{"id":61955,"date":"2014-03-01T11:43:46","date_gmt":"2014-03-01T09:43:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=61955"},"modified":"2014-03-01T11:43:46","modified_gmt":"2014-03-01T09:43:46","slug":"x-s-40-13-pkh-prozesskostenhilfe-pkh-fuer-ein-beabsichtigtes-entschaedigungsklageverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-s-40-13-pkh-prozesskostenhilfe-pkh-fuer-ein-beabsichtigtes-entschaedigungsklageverfahren\/","title":{"rendered":"X&nbsp;S&nbsp;40\/13&nbsp;(PKH) &#8211; Prozesskostenhilfe (PKH) f&uuml;r ein beabsichtigtes Entsch&auml;digungsklageverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.1.2014, X S 40\/13 (PKH)<\/p>\n<p class=\"titel\">Prozesskostenhilfe (PKH) f&uuml;r ein beabsichtigtes Entsch&auml;digungsklageverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Antragsteller wandte sich mit FAX-Schreiben vom 1.&nbsp;Oktober 2013 an das Oberverwaltungsgericht f&uuml;r das Land Nordrhein-Westfalen (OVG) in M&uuml;nster. Im Betreff dieses Schreibens wies er auf seinen Antrag nach &sect;&nbsp;198 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) im Verfahren 13&nbsp;K&nbsp;122\/13 hin. Im Text erl&auml;uterte er, er habe einen Antrag nach &sect;&nbsp;198 GVG beim Nieders&auml;chsischen Finanzgericht (FG) gestellt. Er bat um Weiterleitung seines Schreibens an den Bundesfinanzhof (BFH) zwecks Gew&auml;hrung von Prozesskostenhilfe (PKH) und Beiordnung eines Rechtsanwalts. Dieser Bitte um Weiterleitung kam das OVG nach. Die Gesch&auml;ftsstelle des beschlie&szlig;enden Senats des BFH best&auml;tigte dem Antragsteller hierauf mit Schreiben vom 30.&nbsp;Oktober 2013 den Eingang seines Antrags. Sie belehrte den Antragsteller &uuml;ber die Voraussetzung f&uuml;r die Gew&auml;hrung von PKH. Auch forderte sie den Antragsteller auf, sich zu Grund und H&ouml;he des beabsichtigten Entsch&auml;digungsanspruchs zu &auml;u&szlig;ern. In Reaktion hierauf wandte sich der Antragsteller mit FAX-Schreiben vom 2.&nbsp;November 2013 an das Nieders&auml;chsische FG. Er verlangte Kl&auml;rung, wer f&uuml;r den Antrag nach &sect;&nbsp;198 GVG zust&auml;ndig sei. Sinngem&auml;&szlig; machte er zudem geltend, er gebe bis dahin in der Sache keine weiteren Erkl&auml;rungen ab. Er begehre f&uuml;r das Entsch&auml;digungsklageverfahren PKH wie in dem beim Nieders&auml;chsischen FG anh&auml;ngigen Verfahren 13&nbsp;K&nbsp;122\/13. Das FG leitete das Schreiben und die nachfolgend beim FG eingegangene Erkl&auml;rung des Antragstellers &uuml;ber seine pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse an den BFH weiter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Antrag ist unzul&auml;ssig. Der Antragsteller hat es vers&auml;umt, das Streitverh&auml;ltnis in der gebotenen Weise darzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der BFH ist f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber den PKH-Antrag zust&auml;ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gelten die den Rechtsschutz bei &uuml;berlangen Gerichtsverfahren und strafrechtlichen Ermittlungsverfahren betreffenden Vorschriften des Siebzehnten Titels des GVG mit der Ma&szlig;gabe entsprechend, dass an die Stelle des Oberlandesgerichts (OLG) und des Bundesgerichtshofs der BFH tritt und die FGO anwendbar ist. Wird ein Entsch&auml;digungsanspruch wegen der (angeblich) unangemessenen Dauer eines finanzgerichtlichen Verfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;198 GVG geltend gemacht, ist somit anstelle des OLG (&sect;&nbsp;201 GVG) der BFH zust&auml;ndig. Als Prozessgericht des Entsch&auml;digungsklageverfahrens nach &sect;&nbsp;198 GVG ist der BFH zugleich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;142 Abs.&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;117 Abs.&nbsp;1 und &sect;&nbsp;119 Abs.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung (ZPO) f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber den ein solches Verfahren betreffenden PKH-Antrag zust&auml;ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Antrag ist nicht zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;142 Abs.&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;114 ZPO erh&auml;lt eine Partei, die nach ihren pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen die Kosten der Prozessf&uuml;hrung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, auf Antrag PKH, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. Hierbei ist nach &sect;&nbsp;142 Abs.&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;117 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ZPO in dem PKH-Antrag das Streitverh&auml;ltnis unter Angabe der Beweismittel darzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es entspricht der gefestigten BFH-Rechtsprechung, dass in einem PKH-Antrag, welcher ein erstinstanzliches Verfahren vor dem FG betrifft, das Streitverh&auml;ltnis substantiiert dargestellt werden muss. Aus dieser Darstellung muss erkennbar sein, ob und in welchem Umfang die beabsichtigte Rechtsverfolgung Aussicht auf Erfolg (&sect;&nbsp;114 Satz&nbsp;1 ZPO) hat (BFH-Beschl&uuml;sse vom 21.&nbsp;April 1986 IV&nbsp;B&nbsp;9\/86, BFH\/NV 1986, 762, und vom 29.&nbsp;April 1999 V&nbsp;B&nbsp;17\/98, BFH\/NV 1999, 1442).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller muss in laienhafter Form schildern, inwiefern das von dem Entsch&auml;digungsanspruch betroffene finanzgerichtliche Verfahren unangemessen verz&ouml;gert worden ist. Solche Angaben sind auch einem nicht rechtskundig vertretenen Antragsteller regelm&auml;&szlig;ig m&ouml;glich und zumutbar. Eine Verletzung des Grundsatzes der Rechtsschutzgleichheit f&uuml;r Bemittelte und Unbemittelte (vgl. hierzu Beschluss der 3.&nbsp;Kammer des 1.&nbsp;Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 26.&nbsp;Juni 2003&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1152\/02, Neue Juristische Wochenschrift 2003, 3190) ist mit dem Erfordernis, solche Angaben zu machen, nicht verbunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diesen Anforderungen entspricht der vorliegende PKH-Antrag nicht. Aus diesem ergibt sich lediglich, dass wegen des finanzgerichtlichen Verfahrens 13&nbsp;K&nbsp;122\/13 Entsch&auml;digung begehrt wird. Der Antragsteller hat weder dargelegt, in welcher H&ouml;he er Entsch&auml;digung beansprucht. Auch hat er keinerlei Angaben zum Ablauf dieses Klageverfahrens gemacht. Es ist daher auch nicht einmal ansatzweise erkennbar, weshalb und in welchem Umfang dieses Verfahren vom FG verz&ouml;gert behandelt worden sein soll. Der Antragsteller darf bei einer solchen Sachlage nicht darauf vertrauen, dass der BFH von Amts wegen f&uuml;r ihn t&auml;tig wird (allgemein hierzu BFH-Beschluss in BFH\/NV 1986, 762) und nach Beiziehung der Akten &uuml;berpr&uuml;ft, ob sich Hinweise f&uuml;r eine solche Verz&ouml;gerung feststellen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Klarstellend weist der beschlie&szlig;ende Senat auf Folgendes hin: Auch in der Sache ist nicht davon auszugehen, dass das vom Antragsteller angesprochene Klageverfahren eine unangemessen lange Verfahrensdauer i.S. des &sect;&nbsp;198 GVG aufweist. Ausweislich des Aktenzeichens ist es erst im Jahr 2013 beim Nieders&auml;chsischen FG anh&auml;ngig geworden, die Laufzeit betr&auml;gt damit weniger als ein Jahr und es handelt sich auch um kein Eilverfahren. F&uuml;r eine Entsch&auml;digungsklage fehlt daher die hinreichende Erfolgsaussicht, weshalb auch aus diesem Grund PKH nicht gew&auml;hrt werden kann (Senatsbeschluss vom 26.&nbsp;Juli 2012 X&nbsp;S&nbsp;18\/12&nbsp;(PKH), BFH\/NV 2012, 1822).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine Kostenentscheidung ist nicht zu treffen (Gr&auml;ber\/ Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;142 Rz&nbsp;93).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.1.2014, X S 40\/13 (PKH) Prozesskostenhilfe (PKH) f&uuml;r ein beabsichtigtes Entsch&auml;digungsklageverfahren Tatbestand 1&nbsp; I. Der Antragsteller wandte sich mit FAX-Schreiben vom 1.&nbsp;Oktober 2013 an das Oberverwaltungsgericht f&uuml;r das Land Nordrhein-Westfalen (OVG) in M&uuml;nster. Im Betreff dieses Schreibens wies er auf seinen Antrag nach &sect;&nbsp;198 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) im Verfahren 13&nbsp;K&nbsp;122\/13 hin. 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