{"id":62091,"date":"2014-04-26T12:08:05","date_gmt":"2014-04-26T10:08:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62091"},"modified":"2014-04-26T12:08:05","modified_gmt":"2014-04-26T10:08:05","slug":"vi-r-61-12-nachweis-der-zwangslaeufigkeit-von-krankheitsbedingten-aufwendungen-fuer-einen-treppenlift-teleologische-extension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-61-12-nachweis-der-zwangslaeufigkeit-von-krankheitsbedingten-aufwendungen-fuer-einen-treppenlift-teleologische-extension\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;61\/12 &#8211; Nachweis der Zwangsl&auml;ufigkeit von krankheitsbedingten Aufwendungen f&uuml;r einen Treppenlift &#8211; teleologische Extension"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.2.2014, VI R 61\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Nachweis der Zwangsl&auml;ufigkeit von krankheitsbedingten Aufwendungen f&uuml;r einen Treppenlift &#8211; teleologische Extension<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Gebrauchsgegenst&auml;nde des t&auml;glichen Lebens i.S. von &sect; 33 Abs. 1 SGB V sind nur solche technischen Hilfen, die getragen oder mit sich gef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen, um sich im jeweiligen Umfeld zu bewegen, zurechtzufinden und die elementaren Grundbed&uuml;rfnisse des t&auml;glichen Lebens zu befriedigen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Ein Treppenlift ist kein Hilfsmittel im Sinne dieser Legaldefinition.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Angesichts des insoweit eindeutigen Wortlauts des &sect; 64 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 Buchst. e EStDV i.d.F. des <noindex>StVereinfG<\/noindex> 2011 und des abschlie&szlig;enden Charakters der Katalogtatbest&auml;nde in &sect; 64 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 Buchst. a bis f EStDV i.d.F. des <noindex>StVereinfG<\/noindex> 2011 ist die Zwangsl&auml;ufigkeit und damit die medizinische Notwendigkeit von Aufwendungen f&uuml;r den Einbau eines solchen Hilfsmittels nicht formalisiert nachzuweisen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Aufwendungen f&uuml;r den Einbau eines Treppenlifts im Jahr 2005 als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung zu ber&uuml;cksichtigen sind. Die Sache befindet sich im zweiten Rechtsgang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist die Alleinerbin ihres am &#8230;&nbsp;Juni 2007 verstorbenen Ehemannes X, mit dem sie im Streitjahr (2005) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurde. Ende des Jahres 2005 lie&szlig;en sich die Kl&auml;gerin und ihr am &#8230;&nbsp;November 1914 geborener, zwischenzeitlich verstorbener Ehemann einen Treppenlift in ihr selbst genutztes Einfamilienhaus einbauen. Hierf&uuml;r entstanden ihnen Kosten in H&ouml;he von 18.664,45&nbsp;EUR. In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machten sie diese Aufwendungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung geltend. Hierzu legten sie dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit Schreiben vom 10.&nbsp;Oktober 2006 ein am 5.&nbsp;Oktober 2006 ausgestelltes &auml;rztliches Attest des Internisten und Hausarztes Dr.&nbsp;A vor, in dem dieser ausf&uuml;hrt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Seit 9\/05 besteht bei o.g. [X] eine weitgehende Einschr&auml;nkung der Gehf&auml;higkeit. Das Zur&uuml;cklegen kurzer Strecken ist ohne Hilfsmittel (Rollator oder Rollstuhl) nicht m&ouml;glich. Mit Hilfsmitteln sind Gehversuche f&uuml;r den Patienten mit starken Schmerzen verbunden. Treppensteigen ist ihm unm&ouml;glich. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Schwerbehinderung mit au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Gehbehinderung sind gegeben.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gleichwohl ber&uuml;cksichtigte das FA die geltend gemachten Kosten f&uuml;r den Einbau des Treppenlifts bei der angefochtenen Einkommensteuerfestsetzung nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung. Auch der Einspruch blieb &#8211;trotz eines weiteren &auml;rztlichen Attests&#8211; insoweit ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2011, 1319 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die Revision der Kl&auml;gerin hob der Bundesfinanzhof (BFH) das klageabweisende Urteil auf und verwies die Sache an das FG zur&uuml;ck (Senatsurteil vom 5.&nbsp;Oktober 2011 VI&nbsp;R&nbsp;14\/11, BFH\/NV 2012, 39). Das FG habe den Abzug der geltend gemachten Aufwendungen f&uuml;r den Einbau des Treppenlifts zu Unrecht allein deshalb versagt, weil die medizinische Notwendigkeit dieser Ma&szlig;nahme nicht durch ein zuvor erstelltes amts&auml;rztliches Attest nachgewiesen worden sei. An dem Erfordernis einer vorherigen amts- oder vertrauens&auml;rztlichen Begutachtung zum Nachweis der medizinischen Notwendigkeit einer Ma&szlig;nahme, die auch zu den nicht abziehbaren Kosten der Lebensf&uuml;hrung (&sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) geh&ouml;ren k&ouml;nnte, halte der erkennende Senat seit dem Senatsurteil vom 11.&nbsp;November 2010 VI&nbsp;R&nbsp;17\/09 (BFHE 232, 40, BStBl II 2011, 969) nicht l&auml;nger fest. Eine abschlie&szlig;ende Entscheidung sei jedoch noch nicht m&ouml;glich, da das FG im zweiten Rechtsgang zu pr&uuml;fen habe, ob der Einbau des Treppenlifts aufgrund der gesundheitlichen Beschwerden des Ehemannes der Kl&auml;gerin medizinisch angezeigt gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im zweiten Rechtsgang wies das FG die Klage erneut ab (EFG 2013, 44). Die Rechtslage habe sich ge&auml;ndert. Deshalb sei das FG nicht an die Entscheidung des BFH im ersten Rechtsgang gebunden. Bei krankheitsbedingten Aufwendungen f&uuml;r Arznei-, Heil- und Hilfsmittel (&sect;&sect;&nbsp;2, 23, 31 bis 33 des F&uuml;nften Buches Sozialgesetzbuch &#8211;SGB&nbsp;V&#8211;) sei die Zwangsl&auml;ufigkeit von Aufwendungen im Krankheitsfall nach &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (EStDV) i.d.F. des Steuervereinfachungsgesetzes (StVereinfG) 2011 bei Aufwendungen f&uuml;r Ma&szlig;nahmen, die ihrer Art nach nicht eindeutig nur der Heilung oder Linderung einer Krankheit dienen k&ouml;nnten und deren medizinische Indikation deshalb schwer zu beurteilen sei, (wieder) durch ein vor Beginn der Heilma&szlig;nahme oder dem Erwerb des medizinischen Hilfsmittels ausgestelltes amts&auml;rztliches Gutachten oder eine vorherige &auml;rztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (&sect;&nbsp;275 SGB&nbsp;V) zu erbringen. Dies gelte insbesondere f&uuml;r medizinische Hilfsmittel i.S. des &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011. Hierzu sei auch ein Treppenlift zu z&auml;hlen. Da die Kl&auml;gerin vorliegend die Zwangsl&auml;ufigkeit der Aufwendungen f&uuml;r den Einbau des Lifts nicht durch ein amts&auml;rztliches Attest nachgewiesen habe, sei die Klage unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG M&uuml;nster vom 18.&nbsp;September 2012&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;3982\/11&nbsp;E aufzuheben, den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2005 vom 24.&nbsp;Januar 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 7.&nbsp;Juni 2010 zu &auml;ndern und die Einkommensteuer unter Ber&uuml;cksichtigung der Aufwendungen f&uuml;r den Einbau des Treppenlifts in H&ouml;he von 18.664&nbsp;EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung auf 256&nbsp;EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Denn das FG hat den Abzug der geltend gemachten Aufwendungen f&uuml;r den Einbau eines Treppenlifts im vorliegenden Fall zu Unrecht allein deshalb versagt, weil die medizinische Notwendigkeit dieser Ma&szlig;nahme nicht durch ein zuvor erstelltes amts&auml;rztliches Attest nachgewiesen worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 EStG wird die Einkommensteuer auf Antrag erm&auml;&szlig;igt, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig gr&ouml;&szlig;ere Aufwendungen als der &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverh&auml;ltnisse, gleicher Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse und gleichen Familienstands (au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung) erwachsen. Zwangsl&auml;ufig erwachsen dem Steuerpflichtigen Aufwendungen dann, wenn er sich ihnen aus rechtlichen, tats&auml;chlichen oder sittlichen Gr&uuml;nden nicht entziehen kann und soweit die Aufwendungen den Umst&auml;nden nach notwendig sind und einen angemessenen Betrag nicht &uuml;bersteigen (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG). Ziel des &sect;&nbsp;33 EStG ist es, zwangsl&auml;ufige Mehraufwendungen f&uuml;r den existenznotwendigen Grundbedarf zu ber&uuml;cksichtigen, die sich wegen ihrer Au&szlig;ergew&ouml;hnlichkeit einer pauschalen Erfassung in allgemeinen Freibetr&auml;gen entziehen. Aus dem Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;33 EStG ausgeschlossen sind dagegen die &uuml;blichen Aufwendungen der Lebensf&uuml;hrung, die in H&ouml;he des Existenzminimums durch den Grundfreibetrag abgegolten sind (u.a. BFH-Urteil vom 29.&nbsp;September 1989 III&nbsp;R&nbsp;129\/86, BFHE 158, 380, BStBl II 1990, 418).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In st&auml;ndiger Rechtsprechung geht der BFH davon aus, dass Krankheitskosten &#8211;ohne R&uuml;cksicht auf die Art und die Ursache der Erkrankung&#8211; dem Steuerpflichtigen aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden zwangsl&auml;ufig erwachsen. Allerdings werden nur solche Aufwendungen als Krankheitskosten ber&uuml;cksichtigt, die zum Zwecke der Heilung einer Krankheit (z.B. Medikamente, Operation) oder mit dem Ziel get&auml;tigt werden, die Krankheit ertr&auml;glich zu machen, beispielsweise Aufwendungen f&uuml;r einen Rollstuhl (BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Juli 1981 VI&nbsp;R&nbsp;77\/78, BFHE 133, 545, BStBl II 1981, 711; vom 13.&nbsp;Februar 1987 III&nbsp;R&nbsp;208\/81, BFHE 149, 222, BStBl II 1987, 427, und vom 20.&nbsp;M&auml;rz 1987 III&nbsp;R&nbsp;150\/86, BFHE 149, 539, BStBl II 1987, 596).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Aufwendungen f&uuml;r die eigentliche Heilbehandlung werden typisierend als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung ber&uuml;cksichtigt, ohne dass es im Einzelfall der nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG an sich gebotenen Pr&uuml;fung der Zwangsl&auml;ufigkeit des Grundes und der H&ouml;he nach bedarf (BFH-Urteile vom 1.&nbsp;Februar 2001 III&nbsp;R&nbsp;22\/00, BFHE 195, 144, BStBl II 2001, 543, und vom 3.&nbsp;Dezember 1998 III&nbsp;R&nbsp;5\/98, BFHE 187, 503, BStBl II 1999, 227, m.w.N.). Eine derart typisierende Behandlung der Krankheitskosten ist zur Vermeidung eines unzumutbaren Eindringens in die Privatsph&auml;re geboten (BFH-Urteil in BFHE 195, 144, BStBl II 2001, 543). Dies gilt aber nur dann, wenn die Aufwendungen nach den Erkenntnissen und Erfahrungen der Heilkunde und nach den Grunds&auml;tzen eines gewissenhaften Arztes zur Heilung oder Linderung der Krankheit angezeigt (vertretbar) sind und vorgenommen werden (vgl. BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Juni 1997 III&nbsp;R&nbsp;84\/96, BFHE 183, 476, BStBl II 1997, 805), also medizinisch indiziert sind (Senatsurteil vom 19.&nbsp;April 2012 VI&nbsp;R&nbsp;74\/10, BFHE 237, 156, BStBl II 2012, 577).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Allerdings hat der Steuerpflichtige die Zwangsl&auml;ufigkeit von Aufwendungen im Krankheitsfall in einer Reihe von F&auml;llen formalisiert nachzuweisen. Bei krankheitsbedingten Aufwendungen f&uuml;r Arznei-, Heil- und Hilfsmittel (&sect;&sect;&nbsp;2, 23, 31 bis 33 SGB&nbsp;V) ist dieser Nachweis nach &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 durch eine Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers zu f&uuml;hren; bei Aufwendungen f&uuml;r Ma&szlig;nahmen, die ihrer Art nach nicht eindeutig nur der Heilung oder Linderung einer Krankheit dienen k&ouml;nnen und deren medizinische Indikation deshalb schwer zu beurteilen ist, verlangt &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a bis f EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 in einer abschlie&szlig;enden Aufz&auml;hlung (vgl. Senatsurteil vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2012 VI&nbsp;R&nbsp;21\/11, BFHE 237, 93, BStBl II 2012, 574; Schmidt\/Loschelder, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;34; Geserich, Deutsches Steuerrecht 2012, 1490 &lt;1493&gt;) ein vor Beginn der Heilma&szlig;nahme oder dem Erwerb des medizinischen Hilfsmittels ausgestelltes amts&auml;rztliches Gutachten oder eine vorherige &auml;rztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (&sect;&nbsp;275 SGB&nbsp;V). Ein solcher qualifizierter Nachweis ist &#8211;aufgrund der in &sect;&nbsp;84 Abs.&nbsp;3f EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 angeordneten verfassungsrechtlich unbedenklichen r&uuml;ckwirkenden Geltung des &sect;&nbsp;64 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 (Senatsurteil in BFHE 237, 156, BStBl II 2012, 577) auch im Streitjahr&#8211; beispielsweise bei Bade- und Heilkuren (&sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011) sowie bei medizinischen Hilfsmitteln, die als allgemeine Gebrauchsgegenst&auml;nde des t&auml;glichen Lebens i.S. von &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 SGB&nbsp;V anzusehen sind (&sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011), erforderlich. Dies hat das FG zutreffend erkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Gebrauchsgegenst&auml;nde des t&auml;glichen Lebens i.S. von &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 SGB&nbsp;V sind allerdings nur solche technischen Hilfen, die getragen oder mit sich gef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen, um sich im jeweiligen Umfeld zu bewegen, zurechtzufinden und die elementaren Grundbed&uuml;rfnisse des t&auml;glichen Lebens zu befriedigen (Senatsurteil in BFHE 237, 93, BStBl II 2012, 574; Urteil des Bundessozialgerichts &#8211;BSG&#8211; vom 6.&nbsp;August 1998 B&nbsp;3&nbsp;KR&nbsp;14\/97&nbsp;R, Sozialrecht 3-2500 &sect;&nbsp;33 Nr.&nbsp;30). Ein Treppenlift ist kein Hilfsmittel im Sinne dieser Legaldefinition (BSG-Urteil in Sozialrecht 3-2500 &sect;&nbsp;33 Nr.&nbsp;30; Urteil des Landessozialgerichts f&uuml;r das Land Niedersachsen vom 2.&nbsp;August 2008 L&nbsp;4&nbsp;KR&nbsp;37\/00, juris). Angesichts des insoweit eindeutigen Wortlauts der Vorschrift ist die Zwangsl&auml;ufigkeit und damit die medizinische Notwendigkeit von Aufwendungen f&uuml;r den Einbau eines Treppenlifts nicht formalisiert nachzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Entgegen der Auffassung des FG ist &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 nicht dahin auszulegen, dass bei medizinischen Hilfsmitteln, die sowohl von kranken als auch von gesunden Menschen angeschafft werden und bei denen daher die medizinische Indikation dieser Anschaffung in Abgrenzung zu den allgemeinen Lebenshaltungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 EStG schwer zu beurteilen ist, stets ein amts&auml;rztliches Attest vor der Anschaffung des Hilfsmittels notwendig ist. Dies gilt umso mehr, wenn sich der Gesetzgeber bei einer Ausnahmeregelung &#8211;wie hier vom Grundsatz der freien Beweisw&uuml;rdigung (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO)&#8211; einer Legaldefinition (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 SGB&nbsp;V) bedient.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) F&uuml;r eine solch weite Auslegung, die &uuml;ber den m&ouml;glichen Wortsinn der Vorschrift hinausgeht, bietet im &Uuml;brigen weder die Entstehungsgeschichte des &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 Anlass noch ist sie &#8211;entgegen der Vorentscheidung&#8211; nach Sinn und Zweck der Norm geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Mit der aufgrund des &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;4 EStG i.d.F. des StVereinfG 2011 ergangenen Regelung des &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 hat der Gesetzgeber die bisherige Verwaltungsauffassung zum Nachweis der Zwangsl&auml;ufigkeit von Krankheitskosten in R&nbsp;33.4 Abs.&nbsp;1 der Einkommensteuer-Richtlinien in das EStG bzw. die EStDV &uuml;bertragen. Hierzu sah er sich aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit und zur Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens veranlasst (BRDrucks 54\/11, 12&nbsp;f.; BTDrucks 17\/6105, 2), nachdem der erkennende Senat mit Urteilen vom 11.&nbsp;November 2010 VI&nbsp;R&nbsp;16\/09 (BFHE 232, 34, BStBl II 2011, 966) und in BFHE 232, 40, BStBl II 2011, 969 entschieden hat, dass das formalisierte Nachweisverlangen mangels gesetzlicher Grundlage keinen Bestand haben k&ouml;nne. Anhaltspunkte daf&uuml;r, den Verweis des &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 auf &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 SGB&nbsp;V dahin zu verstehen, dass medizinische Hilfsmittel im weiteren Sinne stets des formalisierten Nachweises bed&uuml;rfen, lassen sich hieraus nicht gewinnen. Vielmehr spricht das Anliegen des Gesetzgebers, durch die &quot;Neuregelung&quot; Rechtssicherheit zu schaffen, f&uuml;r eine wortgetreue Auslegung der Vorschrift.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Schlie&szlig;lich ist eine &uuml;ber den m&ouml;glichen Wortsinn des Gesetzes hinausgehende Auslegung von &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 auch nicht dem Sinn und Zweck der Vorschrift geschuldet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche teleologische Extension, die darauf abzielt, den zu engen Wortlaut eines Gesetzes auf dessen weiter gehenden Zweck auszudehnen (vgl. die Nachweise bei Dr&uuml;en in Tipke\/ Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;4 AO Rz&nbsp;382), ist nicht bereits dann gerechtfertigt, wenn die vom Gesetzgeber getroffene Entscheidung rechtspolitisch fehlerhaft erscheint. Vielmehr muss die auf den Wortlaut abstellende Auslegung zu einem sinnwidrigen, zu einem der wirtschaftlichen Vernunft widersprechenden Ergebnis oder zu einem so unsinnigen Ergebnis f&uuml;hren, dass es vom Gesetzgeber nicht gewollt sein kann (BFH-Urteil vom 11.&nbsp;April 2013 III&nbsp;R&nbsp;11\/12, BFHE 241, 124, BStBl II 2013, 665, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei Zugrundelegung dieses Ma&szlig;stabs ist eine teleologische Extension des &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 vorliegend nicht gerechtfertigt. Denn auch ohne eine solche Auslegung ist die ungerechtfertigte Inanspruchnahme von Steuervorteilen nicht zu besorgen. Denn sie f&uuml;hrt lediglich dazu, dass der Steuerpflichtige die Zwangsl&auml;ufigkeit (medizinische Notwendigkeit) von medizinischen Hilfsmitteln im weiteren Sinne, die nicht unter &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 SGB&nbsp;V fallen und sowohl von kranken als auch von gesunden Menschen angeschafft werden und bei denen daher die medizinische Indikation dieser Anschaffung in Abgrenzung zu den allgemeinen Lebenshaltungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 EStG schwer zu beurteilen ist, nicht formalisiert nachweisen muss. Es bleibt aber bei den allgemeinen Beweisregeln. Danach hat der Steuerpflichtige die Entstehung au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Belastungen und damit auch die medizinische Notwendigkeit von Aufwendungen f&uuml;r die Anschaffung von medizinischen Hilfsmitteln, die nicht unter &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 SGB&nbsp;V fallen und sowohl von kranken als auch von gesunden Menschen angeschafft werden, zur &Uuml;berzeugung des FG nachzuweisen (vgl. Senatsurteile in BFHE 232, 34, BStBl II 2011, 966, und in BFHE 232, 40, BStBl II 2011, 969).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Vorentscheidung beruht auf einer anderen Rechtsauffassung und ist daher aufzuheben. Der Senat kann jedoch nicht durcherkennen, da die Sache nicht spruchreif ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG wird nunmehr zu pr&uuml;fen haben, ob der Einbau des Treppenlifts aufgrund der gesundheitlichen Beschwerden des Ehemannes der Kl&auml;gerin im Streitjahr medizinisch angezeigt war. Denn Aufwendungen f&uuml;r medizinisch indizierte Ma&szlig;nahmen sind typisierend als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung zu ber&uuml;cksichtigen, ohne dass es im Einzelfall der nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG an sich gebotenen Pr&uuml;fung der Zwangsl&auml;ufigkeit des Grundes und der H&ouml;he nach bedarf. Weiter ist zu beachten, dass nicht nur das medizinisch Notwendige im Sinne einer Mindestversorgung von der Heilanzeige erfasst wird. Medizinisch indiziert (angezeigt) ist vielmehr jedes diagnostische oder therapeutische Verfahren, dessen Anwendung in einem Erkrankungsfall hinreichend gerechtfertigt (angezeigt) ist (Pschyrembel, Klinisches W&ouml;rterbuch, 259.&nbsp;Auflage, Indikation). Dieser medizinischen Wertung hat die steuerliche Beurteilung zu folgen (Senatsurteil in BFHE 232, 40, BStBl II 2011, 969), es sei denn, es liegt ein offensichtliches Missverh&auml;ltnis zwischen dem erforderlichen und dem tats&auml;chlichen Aufwand vor (Senatsurteil in BFHE 133, 545, BStBl II 1981, 711, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die erforderlichen Feststellungen hat das FG nach dem Grundsatz der freien Beweisw&uuml;rdigung (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) zu treffen. Es hat dabei zu ber&uuml;cksichtigen, dass ein von einem Beteiligten vorgelegtes Sachverst&auml;ndigengutachten im finanzgerichtlichen Verfahren lediglich als Privatgutachten zu behandeln und damit als urkundlich belegter Parteivortrag zu w&uuml;rdigen ist. Ein solches Gutachten kann daher nicht als Nachweis f&uuml;r die Richtigkeit des kl&auml;gerischen Vortrags gewertet werden (Senatsurteil in BFHE 232, 40, BStBl II 2011, 969, m.w.N.). Da weder das FA noch das FG die Sachkunde besitzen, um die medizinische Indikation der den Aufwendungen zugrundeliegenden Ma&szlig;nahme zu beurteilen, ist das FG aufgrund seiner Verpflichtung zur Sachaufkl&auml;rung (&sect;&nbsp;76 FGO) gehalten, gegebenenfalls von Amts wegen ein entsprechendes Gutachten zu erheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.2.2014, VI R 61\/12 Nachweis der Zwangsl&auml;ufigkeit von krankheitsbedingten Aufwendungen f&uuml;r einen Treppenlift &#8211; teleologische Extension Leits&auml;tze 1. Gebrauchsgegenst&auml;nde des t&auml;glichen Lebens i.S. von &sect; 33 Abs. 1 SGB V sind nur solche technischen Hilfen, die getragen oder mit sich gef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen, um sich im jeweiligen Umfeld zu bewegen, zurechtzufinden und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-61-12-nachweis-der-zwangslaeufigkeit-von-krankheitsbedingten-aufwendungen-fuer-einen-treppenlift-teleologische-extension\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;61\/12 &#8211; Nachweis der Zwangsl&auml;ufigkeit von krankheitsbedingten Aufwendungen f&uuml;r einen Treppenlift &#8211; teleologische Extension<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62091","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62091","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62091"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62091\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62091"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62091"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62091"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}