{"id":61425,"date":"2013-12-19T17:44:28","date_gmt":"2013-12-19T15:44:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61425"},"modified":"2013-12-19T17:44:28","modified_gmt":"2013-12-19T15:44:28","slug":"vi-b-144-12-beweis-einer-nettolohnvereinbarung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-144-12-beweis-einer-nettolohnvereinbarung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;144\/12 &#8211; Beweis einer Nettolohnvereinbarung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.10.2013, VI B 144\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Beweis einer Nettolohnvereinbarung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Soweit die Ausf&uuml;hrungen im Beschwerdeschriftsatz den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) an die Darlegung eines Revisionszulassungsgrundes entsprechen, liegen die Voraussetzungen f&uuml;r eine Revisionszulassung nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) kommt nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Rechtssache ist von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, wenn die in der Beschwerdeschrift aufgeworfene Rechtsfrage im allgemeinen Interesse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rbar ist (Senatsbeschl&uuml;sse vom 24.&nbsp;Juli 2008 VI&nbsp;B&nbsp;7\/08, BFH\/NV 2008, 1838; vom 12.&nbsp;Oktober 2007 VI&nbsp;B&nbsp;161\/06, BFH\/NV 2008, 45; vom 10.&nbsp;Oktober 2007 VI&nbsp;B&nbsp;33\/07, BFH\/NV 2008, 44). Eine Rechtsfrage ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, wenn sie durch die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) bereits hinreichend gekl&auml;rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung dieser Frage erforderlich machen (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;28). Die im Streitfall aufgeworfenen Rechtsfragen sind bereits h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unter einer Nettolohnvereinbarung ist eine Abrede zwischen den Parteien eines Dienstverh&auml;ltnisses des Inhalts zu verstehen, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zus&auml;tzlichen Lohn zuwendet, indem er auch die im Lohnsteuerabzugsverfahren zu erhebende Lohnsteuer tr&auml;gt. Folge einer derartigen Vereinbarung ist, dass der Arbeitgeber mit der Auszahlung des Nettolohns aus der Sicht des Arbeitnehmers die Lohnsteuer vorschriftsm&auml;&szlig;ig einbehalten hat (&sect;&nbsp;42d Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;). Im Falle einer Nettolohnvereinbarung gilt die abzuf&uuml;hrende Lohnsteuer f&uuml;r den Bruttolohn, der sich aus der Hochrechnung des Nettolohns ergibt, auch dann als entrichtet, wenn Lohnsteuer nicht abgef&uuml;hrt worden ist, es sei denn, der Arbeitnehmer hat gewusst, dass der Arbeitgeber die Lohnsteuer nicht vorschriftsm&auml;&szlig;ig angemeldet hat (&sect;&nbsp;42d Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 Nr.&nbsp;2 EStG). Da die Nettolohnvereinbarung einen Sonderfall des Lohnsteuerregelabzugs mit der aus &sect;&nbsp;42d Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG abgeleiteten Tilgungsannahme darstellt, darf der Arbeitnehmer von einem vorschriftsm&auml;&szlig;igen Lohnsteuereinbehalt nur ausgehen, wenn er dem Arbeitgeber die f&uuml;r den Lohnsteuerregelabzug erforderliche Lohnsteuerkarte ausgeh&auml;ndigt hat. Wegen der Au&szlig;ergew&ouml;hnlichkeit der Nettolohnvereinbarung und ihrer Folgen muss der Abschluss einer Nettolohnvereinbarung klar und eindeutig feststellbar sein. Die Feststellungen sind insoweit vom Finanzgericht (FG) als Tatsacheninstanz zu treffen (Senatsurteil vom 28.&nbsp;Februar 1992 VI&nbsp;R&nbsp;146\/87, BFHE 167, 507, BStBl II 1992, 733; Senatsbeschluss vom 1.&nbsp;September 2005 VI&nbsp;B&nbsp;30\/05, BFH\/NV 2005, 2046). Denjenigen, der sich auf den Abschluss einer Nettolohnvereinbarung beruft, trifft eine erh&ouml;hte Nachweispflicht sowohl hinsichtlich des Abschlusses als auch des Inhalts der Vereinbarungen (Senatsurteil vom 12.&nbsp;Dezember 1979 VI&nbsp;R&nbsp;118\/76, BFHE 129, 377, BStBl II 1980, 257).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall ist das FG von der Beweispflicht des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) ausgegangen und hat die vorgelegten Unterlagen (Gesch&auml;ftsf&uuml;hrervertrag; Schreiben der X-GmbH vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2009) gew&uuml;rdigt. Es ist zu dem Ergebnis gekommen, dass sich daraus nichts ergebe, was auf die behauptete Nettolohnvereinbarung schlie&szlig;en lasse. Zudem hat das FG die Vorentscheidung darauf gest&uuml;tzt, dass der Kl&auml;ger weder dargelegt noch nachgewiesen habe, dass er seinem Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte ausgeh&auml;ndigt habe. Diese nachvollziehbare W&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Einzelfalls bindet die Revisionsinstanz (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im &Uuml;brigen macht der Kl&auml;ger mit seinen Ausf&uuml;hrungen zur Beweisf&uuml;hrung betreffend das Vorliegen einer Nettolohnvereinbarung im Grunde geltend, das FG habe die vorgelegten Unterlagen unzutreffend gew&uuml;rdigt. Hiermit kann er indes im Beschwerdeverfahren nur unter den weiteren Voraussetzungen des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO geh&ouml;rt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch eine Revisionszulassung wegen Verfahrensmangels (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) scheidet aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r nach Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) kann in entscheidungserheblicher Weise verletzt sein, wenn das FG den Vortrag eines Beteiligten nicht zur Kenntnis genommen und in Erw&auml;gung gezogen hat. Grunds&auml;tzlich ist davon auszugehen, dass das Gericht den Beteiligtenvortrag zur Kenntnis genommen und in Erw&auml;gung gezogen hat. Es ist indes nicht verpflichtet, sich in seiner Entscheidung mit jedem Vorbringen im Einzelnen ausdr&uuml;cklich auseinanderzusetzen. Vielmehr kommt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r i.S. des Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG nur dann in Betracht, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalls ergibt, dass das Gericht den Vortrag eines Beteiligten &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder doch bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;April 2011 III&nbsp;S&nbsp;49\/10, BFH\/NV 2011, 1177).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat das FG die Best&auml;tigung der X-GmbH vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2009 im Rahmen der Entscheidungsfindung herangezogen. Es hat sie in den Entscheidungsgr&uuml;nden ausdr&uuml;cklich erw&auml;hnt und den Inhalt gew&uuml;rdigt. Soweit das FG ausf&uuml;hrt, die Bescheinigung beziehe sich nicht ausdr&uuml;cklich auf den Lohnzahlungszeitraum 2008 &#8211;statt den streitigen Lohnzahlungszeitraum 2009&#8211;, handelt es sich hierbei offensichtlich um ein Versehen. Dieser Auffassung sind im &Uuml;brigen auch der Kl&auml;ger (vgl. Schreiben an das FG vom 29.&nbsp;August 2012, Bl.&nbsp;68 der FG-Akte) und das FG (Beschluss vom 20.&nbsp;September 2012, Bl.&nbsp;72 der FG-Akte).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Verletzung der Amtsermittlungspflicht (&sect;&nbsp;76 FGO) durch &Uuml;bergehen eines Beweisantrags hat der Kl&auml;ger nicht den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO entsprechend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird die Verletzung der Amtsermittlungspflicht durch Unterlassen von Sachaufkl&auml;rungsma&szlig;nahmen ger&uuml;gt, muss u.a. dargelegt werden, weshalb die Nichterhebung von Beweisen nicht ger&uuml;gt worden ist bzw. weshalb eine solche R&uuml;ge nicht m&ouml;glich war (z.B. BFH-Beschluss vom 28.&nbsp;Juli 2004 IX&nbsp;B&nbsp;136\/03, BFH\/NV 2005, 43). Hieran fehlt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.10.2013, VI B 144\/12 Beweis einer Nettolohnvereinbarung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Soweit die Ausf&uuml;hrungen im Beschwerdeschriftsatz den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) an die Darlegung eines Revisionszulassungsgrundes entsprechen, liegen die Voraussetzungen f&uuml;r eine Revisionszulassung nicht vor. 2&nbsp; 1. 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