{"id":61608,"date":"2014-02-16T14:33:45","date_gmt":"2014-02-16T12:33:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61608"},"modified":"2014-02-16T14:33:45","modified_gmt":"2014-02-16T12:33:45","slug":"vi-r-20-13-entfernungspauschale-massgebliche-strassenverbindung-bei-strassenverkehrsrechtlichen-benutzungsverboten-und-bei-der-erhebung-von-strassenbenutzungsgebuehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-20-13-entfernungspauschale-massgebliche-strassenverbindung-bei-strassenverkehrsrechtlichen-benutzungsverboten-und-bei-der-erhebung-von-strassenbenutzungsgebuehren\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;20\/13 &#8211; Entfernungspauschale: Ma&szlig;gebliche Stra&szlig;enverbindung bei stra&szlig;enverkehrsrechtlichen Benutzungsverboten und bei der Erhebung von Stra&szlig;enbenutzungsgeb&uuml;hren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.9.2013, VI R 20\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Entfernungspauschale: Ma&szlig;gebliche Stra&szlig;enverbindung bei stra&szlig;enverkehrsrechtlichen Benutzungsverboten und bei der Erhebung von Stra&szlig;enbenutzungsgeb&uuml;hren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Stra&szlig;enverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG ist diejenige Verbindung, die von Kraftfahrzeugen mit bauartbestimmter H&ouml;chstgeschwindigkeit von mehr als 60 km\/h befahren werden kann.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. F&uuml;r die Entfernungspauschale ist die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung auch dann ma&szlig;geblich, wenn diese mautpflichtig ist oder mit dem vom Arbeitnehmer tats&auml;chlich verwendeten Verkehrsmittel stra&szlig;enverkehrsrechtlich nicht benutzt werden darf.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die f&uuml;r die Entfernungspauschale ma&szlig;gebliche Stra&szlig;enverbindung, wenn die k&uuml;rzeste Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte mautpflichtig ist und mit dem vom Arbeitnehmer tats&auml;chlich benutzten Verkehrsmittel stra&szlig;enverkehrsrechtlich nicht befahren werden darf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Ehegatten und werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der abh&auml;ngig besch&auml;ftigte Kl&auml;ger nutzte im Streitjahr 2009 f&uuml;r die Fahrten zu seiner Arbeitsst&auml;tte ein Moped. Die k&uuml;rzeste Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte betr&auml;gt 9&nbsp;km und verl&auml;uft auch durch einen mautpflichtigen Tunnel. Die durch den Tunnel f&uuml;hrende Teilstrecke ist eine Kraftfahrstra&szlig;e und darf nur mit Kraftfahrzeugen benutzt werden, deren durch die Bauart bestimmte H&ouml;chstgeschwindigkeit mehr als 60&nbsp;km\/h betr&auml;gt. Das Moped des Kl&auml;gers erreicht aufgrund seiner Bauart diese Geschwindigkeit nicht. Daher nutzt der Kl&auml;ger eine Bundesstra&szlig;e. Die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte betr&auml;gt auf diesem Weg 27&nbsp;km. Hierf&uuml;r ben&ouml;tigt der Kl&auml;ger gegen&uuml;ber der k&uuml;rzeren Verbindung &uuml;ber die Kraftfahrstra&szlig;e eine l&auml;ngere Fahrzeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Fahrten des Kl&auml;gers zum Arbeitsplatz machten die Kl&auml;ger in der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 27&nbsp;km als Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte dagegen nur 9&nbsp;km f&uuml;r die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, f&uuml;r die Entfernungspauschale sei nicht auf die k&uuml;rzeste f&uuml;r den Steuerpflichtigen individuell benutzbare Stra&szlig;enverbindung abzustellen. Denn die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung sei verkehrsmittelunabh&auml;ngig zu bestimmen. Die von dem Kl&auml;ger tats&auml;chlich genutzte Fahrtstrecke sei mangels Zeitersparnis keine offensichtlich verkehrsg&uuml;nstigere Stra&szlig;enverbindung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen,<br \/>das Urteil des FG sowie die Einspruchsentscheidung vom 17.&nbsp;Februar 2011 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2009 vom 14.&nbsp;April 2010 dahingehend abzu&auml;ndern, dass zus&auml;tzliche Werbungskosten in H&ouml;he von 1.041&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht die Verbindung &uuml;ber die Kraftfahrstra&szlig;e als f&uuml;r die Entfernungspauschale ma&szlig;gebliche Stra&szlig;enverbindung zugrunde gelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Auf das Streitjahr 2009 ist nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;23d Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG i.d.F. des Gesetzes vom 20.&nbsp;April 2009 (BGBl I 2009, 774) anzuwenden. Denn &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4, Abs.&nbsp;4 EStG i.d.F. des Art.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa und Buchst.&nbsp;d des Gesetzes zur &Auml;nderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts vom 20.&nbsp;Februar 2013 (BGBl I 2013, 285) tritt nach dessen Art.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 erst am 1.&nbsp;Januar 2014 in Kraft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG k&ouml;nnen Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r Wege zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit abgezogen werden. Zur Abgeltung dieser Aufwendungen ist nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG f&uuml;r jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die Arbeitsst&auml;tte aufsucht, eine Entfernungspauschale f&uuml;r jeden vollen Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte von 0,30&nbsp;EUR anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die Entfernungspauschale ist die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte ma&szlig;gebend; eine andere als die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung kann zugrunde gelegt werden, wenn diese offensichtlich verkehrsg&uuml;nstiger ist und vom Arbeitnehmer regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte benutzt wird (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG). Insoweit sind die k&uuml;rzeste und die vom Arbeitnehmer regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte benutzte Stra&szlig;enverbindung zu vergleichen (Senatsurteil vom 16.&nbsp;November 2011 VI&nbsp;R&nbsp;46\/10, BFHE 236, 57, BStBl II 2012, 470).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Als &quot;Stra&szlig;enverbindung&quot; i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG ist die k&uuml;rzeste Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en i.S. des &sect;&nbsp;2 des Stra&szlig;enverkehrsgesetzes, die dem allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr dienen, zugrunde zu legen. Dies gilt auch dann, wenn diese &uuml;ber eine Bundesstra&szlig;e f&uuml;hrt, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;18 der Stra&szlig;enverkehrsordnung nur von Fahrzeugen befahren werden darf, deren durch die Bauart bestimmte H&ouml;chstgeschwindigkeit mehr als 60&nbsp;km\/h betr&auml;gt. Denn die &quot;k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung&quot; ist unabh&auml;ngig vom tats&auml;chlich benutzten Verkehrsmittel f&uuml;r alle Fahrzeuge einheitlich zu bestimmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r diese Auslegung spricht zun&auml;chst der Wortlaut des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;2 und 4 EStG, die allein auf die &quot;Entfernung&quot; und die &quot;k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung&quot; zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte des Arbeitnehmers abstellen, unabh&auml;ngig davon, welches Verkehrsmittel benutzt wird. H&auml;tte der Gesetzgeber gewollt, dass f&uuml;r die Bestimmung der Entfernung diejenige Stra&szlig;enverbindung zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte ma&szlig;gebend ist, die nach dem vom Arbeitnehmer gew&auml;hlten Verkehrsmittel die k&uuml;rzeste ist, h&auml;tte er dies so ins Gesetz aufgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch die Gesetzesmaterialien zeigen, dass der Gesetzgeber die &quot;k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung&quot; f&uuml;r alle Verkehrsmittel einheitlich bestimmen wollte. Denn danach soll es unerheblich sein, ob die tats&auml;chliche Kilometerentfernung bei Benutzung eines Fahrrads oder eines &ouml;ffentlichen Verkehrsmittels geringer oder gr&ouml;&szlig;er als die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung ist. Die einmal festgestellte Entfernung f&uuml;r die Verbindung zwischen einer bestimmten Wohnung und Arbeitsst&auml;tte sei damit grunds&auml;tzlich unabh&auml;ngig von einem Wechsel des Verkehrsmittels (BTDrucks 14\/4242, S.&nbsp;6; BTDrucks 14\/4435, S.&nbsp;9). Ist aber die konkret mit einem Fahrrad oder einem &ouml;ffentlichen Verkehrsmittel zur&uuml;ckgelegte Entfernung ohne Bedeutung und hat der Wechsel des Verkehrsmittels keinen Einfluss auf die festgestellte Entfernung i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG, kann es auch nicht darauf ankommen, ob der Steuerpflichtige wegen des von ihm benutzten Verkehrsmittels nicht die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung zu seiner Arbeitsst&auml;tte fahren kann, sondern einen Umweg nehmen muss. Andernfalls w&uuml;rde das gesetzgeberische Ziel verfehlt, eine verkehrsmittelunabh&auml;ngige Entfernungspauschale zu schaffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Diese Auslegung entspricht schlie&szlig;lich auch dem Vereinfachungsgedanken, der jeglicher Pauschalierung &#8211;so auch derjenigen des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG (vgl. Gesetzentwurf vom 10.&nbsp;Oktober 2000, BTDrucks 14\/4242, S.&nbsp;6 &quot;Zu Buchstabe&nbsp;b&quot;; vgl. Senatsurteil in BFHE 236, 57, BStBl II 2012, 470; Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;September 2003 VI&nbsp;B&nbsp;101\/03, BFHE 203, 166, BStBl II 2003, 893)&#8211; innewohnt. W&uuml;rde man den Begriff der &quot;Stra&szlig;enverbindung&quot; zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte von dem im Einzelnen vom Steuerpflichtigen benutzten Verkehrsmittel abh&auml;ngig machen, so h&auml;tte dies umfangreiche Ermittlungen der Finanzbeh&ouml;rde und ggf. der Finanzgerichte zur Folge, und zwar nicht nur betreffend die &quot;k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung&quot;, sondern auch hinsichtlich der nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;4&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz EStG im Einzelfall zu ber&uuml;cksichtigenden &quot;offensichtlich verkehrsg&uuml;nstigeren&quot; Stra&szlig;enverbindung. Legt man demgegen&uuml;ber verkehrsmittelunabh&auml;ngig die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung zugrunde, so bleibt der Vereinfachungsgedanke der Norm erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine andere als die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung ist auch nicht allein deshalb &quot;offensichtlich verkehrsg&uuml;nstiger&quot;, weil die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung nicht mit dem vom Steuerpflichtigen gew&auml;hlten Verkehrsmittel befahren werden darf. Vielmehr m&uuml;ssen die allgemeinen Voraussetzungen erf&uuml;llt sein, unter denen eine Stra&szlig;enverbindung als &quot;offensichtlich verkehrsg&uuml;nstiger&quot; anzusehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die von dem Arbeitnehmer tats&auml;chlich benutzte Stra&szlig;enverbindung ist dann verkehrsg&uuml;nstiger als die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung, wenn mit ihrer Benutzung eine Zeitersparnis oder sonstige Vorteile aufgrund von Streckenf&uuml;hrung, Schaltung von Ampeln o.&Auml;. verbunden sind (z.B. Senatsurteil vom 16.&nbsp;November 2011 VI&nbsp;R&nbsp;19\/11, BFHE 236, 65, BStBl II 2012, 520).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r die Beurteilung der Verkehrsg&uuml;nstigkeit der anderen Stra&szlig;enverbindung ist insbesondere unerheblich, dass bei der Benutzung der k&uuml;rzesten Strecke Stra&szlig;enbenutzungsgeb&uuml;hren anfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn ausweislich des Wortlauts der hier streitbefangenen Norm ist nur auf die Verkehrsg&uuml;nstigkeit als solche abzustellen. Dies umfasst lediglich die Pr&uuml;fung der Vorteilhaftigkeit einer Strecke mit Blick auf den Ablauf des Stra&szlig;enverkehrs, ohne dass hierbei finanzielle Aspekte zu ber&uuml;cksichtigen sind. Hinzu kommt, dass die Entfernungspauschale unabh&auml;ngig von den tats&auml;chlich entstandenen Kosten gelten soll (vgl. Senatsurteil vom 18.&nbsp;April 2003 VI&nbsp;R&nbsp;29\/12, BFHE 240, 570, BStBl II 2013, 735, m.w.N.), weshalb deren H&ouml;he nicht mittelbar durch die Wahl geb&uuml;hrenfreier Stra&szlig;enverbindungen beeinflusst werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist f&uuml;r die im Streitfall anzusetzende Entfernungspauschale eine Entfernung von 9&nbsp;km ma&szlig;geblich. Nach den das Revisionsgericht bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) ist dies die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung zwischen der Wohnung des Kl&auml;gers und seiner regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte. Die von dem Kl&auml;ger tats&auml;chlich befahrene Strecke ist im Vergleich dazu nicht verkehrsg&uuml;nstiger. Denn sie ist zeitaufwendiger; sonstige im Rahmen des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;4&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz EStG relevanten Vorteile sind nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.9.2013, VI R 20\/13 Entfernungspauschale: Ma&szlig;gebliche Stra&szlig;enverbindung bei stra&szlig;enverkehrsrechtlichen Benutzungsverboten und bei der Erhebung von Stra&szlig;enbenutzungsgeb&uuml;hren Leits&auml;tze 1. Stra&szlig;enverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG ist diejenige Verbindung, die von Kraftfahrzeugen mit bauartbestimmter H&ouml;chstgeschwindigkeit von mehr als 60 km\/h befahren werden &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-20-13-entfernungspauschale-massgebliche-strassenverbindung-bei-strassenverkehrsrechtlichen-benutzungsverboten-und-bei-der-erhebung-von-strassenbenutzungsgebuehren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;20\/13 &#8211; Entfernungspauschale: Ma&szlig;gebliche Stra&szlig;enverbindung bei stra&szlig;enverkehrsrechtlichen Benutzungsverboten und bei der Erhebung von Stra&szlig;enbenutzungsgeb&uuml;hren<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61608","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61608"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61608\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}