{"id":61431,"date":"2013-12-19T17:44:22","date_gmt":"2013-12-19T15:44:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61431"},"modified":"2013-12-19T17:44:22","modified_gmt":"2013-12-19T15:44:22","slug":"v-b-58-13-zur-steuerbefreiung-heilberuflicher-leistungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-58-13-zur-steuerbefreiung-heilberuflicher-leistungen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;58\/13 &#8211; Zur Steuerbefreiung heilberuflicher Leistungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.10.2013, V B 58\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Steuerbefreiung heilberuflicher Leistungen<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) benannten Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Zulassung der Revision nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung sowie nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO zur Rechtsfortbildung und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (Divergenz) liegen entweder nicht vor oder sind von der Kl&auml;gerin nicht in der nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gebotenen Form dargelegt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird die Beschwerde mit der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache begr&uuml;ndet, so muss in der Beschwerdebegr&uuml;ndung eine bestimmte (abstrakte) kl&auml;rungsbed&uuml;rftige und in dem angestrebten Revisionsverfahren auch kl&auml;rbare Rechtsfrage herausgestellt und &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung von Rechtsprechung und Literatur&#8211; deren Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit substantiiert dargetan werden. Ein Kl&auml;rungsbedarf besteht nicht mehr, wenn sich eine Rechtsfrage ohne Weiteres aus dem klaren Wortlaut und Sinngehalt des Gesetzes beantworten l&auml;sst oder die Rechtsfrage offensichtlich so zu entscheiden ist, wie es das Finanzgericht (FG) getan hat, die Rechtslage also eindeutig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2008 VIII&nbsp;B&nbsp;184\/08, BStBl II 2009, 850, und vom 6.&nbsp;Mai 2004 V&nbsp;B&nbsp;101\/03, BStBl II 2004, 748).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Rechtsfrage, &quot;ob die Steuerbefreiung heilberuflicher Leistungen aufgrund analoger Anwendung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 UStG auf infrastrukturelle Leistungen von einem Arzt oder einer &auml;rztlichen Gemeinschaft an einen anderen Arzt zur unmittelbaren Durchf&uuml;hrung &auml;rztlicher Leistungen zu gew&auml;hren ist&quot;, ist weder kl&auml;rungsbed&uuml;rftig noch w&auml;re sie in einem Revisionsverfahren kl&auml;rbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) 1999 in der im Streitjahr geltenden Fassung sind steuerfrei auch die sonstigen Leistungen von Gemeinschaften, deren Mitglieder Angeh&ouml;rige der in Satz&nbsp;1 bezeichneten Berufe sind, gegen&uuml;ber ihren Mitgliedern, soweit diese Leistungen unmittelbar zur Ausf&uuml;hrung der nach Satz&nbsp;1 steuerfreien Ums&auml;tze verwendet werden. Im Streitfall hat das FG das Vorliegen dieser Voraussetzungen zu Recht mit der Begr&uuml;ndung verneint, dass die streitgegenst&auml;ndlichen Leistungen nicht von einer Gemeinschaft erbracht wurden, deren Mitglied der Leistungsempf&auml;nger (Dr.&nbsp;G) war, sondern im Rahmen eines Leistungsaustausches nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG. Der Praxisgemeinschaftsvertrag vom 22.&nbsp;April 2004 bildete die schuldrechtliche Vertragsbeziehung zwischen den Beteiligten des Leistungsaustausches. In den &sect;&sect;&nbsp;6 und 10 dieses Vertrags ist die Kl&auml;gerin als Leistende und Dr.&nbsp;G als Leistungsempf&auml;nger f&uuml;r das Recht zur Mitnutzung der Praxisr&auml;ume und die Inanspruchnahme der Dienste des nicht&auml;rztlichen Personals bezeichnet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die von der Kl&auml;gerin mit ihrer ersten Rechtsfrage bef&uuml;rwortete analoge Anwendung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 UStG auf infrastrukturelle Leistungen einer &auml;rztlichen Gemeinschaft an einen anderen Arzt ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, weil sie offenkundig so beantwortet werden muss, wie es das FG getan hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Analogie setzt eine planwidrige Unvollst&auml;ndigkeit des Gesetzes voraus. Eine L&uuml;cke des Gesetzes liegt nur vor, wo das Gesetz erg&auml;nzungsbed&uuml;rftig ist und eine Erg&auml;nzung nicht etwa einer dem Gesetz gewollten Beschr&auml;nkung auf bestimmte Tatbest&auml;nde widerspricht (vgl. BFH-Beschluss in BStBl II 2004, 748, unter 2.b; BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Oktober 1997 IX&nbsp;R&nbsp;29\/95, BFHE 184, 466, BStBl II 1988, 142, unter II.3.a). So liegen die Verh&auml;ltnisse im Streitfall. Einer Erweiterung der in &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 UStG geregelten Steuerfreiheit im Wege der Analogie steht die unionsrechtlich gebotene enge Auslegung der Norm entgegen. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung sind die Begriffe, die zur Umschreibung der in Art.&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 2006\/112\/EG (vor dem 1.&nbsp;Januar 2007: Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211;Richtlinie 77\/388\/EWG&#8211;) genannten Steuerbefreiungen verwendet werden, eng auszulegen sind, da sie Ausnahmen von dem allgemeinen Grundsatz darstellen, dass jede Dienstleistung, die ein Steuerpflichtiger gegen Entgelt erbringt, der Mehrwertsteuer unterliegt (vgl. Urteile des Europ&auml;ischen Gerichtshofs vom 19.&nbsp;Juli 2012 C-44\/11, BStBl II 2012, 945 Rdnr.&nbsp;42; vom 20.&nbsp;November 2003, Taksatorringen, C-8\/01, Slg.&nbsp;2003, I-13711 Rdnr.&nbsp;36; vom 4.&nbsp;Mai 2006, C-169\/04, Abbey National, Slg.&nbsp;2006, I-4027 Rdnr.&nbsp;60, m.w.N.; BFH-Vorlagebeschluss vom 5.&nbsp;Mai 2012 V&nbsp;R&nbsp;51\/10, BFHE 233, 460, BStBl II 2011, 740, Rz&nbsp;44).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zudem w&auml;re die oben bezeichnete Rechtsfrage in einem Revisionsverfahren auch nicht entscheidungserheblich, sodass es an deren Kl&auml;rungsf&auml;higkeit in einem Revisionsverfahren fehlt. Denn selbst bei der von der Kl&auml;gerin bef&uuml;rworteten Erweiterung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 UStG k&auml;me eine Steuerfreiheit der von ihr erbrachten Leistungen nicht in Betracht, da &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 UStG die Steuerbefreiung auf Leistungen begrenzt, die &quot;unmittelbar&quot; zur Ausf&uuml;hrung der nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Satz&nbsp;1 UStG steuerfreien Ums&auml;tze verwendet werden. Nach der Rechtsprechung des Senats bedeutet &quot;unmittelbar&quot; unter Ausschluss einer Zwischenstufe. Eine unmittelbare Verwendung liegt demnach nur vor, wenn die jeweilige Gemeinschaftsleistung selbst gegen&uuml;ber den Patienten eingesetzt wird. Dagegen reicht es nicht aus, dass die Leistung der Gemeinschaft die &auml;rztliche Behandlungsleistung lediglich erm&ouml;glicht (BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Juni 1990 V&nbsp;R&nbsp;94\/85, BFH\/NV 1992, 773; BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;September 2004 V&nbsp;B&nbsp;177\/02, BFH\/NV 2005, 258). Hieran fehlt es, wenn die Leistungen &#8211;wie im Streitfall&#8211; lediglich einem Arzt zur Verf&uuml;gung gestellt werden, damit dieser sie bei seinen heilberuflichen T&auml;tigkeiten einsetzen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Hinsichtlich der weiteren Rechtsfrage, ob die &quot;mit einer Heilbehandlung eng verbundenen Ums&auml;tze des Arztes ebenfalls nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 UStG steuerbefreit sind&quot;, fehlt es an der hinreichenden Konkretisierung einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage; nicht ausreichend ist eine Fragestellung, deren Beantwortung von den Umst&auml;nden des Einzelfalls abh&auml;ngt (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2011 X&nbsp;B&nbsp;151\/10, BFH\/NV 2011, 1165, Leitsatz&nbsp;1; vom 8.&nbsp;Juni 2011 X&nbsp;B&nbsp;250\/10, BFH\/NV 2011, 1711; vom 27.&nbsp;Juni 2012 XI&nbsp;B&nbsp;8\/12, BFH\/NV 2012, 1809; vom 29.&nbsp;Februar 2012 I&nbsp;B&nbsp;88\/11, BFH\/NV 2012, 1089).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Aus dem Wortlaut des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 UStG ergibt sich, dass die Steuerfreiheit &#8211;anders als bei der Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 UStG&#8211; auf die Ums&auml;tze aus der T&auml;tigkeit der im Einzelnen bezeichneten Berufe beschr&auml;nkt ist. Dies entspricht dem Unionsrecht, das in Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Richtlinie 77\/388\/EWG eine Steuerfreiheit f&uuml;r Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin regelt, die im Rahmen der Aus&uuml;bung der von dem betreffenden Mitgliedstaat definierten &auml;rztlichen und arzt&auml;hnlichen Berufe erbracht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine Erweiterung der Steuerfreiheit auf die mit einer Heilbehandlung eng verbundenen Ums&auml;tze kommt lediglich im Rahmen einer einheitlichen Leistung in Betracht. Eine einheitliche Leistung liegt nicht nur dann vor, wenn eine Leistung als Hauptleistung und andere Leistungen als Nebenleistungen zu beurteilen sind, sondern auch dann, wenn zwei oder mehr Handlungen oder Einzelleistungen des Steuerpflichtigen f&uuml;r den Leistungsempf&auml;nger so eng miteinander verbunden sind, dass sie objektiv einen einzigen untrennbaren wirtschaftlichen Vorgang bilden, dessen Aufspaltung &#8211;aus der ma&szlig;geblichen Sicht eines Durchschnittsverbrauchers&#8211; wirklichkeitsfremd w&auml;re (vgl. BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;September 2011 V&nbsp;B&nbsp;23\/10, BFH\/NV&nbsp;2012, 75, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob aus Sicht des Durchschnittsverbrauchers eine einheitliche Leistung vorliegt, ist im Wesentlichen das Ergebnis einer tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung durch das FG, die den BFH grunds&auml;tzlich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindet (vgl. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;April 2008 V&nbsp;R&nbsp;39\/05, BFH\/NV&nbsp;2008, 1712) und nur auf Verst&ouml;&szlig;e gegen die Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze &uuml;berpr&uuml;ft werden kann. Der Entscheidung des FG als Tatsacheninstanz kommt insoweit keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zu (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.&nbsp;November 2005 III&nbsp;B&nbsp;101\/05, BFH\/NV&nbsp;2006, 494; vom 6.&nbsp;November 2005 XI&nbsp;B&nbsp;172\/07, BFH\/NV 2009, 617, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit die Kl&auml;gerin dar&uuml;ber hinaus geltend macht, dass nach ihrer Auffassung die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 UStG vorl&auml;gen und das FG zu Unrecht eine &quot;unmittelbare&quot; Verwendung der jeweiligen Leistung der Gemeinschaftspraxis verneint habe, wendet sie sich im Kern gegen die materielle Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Urteils, wobei sie ihre Rechtsauffassung an die Stelle derjenigen des FG setzt. Dies vermag die Zulassung der Revision nicht zu rechtfertigen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 24.&nbsp;Juni 2009 II&nbsp;B&nbsp;177\/08, juris, Leitsatz&nbsp;2; vom 20.&nbsp;Februar 2008 VIII&nbsp;B&nbsp;103\/07, BFH\/NV 2008, 980). Ihr Vortrag betrifft auch keinen offensichtlichen Rechtsanwendungsfehler von erheblichem Gewicht im Sinne einer willk&uuml;rlichen oder greifbar gesetzwidrigen Entscheidung, der ausnahmsweise zur Zulassung der Revision nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alt.&nbsp;2 FGO f&uuml;hrt (vgl. BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2006 III&nbsp;B&nbsp;135\/05, BFH\/NV 2006, 1285).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist nicht zur Rechtsfortbildung zuzulassen (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Alt.&nbsp;1 FGO). Eine Zulassung zur Fortbildung des Rechts ist nur erforderlich, wenn &uuml;ber bisher ungekl&auml;rte abstrakte Rechtsfragen zu entscheiden ist. Ist die Rechtsfrage dagegen bereits gekl&auml;rt (vgl. Ausf&uuml;hrungen unter 1.b) oder kommt es auf die Umst&auml;nde des Einzelfalls an (vgl. Ausf&uuml;hrungen unter 1.c), ist eine Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts nicht erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kl&auml;gerin hat den Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alt.&nbsp;2 FGO) nicht in der erforderlichen Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur schl&uuml;ssigen Darlegung dieses Zulassungsgrundes muss der Beschwerdef&uuml;hrer tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil einerseits und aus den behaupteten, mit Datum sowie Aktenzeichen und\/oder Fundstelle bezeichneten Divergenzentscheidungen andererseits herausarbeiten und einander gegen&uuml;berstellen, um so die behauptete Abweichung zu verdeutlichen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2011 III&nbsp;B&nbsp;76\/10, BFH\/NV 2011, 981, und vom 1.&nbsp;Februar 2013 III&nbsp;B&nbsp;222\/11, BFH\/NV 2013, 727).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat die Kl&auml;gerin weder abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG noch widersprechende abstrakte Rechtss&auml;tze aus der Rechtsprechung des BFH oder eines anderen FG dargelegt. Soweit die Kl&auml;gerin vortr&auml;gt, das Nieders&auml;chsische FG habe die vom FG Rheinland-Pfalz aufgeworfene Rechtsfrage im Rahmen des Revisionsverfahrens XI&nbsp;R&nbsp;15\/11 nicht in seine Bewertung einbezogen, ergibt sich daraus kein dem FG-Urteil entgegenstehender Rechtssatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.10.2013, V B 58\/13 Zur Steuerbefreiung heilberuflicher Leistungen Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. 2&nbsp; Die von der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) benannten Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Zulassung der Revision nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung sowie nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO zur Rechtsfortbildung und zur Sicherung einer einheitlichen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-58-13-zur-steuerbefreiung-heilberuflicher-leistungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;58\/13 &#8211; Zur Steuerbefreiung heilberuflicher Leistungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61431","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61431","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61431"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61431\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61431"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61431"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61431"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}