{"id":61573,"date":"2014-02-16T14:37:29","date_gmt":"2014-02-16T12:37:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61573"},"modified":"2014-02-16T14:37:29","modified_gmt":"2014-02-16T12:37:29","slug":"iii-r-33-12-einheitliche-ausuebung-des-gewinnermittlungswahlrechts-bei-der-einkommensteuerfestsetzung-und-der-kindergeldfestsetzung-einkommensteuerbescheid-des-kindes-kein-grundlagenbescheid-fuer-di-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-33-12-einheitliche-ausuebung-des-gewinnermittlungswahlrechts-bei-der-einkommensteuerfestsetzung-und-der-kindergeldfestsetzung-einkommensteuerbescheid-des-kindes-kein-grundlagenbescheid-fuer-di-9\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;33\/12 &#8211; Einheitliche Aus&uuml;bung des Gewinnermittlungswahlrechts bei der Einkommensteuerfestsetzung und der Kindergeldfestsetzung &#8211;&nbsp;&nbsp;Einkommensteuerbescheid des Kindes kein Grundlagenbescheid f&uuml;r die Kindergeldfestsetzung &#8211; Aus&uuml;bung des Gewinnermittlungswahlrechts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.12.2012, III R 33\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Einheitliche Aus&uuml;bung des Gewinnermittlungswahlrechts bei der Einkommensteuerfestsetzung und der Kindergeldfestsetzung &#8211;&nbsp;&nbsp;Einkommensteuerbescheid des Kindes kein Grundlagenbescheid f&uuml;r die Kindergeldfestsetzung &#8211; Aus&uuml;bung des Gewinnermittlungswahlrechts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Erzielt ein Kind gewerbliche Eink&uuml;nfte und steht ihm hinsichtlich der Gewinnermittlungsart ein Wahlrecht zwischen dem Betriebsverm&ouml;gensvergleich und der Einnahme-&Uuml;berschussrechnung zu, so kann dieses Wahlrecht auch bei der f&uuml;r die Kindergeldfestsetzung nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG 2002 notwendigen Ermittlung der Eink&uuml;nfte des Kindes nur vom Kind und nicht vom Kindergeldberechtigten ausge&uuml;bt werden.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Hat das Kind das Gewinnermittlungswahlrecht wirksam ausge&uuml;bt, so ist die gew&auml;hlte Gewinnermittlungsart sowohl im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung gegen&uuml;ber dem Kind als auch im Rahmen der Kindergeldfestsetzung gegen&uuml;ber dem Kindergeldberechtigten der Ermittlung der Eink&uuml;nfte des Kindes zugrunde zu legen. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) bezog f&uuml;r ihren am &#8230;&nbsp;November 1984 geborenen Sohn (S) Kindergeld. Bis 21.&nbsp;Juli 2006 befand sich S in einem Berufsausbildungsverh&auml;ltnis. Vom 31.&nbsp;August 2006 bis 1.&nbsp;Juli 2007 absolvierte er eine einj&auml;hrige Fachschulausbildung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>S erzielte im Streitzeitraum 2006 Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieb und aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. F&uuml;r Zwecke der Besteuerung ermittelte S seine Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb mit einem unter dem 10.&nbsp;April 2008 erstellten Jahresabschluss gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes 2002 (EStG), den er beim zust&auml;ndigen Finanzamt (FA) einreichte. Danach ergab sich ein Verlust in H&ouml;he von 8.964,15&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer im April 2008 bei der Beklagten und Revisionsbeklagten (Familienkasse) eingereichten Erkl&auml;rung zu den Eink&uuml;nften und Bez&uuml;gen des S gab die Kl&auml;gerin hingegen einen gewerblichen Verlust in H&ouml;he von 12.437&nbsp;EUR an, der mittels einer Einnahme-&Uuml;berschussrechnung vom 11.&nbsp;April 2008 ermittelt wurde. Danach h&auml;tten sich nach Berechnung der Kl&auml;gerin Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge in H&ouml;he von 5.158,79&nbsp;EUR ergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse setzte jedoch nur einen gewerblichen Verlust in H&ouml;he von 8.964,15&nbsp;EUR an und ermittelte danach Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge in H&ouml;he von 8.861,36&nbsp;EUR. Mit Bescheid vom 30.&nbsp;September 2008 hob die Familienkasse die Kindergeldfestsetzung f&uuml;r den Zeitraum Januar 2006 bis Dezember 2006 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;70 Abs.&nbsp;4 EStG auf und forderte das bereits ausgezahlte Kindergeld in H&ouml;he von 1.848&nbsp;EUR von der Kl&auml;gerin zur&uuml;ck. Den hiergegen gerichteten Einspruch wies die Familienkasse mit Einspruchsentscheidung vom 22.&nbsp;Februar 2011 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die dagegen gerichtete Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Zur Begr&uuml;ndung verwies es im Wesentlichen darauf, dass S sein Gewinnermittlungswahlrecht durch die Aufstellung des Jahresabschlusses ausge&uuml;bt habe und daher auch im Kindergeldfestsetzungsverfahren an die Gewinnermittlung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG gebunden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der vom Senat zugelassenen Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG, den Aufhebungsbescheid vom 30.&nbsp;September 2008 sowie die Einspruchsentscheidung vom 22.&nbsp;Februar 2011 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und wird daher zur&uuml;ckgewiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der Kl&auml;gerin kein Kindergeldanspruch zusteht, weil die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge des S im Streitzeitraum 2006 den Grenzbetrag des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG &uuml;berschritten haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a, Satz&nbsp;2 EStG in der im Streitzeitraum 2006 geltenden Fassung ist ein Kind, das noch nicht das 27.&nbsp;Lebens-jahr vollendet hat und f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wird, nur zu ber&uuml;cksichtigen, wenn seine Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge, die zur Bestreitung des Unterhalts oder der Berufsausbildung bestimmt oder geeignet sind, den Jahresgrenzbetrag von 7.680&nbsp;EUR nicht &uuml;bersteigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Rechtsprechung des Senats ist unter dem Begriff der Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG entsprechend der Definition in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 EStG bei den Eink&uuml;nften aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbst&auml;ndiger Arbeit der Gewinn (&sect;&sect;&nbsp;4 bis 7k EStG) und bei den anderen Einkunftsarten der &Uuml;berschuss der Einnahmen &uuml;ber die Werbungskosten (&sect;&sect;&nbsp;8 bis 9a EStG) zu verstehen (vgl. Senatsurteil vom 22.&nbsp;Dezember 2011 III&nbsp;R&nbsp;69\/09, BFHE 236, 298, BStBl II 2012, 888, m.w.N.). Ebenso ist f&uuml;r die zeitliche Zuordnung der Eink&uuml;nfte auf den Eink&uuml;nftebegriff des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 EStG abzustellen. Daher ist &#8211;entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin&#8211; das Zuflussprinzip des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG nur im Rahmen der &Uuml;berschusseinkunftsarten des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG anzuwenden, l&auml;sst nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 EStG dagegen die f&uuml;r die Gewinneinkunftsarten des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG geltenden Sondervorschriften (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;5 EStG) unber&uuml;hrt (Senatsurteil in BFHE 236, 298, BStBl II 2012, 888).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) aa) Die Familienkasse hat die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge eines Kindes selbst&auml;ndig und ohne Bindung an den Inhalt eines f&uuml;r das Kind ergangenen Einkommensteuerbescheids zu ermitteln. Dem f&uuml;r das Kind ergangenen Einkommensteuerbescheid kommt f&uuml;r die Festsetzung des Kindergelds keine Bindungswirkung zu, es handelt sich dabei nicht um einen Grundlagenbescheid i.S. des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 der Abgabenordnung (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.&nbsp;November 2001 VI&nbsp;R&nbsp;125\/00, BFHE 197, 387, BStBl II 2002, 296; Senatsbeschluss vom 31.&nbsp;Oktober 2008 III&nbsp;B&nbsp;109\/08, BFH\/NV 2009, 160). Unerheblich ist daher auch, dass die Kl&auml;gerin mangels Beschwer nicht gegen die Einkommensteuerfestsetzung gegen&uuml;ber dem S vorgehen kann. Da sie durch eine fehlerhafte Eink&uuml;nfteberechnung der Familienkasse beschwert w&auml;re, st&uuml;nden ihr insoweit ausreichende Rechtsschutzm&ouml;glichkeiten zur Verf&uuml;gung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Hieraus ergibt sich jedoch nicht, dass das steuerpflichtige Kind steuerliche Wahlrechte f&uuml;r Zwecke der Steuerfestsetzung und der Kindergeldfestsetzung unterschiedlich aus&uuml;ben k&ouml;nnte. Da der Eink&uuml;nftebegriff des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG dem des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 EStG entspricht, sind auch die f&uuml;r die einzelnen Einkunftsarten geltenden Einkunftsermittlungsvorschriften zu beachten (vgl. etwa Gr&ouml;nke-Reimann in Herrmann\/Heuer\/ Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;32 EStG Rz&nbsp;136). Insoweit bestimmen die f&uuml;r die einzelnen Einkunftsarten geltenden Vorschriften des materiellen und formellen Steuerrechts, ob und gegebenenfalls in welcher Art und Weise ein steuerliches Wahlrecht ausge&uuml;bt wird. Hat der Steuerpflichtige f&uuml;r Zwecke der Einkommensteuerfestsetzung ein steuerrechtliches Wahlrecht wirksam in bestimmter Weise ausge&uuml;bt, ist dies deshalb auch f&uuml;r die Eink&uuml;nfteberechnung im Rahmen des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG ma&szlig;gebend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2.&nbsp;a)&nbsp;aa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG m&uuml;ssen Gewerbetreibende, die auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, B&uuml;cher zu f&uuml;hren und regelm&auml;&szlig;ig Abschl&uuml;sse zu machen, oder die ohne eine solche Verpflichtung B&uuml;cher f&uuml;hren und regelm&auml;&szlig;ig Abschl&uuml;sse machen, f&uuml;r den Schluss des Wirtschaftsjahres das Betriebsverm&ouml;gen ansetzen (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG), das nach den handelsrechtlichen Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung auszuweisen ist. Trifft sie eine solche Verpflichtung nicht und f&uuml;hren sie keine B&uuml;cher und machen sie keine Abschl&uuml;sse, k&ouml;nnen sie nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG als Gewinn den &Uuml;berschuss der Betriebseinnahmen &uuml;ber die Betriebsausgaben ansetzen. Nicht buchf&uuml;hrungspflichtige Gewerbetreibende, die auch freiwillig keine B&uuml;cher f&uuml;hren und keine Abschl&uuml;sse machen, haben danach das Recht, zwischen der Gewinnermittlung nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG und nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG zu w&auml;hlen (BFH-Urteile vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2009 IV&nbsp;R&nbsp;57\/07, BFHE 224, 513, BStBl II 2009, 659, und vom 21.&nbsp;Juli 2009 X&nbsp;R&nbsp;46\/08, BFH\/NV 2010, 186).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin steht das Wahlrecht nur dem Steuerpflichtigen, d.h. im vorliegenden Fall dem Kind S, zu. Dass die Eink&uuml;nfte des Kindes &uuml;ber &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG den Kindergeldanspruch der Kl&auml;gerin beeinflussen, bedeutet nicht, dass einkommensteuerrechtliche Wahlrechte des Kindes im Kindergeldfestsetzungsverfahren vom Kindergeldberechtigten ausge&uuml;bt werden k&ouml;nnen. Die Regelung des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG enth&auml;lt nur eine Ankn&uuml;pfung an die Definition des Eink&uuml;nftebegriffs des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 EStG, sie f&uuml;hrt indessen nicht dazu, dass hinsichtlich der Person des Steuerpflichtigen das Kind durch den Kindergeldberechtigten ersetzt w&uuml;rde. Folglich kann es auch nicht zu dem von der Kl&auml;gerin angegriffenen &Uuml;bergang einer von S freiwillig &uuml;bernommenen Buchf&uuml;hrungspflicht auf die Kl&auml;gerin kommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Auslegung widerspricht nicht dem von der Kl&auml;gerin zitierten BFH-Urteil vom 30.&nbsp;September 1980 VIII&nbsp;R&nbsp;201\/78 (BFHE 132, 228, BStBl II 1981, 301). In diesem Fall ging es um die Frage, ob der Steuerpflichtige eine Wahl zwischen den Gewinnermittlungsarten getroffen haben kann, wenn er bestreitet, gewerblich t&auml;tig geworden zu sein. Diese Frage stellt sich im Streitfall nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Wahlrecht zur Gewinnermittlung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG entf&auml;llt erst mit der Erstellung des Abschlusses, nicht hingegen bereits mit der Einrichtung der Buchf&uuml;hrung. Da der Steuerpflichtige den Abschluss erst nach Ablauf des Gewinnermittlungszeitraums erstellt, wird die Wahl zwischen den Gewinnermittlungsarten auch erst durch den Abschluss und folglich nicht bereits zu Beginn des Wirtschaftsjahres ausge&uuml;bt (BFH-Urteil in BFHE 224, 513, BStBl II 2009, 659, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hat der Steuerpflichtige wirksam die Einnahme-&Uuml;berschussrechnung als Gewinnermittlungsmethode gew&auml;hlt, kann er nicht sp&auml;ter f&uuml;r das betreffende Wirtschaftsjahr diese Wahl r&uuml;ckg&auml;ngig machen und die Gewinnermittlung durch Bestandsvergleich w&auml;hlen (BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Oktober 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;74\/05, BFHE 223, 261, BStBl II 2009, 238; Nacke in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&sect;&nbsp;4, 5 Rz&nbsp;1504).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso scheidet die Wahl der Gewinnermittlung durch Bestandsvergleich aus, wenn der Steuerpflichtige nicht zeitnah zu Beginn des Gewinnermittlungszeitraums eine Er&ouml;ffnungsbilanz aufgestellt und eine den handelsrechtlichen Grunds&auml;tzen ordnungsgem&auml;&szlig;er Buchf&uuml;hrung entsprechende (zur Geltung bei freiwillig Buchf&uuml;hrenden s. HHR\/Stobbe, &sect;&nbsp;5 EStG Rz&nbsp;35) Buchf&uuml;hrung eingerichtet hat (BFH-Urteil in BFHE 224, 513, BStBl II 2009, 659).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ein Einzelunternehmer hat seine Einnahme-&Uuml;berschussrechnung bzw. seinen Bestandsvergleich in dem Zeitpunkt erstellt, in dem er sie bzw. ihn fertiggestellt hat und objektiv erkennbar als endg&uuml;ltig ansieht (vgl. hierzu Bl&uuml;mich\/Ehmcke, &sect;&nbsp;6 EStG Rz&nbsp;44). Als Beweisanzeichen daf&uuml;r, dass der Einzelunternehmer die fertiggestellte Gewinnermittlung als endg&uuml;ltig ansieht, kann u.a. die Tatsache gewertet werden, dass er sie in den Rechtsverkehr begibt (z.B. &Uuml;bersendung an das FA).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG ist von den vorgenannten Grunds&auml;tzen ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es hat festgestellt, dass S nicht gesetzlich verpflichtet gewesen ist, B&uuml;cher zu f&uuml;hren, jedoch freiwillig B&uuml;cher gef&uuml;hrt und f&uuml;r 2006 einen Abschluss durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich erstellt hat. Nach den Feststellungen des FG wurde der Bestandsvergleich auch zeitlich vor der Einnahme-&Uuml;berschussrechnung erstellt. Denn S hat bereits am 10.&nbsp;April 2008 den Bestandsvergleich fertiggestellt. Er hat diesen auch objektiv erkennbar als endg&uuml;ltig angesehen, was sich daraus ergibt, dass er ihn nach den Feststellungen des FG beim FA eingereicht hat. Zum Zeitpunkt der Erstellung der Einnahme-&Uuml;berschussrechnung (11.&nbsp;April 2008) war das Wahlrecht bereits wegen des zeitlich fr&uuml;her erfolgten Bestandsvergleichs verbraucht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dahingestellt lassen kann der Senat, ob sich etwas anderes erg&auml;be, wenn &#8211;wie von der Kl&auml;gerin vorgetragen&#8211; zun&auml;chst die Einnahme-&Uuml;berschussrechnung erstellt, diese dann aber erst sp&auml;ter als der Bestandsvergleich ausgedruckt worden w&auml;re. Denn insoweit handelt es sich um ein im Revisionsverfahren unbeachtliches neues Vorbringen (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO). Weder hat die Kl&auml;gerin ausweislich des Tatbestands des angefochtenen Urteils diesen Sachverhalt im finanzgerichtlichen Verfahren vorgetragen noch hat sie insoweit einen &#8211;befristeten&#8211; Antrag auf Tatbestandsberichtigung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;108 Abs.&nbsp;1 FGO gestellt. Ebenso wenig hat sie eine Verfahrensr&uuml;ge wegen einer Verletzung der Amtsermittlungspflicht seitens des FG erhoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.12.2012, III R 33\/12 Einheitliche Aus&uuml;bung des Gewinnermittlungswahlrechts bei der Einkommensteuerfestsetzung und der Kindergeldfestsetzung &#8211;&nbsp;&nbsp;Einkommensteuerbescheid des Kindes kein Grundlagenbescheid f&uuml;r die Kindergeldfestsetzung &#8211; Aus&uuml;bung des Gewinnermittlungswahlrechts Leits&auml;tze 1. Erzielt ein Kind gewerbliche Eink&uuml;nfte und steht ihm hinsichtlich der Gewinnermittlungsart ein Wahlrecht zwischen dem Betriebsverm&ouml;gensvergleich und der Einnahme-&Uuml;berschussrechnung zu, so kann dieses Wahlrecht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-33-12-einheitliche-ausuebung-des-gewinnermittlungswahlrechts-bei-der-einkommensteuerfestsetzung-und-der-kindergeldfestsetzung-einkommensteuerbescheid-des-kindes-kein-grundlagenbescheid-fuer-di-9\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;33\/12 &#8211; Einheitliche Aus&uuml;bung des Gewinnermittlungswahlrechts bei der Einkommensteuerfestsetzung und der Kindergeldfestsetzung &#8211;&nbsp;&nbsp;Einkommensteuerbescheid des Kindes kein Grundlagenbescheid f&uuml;r die Kindergeldfestsetzung &#8211; Aus&uuml;bung des Gewinnermittlungswahlrechts<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61573","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61573"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61573\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}