{"id":61610,"date":"2014-02-16T14:33:44","date_gmt":"2014-02-16T12:33:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61610"},"modified":"2014-02-16T14:33:44","modified_gmt":"2014-02-16T12:33:44","slug":"vi-r-35-11-kosten-aus-anlass-eines-priesterjubilaeums-als-werbungskosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-35-11-kosten-aus-anlass-eines-priesterjubilaeums-als-werbungskosten\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;35\/11 &#8211; Kosten aus Anlass eines Priesterjubil&auml;ums als Werbungskosten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.9.2013, VI R 35\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Kosten aus Anlass eines Priesterjubil&auml;ums als Werbungskosten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Aufwendungen eines katholischen Priesters f&uuml;r einen Festgottesdienst und eine sich anschlie&szlig;ende Feier anl&auml;sslich seines 25-j&auml;hrigen Priesterjubil&auml;ums als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist katholischer Priester. Seit 1998 ist er als &quot;Gef&auml;ngnispfarrer und Seelsorger&quot; in der Justizvollzugsanstalt (JVA) &#8230; t&auml;tig. In dieser Funktion ist er Beamter. Daneben wirkt er f&uuml;r die Erzdi&ouml;zese &#8230; als &quot;Kleriker mit &uuml;berpfarrlichem Auftrag&quot; in den Pfarrgemeinden &#8230; und &#8230;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anl&auml;sslich seines 25-j&auml;hrigen Priesterjubil&auml;ums f&uuml;hrte der Kl&auml;ger in einem Berghaus in &#8230; &#8211;zusammen mit Konzelebranten&#8211; einen Festgottesdienst durch, der aus einer Eucharistiefeier und einem Semesterabschlussgottesdienst f&uuml;r eine katholische Studentenverbindung bestand. Anschlie&szlig;end richtete er eine Feier im Garten des Berghauses aus. Der Kl&auml;ger trat selbst als Gastgeber auf und bestimmte auch den Ort und Umfang der Feier sowie die Auswahl der G&auml;ste. Von den 107 erschienenen G&auml;sten waren neun Berufskollegen, elf &quot;berufliche Wegbegleiter&quot; (darunter f&uuml;nf Ehefrauen als Begleitung), 42 pastoral betreute Personen (darunter 13 Personen als Begleitung), 28 Mitarbeiter der JVA (darunter sechs Personen\/Ehe-frauen als Begleitung) und sieben Mitglieder der Familie oder Verwandtschaft. Der Kl&auml;ger hatte das Berghaus f&uuml;r den ganzen Tag und die anschlie&szlig;ende Nacht angemietet<strong>, <\/strong>die Familienmitglieder &uuml;bernachteten dort auch, zum Teil zwei N&auml;chte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2007) machte der Kl&auml;ger f&uuml;r die Anmietung des Berghauses, die Ausrichtung der Feierlichkeiten, die Bewirtung und &Uuml;bernachtung der G&auml;ste, f&uuml;r Geschenke und diverse Kosten f&uuml;r ehrenamtliche Helfer Aufwendungen in H&ouml;he von insgesamt &#8230; EUR als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geltend. Dies lehnte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1602 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts geltend. Die Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist wurde nicht gewahrt. Der Kl&auml;ger stellte fristgerecht einen Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, unter Aufhebung des angefochtenen Urteils und der Einspruchsentscheidung den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2007 so zu &auml;ndern, dass Aufwendungen in H&ouml;he von &#8230; EUR als Werbungskosten ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist zul&auml;ssig. Der Kl&auml;ger hat zwar die Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision (&sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;2 FGO) vers&auml;umt. Ihm ist jedoch antragsgem&auml;&szlig; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 FGO zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO ist die Revision innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils zu begr&uuml;nden. Die Frist endete hier am 5.&nbsp;August 2011. Die erst am 8.&nbsp;August 2011 beim Bundesfinanzhof (BFH) eingegangene Revisionsbegr&uuml;ndung des Kl&auml;gers war mithin versp&auml;tet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 FGO ist einem Beteiligten auf Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren, wenn er ohne Verschulden verhindert war, eine gesetzliche Frist einzuhalten. Dabei muss er sich ein Verschulden seines Prozessbevollm&auml;chtigten zurechnen lassen (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;2 der Zivilprozessordnung). Nach &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 FGO setzt die Wiedereinsetzung voraus, dass der Beteiligte binnen eines Monats nach Wegfall des Hindernisses einen Wiedereinsetzungsantrag stellt, die Tatsachen zur Begr&uuml;ndung des Antrags glaubhaft macht und die vers&auml;umte Rechtshandlung nachholt. Diese Voraussetzungen sind im Streitfall erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Es ist in der Rechtsprechung anerkannt, dass ein Rechtsanwalt das Versehen oder die Vers&auml;umnis einer zuverl&auml;ssigen Kanzleiangestellten, die er durch eine konkrete Einzelanweisung etwa mit der Absendung eines fristwahrenden Schriftsatzes betraut, nicht als eigenes Verschulden zu vertreten hat, wenn diese &uuml;ber den drohenden Fristablauf und die Notwendigkeit der Fristwahrung unterrichtet worden ist. Da ein Rechtsanwalt grunds&auml;tzlich darauf vertrauen kann, dass eine konkrete Einzelanweisung von seinem sonst zuverl&auml;ssigen Personal auch befolgt wird, ist er ohne besonderen Anlass nicht zu auf die Einzelanweisung bezogenen &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen verpflichtet (BFH-Beschluss vom 25.&nbsp;November 2009 II&nbsp;B&nbsp;94\/09, BFH\/NV&nbsp;2010, 457, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Vortrag des Kl&auml;gers, der f&uuml;r die Revisionsbegr&uuml;ndung verantwortliche Rechtsanwalt habe am 4.&nbsp;August 2011 den unterschriebenen Schriftsatz der Kanzleisekret&auml;rin, Frau X, mit der Anweisung &uuml;bergeben, den Brief noch an diesem Tag wegen der am darauffolgenden Tag auslaufenden Frist zur Post zu geben, ist danach geeignet, das Verschulden des Prozessbevollm&auml;chtigten auszuschlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist jedoch unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zu Recht die Aufwendungen f&uuml;r die Feier nicht als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;). Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH liegen Werbungskosten vor, wenn zwischen den Aufwendungen und den steuerpflichtigen Einnahmen ein Veranlassungszusammenhang besteht. Davon ist auszugehen, wenn die Aufwendungen mit der Eink&uuml;nfteerzielung objektiv zusammenh&auml;ngen und ihr subjektiv zu dienen bestimmt sind, d.h. wenn sie in wirtschaftlichem Zusammenhang mit den Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit stehen. Ma&szlig;geblich daf&uuml;r, ob ein solcher Zusammenhang besteht, ist zum einen die &#8211;wertende&#8211; Beurteilung des die betreffenden Aufwendungen &quot;ausl&ouml;senden Moments&quot;, zum anderen dessen Zuweisung zur einkommensteuerrechtlich relevanten Erwerbssph&auml;re. Dabei bilden die Gr&uuml;nde, die den Steuerpflichtigen zu den Aufwendungen bewogen haben, das ausl&ouml;sende Moment.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ergibt die Pr&uuml;fung, dass die Aufwendungen nicht oder in nur unbedeutendem Ma&szlig;e auf privaten, der Lebensf&uuml;hrung des Steuerpflichtigen zuzurechnenden Umst&auml;nden beruhen, so sind sie als Werbungskosten grunds&auml;tzlich abzuziehen. Beruhen die Aufwendungen hingegen nicht oder in nur unbedeutendem Ma&szlig;e auf beruflichen Umst&auml;nden, so sind sie nicht abziehbar (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 21.&nbsp;September 2009 GrS&nbsp;1\/06, BFHE&nbsp;227, 1, BStBl&nbsp;II&nbsp;2010,&nbsp;672; Pezzer, Deutsches Steuerrecht 2010,&nbsp;93). Ist der erwerbsbezogene Anteil nicht von untergeordneter Bedeutung, kann nach den Grunds&auml;tzen, die der Gro&szlig;e Senat des BFH in der zitierten Entscheidung aufgestellt hat, eine Aufteilung und ein Abzug des beruflich veranlassten Teils der Kosten in Betracht kommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist auch zu kl&auml;ren, ob und in welchem Umfang die von einem Arbeitnehmer f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung einer Veranstaltung oder Feier getragenen Kosten als Werbungskosten bei seinen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit in Abzug gebracht werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) F&uuml;r die danach erforderliche Beurteilung, ob die Aufwendungen beruflich oder privat veranlasst sind, ist nach bisheriger Rechtsprechung des Senats in erster Linie auf den Anlass der Feier abzustellen. Indes ist der Anlass einer Feier nur ein erhebliches Indiz, nicht aber das allein entscheidende Kriterium f&uuml;r die Beurteilung der beruflichen oder privaten Veranlassung der Bewirtungsaufwendungen. Trotz eines herausgehobenen pers&ouml;nlichen Ereignisses kann sich aus den &uuml;brigen Umst&auml;nden des Einzelfalls ergeben, dass die Aufwendungen f&uuml;r die Feier beruflich veranlasst sind. F&uuml;r die Zuordnung der Aufwendungen zum beruflichen oder privaten Bereich ist daher auch von Bedeutung, wer als Gastgeber auftritt, wer die G&auml;steliste bestimmt, ob es sich bei den G&auml;sten um Kollegen, Gesch&auml;ftsfreunde oder Mitarbeiter (des Steuerpflichtigen oder des Arbeitgebers), um Angeh&ouml;rige des &ouml;ffentlichen Lebens, der Presse, um Verbandsvertreter oder um private Bekannte oder Ange-h&ouml;rige des Steuerpflichtigen handelt. Zu ber&uuml;cksichtigen ist au&szlig;erdem, an welchem Ort die Veranstaltung stattfindet, ob sich die finanziellen Aufwendungen im Rahmen vergleichbarer betrieblicher Veranstaltungen bewegen und ob das Fest den Charakter einer privaten Feier aufweist oder ob das nicht der Fall ist (Senatsurteile vom 11.&nbsp;Januar 2007 VI&nbsp;R&nbsp;52\/03, BFHE 216,&nbsp;320, BStBl&nbsp;II 2007,&nbsp;317; vom 1.&nbsp;Februar 2007 VI&nbsp;R&nbsp;25\/03, BFHE&nbsp;216,&nbsp;522, BStBl&nbsp;II 2007,&nbsp;459; vom 10.&nbsp;Juli 2008 VI&nbsp;R&nbsp;26\/07, BFH\/NV 2008,&nbsp;1831).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dabei obliegt die Beurteilung, ob Aufwendungen beruflich oder privat veranlasst sind, der tatrichterlichen W&uuml;rdigung des FG. Das FG und nicht der BFH hat anhand einer Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls zu bestimmen, wo die Grenze zwischen betrieblichem und privatem Bereich verl&auml;uft und welche Indizien f&uuml;r sich allein ausreichend sind, um eine betriebliche Veranlassung zu bejahen. Der BFH ist hieran gebunden, soweit die W&uuml;rdigung verfahrensrechtlich einwandfrei zustande gekommen und nicht durch Denkfehler oder die Verletzung von Erfahrungss&auml;tzen beeinflusst ist (Senatsentscheidungen vom 26.&nbsp;Januar 2010 VI&nbsp;B&nbsp;95\/09, BFH\/NV 2010,&nbsp;875; vom 19.&nbsp;Juni 2008 VI&nbsp;R&nbsp;33\/07, BFHE 222,&nbsp;359, BStBl II 2009, 11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist die Entscheidung des FG, die Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Feier aus Anlass seines Priesterjubil&auml;ums seien so gut wie ausschlie&szlig;lich privat veranlasst, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Rechtsprechung des BFH, an der der Senat festh&auml;lt, werden Dienstjubil&auml;en als herausgehobene pers&ouml;nliche Ereignisse in der Regel als durch die private Sph&auml;re des Arbeitnehmers veranlasst beurteilt. Aufwendungen, die im Zusammenhang mit einem solchen Ereignis anfallen, sind danach regelm&auml;&szlig;ig auch durch die gesellschaftliche Stellung des Arbeitnehmers veranlasst (&sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 Satz 2 EStG) und daher zumindest nicht in vollem Umfang als Werbungskosten anzuerkennen (Senatsurteil in BFHE 216,&nbsp;522, BStBl&nbsp;II 2007,&nbsp;459; Fissenewert in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;12 EStG Rz&nbsp;90, m.w.N.). Zwar kann im Einzelfall eine andere Beurteilung im Hinblick auf den Anlass der Feier geboten sein. Im Streitfall ist jedoch, anders als etwa im vom Senat in BFHE 216,&nbsp;522, BStBl&nbsp;II 2007,&nbsp;459 entschiedenen Fall, keine Besonderheit anzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Trotz eines herausgehobenen pers&ouml;nlichen Ereignisses kann sich aus den &uuml;brigen Umst&auml;nden des einzelnen Falles ergeben, dass die Kosten f&uuml;r die Feier ganz oder teilweise beruflich veranlasst sind. Die dabei nach der Rechtsprechung des BFH zu w&uuml;rdigenden Kriterien hat das FG beachtet. Es hat die mangelnde berufliche Veranlassung der Feier u.a. damit begr&uuml;ndet, dass der Kl&auml;ger als Gastgeber aufgetreten und die G&auml;steliste bestimmt hat. Es ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die G&auml;ste in erster Linie aufgrund pers&ouml;nlicher Beziehungen zum Kl&auml;ger geladen und bewirtet worden seien, auch wenn es sich um sog. Angeh&ouml;rige des &ouml;ffentlichen Lebens handelte. Diese W&uuml;rdigung des FG ist zumindest m&ouml;glich. Sie verst&ouml;&szlig;t weder gegen Denkgesetze noch gegen Erfahrungss&auml;tze, so dass der Senat hieran mangels zul&auml;ssiger und begr&uuml;ndeter Revisionsr&uuml;gen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO gebunden ist. Entsprechendes gilt f&uuml;r die Erw&auml;gung, dass der Kl&auml;ger den Festgottesdienst nicht aufgrund einer konkreten beruflichen Verpflichtung zelebriert habe. Das FG hat auch zu Recht zu Lasten des Kl&auml;gers auf den Ort und die Dauer der Veranstaltung abgestellt. Die Anmietung eines Berghauses f&uuml;r einen Tag und die sich anschlie&szlig;ende Nacht indiziert nach Ansicht des Senats in besonderer Weise den Charakter einer privaten Feier.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.9.2013, VI R 35\/11 Kosten aus Anlass eines Priesterjubil&auml;ums als Werbungskosten Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist, ob Aufwendungen eines katholischen Priesters f&uuml;r einen Festgottesdienst und eine sich anschlie&szlig;ende Feier anl&auml;sslich seines 25-j&auml;hrigen Priesterjubil&auml;ums als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zu ber&uuml;cksichtigen sind. 2&nbsp; Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist katholischer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-35-11-kosten-aus-anlass-eines-priesterjubilaeums-als-werbungskosten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;35\/11 &#8211; Kosten aus Anlass eines Priesterjubil&auml;ums als Werbungskosten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61610","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61610","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61610"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61610\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61610"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61610"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61610"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}