{"id":61946,"date":"2014-03-01T11:43:40","date_gmt":"2014-03-01T09:43:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61946"},"modified":"2014-03-01T11:43:40","modified_gmt":"2014-03-01T09:43:40","slug":"v-r-26-13-fuer-klauenpflege-kein-ermaessigter-steuersatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-26-13-fuer-klauenpflege-kein-ermaessigter-steuersatz\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;26\/13 &#8211; F&uuml;r Klauenpflege kein erm&auml;&szlig;igter Steuersatz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.1.2014, V R 26\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">F&uuml;r Klauenpflege kein erm&auml;&szlig;igter Steuersatz<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Klauenpflege ist keine Leistung, die unmittelbar der F&ouml;rderung der Tierzucht dient.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erbringt Leistungen als Klauenpfleger. In seiner Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2007) versteuerte er diese Ums&auml;tze nach dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber ging der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass die Leistungen bei der Klauenpflege dem Regelsteuersatz unterl&auml;gen und erlie&szlig; am 27.&nbsp;Oktober 2008 einen entsprechend ge&auml;nderten Umsatzsteuerjahresbescheid. Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) begr&uuml;ndete dies in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 1179 ver&ouml;ffentlichten Urteil damit, dass &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 des Umsatzsteuergesetzes 2005 (UStG) nicht anwendbar sei. Die Klauenpflege diene nicht unmittelbar den dort bezeichneten Zwecken. Dass es sich um eine Ma&szlig;nahme zur Erhaltung und Verbesserung der Leistungsf&auml;higkeit der Tiere handele, reiche nicht aus. Es handele sich nur um eine allgemeine Gesundheitsma&szlig;nahme im Rahmen der Nutztierhaltung. Auch eine Berufung auf das Unionsrecht f&uuml;hre nicht zu einem anderen Ergebnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger mit der Revision. Ein Antrag auf Beweiserhebung sei zu Unrecht abgelehnt und nicht einmal protokolliert worden. Die Klauenpflege diene unmittelbar der Milchwirtschaft und der Tierzucht. Zudem gelte in &Ouml;sterreich eine g&uuml;nstigere Beurteilung. Anwendbar sei auch &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 UStG, da auch eine Leistung zur Tierpflege vorliege. Ziel der Tierzucht sei die Leistungssteigerung in Bezug auf Milch- und Fleischertrag. Hierf&uuml;r sei eine umfassende Tierpflege und dabei auch die Klauenpflege unerl&auml;sslich. Ohne Klauenpflege vermindere sich der Bestand. F&uuml;r die Tierzucht sei auch die Leistungspr&uuml;fung Klaue unerl&auml;sslich, um die sog. Klauentracht und damit die H&ouml;he der Klauen festzustellen. Die Leistungspr&uuml;fung Klaue diene der genetischen Auslese. Ohne die Klauenpflege k&ouml;nne diese Leistungspr&uuml;fung nicht durchgef&uuml;hrt werden. Erm&auml;&szlig;igt zu besteuern seien auch die Leistungen an Tieren, die an dieser Leistungspr&uuml;fung nicht teilnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klauenpflege f&ouml;rdere anders als die Leistungspr&uuml;fung Klaue nur mittelbar die Tierzucht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Klauenpflege unterliegt nicht dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 UStG ist nicht anwendbar. Danach unterliegt &quot;die Aufzucht und das Halten von Vieh, die Anzucht von Pflanzen und die Teilnahme an Leistungspr&uuml;fungen f&uuml;r Tiere&quot; dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz. Die Klauenpflege geh&ouml;rt als Leistung zur allgemeinen Tierpflege entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers nicht zu den in dieser Vorschrift benannten Leistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Leistungen sind auch nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 UStG erm&auml;&szlig;igt zu besteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Steuerfrei sind nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 UStG die Leistungen, die unmittelbar der Vatertierhaltung, der F&ouml;rderung der Tierzucht, der k&uuml;nstlichen Tierbesamung oder der Leistungs- und Qualit&auml;tspr&uuml;fung in der Tierzucht und in der Milchwirtschaft dienen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 18.&nbsp;Dezember 1996 XI&nbsp;R&nbsp;19\/96 (BFHE 181, 544, BStBl II 1997, 334, unter II.1.) entschieden hat, bezieht &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 UStG die Voraussetzung &quot;unmittelbar &#8230; dienen&quot; auf alle Tatbest&auml;nde dieser Vorschrift.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Unmittelbarkeit setzt dabei nach diesem Urteil voraus, dass die von der Vorschrift beg&uuml;nstigten Zwecke durch die jeweilige Leistung selbst gef&ouml;rdert oder beg&uuml;nstigt werden. Leistungen, die demgegen&uuml;ber nicht selbst den beg&uuml;nstigten Zweck erreichen, sondern eine hierauf gerichtete Leistung erst vorbereiten oder lediglich beg&uuml;nstigen, reichen nicht aus, da sie nicht zwingend zur Erf&uuml;llung des beg&uuml;nstigten Zwecks erforderlich sind und den beg&uuml;nstigten Zweck nur indirekt und mittelbar f&ouml;rdern. Entscheidend ist, dass derartige Leistungen zwar dem F&ouml;rderungszweck zugutekommen, aber der F&ouml;rderungszweck gleichwohl nicht im Vordergrund steht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat das FG unter ausdr&uuml;cklicher Bezugnahme auf das BFH-Urteil in BFHE 181, 544, BStBl II 1997, 334 zu Recht entschieden, dass die Klauenpflege nicht nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 UStG erm&auml;&szlig;igt zu besteuern ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Leistung dient nicht unmittelbar der F&ouml;rderung der Tierzucht, sondern als allgemeine Gesundheitsma&szlig;nahme &#8211;wie im &Uuml;brigen auch eine hinreichende Ern&auml;hrung&#8211; der Nutztierhaltung. Tierhaltung ist aber nicht nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 UStG, sondern nur nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 UStG beg&uuml;nstigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichteten Einwendungen des Kl&auml;gers greifen nicht durch. Auch wenn die Leistungspr&uuml;fung Klaue unmittelbar der F&ouml;rderung der Tierzucht dient, erm&ouml;glicht es die Klauenpflege demgegen&uuml;ber nur, diese Leistungspr&uuml;fung vorzunehmen, so dass von einer blo&szlig; mittelbaren F&ouml;rderung der Tierzucht auszugehen ist. &Uuml;berdies werden auch die Klauen der nicht f&uuml;r die Tierzucht vorgesehenen Tiere gepflegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es handelt sich auch nicht um eine Leistung zur Vatertierhaltung, zur k&uuml;nstlichen Tierbesamung oder zur Leistungs- und Qualit&auml;tspr&uuml;fung in der Tierzucht und in der Milchwirtschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Kl&auml;ger kann sich auch nicht auf einen Anwendungsvorrang des Unionsrechts berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unionsrechtlich beruht &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 UStG auf Art.&nbsp;98 der Richtlinie des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 2006\/112\/EG (MwStSystRL) in Verbindung mit Anhang&nbsp;III Nr.&nbsp;11 zu dieser Richtlinie. Danach k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten einen erm&auml;&szlig;igten Steuersatz auf die &quot;Lieferung von Gegenst&auml;nden und Dienstleistungen, die in der Regel f&uuml;r den Einsatz in der landwirtschaftlichen Erzeugung bestimmt sind, mit Ausnahme von Investitionsg&uuml;tern wie Maschinen oder Geb&auml;uden&quot; anwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zwar steht es dem nationalen Gesetzgeber danach frei, weiter gehend als nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 UStG einen erm&auml;&szlig;igten Steuersatz f&uuml;r (fast) alle sonstigen Leistungen i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;9 UStG und damit f&uuml;r alle Dienstleistungen (Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL) &quot;die in der Regel f&uuml;r den Einsatz in der landwirtschaftlichen Erzeugung bestimmt sind&quot;, anzuordnen, wozu auch die Klauenpflege geh&ouml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu beachten ist aber, dass f&uuml;r die Mitgliedstaaten keine Verpflichtung, sondern nur das Recht besteht, auf die im Anhang&nbsp;III zur MwStSystRL genannten Leistungen einen erm&auml;&szlig;igten Steuersatz anzuwenden und dass f&uuml;r die Mitgliedstaaten nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) im Hinblick auf den Ausnahmecharakter des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes zudem die Befugnis besteht, die in Anhang&nbsp;III zur MwStSystRL aufgef&uuml;hrten Erm&auml;chtigungen auch nur selektiv auszu&uuml;ben und auf einzelne konkrete und spezifische Aspekte der jeweiligen Kategorie von Dienstleistungen zu beschr&auml;nken, sofern dabei der Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t beachtet wird (EuGH-Urteil vom 6.&nbsp;Mai 2010 C-94\/09, Kommission\/ Frankreich, Slg. 2010, I-4261 Rdnrn.&nbsp;28&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Den sich aus der EuGH-Rechtsprechung ergebenden Anforderungen f&uuml;r eine nur selektive Aus&uuml;bung der Befugnis zur Schaffung eines erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes gen&uuml;gt &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 UStG, indem er die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes nur auf bestimmte Leistungen anordnet, die f&uuml;r den Einsatz in der landwirtschaftlichen Erzeugung bestimmt sind und dabei den Kreis der beg&uuml;nstigten Leistungen nach eindeutigen Kriterien umschreibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers liegt auch kein Versto&szlig; gegen den Grundsatz der steuerrechtlichen Neutralit&auml;t darin, dass im grenznahen &Ouml;sterreich f&uuml;r dieselbe Leistung der dort geltende erm&auml;&szlig;igte Steuersatz anzuwenden sein soll. Zum einen richtet sich der Neutralit&auml;tsgrundsatz bei der Gesetzgebung nur an den jeweiligen Mitgliedstaat, so dass unterschiedliche umsatzsteuerrechtliche Regelungen, die auf in der Richtlinie vorgesehenen Erm&auml;chtigungen f&uuml;r die Mitgliedstaaten beruhen, keinen Neutralit&auml;tsversto&szlig; bewirken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen kann es entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers auch nicht durch die T&auml;tigkeit in &Ouml;sterreich ans&auml;ssiger Klauenpfleger f&uuml;r Landwirte im Inland zu einer Wettbewerbsgef&auml;hrdung kommen. Denn nach der im Streitjahr geltenden Fassung von &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;c UStG wurden Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden am Ort der T&auml;tigkeit erbracht. Zu diesen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden geh&ouml;ren auch Tiere (Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;3a Rz&nbsp;413). Leistungen, die &ouml;sterreichische Klauenpfleger an im Inland ans&auml;ssige Landwirte auf deren H&ouml;fen erbringen, unterliegen daher dem Regelsteuersatz des deutschen UStG. Im Hinblick auf derartige Leistungen sind auch keine Vollzugsdefizite zu bef&uuml;rchten, da gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG in seiner im Streitjahr geltenden Fassung der inl&auml;ndische Landwirt Steuerschuldner f&uuml;r derartige Leistungen ausl&auml;ndischer Klauenpfleger ist. Der &Uuml;bergang der Steuerschuld setzt in der Person des Leistungsempf&auml;ngers nur dessen Unternehmereigenschaft voraus, so dass auch Landwirte, die f&uuml;r ihre Ums&auml;tze &sect;&nbsp;24 UStG anwenden, Steuerschuldner sind (zutreffend Abschn.&nbsp;182a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 der Umsatzsteuer-Richtlinien 2005 und Abschn.&nbsp;13b.1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Es liegt auch kein hinreichend dargelegter Verfahrensfehler vor. Das Vorbringen des Kl&auml;gers gen&uuml;gt nicht den Anforderungen an die Geltendmachung eines Verfahrensmangels. &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO ist eine Verfahrensvorschrift, auf deren Einhaltung der Prozessbeteiligte verzichten kann. Der Kl&auml;ger h&auml;tte vortragen m&uuml;ssen, dass die Nichterhebung der angebotenen Beweise in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt worden oder weshalb die R&uuml;ge nicht m&ouml;glich gewesen sei. Aus dem Protokoll des FG vom 16.&nbsp;April 2013 ergibt sich weder, dass der Kl&auml;ger das &Uuml;bergehen des Beweisantrags ger&uuml;gt h&auml;tte, noch, dass er eine Protokollierung der R&uuml;ge verlangt und &#8211;im Falle der Weigerung des Gerichts, die Protokollierung vorzunehmen&#8211; eine Protokollberichtigung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;94 FGO i.V.m. den &sect;&sect;&nbsp;160 Abs.&nbsp;4, 164 der Zivilprozessordnung beantragt h&auml;tte (BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;August 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;322\/04, BFH\/NV 2006, 2280; vom 20.&nbsp;April 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;33\/05, BFH\/NV 2006, 1338, und vom 19.&nbsp;Dezember 2012 V&nbsp;B&nbsp;71\/12, nicht ver&ouml;ffentlicht).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.1.2014, V R 26\/13 F&uuml;r Klauenpflege kein erm&auml;&szlig;igter Steuersatz Leits&auml;tze Klauenpflege ist keine Leistung, die unmittelbar der F&ouml;rderung der Tierzucht dient. Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erbringt Leistungen als Klauenpfleger. In seiner Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2007) versteuerte er diese Ums&auml;tze nach dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz. 2&nbsp; Demgegen&uuml;ber ging der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-26-13-fuer-klauenpflege-kein-ermaessigter-steuersatz\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;26\/13 &#8211; F&uuml;r Klauenpflege kein erm&auml;&szlig;igter Steuersatz<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-61946","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61946"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61946\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61946"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61946"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}