{"id":61925,"date":"2014-03-01T11:43:26","date_gmt":"2014-03-01T09:43:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61925"},"modified":"2014-03-01T11:43:26","modified_gmt":"2014-03-01T09:43:26","slug":"iii-b-84-12-beratervertrag-zwischen-nahen-angehoerigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-84-12-beratervertrag-zwischen-nahen-angehoerigen\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;84\/12 &#8211; Beratervertrag zwischen nahen Angeh&ouml;rigen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.12.2013, III B 84\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Beratervertrag zwischen nahen Angeh&ouml;rigen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) betrieb in den Streitjahren eine Steuerberaterkanzlei. Die Beigeladene, eine Rechtsanw&auml;ltin, ist seine Tochter. Beide schlossen am 1.&nbsp;Januar 2003 eine &quot;Beratervertrag&quot; genannte Vereinbarung, nach deren &sect;&nbsp;1 der Kl&auml;ger der Beigeladenen die rechtliche und steuerliche Beratung im gesamten Bereich der Kanzlei &uuml;bertr&auml;gt. Weiter hei&szlig;t es, dass Gegenstand des Vertrages nicht die Erbringung eines bestimmten Erfolges, sondern das auftragsm&auml;&szlig;ige T&auml;tigwerden sei. Nach &sect;&nbsp;2 betr&auml;gt das Honorar f&uuml;r die T&auml;tigkeit 30.000&nbsp;EUR pro Jahr. Die Vereinbarung enth&auml;lt weitere Regelungen, die u.a. den Auslagenersatz, die Stellung eines PKW f&uuml;r Dienstreisen und eine Haftungsbegrenzung der Beigeladenen als Auftragnehmerin betreffen. Eine Regelung f&uuml;r die Zahlung von Vorabverg&uuml;tungen oder Teilleistungen besteht nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte den Beratervertrag nicht an und lie&szlig; die aufgrund des Vertrages vom Kl&auml;ger geleisteten Zahlungen nicht zum Betriebsausgabenabzug zu. Die Klage blieb erfolglos. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, dass der Beratervertrag im Hinblick auf die Regelungen zum Vertragsgegenstand, der Verg&uuml;tung und der Haftung einem Fremdvergleich nicht standhalte. Au&szlig;erdem sei nicht feststellbar, dass der Vertrag tats&auml;chlich wie unter fremden Dritten durchgef&uuml;hrt worden sei. So seien 30.000&nbsp;EUR &uuml;bersteigende Jahresnettozahlungen und Teilzahlungen erfolgt, was der Vertrag aber nicht vorsehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Nichtzulassungsbeschwerde r&uuml;gt der Kl&auml;ger Verfahrensfehler i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Vorentscheidung verst&ouml;&szlig;t gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz 1 FGO. Das FG hat nicht den gesamten konkretisierten Prozessstoff seiner Entscheidung zugrunde gelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz 1 FGO entscheidet das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung. Das FG ist hiernach insbesondere verpflichtet, den Inhalt der vorgelegten Akten und den Vortrag der Verfahrensbeteiligten (quantitativ) vollst&auml;ndig und (qualitativ) einwandfrei zur Kenntnis zu nehmen und bei der Urteilsfindung zu ber&uuml;cksichtigen. Ein Versto&szlig; gegen diese Verpflichtung ist ein Verfahrensmangel nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO. Die Vorschrift gebietet aber nicht, alle im Einzelfall gegebenen Umst&auml;nde im Urteil zu er&ouml;rtern. Allerdings ist &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO u.a. verletzt, wenn das FG eine nach den Akten klar feststehende Tatsache oder einen bestimmten Tatsachenvortrag erkennbar unber&uuml;cksichtigt l&auml;sst, obwohl dieser auf der Basis seiner materiell-rechtlichen Auffassung entscheidungserheblich sein kann (vgl. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 7.&nbsp;April 2005 IX&nbsp;B&nbsp;194\/03, BFH\/NV 2005, 1354; vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2011 X&nbsp;B&nbsp;7\/11, BFH\/NV 2011, 1005; vom 19.&nbsp;Oktober 2011 IX&nbsp;B&nbsp;90\/11, BFH\/NV 2012, 234; vom 22.&nbsp;November 2012 XI&nbsp;B&nbsp;113\/11, BFH\/NV 2013, 564; vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2013 VII&nbsp;B&nbsp;77\/12, BFH\/NV 2013, 1119).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Unter Ber&uuml;cksichtigung des ma&szlig;gebenden materiell-rechtlichen Standpunkts des FG wurde im Streitfall zentrales Vorbringen des Kl&auml;gers nicht gew&uuml;rdigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat seiner Entscheidung die h&ouml;chstrichterlich entwickelten Kriterien zur Anerkennung von Vertr&auml;gen zwischen nahen Angeh&ouml;rigen zugrunde gelegt. Auf dieser materiell-rechtlichen Basis h&auml;tte die Pflicht zur Aussch&ouml;pfung des Gesamtergebnisses des Verfahrens erfordert, das Vorbringen des Kl&auml;gers zur tats&auml;chlichen Vertragsdurchf&uuml;hrung in die Betrachtung einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ma&szlig;gebend f&uuml;r die steuerliche Anerkennung von Angeh&ouml;rigenvertr&auml;gen ist die Gesamtheit der objektiven Gegebenheiten. Die einzelnen Kriterien des Fremdvergleichs sind als Beweisanzeichen im Rahmen der gebotenen Gesamtbetrachtung unter dem Gesichtspunkt zu w&uuml;rdigen, ob sie den R&uuml;ckschluss auf eine privat veranlasste Vereinbarung zulassen. Kein Kriterium hat den Rang eines Tatbestandsmerkmals, so dass nicht jede geringf&uuml;gige Abweichung einzelner Sachverhaltsmerkmale vom &Uuml;blichen ohne Weiteres die steuerliche Anerkennung des Vertragsverh&auml;ltnisses ausschlie&szlig;t (vgl. BFH-Urteile vom 13.&nbsp;Juli 1999 VIII&nbsp;R&nbsp;29\/97, BFHE 191, 250, BStBl II 2000, 386; vom 17.&nbsp;Juli 2013 X&nbsp;R&nbsp;31\/12, BFH\/NV 2013, 1968; vgl. auch BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Oktober 1997 I&nbsp;R&nbsp;24\/97, BFHE 184, 482, BStBl II 1998, 573).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Zwar hat das FG den Beratervertrag als solchen dahingehend gew&uuml;rdigt, dass er einem Fremdvergleich nicht standhalte. Die fehlende Fremd&uuml;blichkeit des Vertragsinhalts ist allerdings nur ein einzelnes &#8211;wenn auch gewichtiges&#8211; Beweisanzeichen gegen die Zuordnung der Vertragsbeziehung zum betrieblichen Bereich. Zu w&uuml;rdigen ist insbesondere auch die tats&auml;chliche Vertragsdurchf&uuml;hrung, vor allem im Hinblick auf die Erf&uuml;llung der gegenseitigen Hauptpflichten. Leistet ein Angeh&ouml;riger n&auml;mlich die von ihm vertraglich geschuldeten Dienste nicht, bezieht aber dennoch die vertraglich vorgesehene Verg&uuml;tung, so stellt gerade dieser Umstand ein gewichtiges Indiz gegen die ertragsteuerliche Anerkennung des Vertragsverh&auml;ltnisses dar. Umgekehrt verlieren z.B. nicht fremd&uuml;bliche Nebenbestimmungen in der Gesamtw&uuml;rdigung an Gewicht, wenn feststeht, dass der Vertrag in seinen Hauptbestandteilen mit Leben erf&uuml;llt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat das Vorbringen des Kl&auml;gers zur tats&auml;chlichen Vertragsdurchf&uuml;hrung nicht einwandfrei und vollst&auml;ndig ber&uuml;cksichtigt. Es hat im Hinblick auf die tats&auml;chliche Vertragsdurchf&uuml;hrung Nebenaspekte, wie z.B. die im schriftlichen Vertrag nicht vorgesehenen Teil- oder Abschlagszahlungen, gew&uuml;rdigt, ist auf wesentlichen Beteiligtenvortrag zur tats&auml;chlichen Erf&uuml;llung der Hauptleistungspflichten aber nicht eingegangen. So hat der Kl&auml;ger u.a. vorgetragen, dass die B&uuml;roarbeit seit Jahren von seiner Ehefrau und seiner Tochter geleistet werde, dass Widerspruchsverfahren und Jahresabschlussarbeiten von der Beigeladenen &#8211;erkennbar an deren Handschrift&#8211; betreut worden seien, dass die Zusammenarbeit und der tats&auml;chliche Leistungsaustausch den f&uuml;r diverse Mandanten zust&auml;ndigen Finanzbeamten positiv bekannt seien, dass die Beigeladene nach dem Besuch von Fachanwaltskursen f&uuml;r die Beratungs- oder Jahresabschlussarbeiten qualifiziert und deren Arbeitszeit auf ca. 18&nbsp;Wochenstunden kalkuliert gewesen sei. Da auch das FA in der Einspruchsentscheidung auf den seines Erachtens fehlenden tats&auml;chlichen Nachweis der tats&auml;chlichen Vertragsdurchf&uuml;hrung (f&uuml;r welche Mandanten hat die Beigeladene im Einzelnen zu welchem Zeitpunkt welche Leistungen erbracht) abgestellt hatte, handelte es sich bei der Frage, ob und in welchem Umfang Leistungen von Seiten der Beigeladenen aufgrund des Beratervertrages tats&auml;chlich erfolgt sind, um zentrales Beteiligtenvorbringen. Da dieses auch nach dem vom FG eingenommenen materiell-rechtlichen Standpunkt erheblich war, konnte sich das Gericht im Streitfall nicht damit begn&uuml;gen, das Vorbringen in den Tatbestand seines Urteils aufzunehmen, ohne sich hierzu weiter zu &auml;u&szlig;ern. Vielmehr war es gehalten, den Tatsachenvortrag in den Entscheidungsgr&uuml;nden zu verarbeiten (vgl. BFH-Urteil vom 5.&nbsp;September 2001 I&nbsp;R&nbsp;101\/99, BFH\/NV 2002, 493).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das ist jedoch nicht geschehen. In diesem Zusammenhang weist der Senat darauf hin, dass f&uuml;r ihn weder erkennbar ist, dass sich das FG das Vorbringen des FA, wonach Art und Umfang der tats&auml;chlichen Arbeitsleistungen der Beigeladenen nicht nachgewiesen seien, zu eigen gemacht oder diesbez&uuml;gliches kl&auml;gerisches Vorbringen als unsubstantiiert und damit rechtlich unbeachtlich qualifiziert hat, noch hat es sich ihm erschlossen, dass der Kl&auml;gervortrag zur tats&auml;chlichen Erbringung von Dienstleistungen als wahr unterstellt worden w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) W&auml;re dem Vorbringen des Kl&auml;gers die gebotene rechtliche Aufmerksamkeit gewidmet und der Frage der tats&auml;chlichen Erf&uuml;llung der vertraglichen Hauptpflichten weiter nachgegangen worden, dann ist jedenfalls nicht auszuschlie&szlig;en, dass das Ergebnis der Gesamtw&uuml;rdigung des FG anders ausgefallen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der erkennende Senat h&auml;lt es f&uuml;r sachgerecht, das FG-Urteil ohne weitere sachliche &Uuml;berpr&uuml;fung aufzuheben und den Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO). Damit erledigt sich eine Entscheidung &uuml;ber die weiteren R&uuml;gen des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das weitere Vorgehen weist der Senat vorsorglich auf Folgendes hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Hinblick auf die bereichs- und anlassspezifischen Anforderungen an die Pr&uuml;fung von Angeh&ouml;rigenvertr&auml;gen (vgl. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Oktober 2013 X&nbsp;R&nbsp;26\/11, Deutsches Steuerrecht 2013, 2677; vgl. Stapperfend in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;858&nbsp;ff.) wird im Streitfall zun&auml;chst zu kl&auml;ren sein, ob die Vertragsbeziehung zwischen dem Kl&auml;ger und seiner Tochter als Arbeitsverh&auml;ltnis, arbeitnehmer&auml;hnliches Verh&auml;ltnis oder, wie vom Kl&auml;ger ausdr&uuml;cklich geltend gemacht, als freies Mitarbeiterverh&auml;ltnis i.S. des &sect;&nbsp;7 der Steuerberaterberufsordnung, also als Gesch&auml;ftsbesorgungsvertrag (vgl. hierzu z.B. Urban, Die Information f&uuml;r Steuerberater und Wirtschaftspr&uuml;fer &#8211;INF&#8211; 1999, 339; Sp&auml;th, INF 1998, 217), zu qualifizieren ist. Erst im Anschluss daran k&ouml;nnen die &#8211;unterschiedlichen&#8211; Ma&szlig;st&auml;be f&uuml;r den Vergleich des konkreten Vertragsinhalts mit den fremd&uuml;blichen Bedingungen entwickelt werden. So k&ouml;nnte etwa bei der vom FG als fremdun&uuml;blich bewerteten Haftungsbegrenzung zu ber&uuml;cksichtigen sein, dass bei einem freien Mitarbeiterverh&auml;ltnis regelm&auml;&szlig;ig gar kein relevantes Haftungsrisiko f&uuml;r den Mitarbeiter besteht bzw. dieses von der Berufshaftpflicht des Steuerberaters mit abgedeckt ist (vgl. Sp&auml;th, INF 1998, 217, und Urban, INF 1999, 339). Bei Schlechtleistungen und zu geringer Auslastung des freien Mitarbeiters k&auml;me anstelle der vom FG als fremd&uuml;blich angesehenen Entgeltminderung eher die K&uuml;ndigung (&sect;&sect;&nbsp;620&nbsp;ff. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs) des Gesch&auml;ftsbesorgungsvertrages in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Sodann wird im Einzelnen aufzukl&auml;ren sein, in welcher Art und in welchem Umfang die Beigeladene tats&auml;chlich f&uuml;r die Kanzlei des Kl&auml;gers t&auml;tig geworden ist. Dem Steuerpflichtigen obliegt es, substantiiert vorzutragen und nachzuweisen, dass der Angeh&ouml;rige Arbeits- oder Beratungsleistungen in einem der zugesagten Honorierung angemessenen Umfang tats&auml;chlich erbracht hat (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2013, 1968). Ist der Steuerpflichtige zu einem in die Einzelheiten gehenden substantiierten Tatsachenvortrag nicht bereit oder nicht in der Lage oder gelingt ihm der Nachweis nicht, dann ist davon auszugehen, dass vertragliche Hauptleistungspflichten nicht erf&uuml;llt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.12.2013, III B 84\/12 Beratervertrag zwischen nahen Angeh&ouml;rigen Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) betrieb in den Streitjahren eine Steuerberaterkanzlei. Die Beigeladene, eine Rechtsanw&auml;ltin, ist seine Tochter. Beide schlossen am 1.&nbsp;Januar 2003 eine &quot;Beratervertrag&quot; genannte Vereinbarung, nach deren &sect;&nbsp;1 der Kl&auml;ger der Beigeladenen die rechtliche und steuerliche Beratung im gesamten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-84-12-beratervertrag-zwischen-nahen-angehoerigen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;84\/12 &#8211; Beratervertrag zwischen nahen Angeh&ouml;rigen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61925","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61925","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61925"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61925\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61925"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61925"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61925"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}