{"id":61428,"date":"2013-12-19T17:44:25","date_gmt":"2013-12-19T15:44:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61428"},"modified":"2013-12-19T17:44:25","modified_gmt":"2013-12-19T15:44:25","slug":"viii-r-27-10-festsetzungsverjaehrung-bei-leichtfertig-unrichtiger-gewinnermittlung-durch-steuerlichen-berater-keine-zurechnung-von-leichtfertigem-handeln-des-steuerberaters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-27-10-festsetzungsverjaehrung-bei-leichtfertig-unrichtiger-gewinnermittlung-durch-steuerlichen-berater-keine-zurechnung-von-leichtfertigem-handeln-des-steuerberaters\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;27\/10 &#8211; Festsetzungsverj&auml;hrung bei leichtfertig unrichtiger Gewinnermittlung durch steuerlichen Berater &#8211; Keine Zurechnung von leichtfertigem Handeln des Steuerberaters"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.10.2013, VIII R 27\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Festsetzungsverj&auml;hrung bei leichtfertig unrichtiger Gewinnermittlung durch steuerlichen Berater &#8211; Keine Zurechnung von leichtfertigem Handeln des Steuerberaters<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist nach &sect; 169 Abs. 2 Satz 2 AO sind nicht erf&uuml;llt, wenn der Steuerberater bei der Erstellung der Einkommensteuererkl&auml;rung den Gewinn leichtfertig fehlerhaft ermittelt, da der Steuerberater mangels eigener Angaben gegen&uuml;ber dem Finanzamt nicht T&auml;ter einer leichtfertigen Steuerverk&uuml;rzung nach &sect; 378 AO i.V.m. &sect; 370 Abs. 1 Nr. 1 AO ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Steuerpflichtige darf im Regelfall darauf vertrauen, dass der Steuerberater die Steuererkl&auml;rung richtig und vollst&auml;ndig vorbereitet, wenn er diesem die f&uuml;r die Erstellung der Steuererkl&auml;rung erforderlichen Informationen vollst&auml;ndig verschafft hat. Er ist grunds&auml;tzlich nicht verpflichtet, die vom Steuerberater vorbereitete Steuererkl&auml;rung in allen Einzelheiten nachzupr&uuml;fen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Dem Steuerpflichtigen kann das leichtfertige Handeln des Steuerberaters weder nach straf- oder bu&szlig;geldrechtlichen noch nach steuerrechtlichen Grunds&auml;tzen zugerechnet werden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Frage, ob die &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids f&uuml;r 1996 trotz Ablaufs der regul&auml;ren Festsetzungsfrist noch zul&auml;ssig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger erzielte im Streitjahr aus seiner T&auml;tigkeit als Arzt Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit. Den Gewinn ermittelte er durch Einnahmen&uuml;berschussrechnung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes. Im Zusammenhang mit seiner &auml;rztlichen T&auml;tigkeit war er an einer Laborgemeinschaft beteiligt. F&uuml;r diese wurde eine gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen durchgef&uuml;hrt. Die Laborgemeinschaft bescheinigte dem Kl&auml;ger f&uuml;r das Streitjahr 1996 einen Verlust aus seiner Beteiligung in H&ouml;he von 12.451&nbsp;DM. Die Laborgemeinschaft wies auf der Bescheinigung darauf hin, dass der Verlust in der Steuererkl&auml;rung in der Anlage&nbsp;GSE einzutragen sei, alle Zahlungen an die Laborgemeinschaft erfolgsneutrale Zahlungen darstellten und das Schreiben an den Steuerberater weiterzuleiten sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger machten in der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 1996 den Verlust aus der Beteiligung an der Laborgemeinschaft in H&ouml;he von 12.451&nbsp;DM in der Anlage&nbsp;GSE steuerlich geltend. Zudem wurde dieser Betrag in der Gewinnermittlung des Kl&auml;gers als Betriebsausgabe bei den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit ber&uuml;cksichtigt. Die Gewinnermittlung stammte von einem Steuerberater und dessen Steuerfachangestellter, die auch die Steuererkl&auml;rung vorbereiteten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 1996 ging bei dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im Mai 1998 ein, der die Einkommensteuer erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; festsetzte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA f&uuml;hrte bei dem Kl&auml;ger f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2000 eine Au&szlig;enpr&uuml;fung durch. Am 8.&nbsp;Mai 2003 wurde die laufende Pr&uuml;fung auf die Jahre 1996 und 1997 erweitert. Der Pr&uuml;fer stellte fest, dass die Laborzahlungen des Kl&auml;gers in den Jahren 1996 bis 1999 doppelt steuermindernd ber&uuml;cksichtigt worden waren. Das FA folgte den Feststellungen des Pr&uuml;fungsberichts und erlie&szlig; f&uuml;r das Streitjahr 1996 am 30.&nbsp;Oktober 2006 einen nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren wies das Finanzgericht (FG) die Klage mit Urteil vom 10.&nbsp;Dezember 2008&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;160\/07 ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;ger, mit der diese die Verletzung von &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 AO und &sect;&sect;&nbsp;370, 378 AO r&uuml;gen. Entgegen der Auffassung des FG, das sich auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19.&nbsp;Dezember 2002 IV&nbsp;R&nbsp;37\/01 (BFHE 200, 495, BStBl II 2003, 385) st&uuml;tze, k&ouml;nne ein Steuerberater nicht T&auml;ter einer leichtfertigen Steuerverk&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;378 Abs.&nbsp;1 AO sein, da diese nach dem Tatbestand des &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO nur begehe, wer selbst eine unrichtige Erkl&auml;rung abgebe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 10.&nbsp;Dezember 2008&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;160\/07 und den ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 1996 vom 30.&nbsp;Oktober 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 27.&nbsp;April 2007 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des BFH k&ouml;nne T&auml;ter einer leichtfertigen Steuerverk&uuml;rzung i.S. des &sect;&nbsp;378 AO auch derjenige sein, der die Angelegenheiten eines Steuerpflichtigen wahrnehme. Da vom Steuerpflichtigen eine Erkl&auml;rung mit wahrem Inhalt erwartet werde, sei der steuerliche Berater bez&uuml;glich des Inhalts der Erkl&auml;rung Erf&uuml;llungsgehilfe des Steuerpflichtigen. Je weiter der Steuerpflichtige Pflichten auf den Berater &uuml;bertrage und sich dadurch entlaste, desto mehr wachse die Verantwortlichkeit des Beraters. Die bei der Erstellung der Steuererkl&auml;rung notwendige Aufgabenteilung zwischen Steuerpflichtigem und Berater k&ouml;nne nicht dazu f&uuml;hren, dass die Festsetzungsfrist bei objektiv unrichtigen Angaben wie &uuml;blich ablaufe. Denn in diesem Fall erh&ouml;he sich der Ermittlungsaufwand der Finanzbeh&ouml;rden. Steuerrechtlich habe der Steuerpflichtige die objektiv unrichtigen Angaben zu verantworten, selbst wenn ihn daran kein eigenes Verschulden treffe. Dies ergebe sich auch aus der Rechtsprechung des BFH zu &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und des ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheids f&uuml;r 1996 vom 30.&nbsp;Oktober 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 27.&nbsp;April 2007 (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist nach &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 AO auf f&uuml;nf Jahre lagen nicht vor, da weder der Kl&auml;ger noch sein Steuerberater noch dessen Steuerfachangestellte eine leichtfertige Steuerverk&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;378 AO i.V.m. &sect;&nbsp;370 AO begangen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Nach &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO beginnt die Festsetzungsfrist, wenn eine Steuererkl&auml;rung einzureichen ist, mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuererkl&auml;rung eingereicht wird. Die Festsetzungsfrist betr&auml;gt f&uuml;r die Einkommensteuer vier Jahre (&sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO). Bei Steuerhinterziehung verl&auml;ngert sie sich auf zehn Jahre, bei leichtfertiger Steuerverk&uuml;rzung auf f&uuml;nf Jahre (&sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall begann die Festsetzungsfrist f&uuml;r die Einkommensteuer 1996 mit Ablauf des Jahres 1998, da die Kl&auml;ger in diesem Jahr die Steuererkl&auml;rung f&uuml;r 1996 abgegeben haben (&sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO). Die regul&auml;re Festsetzungsfrist endete am 31.&nbsp;Dezember 2002, sodass durch die erweiterte Pr&uuml;fungsanordnung vom 8.&nbsp;Mai 2003 der Ablauf der Festsetzungsfrist nicht nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 AO gehemmt werden konnte. Die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Einkommensteuerbescheids h&auml;ngt somit davon ab, ob zumindest eine leichtfertige Steuerverk&uuml;rzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;378 AO vorlag, da nur in diesem Fall die Pr&uuml;fungsanordnung vor Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung ergangen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zu Unrecht ist das FG davon ausgegangen, dass der Steuerberater und seine Steuerfachgehilfin den objektiven Tatbestand des &sect;&nbsp;378 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO i.V.m. &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 AO erf&uuml;llt haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ob eine Steuerhinterziehung oder leichtfertige Steuerverk&uuml;rzung vorliegt, bestimmt sich nach &sect;&sect;&nbsp;370, 378 AO, da &sect;&nbsp;169 AO diesbez&uuml;glich keine Legaldefinition enth&auml;lt. Wie sich aus der Gesetzes&uuml;berschrift ergibt, handelt es sich bei &sect;&nbsp;370 AO um eine Strafvorschrift und bei &sect;&nbsp;378 AO um eine Bu&szlig;geldvorschrift. H&auml;ngt die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Steuerbescheids von der Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist auf f&uuml;nf Jahre (&sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO) und somit vom Vorliegen einer leichtfertigen Steuerverk&uuml;rzung ab, m&uuml;ssen zur Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Bescheids die objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale des &sect;&nbsp;378 AO erf&uuml;llt sein (Senatsurteil vom 16.&nbsp;Januar 1973 VIII&nbsp;R&nbsp;52\/69, BFHE 108, 286, BStBl II 1973, 273; Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 5.&nbsp;M&auml;rz 1979 GrS&nbsp;5\/77, BFHE 127, 140, BStBl II 1979, 570; BFH-Urteile vom 8.&nbsp;September 1994 IV&nbsp;R&nbsp;6\/93, BFH\/NV 1995, 573; vom 2.&nbsp;April 1998 V&nbsp;R&nbsp;60\/97, BFHE 186, 1, BStBl II 1998, 530; BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;November 2000 XI&nbsp;B&nbsp;38\/00, BFH\/NV 2001, 478; Senatsurteil vom 15.&nbsp;Januar 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;22\/10, BFHE 240, 195, BStBl II 2013, 526; Klein\/R&uuml;sken, AO, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;169 Rz&nbsp;36, 26; Banniza in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;169 AO Rz&nbsp;48; Kruse in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;169 AO Rz&nbsp;15; Paetsch in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;169 Rz&nbsp;46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach sind die im Steuerrecht vorkommenden Begriffe des Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitenrechts materiell-rechtlich wie im Strafrecht zu beurteilen. Dagegen ist die Frage, ob diese Tatbestandsmerkmale tats&auml;chlich erf&uuml;llt sind, nicht nach den Vorschriften der Strafprozessordnung, sondern nach den Verfahrensvorschriften der Abgabenordnung und der Finanzgerichtsordnung zu pr&uuml;fen, da es sich lediglich um eine strafrechtliche Vorfrage im Rahmen einer Entscheidung &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Steuerbescheids handelt (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 127, 140, BStBl II 1979, 570; Senatsurteil in BFHE 240, 195, BStBl II 2013, 526).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;378 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO handelt ordnungswidrig, wer als Steuerpflichtiger oder bei Wahrnehmung der Angelegenheiten eines Steuerpflichtigen eine der in &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 AO bezeichneten Taten leichtfertig begeht. Danach kann der Steuerberater nur dann eine Ordnungswidrigkeit begehen, wenn er den objektiven Tatbestand des &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 AO erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Regelung des &sect;&nbsp;370 AO hat einen gegen&uuml;ber der Vorg&auml;ngerregelung des &sect;&nbsp;359 der Reichsabgabenordnung engeren Anwendungsbereich. Nach deren Wortlaut (&quot;bewirkt&quot;) gen&uuml;gte zur Tatbestandserf&uuml;llung die urs&auml;chliche Herbeif&uuml;hrung des Erfolgs der Steuerverk&uuml;rzung. Die Unbestimmtheit des Tatbestands f&uuml;hrte zu erheblichen Auslegungsproblemen und rechtsstaatlichen Bedenken (Hellmann in HHSp, &sect;&nbsp;370 AO Rz&nbsp;28&nbsp;ff.). Um dem Verfassungsgrundsatz des Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;2 des Grundgesetzes (GG) besser zu gen&uuml;gen, hat der Gesetzgeber die tatbestandlichen Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerhinterziehung in der Neufassung des &sect;&nbsp;370 AO eindeutig umschrieben und das weiter gehende Tatbestandsmerkmal der vorherigen Fassung (&quot;bewirkt&quot;) fallengelassen (BTDrucks VI\/1982, S.&nbsp;192&nbsp;ff.). Die Neuregelung weicht von der Reichsabgabenordnung in der Umschreibung des Tatbestands der Steuerhinterziehung vor allem dadurch ab, dass sie eindeutig festlegt, welche Handlung oder Unterlassung vorliegen muss, damit der Erfolg der Tat, die Verk&uuml;rzung von Steuern oder die Erlangung von Steuervorteilen, tatbestandsm&auml;&szlig;ig verwirklicht wird. Nach dem Willen des Gesetzgebers besteht die Tathandlung darin, dass den zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden &uuml;ber steuerlich erhebliche Tatsachen unrichtige oder unvollst&auml;ndige Angaben gemacht werden oder dass diese Beh&ouml;rden pflichtwidrig &uuml;ber derartige Tatsachen in Unkenntnis gelassen werden. Der Entwurf ersetzte die bisher vier Tathandlungen (Erschleichen nicht gerechtfertigter Steuervorteile; Bewirken der Verk&uuml;rzung von Steuereinnahmen; zweckwidrige Verwendung von Sachen, f&uuml;r die dem T&auml;ter Steuerbefreiung oder Steuervorteile gew&auml;hrt sind; Unterlassen der rechtzeitigen Anzeige der Zweckentfremdung) durch zwei pr&auml;zisere Umschreibungen, n&auml;mlich gegen&uuml;ber den Finanzbeh&ouml;rden unrichtige oder unvollst&auml;ndige Angaben &uuml;ber steuerlich erhebliche Tatsachen zu machen oder diese &uuml;ber steuerlich erhebliche Tatsachen pflichtwidrig in Unkenntnis zu lassen. Als dritte Tathandlung wurde die pflichtwidrige Verwendung von Steuerzeichen normiert. Der Finanzausschuss stellte durch die Formulierung &quot;f&uuml;r sich oder einen anderen&quot; klar, dass die Steuerhinterziehung auch von einem anderen als dem Steuerpflichtigen begangen werden kann (BTDrucks 7\/4292, S.&nbsp;134 zu &sect;&nbsp;370 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Tatbestand des &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO setzt voraus, dass der T&auml;ter den Finanzbeh&ouml;rden &uuml;ber steuerlich erhebliche Tatsachen unrichtige Angaben macht. Bei der von dem Gesetzgeber intendierten engen Auslegung des Tatbestands begeht der Steuerberater keine Ordnungswidrigkeit nach &sect;&nbsp;378 AO, wenn er die Steuererkl&auml;rung seines Mandanten lediglich vorbereitet und diese vom Steuerpflichtigen unterzeichnet und eingereicht wird, weil es an eigenen Angaben des Steuerberaters gegen&uuml;ber dem Finanzamt fehlt (Beschluss des Bayerischen Obersten Landesgerichts &#8211;BayObLG&#8211; vom 9.&nbsp;November 1993&nbsp;&nbsp;4St&nbsp;RR&nbsp;54\/93, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 1994, 410; Beschluss des Oberlandesgerichts &#8211;OLG&#8211; Braunschweig vom 8.&nbsp;M&auml;rz 1996 Ss&nbsp;(B)&nbsp;100\/95, DStR 1997, 515; Beschluss des OLG Zweibr&uuml;cken vom 23.&nbsp;Oktober 2008&nbsp;&nbsp;1&nbsp;Ss&nbsp;140\/08, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2009, 321, und herrschende Meinung in der Literatur Klein\/J&auml;ger, a.a.O., &sect;&nbsp;370 Rz&nbsp;31, &sect;&nbsp;378 Rz&nbsp;9; Joecks in Franzen\/Gast\/Joecks, Steuerstrafrecht, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;378 Rz&nbsp;23&nbsp;ff., m.w.N.; Meyer in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;370 Rz&nbsp;241; R&uuml;ping in HHSp, &sect;&nbsp;378 AO Rz&nbsp;24; Reitz, DStR 1984, 91; D&ouml;rn, Zeitschrift f&uuml;r Wirtschaft, Steuer, Strafrecht &#8211;wistra&#8211; 1994, 215; derselbe in Die Steuerberatung &#8211;Stbg&#8211; 2002, 454; M&uuml;ller, Der AO-Steuer-Berater &#8211;AO-StB&#8211; 2003, 210; Rolletschke, wistra 2004, 49; Gotzens\/Heinsius, Stbg 2000, 209, 216&nbsp;f.; a.A. Kohlmann, Steuerstrafrecht, &sect;&nbsp;378 AO 1977, Rz&nbsp;24 [keine generelle Freizeichnung des Steuerberaters]; Weyand in Schwarz, AO, &sect;&nbsp;378 Rz&nbsp;4 [weite Auslegung des Begriffs &quot;Wahrnehmung der Angelegenheiten eines Steuerpflichtigen&quot;]).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch die Einreichung der vom Steuerpflichtigen unterzeichneten Steuererkl&auml;rung hat nicht der Steuerberater, sondern der Steuerpflichtige entsprechend seiner steuerrechtlichen Verpflichtung Angaben gegen&uuml;ber dem Finanzamt gemacht. Es ist seine Erkl&auml;rung, f&uuml;r die er mit seiner Unterschrift die Verantwortung &uuml;bernommen hat, nicht die des Steuerberaters. Dies gilt selbst im Falle eines sog. Mitwirkungsvermerks des Steuerberaters, weil sich die Mitwirkung bei der Anfertigung der Steuererkl&auml;rung auf die Vorbereitung der Steuererkl&auml;rung des Steuerpflichtigen beschr&auml;nkt und eine vom Steuerberater gegen&uuml;ber seinem Mandanten geschuldete und erbrachte Leistung darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der IV.&nbsp;Senat, der in seinem Urteil in BFHE 200, 495, BStBl II 2003, 385 die Auffassung vertreten hat, dass der Tatbestand des &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO auch dann erf&uuml;llt sei, wenn der Steuerberater selbst keine Angaben gegen&uuml;ber der Finanzbeh&ouml;rde macht, hat auf Anfrage des Senats nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;3 S&auml;tze&nbsp;1 und 3 FGO der Abweichung von seiner Rechtsprechung zugestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Steuerberater der Kl&auml;ger hat das FA auch nicht i.S. von &sect;&nbsp;378 AO i.V.m. &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO &uuml;ber steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis gelassen, da er nicht erkannt hat, dass die Laboraufwendungen doppelt steuerlich geltend gemacht wurden (vgl. Klein\/J&auml;ger, a.a.O., &sect;&nbsp;370 Rz&nbsp;63, m.w.N.). Die umstrittene Frage, ob der Steuerberater &uuml;berhaupt nach &sect;&nbsp;153 AO zur Berichtigung einer Erkl&auml;rung verpflichtet ist und den Tatbestand des &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO erf&uuml;llen kann, kann daher offenbleiben (dazu Heuermann in HHSp, &sect;&nbsp;153 AO Rz&nbsp;4).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Steuerberater hat eine leichtfertige Steuerverk&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;378 AO i.V.m. &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO auch nicht in mittelbarer T&auml;terschaft begangen. Bei Ordnungswidrigkeiten gilt &#8211;anders als im Strafrecht&#8211; der Einheitst&auml;terbegriff nach &sect;&nbsp;14 des Gesetzes &uuml;ber Ordnungswidrigkeiten (OWiG). Beteiligen sich mehrere an einer Ordnungswidrigkeit, so handelt jeder von ihnen ordnungswidrig. Eine Beteiligung an der Ordnungswidrigkeit eines anderen setzt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) voraus, dass der andere vors&auml;tzlich handelt (BGH-Beschl&uuml;sse vom 6.&nbsp;April 1983&nbsp;&nbsp;2&nbsp;StR&nbsp;547\/82, BGHSt 31, 309; vom 12.&nbsp;M&auml;rz 1991 KRB&nbsp;6\/90, BGHR OWiG &sect;&nbsp;14 Beteiligung&nbsp;1; s. auch BayObLG-Beschluss in DStR 1994, 410; Beschluss des OLG Stuttgart vom 27.&nbsp;Dezember 1989&nbsp;&nbsp;3&nbsp;Ss&nbsp;732\/89, Die Justiz 1990, 101). Dies ist vorliegend nicht der Fall, da f&uuml;r ein vors&auml;tzliches Handeln des Kl&auml;gers, der selbst dem FA unrichtige Angaben gemacht und dadurch Steuern verk&uuml;rzt hat, keine Anhaltspunkte bestehen. Eine mittelbare T&auml;terschaft des Steuerberaters scheidet danach aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Eine bu&szlig;geldrechtliche Verantwortung des Steuerberaters ergibt sich auch nicht aus &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 OWiG. Nach dieser Vorschrift ist unter der Voraussetzung, dass jemand von dem Inhaber eines Betriebs oder einem sonst dazu Befugten ausdr&uuml;cklich beauftragt wird, in eigener Verantwortung Aufgaben wahrzunehmen, die dem Inhaber des Betriebs obliegen und er aufgrund dieses Auftrags handelt, ein Gesetz, nach dem besondere pers&ouml;nliche Merkmale die M&ouml;glichkeit der Ahndung begr&uuml;nden, auch auf den Beauftragten anzuwenden, wenn diese Merkmale zwar nicht bei ihm, aber bei dem Inhaber des Betriebs vorliegen. Dem Betrieb steht das Unternehmen gleich (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 OWiG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach setzt der Anwendungsbereich der Vorschrift ein, wenn der Normadressat, dem die Bu&szlig;gelddrohung urspr&uuml;nglich gilt, durch besondere pers&ouml;nliche Merkmale gekennzeichnet ist. Nach der Legaldefinition des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 OWiG sind pers&ouml;nliche Merkmale pers&ouml;nliche Eigenschaften (k&ouml;rperliche, physische oder rechtliche Wesensmerkmale), Verh&auml;ltnisse oder Umst&auml;nde (z.B. die Gewerbsm&auml;&szlig;igkeit). Sie beziehen sich auf einen objektiven Umstand einer Person (Bohnert, Kommentar zum Ordnungswidrigkeitenrecht, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 OWiG Rz&nbsp;7). Im vorliegenden Fall ist der Umstand, dass der Kl&auml;ger als Steuerpflichtiger die Steuererkl&auml;rung unterschreibt und beim FA einreicht, kein pers&ouml;nliches Merkmal, sondern eine die Ordnungswidrigkeit begr&uuml;ndende Handlung, n&auml;mlich die unrichtige Angabe &uuml;ber steuerlich erhebliche Tatsachen gegen&uuml;ber dem FA, sodass der Tatbestand des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 OWiG nicht erf&uuml;llt ist. Zudem setzt &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 OWiG eine ausdr&uuml;ckliche Beauftragung durch den Betriebsinhaber zur eigenverantwortlichen Wahrnehmung der Steuerangelegenheiten voraus, woran es fehlt, wenn der Steuerberater, wie im vorliegenden Fall, lediglich mit der Gewinnermittlung und Vorbereitung der Steuererkl&auml;rung beauftragt ist und lediglich im Innenverh&auml;ltnis t&auml;tig wird (Joecks in Franzen\/Gast\/Joecks, a.a.O., &sect;&nbsp;378 Rz&nbsp;9; Weyand in Schwarz, a.a.O., &sect;&nbsp;378 Rz&nbsp;3; differenzierend D&ouml;rn, wistra 1994, 215, 219; derselbe in Deutsche Steuer-Zeitung 1993, 478, 480&nbsp;f. und Stbg 2002, 454&nbsp;f.; Kohlmann, a.a.O., &sect;&nbsp;378 AO 1977, Rz&nbsp;28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Da sich das Vorliegen einer leichtfertigen Steuerverk&uuml;rzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO nach dieser materiell-rechtlichen Beurteilung des Straf- und Ordnungswidrigkeitenrechts richtet, hat sich die regul&auml;re Festsetzungsfrist aufgrund des Handelns des Steuerberaters und seiner Steuerfachgehilfin nicht verl&auml;ngert. Zwar greift die verl&auml;ngerte Festsetzungsfrist nach &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO auch dann ein, wenn nicht der Steuerschuldner selbst, sondern ein Dritter die Steuer hinterzogen oder leichtfertig verk&uuml;rzt hat, da sie die Erschwernis ausgleichen soll, die im Falle der Steuerhinterziehung bei der Festsetzung entsteht, und zwar unabh&auml;ngig davon, &quot;wer jeweils der T&auml;ter ist&quot; (BTDrucks VI\/1982, S.&nbsp;150). Auch muss die Person des T&auml;ters nicht feststehen; ausreichend ist, dass von mehreren in Betracht kommenden Personen jedenfalls eine die Steuerhinterziehung zum Vorteil des Steuerschuldners begangen hat (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;M&auml;rz 1998 V&nbsp;R&nbsp;54\/97, BFHE 185, 351, BStBl II 1998, 466).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem Wortlaut des &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO &quot;Steuer hinterzogen&quot;, &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 AO &quot;begangen&quot; und &sect;&nbsp;378 Abs.&nbsp;1 AO &quot;begeht&quot; ergibt sich jedoch, dass eine Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist nur eintritt, wenn die dritte Person den objektiven und subjektiven Tatbestand einer der in &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 AO bezeichneten Taten erf&uuml;llt (BFH-Urteil in BFHE 186, 1, BStBl II 1998, 530). Da im vorliegenden Fall weder der Steuerberater noch dessen Steuerfachangestellte den objektiven Tatbestand des &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO erf&uuml;llt haben, sind die Voraussetzungen f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist insoweit nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da die Vorentscheidung auf einer abweichenden Rechtsauffassung beruht, ist sie aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Der Klage ist stattzugeben. Die Vorentscheidung erweist sich auch nicht aus anderen Gr&uuml;nden als richtig (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch das Handeln des Kl&auml;gers selbst f&uuml;hrt nicht zu einer Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist nach &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO. Zwar hat er den objektiven Tatbestand des &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO erf&uuml;llt, da er dem FA in Bezug auf seine Laboraufwendungen falsche Angaben gemacht und dadurch Steuern verk&uuml;rzt hat. Jedoch ist die vom FG offengelassene Frage, ob er auch leichtfertig gehandelt hat, aufgrund der tats&auml;chlichen Feststellungen des FG-Urteils zu verneinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Leichtfertigkeit i.S. des &sect;&nbsp;378 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO bedeutet einen erheblichen Grad an Fahrl&auml;ssigkeit, der etwa der groben Fahrl&auml;ssigkeit des b&uuml;rgerlichen Rechts entspricht, aber im Gegensatz hierzu auf die pers&ouml;nlichen F&auml;higkeiten des T&auml;ters abstellt (vgl. BFH-Urteile vom 4.&nbsp;Februar 1987 I&nbsp;R&nbsp;58\/86, BFHE 149, 109, BStBl II 1988, 215; vom 24.&nbsp;April 1996 II&nbsp;R&nbsp;73\/93, BFH\/NV 1996, 731). Ein derartiges Verschulden liegt danach vor, wenn ein Steuerpflichtiger nach den Gegebenheiten des Einzelfalls und seinen individuellen F&auml;higkeiten in der Lage gewesen w&auml;re, den aus den einschl&auml;gigen gesetzlichen Regelungen sich im konkreten Fall ergebenden Sorgfaltspflichten zu gen&uuml;gen. Hierzu ist eine Gesamtbewertung des Verhaltens des Steuerpflichtigen erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen hat der Kl&auml;ger nicht leichtfertig gehandelt, als er unrichtige Angaben in seiner Steuererkl&auml;rung gemacht und durch die doppelte Ber&uuml;cksichtigung der durch seine Beteiligung an der Laborgemeinschaft veranlassten Ausgaben Einkommensteuer verk&uuml;rzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar hat der BFH in Zusammenhang mit der &Auml;nderungsvorschrift des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO wiederholt hervorgehoben, dass der Steuerpflichtige verpflichtet ist, die von seinem steuerlichen Berater vorbereitete Erkl&auml;rung darauf zu &uuml;berpr&uuml;fen, ob sie alle Angaben tats&auml;chlicher Art enth&auml;lt und diesen Verschuldensma&szlig;stab auch auf das Vorliegen einer leichtfertigen Steuerverk&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;378 AO &uuml;bertragen (vgl. Senatsbeschluss vom 25.&nbsp;Juni 1997 VIII&nbsp;B&nbsp;35\/96, BFH\/NV 1998, 8, m.w.N.). Jedoch darf der Steuerpflichtige im Regelfall darauf vertrauen, dass der Steuerberater die Steuererkl&auml;rung richtig und vollst&auml;ndig vorbereitet, wenn er diesem die f&uuml;r die Erstellung der Steuerkl&auml;rung erforderlichen Informationen vollst&auml;ndig verschafft hat (Senatsurteil vom 18.&nbsp;Mai 2005 VIII&nbsp;R&nbsp;107\/03, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2006, 115; vgl. auch Hellmann in HHSp, &sect;&nbsp;370 AO Rz&nbsp;226). Danach ist er grunds&auml;tzlich nicht verpflichtet, die vom Steuerberater vorbereitete Steuererkl&auml;rung in allen Einzelheiten nachzupr&uuml;fen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im vorliegenden Fall hat der Kl&auml;ger seinen Steuerberater mit der Gewinnermittlung und der Erstellung der Einkommensteuererkl&auml;rung beauftragt. Er hat ihm die hierf&uuml;r erforderlichen Unterlagen vollst&auml;ndig &uuml;berlassen. Hierzu geh&ouml;rte auch das Schreiben der Laborgemeinschaft, in dem darauf hingewiesen wurde, dass der Verlust in der Steuererkl&auml;rung in der Anlage&nbsp;GSE einzutragen sei, alle Zahlungen an die Laborgemeinschaft im Jahr 1996 aber erfolgsneutral zu behandeln seien. Der Umstand, dass die Zahlungen auch in der Einnahmen&uuml;berschussrechnung erfasst waren, war auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Der Kl&auml;ger h&auml;tte auch bei gewissenhafter und ihm zumutbarer Pr&uuml;fung nicht erkennen m&uuml;ssen, dass die von ihm unterschriebene Einkommensteuererkl&auml;rung unrichtig war. Denn hierzu h&auml;tte er die Erfassung der Einnahmen und Ausgaben im Einzelnen nachpr&uuml;fen m&uuml;ssen. Dies konnte jedoch von dem Kl&auml;ger, der als selbst&auml;ndiger Arzt eine Praxis betreibt, nicht erwartet werden. Der Kl&auml;ger handelte danach nicht leichtfertig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Dem Kl&auml;ger kann auch das leichtfertige Handeln des Steuerberaters und dessen Fachangestellter weder nach straf- oder bu&szlig;geldrechtlichen noch nach steuerrechtlichen Grunds&auml;tzen zugerechnet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Feststellung des FG, dass der Steuerberater und seine Steuerfachgehilfin bei der Erstellung der Steuererkl&auml;rung der Kl&auml;ger leichtfertig gehandelt haben, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Ob eine Leichtfertigkeit i.S. des &sect;&nbsp;378 AO vorliegt, ist im Wesentlichen Tatfrage. Die hierzu getroffenen Feststellungen des FG hinsichtlich des subjektiven Tatbestands k&ouml;nnen in der Revisionsinstanz grunds&auml;tzlich nur darauf &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob der Rechtsbegriff des leichtfertigen Handelns richtig erkannt wurde und ob die W&uuml;rdigung der Verh&auml;ltnisse hinsichtlich dieses individuellen Verschuldens den Denkgesetzen und Erfahrungss&auml;tzen entspricht (BFH-Urteil vom 30.&nbsp;Juni 2010 II&nbsp;R&nbsp;11\/09, BFH\/NV 2010, 2026, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist zutreffend davon ausgegangen, dass es f&uuml;r ein leichtfertiges Handeln eines Steuerberaters ausreicht, wenn dieser aufgrund der von seinem Mandanten &uuml;berlassenen Unterlagen &#8211;im vorliegenden Fall durch den Zusatz auf der Verlustbescheinigung der Laborgemeinschaft&#8211; ausdr&uuml;cklich auf eine m&ouml;gliche Fehlerquelle bei der Gewinnermittlung hingewiesen wird und trotz dieses Hinweises die Arbeit seiner noch relativ jungen Buchhaltungskraft in diesem Punkt nicht &uuml;berpr&uuml;ft. Auf dieser Grundlage konnte das FG die festgestellten Tatsachen dahin w&uuml;rdigen, dass ein die Leichtfertigkeit begr&uuml;ndender Sorgfaltspflichtversto&szlig; gegeben war. An diese Feststellungen ist der BFH gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO gebunden. Gleiches gilt f&uuml;r die Feststellung des FG, dass auch die Steuerfachangestellte des Steuerberaters leichtfertig gehandelt habe, da sie aufgrund der bestehenden Unklarheiten bei dem Steuerberater h&auml;tte nachfragen m&uuml;ssen, ob der auf dem Schreiben der Laborgemeinschaft ausgewiesene Verlust bei der Gewinnermittlung des Kl&auml;gers zu ber&uuml;cksichtigen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das leichtfertige Handeln des Steuerberaters und dessen Steuerfachgehilfin ist dem Kl&auml;ger weder nach strafrechtlichen noch nach steuerrechtlichen Grunds&auml;tzen zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Frage, ob eine leichtfertige Steuerverk&uuml;rzung vorliegt, beantwortet sich allein nach den pers&ouml;nlichen F&auml;higkeiten des T&auml;ters (s. unter II.3.a). Der Schuldvorwurf ist danach rein subjektiv gepr&auml;gt und nicht &uuml;bertragbar (M&uuml;ller, AO-StB 2003, 210, 211; Drescher, Steuer Consultant 2009, 29). Folglich scheidet eine Zurechnung des Verschuldens des Steuerberaters nach dem Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das leichtfertige Handeln des Steuerberaters kann dem Kl&auml;ger auch nicht nach steuerrechtlichen Grunds&auml;tzen zugerechnet werden, da bei der Anwendung des &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO die Frage, ob der subjektive Tatbestand des &sect;&nbsp;378 AO erf&uuml;llt ist, allein nach den materiell-rechtlichen Bestimmungen des Straf- und Ordnungswidrigkeitenrechts zu entscheiden ist (Senatsurteil in BFHE 108, 286, BStBl II 1973, 273; Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 127, 140, BStBl II 1979, 570; BFH-Urteile in BFH\/NV 1995, 573; in BFHE 186, 1, BStBl II 1998, 530; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2001, 478; Senatsurteil in BFHE 240, 195, BStBl II 2013, 526; Klein\/R&uuml;sken, a.a.O., &sect;&nbsp;169 Rz&nbsp;26; Banniza in HHSp, &sect;&nbsp;169 AO Rz&nbsp;48; Kruse in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;169 AO Rz&nbsp;15; Paetsch in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;169 Rz&nbsp;46), die eine Zurechnung ausschlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Steuerrechtlich zugerechnet werden kann ein Verschulden nur dann, wenn es sich auf eine Norm des Steuerrechts, wie z.B. &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO und &#8211;ausdr&uuml;cklich geregelt in&#8211; &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO, &sect;&nbsp;152 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 AO bezieht, nicht jedoch, wenn das Verschulden Voraussetzung f&uuml;r die Erf&uuml;llung des subjektiven Tatbestands einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gegenteilige Auffassung, nach der dem Steuerpflichtigen bei der Anwendung des &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO das Verschulden seines Steuerberaters jedenfalls nach steuerrechtlichen Grunds&auml;tzen zugerechnet werden soll (Senatsbeschluss in BFH\/NV 1998, 8; Senatsurteil in HFR 2006, 115 &quot;Zurechnung der Steuerverk&uuml;rzung durch den Berater&quot;), findet im Gesetzeswortlaut keine St&uuml;tze und ist mit den aus dem Rechtsstaatsprinzip (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG) abgeleiteten Anforderungen an die Bestimmtheit von Eingriffsrecht nicht zu vereinbaren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies hat aufgrund der grunds&auml;tzlichen Bindung des Richters an das Gesetz zur Konsequenz, dass die bei der Erstellung der Steuererkl&auml;rungen h&auml;ufig zwangsl&auml;ufig notwendige Aufgabenteilung zwischen Steuerpflichtigem und steuerlichem Berater dazu f&uuml;hren kann, dass die Festsetzungsfrist bei objektiv eindeutig unrichtigen Angaben wie &uuml;blich abl&auml;uft, selbst wenn sich auch in diesem Fall der Ermittlungsaufwand der Finanzbeh&ouml;rden erh&ouml;ht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.10.2013, VIII R 27\/10 Festsetzungsverj&auml;hrung bei leichtfertig unrichtiger Gewinnermittlung durch steuerlichen Berater &#8211; Keine Zurechnung von leichtfertigem Handeln des Steuerberaters Leits&auml;tze 1. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist nach &sect; 169 Abs. 2 Satz 2 AO sind nicht erf&uuml;llt, wenn der Steuerberater bei der Erstellung der Einkommensteuererkl&auml;rung den Gewinn leichtfertig fehlerhaft &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-27-10-festsetzungsverjaehrung-bei-leichtfertig-unrichtiger-gewinnermittlung-durch-steuerlichen-berater-keine-zurechnung-von-leichtfertigem-handeln-des-steuerberaters\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;27\/10 &#8211; Festsetzungsverj&auml;hrung bei leichtfertig unrichtiger Gewinnermittlung durch steuerlichen Berater &#8211; Keine Zurechnung von leichtfertigem Handeln des Steuerberaters<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61428","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61428","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61428"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61428\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}