{"id":60939,"date":"2013-11-09T13:34:02","date_gmt":"2013-11-09T11:34:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=60939"},"modified":"2013-11-09T13:34:02","modified_gmt":"2013-11-09T11:34:02","slug":"x-r-41-10-kuerzung-des-vorwegabzugs-fuer-vorsorgeaufwendungen-nach-par-10-abs-3-nr-2-buchst-a-estg-af-veranlagungszeitraumbezogene-pruefung-der-erbringung-vollstaendiger-eigener-beitragsleistungen-bei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-41-10-kuerzung-des-vorwegabzugs-fuer-vorsorgeaufwendungen-nach-par-10-abs-3-nr-2-buchst-a-estg-af-veranlagungszeitraumbezogene-pruefung-der-erbringung-vollstaendiger-eigener-beitragsleistungen-bei\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;41\/10 &#8211; K&uuml;rzung des Vorwegabzugs f&uuml;r Vorsorgeaufwendungen nach &sect; 10 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a EStG a.F. &#8211; Veranlagungszeitraumbezogene Pr&uuml;fung der Erbringung vollst&auml;ndiger eigener Beitragsleistungen bei mehreren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern einer GmbH"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.8.2013, X R 41\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">K&uuml;rzung des Vorwegabzugs f&uuml;r Vorsorgeaufwendungen nach &sect; 10 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a EStG a.F. &#8211; Veranlagungszeitraumbezogene Pr&uuml;fung der Erbringung vollst&auml;ndiger eigener Beitragsleistungen bei mehreren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern einer GmbH<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) wurden in den Jahren 2002 und 2003 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger erzielte u.a. Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH. Sein Bruttoarbeitslohn betrug 2002&nbsp;&nbsp;89.804&nbsp;EUR und 2003&nbsp;&nbsp;105.525&nbsp;EUR. Die GmbH erbrachte keine Leistungen f&uuml;r die Zukunftssicherung i.S. des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 des Einkommensteuergesetzes in der in den Streitjahren g&uuml;ltigen Fassung (EStG a.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war in beiden Streitjahren mit 25,88&nbsp;%, der weitere Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer (B) mit 50&nbsp;% an der GmbH beteiligt. Die restlichen Anteile von 24,12&nbsp;% hielt der Vater des Kl&auml;gers (V). Die GmbH sagte sowohl dem Kl&auml;ger als auch B mit Vertrag vom 22.&nbsp;November 2002 eine jeweils gleich hohe Pension ab Vollendung des 65.&nbsp;Lebensjahres zu (Rente von 36.000&nbsp;EUR p.a. nebst Hinterbliebenenschutz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) k&uuml;rzte in beiden Streitjahren den Vorwegabzug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz 2 Buchst.&nbsp;a EStG a.F. in voller H&ouml;he.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Einspruchsverfahrens vereinbarten die drei Gesellschafter der GmbH am 10.&nbsp;M&auml;rz 2007 schriftlich, dass V seine GmbH-Beteiligung auf den Kl&auml;ger &uuml;bertragen und im Falle einer Gewinnaussch&uuml;ttung zu dessen Gunsten auf seinen Anteil an der Aussch&uuml;ttung verzichten werde. 2008 &uuml;bertrug V seinen Gesch&auml;ftsanteil auf den Kl&auml;ger.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab mit Urteil vom 23.&nbsp;November 2009 der Klage statt. Es stellte u.a. fest, dass seit der Gr&uuml;ndung der GmbH bis zur &Uuml;bertragung der Gesellschaftsanteile des V keine Gewinne an den Kl&auml;ger ausgesch&uuml;ttet worden seien. Da V zivilrechtlich wirksam auf seinen Gewinn verzichtet habe, sei sein gesellschaftsrechtlicher Anspruch zugunsten des Kl&auml;gers durch dessen Pensionsanspruch faktisch und wirtschaftlich nicht geschm&auml;lert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit seiner Revision, das Urteil versto&szlig;e gegen die Rechtsprechungsgrunds&auml;tze des Bundesfinanzhofs (BFH), da es auf Umst&auml;nde abstelle, die zum Teil erst mehr als vier Jahre nach Ablauf des Veranlagungszeitraums stattgefunden h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wirtschaftlich betrachtet sei der Kl&auml;ger von Beginn an entsprechend seiner Pensionszusage beteiligt gewesen. Bereits bei Gr&uuml;ndung der Gesellschaft sei klar gewesen, dass der Kl&auml;ger nach einer Phase der Aufbauhilfe die Anteile des V &uuml;bernehmen und dieser ausscheiden werde. Die wirtschaftliche Betrachtungsweise fordere, dem Steuerpflichtigen die M&ouml;glichkeit zu geben, seine Altersversorgung aufbauen zu k&ouml;nnen. Deshalb k&ouml;nne bei der Pr&uuml;fung der Versorgungszusage nicht auf den einzelnen Veranlagungszeitraum abgestellt werden. Die Prognose m&uuml;sse vielmehr auf die Gesamtlaufzeit ausgerichtet sein. Ein unzumutbarer &Uuml;berwachungsaufwand ergebe sich hieraus f&uuml;r die Finanzverwaltung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass der Vorwegabzug beim Kl&auml;ger gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. nicht gek&uuml;rzt werden muss. Der Kl&auml;ger hat &#8211;jedenfalls in den Streitjahren&#8211; seine Pensionsanwartschaft nicht in vollem Umfang durch Verzicht auf eigene gesellschaftliche Rechte erworben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Im Streitfall ist allein fraglich, ob der Kl&auml;ger zum Personenkreis des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a i.V.m. &sect;&nbsp;10c Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. geh&ouml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zum Personenkreis des &sect;&nbsp;10c Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. z&auml;hlen Arbeitnehmer, die nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen, eine Berufst&auml;tigkeit aus&uuml;ben und im Zusammenhang damit aufgrund vertraglicher Vereinbarungen Anwartschaftsrechte auf eine Altersversorgung ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistungen erworben haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ob der Kl&auml;ger seine Pensionsanwartschaft ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistungen erlangt hat, h&auml;ngt davon ab, ob der Aufwand der GmbH f&uuml;r die Altersversorgung des Kl&auml;gers seiner (eigenen) Beteiligung entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Rechtsprechung des BFH ist unter dem Begriff der &quot;Beitragsleistung&quot; f&uuml;r den Erwerb von Anwartschaftsrechten auf eine (eigene) Altersversorgung nicht nur eine Geldzahlung, sondern jede Minderung eines Verm&ouml;gensanspruchs gegen eine Versorgungszusage zu verstehen (Senatsurteil vom 25.&nbsp;M&auml;rz 1992 X&nbsp;R&nbsp;121\/90, BFH\/NV 1992, 596; BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Oktober 2002 XI&nbsp;R&nbsp;25\/01, BFHE 200, 554, BStBl II 2004, 546). Der XI.&nbsp;Senat des BFH hat &#8211;ausgehend von diesem Grundsatz&#8211; mit seinen Urteilen in BFHE 200, 554, BStBl II 2004, 546 und vom 28.&nbsp;Juli 2004 XI&nbsp;R&nbsp;9\/04 (BFH\/NV 2005, 196) entschieden, dass dem Alleingesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH der Vorwegabzug f&uuml;r Vorsorgeaufwendungen ungek&uuml;rzt zu belassen ist, weil dieser &#8211;wirtschaftlich betrachtet&#8211; eine ihm von der GmbH zugesagte Altersversorgung durch Verzicht auf entsprechende gesellschaftliche Anspr&uuml;che (&sect;&sect;&nbsp;29, 72 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung &#8211;GmbHG&#8211;) und damit letztlich ausschlie&szlig;lich durch eigene Beitragsleistungen erwirbt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gleiches gilt nach der Rechtsprechung des XI. Senats des BFH, wenn eine GmbH mehreren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern eine Altersversorgung zugesagt hat und der einzelne Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bei typisierender und wirtschaftlicher Betrachtung sein Anwartschaftsrecht auf Altersversorgung auf Dauer gesehen ausschlie&szlig;lich durch einen seiner Beteiligungsquote entsprechenden Verzicht auf gesellschaftliche Anspr&uuml;che erwirbt (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Februar 2005 XI&nbsp;R&nbsp;29\/03, BFHE 209, 256, BStBl II 2005, 634)<strong>. <\/strong>Die Frage, ob der Kl&auml;ger sein Anwartschaftsrecht auf betriebliche Altersversorgung ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistung erwirbt, ist danach unter Ber&uuml;cksichtigung der bestehenden Beteiligungsverh&auml;ltnisse, des Alters der Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und der H&ouml;he der jeweils zugesagten Altersversorgung im Wege der vorausschauenden Berechnung des auf den einzelnen Gesellschafter entfallenden Aufwands der Gesellschaft zu beantworten (BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Dezember 2004 XI&nbsp;R&nbsp;45\/03, BFH\/NV 2005, 1509).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der erkennende Senat hat sich dieser Rechtsprechung des XI.&nbsp;Senats im Grundsatz angeschlossen. Er hat jedoch mehrfach klargestellt, dass der von dem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH bezogene Arbeitslohn nur dann aus der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die K&uuml;rzung des Vorwegabzugs auszunehmen ist, wenn die gegen die Gesellschaft erworbenen Anspr&uuml;che auf eine eigene Altersversorgung vollst&auml;ndig mit dem (ggf. wechselseitigen) Verzicht auf die dem Steuerpflichtigen in seiner Eigenschaft als (Mit-)Gesellschafter zustehenden Anspr&uuml;che in Verbindung gebracht werden k&ouml;nnen (Urteile vom 26.&nbsp;September 2006 X&nbsp;R&nbsp;3\/05, BFHE 215, 165, BStBl II 2007, 452; vom 8.&nbsp;November 2006 X&nbsp;R&nbsp;11\/05, BFH\/NV 2007, 673; vom 17.&nbsp;Januar 2007 X&nbsp;R&nbsp;10\/06, BFH\/NV 2007, 1289; vom 2.&nbsp;September 2008 X&nbsp;R&nbsp;17\/08, BFH\/NV 2009, 141; vom 24.&nbsp;Juni 2009 X&nbsp;R&nbsp;54\/08, BFH\/NV 2010, 22; X&nbsp;R&nbsp;55\/08, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;, sowie X&nbsp;R&nbsp;56\/08, BFH\/NV 2010, 25, und vom 19.&nbsp;Mai 2011 X&nbsp;R&nbsp;30\/10, BFH\/NV 2011, 1854).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Bei &#8211;wie im Streitfall&#8211; mehreren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern beantwortet sich die Frage nach der vollst&auml;ndig eigenen Beitragsleistung daher nach den bestehenden Beteiligungsverh&auml;ltnissen und nach der jeweils insgesamt zugesagten Altersversorgung. Entscheidend ist, ob unter Ber&uuml;cksichtigung des Gesamtaufwands der Gesellschaft f&uuml;r die Altersversorgung ihrer Gesellschafter der Aufwand der GmbH f&uuml;r die Altersversorgung des Kl&auml;gers dessen quotaler Beteiligung an der GmbH entspricht oder diese unterschreitet (hinsichtlich der Voraussetzungen im Einzelnen vgl. nur Senatsentscheidung in BFH\/NV 2010, 22, unter II.1.b&nbsp;cc, m.w.N.). Die sich so ergebenden Versorgungsanwartschaften sind quotal f&uuml;r den jeweiligen Mitgesellschafter zu ermitteln und mit der Beteiligungsquote dieses Gesellschafters an der GmbH in dem jeweiligen Veranlagungszeitraum zu vergleichen (st&auml;ndige Rechtsprechung des Senats, so Urteil in BFH\/NV 2007, 1289, unter II.2.b; vom 27.&nbsp;Mai 2009 X&nbsp;R&nbsp;50\/06, BFH\/NV 2009, 1635; in BFH\/NV 2010, 22, und in BFH\/NV 2011, 1854).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Bei diesem Vergleich ist auf die Verh&auml;ltnisse im Streitjahr abzustellen. Bereits der XI. Senat hat zu Recht in seinem Urteil in BFHE 209, 256, BStBl II 2005, 634 darauf hingewiesen, dass eine Ber&uuml;cksichtigung fr&uuml;herer oder k&uuml;nftiger Veranlagungszeitr&auml;ume mit einem erheblichen Verwaltungsaufwand verbunden w&auml;re. Dem hat sich der erkennende Senat in seinen Entscheidungen in BFH\/NV 2010, 22 und X&nbsp;R&nbsp;55\/08 (n.v.) angeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gerade der vorliegende Fall zeigt, dass bei einer veranlagungszeitraum&uuml;bergreifenden Betrachtung die Finanzverwaltung die Gewinnaussch&uuml;ttung mehrerer Jahre zu &uuml;berwachen, ggf. bei &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse r&uuml;ckwirkende &Auml;nderungen, ggf. mehrfach, vornehmen m&uuml;sste. Ein solcher &Uuml;berwachungsaufwand w&auml;re aber dem FA &#8211;anders als von Kl&auml;gerseite angenommen&#8211; aufgrund des steuerlichen Massenverfahrens nicht zumutbar. Zu Recht weist das FA weiter darauf hin, dass im konkreten Fall das Ergebnis vom Entscheidungszeitpunkt des FG abhinge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Rechtsfehlerhaft meint das FG, dass im vorliegenden Streitfall die Anwendung einer &quot;vorausschauenden wirtschaftlichen Betrachtung&quot; ausnahmsweise m&ouml;glich sei. Demgegen&uuml;ber geht der vom FG zitierte XI.&nbsp;Senat des BFH in seiner Entscheidung in BFH\/NV 2005, 1509 (unter II.2.c&nbsp;aa) davon aus, dass bei mehreren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern ma&szlig;geblich f&uuml;r die Zugeh&ouml;rigkeit zum Personenkreis des &sect;&nbsp;10c Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. die Beteiligungsverh&auml;ltnisse im streitigen Veranlagungszeitraum seien und k&uuml;nftige &Auml;nderungen der Beteiligungsverh&auml;ltnisse unbeachtlich blieben. Auch beim Alleingesellschafter sei die tats&auml;chlich bestehende gesellschaftsrechtliche Situation ma&szlig;geblich (Urteil in BFHE 200, 554, BStBl II 2004, 546). Diese Betrachtungsweise hat er in seiner Entscheidung in BFHE 209, 256, BStBl II 2005, 634 best&auml;tigt. Der erkennende Senat hat sich dieser Ansicht angeschlossen (vgl. Senatsentscheidung in BFH\/NV 2010, 25, unter II.1.b&nbsp;bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Dass die GmbH V keine Versorgungszusage erteilt hat, f&uuml;hrt zu keinem anderen Ergebnis. Hierin liegt keine &quot;mittelbare verdeckte Beitragsleistung&quot; des Kl&auml;gers zu dessen eigener Altersversorgung. Die Benachteiligung eines nahestehenden Mitgesellschafters stellt weder eine &quot;eigene&quot; Beitragsleistung des Steuerpflichtigen noch einen Verm&ouml;genswert dar, der von der nahestehenden Person &#8211;hier dem V&#8211; an den Steuerpflichtigen &#8211;den Kl&auml;ger&#8211; weitergereicht werden k&ouml;nnte (vgl. insoweit nur Senatsurteil in BFHE 215, 165, BStBl II 2007, 452).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>gg) Unerheblich ist in diesem Zusammenhang auch, dass die GmbH bis zur Verzichtsvereinbarung vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2007 keine Gewinnaussch&uuml;ttungen vorgenommen hat. Insbesondere sind deswegen nicht etwa die Gewinnanteile des V dem Kl&auml;ger zuzurechnen. Ein Verzicht des Kl&auml;gers auf eigene gesellschaftsrechtliche Anspr&uuml;che i.S. der &sect;&sect;&nbsp;29, 72 GmbHG liegt insoweit schon deshalb nicht vor, weil solche zu diesem Zeitpunkt noch V zust&uuml;nden. Der sp&auml;tere zivilrechtliche Verzicht des V zugunsten des Kl&auml;gers wirkt allein in die Zukunft und ist f&uuml;r die Streitjahre weder erkennbar noch vom FG festgestellt. Erw&auml;gungen oder Absichtserkl&auml;rungen, soweit sie &uuml;berhaupt vorlagen, reichen nicht aus, einen solchen zivilrechtlichen Verzicht f&uuml;r die Streitjahre zu ersetzen. &sect;&nbsp;29 Abs.&nbsp;3 Satz 2 GmbHG wie auch &sect;&nbsp;72 Satz&nbsp;2 GmbHG schreiben ausdr&uuml;cklich vor, dass eine andere Gewinnverteilung als nach den Verh&auml;ltnissen der Gesch&auml;ftsanteile im Gesellschaftsvertrag festgesetzt worden sein muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>hh) Die Beteiligungsverh&auml;ltnisse in den Streitjahren sind auch wirtschaftlich betrachtet &#8211;anders als von den Kl&auml;gern angenommen&#8211; (noch) nicht so zu verstehen, dass die Anteile des V dem Kl&auml;ger zugerechnet werden k&ouml;nnen. Eine ausdr&uuml;ckliche Vereinbarung haben der Kl&auml;ger und V erst sp&auml;ter geschlossen. Auch im &Uuml;brigen sind keine Tatsachen erkennbar oder vom FG festgestellt, die darauf hindeuteten, dass der Kl&auml;ger wirtschaftlicher Eigent&uuml;mer der Beteiligung des V nach &sect;&nbsp;39 der Abgabenordnung war. Es fehlt an der notwendigen tats&auml;chlichen Sachherrschaft des Kl&auml;gers an der Beteiligung des V in den Streitjahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei Anteilen an Kapitalgesellschaften erlangt der Erwerber wirtschaftliches Eigentum im Allgemeinen erst in dem Zeitpunkt, von dem an er nach dem Willen der Vertragspartner &uuml;ber die betreffenden Anteile verf&uuml;gen kann, wobei ihm insbesondere das Gewinnbezugsrecht und die Stimmrechte zustehen m&uuml;ssen (Senatsentscheidung vom 12.&nbsp;Dezember 2007 X&nbsp;R&nbsp;17\/05, BFHE 220, 107, BStBl II 2008, 579, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Rechte standen dem Kl&auml;ger in den Streitjahren mangels entsprechender Vereinbarung (siehe oben unter II.1.b&nbsp;gg) &#8211;noch&#8211; nicht zu. Die Vereinbarung des Jahres 2007 sowie die &Uuml;bertragung der GmbH-Anteile auf den Kl&auml;ger im Jahr 2008 sind insoweit ohne Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da die Vorentscheidung insoweit auf unzutreffenden Erw&auml;gungen beruht, ist sie aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Das FA hat den Vorwegabzug der Kl&auml;ger dem Grunde und der H&ouml;he nach zutreffend gek&uuml;rzt; die Klage war daher abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.8.2013, X R 41\/10 K&uuml;rzung des Vorwegabzugs f&uuml;r Vorsorgeaufwendungen nach &sect; 10 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a EStG a.F. &#8211; Veranlagungszeitraumbezogene Pr&uuml;fung der Erbringung vollst&auml;ndiger eigener Beitragsleistungen bei mehreren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern einer GmbH Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) wurden in den Jahren 2002 und 2003 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-41-10-kuerzung-des-vorwegabzugs-fuer-vorsorgeaufwendungen-nach-par-10-abs-3-nr-2-buchst-a-estg-af-veranlagungszeitraumbezogene-pruefung-der-erbringung-vollstaendiger-eigener-beitragsleistungen-bei\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;41\/10 &#8211; K&uuml;rzung des Vorwegabzugs f&uuml;r Vorsorgeaufwendungen nach &sect; 10 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a EStG a.F. &#8211; Veranlagungszeitraumbezogene Pr&uuml;fung der Erbringung vollst&auml;ndiger eigener Beitragsleistungen bei mehreren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern einer GmbH<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-60939","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60939","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60939"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60939\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}