{"id":61922,"date":"2014-03-01T11:43:08","date_gmt":"2014-03-01T09:43:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61922"},"modified":"2014-03-01T11:43:08","modified_gmt":"2014-03-01T09:43:08","slug":"iii-s-23-13-pkh-verstoss-gegen-den-klaren-inhalt-der-akten-gravierender-rechtsanwendungsfehler-ueberraschungsentscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-s-23-13-pkh-verstoss-gegen-den-klaren-inhalt-der-akten-gravierender-rechtsanwendungsfehler-ueberraschungsentscheidung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;S&nbsp;23\/13&nbsp;(PKH) &#8211; Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten; gravierender Rechtsanwendungsfehler; &Uuml;berraschungsentscheidung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.12.2013, III S 23\/13 (PKH)<\/p>\n<p class=\"titel\">Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten; gravierender Rechtsanwendungsfehler; &Uuml;berraschungsentscheidung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Antragstellerin ist die Mutter von acht Kindern, u.a. einer im Mai 1985 geborenen Tochter (T) und eines im Mai 1985 geborenen Sohnes (S). Sie ist kongolesische Staatsangeh&ouml;rige und lebt seit dem 16.&nbsp;M&auml;rz 2000 in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland), wo ihr am 8.&nbsp;Februar 2005 eine Aufenthaltserlaubnis gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;5 des Aufenthaltsgesetzes erteilt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 29.&nbsp;Dezember 2010 lehnte die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) eine Kindergeldfestsetzung f&uuml;r S f&uuml;r den Zeitraum August 2005 bis Juni 2008 ab. Im hiergegen gef&uuml;hrten Einspruchsverfahren erging ein weiterer Bescheid vom 19.&nbsp;Januar 2011, in dem u.a. der Kindergeldanspruch f&uuml;r S und T bis einschlie&szlig;lich Oktober 2006 abgelehnt wurde. Die gegen beide Bescheide eingelegten Einspr&uuml;che wies die Familienkasse mit Einspruchsentscheidung vom 13.&nbsp;April 2011 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Zur Begr&uuml;ndung verwies sie darauf, dass die Kl&auml;gerin die besonderen Anspruchsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) nicht erf&uuml;llt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die dagegen gerichtete Klage u.a. f&uuml;r die Kinder S und T f&uuml;r den Zeitraum von Juli 2005 bis Dezember 2005 als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen legte die Kl&auml;gerin eine auf die Kindergeldfestsetzung f&uuml;r die Kinder S und T f&uuml;r den Zeitraum Juli 2005 bis Dezember 2005 beschr&auml;nkte Beschwerde ein (Az.&nbsp;III&nbsp;B&nbsp;76\/13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zugleich beantragte sie ihr f&uuml;r das Beschwerdeverfahren Prozesskostenhilfe (PKH) zu bewilligen und ihr ihren Prozessbevollm&auml;chtigten als Vertreter beizuordnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Erkl&auml;rung &uuml;ber die pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse legte die Kl&auml;gerin vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Antrag auf Bewilligung von PKH wird abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;142 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect;&nbsp;114 der Zivilprozessordnung erh&auml;lt eine Partei, die nach ihren pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen die Kosten der Prozessf&uuml;hrung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, auf Antrag PKH, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. Ist, wie im Streitfall, das Ziel der Rechtsverfolgung die Zulassung der Revision gegen ein finanzgerichtliches Urteil und hat der Beteiligte bereits durch eine vor dem Bundesfinanzhof (BFH) zur Vertretung berechtigte Person als Bevollm&auml;chtigten fristgerecht Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt und diese auch fristgerecht begr&uuml;ndet, erstreckt sich die gebotene summarische Pr&uuml;fung der Erfolgsaussichten durch den BFH darauf, ob ein Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO in der Beschwerdeschrift ordnungsgem&auml;&szlig; dargelegt ist und vorliegt (BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2005 X&nbsp;S&nbsp;10\/05, juris; Gr&auml;ber\/ Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;142 Rz&nbsp;83; Schwarz in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;142 FGO Rz&nbsp;30a&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall kann PKH schon deshalb nicht gew&auml;hrt werden, weil die Nichtzulassungsbeschwerde keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet. Der angerufene Senat vermag bei der gebotenen, aber auch ausreichenden summarischen Pr&uuml;fung keinen hinl&auml;nglichen Grund i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 und 3 FGO zu erkennen, der eine Zulassung der Revision rechtfertigen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit die Kl&auml;gerin vortr&auml;gt, das FG habe zu Unrecht nicht ber&uuml;cksichtigt, dass sie im Streitzeitraum die Voraussetzungen f&uuml;r den Bezug von Kindergeld erf&uuml;llt habe, weil sie vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2004 bis 31.&nbsp;M&auml;rz 2006 bei einer Besch&auml;ftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft besch&auml;ftigt gewesen sei und anschlie&szlig;end f&uuml;r mindestens ein Jahr Anspruch auf Arbeitslosengeld&nbsp;I gehabt habe, hat sie die Voraussetzungen f&uuml;r die Zulassung der Revision bereits nicht hinreichend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Vorbringen der Kl&auml;gerin erf&uuml;llt nicht die Voraussetzungen einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Bezeichnung eines Verfahrensmangels i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) In der Behauptung der Kl&auml;gerin, das FG habe seiner Entscheidung einen falschen Sachverhalt zugrunde gelegt, k&ouml;nnte allenfalls die R&uuml;ge eines Versto&szlig;es gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO gesehen werden. Die Nichtber&uuml;cksichtigung von Umst&auml;nden, die richtigerweise &#8211;ausgehend von der materiell-rechtlichen Auffassung des Gerichts&#8211; in die Beweisw&uuml;rdigung h&auml;tten einflie&szlig;en m&uuml;ssen, kann verfahrensfehlerhaft sein, wenn das FG Teile des Gesamtergebnisses des Verfahrens unber&uuml;cksichtigt l&auml;sst oder seiner Sachaufkl&auml;rungspflicht nicht nachkommt. Insbesondere sind der Inhalt der vorgelegten Akten und das Vorbringen der Prozessbeteiligten (quantitativ) vollst&auml;ndig und (qualitativ) einwandfrei zu ber&uuml;cksichtigen. Das FG darf bei seiner &Uuml;berzeugungsbildung nicht eine nach Aktenlage feststehende Tatsache unber&uuml;cksichtigt lassen oder bei seiner Entscheidung vom Nichtvorliegen einer solchen Tatsache ausgehen &#8211; sog. Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten. Ein Versto&szlig; gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO liegt hingegen nicht bereits deshalb vor, weil das FG den ihm vorliegenden Akteninhalt nicht entsprechend den kl&auml;gerischen Vorstellungen gew&uuml;rdigt hat oder die W&uuml;rdigung fehlerhaft erscheint. Insoweit handelt es sich um materiell-rechtliche Fehler, nicht indes um einen Verfahrensversto&szlig; (vgl. BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Januar 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;113\/05, BFH\/NV 2006, 803, m.w.N.). Insbesondere m&uuml;ssen f&uuml;r eine ordnungsgem&auml;&szlig;e R&uuml;ge eines Versto&szlig;es gegen den klaren Inhalt der Akten aber die Aktenteile, die das FG nach Ansicht des Beschwerdef&uuml;hrers nicht ber&uuml;cksichtigt haben soll, genau bezeichnet und die sich daraus ergebenden wesentlichen Tatumst&auml;nde benannt werden (vgl. BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;April 2004 V&nbsp;B&nbsp;43\/03, BFH\/NV 2004, 1303, m.w.N.; Senatsbeschluss vom 12.&nbsp;Oktober 2012 III&nbsp;B&nbsp;212\/11, BFH\/NV 2013, 78, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Diesen Anforderungen entspricht die Beschwerdebegr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin nicht. Die Kl&auml;gerin hat kein schriftliches oder protokolliertes Vorbringen hinreichend genau bezeichnet, welches dem vom FG zugrunde gelegten Sachverhalt widerspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Des Weiteren hat die Kl&auml;gerin mit dem Vorbringen, die Revision sei zuzulassen, weil das angegriffene Urteil insoweit an gravierenden Rechtsanwendungsfehlern leide, auch die Voraussetzungen eines Zulassungsgrundes nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO nicht schl&uuml;ssig dargetan.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Die Revision ist hiernach zwar zuzulassen, wenn die Entscheidung des FG greifbar gesetzwidrig ist. Die Annahme einer greifbar gesetzwidrigen Entscheidung muss aber auf ganz ungew&ouml;hnliche Fallgestaltungen beschr&auml;nkt bleiben. So kann eine greifbare Gesetzwidrigkeit bejaht werden, wenn eine Entscheidung jeglicher gesetzlichen Grundlage entbehrt, auf einer Gesetzesauslegung beruht, die offensichtlich Wortlaut und Gesetzeszweck widerspricht und die eine Gesetzesanwendung zur Folge hat, die durch das Gesetz ersichtlich ausgeschlossen werden sollte, oder wenn das FG eine offensichtlich einschl&auml;gige entscheidungserhebliche Vorschrift &uuml;bersehen hat oder eine solche Vorschrift v&ouml;llig unvertretbar ausgelegt hat. Nur in solchen F&auml;llen beruht das angegriffene Urteil auf einem gravierenden, unertr&auml;glichen und au&szlig;erdem offensichtlichen, d.h. ohne Weiteres erkennbaren Rechtsversto&szlig; (Senatsbeschluss vom 16.&nbsp;August 2013 III&nbsp;B&nbsp;28\/12, BFH\/NV 2013, 1936, m.w.N.). Diese besonderen Umst&auml;nde sind in der Beschwerdeschrift substantiiert darzulegen, insbesondere der schwerwiegende Fehler, seine Offensichtlichkeit sowie seine Korrekturm&ouml;glichkeit im Revisionsverfahren (Senatsbeschluss vom 12.&nbsp;November 2012 III&nbsp;B&nbsp;186\/11, BFH\/NV 2013, 236). Unterhalb dieser Schwelle liegende &#8211;ggf. auch erhebliche&#8211; Rechtsfehler reichen dagegen nicht aus (BFH-Beschluss vom 16.&nbsp;Mai 2012 IV&nbsp;B&nbsp;48\/11, BFH\/NV 2012, 1462).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Den dargestellten Erfordernissen gen&uuml;gt der Vortrag der Kl&auml;gerin nicht. Vielmehr ergibt sich aus dem Vortrag, wonach das FG zu Unrecht ein im Streitzeitraum bestehendes Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis und einen im Anschluss daran gegebenen Anspruch auf Arbeitslosengeld&nbsp;I nicht ber&uuml;cksichtigt habe, nur der Vorwurf einer fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung durch das FG. Auch soweit die Kl&auml;gerin dar&uuml;ber hinaus vorgetragen hat, die Entscheidung des FG sei schon deshalb fehlerhaft, weil die Familienkasse f&uuml;r den Streitzeitraum hinsichtlich anderer Kinder der Kl&auml;gerin eine Kindergeldfestsetzung vorgenommen habe, hat sie damit keinen offensichtlichen schwerwiegenden Rechtsfehler geltend gemacht. Vielmehr ergibt sich daraus allenfalls, dass Familienkasse und FG f&uuml;r den Streitzeitraum das Vorliegen bestimmter Tatbestandsmerkmale unterschiedlich beurteilt haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ebenso wenig liegen die Voraussetzungen f&uuml;r die Zulassung der Revision vor, soweit die Kl&auml;gerin vortr&auml;gt, das FG habe zu Unrecht nicht ber&uuml;cksichtigt, dass die Kinder S und T im Streitzeitraum die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG f&uuml;r den Bezug von Kindergeld erf&uuml;llt h&auml;tten, weil sie sich in Ausbildung befunden und Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge unterhalb des gesetzlichen Grenzbetrags gehabt h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Revision ist nicht wegen des Vorliegens eines Verfahrensmangels (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Soweit die Kl&auml;gerin vortr&auml;gt, das FG habe bei seiner Entscheidung nicht ber&uuml;cksichtigt, dass sich die Kinder S und T w&auml;hrend des gesamten Streitzeitraums in einem Ausbildungsverh&auml;ltnis befunden h&auml;tten, fehlt es im Hinblick auf eine darin zu erblickende R&uuml;ge eines Versto&szlig;es gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO an Darlegungen dazu, welche konkreten Aktenteile das FG nicht ber&uuml;cksichtigt haben soll. Hinsichtlich der bis Juli 2005 andauernden Schulausbildung beider Kinder und der sich daran anschlie&szlig;enden Ausbildung des S zum &#8230; f&uuml;hrt die Kl&auml;gerin vielmehr selbst aus, dass sie im FG-Urteil ber&uuml;cksichtigt worden seien. In welchem Zusammenhang dem FG der im Beschwerdeverfahren vorgelegte Praktikantenvertrag der T zur Kenntnis gebracht worden sein soll, f&uuml;hrt die Kl&auml;gerin indes nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso wird aus dem Vorbringen der Kl&auml;gerin nicht deutlich, aus welchen Aktenteilen sich eine vollst&auml;ndige Darstellung der f&uuml;r den Streitzeitraum ma&szlig;geblichen Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge der beiden Kinder ergeben soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Nach Aktenlage hat das FG auch nicht den Anspruch der Kl&auml;gerin auf rechtliches Geh&ouml;r durch Erlass einer sog. &Uuml;berraschungsentscheidung verletzt. Eine &Uuml;berraschungsentscheidung liegt vor, wenn das FG sein Urteil auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielzahl vertretbarer Auffassungen nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlung nicht rechnen musste (BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;April 2002 X&nbsp;B&nbsp;56\/01, BFH\/NV 2002, 947). Danach liegt im Streitfall keine &Uuml;berraschungsentscheidung vor. Die sachkundig vertretene Kl&auml;gerin war gehalten, alle vertretbaren rechtlichen Gesichtspunkte von sich aus in Betracht zu ziehen und ihren Vortrag darauf einzurichten (vgl. BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Dezember 2006 IX&nbsp;B&nbsp;50\/06, BFH\/NV 2007, 1135, m.w.N.). Hierzu z&auml;hlt auch die im Rahmen des Kindergeldanspruchs f&uuml;r vollj&auml;hrige Kinder regelm&auml;&szlig;ig zu pr&uuml;fende und allein aus der Sph&auml;re der Kl&auml;gerin zu beantwortende Frage, ob w&auml;hrend des gesamten Anspruchszeitraums ein besonderer Ber&uuml;cksichtigungstatbestand nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG und eine diese Ber&uuml;cksichtigung ausschlie&szlig;ende &Uuml;berschreitung des Eink&uuml;nfte- und Bez&uuml;gegrenzbetrags nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG vorgelegen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Aus den vorstehend unter bbb) genannten Gr&uuml;nden liegt auch der behauptete Versto&szlig; gegen die gerichtliche Hinweispflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 FGO) nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine greifbare Gesetzwidrigkeit hat die Kl&auml;gerin bereits nicht hinreichend dargelegt. Vielmehr ergibt sich aus dem Vortrag, wonach das FG zu Unrecht nicht ber&uuml;cksichtigt habe, dass sich T in einem Praktikantenverh&auml;ltnis befunden habe und die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge der Kinder S und T im Streitzeitraum den gesetzlichen Grenzbetrag des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG nicht &uuml;berschritten h&auml;tten, allenfalls der Vorwurf einer fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung durch das FG und kein gravierender Rechtsanwendungsfehler.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine Kostenentscheidung ist nicht zu treffen. Gerichtsgeb&uuml;hren sind nicht entstanden, weil das Kostenverzeichnis hierf&uuml;r keinen Geb&uuml;hrentatbestand vorsieht (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 i.V.m. Anlage&nbsp;1 Teil&nbsp;6 GKG; Gr&auml;ber\/Stapperfend, a.a.O., &sect;&nbsp;142 Rz&nbsp;93).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.12.2013, III S 23\/13 (PKH) Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten; gravierender Rechtsanwendungsfehler; &Uuml;berraschungsentscheidung Tatbestand 1&nbsp; I. Die Antragstellerin ist die Mutter von acht Kindern, u.a. einer im Mai 1985 geborenen Tochter (T) und eines im Mai 1985 geborenen Sohnes (S). 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