{"id":61696,"date":"2014-02-16T14:38:40","date_gmt":"2014-02-16T12:38:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61696"},"modified":"2014-02-16T14:38:40","modified_gmt":"2014-02-16T12:38:40","slug":"viii-r-22-12-kein-betriebsausgabenabzug-fuer-aufwendungen-fuer-ein-studium-welches-eine-erstausbildung-vermittelt-und-nicht-im-rahmen-eines-dienstverhaeltnisses-stattfindet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-22-12-kein-betriebsausgabenabzug-fuer-aufwendungen-fuer-ein-studium-welches-eine-erstausbildung-vermittelt-und-nicht-im-rahmen-eines-dienstverhaeltnisses-stattfindet\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;22\/12 &#8211; Kein Betriebsausgabenabzug f&uuml;r Aufwendungen f&uuml;r ein Studium, welches eine Erstausbildung vermittelt und nicht im Rahmen eines Dienstverh&auml;ltnisses stattfindet"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.11.2013, VIII R 22\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Betriebsausgabenabzug f&uuml;r Aufwendungen f&uuml;r ein Studium, welches eine Erstausbildung vermittelt und nicht im Rahmen eines Dienstverh&auml;ltnisses stattfindet<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Aufwendungen eines Steuerpflichtigen f&uuml;r ein Erststudium, welches zugleich eine Erstausbildung vermittelt und das nicht im Rahmen eines Dienstverh&auml;ltnisses stattgefunden hat, sind nach &sect; 12 Nr. 5 i.V.m. &sect; 4 Abs. 9 EStG i.d.F. des <noindex>BeitrRLUmsG<\/noindex> keine (vorweggenommenen) Betriebsausgaben bei den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die bereits f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume ab 2004 anzuwendenden gesetzlichen Neuregelungen in &sect; 12 Nr. 5 und &sect; 4 Abs. 9 EStG i.d.F. des <noindex>BeitrRLUmsG<\/noindex> sind verfassungsgem&auml;&szlig;. Sie enthalten weder eine unzul&auml;ssige verfassungsrechtliche R&uuml;ckwirkung noch versto&szlig;en sie gegen den Gleichheitssatz i.S. des Art. 3 Abs. 1 GG.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten um den Abzug von Aufwendungen f&uuml;r ein Erststudium als vorweggenommene Betriebsausgaben bei den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der in der Wohnung seiner Eltern in A mit Zweitwohnsitz gemeldete ledige Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) absolvierte seit dem Sommersemester 2003 zun&auml;chst an der Universit&auml;t B und sp&auml;ter an der Universit&auml;t C ein Jurastudium als Erststudium. Am jeweiligen Studienort, an dem er jeweils mit Hauptwohnsitz gemeldet war, unterhielt er eine sog. &quot;Studentenbude&quot; von knapp 25&nbsp;qm.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen seiner Einkommensteuererkl&auml;rungen und Erkl&auml;rungen zur Feststellung der verbleibenden Verlustvortr&auml;ge f&uuml;r die Streitjahre 2004 und 2005 machte der Kl&auml;ger Aufwendungen in H&ouml;he von 5.461&nbsp;EUR (2004) bzw. 3.865&nbsp;EUR (2005) als vorweggenommene Betriebsausgaben bei den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit geltend. Hiervon entfielen 4.476&nbsp;EUR (2004) bzw. 2.649&nbsp;EUR (2005) auf Miete und Strom f&uuml;r die Wohnung am Studienort und 192&nbsp;EUR (2004) bzw. 140&nbsp;EUR (2005) auf Telefonkosten. Das zun&auml;chst zust&auml;ndige Finanzamt C erkannte die erkl&auml;rten negativen Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit nicht an, setzte die Einkommensteuer f&uuml;r 2004 und 2005 auf 0&nbsp;EUR fest und stellte &#8211;jeweils unter Fortschreibung des zum 31.&nbsp;Dezember 2003 festgestellten Verlustvortrags&#8211; die verbleibenden Verlustvortr&auml;ge zur Einkommensteuer zum 31.&nbsp;Dezember 2004 und 31.&nbsp;Dezember 2005 auf jeweils 1.661&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im anschlie&szlig;enden beim Finanzgericht C gef&uuml;hrten Klageverfahren erkl&auml;rte der Kl&auml;ger bisher nicht angegebene Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen von 2.085&nbsp;EUR (2004) und 2.780&nbsp;EUR (2005) sowie aus selbst&auml;ndiger Arbeit von 1.000&nbsp;EUR (2005) nach. Der inzwischen durch einen Wohnortwechsel des Kl&auml;gers zust&auml;ndig gewordene Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte daraufhin mit ge&auml;nderten Bescheiden vom 2.&nbsp;November 2009 die verbleibenden Verlustvortr&auml;ge zur Einkommensteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2004 auf 997&nbsp;EUR und auf den 31.&nbsp;Dezember 2005 auf 0&nbsp;EUR fest. In diesen Bescheiden, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 der Finanzgerichtsordnung (FGO) Gegenstand des Verfahrens geworden sind, blieben die Studienkosten weiterhin unber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der daraufhin an das Finanzgericht (FG) verwiesenen Klage begehrte der Kl&auml;ger, seine Studienkosten als vorweggenommene Betriebsausgaben abzuziehen. Das FG wies die Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 1433 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 18. April 2012&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;4400\/09&nbsp;F ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision. Der Kl&auml;ger macht geltend, seine Studienkosten m&uuml;ssten als vorweggenommene Betriebsausgaben ber&uuml;cksichtigt werden, andernfalls werde gegen das Nettoprinzip versto&szlig;en. Denn sein Studium der Rechtswissenschaften habe final im Zusammenhang mit seiner sp&auml;teren, inzwischen ausge&uuml;bten Berufst&auml;tigkeit als Rechtsanwalt gestanden. Die in &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;9, &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;6 und &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;5 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Gesetzes zur Umsetzung der Beitreibungsrichtlinie sowie zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften (BeitrRLUmsG) vom 7.&nbsp;Dezember 2011 (BGBl I 2011, 2592) &#8211;EStG&#8211; erfolgte angebliche &quot;Klarstellung&quot;, dass Aufwendungen f&uuml;r die erstmalige Berufsausbildung bzw. ein Erststudium ohne vorangegangene Berufsausbildung keine Betriebsausgaben oder Werbungskosten seien, sei in seinem Fall schon deshalb nicht anzuwenden, weil die in &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;12, Abs.&nbsp;23d und Abs.&nbsp;30a EStG angeordnete Geltung der vorgenannten Vorschriften ab dem Veranlagungszeitraum 2004 gegen das R&uuml;ckwirkungsverbot versto&szlig;e und daher verfassungswidrig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Bescheide vom 2. November 2009 &uuml;ber die Feststellung der verbleibenden Verlustvortr&auml;ge zum 31. Dezember 2004 bzw. zum 31. Dezember 2005 dahin zu &auml;ndern, dass der verbleibende Verlustvortrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 EStG in der f&uuml;r die Streitjahre geltenden Fassung unter Ber&uuml;cksichtigung weiterer Betriebsausgaben in H&ouml;he von 5.461&nbsp;EUR (f&uuml;r 2004) und in H&ouml;he von 3.865&nbsp;EUR (f&uuml;r 2005) festgestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben &uuml;bereinstimmend auf m&uuml;ndliche Verhandlung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat rechtsfehlerfrei entschieden, dass die angefochtenen Bescheide vom 2.&nbsp;November 2009 &uuml;ber die gesonderte Feststellung der verbleibenden Verlustvortr&auml;ge zur Einkommensteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2004 und 31.&nbsp;Dezember 2005 rechtm&auml;&szlig;ig sind und den Kl&auml;ger nicht in seinen Rechten verletzen (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zutreffend geht das FG davon aus, dass es sich bei den Aufwendungen des Kl&auml;gers um solche f&uuml;r ein Erststudium handelt, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt und nicht im Rahmen eines Dienstverh&auml;ltnisses stattgefunden hat. Das ist zwischen den Beteiligten unstreitig. Es handelt sich daher um Aufwendungen f&uuml;r die eigene Berufsausbildung, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG in der f&uuml;r die Streitjahre 2004 und 2005 geltenden Fassung bis zu 4.000&nbsp;EUR im Kalenderjahr als Sonderausgaben abzugsf&auml;hig sind. Zwar ist nach dem Einleitungssatz zu &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 EStG in der f&uuml;r die Streitjahre geltenden Fassung der Abzug von Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben gegen&uuml;ber dem Abzug von Aufwendungen als Sonderausgaben vorrangig (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 28.&nbsp;Juli 2011 VI&nbsp;R&nbsp;7\/10, BFHE 234, 271, BStBl II 2012, 557, und VI&nbsp;R&nbsp;38\/10, BFHE 234, 279, BStBl II 2012, 561). Dass die hier streitigen Aufwendungen indes keine (vorweggenommenen) Betriebsausgaben bei den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit sind, ordnet &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;5 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;9 EStG ausdr&uuml;cklich an. In &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;9 EStG hei&szlig;t es dazu: &quot;Aufwendungen des Steuerpflichtigen f&uuml;r seine erstmalige Berufsausbildung oder f&uuml;r ein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt, sind keine Betriebsausgaben&quot;; entsprechend ist auch &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;5 EStG formuliert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;9 und &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;5 EStG sind gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;25 Abs.&nbsp;4 BeitrRLUmsG am Tag nach der Verk&uuml;ndung des BeitrRLUmsG, d.h. am 14.&nbsp;Dezember 2011, in Kraft getreten und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;12 Satz&nbsp;11 bzw. &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;30a EStG f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume ab 2004 anzuwenden. Die Auffassung des FG, bei den Aufwendungen des Kl&auml;gers handele es sich um Sonderausgaben, ist revisionsrechtlich daher nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers ist die gesetzliche Neuregelung betreffend Aufwendungen f&uuml;r ein Erststudium bzw. eine erstmalige Berufsausbildung au&szlig;erhalb eines Dienstverh&auml;ltnisses, die der Gesetzgeber mit &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;9 und &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;5 EStG sowie &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;12 Satz&nbsp;11 und Abs.&nbsp;30a EStG geschaffen hat, unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten nicht zu beanstanden (so auch Urteil des FG des Saarlandes vom 4. April 2012&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;1020\/09, juris; Urteil des FG M&uuml;nster vom 20.&nbsp;Dezember 2011&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;3975\/09&nbsp;F, EFG 2012, 612; Urteile des FG K&ouml;ln vom 17.&nbsp;Juli 2013&nbsp;&nbsp;14&nbsp;K&nbsp;3720\/12, juris, und 14&nbsp;K&nbsp;587\/13, EFG 2013, 1745; vom 22.&nbsp;Mai 2012&nbsp;&nbsp;15&nbsp;K&nbsp;3413\/09, EFG 2012, 1735; Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 14.&nbsp;Dezember 2011&nbsp;&nbsp;14&nbsp;K&nbsp;4407\/10&nbsp;F, EFG 2012, 686; im Ergebnis ebenso F&ouml;rster, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2012, 486; Trossen, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2012, 501; ders. in EFG 2012, 614; Fischer, jurisPR-SteuerR 38\/2012, Anm.&nbsp;1)<strong>.<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Neuregelungen versto&szlig;en insbesondere nicht gegen das aus dem Rechtsstaatsprinzip abgeleitete R&uuml;ckwirkungsverbot. Da die Rechtsfolgen der Neuregelungen mit belastender Wirkung schon vor dem Zeitpunkt ihrer Verk&uuml;ndung f&uuml;r bereits abgeschlossene Tatbest&auml;nde gelten sollen &#8211;hier: Veranlagungszeitr&auml;ume 2004 und 2005&#8211; handelt es sich um einen Fall der sog. echten R&uuml;ckwirkung (R&uuml;ckbewirkung von Rechtsfolgen). Eine solche ist grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig, denn bis zum Zeitpunkt der Verk&uuml;ndung einer Norm, zumindest bis zum endg&uuml;ltigen Gesetzesbeschluss, m&uuml;ssen die von einem Gesetz Betroffenen grunds&auml;tzlich darauf vertrauen k&ouml;nnen, dass ihre auf geltendes Recht gegr&uuml;ndete Rechtsposition nicht durch eine zeitlich r&uuml;ckwirkende &Auml;nderung der gesetzlichen Rechtsfolgenanordnung nachteilig ver&auml;ndert wird (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 7.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;14\/02, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/04, 2&nbsp;BvL&nbsp;13\/05, BVerfGE 127, 1, BStBl II 2011, 76, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dieses R&uuml;ckwirkungsverbot kann jedoch durchbrochen werden, wenn sich kein sch&uuml;tzenswertes Vertrauen auf den Bestand des geltenden Rechts bilden konnte, etwa weil die Rechtslage unklar und verworren war; auch ist es dem Gesetzgeber unter dem Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes nicht verwehrt, r&uuml;ckwirkend eine Rechtslage festzuschreiben, welche vor der &Auml;nderung einer Rechtsprechung einer einheitlichen Rechtspraxis und gefestigter Rechtsprechung entsprach (BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 15. Oktober 2008&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1138\/06, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2009, 187, m.w.N.; BVerfG-Urteil vom 23.&nbsp;November 1999&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvF&nbsp;1\/94, BVerfGE 101, 239; BVerfG-Entscheidung vom 19.&nbsp;Dezember 1961&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;6\/59, BVerfGE 13, 261).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall hat der Gesetzgeber mit der Neufassung von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;9, &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;6 und &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;5 EStG lediglich seine bisherige Auffassung zum Werbungskosten- und Betriebsausgabenabzugsverbot f&uuml;r Kosten der Erstausbildung, die er bereits in fr&uuml;heren Jahren vertreten und die er im Rahmen des Gesetzes zur &Auml;nderung der Abgabenordnung und weiterer Gesetze (AO&Auml;ndG) vom 21.&nbsp;Juli 2004 (BGBl I 2004, 1753) nochmals best&auml;tigt hat, erneut bekr&auml;ftigt. Mit dem AO&Auml;ndG hatte der Gesetzgeber Aufwendungen f&uuml;r die eigene Berufsausbildung im neu gefassten &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG bis zur H&ouml;he von 4.000&nbsp;EUR im Kalenderjahr zum Sonderausgabenabzug zugelassen und gleichzeitig &sect;&nbsp;12 EStG durch eine neue Nr.&nbsp;5 erg&auml;nzt, wonach Aufwendungen des Steuerpflichtigen f&uuml;r seine erstmalige Berufsausbildung und f&uuml;r ein Erststudium als nichtabzugsf&auml;hige Ausgaben zu bewerten sind, es sei denn, diese Ma&szlig;nahmen finden im Rahmen eines Dienstverh&auml;ltnisses statt. Diese Regelung trat gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;6 des AO&Auml;ndG mit Wirkung vom 1.&nbsp;Januar 2004 in Kraft. Diesem grunds&auml;tzlichen Abzugsverbot f&uuml;r Kosten der beruflichen Erstausbildung entsprach auch die langj&auml;hrige Rechtsprechung des BFH (vgl. BFH-Urteile vom 17. April 1996 VI&nbsp;R&nbsp;94\/94, BFHE 180, 341, BStBl II 1996, 450, m.w.N.; vom 4.&nbsp;Dezember 2002 VI&nbsp;R&nbsp;120\/01, BFHE 201, 156, BStBl II 2003, 403; vom 17. Dezember 2002 VI&nbsp;R&nbsp;137\/01, BFHE 201, 211, BStBl II 2003, 407, und vom 27.&nbsp;Mai 2003 VI&nbsp;R&nbsp;33\/01, BFHE 202, 314, BStBl II 2004, 884). Diese langj&auml;hrige Rechtsanwendungspraxis hat der BFH endg&uuml;ltig erst im Juli 2011 aufgegeben und entschieden, das seit 2004 geltende grunds&auml;tzliche Abzugsverbot f&uuml;r Kosten eines Studiums und einer Erstausbildung stehe der Abziehbarkeit beruflich veranlasster Kosten f&uuml;r eine Erstausbildung oder f&uuml;r ein Erststudium selbst dann nicht entgegen, wenn diese Ma&szlig;nahmen unmittelbar im Anschluss an die Schulausbildung durchgef&uuml;hrt werden (BFH-Urteile vom 28.&nbsp;Juli 2011 VI&nbsp;R&nbsp;5\/10, BFHE 234, 262, BStBl II 2012, 553; VI&nbsp;R&nbsp;8\/09, BFH\/NV 2011, 2038; VI&nbsp;R&nbsp;38\/10, BFHE 234, 279, BStBl II 2012, 561; VI&nbsp;R&nbsp;59\/09, BFH\/NV 2012, 19; in BFHE 234, 271, BStBl II 2012, 557). Auf diese ge&auml;nderte Rechtsprechung hat der Gesetzgeber reagiert und mit der Neufassung von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;9, &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;6 und &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;5 EStG lediglich seinen bereits 2004 zu Tage getretenen Willen verdeutlicht. Demgem&auml;&szlig; sieht der Gesetzgeber die gesetzlichen &Auml;nderungen im BeitrRLUmsG auch lediglich als Klarstellung an (vgl. Bericht des Finanzausschusses vom 26.&nbsp;Oktober 2011 zum Gesetzentwurf, BTDrucks 17\/7524, S.&nbsp;10&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Kl&auml;ger bestand daher kein schutzw&uuml;rdiges Vertrauen in die durch die vorgenannten BFH-Urteile vom 28.&nbsp;Juli 2011 geschaffene Rechtslage. Auch wenn der BFH ab 2002 die Grenze zwischen den nur als Sonderausgaben abziehbaren Ausbildungskosten und den unter bestimmten Voraussetzungen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abziehbaren Fortbildungskosten in Richtung Fortbildungskosten verschoben hat, hat der BFH die grunds&auml;tzliche Abziehbarkeit von Aufwendungen f&uuml;r ein Erststudium, welches zugleich eine Erstausbildung vermittelt, erstmalig mit den vorstehend genannten Entscheidungen vom 28.&nbsp;Juli 2011, d.h. weit nach Ablauf der Streitjahre 2004 und 2005, bejaht. Zutreffend geht das FG deshalb davon aus, dass der Kl&auml;ger aus der Rechtsprechung des BFH aus den Jahren vor 2011 kein schutzw&uuml;rdiges Vertrauen herleiten kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>N&auml;mliches gilt f&uuml;r die ge&auml;nderte Rechtsprechung des BFH aus dem Juli 2011. F&uuml;r die Streitjahre 2004 und 2005 kann sie schon deshalb nicht vertrauensschaffend sein, da sie zum damaligen Zeitpunkt noch niemandem bekannt sein konnte. Ein Vertrauenstatbestand h&auml;tte sich deshalb erstmals ab Ver&ouml;ffentlichung der Urteile ab dem 17.&nbsp;August 2011 entwickeln k&ouml;nnen. Nicht zuletzt aufgrund der sofort aufgekommenen steuerpolitischen Diskussion (vgl. BTDrucks 17\/6978 und 17\/7259) konnte der Kl&auml;ger auf den Fortbestand der durch die neuen BFH-Urteile geschaffenen Rechtslage aber nicht vertrauen, zumal die Neuregelung der &sect;&sect; 4, 9 und 12 EStG im Rahmen der Beschlussempfehlung des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages zum BeitrRLUmsG vom 26.&nbsp;Oktober 2011 bereits weniger als drei Monate nach Ver&ouml;ffentlichung der ge&auml;nderten BFH-Rechtsprechung bekannt geworden ist (so auch Urteil des FG M&uuml;nster in EFG 2012, 612; Urteile des FG K&ouml;ln in EFG 2012, 1735; in EFG 2013, 1745; vom 17.&nbsp;Juli 2013&nbsp;&nbsp;14&nbsp;K&nbsp;3720\/12, juris; Urteil des FG D&uuml;sseldorf in EFG 2012, 686; Urteil des FG des Saarlandes vom 4.&nbsp;April 2012&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;1020\/09, juris; F&ouml;rster in DStR 2012, 486; Trossen in FR 2012, 501; Fischer in jurisPR-SteuerR 38\/2012, Anm.&nbsp;1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die gesetzlichen Neuregelungen in &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;9, &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;6 und &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;5 EStG sowie &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;12 Satz&nbsp;11 bzw. &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;30a EStG versto&szlig;en auch nicht gegen den Gleichheitssatz gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes in dessen Auspr&auml;gung durch das Prinzip der Leistungsf&auml;higkeit und das Gebot der Folgerichtigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zutreffend geht die Vorinstanz davon aus, dass der Gesetzgeber die f&uuml;r die Lastengleichheit im Einkommensteuerrecht ma&szlig;gebliche finanzielle Leistungsf&auml;higkeit nach dem objektiven und nach dem subjektiven Nettoprinzip bemisst. Unabh&auml;ngig davon, ob dem Nettoprinzip Verfassungsrang zukommt oder nicht, z&auml;hlt doch die Beschr&auml;nkung des steuerlichen Zugriffs nach Ma&szlig;gabe des Nettoprinzips zu den Grundentscheidungen des Gesetzgebers. Soweit es um die folgerichtige Umsetzung der mit dem objektiven Nettoprinzip getroffenen Belastungsentscheidung geht, bed&uuml;rfen Ausnahmen besonderer, sachlich begr&uuml;ndeter Rechtfertigung. Als solche kommen insbesondere Typisierungs- und Vereinfachungserfordernisse in Betracht (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BVerfG-Beschluss vom 6.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;13\/09, BVerfGE 126, 268, BStBl II 2011, 318, m.w.N.; BVerfG-Urteil vom 9.&nbsp;Dezember 2008&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;1, 2\/07, 2&nbsp;BvL&nbsp;1,&nbsp;2\/08, BVerfGE 122, 210). Eine Typisierung ist eine normative Zusammenfassung bestimmter in wesentlichen Elementen gleich gearteter Lebenssachverhalte. Besonderheiten, die im Tats&auml;chlichen durchaus bekannt sind, k&ouml;nnen generalisierend vernachl&auml;ssigt werden. Der Gesetzgeber darf sich grunds&auml;tzlich am Regelfall orientieren und ist nicht gehalten, allen Besonderheiten jeweils durch Sonderregelungen Rechnung zu tragen. Die gesetzlichen Verallgemeinerungen m&uuml;ssen allerdings auf eine m&ouml;glichst breite, alle betroffenen Gruppen und Regelungsgegenst&auml;nde einschlie&szlig;ende Beobachtung aufbauen. Insbesondere darf der Gesetzgeber f&uuml;r eine gesetzliche Typisierung keinen atypischen Fall als Leitbild w&auml;hlen, sondern muss realit&auml;tsgerecht den typischen Fall als Ma&szlig;stab zugrunde legen (BVerfG-Urteil in BVerfGE 122, 210).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auf eine solche Typisierung hat sich der Gesetzgeber mit den Neuregelungen von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;9, &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;6 und &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;5 EStG durch das BeitrRLUmsG bezogen; n&auml;mliches hatte er bereits mit der Neufassung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG und mit der Neuschaffung des &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;5 EStG durch das AO&Auml;ndG im Jahr 2004 ausdr&uuml;cklich getan (vgl. BTDrucks 15\/3339, S. 10) und seine damalige Auffassung mit der Neufassung der Vorschriften durch das BeitrRLUmsG lediglich nochmals klargestellt (vgl. Bericht des Finanzausschusses zum Gesetzentwurf, BTDrucks 17\/7524, S.&nbsp;10&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Senat hat keine Bedenken, dass der Gesetzgeber mit der Neufassung der Vorschriften realit&auml;tsgerecht den typischen Fall als Ma&szlig;stab zu Grunde gelegt hat. Durch die Zuordnung der Aufwendungen f&uuml;r eine erstmalige Berufsausbildung bzw. f&uuml;r ein Erststudium zu den Sonderausgaben und damit die Beschr&auml;nkung des Abzugs auf 4.000&nbsp;EUR im Jahr (ab Veranlagungszeitraum 2012 6.000&nbsp;EUR) d&uuml;rfte sich in der &uuml;berwiegenden Zahl der F&auml;lle in Folge der Versagung des Werbungskosten- bzw. Betriebsausgabenabzugs keine relevante steuerliche Auswirkung ergeben, auch wenn der Sonderausgabenabzug bei fehlenden positiven Eink&uuml;nften regelm&auml;&szlig;ig ins Leere l&auml;uft; auch sorgt die Typisierung f&uuml;r mehr Steuergerechtigkeit und vermeidet Widerspr&uuml;che zu anderen gesetzlichen Regelungen (vgl. Trossen in FR 2012, 501; im Ergebnis &auml;hnlich F&ouml;rster in DStR 2012, 486; Fischer in jurisPR-SteuerR 38\/2012, Anm.&nbsp;1; Urteil des FG D&uuml;sseldorf in EFG 2012, 686; Urteil des FG M&uuml;nster in EFG 2012, 612; Urteile des FG K&ouml;ln in EFG 2012, 1735; in EFG 2013, 1745; vom 17.&nbsp;Juli 2013&nbsp;&nbsp;14&nbsp;K&nbsp;3720\/12, juris, und Urteil des FG des Saarlandes vom 4.&nbsp;April 2012&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;1020\/09, juris). Daf&uuml;r spricht nicht zuletzt, dass Berufsausbildungskosten noch nicht im direkten Zusammenhang mit einer konkreten Einnahmenerzielung im Rahmen eines bereits zugesagten Dienstverh&auml;ltnisses stehen, sondern losgel&ouml;st von einem sp&auml;teren Anstellungsverh&auml;ltnis zun&auml;chst prim&auml;r der individuellen Bereicherung des Steuerpflichtigen durch die Erlangung von Kenntnissen und Fertigkeiten im Sinne einer &quot;Ausbildung&quot; dienen (Urteil des FG D&uuml;sseldorf in EFG 2012, 686, m.w.N.). Es handelt sich damit um sog. gemischt veranlasste Aufwendungen, die nicht zwangsl&auml;ufig dem objektiven Nettoprinzip unterfallen, weil ein unmittelbarer und direkter Ankn&uuml;pfungspunkt an eine sp&auml;tere Berufst&auml;tigkeit fehlt und m&ouml;glicherweise auch private Interessen f&uuml;r die Aufwendungen eine Rolle spielen (Urteil des FG M&uuml;nster in EFG 2012, 1433). Demgem&auml;&szlig; steht es dem Gesetzgeber im Rahmen der ihm zustehenden Gestaltungsfreiheit grunds&auml;tzlich frei, ob er Aufwendungen f&uuml;r die berufliche Erstausbildung oder ein Erststudium wegen ihrer Veranlassung durch die Erwerbst&auml;tigkeit den Werbungskosten oder Betriebsausgaben zuordnet oder ob er die private (Mit-)Veranlassung systematisch in den Vordergrund stellt und demgem&auml;&szlig; eine Zuordnung der Aufwendungen zu den Sonderausgaben vornimmt (BVerfG-Beschluss vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2005&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;7\/00, BVerfGE 112, 268; in diesem Sinne auch F&ouml;rster in DStR 2012, 486). Die Entscheidung des Gesetzgebers, den mit einer Erstausbildung verbundenen Aufwendungen nur durch den Sonderausgabenabzug Rechnung zu tragen, ist daher verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden und beinhaltet auch keinen Versto&szlig; gegen das subjektive Nettoprinzip (F&ouml;rster in DStR 2012, 486; Trossen in FR 2012, 501).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.11.2013, VIII R 22\/12 Kein Betriebsausgabenabzug f&uuml;r Aufwendungen f&uuml;r ein Studium, welches eine Erstausbildung vermittelt und nicht im Rahmen eines Dienstverh&auml;ltnisses stattfindet Leits&auml;tze 1. Aufwendungen eines Steuerpflichtigen f&uuml;r ein Erststudium, welches zugleich eine Erstausbildung vermittelt und das nicht im Rahmen eines Dienstverh&auml;ltnisses stattgefunden hat, sind nach &sect; 12 Nr. 5 i.V.m. &sect; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-22-12-kein-betriebsausgabenabzug-fuer-aufwendungen-fuer-ein-studium-welches-eine-erstausbildung-vermittelt-und-nicht-im-rahmen-eines-dienstverhaeltnisses-stattfindet\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;22\/12 &#8211; Kein Betriebsausgabenabzug f&uuml;r Aufwendungen f&uuml;r ein Studium, welches eine Erstausbildung vermittelt und nicht im Rahmen eines Dienstverh&auml;ltnisses stattfindet<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61696","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61696","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61696"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61696\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61696"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61696"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61696"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}