{"id":61590,"date":"2014-02-16T14:33:34","date_gmt":"2014-02-16T12:33:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61590"},"modified":"2014-02-16T14:33:34","modified_gmt":"2014-02-16T12:33:34","slug":"x-r-37-10-neue-rechtsmittelfrist-bei-berichtigungsbeschluss-nach-unrichtiger-rechtsmittelbelehrung-bewirtungsaufwendungen-bei-kaffeefahrten-sachlicher-anwendungsbereich-von-par-4-abs-5-satz-1-nr-2-est","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-37-10-neue-rechtsmittelfrist-bei-berichtigungsbeschluss-nach-unrichtiger-rechtsmittelbelehrung-bewirtungsaufwendungen-bei-kaffeefahrten-sachlicher-anwendungsbereich-von-par-4-abs-5-satz-1-nr-2-est\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;37\/10 &#8211; Neue Rechtsmittelfrist bei Berichtigungsbeschluss nach unrichtiger Rechtsmittelbelehrung &#8211; Bewirtungsaufwendungen bei Kaffeefahrten &#8211; Sachlicher Anwendungsbereich von &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG a.F."},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.7.2013, X R 37\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Neue Rechtsmittelfrist bei Berichtigungsbeschluss nach unrichtiger Rechtsmittelbelehrung &#8211; Bewirtungsaufwendungen bei Kaffeefahrten &#8211; Sachlicher Anwendungsbereich von &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG a.F.<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist in den Streitjahren 2001 bis 2003 zusammen mit seiner Ehefrau zur Einkommensteuer veranlagt worden. Als selbst&auml;ndiger Werbekaufmann erzielte er Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers in den Streitjahren bestand aus der Durchf&uuml;hrung von Verkaufsveranstaltungen entweder in Lokalen, zu denen die Teilnehmer selbst anreisten (&quot;Stadtsaalveranstaltungen&quot;) oder im Rahmen von Ausflugsfahrten, bei denen die Teilnehmer mit einem Bus zu einem Veranstaltungsort gebracht wurden (&quot;Kaffeefahrten&quot;). In beiden F&auml;llen wurde unabh&auml;ngig vom Kauf von Waren jeweils ein Essen oder Kaffee und Kuchen gereicht. Die Teilnehmer der sog. Kaffeefahrten hatten f&uuml;r die Veranstaltung ein &#8211;wenn auch geringes&#8211; Entgelt zu entrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Regel organisierten hierauf spezialisierte Unternehmen (sog. Planungsb&uuml;ros) diese Verkaufsveranstaltungen. Mit dem Gastwirt vereinbarten sie den Preis der auszugebenden Essen sowie die Mindestabnahmemenge und eine &#8211;nur in Einzelf&auml;llen&#8211; anfallende Saalmiete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger setzte sich telefonisch mit den Planungsb&uuml;ros in Verbindung, um zu erfahren, bei welchen Veranstaltungen er auftreten konnte. Dort bot er Produkte &#8211;&uuml;berwiegend Nahrungserg&auml;nzungsmittel, orthop&auml;dische Matratzen und Strahlenschutzmatten&#8211; an und erhielt, soweit er diese nicht in eigenem Namen verkaufte, vom Hersteller eine Verkaufsprovision. Aufwendungen f&uuml;r Essen bzw. Kaffee und Kuchen sowie die Saalmiete musste der Kl&auml;ger tragen. Die vorliegenden Rechnungen und Quittungen erf&uuml;llen &#8211;was zwischen den Beteiligten unstreitig ist&#8211; die im Rahmen des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 des Einkommensteuergesetzes in der in den Streitjahren g&uuml;ltigen Fassung (EStG a.F.) geforderten Angaben nicht. Die Aufwendungen f&uuml;r Essen bzw. Kaffee und Kuchen sowie Saalmiete behandelte der Kl&auml;ger als uneingeschr&auml;nkt abziehbare Betriebsausgaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine steuerliche Au&szlig;enpr&uuml;fung sah der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die fraglichen Veranstaltungskosten, soweit sie nicht die gesondert ausgewiesenen Saalmieten betrafen, als Bewirtungsaufwendungen i.S. des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG a.F. an und lie&szlig; sie aufgrund der nicht erf&uuml;llten Aufzeichnungspflichten aus &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG a.F. nicht als Betriebsausgaben zum Abzug zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seinem Einspruch gegen die nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheide und Gewerbesteuermessbescheide vertrat der Kl&auml;ger erfolglos die Ansicht, die Bewirtungen seien nicht kostenlos erfolgt, da die Teilnehmer bei den Busfahrten f&uuml;r die Fahrt einschlie&szlig;lich Bewirtung einen Teilnehmerbetrag bezahlt h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte in diesem Punkt Erfolg. Das Finanzgericht (FG) vertrat in dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2011, 1314 ver&ouml;ffentlichten Urteil die Auffassung, wenn auch die Teilnehmer die fraglichen Essen oder Kaffee und Kuchen unabh&auml;ngig vom Kauf der beworbenen Produkte kostenlos gereicht bek&auml;men, so fielen die Aufwendungen dennoch nicht in den Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. Nach dem Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse sei nicht der Kl&auml;ger, sondern das jeweilige Planungsb&uuml;ro der &quot;Bewirtende&quot; im Sinne dieser Vorschrift gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit der Revision die Verletzung materiellen Rechts. Ausgehend vom Wortlaut in &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;a.F. sei derjenige die bewirtende Person, der die Rechnung bezahle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er habe Provisionen erhalten und im Gegenzug die Saalmiete und die Essen bezahlen m&uuml;ssen. Auch sei zu beachten, dass die Auslobung der Essen als Werbemittel bei der Durchf&uuml;hrung der Verkaufsveranstaltungen gedient h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist zul&auml;ssig. Auch wenn die Revision erst mehr als einen Monat nach Zustellung des Urteils eingelegt wurde, ist sie nicht versp&auml;tet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist die Revision innerhalb eines Jahres einzulegen, wenn in dem finanzgerichtlichen Urteil eine Rechtsmittelbelehrung unterblieben oder unrichtig erteilt ist. Nennt eine Entscheidung &#8211;wie im Streitfall&#8211; nicht das richtige Rechtsmittel, ist sie fehlerhaft, da in diesem Fall die verfahrensrechtliche Lage nicht zutreffend wiedergegeben wird (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19.&nbsp;Dezember 1995 IX&nbsp;R&nbsp;48\/92, BFHE 179, 386, BStBl II 1996, 198).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bekanntgabe eines &#8211;die richtige Rechtsmittelbelehrung beinhaltenden&#8211; Berichtigungsbeschlusses beginnt eine neue Rechtsmittelfrist (BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Juli 2004 IX&nbsp;R&nbsp;44\/01, BFH\/NV 2005, 188), hier als neue Revisionsfrist, zu laufen. Diese Frist betr&auml;gt einen Monat nach Zustellung des Berichtigungsbeschlusses. Das FA hat innerhalb dieser neuen Rechtsmittelfrist Revision eingelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auffassung des FG, es l&auml;gen keine Bewirtungsaufwendungen i.S. des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG a.F. vor, weil der Kl&auml;ger nicht als &quot;Bewirtender&quot; im Sinne dieser Vorschrift anzusehen sei, ist rechtsfehlerhaft (dazu unter 1.). Der Senat kann auf Grundlage der vom FG getroffenen Feststellungen allerdings keine eigene abschlie&szlig;ende Beurteilung vornehmen. Die Sache wird insoweit an das FG zur&uuml;ckverwiesen (unter 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu Unrecht hat das FG die Aufwendungen f&uuml;r die Kaffeefahrten und die Stadtsaalveranstaltungen schon deshalb nicht als Bewirtungsaufwendungen angesehen, weil aus seiner Sicht der Kl&auml;ger nicht die bewirtende Person gewesen sei. Dies ist rechtsfehlerhaft, da es f&uuml;r &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG a.F. unerheblich ist, wer aus der Sicht des Gastes der Bewirtende ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG a.F. (i.V.m. &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes) sind Aufwendungen f&uuml;r die Bewirtung aus gesch&auml;ftlichem Anlass nicht abzugsf&auml;hig, soweit sie 80&nbsp;% der Aufwendungen &uuml;bersteigen, die nach der allgemeinen Verkehrsauffassung als angemessen anzusehen und deren H&ouml;he und betriebliche Veranlassung nachgewiesen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Betriebsausgabenabzug setzt voraus, dass der Steuerpflichtige die betreffenden Aufwendungen getragen hat. Eine Beschr&auml;nkung des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;a.F. auf die Person des Bewirtenden ist dem Wortlaut der Vorschrift nicht zu entnehmen, da diese Vorschrift vielmehr an die Existenz von Bewirtungsaufwendungen ankn&uuml;pft. Der Steuerpflichtige, der diese Aufwendungen als Betriebsausgaben absetzen darf, muss nicht unbedingt derjenige sein, der vor Ort die Rechnung begleicht oder sich vor Ort als Gastgeber geriert. Ob der Bewirtete wei&szlig;, wer die Kosten tats&auml;chlich tr&auml;gt, ist f&uuml;r die Frage, wem die Betriebsausgaben zustehen, nicht von Belang. Folglich darf es auch f&uuml;r die Einschr&auml;nkung des Betriebsausgabenabzugs keine Rolle spielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der vom FG zitierten Entscheidung des VI.&nbsp;Senats des BFH vom 19.&nbsp;Juni 2008 VI&nbsp;R&nbsp;48\/07 (BFHE 222, 363, BStBl II 2008, 870). Ausdr&uuml;cklich geht diese Entscheidung unter II.2.b&nbsp;aa ebenfalls davon aus, dass im betrieblichen Bereich die M&ouml;glichkeit einer &quot;mittelbaren&quot; Bewirtung ausscheidet, &quot;weil Aufwendungen f&uuml;r die Bewirtung durch einen Dritten nur dann betrieblich veranlasst sind, wenn die Bewirtung im Auftrag des Steuerpflichtigen erfolgt&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat kann nicht abschlie&szlig;end beurteilen, ob die streitigen Veranstaltungskosten des Kl&auml;gers die weiteren sachlichen Voraussetzungen der Abzugsbeschr&auml;nkung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG a.F. erf&uuml;llen. Ist das der Fall, d&uuml;rfen sie als Bewirtungsaufwendungen den Gewinn nicht mindern, da die Aufzeichnungspflichten des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG&nbsp;a.F. unstreitig nicht erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &quot;Bewirtung&quot; im Sinne dieser Regelung ist jede unentgeltliche &Uuml;berlassung oder Verschaffung von Speisen, Getr&auml;nken oder sonstigen Genussmitteln zum sofortigen Verzehr (BFH-Urteil vom 18.&nbsp;September 2007 I&nbsp;R&nbsp;75\/06, BFHE 219, 78, BStBl II 2008, 116). Es kommt nicht darauf an, ob die Bek&ouml;stigung der bewirtenden Person im Vordergrund steht oder die Bewirtung (aus Sicht der Bewirtenden) &quot;auch&quot; bzw. &quot;in erster Linie&quot; der Werbung oder der Repr&auml;sentation dient (so BFH-Urteil vom 7.&nbsp;September 2011 I&nbsp;R&nbsp;12\/11, BFHE 235, 225, BStBl II 2012, 194, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Abzugsverbot des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. gilt nicht, wenn und soweit die Bewirtung Gegenstand eines Austauschverh&auml;ltnisses im Sinne eines Leistungsaustausches ist (vgl. S&ouml;hn, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;4 Rz&nbsp;H&nbsp;240). So geh&ouml;ren Bewirtungsaufwendungen, die im Leistungsaustausch verg&uuml;tet werden, nicht zu den in &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;a.F. gemeinten Aufwendungen, was etwa der Fall ist, wenn diese Bewirtungsaufwendungen in Teilnehmergeb&uuml;hren wie etwa Seminargeb&uuml;hren eingerechnet worden sind (ausdr&uuml;cklich auch: Nacke in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&sect;&nbsp;4, 5 Rz&nbsp;1684; auch Pohl in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;2549). Soweit der I.&nbsp;Senat des BFH in seinem Beschluss vom 12.&nbsp;Mai 2003 I&nbsp;B&nbsp;157\/02 (BFH\/NV 2003, 1314) ausgef&uuml;hrt hat, eine in Gewinnabsicht ausge&uuml;bte Bewirtung l&auml;ge auch dann nicht vor, wenn &#8211;was das FG nicht ausdr&uuml;cklich festgestellt habe&#8211; die Kl&auml;gerin anl&auml;sslich der Verkaufsveranstaltungen von den Teilnehmern eine pauschale Kostenbeteiligung erhoben oder diese Kosten bei der Kalkulation der Verkaufspreise ihrer eigenen Produkte ber&uuml;cksichtigt h&auml;tte, bezog sich dies auf die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG a.F., die im Streitfall nicht in Rede stehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenfalls nicht erfasst sind Aufwendungen bei branchen&uuml;blichen Produkt- oder Warenverkostungen oder sog. &quot;Kundschaftstrinken&quot; (&quot;Werbebewirtung&quot;, z.B. Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 9.&nbsp;November 2000&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1867\/98, EFG 2001, 420). Dies setzt aber voraus, darauf verweist das FG zutreffend, dass Hersteller oder Vertreiber von Speisen und Getr&auml;nken f&uuml;r die eigenen Produkte werben, die auch Gegenstand der Bewirtung sind (vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 235, 225, BStBl II 2012, 194). &quot;&Uuml;bliche Gesten der H&ouml;flichkeit&quot; werden aus dem Begriff der Bewirtung ausgeschlossen, was sich auf die Gew&auml;hrung von Aufmerksamkeiten in geringem Umfang (wie Kaffee, Tee, Geb&auml;ck) bezieht, so unter Hinweis auf R&nbsp;4.10 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 der Einkommensteuer-Richtlinien 2008 auch das FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat kann selbst nicht beurteilen, ob Bewirtungsaufwendungen i.S. von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. vorliegen, da die Feststellungen des FG teilweise unklar sind, teilweise &#8211;folgerichtig&#8211; fehlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Unklar ist bereits, inwieweit die Teilnehmer auch f&uuml;r das Essen bzw. Kaffee und Kuchen ein &#8211;wenn auch ggf. geringes&#8211; Entgelt im Rahmen des eventuell anfallenden Teilnehmerbetrages leisteten und inwieweit dadurch die Aufwendungen des Kl&auml;gers gemindert wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So hat der Kl&auml;ger ausweislich der Akten im Er&ouml;rterungstermin am 17.&nbsp;M&auml;rz 2009 erkl&auml;rt, die streitigen Bewirtungskosten betr&auml;fen &quot;weitaus &uuml;berwiegend die Veranstaltungen im Stadtsaalbereich, weil mir bei den anderen Fahrten die Aufwendungen vom Planungsb&uuml;ro erstattet worden sind&quot;. Auch hatte er darauf hingewiesen, dass die Teilnehmer einer Kaffeefahrt mit dem Preis der Reise f&uuml;r die Fahrt auch Kaffee und Kuchen bezahlt h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zudem sind Feststellungen dazu zu treffen, ob etwa sog. Annehmlichkeiten vorliegen, weil bei einzelnen Veranstaltungen nur Kaffee und ggf. Geb&auml;ck gereicht worden ist. Auch ist zu pr&uuml;fen, inwieweit noch Aufwendungen f&uuml;r die Saalmiete in den vom FA nicht zum Abzug zugelassenen Aufwendungen enthalten sind. Zwar hat das FA die separat ausgewiesenen Aufwendungen f&uuml;r die Saalmiete nicht als Bewirtungsaufwendungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG a.F. angesehen. Ausweislich der Akten sind diese Aufwendungen aber nicht in jedem Einzelfall separat ausgewiesen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG wird den Kl&auml;ger zur Kl&auml;rung der vorstehenden Fragen erneut zur Mitwirkung auffordern. Der Senat weist darauf hin, dass den Kl&auml;ger die Feststellungslast f&uuml;r den Betriebsausgabenabzug trifft (BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Januar 1999 IV&nbsp;R&nbsp;15\/98, BFH\/NV 1999, 919, unter 3.; vgl. dazu auch Senatsurteil vom 15.&nbsp;Februar 1989 X&nbsp;R&nbsp;16\/86, BFHE 156, 38, BStBl II 1989, 462, unter 4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.7.2013, X R 37\/10 Neue Rechtsmittelfrist bei Berichtigungsbeschluss nach unrichtiger Rechtsmittelbelehrung &#8211; Bewirtungsaufwendungen bei Kaffeefahrten &#8211; Sachlicher Anwendungsbereich von &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG a.F. Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist in den Streitjahren 2001 bis 2003 zusammen mit seiner Ehefrau zur Einkommensteuer veranlagt worden. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-37-10-neue-rechtsmittelfrist-bei-berichtigungsbeschluss-nach-unrichtiger-rechtsmittelbelehrung-bewirtungsaufwendungen-bei-kaffeefahrten-sachlicher-anwendungsbereich-von-par-4-abs-5-satz-1-nr-2-est\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;37\/10 &#8211; Neue Rechtsmittelfrist bei Berichtigungsbeschluss nach unrichtiger Rechtsmittelbelehrung &#8211; Bewirtungsaufwendungen bei Kaffeefahrten &#8211; Sachlicher Anwendungsbereich von &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG a.F.<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61590","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61590","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61590"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61590\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61590"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61590"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61590"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}