{"id":61626,"date":"2014-02-16T14:33:41","date_gmt":"2014-02-16T12:33:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61626"},"modified":"2014-02-16T14:33:41","modified_gmt":"2014-02-16T12:33:41","slug":"vi-r-48-12-steuerfreiheit-von-pauschalen-zuschlaegen-fuer-sonntags-feiertags-oder-nachtarbeit-bei-grenzgaengern-in-die-schweiz-arbeitnehmerfreizuegigkeit-keine-bindung-der-gerichte-an-norminterpretier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-48-12-steuerfreiheit-von-pauschalen-zuschlaegen-fuer-sonntags-feiertags-oder-nachtarbeit-bei-grenzgaengern-in-die-schweiz-arbeitnehmerfreizuegigkeit-keine-bindung-der-gerichte-an-norminterpretier\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;48\/12 &#8211; Steuerfreiheit von pauschalen Zuschl&auml;gen f&uuml;r Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit bei Grenzg&auml;ngern in die Schweiz &#8211; Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit &#8211; Keine Bindung der Gerichte an norminterpretierende Verwaltungsvorschriften"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.9.2013, VI R 48\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerfreiheit von pauschalen Zuschl&auml;gen f&uuml;r Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit bei Grenzg&auml;ngern in die Schweiz &#8211; Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit &#8211; Keine Bindung der Gerichte an norminterpretierende Verwaltungsvorschriften<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die einem Grenzpendler in die Schweiz pauschal gew&auml;hrten Sonntags-, Feiertags- und Nachtdienstzuschl&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3b des Einkommensteuergesetztes (EStG) steuerfrei sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im Inland wohnenden Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Ehegatten und werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger ist bei einer schweizerischen Arbeitgeberin als Eisenbahnfahrzeugf&uuml;hrer abh&auml;ngig besch&auml;ftigt. Hierf&uuml;r erh&auml;lt er ein festes Bruttogehalt, in dem pauschale Sonntags-, Feiertags- und Nachtdienstzuschl&auml;ge enthalten sind. Diese Zuschl&auml;ge wurden dem Kl&auml;ger jeweils monatlich in gleicher H&ouml;he ausgezahlt, obwohl er in den einzelnen Monaten des Streitjahres unregelm&auml;&szlig;ig Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit leistete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger begehrten f&uuml;r das Streitjahr 2006 die Steuerfreiheit der pauschal gezahlten Zuschl&auml;ge nach &sect;&nbsp;3b EStG. Hierzu reichten sie Einzelnachweise &uuml;ber die vom Kl&auml;ger im Streitjahr an Sonn- und Feiertagen sowie in der Nacht geleisteten Arbeitsstunden ein. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging hingegen von einer Steuerpflicht der Zuschl&auml;ge aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 1822 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und den Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Jahr 2006 vom 19.&nbsp;Januar 2012 in der Weise abzu&auml;ndern, dass bei den Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit Zuschl&auml;ge f&uuml;r Sonntags-, Feiertags- und Nachtdienstarbeit in H&ouml;he von 5.783 EUR steuerfrei gestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unzul&auml;ssig zu verwerfen, hilfsweise als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die zul&auml;ssige Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuwei-sen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist zul&auml;ssig. Eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Revisionsbegr&uuml;ndung muss nach &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 FGO insbesondere auch die Angabe der Revisionsgr&uuml;nde enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies erfordert u.a. nach &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a FGO die bestimmte Bezeichnung der Umst&auml;nde, aus denen sich die Rechtsverletzung ergibt. Notwendig ist hiernach, dass die erhobene R&uuml;ge eindeutig erkennen lassen muss, welche Norm der Revisionskl&auml;ger f&uuml;r verletzt h&auml;lt. Ferner muss der Revisionskl&auml;ger die Gr&uuml;nde tats&auml;chlicher und rechtlicher Art darlegen, die nach seiner Auffassung das erstinstanzliche Urteil rechtsfehlerhaft erscheinen lassen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15.&nbsp;Mai 2012 XI&nbsp;R&nbsp;16\/10, BFHE 238,&nbsp;460, BStBl&nbsp;II 2013,&nbsp;49, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht des FA gen&uuml;gt die Revisionsschrift diesen Anforderungen. Denn die Kl&auml;ger r&uuml;gen eine fehlerhafte Anwendung des &sect;&nbsp;3b EStG durch das FG und legen im Einzelnen die Gr&uuml;nde dar, weshalb aus ihrer Sicht die Vorentscheidung fehlerhaft sein soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist jedoch unbegr&uuml;ndet. Denn das FG hat zutreffend entschieden, dass der Kl&auml;ger keine nach &sect;&nbsp;3b EStG steuerfreien Zuschl&auml;ge erhielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwischen den Beteiligten besteht zu Recht Einigkeit dar&uuml;ber, dass der Kl&auml;ger Grenzg&auml;nger i.S. des Art.&nbsp;15a des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 11.&nbsp;August 1971 (BGBl&nbsp;II 1972,&nbsp;1022, BStBl&nbsp;I 1972,&nbsp;519) i.d.F. des &Auml;nderungsprotokolls vom 21.&nbsp;Dezember 1992 (BGBl&nbsp;II 1993,&nbsp;1888, BStBl&nbsp;I 1993,&nbsp;928) &#8211;DBA-Schweiz&#8211; ist und daher dessen Eink&uuml;nfte aus unselbst&auml;ndiger Arbeit in Deutschland als dem Ans&auml;ssigkeitsstaat besteuert werden k&ouml;nnen. Da der Begriff der unselbst&auml;ndigen Arbeit im Abkommen selbst nicht definiert ist, ist &#8211;soweit sich aus der Systematik des DBA-Schweiz nichts Gegenteiliges ergibt&#8211; gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 DBA-Schweiz auf das nationale Recht abzustellen (Wassermeyer in Debatin\/ Wassermeyer, Doppelbesteuerung, MA&nbsp;Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;53; BFH-Urteil vom 29.&nbsp;April 2009 X&nbsp;R&nbsp;31\/08, BFH\/NV&nbsp;2009,&nbsp;1625; Brandis in Debatin\/Wassermeyer, a.a.O., Schweiz Art.&nbsp;15 Rz 26). Denn nach dieser Bestimmung hat bei Anwendung des Abkommens durch einen Vertragsstaat, wenn der Zusammenhang nichts anderes erfordert, jeder nicht anders definierte Ausdruck die Bedeutung, die ihm nach dem Recht dieses Staates &uuml;ber die Steuern zukommt, welche Gegenstand des Abkommens sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;3b Abs.&nbsp;1 EStG sind Zuschl&auml;ge, die f&uuml;r tats&auml;chlich geleistete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit neben dem Grundlohn gezahlt werden, steuerfrei, soweit sie bestimmte Prozents&auml;tze des Grundlohns nicht &uuml;bersteigen. Nach Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Halbsatz dieser Vorschrift ist Grundlohn der laufende Arbeitslohn, der dem Arbeitnehmer bei der f&uuml;r ihn ma&szlig;gebenden regelm&auml;&szlig;igen Arbeitszeit f&uuml;r den jeweiligen Lohnzahlungszeitraum zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Steuerfreiheit pauschaler Zuschl&auml;ge, die der Arbeitgeber ohne R&uuml;cksicht auf die H&ouml;he der tats&auml;chlich erbrachten Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit an den Arbeitnehmer leistet, setzt nach der Senatsrechtsprechung (vgl. etwa Senatsurteil vom 8.&nbsp;Dezember 2011 VI&nbsp;R&nbsp;18\/11, BFHE&nbsp;236, 97, BStBl&nbsp;II&nbsp;2012,&nbsp;291, m.w.N.) jedenfalls voraus, dass diese Zuschl&auml;ge nach dem &uuml;bereinstimmenden Willen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer als Abschlagszahlungen oder Vorschl&uuml;sse auf eine sp&auml;tere Einzelabrechnung geleistet werden (zu den weiteren Voraussetzungen der Steuerfreiheit f&uuml;r pauschale Zuschl&auml;ge vgl. etwa Senatsurteil vom 16.&nbsp;Dezember 2010 VI&nbsp;R&nbsp;27\/10, BFHE&nbsp;232,&nbsp;174, BStBl&nbsp;II 2012,&nbsp;288, m.w.N.). Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitnehmer bei einem ausl&auml;ndischen Arbeitgeber besch&auml;ftigt ist (vgl. Senatsurteil in BFHE&nbsp;232,&nbsp;174, BStBl&nbsp;II 2012,&nbsp;288).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach diesen Grunds&auml;tzen sind die im Streitfall gew&auml;hrten Zuschl&auml;ge f&uuml;r die Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit nicht steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach den mit zul&auml;ssigen Revisionsr&uuml;gen nicht angegriffenen und daher den Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen des FG wurden dem Kl&auml;ger die streitbefangenen Zuschl&auml;ge gew&auml;hrt, ohne dass es hierbei auf die von ihm tats&auml;chlich geleistete T&auml;tigkeit zu den nach &sect;&nbsp;3b Abs.&nbsp;2 EStG beg&uuml;nstigten Zeiten ankam. Denn obwohl der Kl&auml;ger in den jeweiligen Kalendermonaten des Streitjahres Sonntags-, Feiertags- bzw. Nachtarbeit unregelm&auml;&szlig;ig leistete, ver&auml;nderte sich die H&ouml;he der monatlich gew&auml;hrten Zulage nicht. Mithin erhielt der Kl&auml;ger die Zuschl&auml;ge nicht als Abschlagzahlungen oder als Vorsch&uuml;sse auf eine sp&auml;tere Einzelabrechnung, sondern endg&uuml;ltig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Ansicht der Kl&auml;ger verst&ouml;&szlig;t die Versagung der Steuerfreiheit nicht gegen die Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit. Diese ist zwar aufgrund Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 des Anhangs&nbsp;I des Abkommens zwischen der Europ&auml;ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits &uuml;ber die Freiz&uuml;gigkeit vom 21.&nbsp;Juni 1999 (BGBl&nbsp;II 2001,&nbsp;811) grunds&auml;tzlich auch im Verh&auml;ltnis zu der Schweiz zu beachten. Der Kl&auml;ger wird durch die Versagung der Steuerfreiheit in seinem Recht auf Freiz&uuml;gigkeit nicht in gemeinschaftsrechtswidriger Weise beschr&auml;nkt. Zwar steht die Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit jeder Ma&szlig;nahme entgegen, die, auch wenn sie ohne Diskriminierung aus Gr&uuml;nden der Staatsangeh&ouml;rigkeit gilt, geeignet ist, die Aus&uuml;bung der durch den Vertrag garantierten Grundfreiheiten durch die Unionsangeh&ouml;rigen zu behindern oder weniger attraktiv zu machen (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union vom 1.&nbsp;April 2008, Gouvernement de la Communaut&eacute; francaise und Gouvernement wallon, C-212\/06, Slg.&nbsp;2008, I-1683, Randnr.&nbsp;45, m.w.N.). An derartigen beschr&auml;nkenden Ma&szlig;nahmen fehlt es indes, weil der Kl&auml;ger nicht ung&uuml;nstiger als ein bei einem deutschen Arbeitgeber besch&auml;ftigter Arbeitnehmer behandelt wird. Denn auch bei diesem sind pauschale Zuschl&auml;ge in den F&auml;llen ihrer definitiven Gew&auml;hrung nicht nach &sect;&nbsp;3b EStG steuerfrei (vgl. etwa Senatsurteil in BFHE&nbsp;236,&nbsp;97, BStBl&nbsp;II 2012,&nbsp;291).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Keinen Erfolg hat schlie&szlig;lich die Berufung der Kl&auml;ger auf die Verwaltungsvorschrift der Oberfinanzdirektion Karlsruhe in Fach B Teil&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 des sog. Grenzg&auml;ngerhandbuchs, aus der sie meinen, ableiten zu k&ouml;nnen, bei einem schweizerischen Arbeitgeber unterfielen pauschale Zuwendungen insoweit der Steuerbefreiung, als die Sonntags-, Feiertags- bzw. Nachtarbeit durch den Arbeitnehmer im Einzelnen nachgewiesen werde. Ganz abgesehen davon, dass sich der von den Kl&auml;gern angef&uuml;hrten Bestimmung eine entsprechende Regelung nicht entnehmen l&auml;sst, handelt es sich hierbei nur um eine norminterpretierende Verwaltungsvorschrift, die keine Rechtsnormqualit&auml;t hat und die Gerichte nicht bindet (vgl. BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Januar 2011 V&nbsp;R&nbsp;12\/08, BFHE&nbsp;232,&nbsp;261, BStBl&nbsp;II 2012,&nbsp;61, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.9.2013, VI R 48\/12 Steuerfreiheit von pauschalen Zuschl&auml;gen f&uuml;r Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit bei Grenzg&auml;ngern in die Schweiz &#8211; Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit &#8211; Keine Bindung der Gerichte an norminterpretierende Verwaltungsvorschriften Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist, ob die einem Grenzpendler in die Schweiz pauschal gew&auml;hrten Sonntags-, Feiertags- und Nachtdienstzuschl&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3b des Einkommensteuergesetztes (EStG) steuerfrei &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-48-12-steuerfreiheit-von-pauschalen-zuschlaegen-fuer-sonntags-feiertags-oder-nachtarbeit-bei-grenzgaengern-in-die-schweiz-arbeitnehmerfreizuegigkeit-keine-bindung-der-gerichte-an-norminterpretier\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;48\/12 &#8211; Steuerfreiheit von pauschalen Zuschl&auml;gen f&uuml;r Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit bei Grenzg&auml;ngern in die Schweiz &#8211; Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit &#8211; Keine Bindung der Gerichte an norminterpretierende Verwaltungsvorschriften<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61626","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61626","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61626"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61626\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}