{"id":61176,"date":"2013-11-28T20:44:14","date_gmt":"2013-11-28T18:44:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61176"},"modified":"2013-11-28T20:44:14","modified_gmt":"2013-11-28T18:44:14","slug":"x-b-217-12-keine-verfassungsrechtlichen-bedenken-gegen-die-oeffnungsklausel-des-par-22-nr-1-satz-3-buchst-a-dbuchst-bb-satz-2-estg-privilegierung-der-privaten-renten-gegenueber-den-gesetzlichen-renten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-217-12-keine-verfassungsrechtlichen-bedenken-gegen-die-oeffnungsklausel-des-par-22-nr-1-satz-3-buchst-a-dbuchst-bb-satz-2-estg-privilegierung-der-privaten-renten-gegenueber-den-gesetzlichen-renten\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;217\/12 &#8211; Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die &Ouml;ffnungsklausel des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a DBuchst. bb Satz 2 EStG &#8211; Privilegierung der privaten Renten gegen&uuml;ber den gesetzlichen Renten ist verfassungsgem&auml;&szlig; &#8211; Beurteilung nur von tats&auml;chlich verwirklichten Sachverhalten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.10.2013, X B 217\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die &Ouml;ffnungsklausel des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a DBuchst. bb Satz 2 EStG &#8211; Privilegierung der privaten Renten gegen&uuml;ber den gesetzlichen Renten ist verfassungsgem&auml;&szlig; &#8211; Beurteilung nur von tats&auml;chlich verwirklichten Sachverhalten<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg. Die Revision ist &#8211;zum Teil auch wegen nicht ausreichender Darlegung der Zulassungsgr&uuml;nde&#8211; weder wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) noch zur Fortbildung des Rechts gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO noch wegen eines Verfahrensmangels gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger haben zwar explizit keinen dieser Zulassungsgr&uuml;nde ausdr&uuml;cklich benannt, ihrem Vorbringen ist jedoch zu entnehmen, dass sie die Zulassung der Revision insbesondere wegen der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache bzw. wegen der Notwendigkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Rechtsfortbildung anstreben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung verlangt substantiierte, den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO entsprechende Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer zweifelhaften Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich auch kl&auml;rungsf&auml;hig ist. Hierzu muss sich der Beschwerdef&uuml;hrer insbesondere mit der Rechtsprechung des BFH, den &Auml;u&szlig;erungen im Schrifttum sowie mit ggf. ver&ouml;ffentlichten Verwaltungsmeinungen auseinandersetzen. Ist &uuml;ber die Rechtsfrage bereits entschieden worden, so ist zus&auml;tzlich darzulegen, weshalb eine erneute Entscheidung f&uuml;r erforderlich gehalten wird. Eine weitere bzw. erneute Kl&auml;rung der Rechtsfrage kann z.B. geboten sein, wenn gegen die bisherige Rechtsprechung gewichtige Einwendungen erhoben worden sind, mit denen sich der BFH bislang noch nicht auseinandergesetzt hat (Beschluss vom 31.&nbsp;Januar 2005 III&nbsp;B&nbsp;59\/04, BFH\/NV 2005, 1081; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;32&nbsp;ff., m.w.N.). Wird die Verfassungswidrigkeit einer Norm geltend gemacht, so ist zur substantiierten Darlegung eine an den Vorgaben des Grundgesetzes (GG) sowie der dazu ergangenen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des BFH orientierte Auseinandersetzung mit der Problematik erforderlich (BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;Oktober 2010 III&nbsp;B&nbsp;82\/10, BFH\/NV 2011, 38, unter II.1.b, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Anforderungen werden die Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;ger nicht gerecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Sofern sie die Ungleichbehandlung von gesetzlichen und privaten Renten r&uuml;gen, &uuml;bersehen sie, dass der angerufene Senat in Bezug auf die Privilegierung der privaten Renten bereits in seinem Grundsatzurteil vom 26.&nbsp;November 2008 X&nbsp;R&nbsp;15\/07 (BFHE 223, 445, BStBl II 2009, 710) entschieden hat, dass deren Besserstellung nicht gegen Art.&nbsp;3 GG verst&ouml;&szlig;t. Rechtfertigungsgrund f&uuml;r die Ungleichbehandlung sei, dass der Gesetzgeber im Massensteuerverfahren vereinfachen und typisieren k&ouml;nne und m&uuml;sse. Die realit&auml;tsgerechte Typisierung habe zudem zwangsl&auml;ufig Privilegierungen bzw. H&auml;rten zur Folge. Der Senat hat ebenfalls darauf hingewiesen, dass eine &Uuml;bergangsregelung sich an der gesetzlichen Neukonzeption ausrichten k&ouml;nne. Entspreche ein Besteuerungstatbestand in einem Teilbereich bereits der neuen Konzeption, m&uuml;sse der Gesetzgeber &quot;keinen Schritt zur&uuml;ck&quot; machen. So sei es auch bei der Besteuerung der privaten Leibrentenversicherungen: Diese seien Teil der privaten Altersvorsorge und geh&ouml;rten zur sog. dritten Schicht der Altersvorsorge, f&uuml;r die das Prinzip der vorgelagerten Besteuerung und damit die Ertragsanteilsbesteuerung gelte (vgl. Senatsurteil in BFHE 223, 445, BStBl II 2009, 710, unter II.2.b&nbsp;cc).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine den oben dargestellten Grunds&auml;tzen entsprechende substantiierte Auseinandersetzung mit diesen Argumenten des Senats bleiben die Kl&auml;ger schuldig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Vorbringen der Kl&auml;ger, es komme zu einer Zersplitterung des Rentenstammrechts, wenn willk&uuml;rlich zwischen der bis 2005 gezahlten Rente und sp&auml;teren Rentenerh&ouml;hungen aufgeteilt werden m&uuml;sse, weil die Letzteren vollst&auml;ndig nachgelagert zu besteuern seien, kann ebenfalls nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der angerufene Senat hat in seinem Urteil in BFHE 223, 445, BStBl II 2009, 710 (unter II.3.b&nbsp;aa) bereits entschieden, dass der steuerfreie Teil der Rente in einem lebenslang geltenden grunds&auml;tzlich gleichbleibenden Freibetrag festgeschrieben wird. Regelm&auml;&szlig;ige Rentenanpassungen f&uuml;hren danach nicht zu einer Erh&ouml;hung des steuerfreien Teils der Rente (&sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa Satz&nbsp;7 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung &#8211;EStG&#8211;), so dass sp&auml;tere regul&auml;re Rentenerh&ouml;hungen uneingeschr&auml;nkt der Besteuerung unterworfen werden (so auch Senatsbeschluss vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2013 X&nbsp;B&nbsp;113\/11, BFH\/NV 2013, 929). Der Senat hat dies damit erkl&auml;rt, dass Hintergrund der &#8211;verfassungsrechtlich nicht zu beanstandenden&#8211; Festschreibung eines steuerfreien Betrages die vom Gesetzgeber gesehene Notwendigkeit sei, der ansonsten in der &Uuml;bergangsphase eintretenden erneuten Vergr&ouml;&szlig;erung der Besteuerungsunterschiede zwischen Sozialversicherungsrenten und Beamtenpensionen sowie den Eink&uuml;nften der Erwerbst&auml;tigen entgegenzuwirken (BTDrucks 15\/2150, S.&nbsp;41). Die Kl&auml;ger setzen sich mit dieser Begr&uuml;ndung auch nicht ansatzweise auseinander.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Au&szlig;erdem ist darauf hinzuweisen, dass seit dem Inkrafttreten des Alterseink&uuml;nftegesetzes vom 5.&nbsp;Juli 2004 (BGBl I 2004, 1427) die Besteuerung der Altersrenten der gesetzlichen Rentenversicherung auf dem Konzept der nachgelagerten Besteuerung beruht. Danach sind diese Altersrenten als solche steuerbar; zu ber&uuml;cksichtigen sind &#8211;wenn auch zeitlich versetzt&#8211; Aufwendungen und Ertr&auml;ge. Mit diesem Konzept der nachgelagerten Besteuerung k&ouml;nnen Rentenzufl&uuml;sse jetzt, auch soweit sie auf eigenen Beitragszahlungen des Steuerpflichtigen zur Rentenversicherung beruhen, &uuml;ber den Ertragsanteil hinaus der Besteuerung unterworfen werden (vgl. dazu Senatsurteil in BFHE 223, 445, BStBl II 2009, 710, unter II.2.a&nbsp;bb(1)). Auf das Vorliegen eines Rentenstammrechts kommt es somit nicht mehr an, so dass dessen m&ouml;gliche Zersplitterung ebenfalls nicht mehr relevant sein kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Soweit die Kl&auml;ger meinen, der Wortlaut der S&auml;tze&nbsp;4 und 5 des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa EStG beziehe sich explizit auf den &quot;Prozent-Anteil, der im Jahr nach Beginn der Rente festgeschrieben&quot; werde, so dass der steuerfreie Teil der Rente nicht als Betrag, sondern als Bruchteil verstanden werden m&uuml;sse, widerspricht diese Gesetzesauslegung, die nach Auffassung des Senats auch vom Wortlaut her nicht zwingend ist, dem unter 1.b&nbsp;aa dargestellten Sinn und Zweck der &Uuml;bergangsregelung, der in den Gesetzesmaterialien eindeutig zum Ausdruck gekommen ist (siehe BTDrucks 15\/2150, S.&nbsp;41).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Bedenken, die die Kl&auml;ger gegen die &Ouml;ffnungsklausel des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb Satz&nbsp;2 EStG vorbringen, rechtfertigen ebenfalls keine Zulassung der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat bereits mehrfach entschieden, dass die &Ouml;ffnungsklausel des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb Satz&nbsp;2 EStG eine zul&auml;ssige pauschalierende Regelung ist und keinen verfassungsrechtlichen Bedenken begegnet (Senatsurteile vom 4.&nbsp;Februar 2010 X&nbsp;R&nbsp;58\/08, BFHE 228, 326, BStBl II 2011, 579, unter B.IV.3., und vom 18.&nbsp;Mai 2010 X&nbsp;R&nbsp;1\/09, BFH\/NV 2010, 1803, unter II.2.e, und Senatsbeschluss vom 17.&nbsp;August 2011 X&nbsp;B&nbsp;217\/10, BFH\/NV 2011, 2082). Ausgangspunkt sei die gesetzgeberische Annahme, dass es ohne die &Ouml;ffnungsklausel (insbesondere bei Selbst&auml;ndigen) in seltenen Ausnahmef&auml;llen bei uneingeschr&auml;nkter Anwendung der nachgelagerten Besteuerung zu einem Versto&szlig; gegen das Verbot der Doppelbesteuerung kommen k&ouml;nne. Der gesetzlich geforderte Zehnjahreszeitraum habe den Zweck, Zuf&auml;lligkeiten einzelner Jahre unber&uuml;cksichtigt zu lassen, wie etwa das &Uuml;berschreiten des H&ouml;chstbeitrags in der gesetzlichen Rentenversicherung in einem Jahr bei gleichzeitigem Unterschreiten des H&ouml;chstbeitrags in einem anderen Jahr. Zudem sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Altersversorgung normalerweise langfristig angelegt sei und ein bestimmtes Versorgungsniveau sichern solle. Nach Auffassung des Senats d&uuml;rfte die &Ouml;ffnungsklausel daher den typischen Fall abbilden, dass Steuerpflichtige, die Beitr&auml;ge oberhalb der H&ouml;chstbeitr&auml;ge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet h&auml;tten, diese Zahlungen regelm&auml;&szlig;ig &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum vorgenommen h&auml;tten (siehe Senatsurteil in BFHE 228, 326, BStBl II 2011, 579, unter B.IV.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Beschwerdebegr&uuml;ndung artikulieren die Kl&auml;ger lediglich allgemeine Bedenken gegen die Voraussetzungen der &Ouml;ffnungsklausel; eine substantiierte Auseinandersetzung mit den vom Senat aufgezeigten Gesichtspunkten ist darin jedoch nicht zu sehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sofern sie darauf hinweisen, der Kl&auml;ger h&auml;tte bei Kenntnis der k&uuml;nftigen Rechtslage eine andere Aufteilung seiner Rentenbeitr&auml;ge vorgenommen, ist dies ohne Belang. Sowohl die Finanzverwaltung als auch die Finanzgerichtsbarkeit k&ouml;nnen und m&uuml;ssen nur die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung des tats&auml;chlich verwirklichten und nicht eines eventuell m&ouml;glichen Sachverhalts beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Einw&auml;nde der Kl&auml;ger gegen die fehlende Transparenz bei der Berechnung des Betrags, der aufgrund der &Ouml;ffnungsklausel nur mit dem Ertragsanteil zu besteuern ist, sind nicht entscheidungserheblich (vgl. dazu Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;30, m.w.N.). Sie k&ouml;nnten in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren nicht gekl&auml;rt werden, da die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb Satz&nbsp;2 EStG, der die Anwendung der &Ouml;ffnungsklausel erm&ouml;glicht, im Streitfall nicht erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat in seinem Urteil dargelegt, dass der Kl&auml;ger den Nachweis, er habe mindestens zehn Jahre Beitr&auml;ge zur Rentenversicherung oberhalb des Beitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt, nicht gef&uuml;hrt habe, da die vorgelegte Mitteilung der Deutschen Rentenversicherung vom 21.&nbsp;Juni 2011 Beitr&auml;ge des Kl&auml;gers oberhalb der gesetzlichen Beitragsbemessungsgrenze nur f&uuml;r die Jahre 1958, 1961, 1977 sowie 1993 bis 1995 bescheinigt habe. Zweifel an der Richtigkeit der vom Kl&auml;ger geleisteten Beitr&auml;ge und der angesetzten H&ouml;chstbeitr&auml;ge der gesetzlichen Rentenversicherung bestehen nicht, so dass die Anwendung der &Ouml;ffnungsklausel nicht m&ouml;glich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Damit ist es im Streitfall unerheblich, wie und von wem der Rentenbetrag zu ermitteln und zu &uuml;berpr&uuml;fen ist, der aufgrund der &Ouml;ffnungsklausel gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb Satz&nbsp;2 EStG lediglich mit dem Ertragsanteil besteuert werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei dem Zulassungsgrund der Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts handelt es sich um einen Spezialtatbestand der Grundsatzrevision. Beide Zulassungsgr&uuml;nde setzen deshalb u.a. die substantiierte Darlegung einer kl&auml;rungsbed&uuml;rftigen Rechtsfrage voraus (z.B. BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;April 2007 III&nbsp;B&nbsp;36\/06, BFH\/NV 2007, 1518). Wie oben unter 1. ausgef&uuml;hrt, fehlt es daran.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Sofern die Kl&auml;ger r&uuml;gen, der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) habe seine Pflicht zur Ermittlung des Sachverhalts verletzt, weil er die von der Deutschen Rentenversicherung &uuml;bermittelten Werte nicht &uuml;berpr&uuml;ft habe, machen sie keinen Verfahrensmangel gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO geltend. Ein solcher Verfahrensmangel liegt nur vor, wenn das FG gegen Vorschriften des Gerichtsverfahrensrechts, also insbesondere der FGO versto&szlig;en hat. Dagegen sind Fehler, die dem FA im Besteuerungsverfahren unterlaufen, keine Verfahrensm&auml;ngel i.S. des Revisionsrechts (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 21.&nbsp;August 2007 X&nbsp;B&nbsp;68\/07, BFH\/NV 2007, 2143, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.10.2013, X B 217\/12 Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die &Ouml;ffnungsklausel des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a DBuchst. bb Satz 2 EStG &#8211; Privilegierung der privaten Renten gegen&uuml;ber den gesetzlichen Renten ist verfassungsgem&auml;&szlig; &#8211; Beurteilung nur von tats&auml;chlich verwirklichten Sachverhalten Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-217-12-keine-verfassungsrechtlichen-bedenken-gegen-die-oeffnungsklausel-des-par-22-nr-1-satz-3-buchst-a-dbuchst-bb-satz-2-estg-privilegierung-der-privaten-renten-gegenueber-den-gesetzlichen-renten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;217\/12 &#8211; Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die &Ouml;ffnungsklausel des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a DBuchst. bb Satz 2 EStG &#8211; Privilegierung der privaten Renten gegen&uuml;ber den gesetzlichen Renten ist verfassungsgem&auml;&szlig; &#8211; Beurteilung nur von tats&auml;chlich verwirklichten Sachverhalten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61176","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61176","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61176"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61176\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}