{"id":61572,"date":"2014-02-16T14:37:27","date_gmt":"2014-02-16T12:37:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61572"},"modified":"2014-02-16T14:37:27","modified_gmt":"2014-02-16T12:37:27","slug":"v-r-36-11-zum-ermaessigten-steuersatz-bei-der-ueberlassung-von-draisinenfahrzeugen-befoerderung-von-personen-im-schienenbahnverkehr-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-36-11-zum-ermaessigten-steuersatz-bei-der-ueberlassung-von-draisinenfahrzeugen-befoerderung-von-personen-im-schienenbahnverkehr-9\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;36\/11 &#8211; Zum erm&auml;&szlig;igten Steuersatz bei der &Uuml;berlassung von Draisinenfahrzeugen (Bef&ouml;rderung von Personen im Schienenbahnverkehr)"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.12.2012, V R 36\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Zum erm&auml;&szlig;igten Steuersatz bei der &Uuml;berlassung von Draisinenfahrzeugen (Bef&ouml;rderung von Personen im Schienenbahnverkehr)<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) durchgef&uuml;hrten Draisinenfahrten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist eine Gesellschaft mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbH), die im Jahr 2004 zur F&ouml;rderung des Fremdenverkehrs in ihrer Region gegr&uuml;ndet wurde. Im Streitjahr (2006) f&uuml;hrte sie Draisinenfahrten auf einer stillgelegten Bahnstrecke durch. Die Gesamtstrecken betrugen weniger als 50&nbsp;km. Die Fahrten wurden mit verschiedenen Draisinenfahrzeugen durchgef&uuml;hrt, und zwar entweder mit einer Handhebeldraisine oder einer Fahrraddraisine oder einer Clubdraisine. Zwischen A und B konnten die Fahrg&auml;ste mit einer Handhebeldraisine, zwischen B und C mit einer Fahrraddraisine und zwischen C und D mit einer Fahrraddraisine oder einer Clubdraisine fahren. F&uuml;r die Nutzung der Fahrraddraisine erhielten die Fahrg&auml;ste von dem Personal der Kl&auml;gerin eine Einweisung. In welchem Umfang die Fahrten mit den anderen Draisinen durch Personal der Kl&auml;gerin begleitet wurden, ist zwischen den Beteiligten streitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrte Umsatzsteuersonderpr&uuml;fung unterwarf der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin dem Regelsteuersatz, weil keine beg&uuml;nstigte Personenbef&ouml;rderung, sondern eine Vermietung vorgelegen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, in allen F&auml;llen, in denen der Bundesfinanzhof (BFH) von einer Bef&ouml;rderung von Personen ausgegangen sei, habe der leistende Unternehmer den Transport der Personen durch seine Angestellten selbst bewirkt. Im Streitfall aber habe die Kl&auml;gerin den Fahrg&auml;sten die Draisinen &uuml;berlassen, um den Fahrg&auml;sten zu erm&ouml;glichen, aus eigener Kraft von ihrem Ausgangspunkt zum Zielort zu gelangen. Wesentliche Leistung der Kl&auml;gerin sei die zeitweise &Uuml;berlassung eines Fahrzeuges als Transportmittel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r Fahrten, bei denen die Fahrg&auml;ste nur eine Einweisung erhalten h&auml;tten, sei dies offenkundig. Es gelte aber auch f&uuml;r die begleiteten Fahrten. Das &Uuml;berlassen der Draisinen und die Begleitung der Draisinenfahrten durch Mitarbeiter der Kl&auml;gerin sei als einheitliche Leistung anzusehen, deren Schwerpunkt in der &Uuml;berlassung des Bef&ouml;rderungsmittels liege. Das Begleiten der Fahrg&auml;ste habe nicht den Zweck gehabt, den eigentlichen Transport der G&auml;ste durchzuf&uuml;hren, sondern habe gew&auml;hrleisten sollen, dass die Fahrg&auml;ste die Sicherheitsrichtlinien einhalten und ihnen eine sichere und gefahrlose Nutzung der Draisinen erm&ouml;glicht werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;gerin. Zu deren Begr&uuml;ndung tr&auml;gt sie vor, bei den Ums&auml;tzen aus dem Betrieb der Handhebel- und Clubdraisinen habe es sich um Bef&ouml;rderungsleistungen gehandelt. Die zwischen den Abfahrts- und Zielorten zur&uuml;ckzulegenden Strecken seien durch den Schienenweg r&auml;umlich und zeitlich festgelegt. Die Fahrg&auml;ste h&auml;tten keine M&ouml;glichkeit, diese flexibel zu gestalten. Selbst die Orte, an denen Pausen eingelegt werden d&uuml;rften, seien durch sie, die Kl&auml;gerin, fest vorgegeben. Sie habe, weil sie den Reiseleiter stelle und die Reisegruppen auch w&auml;hrend der Bef&ouml;rderungen dessen Anweisungen Folge leisten m&uuml;ssten, die unmittelbare tats&auml;chliche Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die eingesetzten Draisinen behalten. Das Stellen des Begleitpersonals sei im Vergleich zum Betrieb der Fahrraddraisinen, bei dem eine kurze Einweisung am Abfahrtsort ausreiche, in den &uuml;brigen F&auml;llen unverzichtbar gewesen. Die Sicherungseinrichtungen der angebotenen Strecken erforderten insbesondere an Stellen, an denen stark befahrene Hauptverkehrsstra&szlig;en kreuzten, erfahrene Begleiter, die den Fahrg&auml;sten zur rechten Zeit die notwendigen Anweisungen erteilten. Die Funktion des von ihr, der Kl&auml;gerin, bei den Fahrten mit den Club- und Handhebeldraisinen gestellten Begleiters entspreche der eines Skippers. F&uuml;r die Durchf&uuml;hrung von Segelt&ouml;rns unter Stellung eines Skippers sei in der Rechtsprechung anerkannt, dass keine Vermietung eines Bef&ouml;rderungsmittels, sondern eine Bef&ouml;rderungsleistung vorliege. Nichts anderes k&ouml;nne f&uuml;r die begleiteten Draisinenfahrten gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Entscheidung des FG, den Umsatzsteuerbescheid 2006 vom 29.&nbsp;April 2010 sowie die Einspruchsentscheidung vom 29.&nbsp;Juli 2010 aufzuheben und weitere Ums&auml;tze in H&ouml;he von 133.000&nbsp;EUR statt dem Regelsteuersatz dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz zu unterwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es schlie&szlig;t sich den Ausf&uuml;hrungen in den Entscheidungsgr&uuml;nden des FG-Urteils an. Im &Uuml;brigen w&uuml;rden auch die Fahrten mit den Clubdraisinen nicht begleitet. Der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz komme daher allenfalls f&uuml;r die Ums&auml;tze aus dem Betrieb der Handhebeldraisinen in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet; sie war deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die W&uuml;rdigung des FG, dass es sich bei der &Uuml;berlassung der Draisinen um eine einheitliche Leistung gehandelt hat, die als Vermietung eines Bef&ouml;rderungsmittels zu beurteilen ist und damit nicht von der Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 Buchst.&nbsp;b des Umsatzsteuergesetzes in der im Streitjahr (2006) geltenden Fassung (UStG) erfasst wird, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Da zul&auml;ssige und begr&uuml;ndete Revisionsgr&uuml;nde gegen die W&uuml;rdigung des FG nicht vorgebracht worden sind, ist sie f&uuml;r den Senat bindend (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 Buchst.&nbsp;b UStG erm&auml;&szlig;igt sich die Steuer auf 7&nbsp;% u.a. f&uuml;r &quot;die Bef&ouml;rderungen von Personen im Schienenbahnverkehr, wenn die Bef&ouml;rderungsstrecke nicht mehr als 50&nbsp;Kilometer betr&auml;gt&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Regelung beruht auf Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Unterabs.&nbsp;3 i.V.m. Anhang&nbsp;H Kategorie Nr.&nbsp;5 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG). Danach sind die Mitgliedstaaten erm&auml;chtigt, einen erm&auml;&szlig;igten Steuersatz auf die &quot;Bef&ouml;rderung von Personen und des mitgef&uuml;hrten Gep&auml;cks&quot; anzuwenden. Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 der Richtlinie 77\/388\/EWG gibt den Mitgliedstaaten lediglich einen Rahmen vor, den diese nicht &uuml;berschreiten d&uuml;rfen. Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) ist auch eine selektive Anwendung der Erm&auml;chtigung zur Einf&uuml;hrung eines erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes erlaubt (EuGH-Urteile vom 8.&nbsp;Mai 2003 C-384\/01, Kommission\/Frankreich, Slg. 2003, I-4395 Rdnr.&nbsp;27; vom 6.&nbsp;Mai 2010 C-94\/09, Kommission\/Frankreich, Slg. 2010, I-4261 Rdnr.&nbsp;29), wenn die nationale Regelung insoweit &#8211;wie hier mit der Beschr&auml;nkung der Erm&auml;&szlig;igung auf kurze Strecken der Personenbef&ouml;rderung&#8211; den in der Richtlinie vorgegebenen Rahmen nicht &uuml;berschreitet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die f&uuml;r die Frage, ob mehrere zusammenh&auml;ngende Leistungen als eine einheitliche Leistung zu behandeln sind, erforderliche Gesamtbetrachtung aus Sicht des Durchschnittsverbrauchers (vgl. hierzu EuGH-Urteil vom 27.&nbsp;Oktober 2005 C-41\/04, Levob, Slg. 2005, I-9433, BFH\/NV 2006, 38 Rdnr.&nbsp;19; BFH-Urteile vom 17.&nbsp;April 2008 V&nbsp;R&nbsp;39\/05, BFH\/NV 2008, 1712, und vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2011 XI&nbsp;R&nbsp;25\/09, BFHE 233, 348, BStBl II 2011, 737, jeweils m.w.N. zur EuGH-Rechtsprechung) ist im Wesentlichen das Ergebnis einer tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung durch das FG, die den BFH grunds&auml;tzlich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindet (z.B. BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Januar 2011 V&nbsp;R&nbsp;63\/09, BFHE 233, 64, BStBl II 2011, 461, m.w.N.). Das FG ist in den F&auml;llen, in denen die Fahrten von Personal der Kl&auml;gerin begleitet wurden, von einer einheitlichen Leistung der Kl&auml;gerin ausgegangen. Das ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Gr&uuml;nde hiergegen sind von der Kl&auml;gerin nicht vorgebracht worden; die in der W&uuml;rdigung des FG zum Ausdruck gekommene Auffassung wird von den Beteiligten vielmehr geteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Es ist auch nicht zu beanstanden, dass das FG den Schwerpunkt dieser einheitlichen Leistung in der dem Regelsteuersatz unterliegenden Vermietung von Bef&ouml;rderungsmitteln gesehen hat und davon ausgegangen ist, dass die Voraussetzungen einer Bef&ouml;rderung von Personen im Schienenbahnverkehr i.S. des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 Buchst.&nbsp;b UStG nicht erf&uuml;llt sind. Die von der Kl&auml;gerin hiergegen vorgetragenen Einw&auml;nde greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die umsatzsteuerrechtliche Qualifizierung einer einheitlichen Leistung verlangt eine Bestimmung ihrer dominierenden Bestandteile (BFH-Urteile vom 8.&nbsp;September 2011 V&nbsp;R&nbsp;5\/10, BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620; vom 10.&nbsp;Februar 2010 XI&nbsp;R&nbsp;49\/07, BFHE 228, 456, BStBl II 2010, 1109, m.w.N. zur Rechtsprechung des EuGH). Es ist nicht abstrakt kl&auml;rbar, ob ein Unternehmer nur einen Bef&ouml;rderungserfolg, eine miet&auml;hnliche &Uuml;berlassung eines Bef&ouml;rderungsmittels mit Bef&ouml;rderung oder nur eine Vermietung schuldet. Vielmehr ist nach den jeweiligen Vereinbarungen zu entscheiden, welche Art von Verpflichtung &uuml;bernommen worden ist (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;September 1996 V&nbsp;R&nbsp;129\/93, BFHE 181, 216, BStBl II 1997, 164, mit Nachweisen aus der Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Grundlegendes Merkmal einer Vermietung ist, dass dem Mieter auf bestimmte Zeit gegen eine Verg&uuml;tung das Recht einger&auml;umt wird, einen Gegenstand so in Besitz zu nehmen, als ob er dessen Eigent&uuml;mer w&auml;re, und jede andere Person von diesem Recht auszuschlie&szlig;en (vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 12.&nbsp;Juni 2003 C-275\/01, Sinclair Collis Ltd., Slg. 2003, I-5965, Umsatzsteuer-Rundschau 2003, 348 Rdnr.&nbsp;25; BFH-Urteile in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620; vom 24.&nbsp;Januar 2008 V&nbsp;R&nbsp;12\/05, BFHE 221, 310, BStBl II 2009, 60). Mit der &Uuml;bergabe der Draisinen haben die Fahrg&auml;ste die tats&auml;chliche Gewalt &uuml;ber die Draisinen &uuml;bernommen und konnten auch fremde Dritte w&auml;hrend der vereinbarten Nutzungszeit von der Nutzung ausschlie&szlig;en. F&uuml;r die &Uuml;berlassung der Fahrraddraisinen ohne Begleitpersonal ist das auch nicht streitig. An dieser Beurteilung &auml;ndert auch die Begleitung durch Personal der Kl&auml;gerin bei der &Uuml;berlassung der Handhebeldraisinen und der Clubdraisinen nichts. Nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) war die Funktion des Personals der Kl&auml;gerin auf die Einhaltung der Sicherheitsrichtlinien durch die Fahrg&auml;ste beschr&auml;nkt. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin unterscheidet dies den vorliegenden Fall von dem dem Urteil des BFH vom 23.&nbsp;Januar 1992 V&nbsp;R&nbsp;66\/85 (BFHE 167, 221) zugrunde liegenden Sachverhalt, in dem der BFH die Leistungen eines sog. Skippers, der bei den von ihm veranstalteten Segelt&ouml;rns Sportsegler mitnahm. W&auml;hrend bei der Veranstaltung von Segelt&ouml;rns die Sachherrschaft &uuml;ber das Schiff beim veranstaltenden Skipper verbleibt, wenn dieser den komplexen Geschehensablauf eines Segelt&ouml;rns organisiert, bestimmt und verantwortet, ist die Sachherrschaft der Kl&auml;gerin durch nur aus Sicherheitsgr&uuml;nden mitfahrendes Personal nicht gew&auml;hrleistet. Aus diesem Grund besteht auch kein Widerspruch zum Senatsurteil in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620 zur Stellung eines Fahrzeugs mit Chauffeur.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ohne Versto&szlig; gegen Denkgesetze hat das FG auch ber&uuml;cksichtigt, dass die Bef&ouml;rderung nicht durch die Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrt wurde, sondern durch die Fahrg&auml;ste selbst erfolgte. Bef&ouml;rdern ist die r&auml;umliche Fortbewegung von Personen oder Gegenst&auml;nden, wobei die Art des Bef&ouml;rderungsmittels nicht von Bedeutung ist (BFH-Urteile in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620, Rz&nbsp;14, und in BFHE 233, 348, BStBl II 2011, 737, jeweils m.w.N.). Bef&ouml;rderungsleistungen werden vom Bef&ouml;rderungsunternehmer dabei regelm&auml;&szlig;ig mit Hilfe des in der Bedienung des Bef&ouml;rderungsmittels sachkundigen Personals bewirkt (BFH-Urteil in BFHE 181, 216, BStBl II 1997, 164). Der Beurteilung als Bef&ouml;rderungsleistung steht dabei allerdings nicht entgegen, wenn das Motiv f&uuml;r die Inanspruchnahme der Leistung nicht in dem wirtschaftlichen Nutzen einer Bef&ouml;rderung zu sehen ist, sondern in der sportlichen Bet&auml;tigung oder in anderen Gr&uuml;nden der Freizeitgestaltung oder des Tourismus (vgl. BFH-Urteile in BFHE 233, 348, BStBl II 2011, 737, Leitsatz&nbsp;1 und Rz&nbsp;20 zum Hochseeangeln; vom 30.&nbsp;Juni 2011 V&nbsp;R&nbsp;44\/10, BFHE 234, 504, BStBl II 2011, 1003, Leitsatz&nbsp;1 und Rz&nbsp;19 zu Stadtrundfahrten). Das FG hat sein Urteil jedoch zu Recht auch darauf gest&uuml;tzt, dass die Kunden die Draisinen aus eigener Kraft vom Ausgangspunkt an den Zielort verbracht haben und gerade dies zu erm&ouml;glichen, Schwerpunkt der Leistung war. Einer Bef&ouml;rderungsleistung liegt seitens des Bef&ouml;rderten ein passives Element zugrunde. Besorgt &#8211;wie im vorliegenden Fall&#8211; der Kunde die Bef&ouml;rderung selbst, spricht dies gegen eine Bef&ouml;rderungsleistung des Unternehmers. Auch diesem Gesichtspunkt steht die Begleitung der Fahrten durch Personal der Kl&auml;gerin nicht entgegen. Denn den Feststellungen des FG zufolge hatte die Begleitung durch die Mitarbeiter nicht den Zweck, den Transport der G&auml;ste durchzuf&uuml;hren, sondern sollte nur gew&auml;hrleisten, dass die Fahrg&auml;ste die Sicherheitsrichtlinien einhielten und ihnen eine sichere und gefahrlose Nutzung der Draisinen erm&ouml;glichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Aus den Beschl&uuml;ssen des BFH vom 10.&nbsp;Juli 2012 XI&nbsp;R&nbsp;22\/10 und XI&nbsp;R&nbsp;39\/10 (BFH\/NV 2012, 1911 und BFH\/NV 2012, 1914), mit dem der BFH dem EuGH die Frage zur Vorabentscheidung vorgelegt hat, ob Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Unterabs.&nbsp;3 i.V.m. Anhang&nbsp;H Kategorie&nbsp;5 der Richtlinie 77\/388\/EWG und Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Anhang&nbsp;III Kategorie&nbsp;5 der Richtlinie des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 2006\/112\/EG unter Beachtung des Neutralit&auml;tsprinzips einer nationalen Regelung entgegenstehen, die f&uuml;r die Bef&ouml;rderung von Personen im Verkehr mit Taxen im Nahverkehr den erm&auml;&szlig;igten Umsatzsteuersatz vorsieht, wohingegen f&uuml;r die Bef&ouml;rderung von Personen mit Mietwagen im Nahverkehr der Regelsteuersatz gilt, ergeben sich f&uuml;r die Beg&uuml;nstigung im Streitfall keine anderen Gesichtspunkte. Der BFH h&auml;lt in den Beschl&uuml;ssen in BFH\/NV 2012, 1911 und BFH\/NV 2012, 1914 einen Versto&szlig; gegen den Neutralit&auml;tsgrundsatz durch die unterschiedliche umsatzsteuerrechtliche Behandlung von Taxen- und Mietwagenums&auml;tzen f&uuml;r denkbar, weil es sich um gleichartige und deshalb miteinander in Wettbewerb stehende Dienstleistungen handeln k&ouml;nnte. Eine derartige Wettbewerbssituation zwischen den hier streitigen Draisinenfahrten und Taxenums&auml;tzen oder sonst steuerbeg&uuml;nstigten Ums&auml;tzen liegt nicht vor. Es liegen deshalb aus der Sicht des Verbrauchers keine gleichartigen Dienstleistungen vor, die dieselben Bed&uuml;rfnisse des Verbrauchers befriedigen. Denn im Vordergrund der von der Kl&auml;gerin ausgef&uuml;hrten Dienstleistungen hat nicht, wie bei Taxenfahrten, die &Uuml;berwindung einer r&auml;umlichen Entfernung gestanden, sondern das gemeinschaftliche Erlebnis einer Draisinenfahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.12.2012, V R 36\/11 Zum erm&auml;&szlig;igten Steuersatz bei der &Uuml;berlassung von Draisinenfahrzeugen (Bef&ouml;rderung von Personen im Schienenbahnverkehr) Tatbestand 1&nbsp; I. Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) durchgef&uuml;hrten Draisinenfahrten. 2&nbsp; Die Kl&auml;gerin ist eine Gesellschaft mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbH), die im Jahr &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-36-11-zum-ermaessigten-steuersatz-bei-der-ueberlassung-von-draisinenfahrzeugen-befoerderung-von-personen-im-schienenbahnverkehr-9\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;36\/11 &#8211; Zum erm&auml;&szlig;igten Steuersatz bei der &Uuml;berlassung von Draisinenfahrzeugen (Bef&ouml;rderung von Personen im Schienenbahnverkehr)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61572","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61572","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61572"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61572\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61572"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61572"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61572"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}