen, kam der Kl&auml;ger nicht nach. Er benannte jedoch eine fr&uuml;her als Steuerberater t&auml;tige Person, der die berufsrechtliche Zulassung bereits im Jahr 2000 &#8211;bestandskr&auml;ftig seit dem Jahr 2002&#8211; entzogen worden war, als Zeugen (Z). Der Beweisantrag bezog sich auf die Behauptung, &quot;dass die in den Gewinnermittlungen ausgewiesenen Werte f&uuml;r Fremdleistungen, Bewirtungskosten, Reisekosten, sonstige betriebliche Aufwendungen, Rechts- und Beratungskosten, Buchf&uuml;hrungs-\/Abschluss- und Steuerberatungskosten sowie Leasing in den Streitjahren so angefallen, zutreffend ermittelt und zutreffend ausgewiesen sind.&quot; Ferner wurde Z zum Beweis der Behauptung benannt, dass die Werte in den Jahresabschl&uuml;ssen und Erkl&auml;rungen zutreffend seien und zutreffend ermittelt worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG kam dem Beweisantrag nicht nach, best&auml;tigte im Ergebnis die Sch&auml;tzungen des FA und wies die Klagen ab. Es f&uuml;hrte aus, der Beweisantrag sei zum einen wegen Prozessverschleppungsabsicht rechtsmissbr&auml;uchlich und daher unbeachtlich. Zum anderen sei er unsubstantiiert, weil er sich nicht auf Tatsachen beziehe. Die unter Beweis gestellte Behauptung, die Betriebsausgaben und die Werte in den Jahresabschl&uuml;ssen und Erkl&auml;rungen seien zutreffend, ergebe sich lediglich als Schlussfolgerung aus der Zusammenschau s&auml;mtlicher Tatsachen, die den Sachverhalt einer Betriebsausgabe begr&uuml;ndeten. Die Richtigkeit der Werte sei daher eine Frage der Beweisw&uuml;rdigung, nicht aber eine zu beweisende Tatsache. Vom Kl&auml;ger habe erwartet werden k&ouml;nnen, dass er die Gesamtsummen der von ihm begehrten Betriebsausgaben und Vorsteuerbetr&auml;ge aufgliedere und die ma&szlig;gebenden Einzeltatsachen unter Beweis stelle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seinen Beschwerden begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung und eines Verfahrensmangels.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA h&auml;lt die Beschwerden f&uuml;r unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerden sind unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) entsprechenden Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Zulassung der Revision wegen eines Verfahrensmangels setzt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO u.a. voraus, dass die angefochtene Entscheidung auf dem geltend gemachten Verfahrensmangel &quot;beruhen&quot; kann. Daran fehlt es, wenn das FG sein Urteil nicht nur auf die Begr&uuml;ndung gest&uuml;tzt hat, die der Rechtsmittelf&uuml;hrer f&uuml;r verfahrensfehlerhaft h&auml;lt, sondern dar&uuml;ber hinaus eine selbst&auml;ndig tragende Begr&uuml;ndung gegeben hat, zu der weder ein Verfahrensmangel noch ein anderer Revisionszulassungsgrund vorgetragen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So liegt es hier. Die Beschwerdebegr&uuml;ndung legt nur dar, weshalb die Ausf&uuml;hrungen im angefochtenen Urteil zu der vom FG angenommenen Prozessverschleppungsabsicht rechtsfehlerhaft seien. Auf die vom FG zur weiteren Begr&uuml;ndung angef&uuml;hrte fehlende Substantiierung des Beweisantrags, die die Nichterhebung des Beweises selbst&auml;ndig tr&auml;gt, geht der Kl&auml;ger hingegen nicht ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Gleiches gilt f&uuml;r die vom Kl&auml;ger formulierten, von ihm als grunds&auml;tzlich bedeutsam (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) angesehenen Rechtsfragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Rechtsfrage ist nur dann kl&auml;rungsf&auml;hig, wenn sie in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls rechtserheblich ist (Senatsbeschluss vom 23.&nbsp;Januar 2013 X&nbsp;B&nbsp;84\/12, BFH\/NV 2013, 771, unter II.1.a, m.w.N.). An der Darlegung der Kl&auml;rungsf&auml;higkeit fehlt es insbesondere, wenn das FG seine Entscheidung kumulativ auf mehrere Gr&uuml;nde gest&uuml;tzt hat, von denen jeder f&uuml;r sich gesehen die Entscheidung tr&auml;gt, die Beschwerdebegr&uuml;ndung jedoch nur auf <em>einen<\/em> der das FG-Urteil tragenden Gr&uuml;nde eingeht (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 4.&nbsp;August 2005 II&nbsp;B&nbsp;34\/04, BFH\/NV 2005, 2229).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt auch f&uuml;r den weiteren vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrten Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit der Kl&auml;ger weiter vorbringt, das FG sei verpflichtet gewesen, sich die Belege von der Steuerfahndung vorlegen zu lassen, ist bereits unklar, welcher Zulassungsgrund damit geltend gemacht werden soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte der Kl&auml;ger r&uuml;gen wollen, das FG sei seiner von Amts wegen bestehenden Sachaufkl&auml;rungspflicht nicht nachgekommen, w&auml;ren die hierf&uuml;r geltenden Darlegungsanforderungen jedenfalls nicht erf&uuml;llt. In diesen F&auml;llen sind nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH Ausf&uuml;hrungen dazu erforderlich, welche Beweise das FG von Amts wegen h&auml;tte erheben bzw. welche Tatsachen es h&auml;tte aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, aus welchen Gr&uuml;nden sich ihm die Notwendigkeit einer Beweiserhebung auch ohne Antrag h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, welche entscheidungserheblichen Tatsachen sich bei einer Beweisaufnahme voraussichtlich ergeben h&auml;tten und inwiefern die Beweiserhebung auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Standpunkts des FG zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (Senatsbeschl&uuml;sse vom 18.&nbsp;Mai 2011 X&nbsp;B&nbsp;124\/10, BFH\/NV 2011, 1838, unter II.2.d, und vom 22.&nbsp;August 2012 X&nbsp;B&nbsp;155\/11, BFH\/NV 2012, 2015, unter II.1.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorliegend fehlt es an jeglichem Vorbringen dazu, woher das FG h&auml;tte wissen sollen, dass die Belege angeblich noch bei der Steuerfahndung lagerten, so dass sich dem FG eine Anforderung dieser Unterlagen h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.8.2013, X B 28, 29\/13; X B 28\/13; X B 29\/13 Anforderungen an die Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde bei Verfahrensr&uuml;gen Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erzielte als Unternehmensberater Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Er reichte f&uuml;r die Streitjahre 2002 bis 2004 zun&auml;chst keine Steuererkl&auml;rungen ein. 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