{"id":62128,"date":"2014-04-26T12:04:55","date_gmt":"2014-04-26T10:04:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62128"},"modified":"2014-04-26T12:04:55","modified_gmt":"2014-04-26T10:04:55","slug":"i-r-45-12-mindestlaufzeit-des-gewinnabfuehrungsvertrags-bildung-eines-rumpfwirtschaftsjahres-wichtiger-grund-bei-vorzeitiger-vertragsbeendigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-45-12-mindestlaufzeit-des-gewinnabfuehrungsvertrags-bildung-eines-rumpfwirtschaftsjahres-wichtiger-grund-bei-vorzeitiger-vertragsbeendigung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;45\/12 &#8211; Mindestlaufzeit des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags: Bildung eines Rumpfwirtschaftsjahres; &quot;wichtiger Grund&quot; bei vorzeitiger Vertragsbeendigung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.11.2013, I R 45\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Mindestlaufzeit des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags: Bildung eines Rumpfwirtschaftsjahres; &quot;wichtiger Grund&quot; bei vorzeitiger Vertragsbeendigung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Wird ein Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag auf die gesetzliche Mindestlaufzeit von f&uuml;nf Zeitjahren nach &sect; 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 1 KStG 2002 abgeschlossen, scheitert die steuerrechtliche Anerkennung der Organschaft weder daran, dass der Vertrag aus wichtigem Grund k&uuml;ndbar ist, noch daran, dass die Organgesellschaft nachfolgend ihr Wirtschaftsjahr umstellt und den Gesamtzeitraum von f&uuml;nf Zeitjahren durch Bildung eines Rumpfwirtschaftsjahres verk&uuml;rzt (Abgrenzung zum Senatsurteil vom 12. Januar 2011 I R 3\/10, BFHE 232, 426, BStBl II 2011, 727).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Wird der Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag vorzeitig aufgehoben, weil er aus Sicht der Parteien seinen Zweck der Konzernverlustverrechnung erf&uuml;llt hat, liegt kein unsch&auml;dlicher wichtiger K&uuml;ndigungsgrund i.S. von &sect; 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 KStG 2002 vor.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob ein Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag aus wichtigem Grund beendet worden und damit f&uuml;r das Streitjahr 2006 steuerrechtlich zu ber&uuml;cksichtigen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die W-KG war seit dem 1.&nbsp;April 2005 alleinige Gesellschafterin der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), einer GmbH. Am 12.&nbsp;Mai 2005 schlossen beide Gesellschaften einen Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag (GAV). Jener wurde &quot;auf die Dauer von 5 Jahren abgeschlossen&quot; (&sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 GAV); weiter hei&szlig;t es: &quot;Dieser Vertrag findet erstmals Anwendung auf das Gesch&auml;ftsjahr der &#8230; (Kl&auml;gerin), welches am 1.&nbsp;Juli 2005 beginnt und am 30.&nbsp;Juni 2006 enden wird.&quot; (&sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GAV). Der Vertrag war nur aus wichtigem Grund k&uuml;ndbar (&sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 GAV); ein solcher sollte nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GAV auch bei einer Ver&auml;u&szlig;erung der Anteile an der Kl&auml;gerin vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 25.&nbsp;November 2005 beantragte die Kl&auml;gerin eine Umstellung des Wirtschaftsjahres auf den Zeitraum vom 1.&nbsp;April bis zum 31.&nbsp;M&auml;rz und eine entsprechende Verk&uuml;rzung des laufenden Wirtschaftsjahres (bisher: 1.&nbsp;Juli 2005 bis 30.&nbsp;Juni 2006) bis zum 31.&nbsp;M&auml;rz 2006. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stimmte dem zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vereinbarung vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2007 hoben die Kl&auml;gerin und die W-KG den Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag einvernehmlich mit Wirkung zum 31.&nbsp;M&auml;rz 2007 auf. Anschlie&szlig;end ver&auml;u&szlig;erte die W-KG ihre Gesch&auml;ftsanteile an der Kl&auml;gerin mit Vertrag vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2007 an die Holding-GmbH, die Obergesellschaft des deutschen &#8230;-Teilkonzerns. Jene erzielt im Wesentlichen Eink&uuml;nfte aus Gewinnabf&uuml;hrungsvertr&auml;gen mit den operativ t&auml;tigen Tochtergesellschaften sowie aus den Zinsen des von ihr f&uuml;r die deutschen Tochtergesellschaften gef&uuml;hrten sog. Cash-pools. Die Muttergesellschaft des Konzerns hat ihren Sitz in Gro&szlig;britannien. Sie ist &uuml;ber eine niederl&auml;ndische Holding an der deutschen Holding-GmbH beteiligt. Nach Angaben der Kl&auml;gerin erfolgte die Umstrukturierung, um eine anderenfalls drohende Anwendung der Regeln zu den &quot;controlled foreign companies&quot; (CFC-rules) bei der Besteuerung der Konzernmuttergesellschaft in Gro&szlig;britannien zu vermeiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das Streitjahr ermittelte die Kl&auml;gerin auf der Grundlage ihres f&uuml;r den Zeitraum vom 1.&nbsp;Juli 2005 bis 31.&nbsp;M&auml;rz 2006 erstellten Jahresabschlusses einen Jahres&uuml;berschuss von 0&nbsp;EUR, einen Betrag von .\/. 523.726&nbsp;EUR zur Anpassung der Handelsbilanz an die steuerlich ma&szlig;geblichen Wertans&auml;tze, eine Gewinnabf&uuml;hrung in H&ouml;he von 1.533.130&nbsp;EUR und ein Einkommen der Organgesellschaft vor Einkommenszurechnung in H&ouml;he von 1.009.404&nbsp;EUR. In den Festsetzungen zur K&ouml;rperschaftsteuer und zum Gewerbesteuermessbetrag erkannte das FA die Organschaft an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sp&auml;ter erlie&szlig; das FA einen &Auml;nderungsbescheid zur K&ouml;rperschaftsteuer und einen Bescheid zum Gewerbesteuermessbetrag, in denen es &#8211;ohne Ber&uuml;cksichtigung einer Organschaft&#8211; zu einer Steuer- bzw. Messbetragsfestsetzung kam. Die dagegen gerichtete Klage blieb erfolglos (Nieders&auml;chsisches Finanzgericht &#8211;FG&#8211;, Urteil vom 10.&nbsp;Mai 2012&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;140\/10, abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2012, 1591).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt mit der Revision die Verletzung materiellen Rechts und beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die K&ouml;rperschaftsteuer sowie den Gewerbesteuermessbetrag unter Ab&auml;nderung der Bescheide jeweils auf 0&nbsp;EUR herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat ohne Rechtsfehler entschieden, dass der Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag im Streitjahr nicht die Rechtsfolgen des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;17 Satz&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 2002) &#8211;f&uuml;r die Gewerbesteuer i.V.m. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG 2002)&#8211; ausl&ouml;st. Eine Zurechnung des Einkommens zur W-KG als Organtr&auml;gerin scheidet aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Verpflichtet sich eine GmbH mit Gesch&auml;ftsleitung und Sitz im Inland (Organgesellschaft) durch einen Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag i.S. des &sect;&nbsp;291 Abs.&nbsp;1 des Aktiengesetzes (AktG), ihren ganzen Gewinn an ein einziges anderes gewerbliches Unternehmen abzuf&uuml;hren, so ist das Einkommen der Organgesellschaft, soweit sich aus &sect;&nbsp;16 KStG 2002 nichts anderes ergibt, nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Satzteil und &sect;&nbsp;17 KStG 2002 dem Tr&auml;ger des Unternehmens (Organtr&auml;ger) unter den dort benannten Voraussetzungen zuzurechnen. Eine dieser Voraussetzungen ist, dass der Vertrag auf mindestens f&uuml;nf Jahre abgeschlossen und w&auml;hrend seiner gesamten Geltungsdauer durchgef&uuml;hrt wird (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002). Eine vorzeitige Beendigung des Vertrags durch K&uuml;ndigung ist nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG 2002 (nur) unsch&auml;dlich, wenn ein wichtiger Grund die K&uuml;ndigung rechtfertigt. Diesem Erfordernis gen&uuml;gt der zwischen der Kl&auml;gerin und der W-KG geschlossene Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Er ist allerdings ungeachtet der Umstellung des Wirtschaftsjahres der Kl&auml;gerin &#8211;und der damit einhergehenden Bildung eines Rumpfwirtschaftsjahres im ersten Jahr der Vertragslaufzeit&#8211; ausreichende Vertragsgrundlage f&uuml;r eine tats&auml;chliche Durchf&uuml;hrung w&auml;hrend der gesetzlichen Mindestvertragsdauer (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit dem Erfordernis der f&uuml;nfj&auml;hrigen Mindestdauer des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, Manipulationen zu verhindern: Die Organschaft soll nicht zum Zweck willk&uuml;rlicher Beeinflussung der Besteuerung und zu Einkommensverlagerungen von Fall zu Fall abgeschlossen bzw. beendet werden k&ouml;nnen (Senatsurteil vom 12.&nbsp;Januar 2011 I&nbsp;R&nbsp;3\/10, BFHE 232, 426, BStBl II 2011, 727; s.a. Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 19.&nbsp;Oktober 2011&nbsp;&nbsp;12&nbsp;K&nbsp;12078\/08, EFG 2012, 443; Neumann in Gosch, KStG, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;212, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Laufzeit des Vertrags vom 12.&nbsp;Mai 2005 entspricht den Vorgaben des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002. Denn der Vertrag war ausdr&uuml;cklich (zur Frage der Vertragsauslegung s. Senatsurteil vom 28.&nbsp;November 2007 I&nbsp;R&nbsp;94\/06, BFHE 220, 51; Senatsbeschl&uuml;sse vom 2.&nbsp;November 2010 I&nbsp;B&nbsp;71\/10, BFH\/NV 2011, 849, und vom 23.&nbsp;Januar 2013 I&nbsp;R&nbsp;1\/12, BFH\/NV 2013, 989) auf die Dauer von f&uuml;nf Jahren nur mit dem Vorbehalt einer K&uuml;ndigung &quot;aus wichtigem Grunde&quot; abgeschlossen worden und sollte erstmals auf das vom Kalenderjahr abweichende (zw&ouml;lfmonatige) Wirtschaftsjahr vom 1.&nbsp;Juli 2005 bis 30.&nbsp;Juni 2006 Anwendung finden (Vertragsdauer daher bis zum Ablauf des Wirtschaftsjahres 1.&nbsp;Juli 2009 bis 30.&nbsp;Juni 2010). Daraus folgt eine Vertragslaufzeit von f&uuml;nf Zeitjahren (s. insoweit allgemein Senatsurteil in BFHE 232, 426, BStBl II 2011, 727; Walter in Ernst &#038; Young, KStG, &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;637; Bl&uuml;mich\/Danelsing, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;121; Sterner in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;200).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Frage, ob die Vereinbarung grunds&auml;tzlich dazu geeignet ist, eine feste Vertragslaufzeit von f&uuml;nf Zeitjahren zu gew&auml;hrleisten, wird entgegen der Ansicht der Revision (s.a. Altrichter-Herzberg, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 2012, 921, 922; Herzberg, GmbHR 2014, 85) nicht dadurch ber&uuml;hrt, dass die Parteien von einer Vertragspartei beeinflussbare Gr&uuml;nde als wichtigen K&uuml;ndigungsgrund qualifiziert haben (wie im Streitfall z.B. die &quot;Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung&quot;, s. &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2&nbsp;f. GAV). Ob ein solcher K&uuml;ndigungsgrund, wenn er innerhalb der Mindestvertragsdauer konkret werden sollte, nach der Ma&szlig;gabe des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG 2002 die (bisherige) steuerrechtliche Anerkennung der Organschaft unber&uuml;hrt l&auml;sst, ist f&uuml;r die Laufzeitvoraussetzung des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 (zun&auml;chst) ohne Belang (ebenso Walter in Ernst &#038; Young, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;781). Der Wortlaut des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG 2002 l&auml;sst eine ex-ante-Beurteilung m&ouml;glicher Aufl&ouml;sungsgr&uuml;nde &#8211;unabh&auml;ngig von der Frage, inwieweit vertraglich vereinbarte Gr&uuml;nde einer au&szlig;erordentlichen K&uuml;ndigung den Tatbestand des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG 2002 ausf&uuml;llen (s. dazu sogleich unter II.3.)&#8211; nicht zu. Die Voraussetzung des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 KStG 2002 ist damit bei einer der Mindestvertragsdauer entsprechenden festen Vertragslaufzeit erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat nicht festgestellt, dass die Vertragsparteien schon im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses davon ausgegangen waren, dass der Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag (konkret zeitlich fixiert) vor Ablauf der fest vereinbarten Vertragslaufzeit beendet werden w&uuml;rde. Es kommt damit nicht in Betracht, das Organschaftsverh&auml;ltnis schon unter dem Gesichtspunkt einer nicht ernsthaft vereinbarten Mindestlaufzeit steuerrechtlich nicht anzuerkennen (s. dazu R&nbsp;60 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 der K&ouml;rperschaftsteuer-Richtlinien &#8211;KStR&#8211; 2004; ebenso z.B. D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;228; M&uuml;ller in M&ouml;ssner\/Seeger, K&ouml;rperschaftsteuergesetz, &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;573; Stangl\/Br&uuml;hl, Die Unternehmensbesteuerung &#8211;Ubg&#8211; 2012, 657, 662 f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die steuerrechtliche Anerkennung der Organschaft scheitert nicht an der Umstellung des Wirtschaftsjahres der Kl&auml;gerin (Verk&uuml;rzung des ersten Wirtschaftsjahres durch Bildung eines Rumpfwirtschaftsjahres), da die feste Vertragslaufzeit (f&uuml;nf Zeitjahre) unber&uuml;hrt blieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat zwar in seinem Urteil in BFHE 232, 426, BStBl II 2011, 727 ausgef&uuml;hrt, dass &quot;bei Vorhandensein von Rumpfwirtschaftsjahren letztlich eine l&auml;ngere Mindestlaufzeit als f&uuml;nf Jahre erforderlich wird&quot; (dort Rz&nbsp;19). Er hat diese Feststellung aber im Zusammenhang mit der in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 KStG 2002 geregelten R&uuml;ckwirkung einer Vertragsaufl&ouml;sung auf den Beginn des Wirtschaftsjahres der Organgesellschaft getroffen. Ein generelles Erfordernis, den Mindestzeitraum mit f&uuml;nf zw&ouml;lfmonatigen Wirtschaftsjahren auszuf&uuml;llen, war damit nicht verbunden (Pyszka, GmbHR 2011, 1030, 1032; Herzberg, GmbHR 2014, 85; a.A. wohl Walter, Handelsblatt Steuerboard vom 19.&nbsp;Juli 2012, DB0483635; derselbe in Ernst &#038; Young, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;781, dort Seite&nbsp;282g Fu&szlig;n.&nbsp;1 [Stand: November 2012]; derselbe, GmbHR 2011, 546, 547; M&uuml;ller in M&ouml;ssner\/Seeger, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;571). Auch wenn die Vereinbarung ihrer Laufzeit nach im laufenden Gesch&auml;ftsjahr der Organgesellschaft endet, bleiben die Rechte und Pflichten aus der Vereinbarung bis zu diesem Termin unber&uuml;hrt (Bundesgerichtshof &#8211;BGH&#8211;, Urteil vom 5.&nbsp;April 1993 II&nbsp;ZR&nbsp;238\/91, BGHZ 122, 211, Rz&nbsp;36, 49 des juris-Nachweises; s.a. Pyszka, ebenda; Brink in Schnitger\/Fehrenbacher, KStG, &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;563). Auf welche Weise die Vertragsparteien zu diesem Termin (im Streitfall: zum 30.&nbsp;Juni 2010) sicherstellen, dass den auf das Wirtschaftsjahr (im Streitfall: 1.&nbsp;April 2010 bis 31.&nbsp;M&auml;rz 2011) bezogenen steuerrechtlichen Folgerungen der Organschaft Rechnung getragen wird (z.B. durch eine Fortsetzung des Vertrags zum Ablauf des Wirtschaftsjahres der Organgesellschaft, s. insoweit z.B. Neumann in Gosch, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;212&nbsp;a.E.), ist (ebenfalls) nicht Gegenstand einer ex-ante-Beurteilung f&uuml;r das Durchf&uuml;hrungserfordernis (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 KStG 2002) w&auml;hrend der Vertragslaufzeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die steuerrechtliche Anerkennung des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags scheitert indessen daran, dass die vorzeitige Beendigung des Vertrags (in 2007) nicht als unsch&auml;dlich i.S. des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG 2002 anzusehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Weder der Wortlaut noch der Zweck des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG 2002 rechtfertigen es, f&uuml;r den steuernormspezifischen Rechtsbegriff des wichtigen Grundes mit unmittelbarer Wirkung auf diejenigen Ma&szlig;gaben zur&uuml;ckzugreifen, die in zivilrechtlicher Hinsicht die Vertragsaufl&ouml;sung aus wichtigem Grund erm&ouml;glichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zivilrechtlich wird zwischen der einvernehmlichen Aufhebung eines Unternehmensvertrags i.S. des &sect;&nbsp;291 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AktG und einer K&uuml;ndigung aus wichtigem Grund unterschieden (s. z.B. Schaefer\/Wind\/Mager, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2013, 2399, 2401&nbsp;ff., m.w.N.). Ein Unternehmensvertrag kann zum Ende eines Gesch&auml;ftsjahres aufgehoben werden, ohne dass hierf&uuml;r ein sachlicher Grund erforderlich ist (&sect;&nbsp;296 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AktG). Au&szlig;erdem ist eine K&uuml;ndigung aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer K&uuml;ndigungsfrist m&ouml;glich (&sect;&nbsp;297 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AktG), namentlich dann, wenn der andere Vertragsteil voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, seine aufgrund des Vertrags bestehenden Verpflichtungen zu erf&uuml;llen (&sect;&nbsp;297 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AktG). Dies kann sich z.B. auf die Verpflichtung des Organtr&auml;gers zur Verlust&uuml;bernahme (&sect;&nbsp;302 AktG) beziehen. Ein wichtiger Grund liegt &#8211;in &Uuml;bereinstimmung mit den Grunds&auml;tzen, die zur au&szlig;erordentlichen K&uuml;ndigung von Dauerschuldverh&auml;ltnissen entwickelt worden sind&#8211; au&szlig;erdem immer dann vor, wenn die Fortsetzung des Vertrags einer oder beiden Parteien nach Treu und Glauben nicht mehr zugemutet werden kann (BGH-Urteil in BGHZ 122, 211), z.B. nach einer schwerwiegenden Vertragsverletzung durch eine Partei. Schlie&szlig;lich wird auch dann ein wichtiger Grund angenommen, wenn die wirtschaftliche Existenz eines Vertragspartners wegen unvorhersehbarer Ver&auml;nderung der wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse bei Fortsetzung des Vertrags gef&auml;hrdet w&auml;re. Im Rahmen der Vertragsfreiheit k&ouml;nnen die Vertragspartner im &Uuml;brigen bestimmen, dass auch Tatsachen, die eine Partei (z.B. das herrschende Unternehmen) selbst herbeif&uuml;hren kann, als wichtiger Grund f&uuml;r eine au&szlig;erordentliche K&uuml;ndigung eines Unternehmensvertrags gelten soll und hierdurch eine Rechtslage vereinbaren, die einem ordentlichen K&uuml;ndigungsrecht nahe steht (BGH-Urteil in BGHZ 122, 211; Landgericht M&uuml;nchen&nbsp;I., Beschluss vom 14.&nbsp;Dezember 2006&nbsp;&nbsp;5&nbsp;HK&nbsp;O&nbsp;17059\/06, 5&nbsp;HKO&nbsp;17059\/06, Der Konzern 2007, 279); dies kann auch die Anteilsver&auml;u&szlig;erung durch das herrschende Unternehmen einschlie&szlig;en (Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, Urteil vom 30.&nbsp;Dezember 1998&nbsp;&nbsp;11&nbsp;U&nbsp;35\/97, OLG-Report Hamburg 1999, 175).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 KStG 2002 trifft ausdr&uuml;cklich eine Regelung zur Mindestlaufzeit &quot;des&quot; Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags i.S. des &sect;&nbsp;291 Abs.&nbsp;1 AktG (s. &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG 2002). Insoweit sind &#8211;als Grundlage f&uuml;r die in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG 2002 angesprochene vorzeitige Losl&ouml;sung vom Vertrag&#8211; auch die Voraussetzungen einer (rechtswirksamen) K&uuml;ndigung oder Vertragsaufhebung den einschl&auml;gigen Normen des Zivilrechts (z.B. &sect;&sect;&nbsp;296, 297 AktG) zu entnehmen (zutreffend Heurung\/Engel\/M&uuml;ller-Thomczik, GmbHR 2012, 1227, 1228). Bezogen auf die K&uuml;ndigung (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 und 3 KStG 2002) oder Aufhebung (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 KStG 2002) des Vertrags fehlt es indessen an einer Bezugnahme auf zivilrechtliche Ma&szlig;gaben. Dass &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 KStG 2002 das Vorliegen eines wichtigen Grundes f&uuml;r die vorzeitige Beendigung des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags durch K&uuml;ndigung als unsch&auml;dlich ansieht, &auml;ndert daran nichts. Es lie&szlig;e sich zwar erw&auml;gen, insoweit Anleihe bei &sect;&nbsp;297 Abs.&nbsp;1 AktG zu nehmen, der in &auml;hnlicher Weise das Vorliegen eines wichtigen Grundes als Voraussetzung f&uuml;r eine Vertragsk&uuml;ndigung ohne Einhaltung einer Frist bestimmt. Doch wird das der steuerbegrifflichen Eigenst&auml;ndigkeit des wichtigen Grundes in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG 2002 nicht gerecht. Diese Eigenst&auml;ndigkeit verdeutlicht sich daran, dass &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG 2002 eine vorzeitige Beendigung des Vertrags durch Aufhebung (Aufhebungsvereinbarung) nicht erw&auml;hnt, jene aber nach dem Gesetzeszweck sinnentsprechend derselben Rechtsfolge wie die vorzeitige K&uuml;ndigung unterliegen muss (sog. verdeckte Gesetzesl&uuml;cke, im Ergebnis ebenso z.B. FG Berlin-Brandenburg, Urteil in EFG 2012, 443; Bl&uuml;mich\/Danelsing, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;139; Brink in Schnitger\/ Fehrenbacher, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;551; Frotscher in Frotscher\/ Maas, KStG\/UmwStG\/GewStG, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;680; D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/ Pung\/M&ouml;hlenbrock, a.a.O., &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;223a; Sterner in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;212; Schaefer\/Wind\/Mager, DStR 2013, 2399, 2402&nbsp;f.; s.a. R&nbsp;60 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 KStR 2004). Ohnehin wiegt die terminologische &Uuml;bereinstimmung mit &sect;&nbsp;297 Abs.&nbsp;1 AktG nicht auf, dass den zivilrechtlichen Vorgaben f&uuml;r einen wirksamen Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag eine Mindestlaufzeit unbekannt ist und daher die dortige Auslegung einem solchen Erfordernis abweichend vom steuerrechtlichen Bedeutungszusammenhang nicht Rechnung tragen muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) In Einklang damit widerspr&auml;che eine Anlehnung an das Zivilrecht vor allem aber dem beschriebenen Zweck der Mindestlaufzeit, n&auml;mlich willk&uuml;rliche Beeinflussungen der Besteuerung zu verhindern. Anders als im Zivilrecht kann der wichtige Grund, der eine Aufhebung des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags rechtfertigen soll, nicht im Belieben der Parteien stehen. Vielmehr muss jener Grund f&uuml;r die Vertragsbeendigung nach eigenen steuerrechtlichen Ma&szlig;st&auml;ben objektiv vorliegen. Das schlie&szlig;t es zwar nicht aus, entsprechend den allgemeinen zivilrechtlichen Grunds&auml;tzen zur au&szlig;erordentlichen K&uuml;ndigung bzw. zur Beendigung von Dauerschuldverh&auml;ltnissen aus wichtigem Grund eine Verk&uuml;rzung der Mindestlaufzeit ausreichen zu lassen, insbesondere bei wesentlichen St&ouml;rungen der Vertragsbeziehungen, die bei Vertragsschluss nicht vorhersehbar waren. Geht es einer Partei oder den Parteien jedoch darum, die Rechtsfolgen der Organschaft mittels Vertragsaufhebung zeitlich zu begrenzen, um die f&uuml;nfj&auml;hrige Mindestlaufzeit zu unterlaufen, so liegt kein wichtiger Grund im Steuerrechtssinne vor (im Ergebnis ebenso Frotscher in Frotscher\/Maas, a.a.O., &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;680&nbsp;f.; Lange, GmbHR 2011, 806, 807; D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/ M&ouml;hlenbrock, a.a.O., &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;223b; Streck\/Olbing, KStG, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;105, 113; Stangl\/Br&uuml;hl, Ubg 2012, 658, 662; M&uuml;ller in M&ouml;ssner\/Seeger, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;573; wohl auch Hahn, DStR 2009, 589, 593; a.A. Walter in Ernst &#038; Young, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;781; Heurung\/Engel\/M&uuml;ller-Thomczik, GmbHR 2012, 1227, 1233).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) So aber verh&auml;lt es sich nach den Feststellungen des FG zur Motivation des Vertragsabschlusses und der Vertragsaufhebung im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat in seiner Entscheidung zum Tatbestandsmerkmal des wichtigen Grundes darauf abgestellt, dass eine konzerninterne Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung an der Kl&auml;gerin nicht zureiche, da die Mindestdauer eines Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags ansonsten dem Belieben der beteiligten Gesellschaften &uuml;berlassen w&uuml;rde. Zugleich hat es darauf verwiesen, dass auch die &Auml;nderung der steuerlichen Rahmenbedingungen in den Niederlanden keinen wichtigen Grund darstelle. Zwar w&auml;re infolge dieser Gesetzes&auml;nderung ohne Umstrukturierung bei der britischen Muttergesellschaft eine belastende Steuerfolge eingetreten; es sei der Kl&auml;gerin allerdings bewusst gewesen, dass ihre Beteiligungsstruktur in Deutschland bei einem vierstufigen Konzernaufbau nicht den Anforderungen der britischen Vorschriften entsprach. Gleichwohl habe sie diese Konzernstruktur, die au&szlig;erdem der ansonsten im Konzern &uuml;blichen Zuordnung von Gesellschaften nach Bet&auml;tigungsfeldern widersprach, gew&auml;hlt, um bei Vertragsbeginn vorhandene gewerbesteuerliche Verlustvortr&auml;ge der W-KG zu verbrauchen. Nach dem Verbrauch dieser Verlustvortr&auml;ge habe eine vorzeitige Aufhebung des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags zum 1.&nbsp;M&auml;rz 2007 dem Ziel einer steuerlich optimalen Gestaltung der Konzernstrukturen entsprochen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat damit zugrunde gelegt, dass die nach den sonst &uuml;blichen Umst&auml;nden konzernatypische Zuordnung der Beteiligung und der Abschluss der Vereinbarung &#8211;ungeachtet einer m&ouml;glicherweise drohenden Besteuerungsfolge bei der (ausl&auml;ndischen) Muttergesellschaft&#8211; allein durch das Motiv getragen war, die Verlustvortr&auml;ge der W-KG bei der Kl&auml;gerin zu verbrauchen, um anschlie&szlig;end vermittels der konzerninternen Beteiligungsver&auml;u&szlig;erung die Vereinbarung wieder zu beenden. Auch wenn das FG die Beteiligungsver&auml;u&szlig;erung als solche und die Besteuerungsfolgen au&szlig;erhalb der Organschaft am Tatbestandsmerkmal des wichtigen Grundes gemessen und diesen Aspekten keine ausreichende au&szlig;erorganschaftliche Motivation beigemessen hat: Tragend ist die W&uuml;rdigung, dass die Vereinbarung, die bei einer konzerntypischen Beteiligungsstruktur nicht h&auml;tte abgeschlossen werden k&ouml;nnen, jedenfalls faktisch unter die (zeitlich ungewisse) aufl&ouml;sende Bedingung des vollst&auml;ndigen Verlustverbrauchs gestellt wurde. Diese W&uuml;rdigung ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG hat eine Befugnis des FA zum Erlass der &Auml;nderungsbescheide auf &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung bzw. auf &sect;&nbsp;35b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GewStG 2002 gest&uuml;tzt. Dies ist unter den Beteiligten zu Recht nicht im Streit; der Senat sieht von einer weiteren Begr&uuml;ndung dazu ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.11.2013, I R 45\/12 Mindestlaufzeit des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags: Bildung eines Rumpfwirtschaftsjahres; &quot;wichtiger Grund&quot; bei vorzeitiger Vertragsbeendigung Leits&auml;tze 1. Wird ein Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag auf die gesetzliche Mindestlaufzeit von f&uuml;nf Zeitjahren nach &sect; 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 1 KStG 2002 abgeschlossen, scheitert die steuerrechtliche Anerkennung der Organschaft weder daran, dass der Vertrag &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-45-12-mindestlaufzeit-des-gewinnabfuehrungsvertrags-bildung-eines-rumpfwirtschaftsjahres-wichtiger-grund-bei-vorzeitiger-vertragsbeendigung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;45\/12 &#8211; Mindestlaufzeit des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags: Bildung eines Rumpfwirtschaftsjahres; &quot;wichtiger Grund&quot; bei vorzeitiger Vertragsbeendigung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62128","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62128"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62128\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}