{"id":62071,"date":"2014-04-26T12:10:13","date_gmt":"2014-04-26T10:10:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62071"},"modified":"2014-04-26T12:10:13","modified_gmt":"2014-04-26T10:10:13","slug":"v-b-76-13-beurteilung-eines-gegenstandes-als-originalerzeugnis-der-bildhauerkunst-rechtliches-gehoer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-76-13-beurteilung-eines-gegenstandes-als-originalerzeugnis-der-bildhauerkunst-rechtliches-gehoer\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;76\/13 &#8211; Beurteilung eines Gegenstandes als &quot;Originalerzeugnis der Bildhauerkunst&quot; &#8211; Rechtliches Geh&ouml;r"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.2.2014, V B 76\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Beurteilung eines Gegenstandes als &quot;Originalerzeugnis der Bildhauerkunst&quot; &#8211; Rechtliches Geh&ouml;r<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weder erfordert die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) noch wird ein Verfahrensmangel geltend gemacht, der auch vorliegt und auf dem die Entscheidung des Finanzgerichts (FG) beruhen kann (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) tr&auml;gt zur Begr&uuml;ndung der von ihm geltend gemachten Divergenz (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative FGO) vor, das FG habe folgenden Rechtssatz aufgestellt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Die Frage, ob ein Gegenstand ein Originalerzeugnis der Bildhauerkunst im Sinne der Anlage&nbsp;2 Nr.&nbsp;53 Buchst.&nbsp;c UStG ist, kann anhand der Herstellungsweise beantwortet werden. Handelt es sich um ein individuell geschaffenes und gestaltetes Einzelst&uuml;ck, liegt ein Originalerzeugnis der Bildhauerkunst vor. Eine Wettbewerbssituation mit handwerklich oder industriell hergestellten Erzeugnissen ist von vornherein ausgeschlossen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Rechtssatz stehe im Widerspruch zu einem ebenfalls entscheidungserheblichen Rechtssatz aus dem Urteil des BFH vom 26.&nbsp;November 1996 VII&nbsp;R&nbsp;54\/96 (BFH\/NV 1997, 724). Dieser laute:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Die Frage, ob ein Gegenstand ein Originalerzeugnis der Bildhauerkunst im Sinne der Anlage&nbsp;2 Nr.&nbsp;53 Buchst.&nbsp;c UStG ist, ist anhand der &auml;u&szlig;eren Gestaltung zu beantworten. &Auml;hnelt der Gegenstand industriell oder handwerklich hergestellten Erzeugnissen, mit denen er zumindest potentiell in einem Wettbewerb steht, haftet ihm der Charakter einer Handelsware an.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Divergenz besteht schon deshalb nicht, weil das FG den behaupteten Rechtssatz weder ausdr&uuml;cklich noch in Gestalt fallbezogener Ausf&uuml;hrungen aufgestellt hat. Das FG hat sich nicht nur formal auf das Urteil des BFH in BFH\/NV 1997, 724 bezogen, sondern es hat sich auch inhaltlich daran orientiert. Dabei hat das FG als f&uuml;r die Bildhauerkunst wesentlich angesehen, ob sich anhand objektiver Merkmale erkennen l&auml;sst, dass eine ganz pers&ouml;nliche Sch&ouml;pfung vorliegt, mit der der K&uuml;nstler einem &auml;sthetischen Ideal Ausdruck verleiht. Damit ist weder gesagt, dass es allein auf die Herstellungsweise ankommt, noch dass jedes individuell geschaffene und gestaltete Einzelst&uuml;ck ein Originalerzeugnis der Bildhauerkunst darstellt. Das FG hat sodann f&uuml;r die einzelnen im Streit befindlichen Gegenst&auml;nde gesondert und ausf&uuml;hrlich dargelegt, aufgrund welcher objektiven gestalterischen Merkmale es davon ausgeht, dass es sich um pers&ouml;nliche Sch&ouml;pfungen des Kl&auml;gers und Beschwerdegegners (Kl&auml;ger) handelt, mit denen dieser seinen &auml;sthetischen Idealen Ausdruck zu verleihen sucht. Bei den objektiven Merkmalen hat das FG weder allein noch ma&szlig;geblich auf die Herstellungsweise abgestellt, sondern auf die individuellen Besonderheiten des jeweiligen Werkes. Im Hinblick auf Spielplatz A und Spielplatz B zum Beispiel hat es detailliert begr&uuml;ndet, durch welche bildhauerischen Gestaltungen der Kl&auml;ger nach Auffassung des FG &quot;aus einem &#8230; Felsen ein luftig-leicht anmutendes Kunstwerk&quot; geschaffen habe. Es ist weder erkennbar, dass das FG seine Beurteilung allein auf die Herstellungsweise st&uuml;tzt, noch lassen die Entscheidungsgr&uuml;nde den Schluss zu, das FG habe jedes individuell geschaffene und gestaltete Einzelst&uuml;ck als ein Originalerzeugnis der Bildhauerkunst beurteilt. Das FG ist vielmehr im Einklang mit dem vom FA als tragend herausgearbeiteten Rechtssatz des BFH-Urteils in BFH\/NV 1997, 724 zu dem Schluss gelangt, dass die Werke des Kl&auml;gers mit handwerklich oder industriell gefertigter Ware nicht zu vergleichen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der vom FA geltend gemachte Verfahrensmangel liegt nicht vor. Das FA tr&auml;gt vor, das FG habe seine &Uuml;berzeugung nicht, wie von &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO vorausgesetzt, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnen und das Recht des FA auf rechtliches Geh&ouml;r (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO) verletzt. Der Vortrag des FA, das FG habe bei der Gewichtung des Gebrauchswertes der Spielpl&auml;tze und Spielanlagen nicht ber&uuml;cksichtigt, dass das FA ausdr&uuml;cklich auf die Bedeutung der Spielanimation hingewiesen habe, tr&auml;gt den geltend gemachten Verfahrensmangel nicht. Das FG hat sich mit der Bedeutung einer zweckentsprechenden Nutzungsm&ouml;glichkeit eines Werkes f&uuml;r dessen Beurteilung als Originalerzeugnis der Bildhauerkunst auseinandergesetzt und ist zu dem Ergebnis gelangt, dass diese die Werke des Kl&auml;gers nicht ma&szlig;gebend pr&auml;ge. Das ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Zum einen ist es Spielpl&auml;tzen und Spielger&auml;ten zu eigen, dass sie auch zur Nutzung animieren sollen. Das ist eine Selbstverst&auml;ndlichkeit, auf die das FG nicht gesondert eingehen musste. Im &Uuml;brigen&nbsp;&nbsp;verpflichtet das Gebot, rechtliches Geh&ouml;r zu gew&auml;hren, das Gericht nicht, die f&uuml;r die Entscheidung ma&szlig;geblichen Gesichtspunkte mit den Beteiligten umfassend zu er&ouml;rtern und ihnen die einzelnen f&uuml;r die Entscheidung ma&szlig;gebenden Gesichtspunkte im Voraus anzudeuten oder das Ergebnis einer Gesamtw&uuml;rdigung einzelner Umst&auml;nde offen zu legen; das Gericht ist insbesondere nicht verpflichtet, der von einem Beteiligten vertretenen Rechtsansicht zu folgen (BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;Januar 2013 IX&nbsp;B&nbsp;74\/12, juris, mit Nachweisen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.2.2014, V B 76\/13 Beurteilung eines Gegenstandes als &quot;Originalerzeugnis der Bildhauerkunst&quot; &#8211; Rechtliches Geh&ouml;r Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. 2&nbsp; Weder erfordert die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) noch wird ein Verfahrensmangel geltend gemacht, der auch vorliegt und auf dem die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-76-13-beurteilung-eines-gegenstandes-als-originalerzeugnis-der-bildhauerkunst-rechtliches-gehoer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;76\/13 &#8211; Beurteilung eines Gegenstandes als &quot;Originalerzeugnis der Bildhauerkunst&quot; &#8211; Rechtliches Geh&ouml;r<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62071","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62071","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62071"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62071\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62071"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62071"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62071"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}