{"id":62106,"date":"2014-04-26T12:11:13","date_gmt":"2014-04-26T10:11:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62106"},"modified":"2014-04-26T12:11:13","modified_gmt":"2014-04-26T10:11:13","slug":"v-b-14-14-organschaft-in-der-insolvenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-14-14-organschaft-in-der-insolvenz\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;14\/14 &#8211; Organschaft in der Insolvenz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.3.2014, V B 14\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Organschaft in der Insolvenz<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Es ist ernstlich zweifelhaft, ob die Zusammenfassung mehrerer Personen zu einem Unternehmen durch die umsatzsteuerrechtliche Organschaft nach der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens fortbesteht. Dies gilt gleicherma&szlig;en f&uuml;r die Insolvenzer&ouml;ffnung beim Organtr&auml;ger wie auch bei der Organgesellschaft.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin) ist Unternehmerin. Alleinvertretungsberechtigter Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Antragstellerin war A, daneben bestand auch eine Gesch&auml;ftsf&uuml;hrungsbefugnis f&uuml;r B und C.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin war unmittelbar oder &uuml;ber die Tochtergesellschaft D-GmbH Alleingesellschafter der E-GmbH, F-GmbH, G-GmbH, H-GmbH, I-GmbH und J-GmbH. Mit Ausnahme der J-GmbH war A bei allen Gesellschaften alleinvertretungsberechtigter Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer. Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der J-GmbH waren N, der bei der Antragstellerin zugleich in leitender Funktion t&auml;tig war, und C.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Zeitraum bis zum 1.&nbsp;Mai 2012 gingen die Antragstellerin und der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass alle sechs Tochtergesellschaften Organgesellschaften der Antragstellerin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 5.&nbsp;M&auml;rz 2012 stellte die Antragstellerin beim zust&auml;ndigen Amtsgericht Insolvenzantrag und beantragte Eigenverwaltung. Das zust&auml;ndige Amtsgericht bestellte noch am gleichen Tag P zum vorl&auml;ufigen Sachwalter und ordnete an, dass die Antragstellerin berechtigt war, unter Aufsicht des vorl&auml;ufigen Sachwalters (P) die Insolvenzmasse weiter zu verwalten und &uuml;ber sie zu verf&uuml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 1.&nbsp;Mai 2012 er&ouml;ffnete das Amtsgericht das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Antragstellerin und zeitgleich auch &uuml;ber das Verm&ouml;gen der sechs Tochtergesellschaften. F&uuml;r alle Verfahren wurde Eigenverwaltung i.S. von &sect;&nbsp;270 Abs.&nbsp;1 der Insolvenzordnung (InsO) angeordnet, P wiederum jeweils zum Sachwalter bestellt und Gl&auml;ubigeraussch&uuml;sse eingesetzt. In allen Er&ouml;ffnungsbeschl&uuml;ssen wurde angeordnet, dass die Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;270 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InsO bei der jeweiligen Schuldnerin verbleibe und schuldbefreiende Leistungen nur an diese zu erfolgen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die f&uuml;r die Antragstellerin sowie deren Tochtergesellschaften gesondert abgegebenen Umsatzsteuer-Voranmeldungen f&uuml;r Mai&nbsp;2012 fasste das FA in der Annahme, die Organschaft bestehe fort, zusammen und erlie&szlig; am 5.&nbsp;Juli 2012 einen Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheid Mai&nbsp;2012 gegen&uuml;ber der Antragstellerin in H&ouml;he von 590.413,36&nbsp;EUR. Die Vorauszahlungen der Tochtergesellschaften wurden durch die Bescheide vom 24.&nbsp;Juli 2012 auf 0&nbsp;EUR festgesetzt. Die I-GmbH wurde bei der Festsetzung vom 5.&nbsp;Juli 2012 noch nicht ber&uuml;cksichtigt, sondern erst bei Erlass des &Auml;nderungsbescheids vom 18.&nbsp;Oktober 2012.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 17.&nbsp;Juli 2012 legte die Antragstellerin gegen die Festsetzung der Umsatzsteuer-Vorauszahlung Mai&nbsp;2012 Einspruch ein, da die Organschaft durch die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens beendet worden sei. Das FA wies den Einspruch mit Bescheid vom 1.&nbsp;August 2012 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Hiergegen erhob die Antragstellerin Klage zum Finanzgericht (FG), &uuml;ber die noch nicht entschieden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Antrag der Antragstellerin, die Vollziehung des angefochtenen Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheids Mai&nbsp;2012 auszusetzen, lehnte das FA mit Bescheid vom 10.&nbsp;Oktober 2012 ab. Das FA &auml;nderte sodann die Festsetzung der Umsatzsteuer-Vorauszahlung Mai&nbsp;2012 durch Bescheid vom 20.&nbsp;November 2012, so dass sich eine Umsatzsteuer von 556.802,13&nbsp;EUR ergab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch das FG verneinte in dem in Deutsches Steuerrecht (DStR) 2014, 415 ver&ouml;ffentlichten Beschluss ernstliche Zweifel am Fortbestand der Organschaft. Die organisatorische Eingliederung habe unver&auml;ndert weiter vorgelegen. Die Insolvenzer&ouml;ffnung habe im Hinblick auf das Verfahren der Eigenverwaltung ohne Bestellung von Insolvenzverwaltern bei der Antragstellerin und ihren Tochtergesellschaften hieran nichts ge&auml;ndert. Ob die Eigenverwaltung aufgrund besonderer Befugnisse des Sachwalters zu einer Beendigung der Organschaft f&uuml;hren k&ouml;nne, sei unerheblich, da dem Sachwalter im Streitfall keine derartigen Befugnisse zugestanden h&auml;tten. Abweichendes ergebe sich auch nicht aus Art.&nbsp;11 der Richtlinie des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 2006\/112\/EG (MwStSystRL).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Antragstellerin mit ihrer vom FG zugelassenen Beschwerde. Das FG habe nicht ber&uuml;cksichtigt, dass Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;276a InsO keinen Einfluss auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung des Schuldners h&auml;tten. Es fehle damit an der finanziellen Eingliederung. Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer sei nicht mehr der Gesellschafterversammlung verpflichtet. Es fehle auch die organisatorische Eingliederung. Die Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit werde an den Interessen der Gl&auml;ubiger ausgerichtet, die &Uuml;berwachung erfolge durch Insolvenzorgane wie Sachwalter, Gl&auml;ubigerausschuss und Gl&auml;ubigerversammlung. Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer sei daher mit &quot;zwei H&uuml;ten&quot; t&auml;tig. Die Beherrschung sei somit entfallen, auch wenn derselbe Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer weiter t&auml;tig sei. Der Sachwalter sei nach &sect;&nbsp;280 InsO auch zur Anfechtung berechtigt. Zudem bestehe nach &sect;&nbsp;276 InsO f&uuml;r Rechtshandlungen, die f&uuml;r das Insolvenzverfahren von besonderer Bedeutung seien, ein Zustimmungsvorbehalt zugunsten des Gl&auml;ubigerausschusses. Dies gelte auch im Konzern und stehe einer uneingeschr&auml;nkten Willensdurchsetzung durch den Organtr&auml;ger bei der Organgesellschaft entgegen. Best&auml;tigt werde das Entfallen der Organschaft durch die j&uuml;ngere Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zum Er&ouml;ffnungsverfahren. Entgegen dem FG-Beschluss in DStR 2014, 415 bestehe kein uneingeschr&auml;nktes Zugriffsrecht auf die Verm&ouml;gen der Tochtergesellschaften. Schlie&szlig;lich stehe auch &sect;&nbsp;276a InsO einer finanziellen Eingliederung entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>den Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheid Mai&nbsp;2012 vom 20.&nbsp;November 2012 in H&ouml;he von 3.000&nbsp;EUR in der Vollziehung auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Beschwerde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>P sei mit Einreichung des Insolvenzantrags zun&auml;chst am 5.&nbsp;M&auml;rz 2012 zum vorl&auml;ufigen Sachwalter bestellt worden. Mit der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens am 1.&nbsp;Mai 2012 und der Anordnung von Eigenverwaltung sei P zum Sachwalter bei allen Gesellschaften bestellt worden. Sonderrechte wie etwa Kassenf&uuml;hrungsbefugnis (&sect;&nbsp;275 Abs.&nbsp;2 InsO) h&auml;tten f&uuml;r den Sachwalter nicht bestanden. Es h&auml;tten auch keine Zustimmungspflichten nach &sect;&nbsp;275 Abs.&nbsp;1 InsO und &sect;&nbsp;277 Abs.&nbsp;1 InsO vorgelegen. Bei allen Gesellschaften sei derselbe Sachwalter t&auml;tig gewesen. Zudem sei die Personenidentit&auml;t in den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrungsorganen nicht entfallen. Die Interessen der Muttergesellschaft seien weiter durchsetzungsf&auml;hig gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zul&auml;ssige Beschwerde der Antragstellerin ist begr&uuml;ndet. Das FG hat zu Unrecht ernstliche Zweifel am Fortbestand der Organschaft und damit ernstliche Zweifel der Steuerschuldnerschaft der Antragstellerin f&uuml;r die von den bisherigen Organgesellschaften ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO ist die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsaktes ganz oder teilweise auszusetzen, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Verwaltungsaktes bestehen. Ernstliche Zweifel i.S. von &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO liegen bereits dann vor, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des angefochtenen Bescheides neben f&uuml;r seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung entscheidungserheblicher Tatfragen bewirken (st&auml;ndige Rechtsprechung seit dem BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;Februar 1967 III&nbsp;B&nbsp;9\/66, BFHE 87, 447, BStBl III 1967, 182; BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;April 2009 I&nbsp;B&nbsp;223\/08, BFH\/NV 2009, 1437). Die Entscheidung hier&uuml;ber ergeht bei der im Verfahren der Aussetzung der Vollziehung (AdV) gebotenen summarischen Pr&uuml;fung aufgrund des Sachverhalts, der sich aus dem Vortrag der Beteiligten und der Aktenlage ergibt (vgl. BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;September 2011 I&nbsp;B&nbsp;157\/10, BFHE 235, 215, BStBl II 2012, 590, unter II.2.). Zur Gew&auml;hrung der AdV ist es nicht erforderlich, dass die f&uuml;r die Rechtswidrigkeit sprechenden Gr&uuml;nde im Sinne einer Erfolgswahrscheinlichkeit &uuml;berwiegen (BFH-Beschluss in BFHE 235, 215, BStBl II 2012, 590, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Umsatzsteuerrechtlich begr&uuml;ndet die Organschaft i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG eine Zusammenfassung der Unternehmen mehrerer Personen zu einem Unternehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG wird die gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit nicht selbst&auml;ndig ausge&uuml;bt, wenn eine juristische Person nach dem Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das Unternehmen des Organtr&auml;gers eingegliedert ist (Organschaft). Die Wirkungen der Organschaft sind auf Innenleistungen zwischen den im Erhebungsgebiet gelegenen Unternehmensteilen beschr&auml;nkt (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG). Diese Unternehmensteile sind als ein Unternehmen zu behandeln (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unionsrechtlich beruht dies auf Art.&nbsp;11 MwStSystRL. Danach k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten im Inland ans&auml;ssige Personen, die zwar rechtlich unabh&auml;ngig, jedoch durch gegenseitige finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Beziehungen eng miteinander verbunden sind, zusammen als einen Steuerpflichtigen behandeln. Bei richtlinienkonformer Auslegung entsprechend Art.&nbsp;11 MwStSystRL f&uuml;hrt die Organschaft gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG zu einer &quot;Verschmelzung zu einem einzigen Steuerpflichtigen&quot; (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 22.&nbsp;Mai 2008 C-162\/07, Ampliscientifica und Amplifin, Slg.&nbsp;2008, I-4019 Rdnr.&nbsp;19; zur Behandlung mehrerer Personen als einen Steuerpflichtigen vgl. auch EuGH-Urteile vom 9.&nbsp;April 2013 C-85\/11, Kommission\/Irland, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2013, 418 Rdnrn.&nbsp;35&nbsp;ff., und vom 25.&nbsp;April 2013 C-480\/10, Kommission\/Schweden, UR 2013, 423 Rdnrn.&nbsp;33&nbsp;ff.). Aufgrund dieser Verschmelzung hat der Organtr&auml;ger als Unternehmer die Aufgabe als &quot;Steuereinnehmer&quot; f&uuml;r den gesamten Organkreis wahrzunehmen (BFH-Urteil vom 8.&nbsp;August 2013 V&nbsp;R&nbsp;18\/13, BFHE 242, 433, BFH\/NV 2013, 1747, unter II.3.a, m.w.N. zur EuGH-Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Zusammenfassung zu einem Unternehmen f&uuml;hrt dazu, dass der Organtr&auml;ger Steuerschuldner f&uuml;r alle Leistungen ist, die die Unternehmensteile des Organkreises gegen&uuml;ber Dritten erbringen. So sind die von der Organgesellschaft gegen&uuml;ber Dritten ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze dem Organtr&auml;ger zuzurechnen (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Mai 2005 V&nbsp;R&nbsp;31\/03, BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671, unter II.2.a). Leistungsbez&uuml;ge der Organgesellschaft von Dritten werden dem Organtr&auml;ger gleichfalls zugerechnet und berechtigen diesen zum Vorsteuerabzug (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Oktober 1995 V&nbsp;R&nbsp;71\/93, BFH\/NV 1996, 273, unter II.2.). Leistungsbeziehungen zwischen Organtr&auml;ger und Organgesellschaft sind demgegen&uuml;ber als Innenums&auml;tze nichtsteuerbar und begr&uuml;nden kein Recht auf Vorsteuerabzug (vgl. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Januar 2002 V&nbsp;R&nbsp;37\/00, BFHE 197, 357, BStBl II 2002, 373, Leitsatz&nbsp;2). Die vom Organkreis geschuldete Steuer ist einheitlich in einem gegen&uuml;ber dem Organtr&auml;ger zu erlassenden Steuerbescheid festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Organtr&auml;ger und Organgesellschaft sind aufgrund ihrer Stellung als Steuerschuldner (Organtr&auml;ger) und Haftungsschuldner gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;73 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211; (Organgesellschaft) nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) Gesamtschuldner i.S. von &sect;&nbsp;421 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB). Aufgrund seiner Steuerschuldnerschaft f&uuml;r die Ums&auml;tze des gesamten Organkreises steht dem Organtr&auml;ger daher zivilrechtlich ein Ausgleichsanspruch i.S. von &sect;&nbsp;426 BGB gegen die Organgesellschaft auf Zahlung der Umsatzsteuer zu, die auf ihre Umsatzt&auml;tigkeit entf&auml;llt. Dieser Ausgleichsanspruch beruht nach der BGH-Rechtsprechung darauf, dass der Beteiligte am Organkreis, aus dessen Ums&auml;tzen die an das FA gezahlten Umsatzsteuerbetr&auml;ge herr&uuml;hren, im Innenverh&auml;ltnis zwischen den dem Organkreis angeh&ouml;renden Personen auch die Steuerlast zu tragen hat. Der BGH f&uuml;hrt hierf&uuml;r zutreffend an, dass die Umsatzzurechnung zum Organtr&auml;ger ohne zivilrechtlichen Innenausgleich dem Grundsatz der Belastungsneutralit&auml;t widerspr&auml;che, da es sonst zu erheblichen Verm&ouml;gensverschiebungen zwischen den am Organkreis beteiligten Rechtstr&auml;gern k&auml;me (BGH-Urteil vom 29.&nbsp;Januar 2013 II&nbsp;ZR&nbsp;91\/11, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2013, 537, unter II.2.b). Ebenso w&uuml;rde der Grundsatz der Belastungsneutralit&auml;t auf Unternehmensebene systemwidrig durchbrochen, wenn das Recht zum Vorsteuerabzug f&uuml;r die an eine Organgesellschaft erbrachten Lieferungen und Leistungen zivilrechtlich dem Organtr&auml;ger zugewiesen w&uuml;rde (BGH-Urteil in HFR 2013, 537, unter II.2.c bb). Somit erfolgt die Verteilung von Umsatzsteuerlast und Vorsteuerabzugsrecht gleicherma&szlig;en nach dem Verursacherprinzip (BGH-Urteil in HFR 2013, 537, unter II.2.d aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenstand des Ausgleichsanspruchs ist dabei ein Saldobetrag, der sich zu Lasten oder zu Gunsten der Organgesellschaft aus einer fiktiven auf die Organgesellschaft bezogenen Steuerberechnung ergibt (vgl. zur Parallelfrage der Bestimmung des Haftungsumfangs der Organgesellschaft gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;73 AO zutreffend Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;18 Anhang&nbsp;1 Rz&nbsp;63). Dementsprechend geht der BGH von einem Ausgleichsanspruch in H&ouml;he des Betrages aus, der sich aus den &quot;internen&quot; Umsatzsteuervoranmeldungen der Organgesellschaft nach Saldierung von Vorsteuerbetr&auml;gen und &quot;Umsatzsteuerschulden&quot; ergibt (BGH-Urteil in HFR 2013, 537, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) F&uuml;hrt z.B. die Bestellung eines vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters mit allgemeinem Zustimmungsvorbehalt dazu, dass der Organtr&auml;ger zu einer Willensdurchsetzung in der Organschaft nicht mehr in der Lage ist und er daher den ihm gegen die Organgesellschaft zustehenden Ausgleichsanspruch aufgrund insolvenzrechtlicher Besonderheiten nicht mehr verwirklichen kann, entf&auml;llt die organisatorische Eingliederung und mithin die Organschaft (BFH-Urteil in BFHE 242, 433, BFH\/NV 2013, 1747, unter II.3.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Anders als das Umsatzsteuerrecht bei der Organschaft fasst das Insolvenzrecht Verfahren mehrerer Personen nicht zusammen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InsO kann das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen jeder nat&uuml;rlichen und jeder juristischen Person er&ouml;ffnet werden. Dies gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 InsO auch f&uuml;r das Verm&ouml;gen einer Gesellschaft ohne Rechtspers&ouml;nlichkeit wie z.B. einer offenen Handelsgesellschaft oder einer Kommanditgesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Insolvenzrecht enth&auml;lt bislang keine Regelungen, die im Fall einer Konzerninsolvenz ein einheitliches Insolvenzverfahren f&uuml;r mehrere Konzerngesellschaften erm&ouml;glichen (zur Reform&uuml;berlegung vgl. z.B. Siemon, Neue Zeitschrift f&uuml;r das Recht der Insolvenz und Sanierung; das gesamte Verfahren der Unternehmens- und Verbraucherinsolvenz 2014, 55, und Verhoeven, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Insolvenzrecht 2014, 217). Sowohl hinsichtlich der Feststellung des Insolvenzgrundes als auch in Bezug auf die Abwicklung des Insolvenzverfahrens bleiben verbundene Unternehmen daher insolvenzrechtlich selbst&auml;ndig. Dabei scheidet die Bildung einer einheitlichen Haftungsmasse bestehend aus mehreren rechtlich selbst&auml;ndigen Konzerngesellschaften aus, da ansonsten der unterschiedliche Umfang der Gl&auml;ubigerrechte, wie sie im Verh&auml;ltnis zu den einzelnen Insolvenzschuldnern bestehen, missachtet w&uuml;rde (vgl. Hirte in Uhlenbruck, Insolvenzordnung, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;11 Rz&nbsp;394). Die Insolvenz eines herrschenden Unternehmens erstreckt sich daher nach geltendem Recht nur auf dessen Verm&ouml;gen, nicht dagegen auf das Verm&ouml;gen seiner Tochtergesellschaften (Hirte in Uhlenbruck, a.a.O., &sect;&nbsp;11 Rz&nbsp;395). Die Verm&ouml;gensmassen insolvenzf&auml;higer Gesellschaften und Personen sind dementsprechend trotz konzernm&auml;&szlig;igen Verbundes getrennt abzuwickeln (Maus in Uhlenbruck, a.a.O., &sect;&nbsp;80 Rz&nbsp;34), so dass es keine Konzerninsolvenz gibt (Peters in M&uuml;nchener Kommentar zur Insolvenzordnung, 3.&nbsp;Aufl., 2013, &sect;&nbsp;35 Rz&nbsp;72; vgl. Ehricke in Jaeger, Insolvenzordnung, 2004, &sect;&nbsp;11 Rz&nbsp;32).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Folge dieser insolvenzrechtlichen Einzelbetrachtung ist, dass Anspr&uuml;che, die zwischen den Personen bestehen, die umsatzsteuerrechtlich einem Organkreis angeh&ouml;ren, im Insolvenzfall nur nach den allgemeinen insolvenzrechtlichen Regelungen geltend gemacht werden k&ouml;nnen. Daher ist zwischen Insolvenzforderungen (&sect;&nbsp;38 InsO), die zur Insolvenztabelle anzumelden sind (&sect;&sect;&nbsp;174&nbsp;ff. InsO), und bevorrechtigten Masseverbindlichkeiten (&sect;&nbsp;55 InsO) zu unterscheiden. Dies gilt auch f&uuml;r die Anspr&uuml;che Dritter gegen die dem Organkreis angeh&ouml;rigen Personen. So bestehen auch f&uuml;r das FA im Insolvenzfall nach &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO keine Vorrechte, so dass es Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis (&sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;1 AO) ebenfalls nur als Insolvenzforderung oder Masseverbindlichkeit geltend machen kann (vgl. BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Mai 2009 XI&nbsp;R&nbsp;63\/07, BFHE 225, 278, BStBl II 2010, 11, unter II.2.a aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Es ist ernstlich zweifelhaft, ob die Zusammenfassung mehrerer Personen zu einem Unternehmen durch die umsatzsteuerrechtliche Organschaft nach der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens (&sect;&nbsp;27 InsO) fortbesteht. Dies gilt gleicherma&szlig;en f&uuml;r die Insolvenzer&ouml;ffnung beim Organtr&auml;ger wie auch bei der Organgesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der insolvenzrechtliche Einzelverfahrensgrundsatz (s. oben II.3.b) spricht gegen den Fortbestand der Organschaft bei einer Insolvenzer&ouml;ffnung &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Organtr&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat hat bereits f&uuml;r die nach der Konkursordnung bestehende Rechtslage entschieden, dass &quot;eine Organschaft ausnahmsweise mit dem Konkurs des Organtr&auml;gers enden kann, wenn sich der Konkurs nicht auf die Organgesellschaft erstreckt und der Konkursverwalter auf ihre laufende Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung keinen Einflu&szlig; nimmt&quot; (BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Januar 1999 V&nbsp;R&nbsp;32\/98, BFHE 187, 355, BStBl II 1999, 258, unter II.1.). Der Senat hat hierf&uuml;r insbesondere angef&uuml;hrt, konkursrechtlich sei zwischen dem Verm&ouml;gen des Organtr&auml;gers und dem Verm&ouml;gen der Organgesellschaft zu unterscheiden. W&auml;hrend das Verm&ouml;gen des Organtr&auml;gers in die Konkursmasse falle, bleibe das Verm&ouml;gen der Organgesellschaft konkursfrei. Die Umsatzsteuer aus den Aktivit&auml;ten der Organtr&auml;gerin z&auml;hle zu den Massekosten oder Masseschulden, sei aus der Konkursmasse zu berichtigen und in einem an die Konkursverwalter des Organtr&auml;gers zu richtenden Steuerbescheid geltend zu machen. Die Umsatzsteuer aus den Aktivit&auml;ten der Organgesellschaft sei nicht aus der Konkursmasse zu berichtigen und dementsprechend auch nicht in einem an die Konkursverwalter des Organtr&auml;gers zu richtenden Steuerbescheid geltend zu machen (BFH-Urteil in BFHE 187, 355, BStBl II 1999, 258, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Unter der Geltung der Insolvenzordnung ist dar&uuml;ber hinaus zu beachten, dass das FA &#8211;bei Annahme eines Fortbestands der Organschaft&#8211; den sich f&uuml;r den Organkreis ergebenden Steueranspruch f&uuml;r Umsatzt&auml;tigkeiten nach Insolvenzer&ouml;ffnung nur insoweit durch Steuerbescheid gegen den Organtr&auml;ger festsetzen kann, als es sich um eine Masseverbindlichkeit des Unternehmers &#8211;hier des Organtr&auml;gers&#8211; handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar ist der Umsatzsteueranspruch f&uuml;r eine Umsatzt&auml;tigkeit nach Insolvenzer&ouml;ffnung Masseverbindlichkeit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InsO, da es sich um eine &quot;durch die Verwaltung, Verwertung und Verteilung der Insolvenzmasse begr&uuml;ndet[e]&quot; Verbindlichkeit handelt (BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Januar 2009 V&nbsp;R&nbsp;64\/07, BFHE 224, 24, BStBl II 2009, 682, unter II.1.). Dies gilt aber nur f&uuml;r den Umsatzsteueranspruch aus der eigenen Umsatzt&auml;tigkeit des Organtr&auml;gers, nicht aber auch f&uuml;r den Umsatzsteueranspruch, der auf die Umsatzt&auml;tigkeit seiner Organgesellschaften entf&auml;llt. Denn die Umsatzsteuer f&uuml;r die Umsatzt&auml;tigkeit der Organgesellschaft geh&ouml;rt nicht zur Verwaltung, Verwertung und Verteilung der Insolvenzmasse, die sich auf das rechtlich eigene Verm&ouml;gen des Organtr&auml;gers bezieht und sich nicht auf das Verm&ouml;gen der Organgesellschaften erstreckt (s. oben II.3.b). Insolvenzrechtlich best&uuml;nde daher f&uuml;r das FA allenfalls die M&ouml;glichkeit, einen auf die eigene Umsatzt&auml;tigkeit des Organtr&auml;gers beschr&auml;nkten Steuerbescheid zu erlassen und die Organgesellschaft als Haftende nach &sect;&nbsp;73 AO in Anspruch zu nehmen. Dies ist mit dem umsatzsteuerrechtlichen Grundsatz der organschaftlichen Unternehmenseinheit (s. oben II.2.b) nicht vereinbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im Hinblick auf die sich aus dem Insolvenzrecht ergebenden Einschr&auml;nkungen bestehen somit ernstliche Zweifel, ob der Senat der im Schrifttum vertretenen Auffassung beipflichten k&ouml;nnte, nach der die Insolvenzer&ouml;ffnung &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Organtr&auml;gers f&uuml;r die Organschaft ohne Bedeutung sei (so z.B. Birkenfeld in Birkenfeld\/W&auml;ger, Umsatzsteuer-Handbuch, &sect;&nbsp;44 Rz&nbsp;411; Klenk in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;135, und Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;1016, und Schmittmann, Zeitschrift f&uuml;r Steuern &#038; Recht 2007, 191&nbsp;ff., allerdings ohne Auseinandersetzung mit dem insolvenzrechtlichen Einzelverfahrensgrundsatz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der insolvenzrechtliche Einzelverfahrensgrundsatz steht auch einem Fortbestand der Organschaft bei einer Insolvenzer&ouml;ffnung &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Organgesellschaft entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Annahme eines Fortbestands der Organschaft trotz Insolvenzer&ouml;ffnung bei der Organgesellschaft f&uuml;hrte dazu, dass der Organtr&auml;ger Steuerschuldner auch f&uuml;r die Umsatzsteuer bliebe, die auf Umsatzt&auml;tigkeiten der Organgesellschaft nach Verfahrenser&ouml;ffnung entf&auml;llt. Als &quot;Steuereinnehmer&quot; (s. oben II.2.a) f&uuml;r diese Umsatzsteuer kann der Organtr&auml;ger aber nur angesehen werden, wenn er zumindest dem Grundsatz nach in der Lage ist, den ihm aufgrund seiner Steuerschuldnerschaft zustehenden Ausgleichsanspruch gegen die Organgesellschaft auch durchzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Mit der Insolvenzer&ouml;ffnung &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Organgesellschaft kann der Organtr&auml;ger seinen Ausgleichsanspruch nur durchsetzen, wenn dieser insolvenzrechtlich eine Masseverbindlichkeit nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 InsO ist. Dies ist bei summarischer Pr&uuml;fung zu verneinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Zwar ist der Umsatzsteueranspruch, der sich f&uuml;r eine Umsatzt&auml;tigkeit ergibt, die eine Organgesellschaft nach der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber ihr Verm&ouml;gen aus&uuml;bt, eine Masseverbindlichkeit dieser Gesellschaft, wenn keine Organschaft best&uuml;nde. Dies gilt aber nicht f&uuml;r den zivilrechtlichen Ausgleichsanspruch des Organtr&auml;gers gegen die Organgesellschaft im Fall des Fortbestehens der Organschaft. Der Ausgleichsanspruch ergibt sich weder aus einer Handlung des Insolvenzverwalters noch ist der Ausgleichsanspruch durch die Verwaltung, Verwertung und Verteilung der Insolvenzmasse der Organgesellschaft begr&uuml;ndet (&sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InsO), die bei einem angenommenen Fortbestand der Organschaft nicht Steuerschuldner ist. Ist von einem Fortbestehen der Organschaft auszugehen, beruht der Ausgleichsanspruch vielmehr auf der umsatzsteuerrechtlichen Organschaft, nicht aber auf der Verwaltung der Insolvenzmasse der Organgesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der sich gesetzlich aus einem Gesamtschuldverh&auml;ltnis ergebende Ausgleichsanspruch (s. oben II.2.c) ist auch keine Verbindlichkeit aus einem gegenseitigen Vertrag i.S. von &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 InsO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Der Ausgleichsanspruch des Organtr&auml;gers ist auch keine Verbindlichkeit &quot;aus einer ungerechtfertigten Bereicherung der Masse&quot; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 InsO. Dies setzt eine unmittelbare Bereicherung der Insolvenzmasse voraus (Sinz in Uhlenbruck, a.a.O., &sect;&nbsp;55 Rz&nbsp;87, und Hefermehl, in M&uuml;nchener Kommentar zur Insolvenzordnung, 3.&nbsp;Aufl., 2013, &sect;&nbsp;55 Rz&nbsp;209). Zudem muss die Massebereicherung ohne rechtlichen Grund erfolgt sein (Sinz in Uhlenbruck, a.a.O., &sect;&nbsp;55 Rz&nbsp;89, und Hefermehl, a.a.O., &sect;&nbsp;55 Rz&nbsp;215).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar kann die Organgesellschaft, die nach der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens steuerpflichtig Leistungen erbringt und hierf&uuml;r Gegenleistungen bestehend aus Entgelt und Umsatzsteuer vereinnahmt, im Hinblick auf den Umsatzsteueranteil, der &#8211;bei einem unterstellten Fortbestand der Organschaft&#8211; vom Organtr&auml;ger zu versteuern ist, als unmittelbar bereichert angesehen werden. Diese Bereicherung erfolgt aber nicht ohne rechtlichen Grund, da die Organgesellschaft zivilrechtlich Inhaber des Anspruchs auf die &#8211;auch den Umsatzsteueranteil umfassende&#8211; Gegenleistung ist. Dar&uuml;ber hinaus ist die Organgesellschaft in Bezug auf die von ihr vereinnahmte Umsatzsteuer auch nicht herausgabepflichtig und somit im Verh&auml;ltnis zum Organtr&auml;ger nicht ohne rechtlichen Grund bereichert, da sich der Ausgleichsanspruch zwischen Organtr&auml;ger und Organgesellschaft nicht auf eine vereinnahmte Umsatzsteuer, sondern auf den Saldobetrag bezieht, der sich bei einer auf die Organgesellschaft bezogenen (fiktiven) Steuerberechnung ergibt (s. oben II.2.c). Diese Eigenst&auml;ndigkeit des Ausgleichsanspruchs gegen&uuml;ber der von der Organgesellschaft vereinnahmten Umsatzsteuer, schlie&szlig;t die Anwendung von &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 InsO aus, zumal der BGH den Ausgleichsanspruch zivilrechtlich auf den Gesamtschuldnerausgleich, nicht aber auf Bereicherungsrecht st&uuml;tzt (BGH-Urteil in HFR 2013, 537; Anspr&uuml;che aus Bereicherungsrecht verneinen auch Pyszka\/Hahn, GmbH-Rundschau 2010, 689&nbsp;ff., 691).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Aufgrund dieser insolvenzrechtlichen Besonderheiten kommt es f&uuml;r den Fortbestand der Organschaft auch nicht darauf an, ob f&uuml;r die Organgesellschaft Eigenverwaltung (&sect;&nbsp;270 InsO) angeordnet wurde und f&uuml;r einen im Rahmen der Eigenverwaltung t&auml;tigen Sachwalter (&sect;&nbsp;274 InsO) besondere Befugnisse wie Kassenf&uuml;hrung (&sect;&nbsp;275 Abs.&nbsp;2 InsO) und\/oder Zustimmungsbed&uuml;rftigkeit (&sect;&nbsp;277 InsO) bestehen. Soweit demgegen&uuml;ber nach dem Vorliegen derartiger Sonderrechte f&uuml;r den Sachwalter unterschieden und von einem Fortbestand der Organschaft f&uuml;r den Fall ausgegangen wird, dass Eigenverwaltung ohne Sonderbefugnisse f&uuml;r den Sachwalter angeordnet wird (Oberfinanzdirektion &#8211;OFD&#8211; Hannover vom 6.&nbsp;August 2007 S&nbsp;7105-49-StO&nbsp;172, juris, Tz.&nbsp;1.3.2, und dem folgend Birkenfeld, a.a.O., &sect;&nbsp;44 Rz&nbsp;423; Meyer in Offerhaus\/S&ouml;hn\/Lange, &sect;&nbsp;2 UStG Rz&nbsp;97, und Schmittmann, ZSteu 2007, 192) erfolgt dies ohne Ber&uuml;cksichtigung des insolvenzrechtlichen Einzelverfahrensgrundsatzes (vgl. oben II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Wird &uuml;ber das Verm&ouml;gen von Organtr&auml;ger und Organgesellschaft das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet, ist aufgrund des insolvenzrechtlichen Einzelverfahrensgrundsatzes gleichfalls von einer Beendigung der Organschaft auszugehen. Hierf&uuml;r ist unerheblich, ob das Insolvenzgericht f&uuml;r Organtr&auml;ger und Organgesellschaft denselben oder unterschiedliche Insolvenzverwalter bestellt (zutreffend Roth, Insolvenzsteuerrecht, 2011, 476&nbsp;f. im Hinblick auf den Grundsatz der Interessenwahrung des jeweiligen Gl&auml;ubigerkreises; a.A. aber OFD Frankfurt a.M. vom 20.&nbsp;Juli 2009, UR 2010, 155, Tz.&nbsp;2.3; Birkenfeld, a.a.O., &sect;&nbsp;44 Rz&nbsp;431, und Stadie, a.a.O., &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;1012, und Schmittmann, ZSteu 2007, 192&nbsp;f.) oder ob es Eigenverwaltung anordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Im Streitfall ist danach ernstlich zweifelhaft, ob die Organschaft &uuml;ber die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens hinaus bestanden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entgegen dem Beschluss des FG ergeben sich diese Zweifel aus dem insolvenzrechtlichen Einzelverfahrensgrundsatz, den das FG nicht hinreichend ber&uuml;cksichtigt hat. Auf die im bisherigen Verfahren streitige Frage, welche Bedeutung die Ausgestaltung der Eigenverwaltung hat, kommt es demgegen&uuml;ber nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Hinblick auf die Er&ouml;ffnung von Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Antragstellerin &#8211;als bisherige Organtr&auml;gerin&#8211; wie auch &uuml;ber die Verm&ouml;gen ihrer Tochtergesellschaften &#8211;als bisherige Organgesellschaften&#8211; kann dabei offenbleiben, welches der Insolvenzverfahren zur Beendigung der Organschaft f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob die Fortdauer der Organschaft daran scheitert, dass die insolvenzrechtlichen Besonderheiten einer finanziellen und\/oder einer organisatorischen Eingliederung entgegenstehen und\/oder ob die Organschaft aufgrund der insolvenzrechtlichen Besonderheiten nach dem Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse zu verneinen ist, ist im summarischen Verfahren nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.3.2014, V B 14\/14 Organschaft in der Insolvenz Leits&auml;tze Es ist ernstlich zweifelhaft, ob die Zusammenfassung mehrerer Personen zu einem Unternehmen durch die umsatzsteuerrechtliche Organschaft nach der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens fortbesteht. Dies gilt gleicherma&szlig;en f&uuml;r die Insolvenzer&ouml;ffnung beim Organtr&auml;ger wie auch bei der Organgesellschaft. Tatbestand 1&nbsp; I. Die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-14-14-organschaft-in-der-insolvenz\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;14\/14 &#8211; Organschaft in der Insolvenz<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62106","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62106","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62106"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62106\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}