{"id":61583,"date":"2014-02-16T14:33:37","date_gmt":"2014-02-16T12:33:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61583"},"modified":"2014-02-16T14:33:37","modified_gmt":"2014-02-16T12:33:37","slug":"vi-r-17-12-1-regelung-bei-ueberlassung-mehrerer-kfz-ermessensfehlerhafte-inhaftungnahme-des-arbeitgebers-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-17-12-1-regelung-bei-ueberlassung-mehrerer-kfz-ermessensfehlerhafte-inhaftungnahme-des-arbeitgebers-6\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;17\/12 &#8211; 1 %-Regelung bei &Uuml;berlassung mehrerer Kfz &#8211; Ermessensfehlerhafte Inhaftungnahme des Arbeitgebers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.6.2013, VI R 17\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">1 %-Regelung bei &Uuml;berlassung mehrerer Kfz &#8211; Ermessensfehlerhafte Inhaftungnahme des Arbeitgebers<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. &Uuml;berl&auml;sst der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer mehr als ein Kfz auch zur privaten Nutzung, so ist der in der &Uuml;berlassung des Fahrzeugs zur privaten Nutzung liegende geldwerte Vorteil f&uuml;r jedes Fahrzeug nach der 1 %-Regelung zu berechnen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Inhaftungnahme des Arbeitgebers nach &sect; 42d Abs. 3 Satz 2 EStG ist regelm&auml;&szlig;ig ermessensfehlerhaft, wenn der Arbeitgeber entsprechend einer Billigkeitsregelung der Finanzbeh&ouml;rden Lohnsteuer materiell unzutreffend einbeh&auml;lt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, betreibt ein Geb&auml;udereinigungsunternehmen. Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer sind die Eheleute A und B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 2004 bis 2006 wurde festgestellt, dass die Kl&auml;gerin A zwei Kfz zur uneingeschr&auml;nkten Nutzung &uuml;berlassen habe. Dabei handelt es sich um eine BMW-Limousine und eine BMW-Gel&auml;ndelimousine X5. Der Pr&uuml;fer erfasste wegen der unterschiedlichen Nutzungseigenschaften die Nutzung beider Fahrzeuge als Sachbezug und setzte f&uuml;r die BMW-Gel&auml;ndelimousine X5 auf der Grundlage der sog. 1&nbsp;%-Regelung einen weiteren Sachbezug in H&ouml;he von 8.484&nbsp;EUR j&auml;hrlich an. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) schloss sich der Auffassung des Pr&uuml;fers an und erlie&szlig; einen auf &sect;&nbsp;42d des Einkommensteuergesetzes (EStG) gest&uuml;tzten Haftungsbescheid f&uuml;r Lohnsteuer 2004 bis 2006. Den hiergegen gerichteten Einspruch wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2009 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 2104 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden als unbegr&uuml;ndet ab.<br \/>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG des Saarlandes vom 19.&nbsp;Oktober 2011&nbsp; 2&nbsp;K&nbsp;1123\/09 und den Haftungsbescheid vom 18.&nbsp;Oktober 2007 i.d.F. der Einspruchsentscheidung vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2009 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur erneuten Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Feststellungen des FG erlauben keine abschlie&szlig;ende Beurteilung, ob f&uuml;r die BMW-Gel&auml;ndelimousine&nbsp;X5 &uuml;ber den bereits f&uuml;r die BMW-Limousine erfassten geldwerten Vorteil hinaus ein weiterer geldwerter Vorteil als Lohn zu erfassen und ob die Inanspruchnahme der Kl&auml;gerin durch Haftungsbescheid ermessensgerecht war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;42d Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG haftet der Arbeitgeber f&uuml;r die Lohnsteuer, die er nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 3, Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn &#8211;auch soweit er durch einen Dritten gew&auml;hrt wird&#8211; f&uuml;r Rechnung des Arbeitnehmers einzubehalten und nach &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG abzuf&uuml;hren hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. a) &Uuml;berl&auml;sst der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt einen Dienstwagen auch zur privaten Nutzung, f&uuml;hrt das nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Senats zu einem als Lohnzufluss nach &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG zu erfassenden steuerbaren Nutzungsvorteil des Arbeitnehmers (Senatsurteil vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2013 VI&nbsp;R&nbsp;31\/10, BFHE 241, 167, m.w.N.). Der Arbeitnehmer ist um den Betrag bereichert, den er f&uuml;r eine vergleichbare Nutzung aufwenden m&uuml;sste und den er sich durch die &Uuml;berlassung des Fahrzeugs durch den Arbeitgeber erspart. Die &Uuml;berlassung eines Dienstwagens durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer f&uuml;r dessen Privatnutzung f&uuml;hrt damit unabh&auml;ngig von den tats&auml;chlichen Nutzungsverh&auml;ltnissen zu einer Bereicherung des Arbeitnehmers. Denn der Vorteil aus der Nutzungs&uuml;berlassung umfasst das Zurverf&uuml;gungstellen des Fahrzeugs selbst sowie die &Uuml;bernahme s&auml;mtlicher damit verbundener Kosten wie Steuern, Versicherungspr&auml;mien, Reparatur-, Wartungs- und Treibstoffkosten und damit nutzungsabh&auml;ngige wie -unabh&auml;ngige Kosten (zuletzt Senatsurteil in BFHE 241, 167, m.w.N.). Der geldwerte Vorteil aus der unentgeltlichen bzw. verbilligten &Uuml;berlassung eines Dienstwagens durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer f&uuml;r dessen Privatnutzung flie&szlig;t dem Arbeitnehmer mit der Inbesitznahme des Dienstwagens und nicht (erst) mit der tats&auml;chlichen privaten Nutzung des PKW zu (Senatsurteil in BFHE 241, 167, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der als Lohnzufluss zu erfassende geldwerte Vorteil aus der unentgeltlichen oder verbilligten &Uuml;berlassung eines Kfz zu privaten Zwecken ist grunds&auml;tzlich nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz 2 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG zu bewerten. Der tats&auml;chliche Umfang der Privatnutzung wird nur ber&uuml;cksichtigt, wenn der Steuerpflichtige diesen durch ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch nachweist. Ist dies der Fall, ist der f&uuml;r die &Uuml;berlassung eines dienstlichen Kfz zur privaten Nutzung anzusetzende geldwerte Vorteil entsprechend dem Anteil der Privatnutzung an den insgesamt f&uuml;r das Kfz angefallenen Aufwendungen zu berechnen (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG). Werden dem Arbeitnehmer zwei Fahrzeuge zur privaten Nutzung &uuml;berlassen und fehlt es an ordnungsgem&auml;&szlig;en Fahrtenb&uuml;chern, so ist der in der &Uuml;berlassung des Fahrzeugs zur privaten Nutzung liegende geldwerte Vorteil f&uuml;r jedes Fahrzeug nach der 1&nbsp;%-Regelung zu berechnen (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Wortlaut des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG bietet keinen Anhalt f&uuml;r die Annahme, dass in F&auml;llen, in denen der Arbeitnehmer arbeitsvertraglich mehr als ein Fahrzeug unentgeltlich oder verbilligt privat nutzen darf, die 1&nbsp;%-Regelung nur f&uuml;r ein Fahrzeug gelten soll. Es besteht auch kein Grund, die Vorschrift einschr&auml;nkend auszulegen. Denn werden dem Arbeitnehmer arbeitsvertraglich zwei Fahrzeuge zur privaten Nutzung &uuml;berlassen, wird ihm ein doppelter Nutzungsvorteil zugewandt. Er kann nach Belieben auf beide Fahrzeuge zugreifen und diese entweder selbst nutzen oder &#8211;soweit arbeitsvertraglich erlaubt&#8211; einem Dritten &uuml;berlassen. Hierdurch erspart er sich den Betrag, den er f&uuml;r die Nutzungsm&ouml;glichkeit vergleichbarer Fahrzeuge am Markt aufwenden m&uuml;sste (vgl. Senatsurteil in BFHE 241, 167). Der Arbeitnehmer hat es &uuml;berdies selbst in der Hand, durch F&uuml;hrung eines Fahrtenbuchs eine Besteuerung anhand der tats&auml;chlich f&uuml;r die Privatfahrten angefallenen Kosten zu erreichen oder, falls er auf die Nutzungsm&ouml;glichkeit zweier PKW keinen Wert legt, eine abweichende entsprechende arbeitsvertragliche Regelung zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Feststellungen in der Vorentscheidung tragen die Folgerung des FG nicht, aufgrund der &Uuml;berlassung der BMW-Gel&auml;ndelimousine X5 sei Lohnsteuer abzuf&uuml;hren gewesen. In der Vorentscheidung ist lediglich ausgef&uuml;hrt, anl&auml;sslich einer Betriebspr&uuml;fung sei festgestellt worden, dass die Kl&auml;gerin A zwei Fahrzeuge auch zur privaten Nutzung &uuml;berlassen habe. Festgestellt ist hingegen nicht, ob auch das zweite Fahrzeug arbeitsvertraglich &uuml;berlassen wurde. Fehlt es hieran, kann eine vertragswidrige Nutzung vorliegen, die im Falle der &Uuml;berlassung eines PKW an einen Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer zu einer verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) f&uuml;hren kann. Eine vertragswidrige Nutzung in diesem Sinne liegt auch vor, wenn die Nutzung ohne eine fremd&uuml;bliche Vereinbarung erfolgt oder dar&uuml;ber hinausgeht (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.&nbsp;Januar 2008 I&nbsp;R&nbsp;8\/06, BFHE 220, 276, BStBl II 2012, 260; Senatsurteil vom 23.&nbsp;April 2009 VI&nbsp;R&nbsp;81\/06, BFHE 225, 33, BStBl II 2012, 262). Sollte das FG im zweiten Rechtsgang zu dem Ergebnis kommen, dass hinsichtlich der &Uuml;berlassung des zweiten Fahrzeugs eine vGA vorliegt, kann der hierauf entfallende Betrag im angefochtenen Lohnsteuer-Haftungsbescheid nicht angesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Kommt das FG hingegen zu dem Ergebnis, dass die Kfz-&Uuml;berlassung als lohnsteuerbarer geldwerter Vorteil anzusetzen ist, wird es zu beachten haben, dass die Erf&uuml;llung des Haftungstatbestands nicht ohne weiteres die Inanspruchnahme des Arbeitgebers als Haftungsschuldner zu rechtfertigen vermag. &Uuml;ber dessen Inanspruchnahme hat das FA vielmehr aufgrund pflichtgem&auml;&szlig;en Ermessens zu entscheiden (&sect;&nbsp;42d Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG). Die Ermessensaus&uuml;bung hat das FG im Rahmen des &sect;&nbsp;102&nbsp;FGO zu &uuml;berpr&uuml;fen und dabei vorliegend Tz.&nbsp;I.2 des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 28.&nbsp;Mai 1996 IV&nbsp;B&nbsp;6&nbsp;-S&nbsp;2334- 173\/96 (BStBl I 1996, 654) in den Blick zu nehmen. Danach kann bei &Uuml;berlassung mehrerer Fahrzeuge der Listenpreis des &uuml;berwiegend genutzten Fahrzeugs zugrunde gelegt werden, wenn die Nutzung der Fahrzeuge durch andere zur Privatsph&auml;re des Arbeitnehmers geh&ouml;rende Personen so gut wie ausgeschlossen ist. Das vom FG genannte BMF-Schreiben vom 21.&nbsp;Januar 2002 IV&nbsp;A&nbsp;6&nbsp;-S&nbsp;2177-&nbsp;1\/02 (BStBl I 2002, 148, Tz.&nbsp;9 Satz&nbsp;2) &#8211;ersetzt durch das BMF-Schreiben vom 18.&nbsp;November 2009 IV&nbsp;C&nbsp;6-S&nbsp;2177\/07\/10004 (BStBl I 2009, 1326, vgl. Tz.&nbsp;36)&#8211; betrifft Nutzungsentnahmen und ist daher im Streitfall nicht einschl&auml;gig. Das FG hat die Anwendungsvoraussetzungen dieser Verwaltungsvorschrift zu Unrecht offengelassen, weil &#8211;unterstellt, es handle sich um eine Billigkeitsvorschrift&#8211; eine Steuerfestsetzung im Billigkeitswege in einem gesonderten Verfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung angestrebt werden m&uuml;sse. Denn diese f&uuml;r das Steuerfestsetzungsverfahren zutreffenden Ausf&uuml;hrungen (vgl. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;24\/08, BFHE 228, 499, BStBl II 2010, 903) gelten f&uuml;r einen Haftungsbescheid nicht. Liegen die Voraussetzungen der Tz.&nbsp;2 des BMF-Schreibens in BStBl I 1996, 654 nach den vom FG noch zu treffenden Feststellungen vor, hat die Kl&auml;gerin unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Billigkeitsregelung die Lohnsteuer korrekt abgef&uuml;hrt: sie hat die 1&nbsp;%-Regelung entsprechend den Vorgaben in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG auf das teurere der beiden Fahrzeuge angewandt, die Lohnsteuer hierf&uuml;r angemeldet und abgef&uuml;hrt. Die Inanspruchnahme der Kl&auml;gerin im Wege des Haftungsbescheids w&auml;re dann ermessensfehlerhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.6.2013, VI R 17\/12 1 %-Regelung bei &Uuml;berlassung mehrerer Kfz &#8211; Ermessensfehlerhafte Inhaftungnahme des Arbeitgebers Leits&auml;tze 1. &Uuml;berl&auml;sst der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer mehr als ein Kfz auch zur privaten Nutzung, so ist der in der &Uuml;berlassung des Fahrzeugs zur privaten Nutzung liegende geldwerte Vorteil f&uuml;r jedes Fahrzeug nach der 1 %-Regelung zu &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-17-12-1-regelung-bei-ueberlassung-mehrerer-kfz-ermessensfehlerhafte-inhaftungnahme-des-arbeitgebers-6\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;17\/12 &#8211; 1 %-Regelung bei &Uuml;berlassung mehrerer Kfz &#8211; Ermessensfehlerhafte Inhaftungnahme des Arbeitgebers<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61583","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61583"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61583\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}