{"id":61429,"date":"2013-12-19T17:44:23","date_gmt":"2013-12-19T15:44:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61429"},"modified":"2013-12-19T17:44:23","modified_gmt":"2013-12-19T15:44:23","slug":"vii-r-26-12-kein-herstellerprivileg-fuer-die-herstellung-von-anderen-produkten-als-energieerzeugnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-26-12-kein-herstellerprivileg-fuer-die-herstellung-von-anderen-produkten-als-energieerzeugnisse\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;26\/12 &#8211; Kein Herstellerprivileg f&uuml;r die Herstellung von anderen Produkten als Energieerzeugnisse"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.10.2013, VII R 26\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Herstellerprivileg f&uuml;r die Herstellung von anderen Produkten als Energieerzeugnisse<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine Energiesteuerentlastung nach &sect; 47 Abs. 1 Nr. 4 i.V.m. &sect; 26 Abs. 1 EnergieStG kann nur insoweit gew&auml;hrt werden, als die auf dem Betriebsgel&auml;nde eingesetzten Energieerzeugnisse in hierzu bestimmten Anlagen oder Anlagenteilen zur Herstellung von Energieerzeugnissen verwendet werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Werden die in einer Tierk&ouml;rperverwertungsanlage gewonnenen Tierfette nur zu einem bestimmten Anteil zur Verwendung als Kraft- oder Heizstoff bestimmt und wird der restliche Anteil an Tierfetten und Knochenmehl zu anderen Zwecken weiterver&auml;u&szlig;ert, so ist zur Berechnung des entlastungsf&auml;higen Anteils der eingesetzten Energieerzeugnisse das Verh&auml;ltnis zwischen der Gesamterzeugung und den hergestellten Energieerzeugnissen zu bestimmen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist Inhaberin einer Erlaubnis f&uuml;r einen Herstellungsbetrieb f&uuml;r Energieerzeugnisse und betreibt eine Verwertungsanlage f&uuml;r tierische Nebenprodukte. In dieser Anlage wird unter Einsatz von Dampf vor allem Tier- und Knochenfett gewonnen. Dieses Fett wird zum Teil gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 des Energiesteuergesetzes (EnergieStG) zur Verwendung als Kraft- oder Heizstoff bestimmt. Im Februar 2010 traf die Kl&auml;gerin eine solche Bestimmung f&uuml;r 62&nbsp;% des gewonnenen Fetts. Die anderen 38&nbsp;% der in der Anlage gewonnenen Erzeugnisse waren zu anderen Zwecken weiterver&auml;u&szlig;ertes Fett sowie Tier- und Knochenmehl. Einen Teil des erzeugten und als Heizstoff bestimmten Fetts setzt die Kl&auml;gerin in ihrem Betrieb zur Erzeugung des Dampfes f&uuml;r die Verwertungsanlage ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Monat Februar 2010 meldete die Kl&auml;gerin beim Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) eine Menge von 1&nbsp;392&nbsp;430&nbsp;kg Tier- und Knochenfett zur Versteuerung an. Zugleich beantragte sie f&uuml;r die als Heizstoff eingesetzte Menge von 653&nbsp;110&nbsp;kg eine Steuerentlastung nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EnergieStG. Mit der Begr&uuml;ndung, der Anteil der von der Kl&auml;gerin hergestellten und dann zu Energieerzeugnissen bestimmten Knochenfette betrage nur 62&nbsp;% der Gesamterzeugung, weshalb auch nur ein Anteil von 62&nbsp;% des in der Anlage eingesetzten Fettes entlastungsf&auml;hig sei, gew&auml;hrte das HZA eine Steuerentlastung nur f&uuml;r eine Menge von 404&nbsp;928&nbsp;kg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, der Kl&auml;gerin stehe eine Energiesteuerentlastung nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 EnergieStG f&uuml;r die gesamte Menge der von ihr erzeugten und sodann in der Tierverwertungsanlage eingesetzten Energieerzeugnisse zu. Der Einsatz der Energieerzeugnisse sei kausal f&uuml;r die Aufrechterhaltung des Betriebs. Im Streitfall werde das Fett in der Verwertungsanlage selbst und damit unmittelbar im Herstellungsprozess eingesetzt. Nicht erforderlich sei nach den gesetzlichen Bestimmungen, dass das Energieerzeugnis nur in dem Verh&auml;ltnis steuerfrei belassen werden k&ouml;nne, in dem mit dem Herstellungsprozess wiederum ein Energieerzeugnis hergestellt werde. F&uuml;r die vom HZA vorgenommene Quotierung finde sich weder in den gesetzlichen Bestimmungen noch in ihrem Regelungszusammenhang eine St&uuml;tze. Es k&ouml;nne nicht ausgeschlossen werden, dass der Gesetzgeber mit der Regelung eine Vereinfachung des Entlastungsverfahrens angestrebt habe, denn es fehle f&uuml;r eine Quotierung ein eindeutiger Ma&szlig;stab. Da im Streitfall die gewonnenen Energieerzeugnisse mehr als die H&auml;lfte der Gesamterzeugung ausmachten, k&ouml;nne die Frage nach einer Untergrenze f&uuml;r die Steuerbeg&uuml;nstigung offenbleiben. Wegen der Einzelheiten wird auf das in der Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern (ZfZ) 2012, Beilage 4, 63 abgedruckte Urteil des FG verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht das HZA geltend, das FG habe seine Entscheidung auf eine Fassung des &sect;&nbsp;47 EnergieStG gest&uuml;tzt, die im Februar 2010 noch nicht in Kraft getreten sei. Dar&uuml;ber hinaus habe es sich mit seiner Entscheidung in Widerspruch zu Art.&nbsp;21 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Richtlinie 2003\/96\/EG (EnergieStRL) des Rates vom 27.&nbsp;Oktober 2003 zur Restrukturierung der gemeinschaftlichen Rahmenvorschriften zur Besteuerung von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr.&nbsp;L 283\/51) gesetzt. Das im Unionsrecht festgelegte Herstellerprivileg k&ouml;nne nicht in Anspruch genommen werden, wenn der Verbrauch der Energieerzeugnisse nicht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Herstellung eines Energieerzeugnisses stehe. In diese Richtung wiesen der ausdr&uuml;ckliche Ausschluss einer Verwendung des Energieerzeugnisses zum Antrieb von Fahrzeugen und die vom Gemeinschaftsgesetzgeber verfolgte &quot;output-Besteuerung&quot;. F&uuml;r die Herstellung eines Nichtenergieerzeugnisses k&ouml;nne folgerichtig keine Entlastung gew&auml;hrt werden. Als Verbrauch zur Aufrechterhaltung des Betriebs i.S. des &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 EnergieStG k&ouml;nne nur ein solcher Verbrauch angesehen werden, der f&uuml;r die Produktion von Energieerzeugnissen kausal oder zumindest f&ouml;rderlich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin schlie&szlig;t sich im Wesentlichen den Ausf&uuml;hrungen des FG an. F&uuml;r die Gew&auml;hrung der beanspruchten Steuerentlastung sei es unbeachtlich, welche Fassung des &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 EnergieStG im Streitfall Anwendung finde. Eine Unterscheidung zwischen Tierfett sowie Energieerzeugnissen k&ouml;nne in jedem Fall erst nach Abschluss des Herstellungsprozesses durch das Hinzutreten eines nachtr&auml;glichen Bestimmungsakts erfolgen, so dass die Ansicht des HZA zu einer willk&uuml;rlichen Aufspaltung des einheitlichen Herstellungsvorgangs f&uuml;hre. Im Streitfall handele es sich bei dem erzeugten Tierfett um ungenie&szlig;bare Mischungen tierischer Fette und &Ouml;le sowie deren Fraktion der Pos.&nbsp;1518 der Kombinierten Nomenklatur (KN), die unabh&auml;ngig von ihrer sonstigen Beschaffenheit ein einheitlicher Steuergegenstand i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EnergieStG seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des HZA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Kl&auml;gerin steht ein Entlastungsanspruch nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 EnergieStG nur insoweit zu, als sie die von ihr gewonnenen Energieerzeugnisse zur Herstellung von Energieerzeugnissen einsetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 EnergieStG in der im Streitjahr geltenden Fassung wird eine Steuerentlastung auf Antrag gew&auml;hrt f&uuml;r nachweislich versteuerte Schwer&ouml;le, Erdgase, Fl&uuml;ssiggase und gasf&ouml;rmige Kohlenwasserstoffe, die u.a. auf dem Betriebsgel&auml;nde eines Herstellungsbetriebs nach &sect;&nbsp;6 EnergieStG vom Inhaber des Betriebs steuerfrei zur Aufrechterhaltung des Betriebs verwendet werden. Herstellungsbetriebe sind Betriebe, in denen Energieerzeugnisse nach &sect;&nbsp;4 EnergieStG hergestellt werden (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EnergieStG). Herstellungshandlungen sind das Gewinnen oder Bearbeiten und in bestimmten F&auml;llen auch das Bestimmen der Waren zur Verwendung als Kraft- und Heizstoff (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EnergieStG). Dass es f&uuml;r die Gew&auml;hrung des Entlastungsanspruchs nicht allein auf die Verwendung eines Energieerzeugnisses an irgendeiner Stelle des Betriebsgel&auml;ndes ankommen kann, belegt die einschr&auml;nkende Regelung des &sect;&nbsp;59 der Energiesteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (EnergieStV). In &sect;&nbsp;59 Satz&nbsp;1 EnergieStV werden diejenigen Teile des Herstellungsbetriebs aufgef&uuml;hrt, in denen nach &sect;&nbsp;26 EnergieStG Energieerzeugnisse zur Aufrechterhaltung des Betriebs steuerfrei verwendet werden k&ouml;nnen. Dazu geh&ouml;ren z.B. Anlagen zur Gewinnung oder Bearbeitung von Energieerzeugnissen, zur Erzeugung von Hilfsstoffen f&uuml;r die Energieerzeugung, Lagerst&auml;tten f&uuml;r die hergestellten Energieerzeugnisse, mit den benannten Anlagen r&auml;umlich zusammenh&auml;ngende Rohrleitungen, Pump-, Transport- und Beheizungsanlagen sowie zum Betrieb geh&ouml;rige Anlagen zur Energiegewinnung, die mit den in &sect;&nbsp;59 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStV genannten Anlagen r&auml;umlich zusammenh&auml;ngen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach den Feststellungen des FG stellt die Kl&auml;gerin unter Einsatz von Dampf u.a. Tierfett her, das sie nach seiner Gewinnung zur Verwendung als Kraft- oder Heizstoff bestimmt. Durch diese Bestimmung werden die ausgew&auml;hlten Fette (Erzeugnisse der Pos.&nbsp;1518 KN) nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EnergieStG zu Steuergegenst&auml;nden, die der Energiesteuer unterliegen und f&uuml;r die im Fall ihres Verbrauchs grunds&auml;tzlich die Steuer entsteht. Steuerbeg&uuml;nstigt k&ouml;nnen sie jedoch zur Aufrechterhaltung eines Herstellungsbetriebs verwendet werden, d.h. eines Betriebs, in dem insbesondere durch Gewinnung oder Bearbeitung Energieerzeugnisse produziert werden. Somit ist von einer verwendungsbezogenen und nicht von einer anlagenbezogenen Beg&uuml;nstigung auszugehen. Durch den Einsatz des Energieerzeugnisses muss der Hauptzweck des Herstellungsbetriebs erf&uuml;llt werden, d.h. der Verbrauch muss zumindest das Wesentliche der T&auml;tigkeit eines Herstellungsbetriebs, n&auml;mlich die Herstellung von Energieerzeugnissen, f&ouml;rdern (Senatsurteil vom 23.&nbsp;Februar 2010 VII&nbsp;R&nbsp;34\/09, BFHE 229, 477, ZfZ 2010, 194, sowie zu &sect;&nbsp;3 des Mineral&ouml;lsteuergesetzes, der wie &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 EnergieStG ebenfalls auf die Aufrechterhaltung des Betriebs abstellte, Teichner in Sch&auml;del\/Langer\/Gotterbarm, Mineral&ouml;lsteuer, Mineral&ouml;lzoll, &sect;&nbsp;3 Min&ouml;StG Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf eine verwendungsbezogene Betrachtung weisen auch die unionsrechtlichen Bestimmungen hin, die der Gesetzgeber mit den in den &sect;&sect;&nbsp;47 und 26 EnergieStG getroffenen Regelungen zutreffend umgesetzt hat. Nach Art.&nbsp;21 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EnergieStRL gilt zwar der Verbrauch von Energieerzeugnissen innerhalb des Gel&auml;ndes eines Betriebs, der Energieerzeugnisse herstellt, nicht als einen Steueranspruch begr&uuml;ndender Steuerentstehungstatbestand, sofern es sich bei dem Verbrauch um Energieerzeugnisse handelt, die innerhalb des Betriebsgel&auml;ndes dieses Betriebs hergestellt worden sind. Erfolgt der Verbrauch jedoch zu Zwecken, die nicht mit der Herstellung von Energieerzeugnissen im Zusammenhang stehen, und zwar insbesondere zum Antrieb von Fahrzeugen, so gilt dies nach Art.&nbsp;21 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 EnergieStRL als ein Steuerentstehungstatbestand. Nach dem Wortlaut der Vorschrift muss die Verwendung der Energieerzeugnisse einen gewissen Bezug zu dem Prozess aufweisen, mit dem Energieerzeugnisse hergestellt werden. Ebenso deutlich schr&auml;nkte die Vorg&auml;ngervorschrift zu Art.&nbsp;21 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EnergieStRL das Herstellerprivileg ein. Nach Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 der Richtlinie 92\/81\/EWG des Rates vom 19.&nbsp;Oktober 1992 zur Harmonisierung der Struktur der Verbrauchsteuern auf Mineral&ouml;le (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L 316\/12) gilt der Verbrauch von Mineral&ouml;len innerhalb des Betriebsgel&auml;ndes eines Mineral&ouml;lherstellungsbetriebs nicht als ein Steuerentstehungstatbestand, sofern der Verbrauch Herstellungszwecken dient. Danach muss mit der Verwendung des Mineral&ouml;ls der Zweck verfolgt werden, Mineral&ouml;le herzustellen. Es sind keine Anhaltspunkte daf&uuml;r ersichtlich, dass der Unionsgesetzgeber bei der Konzipierung und Verabschiedung der EnergieStRL an diesem Erfordernis nicht mehr hat festhalten wollen. Somit ist es den Mitgliedstaaten nach den unionsrechtlichen Bestimmungen verwehrt, eine Steuerbeg&uuml;nstigung auch f&uuml;r solche Energieerzeugnisse zu gew&auml;hren, deren Verwendung nicht mit dem eigentlichen Herstellungsprozess zusammenh&auml;ngt. In diesem Licht sind die in &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 EnergieStG und &sect;&nbsp;59 EnergieStV getroffenen Regelungen auszulegen. In Anbetracht der unionsrechtlichen Vorgaben ist die Annahme des FG fernliegend, der Gesetzgeber habe m&ouml;glicherweise aus Vereinfachungsgr&uuml;nden und zur Vermeidung einer Quotenermittlung lediglich den Einsatz eines Energieerzeugnisses als Kriterium f&uuml;r die Gew&auml;hrung einer &#8211;im Ergebnis extensiven&#8211; Steuerentlastung gen&uuml;gen lassen wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Abgesehen davon, ob die Tierfette zu den in &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EnergieStG a.F. aufgef&uuml;hrten Energieerzeugnissen geh&ouml;ren, bestehen im Streitfall bereits Zweifel, ob die von der Kl&auml;gerin zur Verwendung als Heizstoff bestimmten Tierfette &uuml;berhaupt zur Herstellung von Energieerzeugnissen eingesetzt worden sind. Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt selbst vor, dass die konkrete Verwendung des gewonnenen Fetts im Zeitpunkt seiner Gewinnung noch gar nicht feststehe; erst nach der Produktion werde das Fett durch einen &quot;nachgelagerten Bestimmungsakt&quot; zum Energieerzeugnis. Somit stellt sie zun&auml;chst unter Einsatz von Dampf Produkte her &#8211;n&auml;mlich tierische Fette sowie Tier- und Knochenmehle&#8211;, die keine Steuergegenst&auml;nde sind. Zu solchen werden sie erst durch den sp&auml;teren Akt der Bestimmung als Heiz- oder Kraftstoff verwendet zu werden. Die eigentliche Herstellungshandlung besteht somit aus dem Vorgang des Bestimmens (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EnergieStG) zu einem Zeitpunkt, in dem der Einsatz des durch die Verbrennung des Tierfetts erzeugten Dampfes bereits abgeschlossen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aber selbst wenn sich der Akt des nachtr&auml;glichen Bestimmens noch in den auf dem Betriebsgel&auml;nde der Kl&auml;gerin stattfindenden Herstellungsprozess einbeziehen lie&szlig;e, kann eine Steuerbefreiung f&uuml;r die gesamte Menge der als Heizstoff verwendeten Tierfette nicht gew&auml;hrt werden. Denn nach den Feststellungen des FG hat die Kl&auml;gerin im streitgegenst&auml;ndlichen Zeitraum nicht nur verbrauchsteuerpflichtige Substitutionserzeugnisse hergestellt, sondern auch andere Fette sowie Tier- und Knochenmehle, die zu anderen Zwecken als zur Verwendung als Heiz- oder Kraftstoff abgegeben worden sind. Der Anteil an nicht steuerpflichtigen Produkten betrug 38&nbsp;% der in der Verwertungsanlage insgesamt hergestellten Erzeugnisse. Aus den bereits dargestellten Gr&uuml;nden, die f&uuml;r eine restriktive Anwendung und Auslegung des &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 EnergieStG sprechen, kann die Kl&auml;gerin f&uuml;r die Herstellung dieser Produkte das Herstellerprivileg nicht in Anspruch nehmen. Infolgedessen kommt eine Steuerentlastung nur f&uuml;r die Menge an Energieerzeugnissen in Betracht, mit denen der eigentliche Beg&uuml;nstigungstatbestand, n&auml;mlich die Herstellung von Energieerzeugnissen, erf&uuml;llt worden ist. Unter diesen Gesichtspunkten ist der vom HZA gew&auml;hlte Aufteilungsma&szlig;stab, nach dem sich der Anteil an entlastungsf&auml;higen Energieerzeugnissen nach dem Anteil der in der Verwertungsanlage erzeugten verbrauchsteuerpflichtigen Erzeugnisse bestimmt, nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin kann der Anteil der hergestellten verbrauchsteuerpflichtigen Energieerzeugnisse an der Gesamtmenge der hergestellten Produkte bei der Anwendung des &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 EnergieStG nicht unber&uuml;cksichtigt gelassen werden. K&auml;me es n&auml;mlich nur auf den Umstand der Herstellung von Energieerzeugnissen ohne eine Ber&uuml;cksichtigung der erzeugten Menge an, k&ouml;nnte durch eine verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig geringe Produktion von Energieerzeugnissen eine Steuerbeg&uuml;nstigung auch f&uuml;r die Herstellung anderer Produkte, wie z.B. Schmiermittel oder Isolier&ouml;le, erlangt werden. Dies widerspr&auml;che jedoch der Intention des Gesetzgebers und den unionsrechtlichen Vorgaben. Zudem w&auml;re die Privilegierung der Herstellung anderer Erzeugnisse als Heiz- und Kraftstoffe innerhalb eines Betriebs, der auch Heiz- und Kraftstoffe herstellt, unter dem Gesichtspunkt der Gleichm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes) zu beanstanden (Teichner in Sch&auml;del\/ Langer\/Gotterbarm, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Min&ouml;StG Rz&nbsp;14), denn andere Herstellungsbetriebe ohne Eigenproduktion verbrauchsteuerpflichtiger Energieerzeugnisse w&auml;ren von der Steuerbeg&uuml;nstigung ohne rechtfertigenden Grund ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.10.2013, VII R 26\/12 Kein Herstellerprivileg f&uuml;r die Herstellung von anderen Produkten als Energieerzeugnisse Leits&auml;tze 1. 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