{"id":60739,"date":"2013-10-26T11:52:28","date_gmt":"2013-10-26T09:52:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=60739"},"modified":"2013-10-26T11:52:28","modified_gmt":"2013-10-26T09:52:28","slug":"i-r-4-12-neue-tatsachen-und-vorzugsbesteuerung-is-der-erweitert-beschraenkten-steuerpflicht-durch-britische-sog-remittance-base-besteuerung-keine-anwendung-von-par-173-ao-bei-nachtraeglich-erkanntem-r","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-4-12-neue-tatsachen-und-vorzugsbesteuerung-is-der-erweitert-beschraenkten-steuerpflicht-durch-britische-sog-remittance-base-besteuerung-keine-anwendung-von-par-173-ao-bei-nachtraeglich-erkanntem-r\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;4\/12 &#8211; &quot;Neue Tatsachen&quot; und Vorzugsbesteuerung i.S. der erweitert beschr&auml;nkten Steuerpflicht durch britische sog. Remittance-Base Besteuerung &#8211; Keine Anwendung von &sect; 173 AO bei nachtr&auml;glich erkanntem Rechtsfehler oder zwecks nachtr&auml;glicher Durchsetzung einer ge&auml;nderten Rechtsansicht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.6.2013, I R 4\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">&quot;Neue Tatsachen&quot; und Vorzugsbesteuerung i.S. der erweitert beschr&auml;nkten Steuerpflicht durch britische sog. Remittance-Base Besteuerung &#8211; Keine Anwendung von &sect; 173 AO bei nachtr&auml;glich erkanntem Rechtsfehler oder zwecks nachtr&auml;glicher Durchsetzung einer ge&auml;nderten Rechtsansicht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine deutsche Staatsangeh&ouml;rige, wohnte bis 2000 im Inland. Ende jenes Jahres verzog sie nach Gro&szlig;britannien und hatte dort in den Streitjahren 2001 und 2002 ihren Wohnsitz. Sie erzielte in diesen Jahren ebenso wie in den Vorjahren erhebliche Eink&uuml;nfte, unter anderem aus der Vermietung von in Deutschland und anderswo gelegenen Geb&auml;uden sowie aus Geldanlagen (Wertpapieren, Wandelnleihen, Immobilienfonds u.a.m.), die in einem Depot bei einem deutschen Bankinstitut, der X-Bank, verwahrt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von 2001 an veranlagte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Kl&auml;gerin nicht mehr als unbeschr&auml;nkt, sondern erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; nur noch mit den Vermietungseink&uuml;nften von &#8230; DM (2001) sowie &#8230; EUR (2002) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 des Einkommensteuergesetzes (EStG 1997\/2002) als beschr&auml;nkt steuerpflichtig; die Kapitalertr&auml;ge blieben seitdem unbesteuert, und zwar ausweislich der dazu gefertigten amtsinternen Aktenvermerke vom 15. und 22.&nbsp;M&auml;rz sowie vom 8.&nbsp;Mai 2001, weil die daf&uuml;r einschl&auml;gigen tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a EStG 1997\/2002 nicht erf&uuml;llt waren. Die entsprechenden Bescheide, durch welche die Einkommensteuern f&uuml;r 2001 auf &#8230; DM (&#8230; EUR) und f&uuml;r 2002 auf &#8230; EUR festgesetzt wurden, ergingen am 29.&nbsp;Juli 2002 (f&uuml;r 2001) und am 6.&nbsp;Oktober 2003 (f&uuml;r 2002) jeweils unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung; die Vorbehaltsvermerke wurden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;3 der Abgabenordnung (AO) durch Bescheide vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2004 aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von November 2005 bis zum Dezember 2006 f&uuml;hrte das FA bei der Kl&auml;gerin (mit Unterbrechungen) f&uuml;r die Jahre 2001 bis 2003 eine Pr&uuml;fung der steuerlichen Auslandsbeziehungen &#8211;als sog. betriebsnahe Veranlagung&#8211; durch. Der Pr&uuml;fer stellte fest, dass die Kl&auml;gerin neben den bereits erkl&auml;rten inl&auml;ndischen Vermietungseink&uuml;nften Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von insgesamt &#8230; DM (2001) und &#8230; EUR (2002) vereinnahmt hatte. Die Kapitalertr&auml;ge resultierten gr&ouml;&szlig;tenteils daraus, dass die Kl&auml;gerin einen Ausgleichsanspruch aus einem Nachlass ausgezahlt erhalten hatte. Dieser Anspruch war f&uuml;r die Zeit bis 28.&nbsp;Februar 2001 verzinst und die Zinsen in H&ouml;he von &#8230; DM waren im Mai 2001 auf das von der Kl&auml;gerin bei der X-Bank gef&uuml;hrte Konto &uuml;berwiesen worden. Die &uuml;brigen Kapitaleink&uuml;nfte in H&ouml;he von &#8230; DM (2001) sowie von &#8230; EUR (2002) hatte die Kl&auml;gerin &uuml;berwiegend aus dem im auch schon zuvor bei der X-Bank unterhaltenen Depot verwahrten Verm&ouml;gen erwirtschaftet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA vertrat nunmehr die Auffassung, die Kl&auml;gerin sei in den Streitjahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 des Gesetzes &uuml;ber die Besteuerung bei Auslandsbeziehungen (Au&szlig;ensteuergesetz &#8211;AStG&#8211;) als erweitert beschr&auml;nkt steuerpflichtig zu behandeln. Dar&uuml;ber hinaus seien die von der Kl&auml;gerin erzielten ausl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte bei der Bestimmung des Steuersatzes zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage gegen die hiernach &#8211;am 15.&nbsp;Februar 2007&#8211; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO ge&auml;nderten Steuerbescheide blieb erfolglos. Das Urteil des Finanzgerichts (FG) M&uuml;nchen vom 21.&nbsp;November 2011&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;628\/08 ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 587 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin st&uuml;tzt ihre Revision auf Verletzung materiellen Rechts. Sie beantragt, das FG-Urteil sowie die ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheide 2001 und 2002 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und der angefochtenen Einkommensteuerbescheide. Das FA war nicht befugt, die urspr&uuml;nglich gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin erlassenen Bescheide &uuml;ber die (beschr&auml;nkte) Einkommensteuerpflicht zum Nachteil der Kl&auml;gerin als solche &uuml;ber die nunmehr erweitert beschr&auml;nkte Einkommensteuerpflicht zu &auml;ndern; daf&uuml;r ist keine verfahrensrechtliche Handhabe ersichtlich; insbesondere &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO bietet eine solche nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 AStG ist eine nat&uuml;rliche Person, die in den letzten zehn Jahren vor dem Ende ihrer unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht als Deutscher insgesamt mindestens f&uuml;nf Jahre unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig gewesen ist, bis zum Ablauf von zehn Jahren nach Ende des Jahres, in dem ihre unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht geendet hat, &uuml;ber die beschr&auml;nkte Steuerpflicht im Sinne des Einkommensteuergesetzes hinaus beschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig mit allen Eink&uuml;nften i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 erster Halbsatz EStG 1997\/2002, die bei unbeschr&auml;nkter Einkommensteuerpflicht nicht ausl&auml;ndische Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;1 EStG 1997\/2002 sind. Voraussetzung f&uuml;r diese erweitert beschr&auml;nkte Steuerpflicht ist u.a., dass die betreffende Person in einem ausl&auml;ndischen Gebiet ans&auml;ssig ist, in dem sie mit ihrem Einkommen nur einer niedrigen Besteuerung unterliegt und wesentliche wirtschaftliche Interessen im Inland hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine niedrige Besteuerung in diesem Sinne liegt entweder &#8211;nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AStG&#8211; vor, wenn die Belastung durch die in dem ausl&auml;ndischen Gebiet erhobene Einkommensteuer &#8211;nach dem Tarif unter Einbeziehung von tariflichen Freibetr&auml;gen&#8211; bei einer in diesem Gebiet ans&auml;ssigen unverheirateten nat&uuml;rlichen Person, die ein steuerpflichtiges Einkommen von 150.000&nbsp;DM bzw. 77.000&nbsp;EUR bezieht, um mehr als ein Drittel geringer ist als die Belastung einer im Geltungsbereich dieses Gesetzes ans&auml;ssigen nat&uuml;rlichen Person durch die deutsche Einkommensteuer unter sonst gleichen Bedingungen, oder &#8211;nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AStG&#8211;, wenn die Belastung der Person durch die in dem ausl&auml;ndischen Gebiet erhobene Einkommensteuer auf Grund einer gegen&uuml;ber der allgemeinen Besteuerung einger&auml;umten Vorzugsbesteuerung erheblich gemindert sein kann; in beiden Alternativen entf&auml;llt eine niedrige Besteuerung in diesem Sinne, wenn die Person nachweist, dass die von ihrem Einkommen insgesamt zu entrichtenden Steuern mindestens zwei Drittel der Einkommensteuer betragen, die sie bei unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG 1997\/2002 zu entrichten h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Person hat i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AStG wesentliche wirtschaftliche Interessen im Geltungsbereich des Gesetzes, &#8211;u.a. und soweit hier einschl&auml;gig&#8211; entweder nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 AStG dann, wenn ihre Eink&uuml;nfte, die bei unbeschr&auml;nkter Einkommensteuerpflicht nicht ausl&auml;ndische Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;1 EStG 1997\/2002 sind, im Veranlagungszeitraum mehr als 30&nbsp;v.H. ihrer s&auml;mtlichen Eink&uuml;nfte betragen oder 120.000&nbsp;DM bzw. 62.000&nbsp;EUR &uuml;bersteigen oder nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;3 AStG dann, wenn zu Beginn des Veranlagungszeitraums ihr Verm&ouml;gen, dessen Ertr&auml;ge bei unbeschr&auml;nkter Einkommensteuerpflicht nicht ausl&auml;ndische Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;1 EStG 1997\/2002 w&auml;ren, mehr als 30&nbsp;v.H. ihres Gesamtverm&ouml;gens betr&auml;gt oder 300.000&nbsp;DM bzw. 154.000&nbsp;EUR &uuml;bersteigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Es ist hiernach und nach den tatrichterlichen Feststellungen nicht auszuschlie&szlig;en, dass die Kl&auml;gerin in den Streitjahren der erweitert beschr&auml;nkten Steuerpflicht unterf&auml;llt: Sie ist Deutsche, war bis 2000 im Inland unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig und hier vor dem Ende ihrer unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht mindestens f&uuml;nf Jahre unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig. Sie ist seitdem in Gro&szlig;britannien ans&auml;ssig. Sie verf&uuml;gte im Inland &uuml;ber wesentliche wirtschaftliche Interessen im vorgenannten Sinne, u.a. schon deshalb, weil ihre Eink&uuml;nfte in den Streitjahren 120.000&nbsp;DM bzw. 62.000&nbsp;EUR &uuml;berstiegen. Das steht unter den Beteiligten im Grundsatz denn auch au&szlig;er Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Streit steht allerdings zum einen, ob es sich bei diesen Eink&uuml;nften um nicht-ausl&auml;ndische Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 erster Halbsatz i.V.m. &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;1 EStG 1997\/2002 handelt. Nach der Rechtsauffassung der Kl&auml;gerin fehlt es an diesem Erfordernis, weil sie in den beiden Streitjahren in Gro&szlig;britannien gewohnt habe und das Besteuerungsrecht f&uuml;r die fraglichen Zinsen, welche aus dem Nachlass resultierten, nach Art.&nbsp;VII des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Vereinigten K&ouml;nigreich Gro&szlig;britannien und Nordirland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung vom 26.&nbsp;November 1964 (BGBl II 1966, 359, BStBl I 1966, 730) i.d.F. des Revisionsprotokolls vom 23.&nbsp;M&auml;rz 1970 (BGBl II 1971, 46, BStBl I 1971, 140) &#8211;DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970&#8211; ausschlie&szlig;lich Gro&szlig;britannien geb&uuml;hre; es mangele deswegen an inl&auml;ndischen Eink&uuml;nften, die f&uuml;r die Tatbestandsm&auml;&szlig;igkeit des &sect;&nbsp;2 AStG vonn&ouml;ten seien. Zum anderen ist zwischen den Beteiligten kontrovers, ob die Kl&auml;gerin mit ihren Kapitaleink&uuml;nften in ihrem neuen Wohnsitzstaat Gro&szlig;britannien einer sog. Vorzugsbesteuerung unterliegt. Und kontrovers ist schlie&szlig;lich &#8211;bejahendenfalls&#8211;, ob &sect;&nbsp;2 AStG &uuml;berhaupt anwendbar ist oder aber gegen Unionsrecht verst&ouml;&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einzelnen k&ouml;nnen diese Streitfragen indessen s&auml;mtlich unbeantwortet bleiben, weil das FA aus Verfahrensgr&uuml;nden gehindert gewesen ist, die urspr&uuml;nglichen der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber ergangenen Steuerbescheide zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO sind Steuerbescheide aufzuheben oder zu &auml;ndern, soweit Tatsachen oder Beweismittel nachtr&auml;glich bekannt werden, die zu einer h&ouml;heren Steuer f&uuml;hren. Da &sect;&nbsp;173 AO nach seinem rechtlichen Gehalt keine Fehlerberichtigungsvorschrift ist, rechtfertigt nur das nachtr&auml;gliche Bekanntwerden von Tatsachen und Beweismitteln eine &Auml;nderung nach dieser Vorschrift, nicht hingegen ein nachtr&auml;glich erkannter Rechtsfehler (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.&nbsp;November 1987 GrS&nbsp;1\/86, BFHE 151, 495, BStBl II 1988, 180). Nachtr&auml;glich bekanntgewordene Tatsachen, nicht hingegen rechtliche Erw&auml;gungen, m&uuml;ssen f&uuml;r eine auf &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO gest&uuml;tzte Korrektur ma&szlig;geblich sein (BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Juni 1997 X&nbsp;R&nbsp;117\/95, BFH\/NV 1997, 853). Ein Steuerbescheid darf wegen nachtr&auml;glich bekanntgewordener Tatsachen oder Beweismittel zugunsten des Steuerpflichtigen deshalb nur dann aufgehoben oder ge&auml;ndert werden, wenn das FA bei urspr&uuml;nglicher Kenntnis der Tatsachen oder Beweismittel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anders entschieden h&auml;tte (BFH-Beschluss in BFHE 151, 495, BStBl II 1988, 180, unter C.II. am Anfang). Eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 AO scheidet hingegen aus, wenn die Unkenntnis der sp&auml;ter bekanntgewordenen Tatsache f&uuml;r die urspr&uuml;ngliche Veranlagung nicht urs&auml;chlich (rechtserheblich) gewesen ist, weil das FA auch bei rechtzeitiger Kenntnis der Tatsache mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu keiner anderen Steuer gelangt w&auml;re (BFH-Beschluss in BFHE 151, 495, BStBl II 1988, 180, unter C.II.2.b). In Einklang damit steht der Grundsatz von Treu und Glauben einer &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO auch dann entgegen, wenn dem FA Tatsachen aufgrund einer Verletzung seiner Ermittlungspflichten unbekannt geblieben sind, der Steuerpflichtige seinerseits aber die ihm obliegenden Mitwirkungspflichten in zumutbarer Weise erf&uuml;llt hat. Im Falle einer beiderseitigen Pflichtverletzung ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung eine Abw&auml;gung vorzunehmen (z.B. BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Juni 2004 X&nbsp;R&nbsp;56\/01, BFH\/NV 2004, 1502, und vom 26.&nbsp;Februar 2009 II&nbsp;R&nbsp;4\/08, BFH\/NV 2009, 1599, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies vorangestellt, kommt eine &Auml;nderung der urspr&uuml;nglich gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin ergangenen Steuerbescheide nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Denn die rechtliche Beurteilung, welche jenen urspr&uuml;nglichen Steuerfestsetzungen zugrunde lag, entsprach der seinerzeitigen Erlasslage im Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 2.&nbsp;Dezember 1994 (BStBl I 1995, Sondernummer 1\/1995), dort unter Tz.&nbsp;2.2.2. Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 und 5. Danach fehlt es an einer wesentlichen Vorzugsbesteuerung i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AStG &#8211;und damit an den Voraussetzungen daf&uuml;r, dass eine erweiterte beschr&auml;nkte Steuerpflicht i.S. von &sect;&nbsp;2 AStG ausgel&ouml;st wird&#8211; dann, wenn nach dem Steuerrecht eines ausl&auml;ndischen Staates bei allen in seinem Gebiet ans&auml;ssigen Personen die aus dem Ausland stammenden Eink&uuml;nfte nicht der Besteuerung unterliegen (sog. Territorialit&auml;tsprinzip). Das gleiche gilt, wenn aus dem Ausland stammende Eink&uuml;nfte allgemein, ohne weitere an die Ans&auml;ssigkeit ankn&uuml;pfende Voraussetzungen (z.B. in Gro&szlig;britannien), nur besteuert werden, soweit sie in den Staat der Ans&auml;ssigkeit &uuml;berwiesen werden (Besteuerung auf der sog. Remittance-Basis). Genau Letzteres ist aber die Situation im Streitfall (in diesem Sinne auch FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 20.&nbsp;April 2010&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;1639\/06&nbsp;E, juris; Hahn, jurisPR-SteuerR 22\/2012, Anm.&nbsp;3; Angermann\/Anger, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2005, 439, 440). Da das FA beh&ouml;rdenintern an besagte Erlasslage gebunden gewesen ist, entsprachen die urspr&uuml;nglichen Steuerfestsetzungen der seinerzeitigen Verwaltungspraxis und ist folglich davon auszugehen, dass das FA auch so entscheiden wollte, wie dies tats&auml;chlich geschehen ist (st&auml;ndige Rechtsprechung; vgl. im Einzelnen z.B. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;April 2010 VI&nbsp;R&nbsp;27\/08, BFH\/NV 2010, 1607, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Allerdings schr&auml;nkte das zitierte BMF-Schreiben vom 2.&nbsp;Dezember 1994 unter Tz.&nbsp;2.2.2. Nr.&nbsp;2 in zweierlei Weise ein:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum einen in Satz 5, indem dort, wie schon wiedergegeben, die Nichtannahme einer Vorzugsbesteuerung durch die Besteuerung auf Remittance base-Basis konditional davon abh&auml;ngig ist, dass &quot;aus dem Ausland stammende Eink&uuml;nfte allgemein, ohne weitere an die Ans&auml;ssigkeit ankn&uuml;pfende Voraussetzungen&quot; besteuert werden. Diese Einschr&auml;nkung wird aber gerade f&uuml;r die Rechtslage in Gro&szlig;britannien ausdr&uuml;cklich und &quot;glasklar&quot; (so Hahn, ebenda) als nicht einschl&auml;gig angesehen und das deckt sich auch mit dem Verst&auml;ndnis z.B. der Oberfinanzdirektion (OFD) M&uuml;nster in deren &quot;Information&quot; vom 21.&nbsp;Mai 2002 (Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2002, 1192), wenn sie (im Vorgriff auf eine beabsichtigte &Uuml;berarbeitung des Anwendungserlasses zum Au&szlig;ensteuergesetz) &quot;entgegen der Formulierung in Rdn. 2.2.2 Nr.&nbsp;2&quot; des BMF-Schreibens f&uuml;r die britische Remittance base-Besteuerung grunds&auml;tzlich eine niedrigere Besteuerung i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AStG annehmen will.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen bestimmt Satz&nbsp;6 der Tz.&nbsp;2.2.2. Nr.&nbsp;2 des BMF-Schreibens vom 2.&nbsp;Dezember 1994: &quot;Ungeachtet dessen kann jedoch auch in diesen Staaten eine gegen&uuml;ber der allgemeinen Besteuerung einger&auml;umte Vorzugsbesteuerung nicht ausgeschlossen werden&quot;. Daf&uuml;r l&auml;sst sich erneut die besagte &quot;Information&quot; der OFD M&uuml;nster in DB 2002, 1192 anf&uuml;hren; die OFD hat darin erkennen lassen, dass sie schon zum damaligen Zeitpunkt von einer Vorzugsbesteuerung ausgehe. Das korrespondiert denn auch mit der nachfolgenden Erlasslage im BMF-Schreiben vom 14.&nbsp;Mai 2004 (BStBl I 2004, Sondernummer 1\/2004, dort ebenfalls unter Tz.&nbsp;2.2.2.), die ausweislich dessen Eingangssatzes grunds&auml;tzlich ab dem Veranlagungszeitraum 2002 anzuwenden ist und wonach eine beachtliche Vorzugsbesteuerung vorliegen soll, &quot;wenn die Besteuerung nach der sog. Remittance-Basis von besonderen, an die Ans&auml;ssigkeit ankn&uuml;pfenden Voraussetzungen abh&auml;ngig ist, z.B. bei Auslandseink&uuml;nften eines in Gro&szlig;britannien ans&auml;ssigen Ausl&auml;nders, der zwar im Vereinigten K&ouml;nigreich ans&auml;ssig (&#8218;resident&#8216;) ist, jedoch nicht &uuml;ber ein britisches &#8218;domicile&#8216; verf&uuml;gt&quot;. Ob diese Erg&auml;nzung in dem BMF-Schreiben &#8211;so im Streitfall das FA&#8211; allerdings als blo&szlig;e Klarstellung des schon zuvor existenten Vorbehalts zu begreifen ist, nicht aber als eine gegen&uuml;ber der vorangehenden nunmehr anderweitigen Sichtweise, ist eher zu bezweifeln. Dagegen spricht die bis dahin uneingeschr&auml;nkte Erw&auml;hnung der Remittance base-Besteuerung im BMF-Schreiben vom 2.&nbsp;Dezember 1994 als Beispiel f&uuml;r eine fehlende Vorzugsbesteuerung (ebenso Angermann\/Anger, IStR 2005, 439). Vor diesem Hintergrund ist eher anzunehmen, dass das FA auch bei fr&uuml;hzeitiger Kenntnis von der Zahlung an die Kl&auml;gerin im Zuge der Erbauseinandersetzung nicht von einer erweitert beschr&auml;nkten Steuerpflicht ausgegangen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Unabh&auml;ngig davon ist genau das alles &#8211;der Vorbehalt in Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;6 der Tz.&nbsp;2.2.2. des BMF-Schreibens vom 2.&nbsp;Dezember 1994 ebenso wie auch die Verlautbarung der OFD M&uuml;nster&#8211; der Grund, weshalb es dem FA abzuverlangen gewesen w&auml;re, von sich aus im Rahmen der ihm obliegenden Ermittlungspflichten (vgl. &sect;&nbsp;88 AO) beizeiten kraft Amtes weitere Nachforschungen &uuml;ber die Regelungslage nach englischem Steuerrecht anzustellen, wenn es darauf h&auml;tte abheben wollen. Ein solcher Grund war im Streitfall gegeben, obschon das FA seinerzeit noch keine konkrete Kenntnis &uuml;ber die Ausgleichszahlungen hatte, welche der Kl&auml;gerin im Streitjahr 2001 im Zuge der Erbauseinandersetzung zugeflossen waren und aus welchen die in Rede stehenden zus&auml;tzlichen Kapitalertr&auml;ge erwirtschaftet worden waren. Dem FA war n&auml;mlich aus den vorangegangenen Veranlagungszeitr&auml;umen, in welchen die Kl&auml;gerin noch unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig gewesen war, infolge der vorgelegten Steuererkl&auml;rungen bekannt, dass sie &uuml;ber namhafte laufende Kapitalertr&auml;ge im Inland verf&uuml;gte, die allerdings mangels Tatbestandsm&auml;&szlig;igkeit (vgl. &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a EStG 1997\/2002) keine beschr&auml;nkte Steuerpflicht ausl&ouml;sten. F&uuml;r diese Kapitalertr&auml;ge stellte sich die Frage einer m&ouml;glichen Vorzugsbesteuerung nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 AStG aber nicht minder wie f&uuml;r die Zinsen aufgrund der nachlassbedingten Ausgleichszahlungen. Das FA hatte seinerzeit jedoch ausweislich der vorliegenden Aktenvermerke und im Einvernehmen mit der Kl&auml;gerin bewusst darauf verzichtet, die &#8211;nicht der &quot;einfachen&quot; beschr&auml;nkten Steuerpflicht unterfallenden&#8211; Kapitalertr&auml;ge in die Besteuerung einzubeziehen. An eine m&ouml;gliche Erweiterung der beschr&auml;nkten Steuerpflicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 AStG wurde offenbar nicht gedacht, obwohl dessen Voraussetzungen jedenfalls in diesem Punkt aus objektiver Sicht so oder so erf&uuml;llt waren und die Kl&auml;gerin auch bereits aufgrund dieser Ertr&auml;ge &uuml;ber wesentliche wirtschaftliche Interessen im Inland i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;3 AStG verf&uuml;gte. Die sp&auml;teren aus der betriebsnahen Veranlagung gewonnenen Erkenntnisse &auml;nderten lediglich den Umfang der Kapitalertr&auml;ge. Anders als das FA meint, &quot;f&uuml;hren&quot; sie aber nicht zu der erweitert beschr&auml;nkten Steuerpflicht und sie beruhen insoweit &#8211;und soweit nach Aktenlage erkennbar&#8211; auch nicht darauf, dass die Kl&auml;gerin den ihr obliegenden Mitwirkungs- und Erkl&auml;rungspflichten im Rahmen ihrer Steuererkl&auml;rungen blo&szlig; unzul&auml;nglich nachgekommen w&auml;re. Dass sie f&uuml;r die Streitjahre nicht ihre s&auml;mtlichen bezogenen Eink&uuml;nfte deklariert hat (vgl. dazu allgemein &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG 1997\/2002), gr&uuml;ndete erkennbar darin, dass sie dazu als beschr&auml;nkt Steuerpflichtige und nach den Absprachen mit dem FA nicht verpflichtet war. Die Annahme der erweitert beschr&auml;nkten Steuerpflicht entspringt infolgedessen allein einer anderweitigen rechtlichen Beurteilung des Fachpr&uuml;fers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hat das FA die bei dieser Sachlage hiernach notwendigen Nachforschungen aber &#8211;zun&auml;chst&#8211; unterlassen und trotzdem die urspr&uuml;nglich nicht zuletzt wegen weiteren Pr&uuml;fungsbedarfs angebrachten Vorbehaltsvermerke gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;3 AO aufgehoben, dann ist ihm dieses Unterlassen mit der Wirkung einer &Auml;nderungssperre zuzurechnen, wenn es sp&auml;ter zu neuen, dem Steuerpflichtigen nachteiligen Erkenntnissen &#8211;hier: &uuml;ber den Umfang weiterer Kapitalertr&auml;ge der Kl&auml;gerin und in diesem Zusammenhang die Besteuerungssituation in Gro&szlig;britannien&#8211; gelangt (vgl. allg. m.w.N., von Wedelst&auml;dt in Beermann\/Gosch, &sect;&nbsp;173 AO Rz&nbsp;66&nbsp;ff.). Das Kriterium der Rechtserheblichkeit (Kausalit&auml;t) der neuen Tatsache bei der urspr&uuml;nglichen Veranlagung soll es gerade ausschlie&szlig;en, dass die Beteiligten des Steuerschuldverh&auml;ltnisses mit Hilfe eines &Auml;nderungsbescheids eine (scheinbar) neue Tatsache zum blo&szlig;en Anlass oder Vorwand nehmen, eine gel&auml;uterte Rechtsansicht nachtr&auml;glich durchzusetzen (BFH-Beschluss in BFHE 151, 495, BStBl II 1988, 180); der Gesetzgeber hat vielmehr dem Rechtsfrieden und der Rechtssicherheit in solchen F&auml;llen Vorrang vor der materiellen Richtigkeit der ergangenen Verwaltungsentscheidung einger&auml;umt (BFH-Beschluss, ebenda). Letztlich will das FA im Streitfall aber genau solches erreichen. Lediglich die Gr&ouml;&szlig;enordnung der nunmehr &quot;entdeckten&quot; Kapitaleink&uuml;nfte hat es offenbar bewogen, den im Grundsatz schon zuvor verwirklichten Sachverhalt neu zu bewerten. Die jetzigen Erkenntnisse &uuml;ber die Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r sog. &quot;residents&quot; und damit auch die Kl&auml;gerin in den Streitjahren in Gro&szlig;britannien entspringen keiner &quot;neuen Tatsache&quot;, sondern einer neuen Rechtsbetrachtung und sind sonach ungeeignet, um die &Auml;nderungen zu rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Vorinstanz ist solchen &Uuml;berlegungen nur mit Blick auf den nachtr&auml;glich bekanntgewordenen &quot;Steuerstatus&quot; der Kl&auml;gerin und den Betrag der Eink&uuml;nfte nachgegangen und deswegen in diesem Punkt in entscheidungserheblicher Weise zu einem abweichenden Ergebnis gelangt. Ihr Urteil und die angefochtenen Steuerbescheide sind aufzuheben, ohne dass noch auf die im Kern streitgegenst&auml;ndlichen Fragen danach, ob die Ausgestaltung der erweitert beschr&auml;nkten Steuerpflicht nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;2 AStG abkommens- und unionsrechtlichen Grunds&auml;tzen standh&auml;lt und ob deren tatbestandliche Voraussetzungen s&auml;mtlich erf&uuml;llt sind und ob einer &Auml;nderung der Ursprungsbescheide wom&ouml;glich anderweitige Vertrauensschutzerw&auml;gungen nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;2 AO entgegenstehen, einzugehen w&auml;re (vgl. zu alledem &#8211;konkret bezogen auf den Streitfall&#8211; Hahn, jurisPR-SteuerR 22\/2012 Anm.&nbsp;3, und allgemein z.B. Vogel\/Cortez, Recht der Internationalen Wirtschaft 2011, 532).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r sachgerecht, durch Gerichtsbescheid zu entscheiden (&sect;&nbsp;121, &sect;&nbsp;90a FGO), das nicht zuletzt wegen der bislang teilweise nur sp&auml;rlichen tatrichterlichen Feststellungen zu den (allerdings aktenkundigen) Inhalten der Steuererkl&auml;rungen, zu dem anschlie&szlig;enden Schriftwechsel der Beteiligten und der Vorg&auml;nge im Zusammenhang mit der betriebsnahen Veranlagung; die Beteiligten haben dadurch Gelegenheit, die Vorg&auml;nge im Einzelnen auf ihre Richtigkeit zu &uuml;berpr&uuml;fen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.6.2013, I R 4\/12 &quot;Neue Tatsachen&quot; und Vorzugsbesteuerung i.S. der erweitert beschr&auml;nkten Steuerpflicht durch britische sog. Remittance-Base Besteuerung &#8211; Keine Anwendung von &sect; 173 AO bei nachtr&auml;glich erkanntem Rechtsfehler oder zwecks nachtr&auml;glicher Durchsetzung einer ge&auml;nderten Rechtsansicht Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine deutsche Staatsangeh&ouml;rige, wohnte bis 2000 im Inland. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-4-12-neue-tatsachen-und-vorzugsbesteuerung-is-der-erweitert-beschraenkten-steuerpflicht-durch-britische-sog-remittance-base-besteuerung-keine-anwendung-von-par-173-ao-bei-nachtraeglich-erkanntem-r\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;4\/12 &#8211; &quot;Neue Tatsachen&quot; und Vorzugsbesteuerung i.S. der erweitert beschr&auml;nkten Steuerpflicht durch britische sog. Remittance-Base Besteuerung &#8211; Keine Anwendung von &sect; 173 AO bei nachtr&auml;glich erkanntem Rechtsfehler oder zwecks nachtr&auml;glicher Durchsetzung einer ge&auml;nderten Rechtsansicht<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-60739","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60739","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60739"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60739\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60739"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60739"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60739"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}