{"id":62123,"date":"2014-04-26T12:04:58","date_gmt":"2014-04-26T10:04:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62123"},"modified":"2014-04-26T12:04:58","modified_gmt":"2014-04-26T10:04:58","slug":"vi-r-20-12-aufwendungen-fuer-die-unterbringung-im-seniorenwohnstift-als-aussergewoehnliche-belastungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-20-12-aufwendungen-fuer-die-unterbringung-im-seniorenwohnstift-als-aussergewoehnliche-belastungen\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;20\/12 &#8211; Aufwendungen f&uuml;r die Unterbringung im Seniorenwohnstift als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.11.2013, VI R 20\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufwendungen f&uuml;r die Unterbringung im Seniorenwohnstift als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Aufwendungen f&uuml;r die krankheitsbedingte Unterbringung in einem Seniorenwohnstift sind zwangsl&auml;ufig i.S. des &sect; 33 EStG. Sie sind nach Ma&szlig;gabe der f&uuml;r Krankheitskosten geltenden Grunds&auml;tze als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen zu ber&uuml;cksichtigen, soweit sie nicht au&szlig;erhalb des Rahmens des &Uuml;blichen liegen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Abziehbarkeit von Aufwendungen f&uuml;r die Unterbringung in einem Seniorenwohnstift als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach &sect;&nbsp;33 des Einkommensteuergesetzes (EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die am 12.&nbsp;Juni 1929 geborene Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) wurde in den Streitjahren 2004 und 2005 mit ihrem Ehemann zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Ehemann der Kl&auml;gerin ist am 26.&nbsp;Februar 2005 verstorben. Er wurde von seinen Kindern zu je einem Drittel beerbt. Im Dezember 1997 hatte die Kl&auml;gerin eine Gehirnblutung erlitten, die zu gesundheitlichen Beeintr&auml;chtigungen f&uuml;hrte. Ihr wurden deshalb mit Bescheid des Versorgungsamtes vom 24.&nbsp;November 1998 ein Grad der Behinderung von 100 sowie die Merkzeichen G, aG, B und H zuerkannt. Zudem wurde sie aufgrund ihrer Erkrankung als pflegebed&uuml;rftig im Sinne der Pflegestufe III anerkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und ihr Ehemann wohnten zun&auml;chst weiterhin gemeinsam in der Ehewohnung. Am 26.&nbsp;M&auml;rz 2003 schlossen sie mit der X Seniorenstift GmbH (X GmbH) einen sog. Wohnstiftsvertrag &uuml;ber die Vermietung eines aus drei Zimmern bestehenden Apartments mit 74,54&nbsp;qm Wohnfl&auml;che. Der Vertrag beinhaltet u.a. auch die Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen sowie allgemeine altengerechte Grundbetreuung &uuml;ber 24 Stunden am Tag (z.B. Therapieangebote, st&auml;ndige Notrufbereitschaft, gelegentliche Hausmeistert&auml;tigkeiten, Vermittlung &auml;rztlicher Versorgung, Grundpflege im Apartment bei leichten vor&uuml;bergehenden Erkrankungen bis zu 14 Tage im Jahr). Der Umzug in das Seniorenwohnstift erfolgte im November 2003. Das monatliche Entgelt betrug zun&auml;chst 3.532,65&nbsp;EUR und setzte sich aus den Bestandteilen Wohnen (2.527&nbsp;EUR), Verpflegung (400&nbsp;EUR) sowie Betreuung (605,65&nbsp;EUR) zusammen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zus&auml;tzlich schloss die Kl&auml;gerin mit der X GmbH einen Pflegevertrag, in dem sich die X GmbH zur Erbringung von Pflegesachleistungen nach dem Elften Buch Sozialgesetzbuch &#8211;Soziale Pflegeversicherung&#8211; und zur h&auml;uslichen Krankenpflege nach dem F&uuml;nften Buch Sozialgesetzbuch &#8211;Gesetzliche Krankenversicherung&#8211; verpflichtete. Die Entgelte wurden der Kl&auml;gerin nach Abzug der anzurechnenden Leistungen der Pflege- und Krankenversicherung gesondert in Rechnung gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin machte in den Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre 2004 und 2005 die Aufwendungen, die mit dem Aufenthalt im Seniorenwohnstift und ihrer Pflegebed&uuml;rftigkeit in Zusammenhang standen, als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen geltend. Die Aufwendungen beliefen sich f&uuml;r das Streitjahr 2004 insgesamt auf 41.272&nbsp;EUR und f&uuml;r 2005 insgesamt auf 49.235,22&nbsp;EUR. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte &#8211;vor Abzug der zumutbaren Belastung&#8211; Aufwendungen in H&ouml;he von 4.101&nbsp;EUR f&uuml;r das Streitjahr 2004 und in H&ouml;he von 18.828&nbsp;EUR f&uuml;r das Streitjahr 2005 als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung i.S. des &sect;&nbsp;33 EStG an. Mit Einspruchsentscheidung vom 25.&nbsp;Juni 2010 &auml;nderte das FA die angefochtenen Bescheide u.a. dahingehend, dass es f&uuml;r die Unterbringung der Kl&auml;gerin in der Senioreneinrichtung einen Tagessatz in H&ouml;he von 50&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigte und von den so errechneten Aufwendungen eine Haushaltsersparnis in H&ouml;he von 7.680&nbsp;EUR abzog. Vor Abzug der zumutbaren Belastung ergaben sich danach Betr&auml;ge in H&ouml;he von 13.747&nbsp;EUR (2004) bzw. 17.634&nbsp;EUR (2005).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Klage begehrte die Kl&auml;gerin den vollen Abzug der Aufwendungen f&uuml;r die krankheitsbedingte Unterbringung im Seniorenwohnstift abz&uuml;glich einer Haushaltsersparnis. Sie vertrat die Auffassung, von den Entgelten seien lediglich die Zuschl&auml;ge f&uuml;r die zweite Person in Abzug zu bringen, soweit sie noch mit ihrem sp&auml;ter verstorbenen Ehemann zusammen im Stift gewohnt habe. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 1347 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung von &sect;&nbsp;33 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 21.&nbsp;Februar 2012&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;2504\/10&nbsp;E aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2004 vom 21.&nbsp;November 2008 in der Fassung der Einspruchsentscheidung vom 25.&nbsp;Juni 2010 dahingehend zu &auml;ndern, dass Krankheitskosten in H&ouml;he von insgesamt 34.821&nbsp;EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen nach &sect;&nbsp;33 EStG ber&uuml;cksichtigt werden, sowie den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2005 vom 19.&nbsp;Dezember 2008 in der Fassung der Einspruchsentscheidung vom 25.&nbsp;Juni 2010 dahingehend zu &auml;ndern, dass Krankheitskosten in H&ouml;he von insgesamt 38.708&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur erneuten Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung). Die Aufwendungen der Kl&auml;gerin f&uuml;r ihre Unterbringung im Wohnstift sind dem Grunde nach au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen i.S. des &sect;&nbsp;33 EStG. Sie sind nach den f&uuml;r Krankheitskosten geltenden Grunds&auml;tzen zu ber&uuml;cksichtigen, soweit sie im Rahmen des &Uuml;blichen liegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 EStG wird die Einkommensteuer auf Antrag erm&auml;&szlig;igt, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig gr&ouml;&szlig;ere Aufwendungen als der &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverh&auml;ltnisse, gleicher Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse und gleichen Familienstands erwachsen (au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung). Aufwendungen erwachsen dem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig, wenn er sich ihnen aus rechtlichen, tats&auml;chlichen oder sittlichen Gr&uuml;nden nicht entziehen kann und soweit die Aufwendungen den Umst&auml;nden nach notwendig sind und einen angemessenen Betrag nicht &uuml;bersteigen (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG). Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) sind Aufwendungen au&szlig;ergew&ouml;hnlich, wenn sie nicht nur ihrer H&ouml;he, sondern auch ihrer Art und dem Grunde nach au&szlig;erhalb des &Uuml;blichen liegen. Die &uuml;blichen Aufwendungen der Lebensf&uuml;hrung, die in H&ouml;he des Existenzminimums durch den Grundfreibetrag abgegolten sind, sind aus dem Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;33 EStG ausgeschlossen (z.B. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;April 2002 III&nbsp;R&nbsp;15\/00, BFHE 199, 135, BStBl II 2003, 70; vom 10.&nbsp;Mai 2007 III&nbsp;R&nbsp;39\/05, BFHE 218, 136, BStBl II 2007, 764; vom 25.&nbsp;Juli 2007 III&nbsp;R&nbsp;64\/06, BFH\/NV 2008, 200).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. In st&auml;ndiger Rechtsprechung geht der BFH davon aus, dass Krankheitskosten dem Steuerpflichtigen aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden zwangsl&auml;ufig erwachsen. Dies gilt auch f&uuml;r Aufwendungen f&uuml;r die Pflege eines Steuerpflichtigen infolge einer Krankheit. Entsprechend sind auch krankheitsbedingte Unterbringungskosten in einer daf&uuml;r vorgesehenen Einrichtung aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden zwangsl&auml;ufig und daher dem Grunde nach als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen i.S. des &sect;&nbsp;33 EStG zu ber&uuml;cksichtigen (z.B. Senatsurteile vom 22.&nbsp;Oktober 2009 VI&nbsp;R&nbsp;7\/09, BFHE 226, 536, BStBl II 2010, 280; vom 15.&nbsp;April 2010 VI&nbsp;R&nbsp;51\/09, BFHE 229, 206, BStBl II 2010, 794; vom 9.&nbsp;Dezember 2010 VI&nbsp;R&nbsp;14\/09, BFHE 232, 343, BStBl II 2011, 1011; vom 5.&nbsp;Oktober 2011 VI&nbsp;R&nbsp;88\/10, BFH\/NV 2012, 35), und zwar unabh&auml;ngig davon, ob neben dem Pauschalentgelt gesondert Pflegekosten in Rechnung gestellt werden (Senatsurteile vom 13.&nbsp;Oktober 2010 VI&nbsp;R&nbsp;38\/09, BFHE 231, 158, BStBl II 2011, 1010; in BFHE 232, 343, BStBl II 2011, 1011). Es gelten die allgemeinen Grunds&auml;tze &uuml;ber die Abziehbarkeit von Krankheitskosten (Senatsurteil in BFHE 232, 343, BStBl II 2011, 1011). Aufwendungen eines nicht pflegebed&uuml;rftigen Steuerpflichtigen, der mit seinem pflegebed&uuml;rftigen Ehegatten in ein Wohnstift &uuml;bersiedelt, erwachsen hingegen nicht zwangsl&auml;ufig (Senatsurteil in BFHE 229, 206, BStBl II 2010, 794).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den Krankheitskosten geh&ouml;ren die Aufwendungen, die unmittelbar zum Zwecke der Heilung der Krankheit oder mit dem Ziel get&auml;tigt werden, die Krankheit ertr&auml;glicher zu machen, wie insbesondere Kosten f&uuml;r die eigentliche Heilbehandlung und eine krankheitsbedingte Unterbringung (z.B. BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Juni 1992 III&nbsp;R&nbsp;83\/91, BFHE 169, 43, BStBl II 1993, 212). Solche Aufwendungen werden von der Rechtsprechung als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung ber&uuml;cksichtigt, ohne dass es im Einzelfall der nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG gebotenen Pr&uuml;fung der Zwangsl&auml;ufigkeit dem Grunde und der H&ouml;he nach bedarf. Erforderlich ist lediglich, dass die Aufwendungen mit der Krankheit und der zu ihrer Heilung oder Linderung notwendigen Behandlung in einem ad&auml;quaten Zusammenhang stehen und nicht au&szlig;erhalb des &Uuml;blichen liegen (z.B. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Oktober 1996 III&nbsp;R&nbsp;240\/94, BFHE 181, 468, BStBl II 1997, 346). Erfasst wird nicht nur das medizinisch Notwendige im Sinne einer Mindestversorgung. Dem Grunde und der H&ouml;he nach zwangsl&auml;ufig sind vielmehr die medizinisch indizierten diagnostischen oder therapeutischen Ma&szlig;nahmen, die in einem Erkrankungsfall hinreichend gerechtfertigt sind, es sei denn, der erforderliche Aufwand steht zum tats&auml;chlichen in einem offensichtlichen Missverh&auml;ltnis (Senatsurteile vom 17.&nbsp;Juli 1981 VI&nbsp;R&nbsp;77\/78, BFHE 133, 545, BStBl II 1981, 711; vom 12.&nbsp;Mai 2011 VI&nbsp;R&nbsp;37\/10, BFHE 234, 25, BStBl II 2013, 783; vom 5.&nbsp;Oktober 2011 VI&nbsp;R&nbsp;20\/11, BFH\/NV 2012, 38). In einem solchen Fall fehlt es an der nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG erforderlichen Angemessenheit (Senatsurteil in BFHE 234, 25, BStBl II 2013, 783). Ob die Aufwendungen diesen Rahmen &uuml;bersteigen, hat das FG anhand der konkreten Umst&auml;nde des Einzelfalls zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die im Streitfall angefallenen Aufwendungen sind dem Grunde nach au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen, soweit sie die Kl&auml;gerin betreffen. Anlass und Grund f&uuml;r den Umzug der Kl&auml;gerin in das Wohnstift war ihre durch Krankheit eingetretene Pflegebed&uuml;rftigkeit; es lag somit eine krankheitsbedingte Unterbringung im Wohnstift vor. F&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls kann offen bleiben, ob Voraussetzung f&uuml;r die Anerkennung von au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen ist, dass der Steuerpflichtige in einem Heim i.S. des &sect;&nbsp;1 des Heimgesetzes (HeimG) untergebracht ist. Denn nach den Bestimmungen des Wohnstiftvertrags wird nicht lediglich Wohnraum &uuml;berlassen; vielmehr wird auch Betreuung und Verpflegung zur Verf&uuml;gung gestellt bzw. vorgehalten, so dass die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 HeimG erf&uuml;llt sind. Aus diesem Grund sind neben den konkret angefallenen und in Rechnung gestellten Pflegekosten dem Grunde nach auch die Unterbringungskosten bzw. das Pauschalentgelt f&uuml;r die Wohnung im Wohnstift als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. Senatsurteil in BFHE 229, 206, BStBl II 2010, 794).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abziehbar sind im Streitfall diejenigen Betr&auml;ge, die bei Unterbringung nur einer Person im Apartment angefallen w&auml;ren. Denn dies sind die aufgrund der Krankheit der Kl&auml;gerin entstandenen Aufwendungen, in denen nicht nur ein Wohnkostenanteil, sondern wesentlich auch der Kostenbeitrag f&uuml;r eine krankheitsbedingte Grundversorgung enthalten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die zu ber&uuml;cksichtigenden Aufwendungen sind um eine Haushaltsersparnis zu k&uuml;rzen. Eine zus&auml;tzliche Gew&auml;hrung des Pauschbetrags nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG ist ausgeschlossen, da dies zu einer doppelten Ber&uuml;cksichtigung der in den Heimunterbringungskosten enthaltenen Kosten f&uuml;r Dienstleistungen f&uuml;hren w&uuml;rde (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Februar 2000 III&nbsp;R&nbsp;80\/97, BFHE 191, 280, BStBl II 2000, 294).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Die Vorentscheidung war daher aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG wird im zweiten Rechtsgang zu pr&uuml;fen haben, ob die Pflegeversicherung (Pflegestufe III) einen Anteil an den geltend gemachten Heimunterbringungskosten &uuml;bernommen hat. Denn au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen i.S. des &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG sind nur insoweit abziehbar, als der Steuerpflichtige die Aufwendungen endg&uuml;ltig selbst tragen muss (z.B. Senatsbeschluss vom 14.&nbsp;April 2011 VI&nbsp;R&nbsp;8\/10, BFHE 233, 241, BStBl II 2011, 701). Sollte das FG in seiner ihm obliegenden tatrichterlichen W&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Streitfalls weiter zu dem Ergebnis kommen, dass die von der Kl&auml;gerin krankheitshalber getragenen Unterbringungskosten (beispielsweise aufgrund der Gr&ouml;&szlig;e des Apartments) in einem offensichtlichen Missverh&auml;ltnis zu dem medizinisch indizierten Aufwand stehen, hat es die Aufwendungen der Kl&auml;gerin entsprechend zu k&uuml;rzen. Abziehbar sind die &uuml;blichen Kosten f&uuml;r eine krankheitsbedingte Unterbringung. Wegen des Ansatzes einer zumutbaren Belastung bei Krankheitskosten kommt im Hinblick auf das beim BFH unter dem Az.&nbsp;VI&nbsp;R&nbsp;33\/13 anh&auml;ngige Verfahren eine vorl&auml;ufige Steuerfestsetzung in Betracht (&sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Abgabenordnung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.11.2013, VI R 20\/12 Aufwendungen f&uuml;r die Unterbringung im Seniorenwohnstift als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen Leits&auml;tze Aufwendungen f&uuml;r die krankheitsbedingte Unterbringung in einem Seniorenwohnstift sind zwangsl&auml;ufig i.S. des &sect; 33 EStG. Sie sind nach Ma&szlig;gabe der f&uuml;r Krankheitskosten geltenden Grunds&auml;tze als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen zu ber&uuml;cksichtigen, soweit sie nicht au&szlig;erhalb des Rahmens des &Uuml;blichen liegen. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-20-12-aufwendungen-fuer-die-unterbringung-im-seniorenwohnstift-als-aussergewoehnliche-belastungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;20\/12 &#8211; Aufwendungen f&uuml;r die Unterbringung im Seniorenwohnstift als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62123","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62123","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62123"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62123\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62123"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62123"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62123"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}