{"id":61175,"date":"2013-11-28T20:43:11","date_gmt":"2013-11-28T18:43:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61175"},"modified":"2013-11-28T20:43:11","modified_gmt":"2013-11-28T18:43:11","slug":"x-b-239-12-keine-revisionszulassung-wegen-fehlerhafter-auslegung-von-behoerdlichen-aeusserungen-durch-das-fg-verwaltungsakt-berufung-des-steuerpflichtigen-auf-treu-und-glauben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-239-12-keine-revisionszulassung-wegen-fehlerhafter-auslegung-von-behoerdlichen-aeusserungen-durch-das-fg-verwaltungsakt-berufung-des-steuerpflichtigen-auf-treu-und-glauben\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;239\/12 &#8211; Keine Revisionszulassung wegen fehlerhafter Auslegung von beh&ouml;rdlichen &Auml;u&szlig;erungen durch das FG &#8211; Verwaltungsakt &#8211; Berufung des Steuerpflichtigen auf Treu und Glauben"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.10.2013, X B 239\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Revisionszulassung wegen fehlerhafter Auslegung von beh&ouml;rdlichen &Auml;u&szlig;erungen durch das FG &#8211; Verwaltungsakt &#8211; Berufung des Steuerpflichtigen auf Treu und Glauben<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist &#8211;zum Teil auch wegen nicht ausreichender Darlegung der Zulassungsgr&uuml;nde&#8211; weder wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) noch zur Fortbildung des Rechts gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO noch zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative 2 FGO zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wird &#8211;wie von den Kl&auml;gern&#8211; die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache geltend gemacht, muss der Beschwerdef&uuml;hrer zur schl&uuml;ssigen Darlegung dieses Zulassungsgrundes eine bestimmte, f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls ma&szlig;gebliche abstrakte Rechtsfrage herausstellen und substantiiert darauf eingehen, inwieweit diese Rechtsfrage im allgemeinen Interesse an einer einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts der h&ouml;chstrichterlichen Kl&auml;rung bedarf (Senatsbeschluss vom 25.&nbsp;Juli 2005 X&nbsp;B&nbsp;131\/04, BFH\/NV 2005, 1862). Zugleich muss die Beschwerde erkennen lassen, welche vom Einzelfall losgel&ouml;ste Rechtsfrage in einem Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden k&ouml;nnte (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13.&nbsp;Januar 1999 XI&nbsp;B&nbsp;80\/98, BFH\/NV 1999, 948).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;ger sehen zun&auml;chst die Rechtsfrage als kl&auml;rungsbed&uuml;rftig an, ob die Ausf&uuml;hrungen der Finanzbeh&ouml;rde im Erl&auml;uterungsteil eines Einkommensteuerbescheides <em>&quot;Besonders wichtig: Ihre Steuerakte wurde zum 1.1.1998 gel&ouml;scht. Ab diesem Zeitpunkt sind Sie von der Abgabe der Steuererkl&auml;rung befreit.&quot;<\/em> einen Verwaltungsakt darstellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Rechtsfrage ist nicht grunds&auml;tzlich bedeutsam. Sie bezieht sich eindeutig auf einen Einzelfall und kann nicht abstrakt ohne Kenntnis der konkreten Gegebenheiten beantwortet werden, so dass bereits deswegen kein Interesse der Allgemeinheit an ihrer Kl&auml;rung besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die weitere von den Kl&auml;gern etwas allgemeiner formulierte Rechtsfrage, ob und unter welchen Voraussetzungen ein Steuerpflichtiger die Ausf&uuml;hrungen im Erl&auml;uterungsteil eines Steuerbescheides als verbindlichen eigenst&auml;ndigen Verwaltungsakt ansehen kann, ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und kann daher ebenfalls nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer Rechtsfrage fehlt es, wenn sie &#8211;wie im Streitfall&#8211; anhand der gesetzlichen Grundlagen oder der bereits vorliegenden Rechtsprechung beantwortet werden kann und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung der Rechtsfrage durch den BFH geboten erscheinen lassen (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. z.B. Beschluss vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2009 XI&nbsp;B&nbsp;89\/08, BFH\/NV 2009, 976, m.w.N.; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;115 FGO Rz&nbsp;107, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der BFH hat in st&auml;ndiger Rechtsprechung, die auch von den Kl&auml;gern in ihrer Beschwerdeschrift angef&uuml;hrt wird, entschieden, dass es f&uuml;r die Pr&uuml;fung, ob die Finanzbeh&ouml;rde einen Verwaltungsakt erlassen hat, darauf ankommt, ob f&uuml;r den Adressaten aus der Mitteilung selbst oder aus den Umst&auml;nden ihres Erlasses objektiv erkennbar ist, dass eine einseitige, verbindliche, der Rechtsbest&auml;ndigkeit f&auml;hige Regelung kraft hoheitlicher Gewalt gewollt sei (BFH-Urteile vom 9.&nbsp;April 2008 II&nbsp;R&nbsp;31\/06, BFH\/NV 2008, 1435, und vom 22.&nbsp;Oktober 1986 I&nbsp;R&nbsp;254\/83, BFH\/NV 1988, 10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Erkl&auml;rungsgehalt der beh&ouml;rdlichen &Auml;u&szlig;erung ist im Wege der Auslegung zu ermitteln (&sect;&nbsp;133 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs). Bedeutsam sind der Wortlaut und die Begr&uuml;ndung. Auch kann dem Fehlen einer Rechtsbehelfsbelehrung indizielle Bedeutung gegen das Vorliegen eines Verwaltungsaktes zukommen, ohne dass allerdings bereits allein dadurch der Regelungscharakter genommen wird (BFH-Urteile in BFH\/NV 1988, 10, und vom 19.&nbsp;Mai 2004 III&nbsp;R&nbsp;18\/02, BFHE 206, 201, BStBl II 2004, 980). Es kommt deshalb darauf an, wie der Steuerpflichtige nach den ihm bekannten Umst&auml;nden den materiellen Gehalt der beh&ouml;rdlichen &Auml;u&szlig;erung unter Ber&uuml;cksichtigung von Treu und Glauben verstehen konnte. Nicht ausschlaggebend ist, was die Finanzbeh&ouml;rde mit ihr bewirken wollte, so dass es unbeachtlich ist, ob die Beh&ouml;rde den Willen hatte, einen Verwaltungsakt zu erlassen. Es reicht aus, wenn der Anschein eines entsprechenden Entscheidungswillens erweckt wird (BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1435, m.w.N.). Unklarheiten gehen zu Lasten der Beh&ouml;rde (BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Mai 1999 IX&nbsp;R&nbsp;72\/96, BFH\/NV 1999, 1446, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Diese Rechtsprechungsgrunds&auml;tze gelten ebenso f&uuml;r die Auslegung der Ausf&uuml;hrungen der Finanzbeh&ouml;rde in dem Erl&auml;uterungsteil eines Steuerbescheides. Auch hier ist zu pr&uuml;fen, ob die Ausf&uuml;hrungen lediglich als Hinweis, Vorbereitungshandlung oder Meinungs&auml;u&szlig;erung oder ob sie nicht vielmehr als hoheitliche Ma&szlig;nahme mit Regelungscharakter zu verstehen sind. Es ist daher nicht erkennbar, dass es weiterer abstrakter Grunds&auml;tze, die in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren herausgearbeitet werden k&ouml;nnten, bedarf, um beurteilen zu k&ouml;nnen, ob im Streitfall ein Verwaltungsakt vorliegt oder nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Kern ihres Vorbringens r&uuml;gen die Kl&auml;ger, dass das Finanzgericht (FG) den Inhalt des Erl&auml;uterungsteils des Steuerbescheides vom 13.&nbsp;Februar 1998 &#8211;ihrer Auffassung nach&#8211; fehlerhaft ausgelegt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Fehler in der Beweis- und Sachverhaltsw&uuml;rdigung stellen materiell-rechtliche Fehler dar (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. z.B. Beschl&uuml;sse vom 30.&nbsp;Januar 2007 VII&nbsp;B&nbsp;338\/05, BFH\/NV 2007, 1372; vom 15.&nbsp;Februar 2012 IV&nbsp;B&nbsp;126\/10, BFH\/NV 2012, 774, jeweils m.w.N.). Eine R&uuml;ge der Verletzung materiellen Rechts vermag indes die Revisionszulassung grunds&auml;tzlich nicht zu rechtfertigen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 27.&nbsp;April 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;250\/05, BFH\/NV 2007, 1675, und vom 29.&nbsp;April 2008 IX&nbsp;B&nbsp;15\/08, BFH\/NV 2008, 1350).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Revision k&ouml;nnte ausnahmsweise nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative 2 FGO zugelassen werden, wenn ein Rechtsfehler des FG zu einer &quot;greifbar gesetzwidrigen&quot; Entscheidung gef&uuml;hrt hat. Voraussetzung hierf&uuml;r ist es allerdings, dass die Entscheidung des FG in einem solchen Ma&szlig;e fehlerhaft ist, dass das Vertrauen in die Rechtsprechung nur durch eine h&ouml;chstrichterliche Korrektur der finanzgerichtlichen Entscheidung wiederhergestellt werden k&ouml;nnte (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 28.&nbsp;August 2007 VII&nbsp;B&nbsp;357\/06, BFH\/NV 2008, 113, m.w.N.). Diese Voraussetzung kann dann vorliegen, wenn das Urteil auf einer offensichtlich Wortlaut und Gesetzeszweck widersprechenden Gesetzesauslegung beruht (vgl. BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;Februar 2006 III&nbsp;B&nbsp;128\/04, BFH\/NV 2006, 1116). Unterhalb dieser Schwelle liegende, auch erhebliche Rechtsfehler reichen dagegen nicht aus, um eine greifbare Gesetzwidrigkeit oder gar eine Willk&uuml;rlichkeit der angefochtenen Entscheidung anzunehmen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 7.&nbsp;Juli 2005 IX&nbsp;B&nbsp;13\/05, BFH\/NV 2005, 2031, und vom 12.&nbsp;Mai 2011 IX&nbsp;B&nbsp;121\/10, BFH\/NV 2011, 1391). Bei einer vermeintlich fehlerhaften Auslegung einer beh&ouml;rdlichen &Auml;u&szlig;erung ist nicht von einem qualifizierten Rechtsanwendungsfehler auszugehen, solange die Ausf&uuml;hrungen des FG keinen Fehler von so erheblichem Gewicht aufweisen, der geeignet w&auml;re, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen (vgl. Senatsbeschluss vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 X&nbsp;B&nbsp;118\/09, BFH\/NV 2010, 1277).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ein derart schwerwiegender Auslegungsfehler des FG ist indessen &#8211;auch nicht ansatzweise&#8211; erkennbar. Das FG hat seine Auffassung, die Hinweismitteilung k&ouml;nne nicht so ausgelegt werden, dass es den Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) daran hindere, die Einkommensteuer f&uuml;r die Jahre 2005 bis 2009 festzusetzen, zun&auml;chst damit begr&uuml;ndet, es liege kein Freistellungsbescheid vor, da sich die Mitteilung ausdr&uuml;cklich nur auf die Abgabe einer Steuererkl&auml;rung und nicht auf die Pflicht zur Steuerzahlung beziehe. Seine Ablehnung, in der Mitteilung eine verbindliche Zusage zu sehen, st&uuml;tzt das FG darauf, dass die von der Finanzverwaltung in dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 24.&nbsp;Juni 1987 (BStBl I 1987, 474) geforderten Voraussetzungen im Streitfall nicht erf&uuml;llt seien. Aus beiden Begr&uuml;ndungen wird erkennbar, dass das FG den Hinweismitteilungen weder einen Regelungsinhalt dergestalt, dass die Kl&auml;ger f&uuml;r k&uuml;nftige Jahre von der Steuerzahlungspflicht befreit sein sollen, noch einen entsprechenden Bindungswillen des FA beigemessen hat. Diese Auslegung ist nicht im Geringsten fehlerhaft, sondern vielmehr sehr gut vertretbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision ist auch nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO zur Fortbildung des Rechts zuzulassen. Der Zulassungsgrund f&uuml;r eine Revision zur Fortbildung des Rechts ist gegeben, wenn &uuml;ber bisher ungekl&auml;rte abstrakte Rechtsfragen zu entscheiden ist, insbesondere, wenn der Streitfall im allgemeinen Interesse Veranlassung gibt, Leits&auml;tze f&uuml;r die Auslegung von Gesetzesbestimmungen des materiellen Rechts oder des Verfahrensrechts aufzustellen, Gesetzesl&uuml;cken auszuf&uuml;llen oder wenn gegen eine bestehende h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung Argumente vorgetragen werden, die der BFH noch nicht erwogen hat (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. etwa BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;Juni 2009 II&nbsp;B&nbsp;33\/08, BFH\/NV 2010, 42, m.w.N.). F&uuml;r diesen Zulassungsgrund gilt ebenso wie f&uuml;r den der grunds&auml;tzlichen Bedeutung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO, dass es sich um eine kl&auml;rungsbed&uuml;rftige und im Streitfall kl&auml;rbare Rechtsfrage handeln muss (vgl. BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Dezember 2004 X&nbsp;B&nbsp;48\/04, BFH\/NV 2005, 698, m.w.N.). Die von den Kl&auml;gern aufgeworfene Rechtsfrage ist, wie bereits ausgef&uuml;hrt, nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Rechtssache hat auch hinsichtlich der Frage eines Vertrauensschutzes wegen der von den Kl&auml;gern dargelegten zweifachen Konsultation der Servicestelle des FA keine grunds&auml;tzliche Bedeutung. Denn ob und in welchem Umfang sich ein Steuerpflichtiger gegen&uuml;ber der Finanzbeh&ouml;rde auf den Grundsatz von Treu und Glauben berufen kann, richtet sich &#8211;so auch im Streitfall&#8211; nach den tats&auml;chlichen Umst&auml;nden des jeweiligen Einzelfalls, so dass die Beurteilung nicht &uuml;ber den konkreten Fall hinausreicht und daher nicht grunds&auml;tzlich bedeutsam ist (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 12.&nbsp;Februar 2009 VII&nbsp;B&nbsp;82\/08, BFH\/NV 2009, 970; vom 14.&nbsp;Januar 2010 VIII&nbsp;B&nbsp;104\/09, BFH\/NV 2010, 605, und vom 13.&nbsp;Oktober 2011 IX&nbsp;B&nbsp;99\/11, BFH\/NV 2012, 163).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Zulassung kann auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfolgen. Die Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz 3 FGO wurden von den Kl&auml;gern nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer Divergenzr&uuml;ge nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz 3 FGO geh&ouml;rt u.a. eine hinreichend genaue Bezeichnung der vermeintlichen Divergenzentscheidungen sowie die Gegen&uuml;berstellung tragender, abstrakter Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits, um eine Abweichung deutlich erkennbar zu machen. Des Weiteren ist darzulegen, dass es sich im Streitfall um einen vergleichbaren Sachverhalt und um eine identische Rechtsfrage handelt (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 5.&nbsp;Oktober 2010 X&nbsp;B&nbsp;72\/10, BFH\/NV 2011, 273, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Daran fehlt es im Streitfall. Die Kl&auml;ger nennen zwar die Entscheidungen des BFH vom 27.&nbsp;Januar 1972 IV&nbsp;R&nbsp;157\/71 (BFHE 105, 1, BStBl II 1972, 465), vom 20.&nbsp;Dezember 2002 VII&nbsp;B&nbsp;67\/02 (BFH\/NV 2003, 444) sowie vom 19.&nbsp;Juli 2005 VI&nbsp;B&nbsp;4\/05 (BFH\/NV 2005, 1755), r&auml;umen aber gleichzeitig ein, dass diesen ein unterschiedlicher Sachverhalt zugrunde liegt, so dass es bereits nach ihrem eigenen Vorbringen an einer Vergleichbarkeit fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Urteil des FG M&uuml;nchen vom 28.&nbsp;September 2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;2951\/03 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2005, 294) liegt ebenfalls kein vergleichbarer Sachverhalt zugrunde. Zudem ist zu bezweifeln, ob diesem Urteil der tragende abstrakte Rechtssatz entnommen werden kann, dass die Erl&auml;uterungen in einem Steuerbescheid grunds&auml;tzlich einen Verwaltungsakt beinhalten und eine &uuml;ber den Veranlagungszeitraum hinausgehende Wirkung entfalten k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.10.2013, X B 239\/12 Keine Revisionszulassung wegen fehlerhafter Auslegung von beh&ouml;rdlichen &Auml;u&szlig;erungen durch das FG &#8211; Verwaltungsakt &#8211; Berufung des Steuerpflichtigen auf Treu und Glauben Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg. 2&nbsp; Die Revision ist &#8211;zum Teil auch wegen nicht ausreichender Darlegung der Zulassungsgr&uuml;nde&#8211; weder &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-239-12-keine-revisionszulassung-wegen-fehlerhafter-auslegung-von-behoerdlichen-aeusserungen-durch-das-fg-verwaltungsakt-berufung-des-steuerpflichtigen-auf-treu-und-glauben\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;239\/12 &#8211; Keine Revisionszulassung wegen fehlerhafter Auslegung von beh&ouml;rdlichen &Auml;u&szlig;erungen durch das FG &#8211; Verwaltungsakt &#8211; Berufung des Steuerpflichtigen auf Treu und Glauben<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61175","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61175","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61175"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61175\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61175"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61175"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}