{"id":61401,"date":"2013-12-19T17:38:31","date_gmt":"2013-12-19T15:38:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61401"},"modified":"2013-12-19T17:38:31","modified_gmt":"2013-12-19T15:38:31","slug":"iii-r-58-11-kindergeldberechtigung-bei-unbeschraenkter-steuerpflicht-nach-par-1-abs-3-estg-konkretisierung-des-revisionsbegehrens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-58-11-kindergeldberechtigung-bei-unbeschraenkter-steuerpflicht-nach-par-1-abs-3-estg-konkretisierung-des-revisionsbegehrens\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;58\/11 &#8211; Kindergeldberechtigung bei unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht nach &sect; 1 Abs. 3 EStG &#8211; Konkretisierung des Revisionsbegehrens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.5.2013, III R 58\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeldberechtigung bei unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht nach &sect; 1 Abs. 3 EStG &#8211; Konkretisierung des Revisionsbegehrens<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Im Revisionsverfahren ist streitig, ob der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), einer polnischen Staatsangeh&ouml;rigen, Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum M&auml;rz 2006 bis Juli 2006 (Streitzeitraum) f&uuml;r ihre minderj&auml;hrigen, in Polen wohnenden T&ouml;chter (im Folgenden: A, B und C) unter Anrechnung der in Polen bezogenen Familienleistungen zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin arbeitete in der Zeit vom 7.&nbsp;M&auml;rz 2005 bis 2.&nbsp;Juli 2005 und vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2006 bis 12.&nbsp;Juli 2006 in Deutschland als Saisonkraft in einer G&auml;rtnerei. W&auml;hrend ihres ersten Inlandsaufenthalts entrichtete sie in Deutschland Beitr&auml;ge zur Sozialversicherung. Dagegen war sie w&auml;hrend ihres zweiten Inlandsaufenthalts in Polen sozialversichert. In der Zeit von Mai 2004 bis August 2006 bezog die Kl&auml;gerin f&uuml;r ihre drei T&ouml;chter Familienleistungen in Polen. Die Kl&auml;gerin stellte mit der Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r 2005 und 2006 jeweils einen Antrag nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Sie wurde f&uuml;r 2005 und 2006 zur Einkommensteuer veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) lehnte den Kindergeldantrag der Kl&auml;gerin mit Bescheid vom 7.&nbsp;Januar 2008 ab, weil die Kl&auml;gerin von einer Stelle au&szlig;erhalb Deutschlands dem Kindergeld vergleichbare Leistungen beziehe. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen erhobenen Klage begehrte die Kl&auml;gerin Kindergeld f&uuml;r ihre drei T&ouml;chter f&uuml;r die Zeitr&auml;ume M&auml;rz 2005 bis Juli 2005 und M&auml;rz 2006 bis Juli 2006 in H&ouml;he von 4.620&nbsp;EUR (= 154&nbsp;EUR x 10&nbsp;Monate x 3&nbsp;Kinder). Die Klage war teilweise erfolgreich. Das Finanzgericht (FG) verpflichtete die Familienkasse, Kindergeld f&uuml;r die Kinder A, B und C f&uuml;r den Zeitraum M&auml;rz 2005 bis Juli 2005 in H&ouml;he von 2.310&nbsp;EUR festzusetzen. F&uuml;r den Zeitraum M&auml;rz 2006 bis Juli 2006 wies es hingegen die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Die Kl&auml;gerin sei zwar auch f&uuml;r diese Monate nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b, &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG kindergeldberechtigt gewesen. Der Kl&auml;gerin stehe aber kein Kindergeld zu, weil ihr Kindergeldanspruch entweder nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG oder bereits mangels Anwendbarkeit der deutschen Kindergeldvorschriften ausgeschlossen sei. Wegen der Einzelheiten wird auf das in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1811 ver&ouml;ffentlichte Urteil verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht die Kl&auml;gerin eine Verletzung materiellen Rechts geltend. Die Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;1408\/71 des Rates vom 14.&nbsp;Juni 1971 &uuml;ber die Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbst&auml;ndige sowie deren Familienangeh&ouml;rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71), verpflichte die Beh&ouml;rden des Besch&auml;ftigungsstaats, den dort t&auml;tigen Wanderarbeitnehmern Familienleistungen zu gew&auml;hren. Seien danach in Deutschland als Besch&auml;ftigungsstaat die Voraussetzungen f&uuml;r einen Kindergeldanspruch nach dem EStG gegeben, m&uuml;sse Deutschland Kindergeld zahlen. Etwas anderes ergebe sich nicht aus &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;2 EStG. Diese Vorschrift h&auml;tte das FG nicht anwenden d&uuml;rfen, da sie unionsrechtswidrig sei. Die Unionsrechtswidrigkeit ergebe sich insbesondere daraus, dass sie den Kindergeldanspruch vollst&auml;ndig ausschlie&szlig;e, wenn im Ausland dem Kindergeld vergleichbare Leistungen gezahlt w&uuml;rden. Ferner sei die genannte Norm verfassungswidrig. Jedenfalls h&auml;tte in der Vorinstanz eine Festsetzung von Kindergeld nach dem EStG unter Abzug der in Polen bezogenen Familienleistungen (Differenzkindergeld) erfolgen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das angefochtene Urteil, den Ablehnungsbescheid und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung aufzuheben, soweit die Kindergeldfestsetzung f&uuml;r die Kinder A, B und C f&uuml;r den Zeitraum M&auml;rz 2006 bis Juli 2006 unter Anrechnung der in Polen bezogenen Familienleistungen abgelehnt wurde, und die Familienkasse zu verpflichten, Kindergeld f&uuml;r die Kinder A, B und C f&uuml;r den Zeitraum M&auml;rz 2006 bis Juli 2006 unter Anrechnung der in Polen bezogenen Familienleistungen festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Die Vorentscheidung ist aufzuheben und die nicht spruchreife Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwischen den Beteiligten ist nur noch die Gew&auml;hrung von Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum M&auml;rz 2006 bis Juli 2006 unter Anrechnung der in Polen bezogenen Familienleistungen streitig (dazu 2.). Die vom FG angef&uuml;hrte Begr&uuml;ndung, mit der es einen &#8211;seiner Auffassung nach&#8211; f&uuml;r diesen Zeitraum gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b, &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG bestehenden Kindergeldanspruch (insgesamt) ausgeschlossen hat, ist rechtsfehlerhaft (dazu 3.). Im &Uuml;brigen reichen die Feststellungen des FG nicht aus, um die Frage abschlie&szlig;end zu beantworten, ob der Kl&auml;gerin der noch streitige Kindergeldanspruch zusteht (dazu 4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Familienkasse &#8230; der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit ist aufgrund eines Organisationsaktes (Beschluss des Vorstands der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit Nr.&nbsp;21\/2013 vom 18.&nbsp;April 2013 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;11 des Finanzumwandlungsgesetzes, Amtliche Nachrichten der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, Ausgabe Mai 2013, S.&nbsp;6&nbsp;ff.) im Wege des gesetzlichen Parteiwechsels in die Beteiligtenstellung der Agentur f&uuml;r Arbeit &#8230; &#8211;Familienkasse&#8211; eingetreten (s. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22.&nbsp;August 2007 X&nbsp;R&nbsp;2\/04, BFHE 218, 533, BStBl II 2008, 109, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Streitgegenstand des Revisionsverfahrens wird durch den Revisionsantrag im Zusammenhang mit dem Revisionsbegehren bestimmt (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Juni 2002 IX&nbsp;R&nbsp;47\/98, BFHE 199, 361, BStBl II 2002, 756). Die Kl&auml;gerin hat zwar mit Schriftsatz vom 11.&nbsp;August 2011 unbeschr&auml;nkt Revision eingelegt. In der Revisionsbegr&uuml;ndung vom 14.&nbsp;Oktober 2011 wurde indes das u.a. in erster Instanz noch verfolgte Begehren, die Familienkasse zu verpflichten, Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum M&auml;rz 2006 bis Juli 2006 in ungek&uuml;rzter H&ouml;he festzusetzen, nicht mehr aufrechterhalten. Vielmehr hat die Kl&auml;gerin hierin &#8211;f&uuml;r den Senat bindend (&sect;&nbsp;121 i.V.m. &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO)&#8211; das Revisionsbegehren zul&auml;ssigerweise auf die Gew&auml;hrung von Differenzkindergeld begrenzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus der in der Kindergeldakte befindlichen Bescheinigung der polnischen Beh&ouml;rde vom 16.&nbsp;Mai 2007 ergibt sich, dass die Kl&auml;gerin f&uuml;r ihre drei T&ouml;chter im Streitzeitraum pro Monat insgesamt polnische Familienleistungen in H&ouml;he von 189&nbsp;PLN bezogen hat. Danach ist die Vorentscheidung, soweit die Kindergeldfestsetzung in entsprechender H&ouml;he abgelehnt wurde, rechtskr&auml;ftig geworden. In der durch die Revisionsbegr&uuml;ndung erfolgten Einschr&auml;nkung des Revisionsbegehrens ist keine teilweise R&uuml;cknahme der Revision zu sehen (BFH-Urteil in BFHE 199, 361, BStBl II 2002, 756).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die vom FG zum vollst&auml;ndigen Ausschluss eines &#8211;seiner Auffassung nach&#8211; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b, &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG bestehenden Kindergeldanspruchs alternativ angef&uuml;hrten Begr&uuml;ndungen halten einer revisionsrechtlichen Pr&uuml;fung nicht stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) So trifft die vom FG herangezogene Begr&uuml;ndungsalternative, wonach die den Kindergeldanspruch ausschlie&szlig;ende nationale Kollisionsnorm des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG deshalb anwendbar sei, weil der pers&ouml;nliche Geltungsbereich der VO Nr.&nbsp;1408\/71 mangels Erf&uuml;llung der in Anhang&nbsp;I Teil&nbsp;I Buchst.&nbsp;D der VO Nr.&nbsp;1408\/71 genannten Voraussetzungen in der im Streitzeitraum geltenden Fassung nicht er&ouml;ffnet sei, nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vielmehr ist f&uuml;r die Er&ouml;ffnung des pers&ouml;nlichen Geltungsbereichs erforderlich, aber auch ausreichend, dass eine Person nach Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der VO Nr.&nbsp;1408\/71 in irgendeinem der von ihrem sachlichen Geltungsbereich erfassten Zweige der sozialen Sicherheit in irgendeinem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union versichert ist, unabh&auml;ngig davon, ob die im Anhang genannten Voraussetzungen erf&uuml;llt sind (dazu ausf&uuml;hrlich Senatsurteil vom 4.&nbsp;August 2011 III&nbsp;R&nbsp;55\/08, BFHE 234, 316, unter II.2.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ferner hat das FG die Anwendung des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG alternativ damit begr&uuml;ndet, dass vorrangig die Art.&nbsp;13&nbsp;ff. der VO Nr.&nbsp;1408\/71 zu pr&uuml;fen seien, w&auml;hrend der Anhang&nbsp;I Teil&nbsp;I Buchst.&nbsp;D der VO Nr.&nbsp;1408\/71 nur die Anwendbarkeit der Vorschriften &uuml;ber die Familienleistungen einschr&auml;nke.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FG auf der Grundlage dieser Auffassung vorgenommene Subsumtion, wonach deutsches Recht gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der VO Nr.&nbsp;1408\/71 anwendbar sei, weil die Kl&auml;gerin im Inland als Arbeitnehmerin unselbst&auml;ndig t&auml;tig gewesen sei, ist rechtsfehlerhaft. Bei der Auslegung der Art.&nbsp;13&nbsp;ff. der VO Nr.&nbsp;1408\/71 ist n&auml;mlich nur an diejenige(n) T&auml;tigkeit(en) anzukn&uuml;pfen, hinsichtlich derer die betreffende Person als Arbeitnehmer bzw. Selbst&auml;ndiger i.S. des Art.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 gilt (Senatsurteile in BFHE 234, 316, unter II.3.a; vom 5.&nbsp;Juli 2012 III&nbsp;R&nbsp;76\/10, BFHE 238, 87, unter II.3.a und b). Das FG hat jedoch nicht festgestellt, ob und hinsichtlich welcher T&auml;tigkeit(en) die Kl&auml;gerin als Arbeitnehmerin bzw. Selbst&auml;ndige i.S. des Art.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der VO Nr.&nbsp;1408\/71 gilt. Es hat lediglich festgestellt, dass sie w&auml;hrend ihres zweiten Inlandsaufenthalts in Polen sozialversichert gewesen ist. Diese Feststellung allein erm&ouml;glicht jedoch keine Pr&uuml;fung der Art.&nbsp;13&nbsp;ff. der VO Nr.&nbsp;1408\/71.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Schlie&szlig;lich kann auch nicht der vom FG herangezogenen Begr&uuml;ndungsalternative zugestimmt werden, wonach die deutschen Kindergeldvorschriften (&sect;&sect;&nbsp;62&nbsp;ff. EStG) zur G&auml;nze nicht anwendbar seien, weil die Kl&auml;gerin als Angeh&ouml;rige des polnischen Sozialversicherungssystems nach dem in Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der VO Nr.&nbsp;1408\/71 geregelten Ausschlie&szlig;lichkeitsprinzip nur dem polnischen Recht unterliege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie der Senat in seinem Urteil vom 16.&nbsp;Mai 2013 III&nbsp;R&nbsp;8\/11 (BFHE 241, 511, BFH\/NV 2013, 1698) entschieden hat, entf&auml;llt eine sich aus &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG ergebende Anspruchsberechtigung nicht dadurch, dass eine Person gem&auml;&szlig; den Art.&nbsp;13&nbsp;ff. der VO Nr.&nbsp;1408\/71 nicht den deutschen Rechtsvorschriften, sondern nur den Vorschriften eines anderen Mitgliedstaats der Europ&auml;ischen Union unterliegt. Das deutsche Recht bleibt nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) in einem solchen Fall gleichwohl anwendbar. Zur Vermeidung von Wiederholungen verweist der Senat auf die genannte Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif. Der Senat kann auf der Grundlage der vom FG festgestellten Tatsachen nicht abschlie&szlig;end pr&uuml;fen, ob der Kl&auml;gerin das noch streitige Kindergeld zusteht. F&uuml;r das weitere Vorgehen im zweiten Rechtsgang weist der Senat auf Folgendes hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ausgangspunkt der Pr&uuml;fung ist die Frage, ob die Kl&auml;gerin im Streitzeitraum die Anspruchsvoraussetzungen der &sect;&sect;&nbsp;62&nbsp;ff. EStG erf&uuml;llt hat. Das FG hat zwar f&uuml;r den Senat bindend festgestellt (s. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO), dass ihre drei in Polen lebenden minderj&auml;hrigen Kinder nach &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;3 EStG ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hig sind. Anhand der vom FG getroffenen Feststellungen l&auml;sst sich aber nicht beurteilen, ob die Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG kindergeldberechtigt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r Kinder i.S. des &sect;&nbsp;63 EStG hat nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG Anspruch auf Kindergeld, wer ohne Wohnsitz oder gew&ouml;hnlichen Aufenthalt im Inland nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesbez&uuml;glich hat das FG im Ausgangspunkt zu Recht entschieden, dass der Kl&auml;gerin hiernach ein Anspruch auf Kindergeld nur f&uuml;r diejenigen Kalendermonate zustehen kann, in denen sie als unbeschr&auml;nkt Einkommensteuerpflichtige nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;49 EStG erzielt hat. Der V.&nbsp;Senat des BFH hat mit Urteil vom 24.&nbsp;Oktober 2012 V&nbsp;R&nbsp;43\/11 (BFHE 239, 327, BStBl II 2013, 491) entschieden, dass eine solche Kindergeldberechtigung nicht stets f&uuml;r das gesamte Kalenderjahr, sondern nur f&uuml;r diejenigen Monate des Kalenderjahrs besteht, in denen der Anspruchsteller inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;49 EStG erzielt. Zur weiteren Begr&uuml;ndung wird auf die Ausf&uuml;hrungen in dem BFH-Urteil in BFHE 239, 327, BStBl II 2013, 491 verwiesen, denen sich der erkennende Senat im Ergebnis anschlie&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Weiter hat der Senat zur Kindergeldberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG entschieden, dass das Gesetz diese Kindergeldberechtigung &#8211;anders als die nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG&#8211; von der einkommensteuerrechtlichen Behandlung des Antragstellers abh&auml;ngig macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Kindergeldberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG setzt daher voraus, dass der Anspruchsteller aufgrund eines entsprechenden Antrags vom zust&auml;ndigen Finanzamt (FA) nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt wird (Senatsurteil vom 24.&nbsp;Mai 2012 III&nbsp;R&nbsp;14\/10, BFHE 237, 239, BStBl II 2012, 897). Eine solche Behandlung liegt nur vor, wenn das FA in dem ma&szlig;geblichen Einkommensteuerbescheid dem Antrag des Steuerpflichtigen entsprochen und ihn demnach gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG veranlagt hat. Allein die Tatsache, dass beispielsweise bei einem ausl&auml;ndischen Saisonarbeiter im Einkommensteuerbescheid von einer unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht ausgegangen wurde, besagt daher nicht notwendigerweise, dass eine Behandlung nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG gegeben ist. Es kann auch eine &#8211;f&uuml;r die Familienkasse und das FG nicht bindende&#8211; unzutreffende Bejahung der Voraussetzungen des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG erfolgt sein. L&auml;sst sich daher eine Behandlung nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG dem Steuerbescheid nicht eindeutig entnehmen, ist ma&szlig;gebend auf seinen durch Auslegung (&sect;&sect;&nbsp;133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches analog) zu ermittelnden objektiven Erkl&auml;rungsinhalt abzustellen. Ein Verwaltungsakt wird gegen&uuml;ber dem Betroffenen mit dem Inhalt wirksam, mit dem er bekanntgegeben wird (&sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;1 Satz 2 der Abgabenordnung). Bei der Auslegung sind der erkl&auml;rte Wille der Beh&ouml;rde und der sich daraus ergebende objektive Erkl&auml;rungsinhalt der Regelung, wie ihn der Betroffene nach den ihm bekannten Umst&auml;nden unter Ber&uuml;cksichtigung von Treu und Glauben verstehen konnte, entscheidend (Klein\/Brockmeyer\/Ratschow, AO, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;119 Rz&nbsp;5, m.w.N.). Es k&ouml;nnen auch au&szlig;erhalb des Bescheids liegende Umst&auml;nde zu ber&uuml;cksichtigen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat das FG zwar festgestellt, dass die Kl&auml;gerin mit Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung 2006 den Antrag nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Satz 1 EStG gestellt hat. Die Vorentscheidung enth&auml;lt aber keine Feststellungen zur Frage, ob das FA in dem Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2006 dem Antrag der Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG entsprochen oder sie m&ouml;glicherweise nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig veranlagt hat. Das FG f&uuml;hrt lediglich aus, dass die Kl&auml;gerin zur Einkommensteuer veranlagt wurde. Es wird daher im zweiten Rechtsgang festzustellen haben, ob dem Antrag der Kl&auml;gerin entsprochen wurde. Sollte der Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2006 in diesem Punkt auslegungsbed&uuml;rftig sein, ist &#8211;ggf. unter R&uuml;ckgriff auf die Veranlagungsakten&#8211; zu kl&auml;ren, wie die Kl&auml;gerin den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2006 verstehen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Sollten die noch nachzuholenden Feststellungen eine Behandlung der Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG ergeben, bliebe weiter festzustellen, in welchen Monaten des Jahres 2006 die Kl&auml;gerin die inl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;49 EStG erzielt hat. Hierbei handelt es sich um diejenigen Monate, in denen die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;11 EStG zeitlich zu erfassen sind (s. dazu bereits BFH-Urteil in BFHE 239, 327, BStBl II 2013, 491, unter II.4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit sich danach das Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG ergibt, w&auml;re weiter zu pr&uuml;fen, wie eine Konkurrenz zu den in Polen bezogenen Familienleistungen aufzul&ouml;sen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ist der pers&ouml;nliche Geltungsbereich der VO Nr.&nbsp;1408\/71 er&ouml;ffnet (s. zu dieser Frage im Einzelnen Senatsurteil in BFHE 234, 316, unter II.2.c), muss gepr&uuml;ft werden, ob Deutschland nach den Art.&nbsp;13&nbsp;ff. dieser Verordnung der zust&auml;ndige oder unzust&auml;ndige Mitgliedstaat ist (s. zu dieser Frage im Einzelnen Senatsurteile in BFHE 234, 316, unter II.3.; vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2012 III&nbsp;R&nbsp;52\/08, BFHE 237, 412, unter II.3., und in BFHE 238, 87, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob im Streitfall der pers&ouml;nliche Geltungsbereich der VO Nr.&nbsp;1408\/71 er&ouml;ffnet ist, l&auml;sst sich den bisherigen Feststellungen des FG nicht zweifelsfrei entnehmen. Das FG hat zwar in der Vorentscheidung ausgef&uuml;hrt, dass die Kl&auml;gerin w&auml;hrend ihres zweiten Aufenthalts in Polen sozialversichert gewesen ist. Hieraus ergibt sich aber nicht zwangsl&auml;ufig, dass die Kl&auml;gerin in Polen als Arbeitnehmerin oder Selbst&auml;ndige i.S. des Art.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der VO Nr.&nbsp;1408\/71 gilt. Denn die VO Nr. 1408\/71 kn&uuml;pft in Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a daran an, dass eine Person entweder in einem f&uuml;r Arbeitnehmer und Selbst&auml;ndige bereitgestellten System der sozialen Sicherheit, oder jedenfalls gerade aufgrund einer Arbeitnehmer- oder Selbst&auml;ndigent&auml;tigkeit (vgl. ihren Erw&auml;gungsgrund Nr.&nbsp;3) versichert ist (Senatsurteil in BFHE 234, 316, unter II.2.c&nbsp;dd). Deshalb w&auml;ren ggf. auch insoweit noch weitere Feststellungen erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Sollte der pers&ouml;nliche Geltungsbereich der VO Nr.&nbsp;1408\/71 er&ouml;ffnet, Deutschland nach den Art.&nbsp;13&nbsp;ff. dieser Verordnung aber der unzust&auml;ndige Mitgliedstaat sein (z.B. dann m&ouml;glich, wenn Art.&nbsp;14a Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der VO Nr.&nbsp;1408\/71 zur Anwendung k&auml;me, weil die Kl&auml;gerin in Polen als Selbst&auml;ndige sozialversichert war (s. EuGH-Urteil vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2000 C-178\/97, Banks u.a., Slg. 2000, I-2005), so ist der dann anwendbare &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG unter Beachtung der Anforderungen des Prim&auml;rrechts der Union auf dem Gebiet der Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit auszulegen (Senatsurteil in BFHE 241, 511, BFH\/NV 2013, 1698). Es l&auml;ge dann eine dem EuGH-Urteil vom 12.&nbsp;Juni 2012 C-611\/10, C-612\/10 Hudzinski und Wawrzyniak (Zeitschrift f&uuml;r europ&auml;isches Sozial- und Arbeitsrecht 2012, 475) vergleichbare Konstellation vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.5.2013, III R 58\/11 Kindergeldberechtigung bei unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht nach &sect; 1 Abs. 3 EStG &#8211; Konkretisierung des Revisionsbegehrens Tatbestand 1&nbsp; I. Im Revisionsverfahren ist streitig, ob der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), einer polnischen Staatsangeh&ouml;rigen, Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum M&auml;rz 2006 bis Juli 2006 (Streitzeitraum) f&uuml;r ihre minderj&auml;hrigen, in Polen wohnenden T&ouml;chter (im &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-58-11-kindergeldberechtigung-bei-unbeschraenkter-steuerpflicht-nach-par-1-abs-3-estg-konkretisierung-des-revisionsbegehrens\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;58\/11 &#8211; Kindergeldberechtigung bei unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht nach &sect; 1 Abs. 3 EStG &#8211; Konkretisierung des Revisionsbegehrens<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61401","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61401","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61401"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61401\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61401"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61401"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61401"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}