{"id":61953,"date":"2014-03-01T11:43:29","date_gmt":"2014-03-01T09:43:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61953"},"modified":"2014-03-01T11:43:29","modified_gmt":"2014-03-01T09:43:29","slug":"x-b-68-13-pflicht-zur-erhebung-eines-beantragten-beweises-verlust-des-ruegerechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-68-13-pflicht-zur-erhebung-eines-beantragten-beweises-verlust-des-ruegerechts\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;68\/13 &#8211; Pflicht zur Erhebung eines beantragten Beweises; Verlust des R&uuml;gerechts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.1.2014, X B 68\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Pflicht zur Erhebung eines beantragten Beweises; Verlust des R&uuml;gerechts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) sind Ehegatten, die f&uuml;r die Streitjahre 2004 und 2007 zur Einkommensteuer zusammenveranlagt wurden. F&uuml;r die Streitjahre 2005 und 2006 wurden sie getrennt veranlagt; insoweit ist nur der Kl&auml;ger am Verfahren beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erzielte als Versicherungsvertreter Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Seine Einnahmen stammten im Wesentlichen von einer Versicherungsgesellschaft, in geringem Umfang auch von einem Kreditinstitut. Ferner war der Kl&auml;ger bereits seit Mitte der 1990er Jahre Mitinhaber eines Patents zur Benzinherstellung. Die Patentinhaber beabsichtigten, das Patent zu verkaufen. Zu diesem Zweck gr&uuml;ndeten sie im Jahr 2000 eine GmbH, die vor allem im Rahmen der Vermarktung im Ausland auftreten sollte. Im Jahr 2003 kam es im Hinblick auf die Vermarktung des Patents zu einer Joint-Venture-Vereinbarung zwischen den Patentinhabern und einem &auml;gyptischen Partner, die allerdings nicht von s&auml;mtlichen Patentinhabern unterschrieben worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der Gewinnermittlungen f&uuml;r seine T&auml;tigkeit als Versicherungsvertreter zog der Kl&auml;ger seit 2003 Aufwendungen f&uuml;r Reisen nach &Auml;gypten und in andere L&auml;nder des Nahen Ostens sowie Zahlungen an den &auml;gyptischen Partner des Joint Venture (Erstattung von Aufwendungen f&uuml;r die Anmietung eines B&uuml;ros in Kairo) ab. Diese Aufwendungen sollen nach dem Vorbringen des Kl&auml;gers in Zusammenhang mit der Vermarktung des Patents stehen. Einnahmen hieraus erkl&auml;rte er nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte diese Aufwendungen weder f&uuml;r das Jahr 2003 noch f&uuml;r die Streitjahre 2004 bis 2007. Es erteilte dem Kl&auml;ger auf dessen Antrag am 24.&nbsp;November 2009 eine verbindliche Auskunft, wonach die Ver&auml;u&szlig;erung des Patents aus dem Privatverm&ouml;gen keinen steuerbaren Vorgang darstellen w&uuml;rde, weil die in &sect;&nbsp;23 des Einkommensteuergesetzes (EStG) genannte Frist abgelaufen sei. Eine zeitlich begrenzte Verwertung des Patents (Lizenzerteilung) w&uuml;rde zu Eink&uuml;nften nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG f&uuml;hren. Dies gelte allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Rechte nicht zu einem Betriebsverm&ouml;gen geh&ouml;rten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einem Klageverfahren, das u.a. wegen der Einkommensteuer 2003 gef&uuml;hrt wurde, kam es am 25.&nbsp;M&auml;rz 2011 in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem Einzelrichter desselben Senats, der auch die vorliegend angefochtene Entscheidung zu den Streitjahren 2004 bis 2007 erlassen hat, zu einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung. Danach sollte das FA 50&nbsp;% der Aufwendungen f&uuml;r die Reisen nach &Auml;gypten und die Anmietung des B&uuml;ros in Kairo als Betriebsausgaben anerkennen. Die Beteiligten erkl&auml;rten den Rechtsstreit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt; das FA erlie&szlig; einen entsprechenden Teilabhilfebescheid.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schriftsatz vom 25.&nbsp;Februar 2013 beantragten die Kl&auml;ger in dem f&uuml;r die Streitjahre 2004 bis 2007 anh&auml;ngigen Klageverfahren, die Sachgebietsleiterin der Veranlagungsstelle des FA (Frau B) als Zeugin zu vernehmen. Frau B solle bezeugen, dass am 17.&nbsp;September 2009 beim FA ein Er&ouml;rterungstermin im Zusammenhang mit dem Antrag auf Erteilung einer verbindlichen Auskunft stattgefunden habe und w&auml;hrend dieses Termins zwischen den Beteiligten eine Einigung dahingehend erzielt worden sei, dass zwischen den Mitinhabern des Patents eine Bruchteilsgemeinschaft bestehe (&sect;&nbsp;6 Satz&nbsp;2 des Patentgesetzes) und der Kl&auml;ger &quot;als Handelsvertreter zur Patentvermarktung anerkannt&quot; werde. Dies stand in Zusammenhang mit dem weiteren Sachvortrag des Kl&auml;gers, er sei als Handelsvertreter von den anderen Patentinhabern mit der Vermarktung des Patents beauftragt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragte schrifts&auml;tzlich, den Beweisantrag abzulehnen, weil die Beweiserhebung durch Verwertung eines von Frau B gefertigten Vermerks &uuml;ber den Er&ouml;rterungstermin ersetzt werden k&ouml;nne. Der Kl&auml;ger trat dieser Auffassung des FA &#8211;ebenfalls schrifts&auml;tzlich&#8211; entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage &#8211;die noch mehrere weitere Punkte zum Gegenstand hatte&#8211; ab. Zu den Aufwendungen f&uuml;r die Patentvermarktung f&uuml;hrte es aus, ein Zusammenhang mit dem Einzelunternehmen des Kl&auml;gers (Versicherungsagentur) sei nicht gegeben. Auch ein eigenst&auml;ndiger Gewerbebetrieb &quot;Patentvermarktung&quot; sei nicht feststellbar. Das Besteuerungsrecht f&uuml;r das Joint Venture, das als gewerbliche Personengesellschaft anzusehen sei, w&uuml;rde nach dem anzuwendenden Doppelbesteuerungsabkommen ohnehin in &Auml;gypten liegen. Nach dem von Bediensteten des FA gefertigten Vermerk &uuml;ber den Er&ouml;rterungstermin am 17.&nbsp;September 2009 sei es fernliegend, dass das FA die streitgegenst&auml;ndlichen Aufwendungen als Betriebsausgaben habe anerkennen wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde begehren die Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen Verfahrensm&auml;ngeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA tritt der Beschwerde entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Es liegt ein von den Kl&auml;gern geltend gemachter Verfahrensmangel vor, auf dem die Entscheidung des FG beruhen kann (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat seine Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO) sowie den Grundsatz der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme (&sect;&nbsp;81 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) verletzt, indem es dem Antrag der Kl&auml;ger auf Vernehmung von Frau&nbsp;B nicht nachgekommen ist, sondern statt dessen einen Aktenvermerk verwertet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein ordnungsgem&auml;&szlig; gestellter Beweisantrag darf nur unber&uuml;cksichtigt bleiben, wenn das Beweismittel f&uuml;r die zu treffende Entscheidung unerheblich, das Beweismittel unerreichbar bzw. unzul&auml;ssig oder absolut untauglich ist oder wenn die in Frage stehende Tatsache zugunsten des Beweisf&uuml;hrenden als wahr unterstellt werden kann (st&auml;ndige h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung, vgl. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;November 2009 VI&nbsp;B&nbsp;11\/09, BFH\/NV 2010, 650, unter II.1.a, und vom 28.&nbsp;September 2011 X&nbsp;B&nbsp;69\/11, BFH\/NV 2012, 32, unter II.2., beide m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Keiner dieser Ausnahmegr&uuml;nde lag hinsichtlich des im Streitfall gestellten Beweisantrags vor. Insbesondere war der Beweisantrag f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erheblich, da eine wirksam getroffene tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &#8211;ebenso wie die zum Vorjahr 2003 &uuml;ber denselben Sachverhalt in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG erzielte Verst&auml;ndigung&#8211; auch Bindungswirkung f&uuml;r das Gericht entfaltet h&auml;tte. Allein der Umstand, dass das FG &#8211;was sowohl nach Aktenlage als auch nach der Lebenserfahrung durchaus nahe liegt&#8211; offenbar nicht erwartet hat, eine f&ouml;rmliche Beweisaufnahme werde die Tatsachenbehauptungen der Kl&auml;ger zum Ergebnis des Er&ouml;rterungstermins best&auml;tigen, berechtigt nicht dazu, einen ordnungsgem&auml;&szlig; gestellten Beweisantrag zu &uuml;bergehen, weil darin eine vorweggenommene Beweisw&uuml;rdigung l&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Anders als das FA meint, haben die Kl&auml;ger ihr Recht, den Verfahrensmangel zu r&uuml;gen, nicht nach &sect;&nbsp;295 der Zivilprozessordnung i.V.m. &sect;&nbsp;155 FGO verloren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Obwohl diese Vorschrift ihrem Wortlaut nach einen Verlust des R&uuml;gerechts lediglich eintreten l&auml;sst, wenn der Verfahrensfehler bei der &quot;n&auml;chsten&quot; m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht ger&uuml;gt wird, wird sie nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH auch dann herangezogen, wenn sich der gerichtliche Verfahrensfehler und das Unterbleiben einer R&uuml;ge in &quot;derselben&quot; m&uuml;ndlichen Verhandlung ereignen (vgl. zu einem derartigen Sachverhalt BFH-Beschluss vom 3.&nbsp;November 2010 I&nbsp;B&nbsp;102\/10, BFH\/NV 2011, 808, unter 2.&nbsp;b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein R&uuml;geverlust tritt allerdings nicht ein, wenn das FG im Urteil begr&uuml;ndet hat, weshalb es eine beantragte Beweiserhebung nicht durchgef&uuml;hrt hat (BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;November 2008 IX&nbsp;B&nbsp;122\/08, BFH\/NV 2009, 600). Hintergrund dieser Rechtsprechung ist, dass eine ausdr&uuml;ckliche R&uuml;ge durch den Beteiligten in derartigen F&auml;llen eine &uuml;berfl&uuml;ssige F&ouml;rmelei darstellen w&uuml;rde, da bereits aus dem angefochtenen Urteil selbst hervorgeht, dass dem FG die Existenz des &uuml;bergangenen Beweismittels bewusst war (BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;Juni 2011 X&nbsp;B&nbsp;242\/10, BFH\/NV 2011, 1715, unter II.1.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nichts anderes kann aber gelten, wenn das FG &#8211;wie hier&#8211; zwar nicht ausdr&uuml;cklich begr&uuml;ndet, weshalb es den beantragten Beweis nicht erhoben hat, wohl aber den vollen Wortlaut der unter Beweis gestellten Tatsachen unter ausdr&uuml;cklicher Bezugnahme auf den Schriftsatz, in dem der Beweisantrag enthalten war, wiedergibt. Auch in einem solchen Fall kann bereits dem finanzgerichtlichen Urteil entnommen werden, dass dem FG die Existenz des Beweisantrags im Zeitpunkt seiner Entscheidung bewusst war, ohne dass noch weitere Umst&auml;nde zu w&uuml;rdigen w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Vorliegend war der Beweisantrag in dem &#8211;sehr kurzen&#8211; Schriftsatz der Kl&auml;ger vom 25.&nbsp;Februar 2013 enthalten, den das FG ausdr&uuml;cklich erw&auml;hnt. Ebenso zitiert das FG w&ouml;rtlich die von den Kl&auml;gern in diesem Schriftsatz unter Beweis gestellten Tatsachen. Auch nimmt es in diesem Zusammenhang Bezug auf das Schreiben der Kl&auml;ger vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2013, mit dem sie der Auffassung des FA ausdr&uuml;cklich widersprochen haben, die Beweiserhebung k&ouml;nne durch Verwertung eines Vermerks ersetzt werden. Danach kann ausgeschlossen werden, dass das FG den Beweisantrag &uuml;bersehen hat. Eine R&uuml;ge durch die Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung w&auml;re &#8211;zumal die schrifts&auml;tzliche R&uuml;ge vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2013 der m&uuml;ndlichen Verhandlung unmittelbar vorangegangen ist&#8211; in gleicher Weise als &uuml;berfl&uuml;ssige F&ouml;rmelei anzusehen, als wenn das FG, wozu es im &Uuml;brigen verpflichtet gewesen w&auml;re, ausdr&uuml;cklich begr&uuml;ndet h&auml;tte, weshalb es von der Beweiserhebung abgesehen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die weiteren Verfahrensr&uuml;gen der Kl&auml;ger greifen nicht durch. Insoweit sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO von einer Begr&uuml;ndung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r angezeigt, nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO zu verfahren, das angefochtene Urteil aufzuheben und den Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.1.2014, X B 68\/13 Pflicht zur Erhebung eines beantragten Beweises; Verlust des R&uuml;gerechts Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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