{"id":62035,"date":"2014-03-11T12:30:56","date_gmt":"2014-03-11T10:30:56","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62035"},"modified":"2014-03-11T12:30:56","modified_gmt":"2014-03-11T10:30:56","slug":"i-b-5-13-anspruch-auf-rechtliches-gehoer-antrag-auf-terminverlegung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-5-13-anspruch-auf-rechtliches-gehoer-antrag-auf-terminverlegung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;5\/13 &#8211; Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r &#8211; Antrag auf Terminverlegung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.1.2014, I B 5\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r &#8211; Antrag auf Terminverlegung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, hat mit Schriftsatz vom 3.&nbsp;August 2012 Klage gegen die Sch&auml;tzungsbescheide zur Festsetzung der K&ouml;rperschaftsteuer 2010 und des Gewerbesteuermessbetrags 2010 sowie die entsprechenden Versp&auml;tungszuschl&auml;ge erhoben. Die Klage richtete sich zudem gegen den wegen Nichtabgabe der Umsatzsteuererkl&auml;rung 2010 festgesetzten Versp&auml;tungszuschlag. Da der Klageschrift weder die Steuerbescheide noch die Einspruchsentscheidung des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) beigef&uuml;gt waren, wurde der Kl&auml;gerin mit Schriftsatz vom 7.&nbsp;August 2012 eine Ausschlussfrist nach &sect;&nbsp;79b der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Angabe der Tatsachen bis 14.&nbsp;September 2012 gesetzt, durch deren Ber&uuml;cksichtigung oder Nichtber&uuml;cksichtigung sie sich beschwert f&uuml;hle. Nachdem die Kl&auml;gerin hierauf nicht reagiert hatte, wurden die Beteiligten zur m&uuml;ndlichen Verhandlung auf den 4.&nbsp;Dezember 2012 geladen. Am 3.&nbsp;Dezember 2012 ging dem Finanzgericht (FG) per FAX ein Schreiben zu, mit dem die Kl&auml;gerin sich zum einen gegen die Ausschlussfrist gewendet und hierbei darauf hingewiesen hat, dass ihre Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin (M) von Mai 2012 bis 17.&nbsp;August 2012 arbeitsunf&auml;hig gewesen sei; zum anderen hat die Kl&auml;gerin geltend gemacht, dass die Sch&auml;tzung des Gewinns, der Ums&auml;tze und der Vorsteuern ebenso wie die Festsetzung der Versp&auml;tungszuschl&auml;ge willk&uuml;rlich sei. Unmittelbar vor der m&uuml;ndlichen Verhandlung hat die Kl&auml;gerin gleichfalls per FAX, das dem FG am 4.&nbsp;Dezember 2012 um 9:50&nbsp;Uhr zuging, die Aufhebung des Termins beantragt und hierzu vorgetragen, dass M &quot;den heutigen Termin wegen eines technischen Defekts (Ausfall der Elektronik) nicht wahrnehmen k&ouml;nne&quot;. Ein Beleg werde nachgereicht. &quot;Zudem habe (M) wegen dieses unerwarteten &Auml;rgers einen schweren Anfall ihrer chronischen Migr&auml;ne.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die Klage als unzul&auml;ssig abgewiesen. Die Kl&auml;gerin habe nicht nachgewiesen, dass sie den Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht habe wahrnehmen k&ouml;nnen. Auch habe sie die wirksam gesetzte Ausschlussfrist ungenutzt verstreichen lassen. Der Schriftsatz vom 3.&nbsp;Dezember 2012 werde &#8211;so die Vorinstanz&#8211; als versp&auml;tet zur&uuml;ckgewiesen, weil ohne weitere Sachaufkl&auml;rung nicht gepr&uuml;ft werden k&ouml;nne, ob das FA den ihm zustehenden Sch&auml;tzungsrahmen (&sect;&nbsp;162 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) &uuml;berschritten habe. Auch habe die Kl&auml;gerin die Versp&auml;tung nicht gen&uuml;gend entschuldigt. Ein verwendbarer Nachweis f&uuml;r die behauptete Arbeitsunf&auml;higkeit (bis 17.&nbsp;August 2012) von M sei nicht erbracht worden. Dar&uuml;ber hinaus habe sie auch in den bis zum Fristablauf (14.&nbsp;September 2012) verbliebenen vier Wochen nicht reagiert. Die Revision ist vom FG nicht zugelassen worden (FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 4.&nbsp;Dezember 2012&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;6268\/12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die hiergegen gerichtete Beschwerde ist zu verwerfen, weil sie nicht den Anforderungen an die Darlegung der in &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO genannten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision gen&uuml;gt (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Vortrag, die Revision sei wegen eines greifbaren Gesetzesversto&szlig;es (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO) zuzulassen, weil &sect;&nbsp;79b FGO nur die Aufforderung zur Angabe von Tatsachen gestatte, die Kl&auml;gerin sich aber &#8211;wie ihrem Schriftsatz vom 3.&nbsp;Dezember 2012 zu entnehmen&#8211; dagegen wehre, dass die Sch&auml;tzungen des FA nicht nachvollziehbar seien, und sie deshalb nur eine fehlerhafte Gesetzesauslegung geltend mache, ist unschl&uuml;ssig. Er ist deshalb auch nicht geeignet, einen Verfahrensmangel i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO darzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar ist der Kl&auml;gerin im Ausgangspunkt darin zu folgen, dass nach &sect;&nbsp;79b FGO dem Beteiligten keine Rechtsausf&uuml;hrungen abverlangt werden k&ouml;nnen (Th&uuml;rmer in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;79b FGO Rz&nbsp;43). Die Kl&auml;gerin hat jedoch au&szlig;er Acht gelassen, dass zu den Tatsachen i.S. von &sect;&nbsp;79b FGO der dem Rechtsstreit zugrunde liegende Sachverhalt (Th&uuml;rmer in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;79b FGO Rz&nbsp;41) geh&ouml;rt und damit den von der Kl&auml;gerin in ihrer Klagebegr&uuml;ndung vom 3.&nbsp;Dezember 2012 ger&uuml;gten Umstand erfasst, dass nach ihrer Auffassung die Sch&auml;tzungsbescheide ohne nachvollziehbare Angabe der Sch&auml;tzungsgrundlagen ergangen sind. Hinzu kommt, dass der Senat nicht nachvollziehen kann, weshalb die Ausf&uuml;hrungen der Klagebegr&uuml;ndung vom 3.&nbsp;Dezember 2012 geeignet sein sollten, die Rechtswidrigkeit der im Anschluss an die nicht begr&uuml;ndete Klageschrift vom 3.&nbsp;August 2012 gesetzten Ausschlussfrist zu begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nichts anderes ergibt sich, wenn man die Ausf&uuml;hrungen der Beschwerde dahin versteht, dass das FG angesichts der Erl&auml;uterungen der Klagebegr&uuml;ndung nicht mehr nach &sect;&nbsp;79b Abs.&nbsp;3 FGO habe verfahren und damit das Vorbringen der Kl&auml;gerin nicht mehr habe zur&uuml;ckweisen d&uuml;rfen. Der Vortrag ist auch insoweit unschl&uuml;ssig, da die Kl&auml;gerin es vers&auml;umt hat, sich substantiiert mit den Erw&auml;gungen des vorinstanzlichen Urteils auseinanderzusetzen, nach denen die Kl&auml;gerin keine Unterlagen vorgelegt habe und deshalb nicht ohne weitere Sachaufkl&auml;rung h&auml;tte gepr&uuml;ft werden k&ouml;nnen, ob das FA sein Sch&auml;tzermessen fehlerhaft ausge&uuml;bt und den Sch&auml;tzrahmen des &sect;&nbsp;162 AO &uuml;berschritten habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Unsubstantiiert ist ferner die R&uuml;ge, das FG habe das Verfahrensrecht willk&uuml;rlich gehandhabt, weil es &#8211;ohne vorherige eigene Aufkl&auml;rungsbem&uuml;hungen&#8211; die Pr&auml;klusionsfrist des &sect;&nbsp;79b FGO gesetzt habe. Auch insoweit hat es die Kl&auml;gerin vers&auml;umt, sich mit den tragenden Erw&auml;gungen des vorinstanzlichen Urteils auseinanderzusetzen, nach denen die Ausschlussfrist insbesondere dann nach Eingang der Klage aufgegeben werden kann, wenn mit der Klageerhebung weder die angefochtenen Bescheide noch die Einspruchsentscheidung eingereicht werden. Zudem fehlt jede Auseinandersetzung mit der Ansicht des Schrifttums, derzufolge die Fristsetzung nach &sect;&nbsp;79b FGO nicht erfordert, dass das Gericht zuvor die entscheidungserheblichen Tatsachen selbst erarbeitet, und demgem&auml;&szlig; das FG befugt ist, alsbald nach Klageerhebung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;79b FGO zu verfahren (Stalbold in Beermann\/Gosch, &sect;&nbsp;79b FGO Rz&nbsp;43, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Unschl&uuml;ssig ist des Weiteren der Vortrag, das FG habe dadurch den Anspruch der Kl&auml;gerin auf rechtliches Geh&ouml;r (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO, Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes) verletzt, dass es dem Antrag auf Aufhebung des Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung abgelehnt habe. Letzteres ist zwar grunds&auml;tzlich dann zu bejahen, wenn erhebliche Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Aufhebung oder Verlegung des Termins geltend gemacht worden sind (&sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;227 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;). Der Beschwerdeschrift kann dies jedoch nicht entnommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei hat der Senat nicht darauf einzugehen, dass nach st&auml;ndiger Rechtsprechung die Ablehnung einer Termin&auml;nderung selbst bei Vorliegen erheblicher Gr&uuml;nde ermessensgerecht sein kann (z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15.&nbsp;Mai 2007 V&nbsp;B&nbsp;153\/05, juris, betreffend offensichtliche Prozessverschleppungsabsicht sowie die Verletzung von Mitwirkungspflichten bereits im Veranlagungsverfahren und Rechtsbehelfsverfahren). Hierauf ist deshalb nicht einzugehen, weil jedenfalls bei einem &quot;in letzter Minute&quot; gestellten Antrag auf Termin&auml;nderung der Beteiligte auch ohne besondere Aufforderung verpflichtet ist, die Gr&uuml;nde f&uuml;r die Verhinderung so anzugeben und zu untermauern, dass das Gericht die Frage, ob ein f&uuml;r die &Auml;nderung des Termins erheblicher Grund vorliegt oder nicht, selbst beurteilen kann (vgl. BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;Mai 2000 IV&nbsp;B&nbsp;86\/99, BFH\/NV 2000, 1353, betreffend pl&ouml;tzliche Erkrankung). Hieran fehlt es vorliegend erkennbar. Die Begr&uuml;ndung des FAX vom 4.&nbsp;Dezember 2012, M k&ouml;nne den &quot;heutigen Termin wegen eines technischen Defekts (Ausfall Elektronik) nicht wahrnehmen&quot;, ist aus sich heraus nicht verst&auml;ndlich. Er l&auml;sst nicht nur offen, an welchem Gegenstand der genannte technische Defekt aufgetreten ist; selbst wenn man ihn auf ein Kraftfahrzeug beziehen wollte, wird der Zeitpunkt des Schadenseintritts nicht konkret genannt, sondern im folgenden Absatz nur mit den Worten &quot;unerwartetes &Auml;rgernis&quot; umschrieben. Nimmt man hinzu, dass der Antrag auch nicht erl&auml;utert, welche Fahrzeuge M zur Verf&uuml;gung gestanden haben, so war das Schreiben weder geeignet, einen nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen den behaupteten Ereignissen (&quot;technischer Defekt&quot; einerseits und &quot;schwerer Anfall (einer) chronischen Migr&auml;ne&quot; andererseits) herzustellen, noch konnte ihm &#8211;mangels aussagekr&auml;ftiger und substantiierter Aussagen (vgl. Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;91 FGO Rz&nbsp;15&nbsp;f., m.w.N.)&#8211; ein erheblicher Grund i.S. von &sect;&nbsp;227 Abs.&nbsp;1 ZPO (i.V.m. &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO) entnommen werden. Demgem&auml;&szlig; ist auch nicht darauf einzugehen, in welchem Umfang die in einem kurz vor Verhandlungsbeginn gestellten Antrag auf Termin&auml;nderung genannten (erheblichen) Gr&uuml;nde glaubhaft zu machen sind (vgl. hierzu z.B. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2000, 1353).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Unsubstantiiert ist schlie&szlig;lich der Vortrag der Kl&auml;gerin, das vorinstanzliche Urteil beruhe deshalb auf einem Verfahrensmangel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO), weil das FG das Verfahren betreffend den Versp&auml;tungszuschlag zur Umsatzsteuer nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;73 FGO abgetrennt und nach &sect;&nbsp;74 FGO ausgesetzt habe, obwohl im Zeitpunkt des Urteilserlasses eine auf die Feststellung der Nichtigkeit des Umsatzsteuerbescheids 2010 gerichtete Klage anh&auml;ngig gewesen sei. Nach &sect;&nbsp;74 FGO kann das Gericht, wenn die Entscheidung des Rechtsstreits ganz oder zum Teil von dem Bestehen oder Nichtbestehen eines Rechtsverh&auml;ltnisses abh&auml;ngt, das den Gegenstand eines anderen Rechtsstreits bildet, die Verhandlung bis zur Erledigung des anderen Rechtsstreits aussetzen. An einer solchen Abh&auml;ngigkeit fehlt es jedoch, wenn &#8211;wovon vorliegend auszugehen ist&#8211; die Klage gegen den Versp&auml;tungszuschlag zur Umsatzsteuer unzul&auml;ssig ist und der hierauf gr&uuml;ndende Urteilsspruch durch die Entscheidung &uuml;ber den Feststellungsantrag (betreffend die Umsatzsteuer 2010) nicht beeinflusst werden kann (vgl. BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2011 II&nbsp;B&nbsp;152\/10, BFH\/NV 2011, 1008; Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;74 FGO Rz&nbsp;7, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.1.2014, I B 5\/13 Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r &#8211; Antrag auf Terminverlegung Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, hat mit Schriftsatz vom 3.&nbsp;August 2012 Klage gegen die Sch&auml;tzungsbescheide zur Festsetzung der K&ouml;rperschaftsteuer 2010 und des Gewerbesteuermessbetrags 2010 sowie die entsprechenden Versp&auml;tungszuschl&auml;ge erhoben. 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