{"id":61924,"date":"2014-03-01T11:43:23","date_gmt":"2014-03-01T09:43:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61924"},"modified":"2014-03-01T11:43:23","modified_gmt":"2014-03-01T09:43:23","slug":"iii-b-98-13-familienleistungsausgleich-guenstigerpruefung-bei-mehrfacher-haushaltsaufnahme-des-kindes-revision-zur-sicherung-einer-einheitlichen-rechtsprechung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-98-13-familienleistungsausgleich-guenstigerpruefung-bei-mehrfacher-haushaltsaufnahme-des-kindes-revision-zur-sicherung-einer-einheitlichen-rechtsprechung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;98\/13 &#8211; Familienleistungsausgleich; G&uuml;nstigerpr&uuml;fung bei mehrfacher Haushaltsaufnahme des Kindes &#8211; Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.12.2013, III B 98\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Familienleistungsausgleich; G&uuml;nstigerpr&uuml;fung bei mehrfacher Haushaltsaufnahme des Kindes &#8211; Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat zwei minderj&auml;hrige Kinder. Er lebt seit 2001 von der Kindesmutter getrennt. Die Betreuung der Kinder erfolgte im Streitjahr 2007 jeweils zur H&auml;lfte in dem Haushalt der Mutter und in dem Haushalt des Kl&auml;gers. Wegen seiner Betreuungsleistungen zahlt der Kl&auml;ger keinen Barkindesunterhalt an die Kindesmutter. Aufgrund entsprechender Berechtigtenbestimmung durch die Eltern erhielt das Kindergeld die Kindesmutter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gew&auml;hrte dem Kl&auml;ger mit Bescheid vom 22.&nbsp;Oktober 2008 f&uuml;r jedes der beiden Kinder die Freibetr&auml;ge nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in H&ouml;he von 2.904&nbsp;EUR (1.824&nbsp;EUR Kinderfreibetrag zzgl. 1.080&nbsp;EUR Freibetrag f&uuml;r den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf). Zugleich rechnete es f&uuml;r jedes Kind den h&auml;lftigen Anspruch auf Kindergeld (154&nbsp;EUR x 12 : 2 = 924&nbsp;EUR) der unter Abzug dieser Freibetr&auml;ge ermittelten tariflichen Einkommensteuer hinzu. Den u.a. gegen diese Hinzurechnung des h&auml;lftigen Kindergeldes gerichteten Einspruch wies das FA in diesem Punkt mit Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;Juli 2009 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die dagegen gerichtete Klage als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO) und wegen Verfahrensm&auml;ngeln (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet, soweit sie &uuml;berhaupt den Darlegungserfordernissen nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gen&uuml;gt. Sie wird durch Beschluss zur&uuml;ckgewiesen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Rechtsfrage ist grunds&auml;tzlich bedeutsam, wenn ihre Beantwortung durch den Bundesfinanzhof (BFH) aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Dabei muss es sich um eine aus rechtssystematischen Gr&uuml;nden bedeutsame Frage handeln, die kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im zu erwartenden Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;April 2010 IV&nbsp;B&nbsp;32\/09, BFH\/NV 2010, 1469). Eine Rechtsfrage ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, wenn sie sich ohne Weiteres aus dem Gesetz beantworten l&auml;sst oder wenn sie bereits durch die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung hinreichend gekl&auml;rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung durch den BFH erforderlich machen (z.B. Senatsbeschluss vom 1.&nbsp;Februar 2013 III&nbsp;B&nbsp;222\/11, BFH\/NV 2013, 727).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger h&auml;lt die Rechtsfrage f&uuml;r grunds&auml;tzlich bedeutsam, ob bei getrennt lebenden Sorgeberechtigten, die gemeinsame Kinder haben und diese in beiden Haushalten betreuen (z.B. Doppelresidenz\/Wechselmodell), die Hinzurechnung von Kindergeld ebenfalls nur vom diesbez&uuml;glichen Anspruch oder nur von der an den jeweiligen Elternteil bewirkten Auszahlung abh&auml;ngig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Diese Rechtsfrage ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, da sie sich ohne Weiteres aus dem Gesetz beantworten l&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;31 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung wird die steuerliche Freistellung eines Einkommensbetrags in H&ouml;he des Existenzminimums eines Kindes einschlie&szlig;lich der Bedarfe f&uuml;r Betreuung und Erziehung oder Ausbildung im gesamten Veranlagungszeitraum entweder durch die Freibetr&auml;ge nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG oder durch Kindergeld nach &sect;&sect;&nbsp;62&nbsp;ff. EStG bewirkt (&sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;1 EStG). Bewirkt der Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r den gesamten Veranlagungszeitraum die nach &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;1 EStG gebotene steuerliche Freistellung nicht vollst&auml;ndig und werden deshalb bei der Veranlagung zur Einkommensteuer die Freibetr&auml;ge nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG vom Einkommen abgezogen, erh&ouml;ht sich die unter Abzug dieser Freibetr&auml;ge ermittelte tarifliche Einkommensteuer um den Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r den gesamten Veranlagungszeitraum; bei nicht zusammenveranlagten Eltern wird der Kindergeldanspruch im Umfang des Kinderfreibetrags angesetzt (&sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;4 EStG). Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet und scheidet deshalb nach &sect;&sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1, 26b EStG die M&ouml;glichkeit einer Zusammenveranlagung aus, erh&auml;lt jeder Elternteil einen (einfachen) Kinderfreibetrag (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 EStG wird f&uuml;r jedes Kind nur einem Berechtigten Kindergeld gezahlt. Bei mehreren Berechtigten wird das Kindergeld demjenigen gezahlt, der das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat (&sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG). Ist ein Kind getrennt lebender Eltern &#8211;wie im Streitfall vom FG festgestellt&#8211; in ann&auml;hernd gleichem zeitlichen Umfang in den Haushalt beider Elternteile aufgenommen, ist das Kindergeld in analoger Anwendung des &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 bis 4 EStG demjenigen zu zahlen, den die Eltern untereinander bestimmt haben (Senatsurteil vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 III&nbsp;R&nbsp;91\/03, BFHE 209, 338, BStBl II 2008, 752).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der gesetzlichen Regelung fallen somit bei nicht verheirateten Elternteilen Kindergeld und Kinderfreibetrag insoweit auseinander, als ersteres nur einem Elternteil gew&auml;hrt werden kann, letzterer aber beiden Elternteilen in gleicher H&ouml;he zusteht. Da &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;4 Halbsatz&nbsp;2 EStG vorsieht, dass bei nicht zusammenveranlagten Eltern &quot;der Kindergeldanspruch im Umfang des Kinderfreibetrags angesetzt&quot; wird, folgt daraus notwendigerweise, dass mit der h&auml;lftigen Zuordnung des gesamten f&uuml;r das Kind anzusetzenden Kinderfreibetrags auch eine h&auml;lftige Zuordnung des Kindergeldanspruchs einher geht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch die vom Kl&auml;ger gegen die gesetzliche Regelung vorgebrachten, auf die Verletzung von Verfassungsrecht und der Europ&auml;ischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4.&nbsp;November 1950 (BGBl II 1952, 686) gest&uuml;tzten Einwendungen rechtfertigen eine Revisionszulassung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat die Vorg&auml;ngervorschriften des im Streitjahr geltenden &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;4 EStG, die vormaligen &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;5 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;2 EStG (in der im Veranlagungszeitraum 2001 geltenden Fassung), die &#8211;entsprechend der Forderung des Kl&auml;gers&#8211; noch eine &quot;Zahlung&quot; des Kindergeldes an den Steuerpflichtigen voraussetzten, an dem aus Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) i.V.m. Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;1, Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG abzuleitenden Gebot der steuerlichen Verschonung des Existenzminimums des Steuerpflichtigen und seiner unterhaltsberechtigten Familie gemessen und f&uuml;r verfassungsrechtlich unbedenklich befunden (BVerfG-Beschluss vom 13.&nbsp;Oktober 2009&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;3\/05, BVerfGE 124, 282). Danach hat der Staat das Einkommen des B&uuml;rgers insoweit steuerfrei zu stellen, als dieser es zur Schaffung der Mindestvoraussetzungen eines menschenw&uuml;rdigen Daseins f&uuml;r sich und seine Familie ben&ouml;tigt. Gekl&auml;rt ist insoweit auch, dass der Gesetzgeber in verfassungskonformer Weise die gebotene Verschonung des kindbedingten Existenzminimums dadurch bewirken kann, dass das Einkommen des Steuerpflichtigen um die Freibetr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG vermindert wird und das Kindergeld &#8211;zur Vermeidung einer doppelten Ber&uuml;cksichtigung des Kindesexistenzminimums&#8211; nach Durchf&uuml;hrung der sog. G&uuml;nstigerpr&uuml;fung ggf. zur&uuml;ckgew&auml;hrt wird. Insoweit hat das BVerfG sogar den nach der fr&uuml;heren Gesetzesfassung erforderlichen &quot;Zufluss&quot; des Kindergeldes bei dem barunterhaltspflichtigen Elternteil bejaht, obwohl dieser Elternteil weder Kindergeldberechtigter war noch ihm ein zivilrechtlicher Ausgleichsanspruch auf das h&auml;lftige Kindergeld zustand (im Urteilsfall nach &sect;&nbsp;1612b Abs.&nbsp;5 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs a.F. wegen Vorliegens eines Mangelfalles). Ausreichend erschien dem BVerfG vielmehr, dass das Kindergeld &uuml;ber die zivilrechtliche Verteilung der Unterhaltslasten letztlich das Kindesexistenzminimum angemessen abdeckte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies zugrunde gelegt, wird aus dem Vorbringen des Kl&auml;gers nicht erkennbar, weshalb die nach Wortlaut, historischem Willen des Gesetzgebers und Gesetzeszweck (s. hierzu BTDrucks 15\/1945, S.&nbsp;8&nbsp;f. und BTDrucks 15\/1798, S.&nbsp;2) eindeutig nur noch auf den &quot;Kindergeldanspruch&quot; abstellende Regelung des &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;4 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung den verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht gen&uuml;gen sollte, weil sie die Verrechnung des h&auml;lftigen Kindergeldes nicht an eine tats&auml;chliche Verf&uuml;gungsmacht hier&uuml;ber kn&uuml;pft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Soweit der Kl&auml;ger den mit &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;4 EStG verfolgten Verwaltungsvereinfachungseffekt in Zweifel zieht und statt der gesetzlichen Regelung einen Informationsaustausch zwischen Familienkassen und Finanz&auml;mtern anmahnt, ist zum einen darauf hinzuweisen, dass hierf&uuml;r bereits eine Abstimmung vorgesehen ist (s. &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;4 des Finanzverwaltungsgesetzes und R 31 Abs.&nbsp;4 der Einkommensteuer-Richtlinien 2012). Zum anderen ist der vom Gesetzgeber verfolgte Vereinfachungszweck insbesondere im Hinblick auf F&auml;lle, in denen die Eltern des Kindes getrennt leben, legitim, weil dadurch das Besteuerungsverfahren von der im Kindergeldverfahren h&auml;ufig umstrittenen Frage, welchem Elternteil das Kindergeld zusteht, entlastet wird. Soweit der Kl&auml;ger &uuml;berdies vortr&auml;gt, Gesichtspunkte der Verwaltungspraktikabilit&auml;t k&ouml;nnten nach der Rechtsprechung des BVerfG nur in engen Grenzen Ungleichheiten im Bereich sozialer Leistungen rechtfertigen, wird bereits nicht deutlich, worin er in der angegriffenen Steuerfestsetzung eine solche soziale Leistung erblickt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Kein Zulassungsgrund ergibt sich auch aus dem Vorbringen, wonach das aus Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG folgende Elternrecht dadurch verletzt sei, dass der Kl&auml;ger zur Vermeidung einer Kindergeldanrechnung ohne tats&auml;chliche Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber das Kindergeld auf einen zivilrechtlichen Ausgleichsanspruch gegen die Kindesmutter verwiesen wird. Zum einen hat das BVerfG in BVerfGE 124, 282 keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen den im Veranlagungszeitraum 2001 geltenden &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;5 EStG erkennen lassen, der ausdr&uuml;cklich noch eine Verrechnung des im Wege zivilrechtlicher Ausgleichsanspr&uuml;che zustehenden Kindergeldes vorsah. Zum anderen kann der Kl&auml;ger im Falle der hier vorliegenden gleichwertigen Aufnahme in zwei Haushalte eine h&auml;lftige Auszahlung des Kindergeldes an sich auch dadurch erreichen, dass er die Zustimmung zur Kindergeldberechtigung der Kindesmutter nur dann und solange erteilt, als diese das Kindergeld zur H&auml;lfte an ihn auskehrt, oder dadurch, dass sich die Eltern abwechselnd zum vorrangig Kindergeldberechtigten bestimmen (z.B. 1.&nbsp;Halbjahr: Kindesmutter, 2.&nbsp;Halbjahr: Kindesvater). Alternativ kann das Kindergeld auch auf den im Wechselmodell meist notwendigen Barunterhalt (s. hierzu Urteil des Bundesgerichtshofs vom 21.&nbsp;Dezember 2005 XII&nbsp;ZR&nbsp;126\/03, Neue Juristische Wochenschrift 2006, 2258) angerechnet werden, was im Streitfall nach der vorliegenden Einkommensteuererkl&auml;rung des Kl&auml;gers m&ouml;glicherweise bereits dadurch geschehen ist, dass die Kindesmutter aus dem Kindergeld die Hortkosten der Kinder allein getragen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ddd) Schlie&szlig;lich ist auch eine Verletzung der Art.&nbsp;8 und 14 EMRK nicht ersichtlich. Weder aus dem Vortrag des Kl&auml;gers noch anderweitig ergibt sich, dass der Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens (Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 EMRK) und das Diskriminierungsverbot (Art.&nbsp;14 EMRK) nach der bisherigen Rechtsprechung des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r Menschenrechte durch die in &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;4 EStG vorgesehene Verrechnung von Kindergeld verletzt sein k&ouml;nnte. Soweit der Kl&auml;ger sich &uuml;berdies dagegen wendet, dass er das Kindergeld auch nicht anteilig erhalte, befindet er sich mit seiner Argumentation au&szlig;erhalb des vorliegenden Verfahrens, das sich nur mit dem angegriffenen Einkommensteuerbescheid befasst. Im &Uuml;brigen gelten die vorstehenden Ausf&uuml;hrungen zur Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Regelung entsprechend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alt. FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung setzt voraus, dass das FG in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Gerichts abgewichen ist, dass dabei &uuml;ber dieselbe Rechtsfrage entschieden wurde und diese f&uuml;r beide Entscheidungen rechtserheblich war, dass die Entscheidungen zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sind, dass die abweichend beantwortete Rechtsfrage im Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden kann und dass eine Entscheidung des BFH zur Wahrung der Rechtseinheit erforderlich ist (z.B. BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2010 IV&nbsp;B&nbsp;131\/08, BFH\/NV 2010, 1487). Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer solchen Abweichungsr&uuml;ge muss der Beschwerdef&uuml;hrer u.a. tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen FG-Urteil einerseits und aus den behaupteten, mit Datum sowie Aktenzeichen und\/oder Fundstelle bezeichneten Divergenzentscheidungen andererseits herausarbeiten und einander gegen&uuml;berstellen, um so die behauptete Abweichung zu verdeutlichen (z.B. Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2011 III&nbsp;B&nbsp;76\/10, BFH\/NV 2011, 981).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insoweit hat der Kl&auml;ger bereits den Darlegungsanforderungen nicht gen&uuml;gt (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ebenso hat der Kl&auml;ger keine Umst&auml;nde dargelegt, die auf einen Verfahrensfehler i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO hindeuten k&ouml;nnten. Vielmehr r&uuml;gt der Kl&auml;ger, soweit er im Schriftsatz vom 20.&nbsp;Dezember 2013 vortr&auml;gt, das FG habe sich nicht mit seinem Vortrag auseinandergesetzt, wonach das der Kindesmutter ausgezahlte Kindergeld ihm in keiner Weise als Einkommen zur Verf&uuml;gung gestanden habe, im Kern nur eine Verletzung des materiellen Rechts. Hierauf kann die Zulassung der Revision nicht gest&uuml;tzt werden. Im &Uuml;brigen w&auml;re dieses Vorbringen schon deshalb unbeachtlich, weil es erstmals in einem nach Ablauf der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO) eingegangenen Schriftsatz enthalten war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.12.2013, III B 98\/13 Familienleistungsausgleich; G&uuml;nstigerpr&uuml;fung bei mehrfacher Haushaltsaufnahme des Kindes &#8211; Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat zwei minderj&auml;hrige Kinder. Er lebt seit 2001 von der Kindesmutter getrennt. Die Betreuung der Kinder erfolgte im Streitjahr 2007 jeweils zur H&auml;lfte in dem Haushalt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-98-13-familienleistungsausgleich-guenstigerpruefung-bei-mehrfacher-haushaltsaufnahme-des-kindes-revision-zur-sicherung-einer-einheitlichen-rechtsprechung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;98\/13 &#8211; Familienleistungsausgleich; G&uuml;nstigerpr&uuml;fung bei mehrfacher Haushaltsaufnahme des Kindes &#8211; Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61924","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61924","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61924"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61924\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61924"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61924"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61924"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}