{"id":60617,"date":"2013-02-15T11:49:02","date_gmt":"2013-02-15T09:49:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=60617"},"modified":"2013-10-17T11:59:53","modified_gmt":"2013-10-17T09:59:53","slug":"bfh-urteil-vom-15-2-2006-x-r-5_04-bstbl-2007-ii-s-160","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-15-2-2006-x-r-5_04-bstbl-2007-ii-s-160\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 15.2.2006 \t(X&nbsp;R&nbsp;5\/04) BStBl. 2007 II S. 160"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 15.2.2006 (X\u00a0R\u00a05\/04) BStBl. 2007 II S. 160<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hat sich der Verm\u00f6gens\u00fcbernehmer eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs gegen\u00fcber den Verm\u00f6gens\u00fcbergebern (Eltern) in einem Altenteilsvertrag verpflichtet, die Kosten eines orts\u00fcblichen Grabmals zu tragen, so sind die dadurch nach dem Tod des Erstverstorbenen entstandenen Aufwendungen als dauernde Last i.S. von \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01a EStG abziehbar, soweit sie angemessen sind.<\/strong><\/p>\n<p>EStG \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01a; EGBGB Art.\u00a096.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG N\u00fcrnberg vom 15. Dezember 2003 I\u00a0241\/2003 (EFG\u00a02004, 722)<\/p>\n<p align=\"center\"><strong>\u00a0Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p align=\"center\">I.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagten (Kl\u00e4ger) sind Eheleute und wurden im Streitjahr 1998 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Mit Hof\u00fcbergabevertrag vom 28.\u00a0Dezember 1995 erhielt der Kl\u00e4ger von seinen Eltern einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb im Wege der vorweggenommenen Erbfolge. Im Gegenzug gew\u00e4hrte der Kl\u00e4ger den \u00dcbergebern ein umfassendes Leibgedinge u.a. mit der ausdr\u00fccklichen Verpflichtung, beim Tod der \u00dcbergeber die Kosten f\u00fcr die standesgem\u00e4\u00dfe Beerdigung und f\u00fcr ein orts\u00fcbliches Grabmal zu tragen, ferner f\u00fcr die Grabpflege in angemessener Weise und f\u00fcr die orts\u00fcbliche Dauer aufzukommen. Nachdem der Vater des Kl\u00e4gers 1997 verstorben war (Alleinerbin aufgrund Ehe- und Erbvertrages war die Mutter des Kl\u00e4gers), machte der Kl\u00e4ger in der Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr 1998 die Kosten f\u00fcr ein Grabmal in H\u00f6he von 10.420\u00a0DM und weitere Aufwendungen f\u00fcr die Betreuung seiner Mutter als Sonderausgaben (dauernde Last) geltend. Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211; FA -) lie\u00df im Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 1998 den Sonderausgabenabzug nicht zu. Den hiergegen eingelegten Einspruch wies das FA unter Hinweis auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 20.\u00a0M\u00e4rz 1984 IX\u00a0R\u00a08\/80 (BFHE 140, 566, BStBl II 1985, 43) zur\u00fcck. Im Klageverfahren erkannte das FA die weiteren Betreuungsaufwendungen als dauernde Last an, so dass lediglich die Aufwendungen f\u00fcr das Grabmal noch streitig waren. Mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2004, 722 ver\u00f6ffentlichten Urteil gab das Finanzgericht (FG) der Klage in vollem Umfang statt. Das FG folgte den \u00dcberlegungen im BFH-Urteil in BFHE 140, 566, BStBl II 1985, 43 ausdr\u00fccklich nicht und sah in der \u00dcbernahme der Kosten f\u00fcr das Grabdenkmal typische, dem \u00fcberlebenden Altenteilsberechtigten zu erbringende wiederkehrende Versorgungsleistungen. Es liege ein Aufwand vor, der aufgrund des wirtschaftlichen Zwecks der einheitlichen Versorgungsvereinbarung Bestandteil eines Inbegriffs wiederkehrender Leistungen zur Versorgung des Altenteilsberechtigten sei. Nach Zustellung des angefochtenen Urteils setzte das FA entsprechend seiner Zusage in der m\u00fcndlichen Verhandlung die Einkommensteuer f\u00fcr 1998 herab und teilte dies den Kl\u00e4gern in der \u00e4u\u00dferen Form eines \u00c4nderungsbescheides mit. Mit seiner auf die Anerkennung der Aufwendungen f\u00fcr das Grabmal als dauernde Last beschr\u00e4nkten Revision r\u00fcgt das FA die Verletzung des \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01a des Einkommensteuergesetzes (EStG). Das FA beantragt sinngem\u00e4\u00df, das angefochtene Urteil insoweit aufzuheben und die Klage abzuweisen, als das FG Kosten des Grabmals als Sonderausgaben ber\u00fccksichtigt hat.Die Kl\u00e4ger beantragen, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p align=\"center\"><strong>\u00a0Entscheidungsgr\u00fcnde<\/strong><\/p>\n<p align=\"center\">II.<\/p>\n<p>Die Revision ist unbegr\u00fcndet und wird gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p>1. Als Sonderausgaben abziehbar sind die auf besonderen Verpflichtungsgr\u00fcnden beruhenden Renten und dauernden Lasten, die nicht mit Eink\u00fcnften in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, die bei der Veranlagung au\u00dfer Betracht bleiben (\u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01a EStG). Handelt es sich steuerrechtlich um eine dem Vertragstypus des &#8222;Versorgungsvertrages&#8220;\/&#8220;Altenteilsvertrages&#8220; vergleichbare Verm\u00f6gens\u00fcbergabe, sind die &#8211; grunds\u00e4tzlich schon aufgrund der Rechtsnatur des Vertrages ab\u00e4nderbaren &#8211; wiederkehrenden Leistungen in der Regel als &#8222;dauernde Last&#8220; abziehbar (ausf\u00fchrlich hierzu Beschluss des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 5.\u00a0Juli 1990 GrS\u00a04-6\/89, BFHE 161, 317, 328, BStBl II 1990, 847; zusammenfassend Senatsurteil vom 25.\u00a0August 1999 X\u00a0R\u00a038\/95, BFHE 190, 302, BStBl II 2000, 21, mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen).<\/p>\n<p>2. Zutreffend hat das FG in \u00dcbereinstimmung mit den Beteiligten den Hof\u00fcbergabevertrag vom 28.\u00a0Dezember 1995 als Verm\u00f6gens\u00fcbergabe gegen Versorgungsleistungen behandelt. Zwar ist der steuerrechtliche Begriff der Verm\u00f6gens\u00fcbergabe gegen Versorgungsleistungen nicht an die zivilrechtlichen Voraussetzungen eines Altenteilsvertrages (Leibgedinges) gekn\u00fcpft. Der Altenteilsvertrag erf\u00fcllt jedoch im Regelfall den Tatbestand der Verm\u00f6gens\u00fcbergabe (Senatsurteil vom 25.\u00a0M\u00e4rz 1992 X\u00a0R\u00a0196\/87, BFHE 167, 408, BStBl II 1992, 1012). Um einen solchen Altenteilsvertrag geht es hier.<\/p>\n<p>3. Die auf dieser Rechtsgrundlage aufgrund der getroffenen Vereinbarung geschuldeten und erbrachten Aufwendungen f\u00fcr ein Grabmal des Altenteilers sind als dauernde Last abziehbar. Das Steuerrecht bildet den am Ma\u00dfstab des Leibgeding-\/Altenteilsvertrages ausgeformten zivilrechtlichen Inhalt des dem Anwendungsbereich der \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01a\/\u00a7\u00a022 Nr.\u00a01 EStG zuzuordnenden Versorgungsvertrages ab. Hierdurch werden auch Inhalt und Umfang der als dauernde Last abziehbaren Altenteils-\/Versorgungsleistungen vorgepr\u00e4gt. Unstreitig sind Aufwendungen, die zum Kernbestand des b\u00fcrgerlich-rechtlichen Altenteils-\/ Leibgedingvertrages geh\u00f6ren, grunds\u00e4tzlich auch steuerlich zu ber\u00fccksichtigen. Der Rechtsbegriff &#8222;Versorgungsleistungen&#8220; umfasst damit jedenfalls solche Zuwendungen zur Existenzsicherung, durch welche laufende Grundbed\u00fcrfnisse des Bezugsberechtigten wie Wohnen und Ern\u00e4hrung und der sonstige Lebensbedarf abgedeckt werden. Dar\u00fcber hinaus sind als Sonderausgaben abziehbar aber auch einmalige Aufwendungen, die &#8211; wie die Kosten f\u00fcr die Beerdigung und das Grabmal des Altenteilers &#8211; nach dem Zivilrecht zum Inbegriff &#8222;typischer&#8220; Versorgungsleistungen geh\u00f6ren. Die Konkretisierung von Inhalt und Umfang der als dauernde Last abziehbaren Versorgungsleistungen am Ma\u00dfstab des Zivilrechts tr\u00e4gt dem Umstand Rechnung, dass mit dem Steuerneuordnungsgesetz 1954 das fr\u00fchere Tatbestandsmerkmal &#8222;Leibgedinge&#8220; (Altenteil) in die gesetzliche Sammelbezeichnung &#8222;wiederkehrende Leistungen bzw. Bez\u00fcge&#8220; eingegangen ist (vgl. BTDrucks 2\/481, S.\u00a085; Beschluss des Gro\u00dfen Senats des BFH in BFHE 161, 317, 328, BStBl II 1990, 847, unter C. II. 1. b).<\/p>\n<p>4. In zivilrechtlicher Hinsicht sind die Interessen der Beteiligten eines Versorgungsvertrages exemplarisch und richtungsweisend bewertet in den zu Art.\u00a096 des Einf\u00fchrungsgesetzes zum B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch (EGBGB) ergangenen landesrechtlichen Ausf\u00fchrungsgesetzen (Senatsurteil vom 11.\u00a0M\u00e4rz 1992 X\u00a0R\u00a0141\/88, BFHE 166, 564, BStBl II 1992, 499, unter 4. a; seither st\u00e4ndige Rechtsprechung). Diese Gesetze beschreiben auch Inhalt und Grenzen der den Vertragspartnern obliegenden Leistungsverpflichtungen (Senatsurteil in BFHE 190, 302, BStBl II 2000, 21).<\/p>\n<p>a) Hiernach ist das b\u00fcrgerlich-rechtliche Altenteil ein Inbegriff von Versorgungsleistungen verschiedener Art, die durch die gemeinsame Zweckbestimmung, den Berechtigten ganz oder teilweise zu versorgen, zu einer rechtlichen Einheit verbunden sind (Urteil des Reichsgerichts &#8211; RG &#8211; vom 30.\u00a0Oktober 1939 V\u00a083\/39, RGZ 162, 52, 57; Beschluss des Bundesgerichtshofs &#8211; BGH &#8211; vom 3.\u00a0Februar 1994 V\u00a0ZB\u00a031\/93, BGHZ 125, 69, Neue Juristische Wochenschrift &#8211; NJW &#8211; 1994, 1158; Bayerisches Oberstes Landesgericht &#8211; BayObLG -, Urteil vom 26.\u00a0April 1993 1Z\u00a0RR\u00a0397\/92, BayObLGZ 1993, 192, mit Nachweisen von Zivilrechtsprechung und Literatur; Senatsurteil in BFHE 166, 564, BStBl II 1992, 499).<\/p>\n<p>b) Kosten f\u00fcr die Beerdigung des Altenteilers sind in zivilrechtlicher Hinsicht Bestandteil des besagten Inbegriffs. Dies zeigen verschiedene Normen des geltenden Landesrechts, wenn in ihnen &#8211; f\u00fcr den Fall des Fehlens einer ausdr\u00fccklichen Regelung im \u00dcbergabevertrag &#8211; das Tragen der Beerdigungskosten als Teil der Verpflichtung angesehen wird, &#8222;soweit die Bezahlung nicht von dem Erben zu erlangen ist&#8220; (Art.\u00a015 des Gesetzes zur Ausf\u00fchrung des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs &#8211; AGBGB &#8211; Bayern vom 20.\u00a0September 1982, Gesetz- und Verordnungsblatt &#8211; GVBl &#8211; 1982, 803; s. ferner \u00a7\u00a012 AGBGB Baden-W\u00fcrttemberg vom 26.\u00a0November 1974, Gesetzblatt &#8211; GBl &#8211; 1974, 498: &#8222;&#8230; von dem Erben oder dem Unterhaltsverpflichteten &#8230;&#8220;; ebenso \u00a7\u00a016 des Saarl\u00e4ndischen Gesetzes Nr.\u00a01383 zur Vereinheitlichung und Bereinigung landesrechtlicher Vorschriften vom 5.\u00a0Februar 1997, Amtsblatt &#8211; ABl &#8211; 1997, 258). Entgegen der Ansicht des FA ist nicht erforderlich, dass diese Verpflichtung f\u00fcr den Verm\u00f6gens\u00fcbergabevertrag pr\u00e4gend ist. Auch der BGH geht davon aus, dass die Verpflichtung zur Tragung von Beerdigungs- und Grabpflegekosten zu einem &#8222;Gef\u00fcge von Abreden (geh\u00f6rt), die f\u00fcr vorweggenommene Erbfolgen geradezu typisch sind&#8220; (BGH-Urteil vom 27.\u00a0Juni 1990 XII\u00a0ZR\u00a095\/89, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht &#8211; NJW-RR &#8211; 1990, 1283, Zeitschrift f\u00fcr das gesamte Familienrecht &#8211; FamRZ &#8211; 1990, 1083). Dies entspricht auch der allgemeinen Auffassung im Schrifttum (z.B. ausdr\u00fccklich Staudinger\/Albrecht, B\u00fcrgerliches Gesetzbuch, 2005, Art.\u00a096 EGBGB Rdnr.\u00a021; Habersack in M\u00fcnchener Kommentar zum B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch, 4.\u00a0Aufl., 2006, Art.\u00a096 EGBGB Rdnr.\u00a017 mit Hinweis auf Fu\u00dfnote\u00a072 und Rdnr.\u00a019; so auch bereits Pecher in M\u00fcnchener Kommentar zum B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch, 3.\u00a0Aufl., Art.\u00a096 EGBGB Rdnr.\u00a017 mit Hinweis auf Fu\u00dfnote\u00a075 und Rdnr.\u00a019; Soergel-Hartmann, B\u00fcrgerliches Gesetzbuch mit Einf\u00fchrungsgesetz und Nebengesetzen, 12.\u00a0Aufl., 1996, Art.\u00a096 EGBGB Rz.\u00a06). Nach herrschender Meinung k\u00f6nnen die Kosten der Beerdigung und der Grabpflege Gegenstand einer im Rahmen eines Altenteils bestellten Reallast sein (Oberlandesgericht &#8211; OLG &#8211; Hamm, Beschluss vom 17.\u00a0Februar 1988 15\u00a0W\u00a0506\/86, NJW-RR 1988, 1101; BayObLG, Beschl\u00fcsse vom 5.\u00a0Mai 1983 BReg\u00a02Z\u00a031\/83, BayObLGZ 1983, 113; vom 18.\u00a0M\u00e4rz 1997 2Z\u00a0BR\u00a0129\/96, BayObLGZ 1997, 121, NJW-RR 1997, 1237, m.w.N.; Palandt\/Bassenge, B\u00fcrgerliches Gesetzbuch, 65.\u00a0Aufl. 2006, \u00a7\u00a01105 Rdnr.\u00a04; Staudinger\/Amann, a.a.O., \u00a7\u00a01105 Rdnr.\u00a010; a.A. Joost in M\u00fcnchener Kommentar zum B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch, \u00a7\u00a01105 Rdnr.\u00a020). Zu den Kosten einer standesgem\u00e4\u00dfen Beerdigung geh\u00f6ren im Einklang mit der Auslegung des \u00a7\u00a01968 BGB auch die f\u00fcr ein orts\u00fcbliches Grabmal (vgl. Palandt\/ Edenhofer, a.a.O., \u00a7\u00a01968 Rdnr.\u00a03).<\/p>\n<p>5. Dies vorausgesetzt geh\u00f6ren auch die angemessenen Aufwendungen f\u00fcr ein orts\u00fcbliches Grabmal zu den als dauernde Last abziehbaren Versorgungsleistungen (ebenso Bruschke, Finanz-Rundschau 1983, 166; Schmidt, Betriebs-Berater 1985, 1381; P.\u00a0Fischer in Kirchhof, Einkommensteuergesetz, KompaktKommentar, 5.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a022 Rz.\u00a016 a.E.; a.A. BFH-Urteil in BFHE 140, 566, BStBl II 1985, 43; unter Hinweis auf dieses Urteil Oberfinanzdirektion Frankfurt, Verf\u00fcgung vom 5.\u00a0August 2002 S\u00a02230\u00a0A\u00a0&#8211;\u00a02\u00a0&#8211;\u00a0St\u00a0II\u00a020; Rindermann\/Schlenker in Littmann\/ Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, \u00a7\u00a010 EStG Rz.\u00a031 und 36 &#8211; der dort angef\u00fchrte Senatsbeschluss vom 6.\u00a0November 2002 X\u00a0B\u00a088\/02, BFH\/NV 2003, 170, trifft auf den Streitfall nicht zu -; Bl\u00fcmich\/Hutter, Einkommensteuergesetz, K\u00f6rperschaftsteuergesetz, Gewerbesteuergesetz, \u00a7\u00a010 EStG Rz.\u00a0160 &#8222;Beerdigungskosten&#8220;; Schmidt\/Heinicke, Einkommensteuergesetz, 24.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a010 Rz.\u00a065 &#8222;Beerdigungskosten&#8220;).<\/p>\n<p>a) Dies gilt ungeachtet dessen, dass Aufwendungen f\u00fcr ein Grabmal naturgem\u00e4\u00df nicht &#8222;wiederkehrend&#8220; sind. Die Abziehbarkeit folgt hier aus der Zugeh\u00f6rigkeit zum &#8222;Inbegriff der Versorgungsleistungen&#8220;, die insgesamt eine zivilrechtliche und hiermit zusammenh\u00e4ngend steuerrechtliche Einheit sind. Diese &#8222;B\u00fcndelung&#8220; verschiedenartiger Versorgungsleistungen schlie\u00dft es aus, einen einmalig zu erbringenden Leistungsbestandteil isoliert zu betrachten, zumal wenn dieser sich &#8211; wie vorliegend die Kosten f\u00fcr das Begr\u00e4bnis &#8211; als zeitlich letzter in einer Reihe unterschiedlicher laufender Zuwendungen an den Verm\u00f6gens\u00fcbergeber darstellt. Ohnehin hat die Rechtsprechung den die fr\u00fchere Doktrin pr\u00e4genden Grundsatz von der &#8222;Steuerbarkeit bzw. Abziehbarkeit nach der \u00e4u\u00dferen Form der Wiederkehr&#8220; zwischenzeitlich generell aufgegeben (Senatsurteile vom 31.\u00a0Juli 2002 X\u00a0R\u00a039\/01, BFH\/NV 2002, 1575, und vom 31.\u00a0M\u00e4rz 2004 X\u00a0R\u00a066\/98, BFHE 205, 285, BStBl II 2004, 830, unter II. 4. b). Demzufolge ist weder die \u00e4u\u00dfere Wiederkehr einer Leistung ausreichende Bedingung f\u00fcr ihre Abziehbarkeit\/Steuerbarkeit noch fallen einmalige, indes zum Inbegriff des Altenteils geh\u00f6rende Leistungen aus dem Anwendungsbereich des \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01a EStG heraus.<\/p>\n<p>b) Der erkennende Senat weist darauf hin, dass im Hinblick auf den das Sonderrecht der Verm\u00f6gens\u00fcbergabe konstituierenden Grundsatz der materiell-rechtlichen Korrespondenz (vgl. Senatsurteile in BFHE 205, 285, BStBl II 2004, 830, und vom 16.\u00a0Juni 2004 X\u00a0R\u00a050\/01, BFHE 207, 114, BStBl II 2005, 130) als dauernde Last abziehbare Altenteilsleistungen beim Bezieher als sonstige wiederkehrende Leistungen (\u00a7\u00a022 Nr.\u00a01 EStG) steuerbar sind. Da nach Altenteilsrecht beide Ehegatten anspruchsberechtigt sind (vgl. Art.\u00a022 AGBGB Bayern) und Eink\u00fcnfte beziehen (z.B. vgl. Senatsurteil vom 22.\u00a0September 1993 X\u00a0R\u00a048\/92, BFHE 172, 366, BStBl II 1994, 107), werden die Leistungen dem \u00fcberlebenden Ehegatten erbracht. Dieser bezieht zu seinen Lebzeiten steuerbare Eink\u00fcnfte. Der erkennende Senat braucht nicht \u00fcber die Frage zu befinden, ob die Abziehbarkeit endet, wenn der Verpflichtete Erbe des \u00fcberlebenden Altenteiler-Ehegatten ist, bzw. wie der Fall bei nur einem Altenteilsberechtigten und einem Dritten als Erbe zu entscheiden ist.<\/p>\n<p>6. Mit der vorstehenden Entscheidung weicht der erkennende Senat von dem Urteil des IX.\u00a0Senats des BFH in BFHE 140, 566, BStBl II 1985, 43 ab. Der IX.\u00a0Senat hat auf Anfrage mitgeteilt, dass er der Abweichung zustimmt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 15.2.2006 (X\u00a0R\u00a05\/04) BStBl. 2007 II S. 160 Hat sich der Verm\u00f6gens\u00fcbernehmer eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs gegen\u00fcber den Verm\u00f6gens\u00fcbergebern (Eltern) in einem Altenteilsvertrag verpflichtet, die Kosten eines orts\u00fcblichen Grabmals zu tragen, so sind die dadurch nach dem Tod des Erstverstorbenen entstandenen Aufwendungen als dauernde Last i.S. von \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01a EStG abziehbar, soweit &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-15-2-2006-x-r-5_04-bstbl-2007-ii-s-160\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH-Urteil vom 15.2.2006 \t(X&nbsp;R&nbsp;5\/04) BStBl. 2007 II S. 160<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-60617","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60617","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60617"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60617\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60617"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60617"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60617"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}