{"id":61660,"date":"2014-02-16T14:37:35","date_gmt":"2014-02-16T12:37:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61660"},"modified":"2014-02-16T14:37:35","modified_gmt":"2014-02-16T12:37:35","slug":"iii-b-147-12-aussetzung-des-finanzgerichtlichen-verfahrens-im-hinblick-auf-ein-laufendes-strafverfahren-ueberlanges-verfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-147-12-aussetzung-des-finanzgerichtlichen-verfahrens-im-hinblick-auf-ein-laufendes-strafverfahren-ueberlanges-verfahren\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;147\/12 &#8211; Aussetzung des finanzgerichtlichen Verfahrens im Hinblick auf ein laufendes Strafverfahren &#8211; &uuml;berlanges Verfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.10.2013, III B 147\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Aussetzung des finanzgerichtlichen Verfahrens im Hinblick auf ein laufendes Strafverfahren &#8211; &uuml;berlanges Verfahren<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig und durch Beschluss zu verwerfen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Denn die Beschwerde gen&uuml;gt nicht den sich aus &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO ergebenden Anforderungen an die Darlegung von Revisionszulassungsgr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Rechtsgrunds&auml;tzliche Bedeutung<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) die Frage f&uuml;r rechtsgrunds&auml;tzlich bedeutsam halten, ob der verfassungsrechtliche Vertrauensschutz zum Tragen kommt und dem Wortlaut des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;3a der Abgabenordnung vorgeht, wenn sich der Rechtsstreit aufgrund von Rechtsbehelfen sehr lange bis zur Unanfechtbarkeit des Steuerbescheids hinzieht, gen&uuml;gt ihr Vorbringen nicht den Darlegungsanforderungen (dazu im Einzelnen z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 X&nbsp;B&nbsp;10\/10, BFH\/NV 2012, 953; vom 13.&nbsp;Juni 2013 III&nbsp;B&nbsp;156\/12, BFH\/NV 2013, 1420). Es fehlt insbesondere an der Auseinandersetzung mit der bereits vorhandenen Rechtsprechung. Danach ist gekl&auml;rt, dass sich die (&Uuml;ber-)L&auml;nge eines Verfahrens auf den materiellen Steueranspruch nicht auswirkt. Es kommt weder zur Verwirkung desselben noch werden die Vorschriften &uuml;ber die Ablaufhemmung von Verj&auml;hrungsfristen au&szlig;er Kraft gesetzt (BFH-Urteile vom 21.&nbsp;M&auml;rz 1996 XI&nbsp;R&nbsp;82\/94, BFHE 180, 316, BStBl II 1996, 518; vom 16.&nbsp;Oktober 2002 XI&nbsp;R&nbsp;41\/99, BFHE 200, 529, BStBl II 2003, 179). Der Hinweis in der Beschwerdeschrift auf die Beschl&uuml;sse des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 7.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;14\/02, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/04, 2&nbsp;BvL&nbsp;13\/05 (BVerfGE 127, 1, BStBl II 2011, 76), 2&nbsp;BvR&nbsp;748\/05, 2&nbsp;BvR&nbsp;753\/05, 2&nbsp;BvR&nbsp;1738\/05 (BVerfGE 127, 61, BStBl II 2011, 86) f&uuml;hrt zu keinem anderen Ergebnis. Denn diese befassen sich allein mit den verfassungsrechtlichen Anforderungen, denen der Gesetzgeber beim Erlass r&uuml;ckwirkender Steuerrechtsnormen gen&uuml;gen muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Richterablehnung<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Darlegungen in der Beschwerdeschrift, die sich mit der Ablehnung des Vorsitzenden Richters am Finanzgericht (FG) befassen, lassen eine Verletzung von Verfahrensgrundrechten (Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Grundgesetzes) oder Vorschriften der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Beschluss des FG, mit dem der Befangenheitsantrag zur&uuml;ckgewiesen wurde, ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;2 FGO nicht mit der Beschwerde anfechtbar und unterliegt somit auch nicht der Beurteilung der Revision (&sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 FGO), weshalb auch eine Nichtzulassungsbeschwerde grunds&auml;tzlich nicht auf die Ablehnung eines Befangenheitsgesuchs gest&uuml;tzt werden kann. Geltend gemacht werden k&ouml;nnen nur solche Verfahrensm&auml;ngel, die als Folge der Ablehnung des Befangenheitsgesuchs dem angefochtenen Urteil anhaften. Ein Zulassungsgrund liegt daher nur vor, wenn die Ablehnung ein Verfahrensgrundrecht verletzt (Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r oder den gesetzlichen Richter). Das Verfahrensgrundrecht auf den gesetzlichen Richter greift jedoch nur bei willk&uuml;rlichen Verst&ouml;&szlig;en gegen Verfahrensvorschriften ein. Deshalb hat eine Besetzungsr&uuml;ge nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn sich dem Beschwerdevorbringen entnehmen l&auml;sst, dass der Beschluss &uuml;ber die Zur&uuml;ckweisung des Ablehnungsgesuchs nicht nur fehlerhaft, sondern greifbar gesetzwidrig und damit willk&uuml;rlich war (BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;Juli 2013 III&nbsp;B&nbsp;149\/12, BFH\/NV 2013, 1602, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger tragen im Streitfall nichts vor, was auf Willk&uuml;r schlie&szlig;en l&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Was die Kl&auml;ger mit der R&uuml;ge einer Verletzung des &sect;&nbsp;47 der Zivilprozessordnung (ZPO) genau meinen, hat sich dem Senat nicht erschlossen. &Uuml;ber den Befangenheitsantrag hat das FG mit Beschluss ohne Mitwirkung des abgelehnten Richters entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch die Behauptung der Kl&auml;ger, die vom Vorsitzenden Richter am FG abgegebene dienstliche Erkl&auml;rung sei unrichtig, dies begr&uuml;nde erneut ein Befangenheitsgesuch, vermag der Beschwerde nicht zum Erfolg zu verhelfen. Das FG hat den Befangenheitsantrag wegen fehlenden Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses abgewiesen, weil der Antrag erst mehrere Tage nach der bereits im Verhandlungstermin erfolgten Urteilsverk&uuml;ndung (&sect;&nbsp;104 Abs.&nbsp;1 FGO) gestellt wurde (vgl. BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;November 2011 IV&nbsp;B&nbsp;60\/11, BFH\/NV 2012, 426, m.w.N., zu Ablehnungsgesuchen nach Instanzbeendigung). Damit setzen sich die Kl&auml;ger nicht auseinander.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Fehlende Prozessvollmacht<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die R&uuml;ge, dass Rechtsanw&auml;ltin X und Rechtsanwalt Y Erkl&auml;rungen abgegeben h&auml;tten, ohne bevollm&auml;chtigt zu sein, ist unschl&uuml;ssig. Aus dem Vortrag der Kl&auml;ger ist nicht erkennbar, dass das FG einen Verfahrensfehler begangen haben k&ouml;nnte. Rechtsanw&auml;ltin X, in deren Begleitung die Kl&auml;ger ausweislich der Sitzungsniederschrift an der m&uuml;ndlichen Verhandlung teilgenommen haben, geh&ouml;rt zum Personenkreis des &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO. Dass das FG Zweifel an der Bevollm&auml;chtigung haben und deswegen auf einer Vorlage der Vollmacht bestehen musste (vgl. &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;4 FGO; dazu z.B. Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;62 FGO Rz&nbsp;53&nbsp;f.), wird in der Beschwerdeschrift nicht ausgef&uuml;hrt. Dasselbe gilt in Bezug auf Rechtsanwalt Y.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Unterbliebene Vollziehung des Beweisbeschlusses<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die R&uuml;ge, der Beweisbeschluss vom 2.&nbsp;Oktober 2012 sei nicht vollst&auml;ndig vollzogen worden, ist unschl&uuml;ssig. Denn das Gericht hat den Beweisbeschluss in der m&uuml;ndlichen Verhandlung in Bezug auf den Zeugen A aufgehoben. Dazu war das FG befugt (Gr&auml;ber\/Koch, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;82 Rz&nbsp;6; Schallmoser in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;82 FGO Rz&nbsp;30, m.w.N.). Ob das Gericht aufgrund anderer verfahrensrechtlicher Vorschriften (z.B. &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) zur Vernehmung des besagten Zeugen verpflichtet gewesen sein k&ouml;nnte, ist in diesem Zusammenhang nicht zu pr&uuml;fen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die beanstandete Nichtvernehmung des Zeugen A kann die Revisionszulassung nicht rechtfertigen. Das Urteil ist kumulativ auf zwei Gr&uuml;nde gest&uuml;tzt. Das FG ging zum einen davon aus, dass sich die Kl&auml;ger die von ihrem fr&uuml;heren Steuerberater vorgenommene Ausbuchung des streitigen Geb&auml;udeteils und die von diesem angefertigte, von den Kl&auml;gern eigenh&auml;ndig unterschriebene Steuererkl&auml;rung, in der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung erkl&auml;rt wurden, mit der Folge rechtlich zurechnen lassen m&uuml;ssen, dass von deren Entnahmewillen auszugehen sei. Zum anderen war das FG aufgrund durchgef&uuml;hrter Beweisaufnahme auch davon &uuml;berzeugt, dass die Entnahmebuchung zwischen dem fr&uuml;heren Steuerberater und den Kl&auml;gern positiv abgesprochen war, diese also ihren Entnahmewillen frei gebildet und ge&auml;u&szlig;ert hatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist ein FG-Urteil in dieser Art kumulativ auf mehrere Gr&uuml;nde gest&uuml;tzt, von denen jeder f&uuml;r sich das Entscheidungsergebnis tr&auml;gt, dann muss hinsichtlich jeder dieser Begr&uuml;ndungen ein Zulassungsgrund i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO geltend gemacht werden (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;28, m.w.N.). Im Hinblick auf den ersten Begr&uuml;ndungsansatz haben die Kl&auml;ger aber keine Zulassungsgr&uuml;nde dargetan, insbesondere keinen Verfahrensmangel geltend gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob der erste Begr&uuml;ndungsansatz materiell-rechtlich tr&auml;gt, ist in diesem Zusammenhang grunds&auml;tzlich unerheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Unterbliebene Verfahrensaussetzung<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;149 Abs.&nbsp;1 ZPO kann das Gericht die Aussetzung der Verhandlung bis zur Erledigung des Strafverfahrens anordnen, wenn sich im Laufe des Rechtsstreits der Verdacht einer Straftat ergibt, deren Ermittlung auf die Entscheidung von Einfluss ist. Die R&uuml;ge der Kl&auml;ger, das FG habe fehlerhaft ihren hierauf gest&uuml;tzten Aussetzungsantrag zur&uuml;ckgewiesen, ist nicht schl&uuml;ssig erhoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es kann hierbei dahingestellt bleiben, ob &sect;&nbsp;149 ZPO &uuml;ber &sect;&nbsp;155 FGO im finanzgerichtlichen Verfahren &uuml;berhaupt anwendbar ist (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 3.&nbsp;Juni 1998 I&nbsp;B&nbsp;39\/98, BFH\/NV 1998, 1506; vom 30.&nbsp;Juni 2004 VI&nbsp;S&nbsp;1\/03&nbsp;(PKH), BFH\/NV 2004, 1541). Selbst wenn dies zu bejahen sein sollte, wird in der Beschwerdeschrift nicht mit einem substantiierten Tatsachenvortrag erkennbar gemacht, dass das von &sect;&nbsp;149 ZPO einger&auml;umte tatrichterliche Ermessen (vgl. Beschluss des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 17.&nbsp;November 2009 VI&nbsp;ZB&nbsp;58\/08, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht &#8211;NJW-RR&#8211; 2010, 423; Z&ouml;ller\/Greger, Zivilprozessordnung, 30.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;149 Rz&nbsp;2) im Streitfall fehlerhaft bet&auml;tigt worden ist (zum Abw&auml;gungsvorgang im Einzelnen vgl. BGH-Beschluss in NJW-RR 2010, 423).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Sollte das weitere Vorbringen der Kl&auml;ger dahin zu verstehen sein, dass die Aussetzung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;149 Abs.&nbsp;1 ZPO beantragt wird, so muss diesem Begehren der Erfolg schon deshalb versagt bleiben, weil der BFH bei seiner Entscheidung &uuml;ber die Revisionszulassung wie auch bei einer etwaigen Revisionsentscheidung grunds&auml;tzlich an die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG gebunden ist (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO). Das Strafverfahren soll nach Ansicht der Kl&auml;ger zu neuen bzw. besseren <span style=\"text-decoration:underline\">tats&auml;chlichen<\/span> Erkenntnissen (Hintergr&uuml;nde der Ausbuchung eines Geb&auml;udeteils; W&uuml;rdigung diesbez&uuml;glicher Zeugenaussagen) f&uuml;hren. Diese kann der BFH gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO aber nicht ber&uuml;cksichtigen (vgl. Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;74 FGO Rz&nbsp;4; Th&uuml;rmer in HHSp, &sect;&nbsp;74 FGO Rz&nbsp;15, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Bewertung der Entnahme<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) im Hinblick auf den Wert des entnommenen Grundst&uuml;cksteils ist nicht ordnungsgem&auml;&szlig; ger&uuml;gt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger machen insoweit geltend, dass das Gericht auch ohne entsprechenden Beweisantritt von Amts wegen die Tatsachen zur zutreffenden Bewertung der Entnahme h&auml;tte ermitteln m&uuml;ssen. In einem solchen Fall setzt die schl&uuml;ssige R&uuml;ge u.a. den substantiierten Vortrag dar&uuml;ber voraus, aus welchen &#8211;genau bezeichneten&#8211; Gr&uuml;nden sich dem FG die Notwendigkeit einer weiteren Sachaufkl&auml;rung (Beweiserhebung) auch ohne entsprechenden Antrag h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, welche (entscheidungserheblichen) Tatsachen sich bei einer weiteren Sachaufkl&auml;rung voraussichtlich ergeben h&auml;tten, inwiefern eine weitere Aufkl&auml;rung des Sachverhalts auf der Grundlage des &#8211;ggf. auch unrichtigen&#8211; materiell-rechtlichen Standpunkts des FG zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen und warum ein fachkundig vertretener Kl&auml;ger nicht von sich aus entsprechende Antr&auml;ge gestellt hat (vgl. &sect;&nbsp;295 ZPO i.V.m. &sect;&nbsp;155 FGO; BFH-Beschl&uuml;sse vom 25.&nbsp;Juni 2002 X&nbsp;B&nbsp;199\/01, BFH\/NV 2002, 1332; vom 13.&nbsp;Dezember 2001 II&nbsp;B&nbsp;46\/00, BFH\/NV 2002, 654, und vom 19.&nbsp;Januar 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;84\/05, BFH\/NV 2006, 803).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Beschwerdebegr&uuml;ndungsschrift konnte der Senat keine Antwort auf die durchaus naheliegende Frage finden, warum die fachkundig vertretenen Kl&auml;ger nicht von sich aus das Problem der Entnahmebewertung aufgegriffen haben. Gerade die dort wiedergegebene Aussage des Zeugen B, wonach der Entnahmewert &quot;traumhaft&quot; gewesen sei, l&auml;sst die Passivit&auml;t der Kl&auml;gerseite unverst&auml;ndlich erscheinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.10.2013, III B 147\/12 Aussetzung des finanzgerichtlichen Verfahrens im Hinblick auf ein laufendes Strafverfahren &#8211; &uuml;berlanges Verfahren Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig und durch Beschluss zu verwerfen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Denn die Beschwerde gen&uuml;gt nicht den sich aus &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO ergebenden Anforderungen an die Darlegung von &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-147-12-aussetzung-des-finanzgerichtlichen-verfahrens-im-hinblick-auf-ein-laufendes-strafverfahren-ueberlanges-verfahren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;147\/12 &#8211; Aussetzung des finanzgerichtlichen Verfahrens im Hinblick auf ein laufendes Strafverfahren &#8211; &uuml;berlanges Verfahren<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61660","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61660","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61660"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61660\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61660"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61660"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61660"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}