{"id":61054,"date":"1990-10-02T12:25:09","date_gmt":"1990-10-02T10:25:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61054"},"modified":"2013-11-19T12:26:05","modified_gmt":"2013-11-19T10:26:05","slug":"bfh-urteil-vom-2-10-1990-viii-r-62_86-bstbl-1991-ii-s-174","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-2-10-1990-viii-r-62_86-bstbl-1991-ii-s-174\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 2.10.1990 (VIII R 62\/86)     BStBl. 1991 II S. 174"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 2.10.1990 (VIII R 62\/86) BStBl. 1991 II S. 174<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der VIII. Senat schlie\u00dft sich dem Urteil des I. Senats vom 27. Juni 1990 I R 168\/85 (BFHE 161, 125, BStBl II 1990, 903) an, wonach die \u00fcber Bewirtungen in einer Gastst\u00e4tte ausgestellten Rechnungen i.S. des \u00a7 4 Abs. 5 Nr. 2 Satz 2 EStG 1975, sofern es sich nicht um Rechnungen \u00fcber Kleinbetr\u00e4ge im Sinne der UStDV handelt, den Namen des bewirtenden Steuerpflichtigen enthalten m\u00fcssen. Eine fehlende Namensangabe darf vom Rechnungsaussteller auf der Rechnung oder durch eine sie erg\u00e4nzende Urkunde nachgeholt werden.<\/strong><\/p>\n<p>EStG 1975 \u00a7 4 Abs\u00e4tze 4 und 5 Nr. 5; UStG 1973 \u00a7 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2; 1. UStDV in der 1975 bis 1979 g\u00fcltigen Fassung \u00a7 4.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG Hamburg<\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin), eine GmbH &amp; Co. KG, bewirtete in den Streitjahren 1975 bis 1978 Gesch\u00e4ftsfreunde in Gastst\u00e4tten. Die Aufwendungen, die ihr dadurch entstanden, ber\u00fccksichtigte sie bei der Ermittlung ihrer Gewinne als gewinnmindernde Betriebsausgaben.<\/p>\n<p>1980 fand bei ihr eine Au\u00dfenpr\u00fcfung statt. Der Pr\u00fcfer stellte fest, da\u00df den Gastst\u00e4ttenrechnungen fast ausnahmslos nicht zu entnehmen war, ob sie f\u00fcr die Kl\u00e4gerin ausgestellt worden waren. Er vertrat &#8211; entsprechend dem Schreiben des Bundesministers der Finanzen (BMF) vom 31. Januar 1977 (Deutsches Steuerrecht &#8211; DStR &#8211; 1977, 193, Abschn. 20 Abs. 17 Satz 2 der Einkommensteuer-Richtlinien &#8211; EStR &#8211; f\u00fcr die Kalenderjahre 1975 und 1978 &#8211; EStR 1975\/1978 -) &#8211; die Ansicht, jede Rechnung, deren Gesamtbetrag 50 DM bzw. 100 DM \u00fcbersteigt, m\u00fcsse den Namen des bewirtenden Steuerpflichtigen enthalten; fehle diese Angabe, dann d\u00fcrften die in der Rechnung ausgewiesenen Bewirtungsaufwendungen den Gewinn nicht mindern. Die fehlende Angabe k\u00f6nne nicht nachgeholt werden, da Gastst\u00e4tten keine nachpr\u00fcfbaren Aufzeichnungen \u00fcber Kundenbesuche f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211; FA -) schlo\u00df sich der Auffassung des Pr\u00fcfers an. In den ge\u00e4nderten Gewinnfeststellungsbescheiden f\u00fcr 1975 bis 1978 rechnete das FA folgende Bewirtungsaufwendungen dem Gewinn der Kl\u00e4gerin hinzu:<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"178\">1975:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"216\">\n<p align=\"right\">5.341,65 DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"178\">1976:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"216\">\n<p align=\"right\">10.588,00 DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"178\">1977:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"216\">\n<p align=\"right\">14.511,90 DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"178\">1978:<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"216\">\n<p align=\"right\">18.546,10 DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobenen Klage gab das Finanzgericht (FG) statt.<\/p>\n<p>Mit der wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache zugelassenen Revision r\u00fcgt das FA Verletzung der Vorschrift des \u00a7 4 Abs. 5 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG 1975).<\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/strong><\/p>\n<p>Die Revision ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (\u00a7 126 Abs. 3 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -).<\/p>\n<p>1. Gem\u00e4\u00df \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 EStG d\u00fcrfen Aufwendungen f\u00fcr die Bewirtung von Personen, die keine Arbeitnehmer des Steuerpflichtigen sind, den Gewinn nicht mindern, soweit sie nach der allgemeinen Verkehrsauffassung als unangemessen anzusehen oder ihre H\u00f6he und ihre betriebliche Veranlassung nicht nachgewiesen sind. Der Nachweis der H\u00f6he und der betrieblichen Veranlassung der Aufwendungen ist gem\u00e4\u00df \u00a7 4 Abs. 5 Nr. 2 Satz 2 EStG dadurch zu f\u00fchren, da\u00df der Steuerpflichtige auf einem amtlich vorgeschriebenen Vordruck die folgenden Angaben macht: Ort und Tag der Bewirtung, bewirtete Personen, Anla\u00df der Bewirtung und H\u00f6he der Aufwendungen; hat die Bewirtung in einer Gastst\u00e4tte stattgefunden, so ist dem Vordruck die Rechnung \u00fcber die Bewirtung, die vom Inhaber der Gastst\u00e4tte unterschrieben sein mu\u00df, beizuf\u00fcgen. Diese Form des Nachweises ist eine materielle Tatbestandsvoraussetzung f\u00fcr die gewinnmindernde Ber\u00fccksichtigung der Bewirtungsaufwendungen (s. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; vom 30. Januar 1986 IV R 150\/85, BFHE 146, 241, BStBl II 1986, 488).<\/p>\n<p>Wie der BFH (Urteil vom 27. Juni 1990 I R 168\/85, BFHE 161, 125, BStBl II 1990, 903;) entschieden hat, m\u00fcssen die \u00fcber Bewirtungen in einer Gastst\u00e4tte ausgestellten Rechnungen i.S. des \u00a7 4 Abs. 5 Nr. 2 Satz 2 EStG, sofern es sich nicht um Rechnungen \u00fcber Kleinbetr\u00e4ge im Sinne der Umsatzsteuer-Durchf\u00fchrungsverordnung handelt, den Namen des bewirtenden Steuerpflichtigen enthalten. Gastst\u00e4ttenrechnungen ohne Angabe des Namens des bewirtenden Steuerpflichtigen sind grunds\u00e4tzlich als Nachweis der Bewirtungsaufwendungen ungeeignet.<\/p>\n<p>Eine Namensangabe darf vom Rechnungsaussteller auf der Rechnung oder durch eine sie erg\u00e4nzende Urkunde jedoch nachgeholt werden.<\/p>\n<p>Der erkennende Senat tritt dieser Rechtsprechung bei.<\/p>\n<p>Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf das Urteil vom 27. Juni 1990 I R 168\/85 (BFHE 161, 125, BStBl II 1990, 903) verwiesen.<\/p>\n<p>2. Die Sache war an das FG zur\u00fcckzuverweisen. Sie ist noch nicht entscheidungsreif. Das FG hat &#8211; aufgrund der von ihm vertretenen Rechtsauffassung &#8211; bisher nicht gepr\u00fcft, ob eine Rechnungserg\u00e4nzung im vorstehenden Sinn erfolgt ist. Es wird dies nachholen m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 2.10.1990 (VIII R 62\/86) BStBl. 1991 II S. 174 Der VIII. Senat schlie\u00dft sich dem Urteil des I. Senats vom 27. 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