{"id":61916,"date":"2014-03-01T11:43:12","date_gmt":"2014-03-01T09:43:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61916"},"modified":"2014-03-01T11:43:12","modified_gmt":"2014-03-01T09:43:12","slug":"viii-r-42-12-kursverluste-bei-hybridanleihen-mit-gestuften-zinsversprechen-ohne-laufzeitbegrenzung-und-ohne-emissionsrendite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-42-12-kursverluste-bei-hybridanleihen-mit-gestuften-zinsversprechen-ohne-laufzeitbegrenzung-und-ohne-emissionsrendite\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;42\/12 &#8211; Kursverluste bei Hybridanleihen mit gestuften Zinsversprechen ohne Laufzeitbegrenzung und ohne Emissionsrendite"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2013, VIII R 42\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Kursverluste bei Hybridanleihen mit gestuften Zinsversprechen ohne Laufzeitbegrenzung und ohne Emissionsrendite<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Kursverluste aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Hybridanleihen mit gestuften Zinsversprechen ohne Laufzeitbegrenzung, die keine Emissionsrendite aufweisen, sind nicht gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 Satz 2 EStG steuerwirksam, da die Vorschrift auf Wertpapiere, bei denen keine Vermengung zwischen Ertrags- und Verm&ouml;gensebene besteht und bei denen eine Unterscheidung zwischen Nutzungsentgelt und Kursgewinn ohne gr&ouml;&szlig;eren Aufwand m&ouml;glich ist, keine Anwendung findet (Fortf&uuml;hrung der Rechtsprechung, vgl. Senatsurteil vom 20. November 2006 VIII R 97\/02, BFHE 216, 79, BStBl II 2007, 555).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten um die steuerliche Behandlung einer sog. Hybridanleihe. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind zusammen zur Einkommensteuer veranlagte Eheleute und erkl&auml;rten in der Anlage KAP zu ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung 2008 u.a. Einnahmen aus festverzinslichen Wertpapieren in H&ouml;he von .\/.&nbsp;32.871 EUR (X-Bank) sowie .\/.&nbsp;4.636&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von den Kl&auml;gern deklarierten negativen Einnahmen stammen aus dem Ansatz einer Marktrendite nach der Ver&auml;u&szlig;erung einer &quot;8,62500&nbsp;% Z&nbsp;AG&nbsp;&#8230;&nbsp;Anleihe&nbsp;&#8230;&quot;. Hierbei handelte es sich um im Jahr 2005 ausgegebene sog. Hybridanleihen ohne feste Laufzeit. Der Zinssatz betrug bis 29.&nbsp;Januar 2013 j&auml;hrlich 8,625&nbsp;%. Die Anlage konnte der Emittent zum 30.&nbsp;Januar 2013 k&uuml;ndigen. Wenn er nicht k&uuml;ndigte, sollte eine variable Verzinsung nach dem 3-Monats-EURIBOR nebst einem Risikoaufschlag von 7,3&nbsp;% gew&auml;hrt werden, was im Zeitpunkt der Wertpapierausgabe einen ab Februar 2013 zu erwartenden Zins von etwa 9,8&nbsp;% bedeutete. Beim Kauf bzw. Verkauf der Anleihe fielen St&uuml;ckzinsen an. Der Anleger konnte die Anleihe jederzeit an der B&ouml;rse verkaufen und dabei Kursgewinne oder Kursverluste erzielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Veranlagung ber&uuml;cksichtigte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zwar Spekulationsverluste gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr g&uuml;ltigen Fassung (EStG), aber keine negative Marktrendite.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit Urteil vom 27.&nbsp;August 2012&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;2474\/10 ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung von &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d EStG. Das FG interpretiere die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zu den sog. Finanzinnovationen nicht richtig. Es m&uuml;sse einen Unterschied machen, ob eine Anleihe Kapitalertr&auml;ge in unterschiedlicher H&ouml;he aus eigenem Recht verspreche oder ob sich unterschiedliche Ertr&auml;ge nur als Reflexwirkung anderweitiger &Auml;nderungen erg&auml;ben, wie z.B. bei reinen EURIBOR-Floatern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene FG-Urteil aufzuheben und die Einkommensteuer 2008 unter &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids 2008 vom 7.&nbsp;April 2010 in der Fassung der Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Mai 2010 soweit herabzusetzen, wie sie sich ergibt, wenn die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus Kapitalverm&ouml;gen aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Z&nbsp;AG&nbsp;&#8230;&nbsp;Anleihen nach den Angaben in der Steuererkl&auml;rung bemessen und Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften mit 0&nbsp;EUR angesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf m&uuml;ndliche Verhandlung haben die Beteiligten &uuml;bereinstimmend verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Sie ist deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die negativen Einnahmen des Kl&auml;gers aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Z&nbsp;AG&nbsp;&#8230;&nbsp;Anleihen sind keine negativen Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c und d EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7, Abs.&nbsp;2 Satz 1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG geh&ouml;ren zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen auch die Einnahmen aus der Ver&auml;u&szlig;erung oder Abtretung von sonstigen Kapitalforderungen, bei denen die H&ouml;he der Ertr&auml;ge von einem ungewissen Ereignis abh&auml;ngt (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c Alternative&nbsp;2 EStG) oder bei denen die Kapitalertr&auml;ge in unterschiedlicher H&ouml;he gezahlt werden (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d Alternative&nbsp;1 EStG), soweit sie der rechnerisch auf die Besitzzeit entfallenden Emissionsrendite entsprechen. Haben die Kapitalforderungen keine Emissionsrendite oder weist der Steuerpflichtige sie nicht nach, gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG der Unterschiedsbetrag zwischen dem Entgelt f&uuml;r den Erwerb und den Einnahmen aus der Ver&auml;u&szlig;erung, Abtretung oder Einl&ouml;sung als Kapitalertrag. Dies gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG entsprechend bei Endf&auml;lligkeit von Kapitalforderungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ob Wertpapiere und Kapitalforderungen dem in &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c und d EStG beschriebenen Typus von Finanzinnovationen zuzuordnen sind, ist anhand der Verh&auml;ltnisse im Zeitpunkt der Emission der Anlage zu pr&uuml;fen. Dies ergibt sich aus dem systematischen Zusammenhang der tatbestandlichen Regelung der steuerbaren Finanzinnovationen in &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EStG mit der Regelung zur H&ouml;he dieser Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 sowie Satz&nbsp;2 EStG. Beide Merkmale, die Typenbeschreibung wie auch die Vorgaben f&uuml;r die Berechnung der steuerbaren Eink&uuml;nfte, bilden zusammen den ma&szlig;geblichen Steuertatbestand. Die gesetzliche Ausrichtung der Besteuerung an der Emissionsrendite bezieht diesen Steuertatbestand auf den Zeitpunkt der Emission. Folglich ist auch die Typenbestimmung auf die Ausgestaltung der fraglichen Wertpapiere oder Kapitalforderungen im Zeitpunkt der Emission zu beziehen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. dazu im Einzelnen mit diversen Nachweisen Senatsurteile vom 13.&nbsp;Dezember 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;62\/04, BFHE 216, 199, BStBl II 2007, 568; vom 20.&nbsp;November 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;97\/02, BFHE 216, 79, BStBl II 2007, 555; vom 11.&nbsp;Juli 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;67\/04, BFHE 215, 86, BStBl II 2007, 553; vom 13.&nbsp;Dezember 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;6\/05, BFHE 216, 206, BStBl II 2007, 571).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als Emissionsrendite ist die vom Emittenten bei der Begebung einer Anlage, d.h. von vornherein zugesagte Rendite zu verstehen, die bis zur Einl&ouml;sung des Papiers oder bis zur Endf&auml;lligkeit einer Kapitalforderung erzielt werden kann (vgl. Senatsurteil in BFHE 216, 199, BStBl II 2007, 568, m.w.N.). Ma&szlig;geblich ist dabei, dass von vornherein eine bezifferbare Rendite versprochen wird, die mit Sicherheit erzielt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach den vorstehend genannten Grunds&auml;tzen haben die hier zu beurteilenden Anleihen keine Emissionsrendite. Sie weisen im Zeitpunkt der Emission bis zum 29.&nbsp;Januar 2013 zwar eine feste Verzinsung von 8,625&nbsp;% j&auml;hrlich auf. Indes war die Anleihe zum 30.&nbsp;Januar 2013 k&uuml;ndbar und im Falle der unterbliebenen K&uuml;ndigung eine variable Verzinsung vorgesehen, die nach dem &#8211;jederzeit nach den Verh&auml;ltnissen des Kapitalmarkts &auml;nderbaren&#8211; 3-Monats-EURIBOR zzgl. eines Risikoaufschlags von 7,3&nbsp;% bemessen war. Grunds&auml;tzlich w&auml;re nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG daher eine Besteuerung nach der Marktrendite geboten (vgl. dazu Senatsurteil in BFHE 216, 79, BStBl II 2007, 555).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Jedoch steht der Gesetzeszweck dem Ansatz der Marktrendite entgegen. Demgem&auml;&szlig; sind die Verluste des Kl&auml;gers aus der Ver&auml;u&szlig;erung der hier zu beurteilenden Z&nbsp;AG&nbsp;&#8230;&nbsp;Anleihen nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG einkommensmindernd zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie der Senat bereits mit Urteil in BFHE 216, 79, BStBl II 2007, 555 entschieden hat, wollte der Gesetzgeber mit der Neufassung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG durch das Missbrauchsbek&auml;mpfungs- und Steuerbereinigungsgesetz vom 21.&nbsp;Dezember 1993 (BGBl I 1993, 2310) nicht jegliche Wertver&auml;nderung im Verm&ouml;gensstamm erfassen, sondern lediglich solche Kapitalanlagen, bei denen an sich steuerpflichtige Zinsertr&auml;ge als steuerfreier Wertzuwachs konstruiert werden (vgl. BTDrucks 12\/5630, S.&nbsp;59). Diese Kapitalanlagen machten sich den Umstand zunutze, dass nach bis dahin g&uuml;ltigem Recht im Privatverm&ouml;gen zwischen steuerpflichtigen Kapitalertr&auml;gen (z.B. Zinsen) und steuerfreien Verm&ouml;gensmehrungen zu unterscheiden war (vgl. BTDrucks 12\/6078, S.&nbsp;116). Der Gesetzgeber wollte sicherstellen, &quot;dass Vorteile, die unabh&auml;ngig von ihrer Bezeichnung und ihrer zivilrechtlichen Gestaltung bei wirtschaftlicher Betrachtung f&uuml;r die &Uuml;berlassung von Kapitalverm&ouml;gen zur Nutzung erzielt werden, zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen geh&ouml;ren&quot; (vgl. BTDrucks 12\/5630, S.&nbsp;59).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der hier zu beurteilenden Z&nbsp;AG&nbsp;&#8230;&nbsp;Anleihe sind diese Besonderheiten nicht gegeben. &Auml;hnlich wie bei &quot;einfachen Floatern&quot; (vgl. dazu Senatsurteil in BFHE 216, 79, BStBl II 2007, 555) gibt es weder verdeckte Zinsertr&auml;ge noch eine Vermengung von Ertrags- und Verm&ouml;gensebene. Der Zinsertrag liegt vielmehr offen und ist ohne jede Schwierigkeit zu ermitteln. Der Unterschied zu &quot;einfachen Floatern&quot; besteht lediglich darin, dass bei der Z&nbsp;AG&nbsp;&#8230;&nbsp;Anleihe zun&auml;chst ein Zeitraum mit einer festen Verzinsung vorgesehen ist, an den sich dann eine variable Verzinsung anschlie&szlig;t, die sich aus dem &#8211;jederzeit ver&auml;nderbaren&#8211; 3-Monats-EURIBOR zzgl. eines festen Risikoaufschlags von 7,3&nbsp;% zusammensetzt. Die H&ouml;he der Verzinsung ist damit entscheidend vom 3-Monats-EURIBOR als Referenzzinssatz abh&auml;ngig; steigt dieser, erh&ouml;ht sich die Verzinsung, f&auml;llt er, erm&auml;&szlig;igt sich die Verzinsung. Dass je nach Kapitalmarktentwicklung mit &Auml;nderungen des Referenzzinssatzes Kursschwankungen verbunden sind, versteht sich von selbst, auch wenn diese durch den festen Risikoaufschlag von 7,3&nbsp;% abgemildert werden. Indes werden Kursver&auml;nderungen bei einer Zwischenver&auml;u&szlig;erung nicht nach &sect;&nbsp;20 EStG erfasst, sondern finden allenfalls im Rahmen des &sect;&nbsp;23 EStG Ber&uuml;cksichtigung. Wenn in derartigen F&auml;llen die laufenden Zinsen stets nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG steuerpflichtig sind, erschlie&szlig;t sich nicht, weshalb bei Zwischenver&auml;u&szlig;erungen Kursgewinne\/-verluste nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG &#8211;anders als bei festverzinslichen Papieren&#8211; Ber&uuml;cksichtigung finden sollten. Denn auf der Grundlage, dass &sect;&nbsp;20 EStG systematisch von der objektiven Unma&szlig;geblichkeit jeglicher Wertver&auml;nderungen der Kapitalanlage, des Verm&ouml;gensstamms, ausgeht, w&auml;re im Streitfall die steuerliche Absch&ouml;pfung von Kursdifferenzen im Rahmen von &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c und d, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG als Abweichung vom Binnensystem des &sect;&nbsp;20 EStG sachlich nicht gerechtfertigt (im Einzelnen dazu Senatsurteil in BFHE 216, 79, BStBl II 2007, 555).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2013, VIII R 42\/12 Kursverluste bei Hybridanleihen mit gestuften Zinsversprechen ohne Laufzeitbegrenzung und ohne Emissionsrendite Leits&auml;tze Kursverluste aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Hybridanleihen mit gestuften Zinsversprechen ohne Laufzeitbegrenzung, die keine Emissionsrendite aufweisen, sind nicht gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 Satz 2 EStG steuerwirksam, da die Vorschrift auf Wertpapiere, bei &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-42-12-kursverluste-bei-hybridanleihen-mit-gestuften-zinsversprechen-ohne-laufzeitbegrenzung-und-ohne-emissionsrendite\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;42\/12 &#8211; Kursverluste bei Hybridanleihen mit gestuften Zinsversprechen ohne Laufzeitbegrenzung und ohne Emissionsrendite<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61916","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61916","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61916"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61916\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61916"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61916"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61916"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}