{"id":60951,"date":"2013-11-09T13:33:26","date_gmt":"2013-11-09T11:33:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=60951"},"modified":"2013-11-09T13:33:26","modified_gmt":"2013-11-09T11:33:26","slug":"ii-r-9-12-rueckgaengigmachung-eines-erwerbsvorgangs-nach-par-16-abs-1-grestg-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-9-12-rueckgaengigmachung-eines-erwerbsvorgangs-nach-par-16-abs-1-grestg-2\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;9\/12 &#8211; R&uuml;ckg&auml;ngigmachung eines Erwerbsvorgangs nach &sect; 16 Abs. 1 GrEStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.9.2013, II R 9\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;ckg&auml;ngigmachung eines Erwerbsvorgangs nach &sect; 16 Abs. 1 GrEStG <\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Werden die Aufhebung des urspr&uuml;nglichen Kaufvertrags und die Weiterver&auml;u&szlig;erung des Grundst&uuml;cks in einer einzigen Vertragsurkunde zusammengefasst, hat der Ersterwerber die M&ouml;glichkeit, die Aufhebung des urspr&uuml;nglichen Kaufvertrags zum anschlie&szlig;enden Erwerb des Grundst&uuml;cks durch eine von ihm ausgew&auml;hlte dritte Person zu nutzen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Dieselben Grunds&auml;tze gelten, wenn die Verk&auml;uferin eine Gesellschaft ist, der Kaufvertrag aufgehoben wird und in derselben Urkunde die Anteile an der Gesellschaft auf den Ersterwerber oder einen von diesem bestimmten Dritten &uuml;bertragen werden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, wurde zusammen mit ihrer Schwestergesellschaft am 30.&nbsp;Oktober 2006 errichtet. An dem Stammkapital der Kl&auml;gerin und der Schwestergesellschaft sind die beiden Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer jeweils zur H&auml;lfte beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erwarb mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 30.&nbsp;Oktober 2006 von einer GbR ein mit einem Mietwohnhaus bebautes Grundst&uuml;ck zu einem Kaufpreis in H&ouml;he von 1.800.000&nbsp;EUR. Das Grundst&uuml;ck war der einzige Verm&ouml;gensgegenstand der GbR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte die Grunderwerbsteuer mit Bescheid vom 27.&nbsp;November 2006 auf 63.000&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Vertrag vom 13.&nbsp;Dezember 2006 hoben die Vertragsparteien den Grundst&uuml;ckskaufvertrag vom 30.&nbsp;Oktober 2006 r&uuml;ckwirkend auf. In derselben Urkunde ver&auml;u&szlig;erten die Gesellschafter der GbR ihre Gesellschaftsanteile an die Kl&auml;gerin und deren Schwestergesellschaft. Als Kaufpreis f&uuml;r die &Uuml;bertragung der Gesellschaftsanteile vereinbarten die Vertragsparteien einen Gesamtkaufpreis in H&ouml;he von 1.800.000&nbsp;EUR. Im Zeitpunkt der Beurkundung war die Umschreibung im Grundbuch aufgrund der Auflassung vom 30.&nbsp;Oktober 2006 noch nicht erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Antrag der Kl&auml;gerin, den Grunderwerbsteuerbescheid vom 27.&nbsp;November 2006 nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) aufzuheben, lehnte das FA am 20.&nbsp;M&auml;rz 2007 ab. Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit der Begr&uuml;ndung ab, der urspr&uuml;ngliche Erwerbsvorgang sei nicht vollst&auml;ndig r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht worden. Die &Uuml;bertragung der Gesellschaftsanteile stelle sich im Ergebnis als &Uuml;bertragung des Grundst&uuml;cks dar. Auf diese Weiterver&auml;u&szlig;erung habe die Kl&auml;gerin Einfluss genommen und damit ihre aus dem Ersterwerb verbliebene Rechtsposition im eigenen wirtschaftlichen Interesse verwertet. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 1296 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision der Kl&auml;gerin. Sie r&uuml;gt die Verletzung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG. Ihrer Ansicht nach habe die GbR nach Aufhebung des Kaufvertrags wieder frei &uuml;ber das Grundst&uuml;ck verf&uuml;gen k&ouml;nnen. Es habe kein Austausch der Beteiligten auf der K&auml;uferseite stattgefunden. Nicht das Grundst&uuml;ck, sondern nur die Gesellschaftsanteile an der GbR seien &uuml;bertragen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und das FA unter Aufhebung der ablehnenden Verf&uuml;gung vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2007 und der dazu ergangenen Einspruchsentscheidung vom 11.&nbsp;Dezember 2007 zu verpflichten, den Bescheid &uuml;ber Grunderwerbsteuer vom 27.&nbsp;November 2006 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zutreffend hat das FG einen Anspruch der Kl&auml;gerin auf Aufhebung des Bescheids aus &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG wird eine Steuerfestsetzung auf Antrag aufgehoben, wenn ein Erwerbsvorgang vor dem &Uuml;bergang des Eigentums am Grundst&uuml;ck auf den Erwerber durch Vereinbarung der Vertragspartner innerhalb von zwei Jahren seit der Entstehung der Steuer r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &quot;R&uuml;ckg&auml;ngig gemacht&quot; ist ein Erwerbsvorgang, wenn &uuml;ber die zivilrechtliche Aufhebung des den Steuertatbestand erf&uuml;llenden Rechtsgesch&auml;fts hinaus die Vertragspartner sich derart aus ihren vertraglichen Bindungen entlassen haben, dass die M&ouml;glichkeit zur Verf&uuml;gung &uuml;ber das Grundst&uuml;ck nicht beim Erwerber verbleibt, sondern der Ver&auml;u&szlig;erer seine urspr&uuml;ngliche Rechtsstellung wiedererlangt (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2003 II&nbsp;R&nbsp;12\/01, BFHE 202, 383, BStBl II 2003, 770; vom 21.&nbsp;Februar 2006 II&nbsp;R&nbsp;60\/04, BFH\/NV 2006, 1700; vom 25.&nbsp;April 2007 II&nbsp;R&nbsp;18\/05, BFHE 217, 276, BStBl II 2007, 726; vom 14.&nbsp;November 2007 II&nbsp;R&nbsp;1\/06, BFH\/NV 2008, 403; vom 6.&nbsp;Oktober 2010 II&nbsp;R&nbsp;31\/09, BFH\/NV 2011, 306, und vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2012 II&nbsp;R&nbsp;42\/11, BFH\/NV 2012, 1486, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wird im Zusammenhang mit der Aufhebung eines Kaufvertrags &uuml;ber ein Grundst&uuml;ck dieses weiterver&auml;u&szlig;ert, ist f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG entscheidend, ob f&uuml;r den fr&uuml;heren Erwerber trotz der Vertragsaufhebung die M&ouml;glichkeit der Verwertung einer aus dem &quot;r&uuml;ckg&auml;ngig gemachten&quot; Erwerbsvorgang herzuleitenden Rechtsposition verblieben und der Verk&auml;ufer demzufolge nicht aus seinen Bindungen entlassen war (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 1486, Rz&nbsp;23, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem fr&uuml;heren Erwerber verbleibt die M&ouml;glichkeit der Verwertung einer aus dem &quot;r&uuml;ckg&auml;ngig gemachten&quot; Erwerbsvorgang herzuleitenden Rechtsposition jedenfalls dann, wenn der Aufhebungs- und der Weiterver&auml;u&szlig;erungsvertrag in einer einzigen Urkunde zusammengefasst sind (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 1486, Rz&nbsp;24). In diesem Fall hat er die rechtliche M&ouml;glichkeit, die Aufhebung des urspr&uuml;nglichen Kaufvertrags zum anschlie&szlig;enden Erwerb des Grundst&uuml;cks durch eine von ihm ausgew&auml;hlte dritte Person zu nutzen. Denn der Ver&auml;u&szlig;erer wird aus seiner &Uuml;bereignungsverpflichtung gegen&uuml;ber dem fr&uuml;heren Erwerber erst mit der Unterzeichnung des Vertrags durch alle Vertragsbeteiligten und damit erst in dem Augenblick entlassen, in dem er bereits wieder hinsichtlich der &Uuml;bereignung des Grundst&uuml;cks an den Zweiterwerber gebunden ist (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 1486, Rz&nbsp;24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG ist in einem solchen Fall jedoch nur dann ausgeschlossen, wenn der Ersterwerber eine ihm verbliebene Rechtsposition auch in seinem eigenen (wirtschaftlichen) Interesse verwertet hat (BFH-Urteile in BFHE 202, 383, BStBl II 2003, 770; in BFH\/NV 2006, 1700, und vom 25.&nbsp;August 2010 II&nbsp;R&nbsp;35\/08, BFH\/NV 2010, 2301). Eine Verwertung in diesem Sinne liegt vor, wenn die Einflussnahme des Ersterwerbers auf die Weiterver&auml;u&szlig;erung Ausfluss der ihm verbliebenen Rechtsposition ist (BFH-Urteil in BFH\/NV 2010, 2301).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Dieselben Grunds&auml;tze wie bei der Weiterver&auml;u&szlig;erung gelten, wenn die Verk&auml;uferin eine Gesellschaft ist, der Kaufvertrag r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht wird und in derselben Urkunde die Anteile an der Gesellschaft auf den Ersterwerber oder einen von diesem bestimmten Dritten &uuml;bertragen werden. In diesem Fall beh&auml;lt der Ersterwerber &#8211;wirtschaftlich gesehen&#8211; den durch den urspr&uuml;nglichen Kaufvertrag begr&uuml;ndeten Zugriff auf das Grundst&uuml;ck, obwohl dieses nach der R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Kaufvertrags zivilrechtlich bei der Gesellschaft verbleibt. Erfolgen die R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Kaufvertrags und die anschlie&szlig;ende &Uuml;bertragung der Anteile an der grundbesitzenden Gesellschaft in einer Urkunde, nutzt der Ersterwerber seine Rechtsposition aus dem urspr&uuml;nglichen Kaufvertrag, um zu bestimmen, wer die Anteile an der grundbesitzenden Gesellschaft erwerben darf. Stellt er damit sicher, dass er selbst oder ein von ihm bestimmter Dritter die Anteile erwerben kann, liegt darin eine die Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG ausschlie&szlig;ende Verwertung der Rechtsposition aus dem urspr&uuml;nglichen Kaufvertrag im eigenen wirtschaftlichen Interesse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen hat das FG einen Anspruch der Kl&auml;gerin auf Aufhebung der Steuerfestsetzung f&uuml;r den Erwerbsvorgang vom 30.&nbsp;Oktober 2006 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG zutreffend verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG sind nicht erf&uuml;llt. Die Vertragsparteien haben mit notariell beurkundetem Vertrag vom 13.&nbsp;Dezember 2006 den Grundst&uuml;ckskaufvertrag vom 30.&nbsp;Oktober 2006 r&uuml;ckwirkend aufgehoben und zugleich die Anteile an der GbR auf die Kl&auml;gerin und deren Schwestergesellschaft &uuml;bertragen. Dabei hat die Kl&auml;gerin ihre Rechtsposition aus dem Kaufvertrag dahingehend verwertet, dass sie mit ihrer Unterschrift unter den Vertrag den Erwerb der Anteile an der grundbesitzenden Personengesellschaft durch sie selbst und ihre Schwestergesellschaft sicherstellte. Ihr Interesse ging nicht allein dahin, sich vom Vertrag vollst&auml;ndig zu l&ouml;sen. Vielmehr hat sie &uuml;ber die Beteiligung an der GbR ihren mittelbaren Einfluss auf das Grundst&uuml;ck behalten. Um sich das Grundst&uuml;ck wirtschaftlich &uuml;ber die Beteiligung am Gesamthandsverm&ouml;gen zuzueignen, hat die Kl&auml;gerin ihre urspr&uuml;ngliche Rechtsposition aus dem Kaufvertrag verwertet. Das steht einer R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Erwerbsvorgangs i.S. des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.9.2013, II R 9\/12 R&uuml;ckg&auml;ngigmachung eines Erwerbsvorgangs nach &sect; 16 Abs. 1 GrEStG Leits&auml;tze 1. Werden die Aufhebung des urspr&uuml;nglichen Kaufvertrags und die Weiterver&auml;u&szlig;erung des Grundst&uuml;cks in einer einzigen Vertragsurkunde zusammengefasst, hat der Ersterwerber die M&ouml;glichkeit, die Aufhebung des urspr&uuml;nglichen Kaufvertrags zum anschlie&szlig;enden Erwerb des Grundst&uuml;cks durch eine von ihm ausgew&auml;hlte dritte &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-9-12-rueckgaengigmachung-eines-erwerbsvorgangs-nach-par-16-abs-1-grestg-2\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;9\/12 &#8211; R&uuml;ckg&auml;ngigmachung eines Erwerbsvorgangs nach &sect; 16 Abs. 1 GrEStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-60951","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60951","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60951"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60951\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60951"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60951"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60951"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}