{"id":60944,"date":"2013-11-09T13:34:18","date_gmt":"2013-11-09T11:34:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=60944"},"modified":"2013-11-09T13:34:18","modified_gmt":"2013-11-09T11:34:18","slug":"v-b-78-12-beiladung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-78-12-beiladung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;78\/12 &#8211; Beiladung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.9.2013, V B 78\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Beiladung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die Ermessensentscheidung des Finanzgerichts (FG) &uuml;ber die Ablehnung der Beiladung ist nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wie das FG zu Recht ausgef&uuml;hrt hat, liegt ein Fall der notwendigen Beiladung i.S. des &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht deshalb vor, weil der Beschwerdef&uuml;hrer ein wirtschaftliches Interesse hat, nicht als Haftender f&uuml;r die vor seinem Ausscheiden aus der Gesellschaft entstandenen Umsatzsteuerschulden in Anspruch genommen zu werden. Nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 FGO sind Dritte, die an dem streitigen Rechtsverh&auml;ltnis derart beteiligt sind, dass die Entscheidung auch ihnen gegen&uuml;ber nur einheitlich ergehen kann, beizuladen. Da das rechtliche Schicksal des Steuerbescheides und des Haftungsbescheides jedoch nicht notwendig verbunden sind, liegen diese Voraussetzungen nicht vor (vgl. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 5.&nbsp;September 2012 II&nbsp;B&nbsp;61\/12, BFH\/NV 2012, 1995; vom 23.&nbsp;Januar 2004 VII&nbsp;B&nbsp;184\/03, BFH\/NV 2004, 795).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Ermessensentscheidung des FG ist aber auch nicht insoweit zu beanstanden, als es eine einfache Beiladung nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;1 FGO abgelehnt hat. Vielmehr hat es sein Ermessen pflichtgem&auml;&szlig; ausge&uuml;bt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zun&auml;chst hat das FG zu Recht ausgef&uuml;hrt, dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine einfache Beiladung, wonach das FG von Amts wegen oder auf Antrag andere beiladen kann, deren rechtliche Interessen nach den Steuergesetzen durch die Entscheidung ber&uuml;hrt werden, grunds&auml;tzlich gegeben sind. Zweck der Beiladung ist es, im Interesse der Prozess&ouml;konomie und der Rechtssicherheit widersprechende Entscheidungen &uuml;ber denselben Gegenstand zu verhindern. Wie der Senat bereits entschieden hat (BFH-Beschl&uuml;sse vom 1.&nbsp;Februar 2001 V&nbsp;B&nbsp;199\/00, BFHE 194, 23, BStBl II 2001, 418; vom 9.&nbsp;April 2008 V&nbsp;B&nbsp;143\/07, BFH\/NV 2008, 1339), ber&uuml;hrt eine Entscheidung im Rechtsstreit des leistenden Unternehmers &uuml;ber die Steuerpflicht seiner Ums&auml;tze die rechtlichen Interessen des den Vorsteuerabzug begehrenden Leistungsempf&auml;ngers, sodass eine einfache Beiladung nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;1 FGO grunds&auml;tzlich in Betracht kommt (BFH-Beschluss in BFHE 194, 23, BStBl II 2001, 418, Rz&nbsp;8). Das Beiladungsinteresse des Beschwerdef&uuml;hrers ergibt sich daraus, dass nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; (BGH-Urteil vom 2.&nbsp;November 2001 V&nbsp;ZR&nbsp;224\/00, BFH\/NV 2002, Beilage&nbsp;3, 115) ein zivilrechtlicher Anspruch auf Rechnungserstellung mit gesondertem Umsatzsteuerausweis in nicht einfach gelagerten F&auml;llen nur bei einer bestandskr&auml;ftigen Feststellung der Steuerbarkeit durch das Finanzamt oder das FG besteht. Dies ist vorliegend der Fall, weil es im Streitfall in der Hauptsache um Steuerbarkeit der &Uuml;bertragung eines Mandantenstammes gegen die R&uuml;ckgabe eines Gesellschaftsanteils geht, insbesondere um die Frage, ob es sich hierbei ggf. um eine nicht steuerbare Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a des Umsatzsteuergesetzes handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Ablehnung der Beiladung erscheint gleichwohl ermessensfehlerfrei, weil nach der Rechtsprechung des BFH das Interesse des Steuerpflichtigen an der Wahrung des Steuergeheimnisses im Regelfall h&ouml;her zu bewerten ist als das Interesse des Beizuladenden an der Verbesserung seiner Rechtsposition, zumal, wenn der Beizuladende ein den Belangen des Kl&auml;gers entgegengesetztes Interesse am Ausgang des Rechtsstreits hat und der Steuerpflichtige der Beiladung &#8211;wie im Streitfall&#8211; widerspricht (BFH-Beschl&uuml;sse vom 23.&nbsp;April 2007 I&nbsp;B&nbsp;27\/07, BFH\/NV 2007, 1675; vom 17.&nbsp;August 1978 VII&nbsp;B&nbsp;30\/78, BFHE 126, 7, BStBl II 1979, 25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da die Beiladung der Prozess&ouml;konomie dient, kann auch der Konflikt des Beiladungsinteresses des Beschwerdef&uuml;hrers mit dem Steuergeheimnis nur ausnahmsweise dadurch gel&ouml;st werden, dass das Steuergeheimnis durch Ausheftung weniger Aktenteile oder durch Schw&auml;rzung einzelner Textstellen gewahrt bleibt. Dass diese Voraussetzungen gegeben sind, hat die Kl&auml;gerin nicht dargetan.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. &Uuml;ber die Kosten des Verfahrens hat das FG im Rahmen der Entscheidung &uuml;ber die Hauptsache zu entscheiden (BFH-Beschl&uuml;sse vom 4.&nbsp;August 1988 VIII&nbsp;B&nbsp;82\/87, BFH\/NV 1989, 249, und vom 13.&nbsp;Juli 2009 II&nbsp;B&nbsp;10\/09, BFH\/NV 2009, 1663).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.9.2013, V B 78\/12 Beiladung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. 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