{"id":61934,"date":"2014-03-01T11:41:41","date_gmt":"2014-03-01T09:41:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61934"},"modified":"2014-03-01T11:41:41","modified_gmt":"2014-03-01T09:41:41","slug":"ii-r-11-12-entstehung-der-grunderwerbsteuer-bei-zustiftung-unentgeltliche-vermoegensuebertragungen-von-traegern-oeffentlicher-verwaltung-sind-regelmaessig-keine-schenkungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-11-12-entstehung-der-grunderwerbsteuer-bei-zustiftung-unentgeltliche-vermoegensuebertragungen-von-traegern-oeffentlicher-verwaltung-sind-regelmaessig-keine-schenkungen\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;11\/12 &#8211; Entstehung der Grunderwerbsteuer bei Zustiftung &#8211; Unentgeltliche Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen von Tr&auml;gern &ouml;ffentlicher Verwaltung sind regelm&auml;&szlig;ig keine Schenkungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.11.2013, II R 11\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Entstehung der Grunderwerbsteuer bei Zustiftung &#8211; Unentgeltliche Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen von Tr&auml;gern &ouml;ffentlicher Verwaltung sind regelm&auml;&szlig;ig keine Schenkungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine rechtsf&auml;hige Stiftung des b&uuml;rgerlichen Rechts, wurde durch schriftliches Stiftungsgesch&auml;ft vom &#8230; 2004 von der Stadt A (Stadt) und vom F&ouml;rderverein B e.V. (F&ouml;rderverein) mit Sitz in A gegr&uuml;ndet. Das Stiftungsgesch&auml;ft enth&auml;lt neben Regelungen zum Stiftungszweck und zum Stiftungsvorstand und Stiftungsrat u.a. eine Regelung, wonach die Kl&auml;gerin durch die Stadt und den F&ouml;rderverein nach Ma&szlig;gabe der gesetzlichen Bestimmungen n&auml;her bezeichnetes Grundstockverm&ouml;gen erh&auml;lt, und zwar durch die Stadt u.a. &quot;das Eigentum am Grundst&uuml;ck und dem von der Stadt errichteten Neubau des Museumsgeb&auml;udes einschl. Au&szlig;enanlagen und Parkpl&auml;tzen, welche die Stadt der Stiftung nach Betriebsfertigkeit des Geb&auml;udes im Wege der Zustiftung &uuml;bertragen wird, im Gesamtwert von rd. (&#8230; EUR + &#8230; EUR&nbsp;=) &#8230; EUR&quot; (Ziff.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Nr.&nbsp;3 des Stiftungsgesch&auml;fts). Die Kl&auml;gerin wurde durch Urkunde des zust&auml;ndigen Innenministeriums vom &#8230; 2004 als rechtsf&auml;hig anerkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Vertrag vom &#8230; 2010 &uuml;bertrug die Stadt das mit dem Museum bebaute, mit der postalischen Anschrift, den entsprechenden Angaben im Grundbuch, der Gr&ouml;&szlig;e sowie einem dem Vertrag beigef&uuml;gten Lageplan im Einzelnen bezeichnete Grundst&uuml;ck auf die Kl&auml;gerin. Eine Gegenleistung brauchte die Kl&auml;gerin nicht zu erbringen. Die im Vertrag n&auml;her bezeichneten Parkpl&auml;tze wurden nicht auf die Kl&auml;gerin &uuml;bertragen, sondern stehen ihr nur zur Nutzung im Rahmen des Gemeingebrauchs zur Verf&uuml;gung. Ferner wurden in dem Vertrag die Auflassung erkl&auml;rt und die Eigentumsumschreibung auf die Kl&auml;gerin im Grundbuch bewilligt und beantragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nahm an, dass mit Abschluss des Vertrags vom &#8230; 2010 Grunderwerbsteuer entstanden sei, und setzte die Steuer gegen die Kl&auml;gerin auf der Grundlage des gesondert festgestellten Grundbesitzwertes fest. Das FA erkl&auml;rte die Steuerfestsetzung durch den &Auml;nderungsbescheid vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2011 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nrn.&nbsp;3 und 4 der Abgabenordnung f&uuml;r vorl&auml;ufig hinsichtlich der Frage, ob die Heranziehung der Grundbesitzwerte i.S. des &sect;&nbsp;138 des Bewertungsgesetzes (BewG) als Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Grunderwerbsteuer verfassungsgem&auml;&szlig; ist. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der auf Aufhebung der Steuerbescheide und der Einspruchsentscheidung gerichteten Klage durch das in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 1184 ver&ouml;ffentlichte Urteil mit der Begr&uuml;ndung statt, der Vertrag vom &#8230; 2010 erf&uuml;lle nicht die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG). Die Grunderwerbsteuer sei bereits mit dem Wirksamwerden der staatlichen Anerkennung der Kl&auml;gerin entstanden. Ab diesem Zeitpunkt habe der Stiftung ein Rechtsanspruch gegen die Stadt auf &Uuml;bereignung des Grundst&uuml;cks zugestanden. Dass das Stiftungsgesch&auml;ft nicht notariell beurkundet worden sei, stehe dem nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision vertritt das FA die Ansicht, die Grunderwerbsteuer sei erst mit Abschluss des Vertrags vom &#8230; 2010 entstanden. Zum einen habe die Stadt nicht beabsichtigt, sich bereits mit dem Stiftungsgesch&auml;ft vom &#8230; 2004 zur Grundst&uuml;cks&uuml;bertragung zu verpflichten. Dies ergebe sich insbesondere aus dem im Stiftungsgesch&auml;ft angebrachten Zusatz &quot;im Wege der Zustiftung&quot; sowie daraus, dass die &Uuml;bertragungsverpflichtung von der Betriebsfertigkeit des Geb&auml;udes, einem ungewissen Ereignis, abh&auml;ngig gemacht worden sei. Da das zu &uuml;bertragende Grundst&uuml;ck im Stiftungsgesch&auml;ft nicht konkret mit Angaben &uuml;ber Lage und Gr&ouml;&szlig;e sowie zum Grundbuch bezeichnet worden sei, fehle es zudem an der f&uuml;r eine wirksame &Uuml;bereignungsverpflichtung erforderlichen inhaltlichen Bestimmtheit. Davon abgesehen h&auml;tte eine Verpflichtung der Stadt zur &Uuml;bertragung von Grundbesitz auf die Kl&auml;gerin im Stiftungsgesch&auml;ft der notariellen Beurkundung bedurft; sie habe somit nicht durch blo&szlig;e Schriftform begr&uuml;ndet werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist der Revision entgegengetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie teilt hinsichtlich der Frage der erforderlichen Form des Stiftungsgesch&auml;fts die Auffassung des FG und bringt ferner vor, das auf die Stiftung zu &uuml;bertragende Grundst&uuml;ck sei nach den gesamten Umst&auml;nden schon im Stiftungsgesch&auml;ft hinreichend bestimmt gewesen. Es seien bereits damals nahezu alle wesentlichen grundst&uuml;cks-\/geb&auml;udebezogenen Strukturen festgelegt gewesen. Lediglich Nebensachverhalte seien noch offen gewesen, wie z.B. die Frage, ob die mitzu&uuml;bertragenden Kfz-Stellpl&auml;tze auf die Ostseite des Geb&auml;udes beschr&auml;nkt bleiben oder auch die S&uuml;dseite einschlie&szlig;en sollten und ob die Fu&szlig;g&auml;ngerbr&uuml;cke (Verbindung des Museumsgeb&auml;udes mit der danebengelegenen Stadthalle) auf die Kl&auml;gerin &uuml;bertragen werden sollte. Die Unbestimmtheit der Grundst&uuml;cksbeschreibung im Stiftungsgesch&auml;ft sei allein durch praktisch-technische Gegebenheiten bedingt gewesen und nicht durch gewollte oder tats&auml;chliche Rechtsvorbehalte. Der Begriff &quot;Zustiftung&quot; sei irrt&uuml;mlich verwendet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat den angefochtenen Steuerbescheid in Gestalt der Einspruchsentscheidung zu Unrecht aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Grunderwerbsteuer ist erst mit Abschluss des Vertrags vom &#8230; 2010 entstanden. Das Stiftungsgesch&auml;ft hat weder im Zeitpunkt der staatlichen Anerkennung der Kl&auml;gerin noch bei Betriebsfertigkeit des Geb&auml;udes zur Entstehung von Grunderwerbsteuer gef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG unterliegt ein Kaufvertrag oder ein anderes Rechtsgesch&auml;ft, das den Anspruch auf &Uuml;bereignung eines inl&auml;ndischen Grundst&uuml;cks begr&uuml;ndet, der Grunderwerbsteuer. Dem Erwerber muss ein Eigentumsverschaffungsanspruch zustehen. Ein blo&szlig;er Anspruch auf Abschluss eines Vorvertrags gen&uuml;gt nicht, es sei denn, dass aus dem Vorvertrag selbst ausnahmsweise auf Erkl&auml;rung der Auflassung geklagt werden kann (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22.&nbsp;September 2004 II&nbsp;R&nbsp;45\/02, BFH\/NV 2005, 1137, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch wenn man entgegen einer in der Literatur vertretenen Ansicht (Wachter, Deutsches Steuerrecht 2012, 1900) annimmt, dass unter anderen Rechtsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG nicht nur Vertr&auml;ge, sondern auch Stiftungsgesch&auml;fte unter Lebenden, also einseitige Rechtsgesch&auml;fte, zu verstehen sind, wenn sich der Stifter im Stiftungsgesch&auml;ft (&sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;81 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;) zur &Uuml;bereignung eines inl&auml;ndischen Grundst&uuml;cks auf die Stiftung verpflichtet hat und diese Verpflichtung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;82 Satz&nbsp;1 BGB dadurch wirksam geworden ist, dass die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde die Stiftung nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 und 2 BGB als rechtsf&auml;hig anerkannt hat, ist im Streitfall die Grunderwerbsteuer erst mit Abschluss des Vertrags vom &#8230; 2010 entstanden. Die Stadt hat sich im Stiftungsgesch&auml;ft entgegen der Ansicht des FG noch nicht zur &Uuml;bereignung eines Grundst&uuml;cks auf die Kl&auml;gerin verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Auslegung eines Stiftungsgesch&auml;fts obliegt dem FG als Tatsacheninstanz und ist f&uuml;r den BFH gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO grunds&auml;tzlich bindend. Hat das FG jedoch wesentlichen Auslegungsstoff au&szlig;er Acht gelassen und somit gegen die gesetzlichen Auslegungsregeln (&sect;&nbsp;133 BGB) versto&szlig;en, ist der BFH als Revisionsgericht an die Auslegung durch das FG nicht gebunden und kann, wenn weitere tats&auml;chliche Feststellungen nicht erforderlich sind, die Auslegung des Stiftungsgesch&auml;fts selbst vornehmen (vgl. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;September 2012 II&nbsp;R&nbsp;52\/11, BFH\/NV 2013, 938, Rz&nbsp;12, m.w.N.). Dabei sind neben dem Wortlaut der abgegebenen Willenserkl&auml;rungen alle Begleitumst&auml;nde sowie der verfolgte Zweck und die bestehende Interessenlage zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2013, 938, Rz&nbsp;12, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat Ziff.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Nr.&nbsp;3 des Stiftungsgesch&auml;fts so ausgelegt, dass sich bereits daraus ein lediglich von der staatlichen Anerkennung abh&auml;ngiger Rechtsanspruch der Kl&auml;gerin gegen die Stadt auf &Uuml;bereignung des &quot;Grundst&uuml;cks&quot; ergeben habe. Diese Auslegung hat das FG nicht im Einzelnen begr&uuml;ndet. Es hat vielmehr wesentlichen Auslegungsstoff au&szlig;er Acht gelassen. Der BFH kann daher die Auslegung des Stiftungsgesch&auml;fts selbst vornehmen, da weitere tats&auml;chliche Feststellungen nicht erforderlich sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter Ber&uuml;cksichtigung des Wortlauts des Stiftungsgesch&auml;fts und der Begleitumst&auml;nde ist dessen Ziff.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Nr.&nbsp;3 so auszulegen, dass die Stadt seinerzeit der Kl&auml;gerin noch keinen lediglich von deren staatlicher Anerkennung und der Betriebsfertigkeit des Geb&auml;udes abh&auml;ngigen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch auf eine Grundst&uuml;cks&uuml;bereignung einr&auml;umen wollte. Dies ergibt sich insbesondere aus der Formulierung, nach der das Grundst&uuml;ck auf die Kl&auml;gerin &quot;im Wege der Zustiftung&quot; &uuml;bertragen werden sollte. Es gibt keine konkreten Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass diese Formulierung irrt&uuml;mlich verwendet wurde und die Kl&auml;gerin einen lediglich von der Erf&uuml;llung der genannten Voraussetzungen abh&auml;ngigen Rechtsanspruch auf Grundst&uuml;cks&uuml;bereignung erhalten sollte. Wie sich aus der im Stiftungsgesch&auml;ft fehlenden n&auml;heren Konkretisierung des auf die Kl&auml;gerin zu &uuml;bertragenden Grundst&uuml;cks und den Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerin dazu im Revisionsverfahren ergibt, wollte sich die Stadt die genaue Bestimmung des Grundst&uuml;cks vorbehalten und der Kl&auml;gerin daher (allenfalls) einen Anspruch auf eine auf das Grundst&uuml;ck bezogene Zustiftung gew&auml;hren. Von diesem Vorbehalt hat die Stadt im Vertrag vom &#8230; 2010 insbesondere hinsichtlich der Parkpl&auml;tze und der Abgrenzung des Geb&auml;udes tats&auml;chlich Gebrauch gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die zur Entstehung von Grunderwerbsteuer f&uuml;hrende Verpflichtung der Stadt zur Grundst&uuml;cks&uuml;bereignung wurde somit erst durch den Vertrag vom &#8230; 2010 begr&uuml;ndet, durch den das zu &uuml;bertragende Grundst&uuml;ck konkretisiert und das diesem zugeordnete Geb&auml;ude abgegrenzt wurde. Erst dadurch wurde ein unmittelbar durchsetzbarer Anspruch der Kl&auml;gerin auf Eigentumsverschaffung begr&uuml;ndet. Die Vertragsparteien haben sich im Vertrag vom &#8230; 2010 nicht darauf beschr&auml;nkt, die Auflassung zu erkl&auml;ren und die Eintragung der Eigentumsumschreibung im Grundbuch zu bewilligen und zu beantragen. Sie haben vielmehr eingehende schuldrechtliche Vereinbarungen &uuml;ber die Grundst&uuml;cks&uuml;bertragung einschlie&szlig;lich der Konkretisierung des auf die Kl&auml;gerin zu &uuml;bertragenden Grundst&uuml;cks getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen erm&ouml;glichten erst die im Vertrag vom &#8230; 2010 vorgenommenen Konkretisierungen die Feststellung des Grundbesitzwertes, der der Besteuerung nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG i.V.m. &sect;&nbsp;138 Abs.&nbsp;3&nbsp;BewG zugrunde zu legen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auf die Frage, ob das Stiftungsgesch&auml;ft der notariellen Beurkundung bedurft h&auml;tte, wenn die Stadt der Kl&auml;gerin bereits in diesem einen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch auf Grundst&uuml;cks&uuml;bertragung einger&auml;umt h&auml;tte, und welche Folgen die fehlende Beurkundung f&uuml;r die Grunderwerbsteuer gehabt h&auml;tte, braucht danach nicht eingegangen zu werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Da das FG von einer anderen Ansicht ausgegangen ist, war die Vorentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist spruchreif. Die Klage ist unbegr&uuml;ndet und war daher abzuweisen. Die Verpflichtung der Stadt zur &Uuml;bertragung des Grundst&uuml;cks auf die Kl&auml;gerin ist nicht nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 GrEStG von der Grunderwerbsteuer befreit. Bei der Zustiftung handelt es sich nicht um eine Grundst&uuml;cksschenkung unter Lebenden im Sinne des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unentgeltliche Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen von Tr&auml;gern &ouml;ffentlicher Verwaltung erfolgen regelm&auml;&szlig;ig nicht freigebig und sind daher in der Regel keine Schenkungen unter Lebenden. Aufgrund der Bindung der vollziehenden Gewalt an Gesetz und Recht (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes), darunter auch an die jeweils ma&szlig;gebenden haushaltsrechtlichen Vorschriften, ist im Regelfall anzunehmen, dass Tr&auml;ger &ouml;ffentlicher Verwaltung in Wahrnehmung der ihnen obliegenden Aufgaben und somit nicht freigebig handeln. Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen durch Tr&auml;ger &ouml;ffentlicher Verwaltung steht regelm&auml;&szlig;ig die Erf&uuml;llung der ihnen obliegenden Aufgaben gegen&uuml;ber. Nur wenn ein Tr&auml;ger &ouml;ffentlicher Verwaltung den Rahmen seiner Aufgaben eindeutig &uuml;berschreitet, kommt eine freigebige Zuwendung i.S. von &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG in Betracht (BFH-Urteile vom 1.&nbsp;Dezember 2004 II&nbsp;R&nbsp;46\/02, BFHE&nbsp;208, 426, BStBl II 2005, 311, und vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2006 II&nbsp;R&nbsp;15\/04, BFHE 213, 232, BStBl II 2006, 557).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt auch, wenn ein Tr&auml;ger &ouml;ffentlicher Verwaltung Verm&ouml;gen auf eine Stiftung &uuml;bertr&auml;gt, und zwar unabh&auml;ngig davon, ob der Verm&ouml;gens&uuml;bergang aufgrund eines Stiftungsgesch&auml;fts unter Lebenden (&sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 ErbStG) oder durch Zustiftung erfolgt. Die Voraussetzungen der Steuerbarkeit sind bei &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 ErbStG dieselben wie bei &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG (BFH-Urteile vom 9.&nbsp;Dezember 2009 II&nbsp;R&nbsp;22\/08, BFHE 228, 165, BStBl II 2010, 363, Rz&nbsp;15, und vom 13.&nbsp;April 2011 II&nbsp;R&nbsp;45\/09, BFHE 233, 178, BStBl II 2011, 732, Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da die Stadt bei der Errichtung der Kl&auml;gerin und der &Uuml;bertragung von Verm&ouml;gen auf diese den Rahmen ihrer Aufgaben nicht eindeutig &uuml;berschritten hat, scheidet somit eine Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 GrEStG im Streitfall aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.11.2013, II R 11\/12 Entstehung der Grunderwerbsteuer bei Zustiftung &#8211; Unentgeltliche Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen von Tr&auml;gern &ouml;ffentlicher Verwaltung sind regelm&auml;&szlig;ig keine Schenkungen Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine rechtsf&auml;hige Stiftung des b&uuml;rgerlichen Rechts, wurde durch schriftliches Stiftungsgesch&auml;ft vom &#8230; 2004 von der Stadt A (Stadt) und vom F&ouml;rderverein B e.V. (F&ouml;rderverein) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-11-12-entstehung-der-grunderwerbsteuer-bei-zustiftung-unentgeltliche-vermoegensuebertragungen-von-traegern-oeffentlicher-verwaltung-sind-regelmaessig-keine-schenkungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;11\/12 &#8211; Entstehung der Grunderwerbsteuer bei Zustiftung &#8211; Unentgeltliche Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen von Tr&auml;gern &ouml;ffentlicher Verwaltung sind regelm&auml;&szlig;ig keine Schenkungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61934","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61934","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61934"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61934\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61934"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61934"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61934"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}