{"id":61698,"date":"2014-02-16T14:40:37","date_gmt":"2014-02-16T12:40:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61698"},"modified":"2014-02-16T14:40:37","modified_gmt":"2014-02-16T12:40:37","slug":"i-b-109-13-besteuerung-von-in-deutschland-ansaessigem-flugzeugfuehrer-einer-irischen-fluggesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-109-13-besteuerung-von-in-deutschland-ansaessigem-flugzeugfuehrer-einer-irischen-fluggesellschaft\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;109\/13 &#8211; Besteuerung von in Deutschland ans&auml;ssigem Flugzeugf&uuml;hrer einer irischen Fluggesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.12.2013, I B 109\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Besteuerung von in Deutschland ans&auml;ssigem Flugzeugf&uuml;hrer einer irischen Fluggesellschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>F&uuml;r Eink&uuml;nfte, die nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer auszunehmen sind (hier f&uuml;r Arbeitslohn eines Flugzeugf&uuml;hrers nach dem DBA-Irland 1962), wird die Freistellung der Eink&uuml;nfte unbeschadet des in &sect; 50d Abs. 9 Satz 1 Nr. 2 EStG 2002 n.F.\/2009 angeordneten Besteuerungsr&uuml;ckfalls auch dann gew&auml;hrt, wenn der andere Vertragsstaat (hier Irland) das ihm abkommensrechtlich zugewiesene Besteuerungsrecht an den Eink&uuml;nften im Rahmen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht des Flugzeugf&uuml;hrers nur f&uuml;r einen Teil der Eink&uuml;nfte wahrnimmt (entgegen BMF-Schreiben vom 12. November 2008, BStBl I 2008, 988).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdegegner (Kl&auml;ger) war in den Streitjahren 2007, 2009 und 2010 als Flugzeugf&uuml;hrer bei einer irischen Fluggesellschaft angestellt. Sein Arbeitslohn belief sich in 2007 auf 92.739,37&nbsp;EUR, in 2009 auf 117.119,76&nbsp;EUR und in 2010 auf 116.463,63&nbsp;EUR. Darauf wurden in Irland 27.363,06&nbsp;EUR (in 2007), 36.715,10&nbsp;EUR (in 2009) sowie 36.446,08&nbsp;EUR (in 2010) an Steuern einbehalten. Nachfolgend wurde das in Irland zu versteuernde Einkommen des Kl&auml;gers nach Ma&szlig;gabe einer irischen Sonderregelung f&uuml;r die Besteuerung von Flugpersonal auf 4.636,96&nbsp;EUR f&uuml;r das Jahr 2007, auf 2.252,30&nbsp;EUR f&uuml;r das Jahr 2009 und auf 2.240,00&nbsp;EUR f&uuml;r das Jahr 2010 und wurden die dementsprechend zu entrichtenden Steuern auf 927,39&nbsp;EUR f&uuml;r das Jahr 2007, 450,46&nbsp;EUR f&uuml;r das Jahr 2009 und 448,00&nbsp;EUR f&uuml;r das Jahr 2010 herabgesetzt; die dar&uuml;ber hinausgehenden Betr&auml;ge erhielt der Kl&auml;ger erstattet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) unterwarf den Arbeitslohn der deutschen Besteuerung. Die Eink&uuml;nfte seien wegen &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes 2002 (EStG 2002) i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2007 vom 13.&nbsp;Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2878, BStBl I 2007, 28) &#8211;EStG 2002 n.F.&#8211; bzw. des Einkommensteuergesetzes 2009 (EStG 2009) nicht gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;XII Abs.&nbsp;3 i.V.m. Art.&nbsp;XXII Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Irland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung bei den Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie der Gewerbesteuer vom 17.&nbsp;Oktober 1962 (BGBl II 1964, 267, BStBl I 1964, 321) &#8211;DBA-Irland 1962&#8211; von der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Steuer in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) auszunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen gerichtete Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) K&ouml;ln gab ihr durch Urteil vom 15.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&nbsp;14&nbsp;K&nbsp;584\/13 statt. Die Revision wurde nicht zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die Nichtzulassung der Revision wehrt sich das FA mit seiner Beschwerde. Der Kl&auml;ger ist dem entgegengetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Es fehlt in Anbetracht der vom FG festgestellten tats&auml;chlichen Gegebenheiten an Gr&uuml;nden, welche nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) die Zulassung der Revision rechtfertigen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger hatte in den Streitjahren seinen Wohnsitz in Deutschland. Er unterf&auml;llt deswegen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 hier mit seinem Welteinkommen der unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht. Dieser Pflicht ist auch der Arbeitslohn (&sect;&nbsp;19 EStG 2002 n.F.\/2009) unterworfen, den er als Flugzeugf&uuml;hrer f&uuml;r die irische Fluggesellschaft im Streitjahr vereinnahmt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Besteuerungsrecht f&uuml;r diesen Arbeitslohn steht allerdings Irland zu. In Deutschland ist der Lohn hingegen nach Art.&nbsp;XII Abs.&nbsp;3 i.V.m. Art.&nbsp;XXII Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa Satz&nbsp;1 DBA-Irland 1962 von der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Einkommensteuer auszunehmen, weil es sich hierbei um Eink&uuml;nfte aus Quellen innerhalb Irlands handelt, die in &Uuml;bereinstimmung mit dem Abkommen in Irland besteuert werden k&ouml;nnen: Dass es sich um Eink&uuml;nfte aus Quellen innerhalb Irlands handelt, ergibt sich aus Art.&nbsp;XXII Abs.&nbsp;3 DBA-Irland 1962; Dienstleistungen, die eine nat&uuml;rliche Person ganz oder &uuml;berwiegend an Bord von Luftfahrzeugen erbringt, die eine in einem Vertragsstaat ans&auml;ssige Person betreibt, gelten danach als in diesem Vertragsstaat erbracht. Und die Verg&uuml;tungen f&uuml;r solche Dienstleistungen k&ouml;nnen nach Art.&nbsp;XII Abs.&nbsp;3 DBA-Irland 1962 in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem sich der Ort der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsleitung des Unternehmens befindet, im Streitfall also in Irland. Deutschland verbleibt nach Art.&nbsp;XXII Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa Satz&nbsp;2 DBA-Irland 1962 lediglich die M&ouml;glichkeit, die Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32b EStG 2002 n.F.\/2009 dem sog. Progressionsvorbehalt zu unterwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2002 n.F.\/2009 unilateral und &quot;abkommens&uuml;berschreibend&quot; angeordnete Besteuerungsr&uuml;ckfall &auml;ndert daran nichts; die entgegenstehende Annahme der Finanzverwaltung (vgl. bezogen auf die Besteuerung von in Deutschland ans&auml;ssigem Flugpersonal u.a. irischer Fluggesellschaften Bundesministerium der Finanzen &#8211;BMF&#8211;, Schreiben vom 12.&nbsp;November 2008, BStBl I 2008, 988; Bayerisches Landesamt f&uuml;r Steuern, Verf&uuml;gung vom 8.&nbsp;Juni 2011, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2011, 1714) findet im Gesetz keine St&uuml;tze (ebenso z.B. Gosch in Kirchhof, EStG, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;50d Rz&nbsp;41d; Chr. Korn, DStR 2008, 2317).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2002 n.F.\/2009 wird die Freistellung jener Eink&uuml;nfte nach Ma&szlig;gabe des Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung ungeachtet des Abkommens nicht gew&auml;hrt, wenn die Eink&uuml;nfte in dem anderen Staat nur deshalb nicht steuerpflichtig sind, weil sie von einer Person bezogen werden, die in diesem Staat nicht aufgrund ihres Wohnsitzes, st&auml;ndigen Aufenthalts, des Ortes ihrer Gesch&auml;ftsleitung, des Sitzes oder eines &auml;hnlichen Merkmals unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig ist. Mit dieser Formulierung will das Gesetz erreichen, dass das Besteuerungsrecht an Deutschland zur&uuml;ckf&auml;llt, falls der andere Vertragsstaat als Quellenstaat von dem ihm abkommensrechtlich zugestandenen Besteuerungsrecht an bestimmten Eink&uuml;nften im Rahmen seiner beschr&auml;nkten Steuerpflicht rechtlich keinen Gebrauch macht. Eine derartige Situation ist im Streitfall nach den tatrichterlichen und den Senat bindenden (vgl. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) Feststellungen des FG zu der irischen Rechtslage indessen nicht gegeben. Denn die Arbeitsl&ouml;hne des Kl&auml;gers wurden in Irland besteuert. Die Besteuerung erfolgte dort zwar im Rahmen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht, und die L&ouml;hne wurden auch (nur) infolge der fehlenden Ans&auml;ssigkeit des Kl&auml;gers in Irland lediglich zu einem Teil erfasst, n&auml;mlich demjenigen Teil, der eine territoriale Zuordnung der erbrachten Arbeit zum irischen Staatsgebiet erm&ouml;glichte. Doch tut dies nichts zur Sache, weil der abkommens&uuml;berschreibende Besteuerungsr&uuml;ckfall f&uuml;r die betreffenden Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2002 n.F.\/2009 tatbestandlich nur dann ausgel&ouml;st wird, &quot;wenn&quot; &#8211;nicht aber &quot;soweit&quot;&#8211; die betreffenden Eink&uuml;nfte aus den Gr&uuml;nden der fehlenden Ans&auml;ssigkeit im anderen Vertragsstaat nicht steuerpflichtig sind. Von der Unterscheidung nach der Einkunftsart &#8211;wie das FA meint&#8211; h&auml;ngt das nur indirekt und insofern ab, als es sich ausweislich des bezugnehmenden Eingangssatzteiles in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 f&uuml;r die dadurch bewirkte Rechtsfolge &#8211;den Besteuerungsr&uuml;ckfall&#8211; um Eink&uuml;nfte handeln muss, die nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer auszunehmen sind. Das aber sind die Eink&uuml;nfte, f&uuml;r die das Abkommen dem anderen Vertragsstaat das Besteuerungsrecht gew&auml;hrt, und diese Eink&uuml;nfte qualifizieren sich regelm&auml;&szlig;ig aus den jeweiligen abkommensrechtlichen Einkunftsarten (Art.&nbsp;6 bis Art.&nbsp;21 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development). Im Streitfall sind das nach Ma&szlig;gabe von Art.&nbsp;XII Abs.&nbsp;3 (i.V.m. Art.&nbsp;XXII Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa Satz&nbsp;1) DBA-Irland 1962 die an den Kl&auml;ger f&uuml;r dessen Dienstleistungen an Bord eines Luftfahrzeugs im internationalen Verkehr als Arbeitslohn geleisteten Verg&uuml;tungen, welche infolge der abkommensrechtlich vereinbarten Zuordnung von der Bemessungsgrundlage der deutschen Einkommensteuer auszunehmen sind, und zwar insgesamt und nicht nur teilweise (vgl. z.B. &#8211;zum DBA-Kanada&#8211; Senatsurteil vom 27.&nbsp;August 1997 I&nbsp;R&nbsp;127\/95, BFHE 184, 326, BStBl II 1998, 58).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses auch von der Vorinstanz gefundene Auslegungsergebnis, das sich im Hinblick auf Irland infolge zwischenzeitlicher &Auml;nderung des irischen Steuerrechts vom Veranlagungszeitraum 2011 an ohnehin erledigt hat (vgl. BMF-Schreiben vom 5.&nbsp;Dezember 2012, BStBl I 2012, 1248), liegt auf der Hand und ist deshalb nicht von zulassungsbeachtlicher rechtsgrunds&auml;tzlicher Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Bleibt &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2002 n.F.\/2009 f&uuml;r die Konstellation des Streitfalls damit aber unanwendbar, kommt es auf das Verh&auml;ltnis dieser Vorschrift einerseits und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 EStG 2002 n.F.\/2009 andererseits, um das es in dem Senatsurteil vom 11.&nbsp;Januar 2012 I&nbsp;R&nbsp;27\/11 (BFHE 236, 327) ging, nicht mehr an. Und dass ein Besteuerungsr&uuml;ckfall isoliert nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 EStG 2002 n.F.\/2009 ausgel&ouml;st w&uuml;rde, behauptet auch das FA nicht. Das w&auml;re auch unangebracht, weil &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 EStG 2002 n.F.\/2009 die abkommensrechtlich vereinbarte Freistellung von Arbeitslohn nur versagt, soweit der Steuerpflichtige nicht nachweist, dass der Staat, dem nach dem Abkommen das Besteuerungsrecht zusteht, auf dieses Besteuerungsrecht verzichtet hat oder dass die in diesem Staat auf die Eink&uuml;nfte festgesetzten Steuern entrichtet wurden. Beiden tatbestandlichen Anforderungen wird im Streitfall aber gen&uuml;gt: Der Kl&auml;ger hat nach den tatrichterlichen Feststellungen sowohl nachgewiesen, dass er die in Irland auf den Arbeitslohn festgesetzte Steuer entrichtet hat, als auch, dass Irland dar&uuml;ber hinaus keinen Besteuerungsanspruch erhebt. Ob sich &#8211;wie der Senat in seinem Urteil in BFHE 236, 327 beil&auml;ufig als m&ouml;gliche Auslegung erwogen hat&#8211; der Verwendung des quantitativ-konditionalen Begriffs &quot;soweit&quot; in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 entnehmen lie&szlig;e, dass der danach angeordnete Besteuerungsr&uuml;ckfall sich &#8211;abweichend von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009&#8211; auch auf einen Teilbetrag beziehen k&ouml;nnte, kann in Anbetracht dessen dahinstehen; beide Freistellungserfordernisse sind erf&uuml;llt. Es ist deswegen im Ergebnis auch ohne Bedeutung, dass sich die Vorinstanz einer derartigen Auslegungsm&ouml;glichkeit widersetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich braucht auch nicht mehr darauf eingegangen zu werden, ob es dem Gesetzgeber gelungen ist, das wechselseitige Verh&auml;ltnis von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 EStG 2002 n.F.\/2009 durch die r&uuml;ckwirkende Neuregelung in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 (i.V.m. &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;9) EStG 2009 i.d.F. der &Auml;nderung durch das Gesetz zur Umsetzung der Amtshilferichtlinie sowie zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften vom 26.&nbsp;Juni 2013 (BGBl I 2013, 1809, BStBl I 2013, 790) nunmehr im Sinne der Finanzverwaltung in einfach- wie verfassungsrechtlich nicht zu beanstandender Weise zu bestimmen, und &#8211;noch weiter gehend und grunds&auml;tzlicher&#8211;, ob &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2002 n.F.\/2009 als sog. Treaty override verfassungsrechtlichen Anforderungen gen&uuml;gt (vgl. dazu &#8211;bezogen auf &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 EStG 2002\/2009&#8211; Senatsbeschluss vom 10.&nbsp;Januar 2012 I&nbsp;R&nbsp;66\/09, BFHE 236, 304).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch das alles ergibt sich klar aus dem Gesetz und rechtfertigt eine Zulassung der Revision ebenfalls nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.12.2013, I B 109\/13 Besteuerung von in Deutschland ans&auml;ssigem Flugzeugf&uuml;hrer einer irischen Fluggesellschaft Leits&auml;tze F&uuml;r Eink&uuml;nfte, die nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer auszunehmen sind (hier f&uuml;r Arbeitslohn eines Flugzeugf&uuml;hrers nach dem DBA-Irland 1962), wird die Freistellung der Eink&uuml;nfte unbeschadet des in &sect; 50d Abs. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-109-13-besteuerung-von-in-deutschland-ansaessigem-flugzeugfuehrer-einer-irischen-fluggesellschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;109\/13 &#8211; Besteuerung von in Deutschland ans&auml;ssigem Flugzeugf&uuml;hrer einer irischen Fluggesellschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-61698","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61698","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61698"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61698\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61698"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61698"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61698"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}