{"id":61598,"date":"2014-02-16T14:31:39","date_gmt":"2014-02-16T12:31:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61598"},"modified":"2014-02-16T14:31:39","modified_gmt":"2014-02-16T12:31:39","slug":"ix-r-1-13-berechnung-eines-aufloesungsverlusts-nach-par-17-estg-nachtraegliche-anschaffungskosten-bei-inanspruchnahme-aus-eigenkapitalersetzender-gesellschafterbuergschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-1-13-berechnung-eines-aufloesungsverlusts-nach-par-17-estg-nachtraegliche-anschaffungskosten-bei-inanspruchnahme-aus-eigenkapitalersetzender-gesellschafterbuergschaft\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;1\/13 &#8211; Berechnung eines Aufl&ouml;sungsverlusts nach &sect; 17 EStG &#8211; Nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten bei Inanspruchnahme aus eigenkapitalersetzender Gesellschafterb&uuml;rgschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.8.2013, IX R 1\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Berechnung eines Aufl&ouml;sungsverlusts nach &sect; 17 EStG &#8211; Nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten bei Inanspruchnahme aus eigenkapitalersetzender Gesellschafterb&uuml;rgschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten &uuml;ber die H&ouml;he eines Aufl&ouml;sungsverlustes i.S. von &sect;&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes (EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die vom Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zusammen zur Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr (2008) veranlagt wurden. Der Kl&auml;ger war alleiniger Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der 1998 gegr&uuml;ndeten X GmbH (GmbH) mit einem Stammkapital von 50.000&nbsp;DM, deren Unternehmensgegenstand der An- und Verkauf von bebautem und unbebautem Grundbesitz sowie die Errichtung von Wohn- und Gesch&auml;ftsh&auml;usern als Bautr&auml;ger war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die A-Bank die Vorfinanzierung einer Bebauung des von der GmbH erworbenen Grundst&uuml;cks Y-Stra&szlig;e 1 nicht hatte weiterf&uuml;hren wollen, gew&auml;hrte die Sparkasse S, mit der der Kl&auml;ger als einziger Bank Verhandlungen gef&uuml;hrt hatte, der GmbH im Jahr 1999 ein Darlehen &uuml;ber 1.500.000&nbsp;DM. Dabei stellte die Sparkasse S die Gew&auml;hrung des Kredits unter die Bedingung, dass der Kl&auml;ger eine unbeschr&auml;nkte selbstschuldnerische B&uuml;rgschaft zur Sicherung aller bestehenden und k&uuml;nftigen Verbindlichkeiten der GmbH gegen&uuml;ber der Sparkasse S &uuml;bernahm. Am 26.&nbsp;Mai 1999 wurde ein entsprechender B&uuml;rgschaftsvertrag geschlossen. Dar&uuml;ber hinaus standen der Sparkasse S eine Grundschuld von 1.000.000&nbsp;DM auf den gesellschaftseigenen Grundst&uuml;cken Y-Stra&szlig;e 1 und 3 sowie eine B&uuml;rgschaft der A-Bank &uuml;ber 500.000&nbsp;DM, f&uuml;r die der Kl&auml;ger einen Avalkredit aufnahm, als Sicherheiten zur Verf&uuml;gung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die GmbH 2003 in Zahlungsschwierigkeiten geriet, wurde der Kl&auml;ger erstmals im Januar 2004 sowie in der Folgezeit &#8211;insgesamt mit einem Betrag von 701.247,46&nbsp;EUR&#8211; aus der B&uuml;rgschaft in Anspruch genommen. Hinzu kamen Anwaltskosten in H&ouml;he von 6.186&nbsp;EUR. 2008 wurde die GmbH wegen Verm&ouml;genslosigkeit aus dem Handelsregister gel&ouml;scht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr setzte das FA den Aufl&ouml;sungsverlust mit der H&auml;lfte des Stammkapitals der GmbH (.\/.&nbsp;12.782&nbsp;EUR) an. Der Einspruch der Kl&auml;ger hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der hiergegen gerichteten Klage gab das Finanzgericht (FG) mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 852 ver&ouml;ffentlichten Urteil statt. Das FA habe die im Jahr 1999 eingegangene B&uuml;rgschaft des Kl&auml;gers zu Unrecht nicht in die Berechnung des Aufl&ouml;sungsverlustes nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;4 EStG einbezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GmbH habe sich im Zeitpunkt der &Uuml;bernahme der B&uuml;rgschaft im Mai 1999 bereits in der Krise befunden. Die GmbH sei zu diesem Zeitpunkt kreditunw&uuml;rdig gewesen; ihr h&auml;tten ausreichende Sicherheiten gefehlt. Zwar stehe nicht fest, ob eine andere Bank der GmbH zu diesem Zeitpunkt einen Kredit ohne eine B&uuml;rgschaft des Kl&auml;gers zu markt&uuml;blichen Konditionen gew&auml;hrt h&auml;tte. Der Umstand, dass es stets Banken gegeben habe und gebe, die bereit seien, risikoreiche Gesch&auml;fte zu finanzieren und weniger strenge Anforderungen an den Beleihungswert zu stellen, m&uuml;sse aber au&szlig;er Betracht bleiben. Es komme vielmehr allein auf die nach einer objektiven Betrachtungsweise zu bestimmende, im Streitfall vorliegende Kreditunw&uuml;rdigkeit an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision des FA, mit der es die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;17 EStG) r&uuml;gt. F&uuml;r den Fall, dass von der Gesellschaft selbst ausreichende Sicherheiten gestellt werden k&ouml;nnten, sei es f&uuml;r die Einordnung einer B&uuml;rgschaft als eigenkapitalersetzend nicht ausreichend, dass allein die Hausbank einen Kredit nicht ohne zus&auml;tzliche Verb&uuml;rgung durch den Gesellschafter vergeben habe. Zus&auml;tzlich m&uuml;sse feststehen, dass die Gesellschaft den Kredit auch bei anderen Banken nicht ohne eine solche B&uuml;rgschaft h&auml;tte aufnehmen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen,<br \/>hilfsweise, die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zutreffend hat das FG die Aufwendungen des Kl&auml;gers im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme aus der ma&szlig;geblichen B&uuml;rgschaft als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten bei der Berechnung des Aufl&ouml;sungsverlusts des Kl&auml;gers ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 und 4 EStG i.d.F. des Streitjahres geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb auch der &#8211;regelm&auml;&szlig;ig bei Abschluss der Liquidation entstehende&#8211; Gewinn aus der Aufl&ouml;sung von Kapitalgesellschaften, wenn der Gesellschafter innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre am Kapital der Gesellschaft qualifiziert beteiligt war und er die Beteiligung in seinem Privatverm&ouml;gen hielt. Entsprechendes gilt f&uuml;r aus der Aufl&ouml;sung einer Kapitalgesellschaft entstehende Verluste (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 7.&nbsp;Dezember 2010 IX&nbsp;R&nbsp;16\/10, BFH\/NV 2011, 778, m.w.N.; zur zeitlichen Zuordnung vgl. auch BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Oktober 2008 IX&nbsp;R&nbsp;100\/07, BFH\/NV 2009, 561, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Aufl&ouml;sungsverlust i.S. von &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1, 2, 4 EStG ist der Betrag, um den die im Zusammenhang mit der Aufl&ouml;sung der Gesellschaft vom Steuerpflichtigen (pers&ouml;nlich) getragenen Kosten (Aufl&ouml;sungskosten entsprechend &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 EStG) und seine Anschaffungskosten den gemeinen Wert des zugeteilten oder zur&uuml;ckgezahlten Verm&ouml;gens der Kapitalgesellschaft &uuml;bersteigen (s. BFH-Urteile vom 3.&nbsp;Juni 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;23\/92, BFH\/NV 1994, 459; vom 12.&nbsp;Dezember 2000 VIII&nbsp;R&nbsp;22\/92, BFHE 194, 108, BStBl II 2001, 385). Anschaffungskosten sind nach &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs (HGB) Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Verm&ouml;gensgegenstand zu erwerben. Dazu geh&ouml;ren nach &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 HGB auch nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten. Zu den nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten einer Beteiligung z&auml;hlen neben (verdeckten) Einlagen auch nachtr&auml;gliche Aufwendungen auf die Beteiligung, wenn sie durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst sind und weder Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen noch Ver&auml;u&szlig;erungs- oder Aufl&ouml;sungskosten sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Februar 2011 IX&nbsp;R&nbsp;53\/10, GmbH-Rundschau 2011, 721, und in BFH\/NV 2011, 778, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Als in den Verlust einzubeziehende nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten der Beteiligung kommen &#8211;bezogen auf den Streitfall&#8211; Leistungen des GmbH-Gesellschafters aus einer f&uuml;r Verbindlichkeiten der Kapitalgesellschaft eingegangenen B&uuml;rgschaftsverpflichtung in Betracht, wenn die &Uuml;bernahme der B&uuml;rgschaft durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst und die R&uuml;ckgriffsforderung gegen die Gesellschaft wertlos ist (zu den Voraussetzungen im Einzelnen vgl. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2008 IX&nbsp;R&nbsp;80\/06, BFHE 220, 451, BStBl II 2008, 577). Die Anschaffungskosten erh&ouml;hen sich um den Nennwert der wertlos gewordenen R&uuml;ckgriffsforderung, wenn die Gesellschaft im Zeitpunkt der B&uuml;rgschafts&uuml;bernahme bereits in der Krise war (vgl. u.a. BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Januar 1999 VIII&nbsp;R&nbsp;32\/96, BFH\/NV 1999, 922). Ma&szlig;gebend daf&uuml;r ist, ob ein Gesellschafter der Gesellschaft in einem Zeitpunkt, in dem ihr die Gesellschafter als ordentliche Kaufleute Eigenkapital zugef&uuml;hrt h&auml;tten, stattdessen ein Darlehen gew&auml;hrt oder eine dem Darlehen wirtschaftlich entsprechende andere Rechtshandlung &#8211;insbesondere eine B&uuml;rgschaft&#8211; ausf&uuml;hrt (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Juli 1999 VIII&nbsp;R&nbsp;9\/98, BFHE 189, 383, BStBl II 1999, 817).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob die Gesellschaft in eine Krise geraten ist, hat das FG aufgrund einer Gesamtw&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Einzelfalls als Tatfrage zu entscheiden (BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Oktober 2008 IX&nbsp;R&nbsp;60\/05, BFH\/NV 2009, 896).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist das FG zutreffend davon ausgegangen, dass die ma&szlig;gebliche B&uuml;rgschaft in der Krise hingegeben wurde und damit funktionales Eigenkapital im Sinne der Senatsrechtsprechung darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat in m&ouml;glicher, nicht mit zul&auml;ssigen Verfahrensr&uuml;gen angegriffener und damit den Senat bindender Weise (vgl. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) festgestellt, dass die B&uuml;rgschaft in einer Situation gew&auml;hrt wurde, in der bei objektiver Betrachtung ex&nbsp;ante ein ordentlicher Kaufmann angesichts der Risikobehaftung der R&uuml;ckzahlung der gesicherten Bankdarlehen durch die GmbH dieser Eigenkapital zugef&uuml;hrt h&auml;tte. Die die Krise verursachende Kreditunw&uuml;rdigkeit der Gesellschaft zeigt sich im Streitfall schon darin, dass sich die GmbH mit den vorhandenen gesellschaftseigenen Sicherungsmitteln den f&uuml;r die von ihr beabsichtigte Bautr&auml;gert&auml;tigkeit erforderlichen Kredit nicht aus eigener Kraft verschaffen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG begr&uuml;ndet in seiner zutreffenden Gesamtw&uuml;rdigung ein &uuml;ber die Verm&ouml;genswerte der GmbH hinausgehendes Sicherungsbed&uuml;rfnis mit der fehlenden Expertise der GmbH und ihres Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers auf dem mit besonderen Unw&auml;gbarkeiten verbundenen Gebiet der Bautr&auml;gert&auml;tigkeit sowie mit dem geringen Stammkapital, das dem damaligen gesetzlichen Mindestbetrag entsprach. Dieses Sicherungsbed&uuml;rfnis manifestiert sich zum einen in der zus&auml;tzlichen B&uuml;rgschaft der A-Bank in H&ouml;he von 500.000&nbsp;DM. Durch den daf&uuml;r vom Kl&auml;ger aufgenommenen Avalkredit sicherte dieser &#8211;wirtschaftlich gesehen&#8211; den Kredit zu einem Drittel zweifach ab. Zu Recht bezieht das FG in seine W&uuml;rdigung andererseits mit ein, dass der pl&ouml;tzliche und ohne Begr&uuml;ndung erfolgte Ausstieg der A-Bank aus der (Vor-)Finanzierung als Hinweis auf ein erh&ouml;htes Risiko und mithin auf ein erh&ouml;htes Sicherungsbed&uuml;rfnis anzusehen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der BFH, der mit der Kategorie des funktionalen Eigenkapitals gegen&uuml;ber der &auml;lteren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) eigenst&auml;ndige Kriterien entwickelt hat, welche die prim&auml;r am Gl&auml;ubigerschutz orientierten zivilrechtlichen Eigenkapitalersatzregeln als nicht allein ausschlaggebend ansieht (vgl. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;August 2008 IX&nbsp;R&nbsp;63\/05, BFHE 222, 474), setzt sich damit nicht in Widerspruch zur &auml;lteren Rechtsprechung des BGH, nach der es f&uuml;r die Annahme der Kreditunw&uuml;rdigkeit einer Gesellschaft der Feststellung bed&uuml;rfe, dass der Kredit au&szlig;er von der finanzierenden Bank allgemein auf dem Kapitalmarkt nicht zu erlangen war (BGH-Urteil vom 28.&nbsp;September 1987 II ZR 28\/87, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1988, 824; vgl. auch BGH-Urteil vom 27.&nbsp;November 1989 II&nbsp;ZR&nbsp;310\/88, Neue Juristische Wochenschrift &#8211; Rechtsprechungs-Report Zivilrecht 1990, 230). Unbeschadet des Umstandes, dass der BGH dieser Feststellung keine absolute Bedeutung im Sinne einer notwendigen Bedingung beigemessen hat, hat er in j&uuml;ngeren Entscheidungen nicht an diesem Kriterium festgehalten (vgl. BGH-Urteile vom 4.&nbsp;Dezember 1995 II ZR 281\/94, NJW 1996, 720; in dem trotz vergleichbarer Fallgestaltung zur Bestimmung der Krise ausschlie&szlig;lich auf andere Kriterien abgestellt wurde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Aufwendungen der Kl&auml;ger unterliegen nicht dem Halbabzugsverbot des &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG. Der Abzug von Erwerbsaufwand, insbesondere von (nachtr&auml;glichen) Anschaffungskosten, ist im Rahmen der Ermittlung von Eink&uuml;nften aus &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 und 4 EStG dann nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 EStG begrenzt, wenn der Steuerpflichtige &#8211;wie im Streitfall vom FG festgestellt&#8211; keinerlei durch seine Beteiligung vermittelten Einnahmen erzielt hat (vgl. BFH-Urteil vom 6.&nbsp;April 2011 IX&nbsp;R&nbsp;28\/10, BFHE 233, 439, BStBl II 2011, 814).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.8.2013, IX R 1\/13 Berechnung eines Aufl&ouml;sungsverlusts nach &sect; 17 EStG &#8211; Nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten bei Inanspruchnahme aus eigenkapitalersetzender Gesellschafterb&uuml;rgschaft Tatbestand 1&nbsp; I. Die Beteiligten streiten &uuml;ber die H&ouml;he eines Aufl&ouml;sungsverlustes i.S. von &sect;&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes (EStG). 2&nbsp; Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die vom Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zusammen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-1-13-berechnung-eines-aufloesungsverlusts-nach-par-17-estg-nachtraegliche-anschaffungskosten-bei-inanspruchnahme-aus-eigenkapitalersetzender-gesellschafterbuergschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;1\/13 &#8211; Berechnung eines Aufl&ouml;sungsverlusts nach &sect; 17 EStG &#8211; Nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten bei Inanspruchnahme aus eigenkapitalersetzender Gesellschafterb&uuml;rgschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61598","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61598","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61598"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61598\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61598"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61598"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61598"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}