{"id":61699,"date":"2014-02-16T14:40:35","date_gmt":"2014-02-16T12:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61699"},"modified":"2014-02-16T14:40:36","modified_gmt":"2014-02-16T12:40:36","slug":"i-r-4-13-tatbestands-und-verfassungsmaessigkeit-von-par-50d-abs-10-estg-2002-2009-und-der-dazu-ergangenen-uebergangsvorschriften-auslegung-von-doppelbesteuerungsabkommen-vorrang-der-prinzipiellen-voel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-4-13-tatbestands-und-verfassungsmaessigkeit-von-par-50d-abs-10-estg-2002-2009-und-der-dazu-ergangenen-uebergangsvorschriften-auslegung-von-doppelbesteuerungsabkommen-vorrang-der-prinzipiellen-voel\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;4\/13 &#8211; Tatbestands- und Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von &sect; 50d Abs. 10 EStG 2002\/2009 und der dazu ergangenen &Uuml;bergangsvorschriften &#8211; Auslegung von Doppelbesteuerungsabkommen &#8211; Vorrang der prinzipiellen V&ouml;lkerrechtsfreundlichkeit des GG &#8211; Zul&auml;ssigkeit eines Treaty Override &#8211; Vorlage an das BVerfG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 11.12.2013, I R 4\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Tatbestands- und Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von &sect; 50d Abs. 10 EStG 2002\/2009 und der dazu ergangenen &Uuml;bergangsvorschriften &#8211; Auslegung von Doppelbesteuerungsabkommen &#8211; Vorrang der prinzipiellen V&ouml;lkerrechtsfreundlichkeit des GG &#8211; Zul&auml;ssigkeit eines Treaty Override &#8211; Vorlage an das BVerfG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Erh&auml;lt ein in Italien ans&auml;ssiger Gesellschafter einer deutschen Personengesellschaft Zinsen f&uuml;r ein von ihm der Gesellschaft gew&auml;hrtes Darlehen, so k&ouml;nnen diese Zinsen nach dem DBA-Italien 1989 in Deutschland nicht als gewerbliche Gewinne besteuert werden (Best&auml;tigung der st&auml;ndigen Spruchpraxis). Ein deutsches Besteuerungsrecht kann sich insoweit aber infolge der in &sect; 50d Abs. 10 Satz 1 EStG 2002 i.d.F. des JStG 2009 angeordneten Umqualifizierung von Sonderverg&uuml;tungen i.S. von &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Halbsatz 2 EStG (1997) in abkommensrechtliche Unternehmensgewinne ergeben, wenn der Gesellschafter &uuml;ber keine anderweitige Betriebsst&auml;tte verf&uuml;gt (Abgrenzung zum Senatsurteil vom 8. September 2010 I R 74\/09, BFHE 231, 84, und Fortf&uuml;hrung des Senatsurteils vom 12. Juni 2013 I R 47\/12, BFHE 242, 107). Gleiches ergibt sich nunmehr aus &sect; 50d Abs. 10 Satz 1 EStG 2009 i.d.F. des <noindex>AmtshilfeRLUmsG<\/noindex>.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Eine sog. Mitunternehmerbetriebsst&auml;tte wird jedenfalls nicht durch die blo&szlig;e Verwaltung eines Darlehens begr&uuml;ndet (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 12. Juni 2013 I R 47\/12, BFHE 242, 107).<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Es wird eine Entscheidung des BVerfG dar&uuml;ber eingeholt,<\/p>\n<\/p>\n<p>a) ob &sect; 50d Abs. 10 Satz 1 EStG 2002 i.d.F. des JStG 2009 gegen Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 20 Abs. 3 und Art. 25 GG verst&ouml;&szlig;t, weil hierdurch Verg&uuml;tungen i.S. des &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Halbsatz 2 EStG (1997) &#8211;hier Zinsen f&uuml;r ein Gesellschafterdarlehen&#8211; f&uuml;r Zwecke der Anwendung eines Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung ausschlie&szlig;lich als Unternehmensgewinne gelten, obwohl das Besteuerungsrecht f&uuml;r die Verg&uuml;tungen in einem solchen Abkommen v&ouml;lkerrechtlich dem anderen Vertragsstaat als dem Ans&auml;ssigkeitsstaat des Zahlungsempf&auml;ngers zugewiesen wird (hier nach Art. 11 Abs. 1 DBA-Italien 1989) und Deutschland lediglich ein Quellensteuerrecht zusteht (hier nach Art. 11 Abs. 2 DBA-Italien 1989);<\/p>\n<\/p>\n<p>b) ob in gleicher Weise &sect; 50d Abs. 10 Satz 1 EStG 2009 i.d.F. des <noindex>AmtshilfeRLUmsG<\/noindex> gegen Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 20 Abs. 3 und Art. 25 GG verst&ouml;&szlig;t, weil hierdurch eine Verg&uuml;tung i.S. des &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Halbsatz 2 EStG (1997) f&uuml;r Zwecke der Anwendung des Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung ebenfalls ausschlie&szlig;lich als Teil des Unternehmensgewinns des verg&uuml;tungsberechtigten Gesellschafters gilt;<\/p>\n<\/p>\n<p>c) ob &sect; 52 Abs. 59a Satz 8 EStG 2002 i.d.F. des JStG 2009 (nunmehr &sect; 52 Abs. 59a Satz 11 EStG 2002 i.d.F. des <noindex>AmtshilfeRLUmsG<\/noindex>) und &sect; 52 Abs. 59a Satz 10 EStG 2009 i.d.F. des <noindex>AmtshilfeRLUmsG<\/noindex> wegen Versto&szlig;es gegen das R&uuml;ckwirkungsverbot (Art. 20 Abs. 3 GG) verfassungswidrig sind.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. An der Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerin), einer inl&auml;ndischen GmbH &#038;&nbsp;Co. KG, waren im Streitjahr 2000 die A-GmbH als pers&ouml;nlich haftende Gesellschafterin sowie B als Kommanditist beteiligt. Zwischen der Kl&auml;gerin und Familienangeh&ouml;rigen des Kommanditisten bestand eine atypisch stille Gesellschaft, zu welcher der seinerzeit in Italien wohnende Beigeladene geh&ouml;rte. Aus der Beteiligung erzielte letzterer Gewinnanteile von 15.000&nbsp;DM sowie Zinsen von 718.952&nbsp;DM, welche in H&ouml;he von 669.544&nbsp;DM aus einem der Kl&auml;gerin gew&auml;hrten Darlehen und in H&ouml;he von 49.408&nbsp;DM aus der Verzinsung seines Verrechnungskontos resultierten. F&uuml;r die Zinszahlungen wurde in Italien Einkommensteuer festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) bezog die Zinszahlungen mit Blick auf &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes 2002 i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2009 (JStG 2009) vom 19.&nbsp;Dezember 2008 (BGBl I 2008, 2794, BStBl I 2009, 74) &#8211;EStG 2002 n.F.&#8211; in die einheitliche und gesonderte Feststellung der Kl&auml;gerin ein. Nach Auffassung der Kl&auml;gerin und des Beigeladenen steht das Besteuerungsrecht hierf&uuml;r jedoch nach Ma&szlig;gabe des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Italienischen Republik zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung vom 18.&nbsp;Oktober 1989 (BGBl II 1990, 741, BStBl I 1990, 397) &#8211;DBA-Italien 1989&#8211; nicht der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland), sondern Italien zu; Deutschland habe wegen &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2002 n.F. &#8211;entgegen Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 DBA-Italien 1989&#8211; auch kein Recht, Kapitalertragsteuer auf die Zinsen einzubehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die deswegen &#8211;nach Ergehen einer ablehnenden Teileinspruchsentscheidung&#8211; erhobene Klage war erfolgreich; das Finanzgericht (FG) M&uuml;nchen gab ihr durch Urteil vom 8.&nbsp;November 2012&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;1984\/11, abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 455 statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA st&uuml;tzt seine Revision auf Verletzung materiellen Rechts. Es beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beigeladene schlie&szlig;t sich in der Sache der Kl&auml;gerin an, stellt selbst aber keine Antr&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwischenzeitlich &#8211;am 29.&nbsp;Mai 2013&#8211; ist dem Rechtsbehelfsbegehren der Kl&auml;gerin betreffend die &uuml;brigen, bis dahin aufgrund des erhobenen Einspruchs noch unbeschiedenen Streitpunkte vom FA entsprochen und der angefochtene Feststellungsbescheid ge&auml;ndert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die Vorlage an das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) ist gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) i.V.m. &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Gesetzes &uuml;ber das Bundesverfassungsgericht geboten, weil zur &Uuml;berzeugung des Senats die Regelungen des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F. bzw. i.d.F. der Bekanntmachung der Neufassung des Einkommensteuergesetzes vom 8.&nbsp;Oktober 2009 (BGBl I 2009, 3366, BStBl I 2009, 1346) &#8211;EStG 2009 a.F.&#8211; und des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 i.d.F. des Gesetzes zur Umsetzung der Amtshilferichtlinie sowie zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften vom 26.&nbsp;Juni 2013 (BGBl I 2013, 1809, BStBl I 2013, 790, Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz &#8211;AmtshilfeRLUmsG&#8211;) &#8211;EStG 2009 n.F.&#8211; gegen bindendes V&ouml;lkervertragsrecht als materielle Gestaltungsschranke versto&szlig;en und damit der in Art.&nbsp;25 GG niedergelegten Wertentscheidung des Grundgesetzes zum Vorrang der allgemeinen Regeln des V&ouml;lkerrechts zuwiderl&auml;uft, ohne dass daf&uuml;r ein tragf&auml;higer Rechtfertigungsgrund vorliegt. Dadurch wird die Kl&auml;gerin in ihrem durch Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG gew&auml;hrleisteten subjektiven Grundrecht auf Einhaltung der verfassungsm&auml;&szlig;igen Ordnung und damit auch des sog. Gesetzesvorbehalts verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Anwendung von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. im Streitfall<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat die an den Beigeladenen f&uuml;r das von diesem begebene Darlehen gezahlten Zinsen zutreffend als Betriebsausgaben der Kl&auml;gerin ber&uuml;cksichtigt. Es hat ebenso zutreffend angenommen, dass es sich bei den entsprechenden Verg&uuml;tungen aus der Sicht des Beigeladenen als atypisch still an der Kl&auml;gerin Beteiligten um Sonderverg&uuml;tungen handelt, die nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG (1997) zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb geh&ouml;ren. Als solche sind sie bei ihm nach &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG (1997) der beschr&auml;nkten Steuerpflicht zu unterwerfen. Denn f&uuml;r den fraglichen Gewerbebetrieb wird im Inland eine Betriebsst&auml;tte unterhalten, welcher die zugrunde liegende Darlehensforderung wirtschaftlich schon deswegen zuzurechnen ist, weil es &#8211;einerseits&#8211; an einer anderweitigen Betriebsst&auml;tte des Beigeladenen mangelt, es &#8211;andererseits&#8211; aber prinzipiell einer Betriebsst&auml;ttenzuordnung bedarf (s. dazu nachfolgend unter B.II.2.b.dd) und die notwendige Zuordnung sich insoweit nach nationalem Recht richtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das deutsche Besteuerungsrecht an den Zinsen wird jedoch ausgeschlossen, da sie nach Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 DBA-Italien 1989 in Italien besteuert werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Beigeladene hatte im Streitjahr keinen Wohnsitz im Inland; er war nur in Italien ans&auml;ssig. Zinsen, die aus einem Vertragsstaat stammen und an eine im anderen Vertragsstaat ans&auml;ssige Person gezahlt werden, k&ouml;nnen im anderen Vertragsstaat besteuert werden, Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 DBA-Italien 1989. Diese Zinsen k&ouml;nnen jedoch auch in dem Vertragsstaat, aus dem sie stammen, besteuert werden; die Steuer darf aber, wenn der Empf&auml;nger der Zinsen der Nutzungsberechtigte ist, 10&nbsp;v.H. des Bruttobetrags der Zinsen nicht &uuml;bersteigen, Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 DBA-Italien 1989. Bezieht eine in Italien ans&auml;ssige Person Eink&uuml;nfte, die in Deutschland besteuert werden k&ouml;nnen, so kann Italien bei der Festsetzung der Einkommensteuer diese Eink&uuml;nfte von hier nicht einschl&auml;gigen Vorbehalten abgesehen in die Bemessungsgrundlage dieser Steuern einbeziehen (Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 DBA-Italien 1989). In diesem Fall zieht Italien von den auf diese Weise festgesetzten Steuern die in Deutschland gezahlte Einkommensteuer und ggf. die Gewerbesteuer im Rahmen n&auml;her bestimmter H&ouml;chstbetr&auml;ge ab (Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 DBA-Italien 1989). Ist umgekehrt Deutschland der Ans&auml;ssigkeitsstaat, werden von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer die Eink&uuml;nfte aus Italien ausgenommen, die nach diesem Abkommen in Italien besteuert werden k&ouml;nnen (Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 DBA-Italien 1989); die italienische Steuer, die nach dem Recht Italiens und in &Uuml;bereinstimmung mit diesem Abkommen u.a. von Zinsen erhoben wird, wird auf die deutsche Einkommensteuer oder K&ouml;rperschaftsteuer angerechnet (Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b Satz&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;ii DBA-Italien 1989).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall ist Italien der Ans&auml;ssigkeitsstaat des Beigeladenen als des nutzungsberechtigten Zahlungsempf&auml;ngers der Zinsen. Italien als dem &quot;anderen Staat&quot; im Sinne der vorgenannten Vorschriften steht deswegen daran im Rahmen der dortigen unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht das Besteuerungsrecht zu, Deutschland als Herkunftsstaat der Zinsen hingegen lediglich das der H&ouml;he nach begrenzte Recht zur Quellenbesteuerung im Rahmen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht (nach &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a i.V.m. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG [1997]).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diese Besteuerungszuordnung gilt unbeschadet dessen, dass die Zinsen nach deutschem Steuerrecht nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 EStG (1997) als Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb zu behandeln sind und dass gewerbliche Eink&uuml;nfte den Unternehmensgewinnen nach Ma&szlig;gabe von Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 und 2 DBA-Italien 1989 unterfallen; die speziellere Einkunftsart nach Art.&nbsp;11 DBA-Italien 1989 geht ebenso wie die zwischenstaatlich daf&uuml;r vereinbarte Einkunftszuordnung infolge des in Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;7 DBA-Italien 1989 angeordneten sog. Spezialit&auml;tenvorrangs vor. Nationale Besonderheiten &#8211;wie hier in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 (i.V.m. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;3) EStG (1997) f&uuml;r Sonderverg&uuml;tungen&#8211; treten dahinter zur&uuml;ck (vgl. Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development [OECD] &#8211;OECD-MustAbk&#8211;, Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 DBA-Italien 1989). Nur dieses Auslegungsergebnis entspricht den abkommensrechtlichen Zusammenh&auml;ngen, die f&uuml;r die betreffenden Eink&uuml;nfte entsprechende und ausschlie&szlig;liche Einkunftskategorien (n&auml;mlich in Art.&nbsp;6, Art.&nbsp;10 bis Art.&nbsp;12, Art.&nbsp;15 bis Art.&nbsp;19 OECD-MustAbk, DBA-Italien 1989) vorbehalten, und nur dieses Ergebnis tr&auml;gt mithin der zwischenstaatlich gebotenen Entscheidungsharmonie bei der Auslegung des Abkommens hinreichend Rechnung (ebenso Frotscher, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2009, 593, 597).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nichts anderes ergibt sich aus dem sog. Partnership Report der OECD aus dem Jahre 1999 (The Application of the OECD Model Tax Convention to Partnerships, in Issues in International Taxation No. 6 [1999]). Die betreffenden Eink&uuml;nfte sind danach grunds&auml;tzlich Unternehmensgewinne. F&uuml;r den sog. Inbound-Fall hat das zur Folge, dass das Besteuerungsrecht stets Deutschland als dem Quellenstaat zusteht. Im sog. Outbound-Fall gilt im Prinzip Gleiches: Stuft der andere Vertragsstaat die Eink&uuml;nfte nach einer spezifischen Einkunftsart ein, liegt ein Qualifikationskonflikt vor. Die OECD l&ouml;st diesen Konflikt in der Weise, dass dem innerstaatlichen Recht des Ans&auml;ssigkeitsstaats der Vorrang einger&auml;umt wird (vgl. Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 OECD-MustAbk). Das soll dem Methodenartikel des Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk (oder entsprechenden Switch over-Klauseln) entnommen werden k&ouml;nnen. Der Senat ist anderer Ansicht, weil sich die von der OECD erw&uuml;nschte Rechtsfolge jedenfalls dem Methodenartikel, wie er in Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 DBA-Italien 1989 vereinbart ist, gerade nicht entnehmen l&auml;sst. Unbeschadet dessen l&auml;sst sich die im Partnership Report der OECD niedergelegte Rechtsauffassung f&uuml;r das DBA-Italien 1989 schon deswegen nicht fruchtbar machen, weil sie als blo&szlig;e &quot;Meinungs&auml;u&szlig;erung&quot; verschiedener Fisci kraft Mehrheitsbeschlusses innerhalb des OECD-Steuerausschusses weder ma&szlig;geblich noch verbindlich f&uuml;r die (als solche autonome) Abkommensauslegung durch die (nationalen) Gerichte ist; f&uuml;r diese ist prinzipiell rein statisch (nur) auf die Gegebenheiten und Vorstellungen der Vertragsbeteiligten im Zeitpunkt des jeweiligen Vertragsschlusses &#8211;hier also das Jahr 1989&#8211; abzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einzelnen verweist der Senat zu alledem auf seine st&auml;ndige Spruchpraxis (seit den Senatsurteilen vom 27.&nbsp;Februar 1991 I&nbsp;R&nbsp;15\/89, BFHE 164, 38, BStBl II 1991, 444; vom 31.&nbsp;Mai 1995 I&nbsp;R&nbsp;74\/93, BFHE 178, 74, BStBl II 1995, 683; vom 16.&nbsp;Oktober 2002 I&nbsp;R&nbsp;17\/01, BFHE 200, 521, BStBl II 2003, 631) &#8211;und hierbei insbesondere auf das ebenfalls zu Zinseink&uuml;nften ergangene Urteil vom 17.&nbsp;Oktober 2007 I&nbsp;R&nbsp;5\/06 (BFHE 219, 518, BStBl II 2009, 356)&#8211; welcher sich der II.&nbsp;Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) in seinem Urteil vom 10.&nbsp;August 2006 II&nbsp;R&nbsp;59\/05 (BFHE 214, 518, BStBl II 2009, 758) f&uuml;r die Zuordnung von Darlehensforderungen nach Ma&szlig;gabe von Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 DBA-Frankreich 1959\/1969 angeschlossen hat. Der Senat verweist ferner auf sein zu Lizenzverg&uuml;tungen (i.S. von Art.&nbsp;12 DBA-USA 1989) ergangenes Urteil vom 8.&nbsp;September 2010 I&nbsp;R&nbsp;74\/09 (BFHE 231, 84) sowie das zu Ruhegeh&auml;ltern (i.S. von Art.&nbsp;18 DBA-USA 1989) ergangene Urteil vom 7.&nbsp;Dezember 2011 I&nbsp;R&nbsp;5\/11 (BFH\/NV 2012, 556). Die darin aufgestellten Rechtsgrunds&auml;tze, an denen der Senat uneingeschr&auml;nkt festh&auml;lt, gelten hier wie dort gleicherma&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ein Besteuerungsrecht Deutschlands l&auml;sst sich nicht aus der R&uuml;ckverweisung in Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;5 DBA-Italien 1989, dem sog. Betriebsst&auml;ttenvorbehalt, ableiten. Danach ist u.a. Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 DBA-Italien 1989 nicht anzuwenden, wenn der in einem Vertragsstaat ans&auml;ssige Nutzungsberechtigte im anderen Vertragsstaat, aus dem die Zinsen stammen, eine gewerbliche T&auml;tigkeit durch eine dort gelegene Betriebsst&auml;tte aus&uuml;bt und die Forderung, f&uuml;r die die Zinsen gezahlt werden, tats&auml;chlich zu dieser Betriebsst&auml;tte geh&ouml;rt. In diesem Fall k&ouml;nnen die Zinsen im anderen Vertragsstaat nach dem Recht dieses Staats besteuert werden. Diese Voraussetzung ist aber im Streitfall nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar &uuml;bt der Beigeladene im Inland eine gewerbliche T&auml;tigkeit durch eine hier gelegene Betriebsst&auml;tte aus. Denn er war Gesellschafter der Kl&auml;gerin, und die Betriebsst&auml;tten einer Personengesellschaft sind abkommensrechtlich deren Gesellschaftern als eigene zuzurechnen (vgl. dazu Senatsurteil in BFHE 219, 518, BStBl II 2009, 356, m.w.N.), und deshalb k&ouml;nnen die Gewinne, die er aus der mitunternehmerischen Beteiligung an der Kl&auml;gerin erzielt hat, auch in Deutschland besteuert werden, jedenfalls insoweit, als sie dieser Betriebsst&auml;tte zugerechnet werden k&ouml;nnen. Das ergibt sich aus Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 und Abs.&nbsp;2 DBA-Italien 1989. Jedoch greift die R&uuml;ckverweisungsklausel des Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;5 DBA-Italien 1989 im Streitfall deshalb nicht durch, weil die in Rede stehende Darlehensforderung nicht tats&auml;chlich zu der deutschen Betriebsst&auml;tte geh&ouml;rt. Der Umstand, dass die Zinsen nach Ma&szlig;gabe des deutschen Steuerrechts als Sonderverg&uuml;tungen des Beigeladenen i.S. von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 EStG (1997) anzusehen und dem Gewinn der Gesellschaft und mithin den von ihr unterhaltenen Betriebsst&auml;tten zuzuordnen sind, widerspricht dem nicht. Ausschlaggebend ist, dass die zugrunde liegende Darlehensforderung des Beigeladenen nur dann in der gebotenen tats&auml;chlichen Weise zu der Betriebsst&auml;tte geh&ouml;ren kann, wenn sie aus der Sicht der Betriebsst&auml;tte einen Aktivposten bildet. Auch zu diesem Punkt verweist der Senat auf sein Urteil in BFHE 219, 518, BStBl II 2009, 356 und die darin gegebenen weiteren Erw&auml;gungen und Nachweise. Unabh&auml;ngig davon ist Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;5 DBA-Italien 1989 ohnehin nicht einschl&auml;gig, stellt man nicht auf die schuldrechtliche Forderung (hier des Beigeladenen als Gl&auml;ubiger), sondern auf die damit korrespondierende schuldrechtliche Verbindlichkeit (hier der Kl&auml;gerin als Schuldnerin) ab (vgl. dazu Senatsurteil in BFHE 164, 38, BStBl II 1991, 444; Frotscher, IStR 2009, 593, 594).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. In Reaktion auf die zitierte Spruchpraxis des Senats sowie des II.&nbsp;Senats des BFH hat der Gesetzgeber des Jahressteuergesetzes 2009 allerdings mit &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2002 n.F., nunmehr &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2009 a.F., eine Regelung geschaffen, welche darauf abzielt, das deutsche Besteuerungsrecht unbeschadet dieser Spruchpraxis sicherzustellen (vgl. BTDrucks 16\/11108, S.&nbsp;23). Nach Satz&nbsp;1 dieser Vorschrift gelten Verg&uuml;tungen i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 und Nr.&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;2 EStG (1997), auf die die Vorschriften eines Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung anzuwenden sind, das &#8211;wie das DBA-Italien 1989&#8211; keine solche Verg&uuml;tungen betreffende ausdr&uuml;ckliche Regelung enth&auml;lt, f&uuml;r Zwecke der Anwendung des Abkommens ausschlie&szlig;lich als Unternehmensgewinne. Nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;8 EStG 2002 n.F.\/EStG 2009 a.F. (nunmehr &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;11 EStG 2009 n.F.) und nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;10 EStG 2009 n.F. ist die Regelung des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. in allen F&auml;llen anzuwenden, in denen die Einkommen- und K&ouml;rperschaftsteuer noch nicht bestandskr&auml;ftig festgesetzt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Konsequenz dieser Regelung des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. ist, dass f&uuml;r Sonderverg&uuml;tungen im Ausgangspunkt allein Art.&nbsp;7 OECD-MustAbk &#8211;und damit im Streitfall Art.&nbsp;7 DBA-Italien 1989&#8211; anzuwenden ist. Nach Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Italien 1989 k&ouml;nnen gewerbliche Gewinne eines Unternehmens eines Vertragsstaats nur in diesem Staat besteuert werden, es sei denn, das Unternehmen &uuml;bt seine T&auml;tigkeit im anderen Vertragsstaat durch eine dort gelegene Betriebsst&auml;tte aus. &Uuml;bt das Unternehmen seine T&auml;tigkeit auf diese Weise aus, so k&ouml;nnen die gewerblichen Gewinne des Unternehmens im anderen Staat besteuert werden, jedoch nur insoweit, als sie dieser Betriebsst&auml;tte zugerechnet werden k&ouml;nnen (Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 DBA-Italien 1989). Nach Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 DBA-Italien 1989 werden dieser Betriebsst&auml;tte die gewerblichen Gewinne zugerechnet, die sie h&auml;tte erzielen k&ouml;nnen, wenn sie eine gleiche oder &auml;hnliche T&auml;tigkeit unter gleichen oder &auml;hnlichen Bedingungen als selbst&auml;ndiges Unternehmen ausge&uuml;bt h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. werden durch den im Streitfall zu beurteilenden Sachverhalt erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Indem &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. Sonderverg&uuml;tungen abkommensrechtlich den Unternehmensgewinnen unterwirft, kommt zwar &#8211;jedenfalls im Ausgangspunkt&#8211; Art.&nbsp;7 OEDC-MustAbk (hier Art.&nbsp;7 DBA-Italien 1989) und kommen nicht Art.&nbsp;10, Art.&nbsp;11 und Art.&nbsp;12 OECD-MustAbk zum Zuge. Das bedingt strenggenommen einen Zirkelschluss der Anwendung, weil dann nicht nur Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk, sondern diese Abkommensvorschrift insgesamt anzuwenden ist, also einschlie&szlig;lich des sog. Spezialit&auml;tenvorrangs in Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;7 OECD-MustAbk (hier Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;7 DBA-Italien 1989), der &#8211;wenn auch seinerseits unter dem sog. Betriebsst&auml;ttenvorbehalt in Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;4, Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;4 und Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 OECD-MustAbk&#8211; wiederum zu Eink&uuml;nften nach den jeweils spezielleren Einkunftsarten f&uuml;hrt. So gesehen w&uuml;rde der Anwendungsbefehl des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. schon im Ansatz unterlaufen. Doch h&auml;lt der Senat ein derartiges Regelungsverst&auml;ndnis im Ergebnis f&uuml;r nicht vertretbar (im Ergebnis ebenso z.B. Frotscher, IStR 2009, 593, 594&nbsp;f.; offen noch im Senatsurteil in BFHE 231, 84). Es w&uuml;rde der mit der Regelung beabsichtigte Zweck mit einer letztlich formal-strikten Spitzfindigkeit auf den Kopf stellen. Bei richtiger Lesart ist vielmehr zu unterstellen, dass der Gesetzgeber mit der angeordneten Umqualifikation der Sonderverg&uuml;tungen in Unternehmensgewinne lediglich Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk zur Anwendung bringen wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bleibt es infolgedessen bei der Anwendung (nur) von Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 und Abs.&nbsp;2 OEDC-MustAbk (hier Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 und Abs.&nbsp;2 DBA-Italien 1989), bestimmt sich die abkommensrechtliche Zurechnung der den Zinsen zugrunde liegenden Darlehensforderung und der Darlehensverbindlichkeit zu der dem Beigeladenen von der Kl&auml;gerin vermittelten Betriebsst&auml;tte nach allgemeinen Verursachungs- und Veranlassungsgesichtspunkten, und dieser Zuordnungsma&szlig;stab deckt sich im Ergebnis mit der Zurechnung nach wirtschaftlichen Ma&szlig;st&auml;ben, wie sie nach der innerstaatlichen Regelungslage des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG (1997) geboten ist. Die vereinnahmten Zinsen sind damit als Unternehmensgewinne einer Inlandsbetriebsst&auml;tte i.S. von Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 und Abs.&nbsp;2 DBA-Italien 1989 zu behandeln. Der Senat h&auml;lt auch insoweit an seiner Spruchpraxis fest und verweist auf seine Urteile vom 13.&nbsp;Februar 2008 I&nbsp;R&nbsp;63\/06 (BFHE 220, 415, BStBl II 2009, 414) und vom 12.&nbsp;Juni 2013 I&nbsp;R&nbsp;47\/12 (BFHE 242, 107, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Eine m&ouml;glicherweise anderweitige wirtschaftliche Zuordnung des Darlehens zu einer sog. Mitunternehmerbetriebsst&auml;tte des Beigeladenen in Italien scheidet unter den Gegebenheiten des Streitfalles aus. Das zum einen deswegen, weil es sich f&uuml;r die blo&szlig;e Verwaltung des ausgereichten Darlehens bei der abkommensrechtlich gebotenen isolierten Betrachtung um Verm&ouml;gensverwaltung handelt, nicht aber um eine unternehmerische Bet&auml;tigung, welche allein eine Betriebsst&auml;tte im Abkommenssinne (vgl. Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk, Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 DBA-Italien 1989) begr&uuml;nden k&ouml;nnte, und zum anderen, weil nichts daf&uuml;r ersichtlich oder dargetan ist, dass die Verwaltung in einem m&ouml;glichen Veranlassungszusammenhang zu einem vom Beigeladenen in Italien tats&auml;chlich unterhaltenen gewerblichen Unternehmen gestanden h&auml;tte (s. zu einer derartigen Konstellation Senatsurteil in BFHE 231, 84). Soweit die Kl&auml;gerin diesbez&uuml;glich Gegenteiliges behauptet, wird dies durch tatrichterliche Feststellungen jedenfalls nicht unterst&uuml;tzt. Auch dazu nimmt der Senat auf sein Urteil in BFHE 242, 107 Bezug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Ebenso wenig kann g&auml;nzlich auf die Zuordnung zu einer (hier der durch die Kl&auml;gerin vermittelten) Betriebsst&auml;tte verzichtet werden. Die von der Kl&auml;gerin bef&uuml;rwortete Annahme sog. betriebsst&auml;ttenloser Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb vertragen sich nicht mit dem vom Senat &#8211;im Urteil vom 19.&nbsp;Dezember 2007 I&nbsp;R&nbsp;19\/06 (BFHE 220, 160, BStBl II 2010, 398)&#8211; vertretenen Rechtsverst&auml;ndnis, an welchem ebenfalls festzuhalten und welches allgemein &#8211;und damit auch f&uuml;r Abkommenszusammenh&auml;nge&#8211; bedeutsam ist. Im Einzelnen bezieht sich der Senat dazu abermals auf sein Urteil in BFHE 242, 107.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. In gleicher Weise w&auml;re zu entscheiden, stellt man auf die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;11 EStG 2009 n.F. ebenfalls &#8211;und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;10 EStG 2009 n.F. neben &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2009 a.F.&#8211; r&uuml;ckwirkend anzuwendende Regelungsneufassung des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;3 EStG 2009 n.F. ab. Mit dieser Neuregelung hat der Gesetzgeber abermals auf die Spruchpraxis des Senats &#8211;dieses Mal in dessen Urteil in BFHE 231, 84&#8211; reagiert. Sind auf eine Verg&uuml;tung i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 EStG (1997) die Vorschriften eines Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung anzuwenden und enth&auml;lt das Abkommen keine solche Verg&uuml;tungen betreffende ausdr&uuml;ckliche Regelung, gilt die Verg&uuml;tung nach Satz&nbsp;1 der Vorschrift f&uuml;r Zwecke der Anwendung des Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung ausschlie&szlig;lich als Teil des Unternehmensgewinns des verg&uuml;tungsberechtigten Gesellschafters. Nach Satz&nbsp;2 der Vorschrift gilt selbiges jetzt ausdr&uuml;cklich auch f&uuml;r die durch das Sonderbetriebsverm&ouml;gen veranlassten Ertr&auml;ge und Aufwendungen. Diese tatbestandliche Erweiterung betrifft auch die im Streitfall zu beurteilende Darlehensverbindlichkeit (vgl. dazu Senatsurteil in BFHE 164, 38, BStBl II 1991, 444). Die danach vorzunehmende abkommensrechtliche Umqualifikation wird nunmehr zudem durch eine fiktive Zuordnungsregelung erg&auml;nzt: Nach &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;3 EStG 2009 n.F. ist die Verg&uuml;tung des Gesellschafters ungeachtet der Vorschriften eines Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung &uuml;ber die Zuordnung von Verm&ouml;genswerten zu einer Betriebsst&auml;tte derjenigen Betriebsst&auml;tte der Gesellschaft zuzurechnen, der der Aufwand f&uuml;r die der Verg&uuml;tung zugrunde liegende Leistung zuzuordnen ist. F&uuml;r die Situation des Streitfalles stimmt die gesetzlich angeordnete Zuordnung insoweit allerdings mit den (unter B.I.3.b.bb) beschriebenen abkommensrechtlichen Zuordnungsma&szlig;st&auml;ben &uuml;berein und wirkt die abermalige Neuregelung deswegen &#8211;entgegen ihrem ausdr&uuml;cklichen Wortlaut&#8211; insoweit nicht &quot;abkommens&uuml;berschreibend&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Auf der Grundlage der vorstehenden Regelungslagen h&auml;tte die Revision des FA damit, die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. sowie des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. unterstellt, Erfolg: Das angefochtene Urteil der Vorinstanz w&auml;re gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) aufzuheben und die von der Kl&auml;gerin in gesetzlicher Prozessstandschaft gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO erhobene Klage gegen den zwischenzeitlich ge&auml;nderten Feststellungsbescheid vom 29.&nbsp;Mai 2013, der nach &sect;&nbsp;127, &sect;&nbsp;68 FGO in das Klage- und Revisionsverfahren &uuml;bergeleitet worden ist, w&auml;re abzuweisen. Deutschland st&uuml;nde an den von dem Beigeladenen im Streitjahr vereinnahmten Zinsen das uneingeschr&auml;nkte Besteuerungsrecht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Verfassungsrechtliche Beurteilung<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat ist jedoch der &Uuml;berzeugung, dass die genannten Vorschriften gegen V&ouml;lkervertragsrecht versto&szlig;en, dass f&uuml;r diese Verst&ouml;&szlig;e keine tragf&auml;higen Gr&uuml;nde bestehen und dass der Beigeladene als Gesellschafter der Kl&auml;gerin infolgedessen in seinem subjektiven Grundrecht auf die Einhaltung der verfassungsm&auml;&szlig;igen Ordnung verletzt ist. Er ist &uuml;berdies davon &uuml;berzeugt, dass die r&uuml;ckwirkende Geltung beider Vorschriften, wie sie in &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;8 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. (nunmehr &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;11 EStG 2009 n.F.) und in &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;10 EStG 2009 n.F. angeordnet wird, dem verfassungsrechtlich gew&auml;hrten Vertrauensschutzgebot und damit dem Rechtsstaatsgebot des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG nicht standh&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. getroffenen Regelungen weichen von Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 DBA-Italien 1989 und der darin v&ouml;lkerrechtlich zwischen beiden Staaten vereinbarten Verteilung und Zuordnung des Besteuerungsrechts ab. Sie brechen damit diese Vereinbarung und versto&szlig;en gegen den Grundsatz des pacta sunt servanda, der gewohnheitsrechtlich zu den allgemeinen Regeln des V&ouml;lkerrechts geh&ouml;rt und der insoweit in Art.&nbsp;26 und Art.&nbsp;27 des Wiener &Uuml;bereinkommens vom 23.&nbsp;Mai 1969 &uuml;ber das Recht der Vertr&auml;ge (BGBl II 1985, 927) kodifiziert ist. Allerdings verwandelt dieser Grundsatz die einzelnen Normen v&ouml;lkerrechtlicher Vertr&auml;ge nicht ihrerseits ebenfalls in allgemeine Regeln des V&ouml;lkerrechts mit Vorrang vor innerstaatlichem Recht (vgl. BVerfG-Entscheidung vom 9.&nbsp;Juni 1971&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;225\/69, BVerfGE 31, 145 &quot;Milchpulver&quot;, unter Hinweis auf BVerfG-Urteil vom 26.&nbsp;M&auml;rz 1957&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvG&nbsp;1\/55, BVerfGE 6, 309 (363) &quot;Reichskonkordat&quot;). Vielmehr werden Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und damit hier auch das DBA-Italien 1989 in Deutschland nicht unmittelbar, sondern nach Ma&szlig;gabe von Art.&nbsp;59 Abs.&nbsp;2 GG nur mittelbar in der Form des Zustimmungsgesetzes vom 10.&nbsp;August 1990 (BGBl II 1990, 742, BStBl I 1990, 396) angewendet. Das (f&ouml;rmliche) Zustimmungsgesetz &#8211;sei es als sog. Transformationsakt, sei es als sog. Vollzugsbefehl (&quot;Rechtsanwendungsbefehl&quot;, so BVerfG, z.B. Beschluss vom 14.&nbsp;Oktober 2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1481\/04, BVerfGE 111, 307 &quot;G&ouml;rg&uuml;l&uuml;&quot;; Urteile vom 3.&nbsp;Juli 2007&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvE&nbsp;2\/07, BVerfGE 118, 244 &quot;ISAF-Mandat&quot;; vom 4.&nbsp;Mai 2011&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2333\/08, 2&nbsp;BvR&nbsp;2365\/09, 2&nbsp;BvR&nbsp;571\/10, 2&nbsp;BvR&nbsp;740\/10, 2&nbsp;BvR&nbsp;1152\/10, BVerfGE 128, 326 &quot;Sicherungsverwahrung I und II&quot;; vgl. umfassend und zum Diskussionsstand Rauschning in Bonner Kommentar zum Grundgesetz, Stand Dezember 2009, Art.&nbsp;59 Rz&nbsp;137&nbsp;ff., 144&nbsp;f., m.w.N.)&#8211; ist ein einseitiger Akt des deutschen Gesetzgebers. Das Abkommen erh&auml;lt dadurch innerstaatlich den Rang eines einfachen Bundesgesetzes, das infolge der normhierarchischen Gleichrangigkeit mit Vorbehalten versehen, aufgehoben oder ge&auml;ndert werden kann. Ob durch einen Vorbehalt bzw. durch die Aufhebung oder &Auml;nderung V&ouml;lkerrecht verletzt w&uuml;rde, ist eine andere Frage, die die formale Wirksamkeit des Vorbehalts bzw. der Aufhebung oder &Auml;nderung nicht ber&uuml;hrt. Aus &sect;&nbsp;2 (nunmehr &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1) der Abgabenordnung (AO) ergibt sich nichts anderes, weil die Vorschrift nicht den Fall betrifft, dass der Gesetzgeber &#8211;wie in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. geschehen&#8211; ausdr&uuml;cklich eine vom Zustimmungsgesetz abweichende Regelung trifft; es gilt dann vielmehr der Grundsatz des lex posterior derogat legi priori. Art.&nbsp;25 GG ist insoweit nicht angesprochen, weil Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung nicht zu den allgemeinen Regeln des V&ouml;lkerrechts geh&ouml;ren und auch nicht unter Art.&nbsp;79 Abs.&nbsp;1 GG fallen, weshalb die Einf&uuml;gung der &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. kein den Art.&nbsp;25 GG im Einzelfall mit der qualifizierten Mehrheit des Art.&nbsp;79 Abs.&nbsp;2 GG &auml;nderndes Gesetz voraussetzt. Schlie&szlig;lich gilt im Bereich des Art.&nbsp;59 Abs.&nbsp;2 GG kein &quot;Alles-oder-nichts-Prinzip&quot;. Der innerstaatliche Gesetzgeber ist im Prinzip frei darin, im Zustimmungsgesetz Vorbehalte gegen&uuml;ber der Anwendung bestimmter Abkommensvorschriften zu verankern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Wegen dieser Ausgangslage entspricht es herk&ouml;mmlicherweise bis heute der wohl &uuml;berwiegenden Rechtsauffassung im Schrifttum, dass der unilaterale &quot;Bruch&quot; des v&ouml;lkervertragsrechtlich Vereinbarten &#8211;das sog. Treaty overriding&#8211; zwar aus rechtspolitischer Sicht unerfreulich, dass darin aber kein verfassungsrelevanter Vorgang zu sehen ist (so z.B. Bron, IStR 2007, 431; Musil, Recht der internationalen Wirtschaft &#8211;RIW&#8211; 2006, 287; derselbe, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2012, 149, 151; Stein, IStR 2006, 505; Hahn, IStR 2011, 863; Frotscher, Steuerberater-Jahrbuch &#8211;StbJb&#8211; 2009\/2010, S.&nbsp;151; derselbe in Spindler\/Tipke\/R&ouml;dder [Hrsg.], Steuerzentrierte Rechtsberatung, Festschrift f&uuml;r Harald Schaumburg, 2009, S.&nbsp;687; derselbe, IStR 2009, 866; Jansen\/ Weidmann, IStR 2010, 596; Brombach-Kr&uuml;ger, Die Unternehmensbesteuerung &#8211;Ubg&#8211; 2008, 324; Lehner\/Waldhoff in Kirchhof\/ S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;A&nbsp;516a; Lehner, FR 2011, 1087; derselbe, IStR 2011, 733; derselbe in Isensee\/Kirchhof [Hrsg.], Handbuch des Staatsrechts der Bundesrepublik Deutschland, Band&nbsp;XI Internationale Bez&uuml;ge, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;251 Rz&nbsp;56&nbsp;ff.; Heger, Steuer und Wirtschaft International &#8211;SWI&#8211; 2011, 95; Karla, Steueranwaltsmagazin &#8211;SAM&#8211; 2011, 181; Mitschke, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2011, 2221; Wichmann, FR 2011, 1082; Thiemann, Juristenzeitung &#8211;JZ&#8211; 2012, 908; Lampert, Doppelbesteuerungsrecht und Lastengleichheit, 2010, passim; derselbe, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 2013, 195; Frau\/Trinks, Die &ouml;ffentliche Verwaltung &#8211;D&Ouml;V&#8211; 2013, 228; Schwenke, FR 2012, 443; derselbe in Baumhoff\/Sch&ouml;nfeld [Hrsg.], Doppelbesteuerungsabkommen &#8211; Nationale und internationale Entwicklungen, Forum der Internationalen Besteuerung, Band&nbsp;41, 2012, S.&nbsp;23&nbsp;f.). Dem hat sich der erkennende Senat in seiner bisherigen Spruchpraxis angeschlossen (vgl. z.B. Urteil vom 13.&nbsp;Juli 1994 I&nbsp;R&nbsp;120\/93, BFHE 175, 351, BStBl II 1995, 129, dort m.w.N. zur &auml;lteren Literatur; Beschluss vom 17.&nbsp;Mai 1995 I&nbsp;B&nbsp;183\/94, BFHE 178, 59, BStBl II 1995, 781).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat m&ouml;chte an dieser Spruchpraxis &#8211;erneut und &uuml;bereinstimmend mit seinem an das BVerfG gerichteten Vorlagebeschluss vom 10.&nbsp;Januar 2012 I&nbsp;R&nbsp;66\/09 (BFHE 236, 304), dort betreffend die Regelung in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 EStG 2002 i.d.F. des Zweiten Gesetzes zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften (Steuer&auml;nderungsgesetz 2003) vom 15.&nbsp;Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2645, BStBl I 2003, 710)&#8211; nicht festhalten. Er ist vielmehr der &Uuml;berzeugung, dass die bislang vertretene Einsch&auml;tzung den verfassungsrechtlichen Vorgaben und Anforderungen nicht gerecht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grund daf&uuml;r gibt ihm die urspr&uuml;nglich vor allem von Vogel angefachte (z.B. in Cagianut\/Vallender [Hrsg.], Steuerrecht, Ausgew&auml;hlte Probleme am Ende des 20. Jahrhunderts, Festschrift f&uuml;r Ernst H&ouml;hn, 1995, S.&nbsp;461&nbsp;ff.; in JZ 1997, 161; in Blankenagel\/Pernice\/Schulze-Fielitz [Hrsg.], Verfassung im Diskurs der Welt, Festschrift f&uuml;r Peter H&auml;berle, 2004, S.&nbsp;481&nbsp;ff.; in IStR 2005, 29, und in Vogel\/Lehner, DBA, 5.&nbsp;Aufl., Einl. Rz&nbsp;193&nbsp;ff., 205) und in den letzten Jahren wieder aufgeflammte intensive Diskussion (z.B. Rust\/Reimer, IStR 2005, 843; Jankowiak, Doppelte Nichtbesteuerung im Internationalen Steuerrecht, 2009, S.&nbsp;219&nbsp;ff. und passim; Bron, IStR 2007, 431; Musil, RIW 2006, 287; derselbe, FR 2012, 149, 151; Stein, IStR 2006, 505; Hahn, IStR 2011, 863; Kempf\/Bandl, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2007, 1377; Rust, Die Hinzurechnungsbesteuerung, 2007, S.&nbsp;108&nbsp;ff.; Gosch, IStR 2008, 413; derselbe in Kirchhof, EStG, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;50d Rz&nbsp;25; Frotscher, StbJb 2009\/2010, S.&nbsp;151; derselbe in Spindler\/Tipke\/R&ouml;dder, a.a.O., S.&nbsp;687; derselbe, IStR 2009, 593, sowie IStR 2009, 866; Schaumburg, Internationales Steuerrecht, 3.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;3.24&nbsp;ff.; Jansen\/Weidmann, IStR 2010, 596; Brombach-Kr&uuml;ger, Ubg 2008, 324; Heger, SWI 2011, 95; Karla, SAM 2011, 181; Mitschke, DStR 2011, 2221; Wichmann, FR 2011, 1082; Lehner, FR 2011, 1087; derselbe, IStR 2011, 733; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;2 AO Rz&nbsp;5a; Wassermeyer\/Sch&ouml;nfeld in Flick\/Wassermeyer\/ Baumhoff\/Sch&ouml;nfeld, Au&szlig;ensteuerrecht, &sect;&nbsp;20 AStG Rz&nbsp;41&nbsp;ff.; L&uuml;dicke, &Uuml;berlegungen zur deutschen DBA-Politik, 2008, S.&nbsp;34&nbsp;ff., 87&nbsp;ff. und passim; M.&nbsp;Lang in Lehner, Reden zum Andenken an Klaus Vogel, 2010, S. 59&nbsp;ff.; Rauschning in Bonner Kommentar zum Grundgesetz, a.a.O., Art.&nbsp;59 Rz&nbsp;137&nbsp;ff., 143; Oellerich in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;86&nbsp;ff.), welche ihrerseits an die zwischenzeitliche Entwicklung der Rechtsprechung des BVerfG ankn&uuml;pft. Diese Rechtsprechung wird markiert durch die Beschl&uuml;sse in BVerfGE 111, 307 (319) &#8211;den sog. G&ouml;rg&uuml;l&uuml;-Beschluss&#8211; sowie vom 26.&nbsp;Oktober 2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;955\/00, 2&nbsp;BvR&nbsp;1038\/01 (BVerfGE 112, 1) &#8211;den sog. Alteigent&uuml;mer-Beschluss&#8211; sowie &#8211;nachfolgend darauf aufbauend&#8211; das Urteil in BVerfGE 128, 326 in Sachen &quot;Sicherungsverwahrung I und II&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das BVerfG best&auml;tigt in diesen Entscheidungen die aus dem Rechtsstaatsprinzip abzuleitende Verpflichtung aller staatlichen Organe zur Beachtung der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (BGBl II 2010, 1198), die kraft Zustimmung gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;59 Abs.&nbsp;2 GG &#8211;nicht anders als ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (hier das DBA-Italien 1989)&#8211; in den Rang eines innerstaatlichen Bundesgesetzes &uuml;berf&uuml;hrt worden ist (vgl. z.B. BVerfG, Beschluss in BVerfGE 111, 307, 316&nbsp;f.; Urteil in BVerfGE 128, 326). Es &auml;u&szlig;ert sich dahin, dass der Gesetzgeber von Verfassungs wegen gehalten ist, V&ouml;lkervertragsrecht zu beachten, wenn nicht ausnahmsweise die Voraussetzungen vorliegen, von denen das BVerfG die Zul&auml;ssigkeit der Abweichung vom V&ouml;lkervertragsrecht abh&auml;ngig macht. Darauf aufbauend ergibt sich aus Sicht des BVerfG in dem sog. Alteigent&uuml;mer-Beschluss die Verpflichtung aller Staatsorgane, &quot;die die Bundesrepublik Deutschland bindenden V&ouml;lkerrechtsnormen zu befolgen und Verletzungen nach M&ouml;glichkeit zu unterlassen&quot;. Aus diesen Erkenntnissen ist &#8211;aus Sicht des erkennenden Senats zu Recht&#8211; der Umkehrschluss gezogen worden: Der Gesetzgeber wird von Verfassungs wegen (und damit basierend auf dem Rechtsstaatsgebot des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG) in die Pflicht genommen, V&ouml;lkervertragsrecht zu beachten. Die prinzipielle V&ouml;lkerrechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes ist vorrangig. Sie nimmt dem Gesetzgeber &#8211;in Abkehr von der bisherigen (und fr&uuml;her auch vom BVerfG vertretenen, s. sub B.II.1.) Sichtweise&#8211; &quot;die Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber den Rechtsbestand&quot; (so &#8211;mit allerdings noch anderem Ergebnis&#8211; BVerfG-Urteil in BVerfGE 6, 309, 363) und wirkt f&uuml;r den Gesetzgeber unbeschadet dessen demokratisch-legitimierten Rechtssetzungsbefugnissen als unmittelbar bindendes Gebot wie als materiell-rechtliche &quot;Sperre&quot;. Ausnahmen bed&uuml;rfen einer besonderen Rechtfertigung. Die Voraussetzungen daf&uuml;r sind eng; im sog. Alteigent&uuml;mer-Beschluss wird dies pr&auml;zisiert: Rechtfertigungsgr&uuml;nde sind die Beachtung der Menschenw&uuml;rde, die Beachtung der Grundrechte. Das BVerfG verschiebt damit nicht die Rangfolge zwischen Zustimmungs- und speziellem Steuergesetz; es formt und bestimmt jedoch die inhaltlichen, die materiellen Ma&szlig;st&auml;be f&uuml;r das, was an Spezielle(re)m zul&auml;ssig ist und weist methodisch den Weg zu einer Erforderlichkeitspr&uuml;fung. Als &quot;in diesem Sinne rechtsstaatlich kann Art.&nbsp;59 Abs.&nbsp;2 GG daher nur dergestalt gedeutet werden, dass der Gesetzgeber&quot; mit der Umsetzung &quot;&uuml;ber seine Gesetzgebungskompetenzen verf&uuml;gt und dadurch seine ungebundene Normsetzungsautorit&auml;t in dem Ma&szlig;e, das der v&ouml;lkerrechtliche Vertrag vorgibt, einb&uuml;&szlig;t&quot; (so Rust, a.a.O., S.&nbsp;108&nbsp;ff.). Ein Bruch des V&ouml;lkervertragsrechts ist ausnahmsweise innerstaatlich bindend, &quot;sofern nur auf diese Weise ein Versto&szlig; gegen tragende Grunds&auml;tze der Verfassung abzuwenden ist&quot;. Damit weist das BVerfG den methodischen Weg zur Anwendung des Erforderlichkeitsgrundsatzes auch f&uuml;r ein Treaty override: Es kommt f&uuml;r den Ausgleich der widerstreitenden Verfassungsprinzipien von Rechtsstaat und Demokratie darauf an, ob dem Gesetzgeber gegen&uuml;ber dem Vertragsbruch ein gleich sicheres, aber milderes Mittel zu Gebote steht (so Rust, ebenda; im Ergebnis ebenso z.B. Rust\/Reimer, IStR 2005, 843; Jankowiak, a.a.O., S.&nbsp;219&nbsp;ff. und passim; Gosch, IStR 2008, 413; derselbe in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;50d Rz&nbsp;25; Schaumburg, a.a.O., Rz&nbsp;3.24&nbsp;ff.; Kempf\/Bandl, DB 2007, 1377; Wassermeyer\/Sch&ouml;nfeld in Flick\/Wassermeyer\/Baumhoff\/Sch&ouml;nfeld, a.a.O., &sect;&nbsp;20 AStG Rz&nbsp;41&nbsp;ff.; Oellerich in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;89&nbsp;f.; Rauschning in Bonner Kommentar zum Grundgesetz, a.a.O., Art.&nbsp;59 Rz&nbsp;137&nbsp;ff., 143).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat macht sich diese &Uuml;berlegungen zu eigen. Er erkennt in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. einen V&ouml;lkerrechtsversto&szlig;, der sich nicht nur im Sinne einer m&ouml;glichen v&ouml;lkerrechtsfreundlichen Normauslegung auswirkt, sondern der in dem prinzipiellen Vorrang des Abkommens begr&uuml;ndet ist und der aus verfassungsrechtlicher Sicht die Nichtigkeit der &quot;abkommens&uuml;berschreibenden&quot; unilateralen Vorschrift nach sich zieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. handelt es sich um ein Treaty override: V&ouml;lkerrechtlich haben Deutschland und Italien sich f&uuml;r Zinsen auf die Freistellungsmethode und auf das Quellenprinzip verst&auml;ndigt, und Zinsen k&ouml;nnen unter den im Streitfall festgestellten Gegebenheiten im Ans&auml;ssigkeitsstaat des Zahlungsempf&auml;ngers besteuert werden. Das ist hier f&uuml;r den Beigeladenen Italien. Die beschriebene Freistellung ist in Deutschland vorbehaltlos und unbedingt vereinbart und ebenso vorbehaltlos und unbedingt kraft Zustimmung in nationales Recht &uuml;berf&uuml;hrt worden. In Einklang damit fehlt es insoweit an einer abkommenseigenen R&uuml;ckfallklausel &#8211;einer sog. subject to tax-Klausel&#8211; zugunsten des Herkunftsstaats der Zinsen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Allerdings ist der Gesetzgeber ausweislich der Gesetzesmaterialien (in BTDrucks 16\/11108, S.&nbsp;23 zum Entwurf eines Jahressteuergesetzes 2009) erkennbar der Auffassung, in einer Regelung, wie sie in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. enthalten ist, sei &quot;keine &Uuml;berschreibung (treaty override) eines DBA zu sehen; denn es geht lediglich um eine &#8211; der Auffassung des BFH widersprechende&nbsp;&#8211; innerstaatlich verbindliche Auslegung des DBA-Ausdrucks &#8218;Unternehmensgewinne&#8216;, den die DBA selbst nicht definieren&quot;. Die Behandlung der Sonderverg&uuml;tungen als gewerbliche Eink&uuml;nfte sei ein tragender Grundsatz der Besteuerung von Mitunternehmerschaften im deutschen Steuerrecht und f&uuml;hre zur Gleichbehandlung von Einzelunternehmern und Gesellschaftern von Mitunternehmerschaften. Das Ergebnis der Anwendung dieses Grundsatzes sei, dass der Mitunternehmer nicht nur in Bezug auf seinen Gewinnanteil, sondern auch in Bezug auf die Sonderverg&uuml;tungen damit einen Teil des Gewerbeertrages repr&auml;sentiere. Zur Wahrung der Einheitlichkeit der Besteuerung inl&auml;ndischer und ausl&auml;ndischer Gesellschafter sei es daher unumg&auml;nglich, eine DBA-Anwendungsregelung zu schaffen, die anordnet, dass die genannten Verg&uuml;tungen f&uuml;r Zwecke der DBA-Anwendung den Unternehmensgewinnen zuzuordnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit diesem Regelungsverst&auml;ndnis widersetzt sich der Gesetzgeber den geschlossenen Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung. Denn v&ouml;lkerrechtliche Vereinbarungen und die darin enthaltenen Begriffe sind prim&auml;r autonom nach Ma&szlig;gabe v&ouml;lkerrechtlicher Grunds&auml;tze auszulegen (umfassend Gosch, Internationale Steuer-Rundschau 2013, 87; derselbe in L&uuml;dicke, Vermeidung der Doppelbesteuerung und ihre Grenzen, Forum der Internationalen Besteuerung, Band&nbsp;42, 2013, S.&nbsp;1&nbsp;ff.; jeweils m.w.N.). Zwar hat bei der Anwendung des Abkommens durch einen Vertragsstaat jeder im Abkommen nicht definierte Ausdruck die Bedeutung, die ihm nach dem Recht dieses Staats &uuml;ber die Steuern zukommt, f&uuml;r die das Abkommen gilt. Doch gilt das erkl&auml;rterma&szlig;en nur dann, &quot;wenn der Zusammenhang nichts anderes erfordert&quot;, und ein solcher Zusammenhang ist hier gegeben. Es bleibt also beim Vorrang abkommensautonomer Auslegungsgrunds&auml;tze und ist Anleihe beim jeweiligen nationalen Recht nur subsidi&auml;r zu nehmen. Diesen Vorgaben hat jeder Abkommensinterpret Rechnung zu tragen, auch und vor allem haben das im Rahmen der Gewaltenteilung und der ihnen zugewiesenen Rechtsschutzgew&auml;hrung die Gerichte. Ihnen allein ist im Rahmen ihrer Fachzust&auml;ndigkeit letztlich die verbindliche Auslegung einer Norm &uuml;berantwortet (vgl. z.B. BVerfG, Urteil vom 19.&nbsp;Oktober 1983&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;298\/81, BVerfGE 65, 196; Beschluss vom 17.&nbsp;Juni 2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;383\/03, BVerfGE 111, 54, 107; Beschluss vom 21.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;11\/06, 1&nbsp;BvL&nbsp;12\/06, 1&nbsp;BvL&nbsp;13\/06, 1&nbsp;BvR&nbsp;2530\/05, BVerfGE 126, 369), und diese Verantwortung wird nicht mittels einer authentischen Regelungsinterpretation des Gesetzgebers &uuml;berlagert (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 126, 369). Indem das nationale Gesetz sich &uuml;ber diese international allgemein anerkannten v&ouml;lkerrechtlichen Auslegungs- und Anwendungsvorgaben in Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 OECD-MustAbk (hier bezogen auf Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 DBA-Italien 1989) einseitig im Sinne des nationalen Steuerrechts hinwegsetzt, werden diese folglich &quot;&uuml;berschrieben&quot;. Dass der Gesetzgeber das anders gesehen hat und dass die Regelungen infolgedessen nicht als &quot;offenes&quot;, sondern als &quot;verdecktes&quot; Treaty overriding &#8211;ohne ausdr&uuml;ckliche Kennzeichnung als materieller Abkommensvorbehalt (sog. Melford-Klausel: &quot;ungeachtet der Vorschriften eines DBA&quot;; vgl. Gosch, IStR 2008, 413; Frotscher, IStR 2009, 593, 597, m.w.N.)&#8211; zu erkennen sind, widerspricht dem nicht. Auch ein verdecktes Treaty overriding ist aufgrund seines Inhalts und seiner Wirkungsweise als solches zu qualifizieren (im Ergebnis ebenso Frotscher, IStR 2009, 593, 595 und 597 f., und IStR 2009, 866; derselbe, StbJb 2009\/2010, 151; Gosch in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;50d Rz&nbsp;44a; und allgemein z.B. Oellerich in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;75; Schild\/Eisele, IStR 2005, 217, 221; Bron, IStR 2007, 431, 433; s. auch BVerfG, Beschluss vom 26.&nbsp;M&auml;rz 1987&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;589\/79, 740\/81&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;284\/85, BVerfGE 74, 358).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Eine Rechtfertigung f&uuml;r den V&ouml;lkerrechtsversto&szlig; erkennt der vorlegende Senat nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Ausweislich der zitierten Gesetzesmaterialien ging es dem Gesetzgeber im Kern um die Gleichbehandlung von inl&auml;ndischen und ausl&auml;ndischen Mitunternehmern. Dieses Gesetzesziel mag vor dem Hintergrund des allgemeinen Gleichheitssatzes des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG hinnehmbar erscheinen. Es blendet indessen aus, dass sich eine derartige Gleichheit vor dem Hintergrund der abkommensrechtlich verbindlich eingegangenen Vereinbarungen nicht rechtfertigen l&auml;sst. Aus Verfassungssicht darf nicht au&szlig;er acht gelassen werden, dass ausschlie&szlig;lich im Inland t&auml;tige Steuerpflichtige in einem anderen Regelungszusammenhang agieren. Gleiches gilt f&uuml;r Steuerpflichtige, welche zwar im Ausland agieren, jedoch in einem Staat, mit dem Deutschland sich abkommensrechtlich auf die sog. Anrechnungsmethode verst&auml;ndigt hat. Solchen Steuerpflichtigen steht keine Steuerfreistellung zu. Richtigerweise muss deswegen auch die ma&szlig;gebende Vergleichsgruppe eine andere sein: Derjenige Steuerpflichtige, der unter den Voraussetzungen der abkommensrechtlich vereinbarten Freistellungsmethode Eink&uuml;nfte vereinnahmt, die aus dem jeweils anderen Vertragsstaat stammen, kann nur mit ebensolchen Personen verglichen werden. Mit Steuerpflichtigen, die ausschlie&szlig;lich &uuml;ber entsprechende Inlandsbeziehungen verf&uuml;gen oder die mit ihren Auslandseink&uuml;nften unter Anrechnung einer ausl&auml;ndischen Steuer im Inland besteuert werden, sind Steuerpflichtige mit einschl&auml;gigen, freigestellten Auslandseink&uuml;nften so gesehen bereits im Ausgangspunkt ebenso wenig vergleichbar, wie dies beschr&auml;nkt und unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtige sind (vgl. BVerfG, Beschluss vom 12.&nbsp;Oktober 1976&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;2328\/73, BVerfGE 43, 1, BStBl II 1977, 190; s. auch Beschl&uuml;sse vom 24.&nbsp;Februar 1989&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;519\/87, Die Information f&uuml;r Steuerberater und Wirtschaftspr&uuml;fer 1990, 359; vom 9.&nbsp;Februar 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1178\/07, IStR 2010, 327; s. vor diesem Hintergrund zur gleichheitsrechtlichen Unvereinbarkeit der Methode der Freistellung und der Methode der Anrechnung als beiderseitige Methoden zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auch den Antrag des &ouml;sterreichischen Verwaltungsgerichtshofs vom 24.&nbsp;Oktober 2013 A&nbsp;2013\/0010 an den &ouml;sterreichischen Verfassungsgerichtshof, abrufbar unter www.vwgh.gv.at\/rechtsprechung\/2010150039.pdf?458h7x). Es ist hier wie dort allein sachgerecht, die inl&auml;ndische (Gesamt-)Leistungsf&auml;higkeit von der ausl&auml;ndischen (Teil-)Leistungsf&auml;higkeit zu trennen und beide Leistungsf&auml;higkeiten im jeweiligen Kontext einerseits mit dem Welteinkommensprinzip, andererseits mit dem Territorialit&auml;tsprinzip und als deren Konkretisierung und Ausformung zu erkennen (zutreffend Jankowiak, a.a.O., S.&nbsp;100&nbsp;ff., m.w.N.). Eine &#8211;gleichwohl grunds&auml;tzlich anzustrebende&#8211; Gleichbehandlung l&auml;sst sich in Anbetracht dessen in verfassungskonformer Weise immer nur im Rahmen einer m&ouml;glichen &#8211;v&ouml;lkerrechtlich-autonomen&#8211; Abkommensauslegung erreichen. Sie kann jedoch nicht dar&uuml;ber hinausgehen und verbietet sich, wenn der Abkommenstext und die Abkommenssystematik eine solche Auslegung ausschlie&szlig;t (teilweise weiter gehend Lampert, a.a.O., passim, bezogen auf konkrete Qualifikationsdivergenzen S.&nbsp;279&nbsp;ff.), und das ist die Situation im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Die vom Gesetzgeber durch &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. angestrebte Gleichbehandlung l&auml;sst sich aber auch aus einem anderen Grund als dem der &quot;falschen&quot; Vergleichsgruppe nicht erreichen. Zielt die in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG (1997) f&uuml;r Sonderverg&uuml;tungen angeordnete Gewerblichkeitsfiktion n&auml;mlich darauf ab, die Besteuerung von Einzelunternehmern und Mitunternehmern aneinander anzun&auml;hern, so muss diese Gleichbehandlung scheitern, sobald ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung abgeschlossen worden ist, dass das Besteuerungsrecht f&uuml;r die Sonderverg&uuml;tungen dem Ans&auml;ssigkeitsstaat des Gesellschafters zuweist. F&uuml;r Einzelunternehmer scheidet eine derartige Zuweisung aber aus; das Abkommen enth&auml;lt f&uuml;r deren (gewerbliche) Eink&uuml;nfte entsprechende Zuweisungsnormen nicht; Einzel- und Mitunternehmer befinden sich insofern also von vornherein nicht in einer vergleichbaren Lage (zutreffend Frotscher, IStR 2009, 593, 599).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Dass nur das hier vertretene Verst&auml;ndnis richtig sein kann, erweist sich schlie&szlig;lich daran, dass Deutschland als Vertragsstaat zwischenstaatlicher Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung die Gleichheitsproblematik gerade bezogen auf Sonderverg&uuml;tungen von Mitunternehmern sehr wohl erkannt und dementsprechend eine Reihe von Abkommen geschlossen hat, die in Abstimmung mit den jeweiligen Vertragsstaaten einschl&auml;gige Sonderregelungen enthalten, z.B. die Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung mit der Schweiz, mit &Ouml;sterreich, Wei&szlig;russland, Ghana, Kasachstan, Singapur, Tadschikistan, Usbekistan, Algerien, Uruguay (vgl. Hemmelrath in Vogel\/Lehner, a.a.O., Art.&nbsp;7 Rz&nbsp;61; Kudert\/Kahlenberg, IStR 2013, 801, 807&nbsp;f.; G&uuml;nkel\/Lieber, Ubg 2009, 301, 303), bis auf die Schweiz und &Ouml;sterreich durchweg also mit Staaten, denen das steuerliche Mitunternehmerkonzept und hierbei die besonderen Rechtsinstitute des Sonderbetriebsverm&ouml;gens und der Sonderverg&uuml;tung nicht unbedingt gel&auml;ufig sein d&uuml;rften; ein etwaiges &quot;Unverst&auml;ndnis&quot; gegen&uuml;ber diesem Konzept im Ausland, das einer bilateralen Verst&auml;ndigung entgegenstehen k&ouml;nnte, l&auml;sst sich sonach kaum als belastbares Gegenargument nutzen. Wenn Deutschland in anderen Abkommen und so auch im DBA-Italien 1989 aber &#8211;aus welchen Gr&uuml;nden auch immer&#8211; davon absieht, muss der deutsche Gesetzgeber sich das denn auch als verbindlich anlasten lassen (ebenso Frotscher, IStR 2009, 593, 597). Er ist aber nicht befugt, ein etwaiges abkommensrechtliches Regelungsdefizit einseitig zu &uuml;berschreiben, und zwar gerade aus Gr&uuml;nden der Belastungsgleichheit. Denn die einseitige Ma&szlig;nahme zieht regelm&auml;&szlig;ig zwangsl&auml;ufig die doppelte Besteuerung eines und desselben Besteuerungssubstrats &#8211;hier der Darlehenszinsen&#8211; nach sich, weil dem anderen Vertragsstaat die Rechtsfigur der Sonderverg&uuml;tung des Mitunternehmers und die fiktive Einbeziehung solcher Verg&uuml;tungen in die Gewerblichkeit gemeinhin unbekannt sein wird. Er wird die Zinsen statt dessen auch abkommensrechtlich als solche behandeln und daf&uuml;r das ihm nach Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk zugewiesene Besteuerungsrecht beanspruchen. So verh&auml;lt es sich, soweit bekannt, auch und gerade im Verh&auml;ltnis zu Italien (vgl. Krabbe in Wassermeyer, DBA, Art.&nbsp;4 Italien Rz&nbsp;32 und Art.&nbsp;7 Italien Rz&nbsp;14; Lobis, daselbst, Exkurs zu Art.&nbsp;7 Italien Rz&nbsp;41). Das Prinzip der Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit wird im Ergebnis infolge Doppelbesteuerung nachhaltig verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ddd) Dass dem Gesetzgeber auch diese Ungereimtheit nicht fremd geblieben ist, zeigt sich daran, dass er in seinem &quot;Reparaturgesetz&quot; des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2009 n.F. nunmehr erkl&auml;rterma&szlig;en mit Blick auf das regelm&auml;&szlig;ig abweichende Abkommensverst&auml;ndnis in dem anderen Vertragsstaat (BRDrucks 632\/1\/12, S. 15) und der deswegen drohenden Doppelbesteuerung &#8211;&quot;im Sinne einer verfassungskonformen Ausgestaltung&quot; (so Mitschke, FR 2013, 694, 696)&#8211; eine M&ouml;glichkeit zur Anrechnung der in dem anderen Vertragsstaat einbehaltenen Steuern geschaffen hat: Sind entsprechende Sonderverg&uuml;tungen einer Person zuzurechnen, die nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung als im anderen Staat ans&auml;ssig gilt, und weist der Steuerpflichtige nach, dass der andere Staat die Eink&uuml;nfte besteuert, ohne die darauf entfallende deutsche Steuer anzurechnen, ist nach &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz 5 EStG 2009 n.F. die in diesem Staat nachweislich auf diese Eink&uuml;nfte festgesetzte und gezahlte und um einen entstandenen Erm&auml;&szlig;igungsanspruch gek&uuml;rzte, der deutschen Einkommensteuer entsprechende, anteilige ausl&auml;ndische Steuer bis zur H&ouml;he der anteilig auf diese Eink&uuml;nfte entfallenden deutschen Einkommensteuer anzurechnen. Der konstatierte V&ouml;lkerrechtsversto&szlig; wird aber auch dadurch nicht gerechtfertigt. Zum einen &auml;ndert die nunmehr geschaffene M&ouml;glichkeit der Steueranrechnung f&uuml;r die Zinseink&uuml;nfte nichts an jenem Versto&szlig;, wenn &#8211;wie im DBA-Italien 1989&#8211; abkommensrechtlich eben nicht die Anrechnung, sondern die Freistellung vereinbart worden ist. Der V&ouml;lkerrechtsversto&szlig; bleibt als solcher bestehen, lediglich die Wirkungen werden unilateral abgemildert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Abmilderung wirkt aber unbeschadet dessen auch nur unzul&auml;nglich, sie ist nicht konsequent und folgerichtig ausgestaltet worden (s. zum verfassungsrechtlichen Folgerichtigkeitsgebot z.B. und m.w.N. umfassend Englisch in Tipke\/Seer\/Hey\/Englisch [Hrsg.], Gestaltung der Steuerrechtsordnung, Festschrift f&uuml;r Joachim Lang, 2010, S.&nbsp;167): Nach dem bereits wiedergegebenen (s. B.II.3.b.bb) Regelungszweck von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. ebenso wie von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. zielen die Regelungen insbesondere darauf ab, Sonderverg&uuml;tungen in inl&auml;ndischen und ausl&auml;ndischen Konstellationen gleicherma&szlig;en als Teil auch des Gewerbeertrages zu behandeln. Diese Motivation kontrastiert aber mit dem Versuch, &uuml;ber die Anrechnung &quot;salvierend&quot; Doppelbesteuerungen zu vermeiden, weil gerade f&uuml;r die Gewerbesteuer als tragende Rechtfertigungss&auml;ule keine Anrechnungsm&ouml;glichkeit vorgesehen ist. Und das widerspricht dem DBA-Italien 1989 im Besonderen, weil auch die Gewerbesteuer &#8211;als Gegenstand des Abkommens (s. Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b Unterabs.&nbsp;iv DBA-Italien 1989)&#8211; von der an sich vereinbarten Freistellung profitieren w&uuml;rde. Denn gerade dann, wenn Italien &#8211;wie hier f&uuml;r den Beigeladenen&#8211; der Ans&auml;ssigkeitsstaat ist, erfordert die Einbeziehung der Eink&uuml;nfte, die in Deutschland besteuert werden k&ouml;nnen, in Italien den Abzug der in Deutschland gezahlten Einkommensteuer, und zwar einschlie&szlig;lich der Gewerbesteuer, soweit sie vom Ertrag erhoben wird (vgl. Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 i.V.m. Satz&nbsp;1 DBA-Italien 1989). Hinzu kommt, dass die Steueranrechnung nach &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;5 EStG 2009 n.F. ohnehin nur f&uuml;r eine Person vorgesehen ist, die im anderen Vertragsstaat als ans&auml;ssig &quot;gilt&quot;. Erfasst wird sonach eindeutig blo&szlig; eine doppelans&auml;ssige Person, f&uuml;r die die Ans&auml;ssigkeitsfiktion des Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 und 3 OECD-MustAbk (hier Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 und 3 DBA-Italien 1989) einschl&auml;gig ist, nicht aber eine solche Person, die &#8211;wie der Beigeladene&#8211; nach Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 DBA-Italien im anderen Vertragsstaat aufgrund territorialit&auml;tsbezogener Merkmale ans&auml;ssig und damit dort steuerpflichtig &quot;ist&quot;. Die neugeschaffene Anrechnungsm&ouml;glichkeit taugt als Rechtfertigungsgrund f&uuml;r die Abkommens&uuml;berschreibung damit weder prinzipiell noch ihrer tatbestandlichen Ausgestaltung nach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass das f&uuml;r die Einkommensbesteuerung des Beigeladenen zust&auml;ndige FA &#8211;wie die Kl&auml;gerin und der Beigeladene haben wissen lassen&#8211; unter Hinweis auf den Eintritt der Bestandskraft des f&uuml;r das Streitjahr ergangenen Einkommensteuerbescheides den zwischenzeitlich gestellten Antrag abgelehnt hat, die in Italien auf die Zinsen erhobene Einkommensteuer nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;5 EStG 2009 n.F. anzurechnen, ist f&uuml;r die verfassungsrechtliche Beurteilung deswegen unbeachtlich. Allerdings m&uuml;sste der Anrechnungsbetrag, zu dessen H&ouml;he das angefochtene Urteil des FG nichts aussagt, nach Lage der Dinge ohnehin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO &#8211;in einem von dem hier angefochtenen Bescheid verfahrensrechtlich zu trennenden Bescheid&#8211; einheitlich und gesondert festgestellt werden (s. Senatsurteil vom 18.&nbsp;Juli 1990 I&nbsp;R&nbsp;115\/88, BFHE 161, 499, BStBl II 1990, 951); das ist nach Mitteilung der Kl&auml;gerin bis dato nicht geschehen, aber auch davon bleibt die verfassungsrechtliche Beurteilung unbeeinflusst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>eee) Schlie&szlig;lich ist nicht erkennbar, dass Deutschland gezwungen gewesen w&auml;re, mittels der in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2009 n.F. getroffenen Neuregelungen in beschleunigter Weise &#8211;und deswegen unilateral&#8211; auf einen besonderen Missstand oder einen in besonderer Weise zutage tretenden Steuerausfall bei Sonderverg&uuml;tungen in grenz&uuml;berschreitenden Zusammenh&auml;ngen zu reagieren. Jedenfalls h&auml;tte dem Gesetzgeber f&uuml;r das DBA-Italien 1989 &#8211;wie in &Uuml;bereinstimmung mit Art.&nbsp;31 OECD-MustAbk auch nach den meisten anderen deutscherseits geschlossenen Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung&#8211; zweifelsfrei ein anderweitiges, milderes Mittel der Reaktion zur Verf&uuml;gung gestanden: Es war nach Art.&nbsp;32 Satz&nbsp;1 und 2 DBA-Italien 1989 unter Einhaltung einer Frist von mindestens sechs Monaten zum Ende eines Kalenderjahres einseitig k&uuml;ndbar; das Abkommen war danach letztmals anwendbar auf die Steuern, die f&uuml;r sp&auml;testens am 31.&nbsp;Dezember des K&uuml;ndigungsjahres endende Veranlagungszeitr&auml;ume erhoben werden (Art.&nbsp;32 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b DBA-Italien 1989). Der Gesetzgeber war also sehr wohl in der Lage, auch kurzfristig handeln zu k&ouml;nnen, und im Ergebnis &uuml;berwiegt demnach das rechtsstaatliche Interesse an der Einhaltung der v&ouml;lkerrechtlichen Verpflichtungen (s. ebenso Vorlagebeschluss des Senats in BFHE 236, 304, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach der &Uuml;berzeugung des Senats steht &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. nach allem nicht mit der verfassungsm&auml;&szlig;igen Ordnung in Einklang. Die zitierte, vom BVerfG (im Beschluss in BVerfGE 111, 307, 319) dem Gesetzgeber zugestandene Ausnahme, &quot;V&ouml;lkervertragsrecht (&#8230;) nicht (zu beachten), sofern nur auf diese Weise ein Versto&szlig; gegen tragende Grunds&auml;tze der Verfassung abzuwenden ist&quot;, liegt bei der Abgrenzung der Tatbest&auml;nde im Steuerrecht im allgemeinen (s. auch z.B. BVerfG, Beschluss vom 14.&nbsp;Mai 1986&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;2\/83, BVerfGE 72, 200, 272: &quot;keinen zwingenden Grund des gemeinen Wohls&quot;) und bei den hier in Rede stehenden Vorschriften der &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. im Besonderen nicht vor. Der Senat erkennt in Anbetracht dessen keine andere M&ouml;glichkeit, dem kl&auml;gerischen Begehren abzuhelfen. Insbesondere erscheint ihm als nicht gangbar, die ihrem Wortlaut nach insoweit unmissverst&auml;ndlichen Regelungen der &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. vermittels eines v&ouml;lkerrechtsfreundlichen und damit zugleich verfassungskonformen Normenverst&auml;ndnisses im Sinne dieses Begehrens auszulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Versto&szlig;en &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. damit aber in gleichheitswidriger Weise gegen vorrangiges V&ouml;lkervertragsrecht, so l&ouml;st dies zugleich einen Versto&szlig; gegen die verfassungsm&auml;&szlig;ige Ordnung aus, die in Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG Handlungsma&szlig;stab und Bindung f&uuml;r die Gesetzgebung ist und woraus dem betroffenen Steuerpflichtigen, hier dem beigeladenen Gesellschafter der Kl&auml;gerin, wiederum aus der allgemeinen Handlungsfreiheit des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG ein subjektives Recht auf Beachtung jener Ordnung erw&auml;chst (s. bereits Senatsbeschluss in BFHE 236, 304; ebenso Frotscher, IStR 2009, 593, und IStR 2009, 866; derselbe, StbJb 2009\/2010, S.&nbsp;151, der insoweit zus&auml;tzlich einen verfassungswidrigen Eingriff in Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 GG anmahnt; s. auch Gosch, IStR 2008, 413).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat ist schlie&szlig;lich der &Uuml;berzeugung, dass die Neuregelungen insoweit nicht dem Rechtsstaatsgebot des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG standhalten, als sie nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;8 EStG 2002 n.F. (nunmehr &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;11 EStG 2009 n.F.) und nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;10 EStG 2009 n.F. r&uuml;ckwirkend anzuwenden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;8 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F., jetzt &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;11 EStG 2009 n.F., ist &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. in allen F&auml;llen anzuwenden, in denen die Einkommen- und K&ouml;rperschaftsteuer noch nicht bestandskr&auml;ftig festgesetzt ist. Nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;10 EStG 2009 n.F. ist auch &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2009 n.F. in allen F&auml;llen anzuwenden, in denen die Einkommen- und K&ouml;rperschaftsteuer noch nicht bestandskr&auml;ftig festgesetzt worden ist. Beide Anwendungsregelungen stehen nebeneinander. Sie stimmen letztlich &uuml;berein und unterscheiden sich in der Wortwahl blo&szlig; in der Zeitform: &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;11 EStG 2009 n.F. begn&uuml;gt sich damit, dass die Einkommen- und K&ouml;rperschaftsteuer noch nicht bestandskr&auml;ftig &quot;festgesetzt ist&quot;, wohingegen &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;10 EStG 2009 n.F. verlangt, dass besagte Steuer noch nicht bestandskr&auml;ftig &quot;festgesetzt worden ist&quot;. Einen sachlichen Grund f&uuml;r diese Unterscheidung erkennt der Senat nicht. Ihm erschlie&szlig;t sich auch nicht der (systematische) Sinn f&uuml;r die gleichzeitige Anwendbarkeit beider Vorschriftenfassungen des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. bzw. EStG 2009 n.F., obschon &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2009 n.F. unter Aufnahme des Regelungsinhalts von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. doch neu gefasst worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Davon abgesehen handelt es sich bei den Regelungsanordnungen bezogen auf den Streitfall (Streitjahr 2000) um sog. echte R&uuml;ckwirkungen. Diese R&uuml;ckwirkungen sind zur &Uuml;berzeugung des Senats nicht zul&auml;ssig; sie verletzen in verfassungsrechtlich nicht hinnehmbarer Weise das in einem Rechtsstaat prinzipiell gesch&uuml;tzte Vertrauen des B&uuml;rgers in die gesetzte Rechtsordnung und widersprechen damit dem Rechtsstaatsgebot des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Rechtsstaatsprinzip und die Grundrechte begrenzen die Befugnis des Gesetzgebers, Rechts&auml;nderungen vorzunehmen, die an Sachverhalte der Vergangenheit ankn&uuml;pfen. Die Verl&auml;sslichkeit der Rechtsordnung ist eine Grundbedingung freiheitlicher Verfassungen (vgl. BVerfG, Urteil vom 5.&nbsp;Februar 2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2029\/01, BVerfGE 109, 133, 180). Dabei findet das R&uuml;ckwirkungsverbot seinen Grund im Vertrauensschutz (vgl. BVerfG, Beschluss vom 15.&nbsp;Oktober 1996&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;44\/92, 1&nbsp;BvL&nbsp;48\/92, BVerfGE 95, 64, 86&nbsp;f.). Das grunds&auml;tzliche Verbot der echten R&uuml;ckwirkung greift daher aber auch nur dann ein, wenn eine gesetzliche Regelung dazu geeignet war, Vertrauen auf ihren Fortbestand in vergangenen Zeitr&auml;umen zu erwecken (vgl. BVerfG, Entscheidung vom 27.&nbsp;Juni 1961&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;26\/58, BVerfGE 13, 39, 45&nbsp;f.; BVerfG, Entscheidung vom 23.&nbsp;M&auml;rz 1971&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;2\/66, 2&nbsp;BvR&nbsp;168\/66, 2&nbsp;BvR&nbsp;196\/66, 2&nbsp;BvR&nbsp;197\/66, 2&nbsp;BvR&nbsp;210\/66, 2&nbsp;BvR&nbsp;472\/66, BVerfGE 30, 367, 389). Entscheidend ist, ob die bisherige Regelung bei objektiver Betrachtung geeignet war, ein Vertrauen der betroffenen Personengruppe auf ihren Fortbestand zu begr&uuml;nden (vgl. BVerfG, Entscheidung vom 20.&nbsp;Oktober 1971&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;757\/66, BVerfGE 32, 111, 123). Die Fundierung im Vertrauensschutz zeichnet zugleich die Grenze des R&uuml;ckwirkungsverbotes vor (vgl. BVerfG, Entscheidung in BVerfGE 32, 111, 123; BVerfG, Beschluss vom 25.&nbsp;Mai 1993&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1509\/91, 1&nbsp;BvR&nbsp;1648\/91, BVerfGE 88, 384, 404; BVerfG, Urteil vom 23.&nbsp;November 1999&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvF&nbsp;1\/94, BVerfGE 101, 239, 266). Dieses greift unter anderem dann nicht ein, wenn sich kein schutzw&uuml;rdiges Vertrauen auf den Bestand des geltenden Rechts f&uuml;r vergangene Zeitr&auml;ume bilden konnte (vgl. BVerfG, Beschluss in BVerfGE 88, 384, 404; BVerfG, Beschluss in BVerfGE 95, 64, 86&nbsp;f.; BVerfG, Urteil in BVerfGE 101, 239, 263), etwa weil die Rechtslage unklar war (vgl. BVerfG, Entscheidung vom 19.&nbsp;Dezember 1961&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;6\/59, BVerfGE 13, 261, 272; BVerfG, Beschluss in BVerfGE 126, 369).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die zu &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;8 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F., jetzt &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;11 EStG 2009 n.F., gegebene Begr&uuml;ndung des Finanzausschusses zum Jahressteuergesetz 2009 rechtfertigt die R&uuml;ckwirkung bezogen auf &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz 1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. damit, die neue Regelung entspr&auml;che der &quot;bisher praktizierten Besteuerung&quot; und diene der &quot;Sicherstellung der steuerlichen Belastungsgleichheit&quot; (BTDrucks 16\/11108, S.&nbsp;23). Angesichts der diametral gegenl&auml;ufigen, langj&auml;hrigen Spruchpraxis des BFH (erstmals in dem Senatsurteil in BFHE 164, 38, BStBl II 1991, 444, und sodann in den nachfolgenden Senatsurteilen in BFHE 178, 74, BStBl II 1995, 683, und in BFHE 200, 521, BStBl II 2003, 631) &uuml;berzeugt das jedoch nicht. Diese Rechtsprechung war geeignet, entsprechendes Vertrauen zu schaffen. Infolge dieser durchg&auml;ngigen Rechtsprechung konnte insbesondere nicht von einer &quot;unklaren Rechtslage&quot; gesprochen werden, die ungeeignet gewesen w&auml;re, entsprechendes Vertrauen des B&uuml;rgers zu bilden. &quot;Unklar&quot; war die Rechtslage allenfalls in dem kurzen &#8211;und im Streitfall unbeachtlichen&#8211; Zeitraum &quot;zwischen&quot; den gesetzlichen Neuregelungen nach &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2009 n.F. Tats&auml;chlich steht der R&uuml;ckwirkung deshalb kein rechtfertigender Entlastungsgrund zur Seite (ebenso z.B. Chr. Schmidt, DStR 2010, 2436; Chr. Korn, DStR 2009, 2366; insoweit anders Frotscher, IStR 2009, 866).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Und Gleiches gilt f&uuml;r &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;10 i.V.m. &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. Dass infolge der Neufassung der Vorschrift durch das Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz lediglich eine &quot;entsprechende Klarstellung des gesetzgeberischen Willens&quot; bewirkt werde, und dass sich in Ermangelung einer &quot;gefestigten, langj&auml;hrigen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung&quot; ein schutzw&uuml;rdiges Vertrauen nicht habe bilden k&ouml;nnen (so BRDrucks 632\/1\/12, S.&nbsp;15, und das aufgreifend Mitschke, FR 2013, 694, 696), &uuml;berzeugt abermals nicht, weil diese Behauptungen die bisherige gefestigte Rechtslage einmal mehr au&szlig;er Acht l&auml;sst. Die R&uuml;ckwirkung l&auml;sst sich auch nicht damit begr&uuml;nden, dass die Neuregelung in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 EStG 2009 n.F. als solche gegen&uuml;ber der Vorg&auml;ngerfassung der Vorschrift in Einzelf&auml;llen &#8211;und so auch im Streitfall&#8211; infolge der nunmehr vorgesehenen Anrechnungsm&ouml;glichkeit im Vergleich zu der vorherigen Regelung f&uuml;r den Steuerpflichtigen weniger belastend wirken kann. Denn allein ausschlaggebend ist, dass durch Satz&nbsp;1 beider Vorschriftenfassungen das jeweils betreffende Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung gleicherma&szlig;en zum Nachteil des Steuerpflichtigen &quot;&uuml;berschrieben&quot; wird (im Ergebnis ebenso z.B. C.&nbsp;Pohl, DB 2013, 1572; Chr. Schmidt, DStR 2013, 1704, 1710).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Schlie&szlig;lich sind beide Fassungen der &Uuml;bergangs- und Anwendungsvorschriften einer etwaigen verfassungskonformen Auslegung nicht zug&auml;nglich; die jeweiligen Regelungen sind nach ihrem Wortlaut vielmehr eindeutig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Entscheidung des Senats<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Anbetracht der hiernach vom Senat angenommenen Verfassungswidrigkeit von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.\/2009 a.F. und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG 2009 n.F. einerseits und &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;8 EStG 2002 n.F.\/EStG 2009 a.F. (nunmehr &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;11 EStG 2009 n.F.) und &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;10 EStG 2009 n.F. andererseits war das Revisionsverfahren gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 GG auszusetzen und ist die Entscheidung des BVerfG &uuml;ber die im Leitsatz formulierten Fragen zur Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der genannten Vorschriften einzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 11.12.2013, I R 4\/13 Tatbestands- und Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von &sect; 50d Abs. 10 EStG 2002\/2009 und der dazu ergangenen &Uuml;bergangsvorschriften &#8211; Auslegung von Doppelbesteuerungsabkommen &#8211; Vorrang der prinzipiellen V&ouml;lkerrechtsfreundlichkeit des GG &#8211; Zul&auml;ssigkeit eines Treaty Override &#8211; Vorlage an das BVerfG Leits&auml;tze 1. 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