{"id":61926,"date":"2014-03-01T11:41:44","date_gmt":"2014-03-01T09:41:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61926"},"modified":"2014-03-01T11:41:44","modified_gmt":"2014-03-01T09:41:44","slug":"iii-b-157-12-verfahrensfehlerhafte-fg-entscheidung-ueber-einen-durch-aenderungsbescheid-gegenstandslos-gewordenen-bescheid-zurueckverweisung-an-einen-anderen-senat-des-fg-unzulaessigkeit-des-entgege-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-157-12-verfahrensfehlerhafte-fg-entscheidung-ueber-einen-durch-aenderungsbescheid-gegenstandslos-gewordenen-bescheid-zurueckverweisung-an-einen-anderen-senat-des-fg-unzulaessigkeit-des-entgege-2\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;157\/12 &#8211; Verfahrensfehlerhafte FG-Entscheidung &uuml;ber einen durch &Auml;nderungsbescheid gegenstandslos gewordenen Bescheid &#8211; Zur&uuml;ckverweisung an einen anderen Senat des FG &#8211; Unzul&auml;ssigkeit des entgegen &sect; 68 Satz 2 FGO eingelegten Einspruchs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.12.2013, III B 157\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfahrensfehlerhafte FG-Entscheidung &uuml;ber einen durch &Auml;nderungsbescheid gegenstandslos gewordenen Bescheid &#8211; Zur&uuml;ckverweisung an einen anderen Senat des FG &#8211; Unzul&auml;ssigkeit des entgegen &sect; 68 Satz 2 FGO eingelegten Einspruchs<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Nachdem der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) zun&auml;chst f&uuml;r das Streitjahr 2001 keine Einkommensteuererkl&auml;rung abgegeben hatte, sch&auml;tzte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Besteuerungsgrundlagen und setzte die Einkommensteuer unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung fest. Der Kl&auml;ger legte Einspruch ein und gab zugleich seine Steuererkl&auml;rung ab, woraufhin er vom FA erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; veranlagt wurde. Der unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehende Bescheid vom 5.&nbsp;Januar 2005 enthielt den Hinweis, dass sich der Einspruch erledigt habe. Den erneut eingelegten Einspruch wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 19.&nbsp;Dezember 2008 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des anschlie&szlig;enden Klageverfahrens &auml;nderte das FA im Zuge einer durchgef&uuml;hrten Steuerfahndungspr&uuml;fung den Bescheid vom 5.&nbsp;Januar 2005 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes und erh&ouml;hte die festgesetzte Steuer in erheblichem Umfang. Das FA ging davon aus, dass dem Kl&auml;ger erhebliche Kapitaleink&uuml;nfte (verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen) zugeflossen waren, von denen es bislang keine Kenntnis hatte. Gegen den &Auml;nderungsbescheid vom 28.&nbsp;April 2010 legte der Kl&auml;ger Einspruch ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit Urteil vom 7.&nbsp;November 2012 als unbegr&uuml;ndet ab. Die Entscheidung bezieht sich &#8211;wie vom Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung beantragt&#8211; auf den Bescheid &uuml;ber Einkommensteuer 2001 vom 15.&nbsp;Oktober 2004 in der Fassung des &Auml;nderungsbescheids vom 5.&nbsp;Januar 2005 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 19.&nbsp;Dezember 2008 und behandelt ausschlie&szlig;lich den Streitpunkt &quot;Verbindlichkeiten gegen&uuml;ber der &#8230;-Genossenschaft&quot;. Die Revision zum Bundesfinanzhof (BFH) wurde nicht zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger r&uuml;gt mit seiner Nichtzulassungsbeschwerde u.a. die Verletzung von Verfahrensvorschriften. Das FG habe nicht &uuml;ber den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Klageverfahrens gewordenen Bescheid vom 28.&nbsp;April 2010, sondern &uuml;ber den rechtlich nicht mehr existenten Bescheid vom 5.&nbsp;Januar 2005 entschieden und hierdurch gegen die Grundordnung des Verfahrens versto&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung des Rechtsstreits an das FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat &uuml;ber den zun&auml;chst mit der Klage angefochtenen Steuerbescheid entschieden und nicht &uuml;ber den erst w&auml;hrend des Klageverfahrens ergangenen und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO zum Gegenstand des Verfahrens gewordenen &Auml;nderungsbescheid vom 28.&nbsp;April 2010. Darin liegt ein wesentlicher Verfahrensfehler i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO (BFH-Beschl&uuml;sse vom 23.&nbsp;Dezember 2004 XI&nbsp;B&nbsp;60\/03, BFH\/NV 2005, 1311; vom 13.&nbsp;Februar 2007 XI&nbsp;B&nbsp;90\/06, BFH\/NV 2007, 1154; vom 3.&nbsp;April 2009 III&nbsp;B&nbsp;125\/08, juris; Schallmoser in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;68 FGO Rz&nbsp;98).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit in der Rechtsprechung des BFH davon ausgegangen wird, dass das &Uuml;bersehen der eingetretenen &Auml;nderung des Verfahrensgegenstands ausnahmsweise unbeachtlich ist, wenn der &Auml;nderungsbescheid keinen neuen Streitpunkt geschaffen hat (BFH-Beschl&uuml;sse vom 29.&nbsp;August 2003 II&nbsp;B&nbsp;70\/03, BFHE 203, 174, BStBl II 2003, 944; vom 7.&nbsp;August 2008 I&nbsp;B&nbsp;161\/07, BFH\/NV 2008, 2053; vom 14.&nbsp;August 2009 II&nbsp;B&nbsp;43\/09, BFH\/NV 2009, 2012), rechtfertigt dies im vorliegenden Fall keine andere Entscheidung. Denn die gravierende Erh&ouml;hung der festgesetzten Steuer aufgrund des nachtr&auml;glich bekannt gewordenen Lebenssachverhalts will der Kl&auml;ger, wie der neuerlich von ihm eingelegte Einspruch zeigt, nicht hinnehmen. Da dieser Einspruch indes unzul&auml;ssig ist (&sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;2 FGO; vgl. BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;November 2008 V&nbsp;B&nbsp;2\/08, BFH\/NV 2009, 401), kann der gebotene Rechtsschutz gegen die Steuererh&ouml;hung &uuml;berhaupt nur noch im vorliegenden Verfahren gew&auml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat sieht keinen sachlichen Grund, die Streitsache, wie vom Kl&auml;ger beantragt, an einen anderen Senat des FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;563 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Zivilprozessordnung kann der BFH die Rechtssache an einen anderen Senat des FG zur&uuml;ckverweisen (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;November 2009 I&nbsp;R&nbsp;18\/08, BFH\/NV 2010, 941, m.w.N.). Da die Zur&uuml;ckverweisung an einen anderen Senat das Recht des Betroffenen auf seinen gesetzlichen Richter (Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Grundgesetzes) ber&uuml;hrt, setzt sie besondere sachliche Gr&uuml;nde voraus, um eine willk&uuml;rfreie Ermessensaus&uuml;bung zu gew&auml;hrleisten. So kommt die Zur&uuml;ckverweisung an einen anderen Senat in Betracht, wenn ernstliche Zweifel an der Unvoreingenommenheit des erkennenden Senats des FG bestehen. Hierf&uuml;r liegen im Streitfall keine zureichenden Anhaltspunkte vor. Da sich die Frage einer Zur&uuml;ckverweisung generell nur bei rechtsfehlerhafter Vorentscheidung stellt, kann die Zur&uuml;ckverweisung an einen anderen Senat des FG nicht allein mit der materiell- oder verfahrensrechtlichen Unrichtigkeit des Urteils begr&uuml;ndet werden. Daher reichen weder die im Streitfall aus Sicht des Kl&auml;gers vom FG rechtsfehlerhaft verneinte betriebliche Veranlassung der geleisteten Schadensersatzzahlungen und der weitergehenden Verbindlichkeit noch die von ihm ger&uuml;gten &#8211;vermeintlichen&#8211; Verfahrensm&auml;ngel einzeln oder in der Summe aus, um direkt auf eine unsachliche, unfaire, pers&ouml;nliche, willk&uuml;rliche Einstellung des FG gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger schlie&szlig;en zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.12.2013, III B 157\/12 Verfahrensfehlerhafte FG-Entscheidung &uuml;ber einen durch &Auml;nderungsbescheid gegenstandslos gewordenen Bescheid &#8211; Zur&uuml;ckverweisung an einen anderen Senat des FG &#8211; Unzul&auml;ssigkeit des entgegen &sect; 68 Satz 2 FGO eingelegten Einspruchs Tatbestand 1&nbsp; I. 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