{"id":61218,"date":"2013-11-28T20:41:40","date_gmt":"2013-11-28T18:41:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61218"},"modified":"2013-11-28T20:41:40","modified_gmt":"2013-11-28T18:41:40","slug":"x-b-38-13-begruendete-nichtzulassungsbeschwerde-wegen-ueberraschungsentscheidung-und-verletzung-der-sachaufklaerungspflicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-38-13-begruendete-nichtzulassungsbeschwerde-wegen-ueberraschungsentscheidung-und-verletzung-der-sachaufklaerungspflicht\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;38\/13 &#8211; Begr&uuml;ndete Nichtzulassungsbeschwerde wegen &Uuml;berraschungsentscheidung und Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.9.2013, X B 38\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Begr&uuml;ndete Nichtzulassungsbeschwerde wegen &Uuml;berraschungsentscheidung und Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten, ob der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) Teile von Provisionseinnahmen, die er f&uuml;r die Vermittlung von Aktienverk&auml;ufen erhalten hat, an den Beigeladenen weitergeleitet hat, so dass diese Einnahmen beim Beigeladenen, nicht aber beim Kl&auml;ger der Einkommensteuer unterliegen w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beigeladene war im Vorstand einer im Streitjahr 2000 an der B&ouml;rse notierten AG. Der Kl&auml;ger war bei einer Bank, die den B&ouml;rsengang der AG begleitet hatte, als &quot;Analyst&quot; t&auml;tig, der u.a. die Entwicklung der AG zu beobachten und zu bewerten hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat seiner Entscheidung &#8211;nach umfangreicher Beweisaufnahme&#8211; den folgenden Sachverhalt zugrunde gelegt: Ein in Frankreich ans&auml;ssiger Vermittler (FV) hatte sich an den Kl&auml;ger gewandt, da er Interessenten f&uuml;r den Kauf von gr&ouml;&szlig;eren Aktienpaketen der AG hatte. Die Verk&auml;ufe sollten au&szlig;erb&ouml;rslich durchgef&uuml;hrt werden. Zwischen dem Verkaufspreis der bisherigen Aktion&auml;re und dem Kaufpreis der Kaufinteressenten sollte eine Spanne f&uuml;r die Vermittler liegen. Ob der Beigeladene &#8211;so die Behauptung des Kl&auml;gers&#8211; den Kontakt zu verkaufswilligen Gro&szlig;aktion&auml;ren hergestellt hat, ist bis zuletzt streitig geblieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Tats&auml;chlich verkaufte ein Gro&szlig;aktion&auml;r, eine niederl&auml;ndische NV, in der Zeit vom 25.&nbsp;bis 31.&nbsp;Januar 2000 in f&uuml;nf einzelnen Vorg&auml;ngen insgesamt 355&nbsp;000&nbsp;Aktien der AG. Weitere Verk&auml;ufe der NV fanden am 10. und 11.&nbsp;Februar 2000 statt (insgesamt 240&nbsp;000&nbsp;Aktien in vier einzelnen Vorg&auml;ngen). Ferner verkaufte die damalige Ehefrau (E) des Beigeladenen am 5. und 6.&nbsp;Mai 2000 in zwei Tranchen insgesamt 300&nbsp;000&nbsp;Aktien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erstellte f&uuml;r alle Verkaufsvorg&auml;nge Provisionsabrechnungen nach dem folgenden Schl&uuml;ssel: Vorab sollten FV und der Kl&auml;ger jeweils 2,5&nbsp;% des Verkaufspreises der Aktienpakete erhalten. Von der verbleibenden Spanne sollten je 25&nbsp;% an FV und den Kl&auml;ger sowie 50&nbsp;% an den Beigeladenen gehen. Das FG hat nach Beweisaufnahme ausdr&uuml;cklich festgestellt, dass der Kl&auml;ger diese Provisionsabrechnungen zeitnah zu den jeweiligen Transaktionen &#8211;und nicht etwa erst nachtr&auml;glich zur St&auml;rkung seiner Position im Besteuerungsverfahren&#8211; erstellt hat. Ferner existiert umfangreicher Schriftverkehr (Telefax- und E-Mail-Schreiben) zwischen FV und dem Kl&auml;ger, in dem die genannten Provisionsvereinbarungen erw&auml;hnt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Die depotf&uuml;hrenden Banken wurden angewiesen, die Provisionsanteile des FV unmittelbar an diesen zu &uuml;berweisen. Die Provisionsanteile, die ausweislich der vom Kl&auml;ger erstellten Abrechnungen ihm sowie dem Beigeladenen zustehen sollten, lie&szlig; der Kl&auml;ger auf ein von seiner damaligen Freundin (F) und heutigen Ehefrau gef&uuml;hrtes Konto bei der Bank, f&uuml;r die er t&auml;tig war, &uuml;berweisen. Diesem Bankkonto wurden zwischen Januar und Mai 2000 in zehn Einzelbetr&auml;gen insgesamt 2.184.784,36&nbsp;DM an Provisionen gutgeschrieben. F hob von diesem Konto die folgenden Betr&auml;ge in bar ab:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211; &nbsp;8.&nbsp;Februar 2000: 214.000&nbsp;DM,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211; 25.&nbsp;Februar 2000: 290.440&nbsp;DM,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211; 29.&nbsp;M&auml;rz 2000: 1.322.096&nbsp;DM,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">-20.&nbsp;Juni 2000: 138.250&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat ferner festgestellt, dass F am 8.&nbsp;Februar 2000 nach der Barabhebung gemeinsam mit dem Kl&auml;ger in einem Taxi zu einer Gastst&auml;tte gefahren ist. W&auml;hrend der Fahrt &uuml;bergab F dem Kl&auml;ger die 214.000&nbsp;DM. Der Kl&auml;ger traf sich in der Gastst&auml;tte mit dem Beigeladenen; F fuhr mit dem Taxi allein weiter zu ihrer Wohnung. Der Beigeladene hat nach den finanzgerichtlichen Feststellungen nach dem Besuch der Gastst&auml;tte einen Geldbetrag von &quot;mehr als 200.000&nbsp;DM&quot; bei sich gef&uuml;hrt. Er &uuml;bergab diesen Betrag dem f&uuml;r ihn arbeitenden Pferdetrainer P, der damit ein Pferd f&uuml;r ihn erwerben sollte. Das FG hat sich allerdings nicht davon &uuml;berzeugen k&ouml;nnen, dass der Geldbetrag, den der Beigeladene P &uuml;bergeben hat, ihm seinerseits vom Kl&auml;ger &uuml;bergeben worden ist und der Kl&auml;ger beim Verlassen der Gastst&auml;tte nicht mehr im Besitz der 214.000&nbsp;DM war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus hat das FG festgestellt, dass F am 25.&nbsp;Februar 2000 mit dem an diesem Tag abgehobenen Bargeldbetrag von 290.440&nbsp;DM erneut gemeinsam mit dem Kl&auml;ger in einem Taxi zu derselben Gastst&auml;tte gefahren ist und dem Kl&auml;ger w&auml;hrend der Fahrt das Bargeld &uuml;bergeben hat. Nach dem Vorbringen des Kl&auml;gers hat er in der Gastst&auml;tte den Beigeladenen getroffen und diesem das Geld &uuml;bergeben. Dies hat das FG indes nicht feststellen k&ouml;nnen. Der Kl&auml;ger behauptete dar&uuml;ber hinaus, am 16.&nbsp;Mai 2000 einen Betrag von 70.000&nbsp;DM von seinem eigenen Bankkonto abgehoben und dem Beigeladenen in einem n&auml;her bezeichneten Hotel als Provisionsanteil &uuml;bergeben zu haben. Auch dies hat das FG nicht feststellen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am &#8230; Mai 2000 trat der Beigeladene als Vorstand der AG zur&uuml;ck; Ende 2000 trennte sich die Bank vom Kl&auml;ger. Sie erstattete am 20.&nbsp;November 2000 gegen F eine Geldw&auml;sche-Verdachtsanzeige, in deren Folge es zu umfangreichen Ermittlungsma&szlig;nahmen durch die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt (LKA) u.a. gegen den Kl&auml;ger und den Beigeladenen kam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 20.&nbsp;Dezember 2001 reichte der Kl&auml;ger wegen der von ihm bis dahin nicht erkl&auml;rten Provisionseinnahmen bei dem f&uuml;r ihn zust&auml;ndigen Finanzamt eine Selbstanzeige ein. In Anschluss daran erhielt der Beklagte und Beschwerdegegner (das f&uuml;r den Beigeladenen zust&auml;ndige Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Information, der Beigeladene habe aus der Vermittlung der Aktienverk&auml;ufe Provisionen bezogen. Am 11.&nbsp;Februar 2002 setzte das FA gegen den Beigeladenen eine nachtr&auml;gliche Vorauszahlung f&uuml;r das IV.&nbsp;Quartal 2000 fest, die auf dem Ansatz gesch&auml;tzter Provisionseinnahmen in H&ouml;he von 500.000&nbsp;DM als Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb beruhte. Hiergegen legte der Beigeladene Einspruch ein. Zu dessen Begr&uuml;ndung behauptete er nach den Feststellungen des FG, es gebe keine Beweise f&uuml;r eine tats&auml;chliche Auszahlung der Provisionsanteile an ihn. Da der Beigeladene keine Einkommensteuererkl&auml;rung abgab, erlie&szlig; das FA am 5.&nbsp;Juli 2002 im Wege der Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen einen Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2000, der zum Gegenstand des Einspruchsverfahrens wurde. Auch in diesem Bescheid setzte das FA die gewerblichen Provisionseink&uuml;nfte mit 500.000&nbsp;DM an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das LKA erstellte in der Folgezeit umfangreiche Ermittlungsberichte, in denen es &#8211;auf der Grundlage der Provisionsabrechnungen sowie des Schriftverkehrs zwischen FV und dem Kl&auml;ger&#8211; davon ausging, auch dem Beigeladenen seien Teile der Provisionen zugutegekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA zog den Kl&auml;ger gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung zum Einspruchsverfahren des Beigeladenen hinzu. Der Kl&auml;ger &auml;u&szlig;erte sich in diesem Verfahren umfangreich zu dem aus seiner Sicht verwirklichten Sachverhalt. &Auml;u&szlig;erungen des Beigeladenen zum Sachverhalt, die &uuml;ber dessen blo&szlig;en Hinweis auf das Fehlen von Beweisen f&uuml;r den Zufluss von Provisionseinnahmen bei ihm hinausgehen, hat das FG nicht festgestellt. Mit Einspruchsentscheidung vom 2.&nbsp;Oktober 2003 setzte das FA die Einkommensteuer des Beigeladenen entsprechend dessen Antrag herab. Es nahm die zuvor angesetzten Provisionseink&uuml;nfte aus der Bemessungsgrundlage heraus und f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus, eine Weiterleitung von Bargeldbetr&auml;gen an den Beigeladenen sei nicht nachweisbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Kl&auml;ger gegen die Einspruchsentscheidung erhobene Klage verwarf das FG im ersten Rechtsgang als unzul&auml;ssig, ohne den Beigeladenen beizuladen (Urteil vom 22.&nbsp;Juni 2005&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;4445\/03, Entscheidungen der Finanzgerichte 2005, 1509). Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es aus, der blo&szlig;e Abhilfebescheid, der nur der &auml;u&szlig;eren Form nach als Einspruchsentscheidung ergangen sei, entfalte keine Bindungswirkung gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger, der daher mangels Beschwer nicht klagebefugt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Entscheidung hob der erkennende Senat auf die Revision des FA als verfahrensfehlerhaft auf und verwies die Sache an das FG zur&uuml;ck (Urteil vom 29.&nbsp;April 2009 X&nbsp;R&nbsp;16\/06, BFHE 225, 4, BStBl II 2009, 732). Die unterbliebene notwendige Beiladung des Beigeladenen stelle einen Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens dar. Zudem habe das FG zu Unrecht die Klagebefugnis des Kl&auml;gers verneint. Dieser sei am Einspruchsverfahren beteiligt gewesen und durch die Einspruchsentscheidung formell und materiell beschwert. W&uuml;rde die Einspruchsentscheidung bestandskr&auml;ftig, st&uuml;nde auch gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger bindend fest, dass dieser dem Beigeladenen kein Bargeld &uuml;bergeben habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; gegen den Beigeladenen am 28.&nbsp;Januar 2004 und am 27.&nbsp;Februar 2006 &Auml;nderungsbescheide. Nach Aktenlage teilte es den Bescheid vom 28.&nbsp;Januar 2004 dem Kl&auml;ger nicht mit. Hinsichtlich des Bescheids vom 27.&nbsp;Februar 2006 &uuml;bersandte es dem Kl&auml;ger lediglich einen Auszug, der weder die festgesetzte Steuer noch die Besteuerungsgrundlagen noch die sonstige Begr&uuml;ndung des Bescheids erkennen l&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beim Kl&auml;ger sind die von ihm nacherkl&auml;rten Provisionseink&uuml;nfte im ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid 2000 vom 15.&nbsp;Januar 2002 erfasst worden. Der Kl&auml;ger hat hiergegen Einspruch eingelegt und R&uuml;ckstellungen aufgrund drohender R&uuml;ckzahlungsverpflichtungen und Rechtsverfolgungskosten geltend gemacht. Er hat vorgetragen, das f&uuml;r ihn zust&auml;ndige FA habe die R&uuml;ckstellungen gewinnmindernd ber&uuml;cksichtigt, das erkl&auml;rte Ergebnis jedoch um 543.343&nbsp;DM erh&ouml;ht, weil es die Provisionsanteile, deren Weiterleitung an den Beigeladenen der Kl&auml;ger behauptet, dem Kl&auml;ger zugerechnet habe. Insoweit sei das Einspruchsverfahren des Kl&auml;gers noch nicht erledigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im zweiten Rechtsgang lud das FG den Beigeladenen notwendig zum Klageverfahren bei. Ferner regte es an, in einem Gewinnfeststellungsverfahren &uuml;ber das Bestehen einer Mitunternehmerschaft zwischen dem Kl&auml;ger, dem Beigeladenen und FV zu entscheiden. Der hierauf vom FA erlassene negative Feststellungsbescheid vom 24.&nbsp;Mai 2012 wurde bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beigeladene hat sich &#8211;trotz anwaltlicher Vertretung&#8211; w&auml;hrend des finanzgerichtlichen Verfahrens nicht ge&auml;u&szlig;ert und ist auch zu den m&uuml;ndlichen Verhandlungen nicht erschienen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage im zweiten Rechtsgang mit dem angefochtenen Urteil ab. Es sei nicht bewiesen, dass zwischen dem Beigeladenen und dem Kl&auml;ger eine Provisionsvereinbarung bestanden habe. Da es sich dabei aus Sicht des FA um eine steuererh&ouml;hende Tatsache handele, gehe dies zu Lasten des FA und damit zugleich zu Lasten des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat einerseits festgestellt, dass die vom Kl&auml;ger zeitnah erstellten Provisionsabrechnungen &quot;sehr gut&quot; sowohl zu der von ihm behaupteten Provisionsabsprache, den von FV erstellten Verkaufsabrechnungen, dem Schriftverkehr zwischen dem Kl&auml;ger und FV als auch zu den nachgewiesenen Bargeldabhebungen vom Konto der F passten. Auch das Erkl&auml;rungsverhalten des Kl&auml;gers sei &quot;stimmig&quot;. Daraus k&ouml;nne aber kein Provisionsanspruch des Beigeladenen abgeleitet werden, da dieser weder an der Erstellung der Abrechnungen oder dem Schriftverkehr mitgewirkt habe noch seine Zustimmung zu den Abrechnungen bewiesen sei. Nichts anderes folge daraus, dass das LKA seinen Ermittlungsberichten die genannten Unterlagen zugrunde gelegt habe, da das LKA die Unterlagen inhaltlich nicht &uuml;berpr&uuml;ft habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch sei &#8211;obwohl aufgrund der Aussage des P in Verbindung mit einem diesem vorgehaltenen Tondokument feststehe, dass der Kl&auml;ger am 8.&nbsp;Februar 2000 die Gastst&auml;tte, in der er sich mit dem Beigeladenen getroffen habe, mit 214.000&nbsp;DM betreten habe und der Beigeladene sie mit einem Geldbetrag von &quot;mehr als 200.000&nbsp;DM&quot; verlassen habe&#8211; nicht bewiesen, dass der Kl&auml;ger diesen Betrag dem Beigeladenen &uuml;bergeben habe. Keiner der vernommenen Zeugen sei bei der behaupteten Geld&uuml;bergabe anwesend gewesen. Eine solche Geld&uuml;bergabe hielte der Senat nur dann f&uuml;r m&ouml;glich, wenn der Beigeladene das erhaltene Geld vor der &Uuml;bergabe an P nachgez&auml;hlt h&auml;tte. Keiner der Zeugen habe den Kl&auml;ger aber beim Z&auml;hlen des Geldes beobachtet. Der Senat halte es vielmehr f&uuml;r wahrscheinlich, dass der Beigeladene das Geld, das er dem P in der Gastst&auml;tte &uuml;bergeben habe, selbst mitgebracht und zuvor abgez&auml;hlt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat halte es nicht f&uuml;r ausgeschlossen, dass der Kl&auml;ger der F nur vorgespiegelt habe, das Geld sei f&uuml;r den Beigeladenen bestimmt gewesen, es tats&auml;chlich aber ohne Wissen der F &quot;irgendwo sicher verwahrt&quot; habe. Der Kl&auml;ger habe damals nicht gewusst, wie sich sein Verh&auml;ltnis zu F entwickeln w&uuml;rde. Er k&ouml;nnte die Provisionsabrechnungen auch deshalb erstellt haben, um gegen&uuml;ber FV einen h&ouml;heren eigenen Provisionsanspruch vorzut&auml;uschen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache, Divergenz und Verfahrensm&auml;ngeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA ist der Auffassung, die f&uuml;r eine Nichtzulassungsbeschwerde geltenden Darlegungsanforderungen seien nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beigeladene hat sich im Beschwerdeverfahren nicht ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Es liegt ein vom Kl&auml;ger geltend gemachter Verfahrensmangel vor, auf dem die Entscheidung des FG beruhen kann (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat den Anspruch des Kl&auml;gers auf rechtliches Geh&ouml;r (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO) verletzt, indem es seine Entscheidung ohne vorherigen Hinweis auf die &uuml;berraschenden Aspekte gest&uuml;tzt hat, der Beigeladene habe das Geld nicht nachgez&auml;hlt und der Kl&auml;ger k&ouml;nnte es, um F zu t&auml;uschen, &quot;irgendwo sicher verwahrt&quot; haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) garantiert den Beteiligten an einem gerichtlichen Verfahren, dass sie Gelegenheit erhalten, sich zu dem einer gerichtlichen Entscheidung zugrunde liegenden Sachverhalt vor Erlass der Entscheidung zu &auml;u&szlig;ern. An einer solchen Gelegenheit fehlt es nicht erst dann, wenn ein Beteiligter gar nicht zu Wort gekommen ist oder wenn das Gericht seiner Entscheidung Tatsachen zugrunde legt, zu denen die Beteiligten nicht Stellung nehmen konnten. Vielmehr setzt eine dem verfassungsrechtlichen Anspruch gen&uuml;gende Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs auch voraus, dass der Verfahrensbeteiligte bei Anwendung der von ihm zu verlangenden Sorgfalt zu erkennen vermag, auf welchen Tatsachenvortrag es f&uuml;r die Entscheidung ankommen kann. Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG verlangt zwar grunds&auml;tzlich nicht, dass das Gericht vor der Entscheidung auf seine Rechtsauffassung hinweist; ihm ist auch keine allgemeine Frage- und Aufkl&auml;rungspflicht des Richters zu entnehmen. Es kommt jedoch im Ergebnis der Verhinderung des Vortrags gleich, wenn das Gericht ohne vorherigen Hinweis Anforderungen an den Sachvortrag stellt, mit denen auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter &#8211;selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielfalt vertretbarer Rechtsauffassungen&#8211; nach dem bisherigen Prozessverlauf nicht zu rechnen brauchte (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 29.&nbsp;Mai 1991&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1383\/90, BVerfGE 84, 188, unter II.1., mit zahlreichen weiteren Nachweisen; ebenso Senatsbeschluss vom 16.&nbsp;Juni 2010 X&nbsp;B&nbsp;214\/09, BFH\/NV 2010, 1811, unter 2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies ist hier der Fall. Das FG hat seine Beweisw&uuml;rdigung tragend darauf gest&uuml;tzt, dass (1.) niemand den Beigeladenen beim Nachz&auml;hlen des dem P &uuml;bergebenen Bargeldes beobachtet habe und (2.) der Kl&auml;ger das von ihm beim Betreten der Gastst&auml;tte mitgef&uuml;hrte Bargeld zum Zwecke der T&auml;uschung der F &quot;irgendwo sicher verwahrt&quot; haben k&ouml;nnte. Keiner dieser Aspekte war im Verlaufe des Verfahrens von Seiten des FG, der Beteiligten oder der Zeugen angesprochen worden. Dass das FG seine Beweisw&uuml;rdigung auf derartige Tatsachen st&uuml;tzen w&uuml;rde, musste auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter nicht in sein Prozessverhalten einbeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat vorgetragen, dass er &#8211;h&auml;tte das FG ihn auf die beabsichtigte Verwertung der genannten Tatsachen hingewiesen&#8211; die Vernehmung der F zu deren damaligem Verh&auml;ltnis zum Kl&auml;ger sowie die Befragung des Beigeladenen zum Vorgang des Nachz&auml;hlens des Bargeldes beantragt h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dar&uuml;ber hinaus hat das FG seine Pflicht verletzt, den Sachverhalt von Amts wegen zu erforschen (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Diese Pflicht beinhaltet zwar nicht, jeder fernliegenden Erw&auml;gung nachgehen zu m&uuml;ssen. Wohl aber muss das FG die sich im Einzelfall aufdr&auml;ngenden &Uuml;berlegungen auch ohne entsprechenden Hinweis der Beteiligten anstellen und entsprechende Aufkl&auml;rungsma&szlig;nahmen treffen. Die Sachaufkl&auml;rungspflicht des FG kann allerdings nicht losgel&ouml;st von den Mitwirkungspflichten der Beteiligten (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO) gesehen werden (Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 10.&nbsp;September 2003 X&nbsp;B&nbsp;132\/02, BFH\/NV 2004, 495, unter 4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat &#8211;in rechtlich bedenkenfreier Weise&#8211; festgestellt, dass der Kl&auml;ger die Gastst&auml;tte am 8.&nbsp;Februar 2000 mit einem Bargeldbetrag von 214.000&nbsp;DM betreten hat und der Beigeladene die Gastst&auml;tte nach seinem Treffen mit dem Kl&auml;ger mit einem Bargeldbetrag von &quot;mehr als 200.000&nbsp;DM&quot; verlassen hat. Der Kl&auml;ger r&uuml;gt zu Recht, dass das FG bei dieser Sachlage die streitige Frage, ob der Kl&auml;ger Bargeld an den Beigeladenen &uuml;bergeben habe, nicht ohne Befragung des Beigeladenen zur Herkunft des von ihm beim Verlassen der Gastst&auml;tte mitgef&uuml;hrten Bargeldbetrags von mehr als 200.000&nbsp;DM als nicht bewiesen h&auml;tte ansehen d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war auch nicht verpflichtet, w&auml;hrend der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG auf eine entsprechende Befragung des Beigeladenen zu dr&auml;ngen. Die vom FG vorgenommene Beweisw&uuml;rdigung war vielmehr so &uuml;berraschend, dass der Kl&auml;ger damit nicht rechnen musste. Im &Uuml;brigen hatte der Kl&auml;ger w&auml;hrend der m&uuml;ndlichen Verhandlung ausdr&uuml;cklich und zutreffend darauf hingewiesen, dass das bisherige Vorbringen des Beigeladenen &uuml;ber ein unsubstantiiertes Bestreiten des Geldzuflusses nicht hinausging.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r angezeigt, nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO zu verfahren, das angefochtene Urteil aufzuheben und den Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das weitere Verfahren weist der Senat &#8211;ohne Bindungswirkung&#8211; auf die folgenden Gesichtspunkte hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu Recht f&uuml;hrt der Kl&auml;ger an, das FG h&auml;tte keine Entscheidung nach den Grunds&auml;tzen der Feststellungslast treffen d&uuml;rfen, bevor es nicht den Beigeladenen zur Sachaufkl&auml;rung herangezogen und zur Mitwirkung aufgefordert h&auml;tte. Nach st&auml;ndiger h&ouml;chstrichterlicher Rechtsprechung (vgl. zum Ganzen Senatsurteile 15.&nbsp;Februar 1989 X&nbsp;R&nbsp;16\/86, BFHE 156, 38, BStBl II 1989, 462, und vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2011 X&nbsp;R&nbsp;44\/09, BFHE 233, 297, BStBl II 2011, 884, unter II.2.) stellt die Anwendung der Regeln &uuml;ber die Feststellungslast lediglich eine &quot;ultima ratio&quot; dar. Vorrangig sind in jedem Fall eigene Bem&uuml;hungen des FG zur Aufkl&auml;rung des entscheidungserheblichen Sachverhalts (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Dabei sind die Beteiligten mit heranzuziehen (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO). Verweigert ein Beteiligter die Mitwirkung, ist vor einer Anwendung der Regeln &uuml;ber die Feststellungslast zu erw&auml;gen, ob das im konkreten Einzelfall f&uuml;r die richterliche &Uuml;berzeugungsbildung erforderliche, aber auch ausreichende Beweisma&szlig; gegen&uuml;ber dem Regelbeweisma&szlig; zu reduzieren ist. Das Beweisma&szlig; kann sich dann auf eine &quot;gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Wahrscheinlichkeit&quot; verringern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zwar eine umfangreiche Beweisaufnahme durchgef&uuml;hrt und sich insofern in erheblichem Ma&szlig;e um Sachaufkl&auml;rung bem&uuml;ht. Es hat jedoch unterlassen, den Beigeladenen &#8211;der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;57 Nr.&nbsp;3 FGO ebenfalls am Verfahren beteiligt ist und daher die in &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 FGO genannten Mitwirkungspflichten zu erf&uuml;llen hat&#8211; zur Sachaufkl&auml;rung heranzuziehen. Ein solches Vorgehen w&auml;re aber schon deshalb geboten gewesen, weil vorliegend Tatsachen streitig sind, die sich &#8211;wenn sie sich ereignet haben sollten&#8211; in der Sph&auml;re des Beigeladenen ereignet h&auml;tten. Auch das FA hatte im Klageverfahren bereits fr&uuml;hzeitig darauf hingewiesen, dass der Beigeladene am Verfahren zu beteiligen sei, weil nur die Beteiligten &#8211;gemeint waren aus Sicht des FA der Kl&auml;ger und der Beigeladene&#8211; ausreichende Sachkenntnis von den Vorg&auml;ngen h&auml;tten (Schriftsatz vom 5.&nbsp;April 2004).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte der Beigeladene im weiteren Verfahren trotz Aufforderung durch das FG die Mitwirkung verweigern, muss das FG, bevor es zu Lasten des Kl&auml;gers &#8211;der seine Mitwirkungspflichten nach Aktenlage vollst&auml;ndig erf&uuml;llt hat&#8211; eine Entscheidung nach den Regeln der Feststellungslast trifft, eine Reduzierung des Beweisma&szlig;es zu Lasten des Beigeladenen erw&auml;gen. Dabei w&auml;re vor allem zu ber&uuml;cksichtigen, dass der Kl&auml;ger sowohl den Ermittlungsbeh&ouml;rden im Strafverfahren als auch dem FA und FG einen substantiierten, &uuml;ber zw&ouml;lf Jahre lang unver&auml;ndert gebliebenen, schl&uuml;ssigen und auch vom FG als in sich widerspruchsfrei angesehenen Sachvortrag unterbreitet hat. Bei dieser Sachlage wird sich der Beigeladene &#8211;soweit es um Tatsachen aus seiner Sph&auml;re geht&#8211; nicht auf den blo&szlig;en Hinweis beschr&auml;nken k&ouml;nnen, ein Zufluss von Provisionseinnahmen bei ihm sei nicht nachweisbar. Dies gilt umso mehr, wenn das Vorbringen des Kl&auml;gers zutreffen sollte, der Beigeladene habe bis heute keine Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr abgegeben und damit seine Mitwirkungspflichten in ganz erheblichem Ausma&szlig; verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Je nach dem weiteren Verlauf des Verfahrens kann es sich auch anbieten, den Versuch zu unternehmen, FV als Zeugen zu h&ouml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Angesichts der bereits erheblichen Dauer des bisherigen Verfahrens und des mit zunehmendem Zeitablauf nachlassenden Erinnerungsverm&ouml;gens der Zeugen sowie des Verlusts urkundlicher Beweismittel ist im dritten Rechtszug gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Beschleunigung geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.9.2013, X B 38\/13 Begr&uuml;ndete Nichtzulassungsbeschwerde wegen &Uuml;berraschungsentscheidung und Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Beteiligten streiten, ob der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) Teile von Provisionseinnahmen, die er f&uuml;r die Vermittlung von Aktienverk&auml;ufen erhalten hat, an den Beigeladenen weitergeleitet hat, so dass diese Einnahmen beim Beigeladenen, nicht aber beim Kl&auml;ger &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-38-13-begruendete-nichtzulassungsbeschwerde-wegen-ueberraschungsentscheidung-und-verletzung-der-sachaufklaerungspflicht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;38\/13 &#8211; Begr&uuml;ndete Nichtzulassungsbeschwerde wegen &Uuml;berraschungsentscheidung und Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61218","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61218","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61218"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61218\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61218"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61218"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61218"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}