{"id":62134,"date":"2014-04-26T12:05:00","date_gmt":"2014-04-26T10:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62134"},"modified":"2014-04-26T12:05:00","modified_gmt":"2014-04-26T10:05:00","slug":"vi-r-25-13-anwendungsvoraussetzung-der-1-regelung-reichweite-des-anscheinsbeweises-bei-einem-familienangehoerigen-arbeitnehmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-25-13-anwendungsvoraussetzung-der-1-regelung-reichweite-des-anscheinsbeweises-bei-einem-familienangehoerigen-arbeitnehmer\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;25\/13 &#8211; Anwendungsvoraussetzung der 1 %-Regelung &#8211; Reichweite des Anscheinsbeweises bei einem familienangeh&ouml;rigen Arbeitnehmer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.11.2013, VI R 25\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Anwendungsvoraussetzung der 1 %-Regelung &#8211; Reichweite des Anscheinsbeweises bei einem familienangeh&ouml;rigen Arbeitnehmer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist der Ansatz eines geldwerten Vorteils wegen der privaten Nutzung eines Firmenwagens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Arbeitnehmer der X, deren Inhaber der Vater des Kl&auml;gers ist. Dem Kl&auml;ger ist ein Firmenfahrzeug, ein Audi A6 Kombi mit Anh&auml;ngerkupplung (Erstzulassung 2002), zur (dienstlichen) Nutzung &uuml;berlassen worden. Das Fahrzeugkennzeichen beinhaltet die Initialen des Kl&auml;gers. Ausweislich einer Zusatzvereinbarung zum Arbeitsvertrag darf der Kl&auml;ger ab der Einstellung mit dem Firmenfahrzeug keine Privatfahrten durchf&uuml;hren. Das Fahrzeug darf ausschlie&szlig;lich zu Firmenzwecken genutzt werden. Eine Versteuerung des geldwerten Vorteils wurde vom Arbeitgeber nicht vorgenommen. Auf den Kl&auml;ger ist als Privatwagen seit 2003 ein Porsche 911 Carrera zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei dem Arbeitgeber des Kl&auml;gers fand in den Jahren 2010\/2011 eine Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung statt. Die Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;ferin stellte fest, dass das Nutzungsverbot nicht &uuml;berwacht und Fahrtenb&uuml;cher nicht gef&uuml;hrt wurden. Nach Auskunft des Arbeitgebers sei kein schriftlicher Arbeitsvertrag mit dem Kl&auml;ger geschlossen worden; dies sei nicht erforderlich gewesen, da der Kl&auml;ger der zuk&uuml;nftige Gesch&auml;ftsinhaber sei. Es liege lediglich ein Ausbildungsvertrag f&uuml;r eine Ausbildung vor und die &quot;Zus&auml;tzliche Vereinbarung zum Arbeitsvertrag&quot; (im Weiteren als &quot;Zusatzvereinbarung&quot; bezeichnet). Die Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;ferin kam zu der Auffassung, dass eine private Nutzung des Firmenwagens durch den Kl&auml;ger nicht ausgeschlossen werden k&ouml;nne, und sah den geldwerten Vorteil als Arbeitslohn an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsprechend erh&ouml;hte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) in den Jahren 2007, 2008 und 2009 den Arbeitslohn des Kl&auml;gers um jeweils 8.232&nbsp;EUR und erlie&szlig; unter dem 24.&nbsp;M&auml;rz 2011 nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung berichtigte Einkommensteuerbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 1315 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er beantragt,<br \/>das Urteil des Finanzgerichts (FG) D&uuml;sseldorf vom 11.&nbsp;April 2013&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;2935\/11&nbsp;E und die Einspruchsentscheidung vom 5.&nbsp;August 2011 aufzuheben sowie die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 2007 bis 2009 jeweils vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2011 insoweit abzu&auml;ndern, als die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit f&uuml;r die Jahre 2007 bis 2009 jeweils um 8.232&nbsp;EUR gemindert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. &Uuml;berl&auml;sst der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt einen Dienstwagen auch zur privaten Nutzung, f&uuml;hrt das nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Senats zu einem als Lohnzufluss nach &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu erfassenden steuerbaren Nutzungsvorteil des Arbeitnehmers (Senatsurteile vom 18.&nbsp;April 2013 VI&nbsp;R&nbsp;23\/12, BFHE 241, 276, BFH\/NV 2013, 1316, und vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2013 VI&nbsp;R&nbsp;42\/12, BFHE 241, 180, BFH\/NV 2013, 1305; VI&nbsp;R&nbsp;46\/11, BFHE 241, 175, BFH\/NV 2013, 1302, und VI&nbsp;R&nbsp;31\/10, BFHE 241, 167, BStBl II 2013, 700; jeweils m.w.N.), und zwar unabh&auml;ngig davon, ob und in welchem Umfang der Arbeitnehmer den betrieblichen PKW privat nutzt (Senatsurteil in BFHE 241, 167, BStBl II 2013, 700). Der Vorteil ist nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 bis 5 i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG entweder mit der Fahrtenbuchmethode oder, wenn &#8211;wie im Streitfall mittlerweile unstreitig&#8211; kein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch gef&uuml;hrt wird, mit der 1&nbsp;%-Regelung zu bewerten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. &Uuml;ber die Frage, ob und welches betriebliche Fahrzeug dem Arbeitnehmer auch zur privaten Nutzung &uuml;berlassen ist, entscheidet das FG unter Ber&uuml;cksichtigung s&auml;mtlicher Umst&auml;nde des Einzelfalls nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung. Zwar ist die finanzrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung revisionsrechtlich nur eingeschr&auml;nkt auf Verst&ouml;&szlig;e gegen Denkgesetze und allgemeine Erfahrungss&auml;tze &uuml;berpr&uuml;fbar. Das FG hat jedoch im Einzelnen darzulegen, wie und dass es seine &Uuml;berzeugung in rechtlich zul&auml;ssiger und einwandfreier Weise gewonnen hat (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13.&nbsp;M&auml;rz 1997 I&nbsp;B&nbsp;78\/96, BFH\/NV 1997, 772). Die subjektive Gewissheit des Tatrichters vom Vorliegen eines entscheidungserheblichen Sachverhalts ist nur dann ausreichend und f&uuml;r das Revisionsgericht bindend, wenn sie auf einer logischen, verstandesm&auml;&szlig;ig einsichtigen W&uuml;rdigung beruht, deren nachvollziehbare Folgerungen den Denkgesetzen entsprechen und von den festgestellten Tatsachen getragen werden. Fehlt es an einer tragf&auml;higen Tatsachengrundlage f&uuml;r die Folgerungen in der tatrichterlichen Entscheidung oder fehlt die nachvollziehbare Ableitung dieser Folgerungen aus den festgestellten Tatsachen und Umst&auml;nden, so liegt ein Versto&szlig; gegen die Denkgesetze vor (Senatsurteil vom 11.&nbsp;November 2010 VI&nbsp;R&nbsp;16\/09, BFHE 232, 34, BStBl II 2011, 966, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ein solcher Rechtsanwendungsfehler ist vorliegend zu beklagen. Der Schluss des FG, dass dem Kl&auml;ger von seinem Arbeitgeber der streitige Firmenwagen in den Streitjahren auch zur privaten (befugten) Nutzung &uuml;berlassen worden ist, h&auml;lt revisionsrechtlicher Pr&uuml;fung nicht stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Denn diese Erkenntnis beruht nicht auf belastbaren Feststellungen des FG. Danach ist dem Kl&auml;ger die private Nutzung des Audi A6 verboten. Das FG hat seine &Uuml;berzeugung allein aus dem Umstand, dass der Kl&auml;ger aufgrund seiner herausgehobenen Position im Unternehmen (faktischer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer) die M&ouml;glichkeit hatte, wie ein Unternehmer frei &uuml;ber das streitige Firmenfahrzeug zu bestimmen, gesch&ouml;pft und hieraus auf die private Nutzungsbefugnis des Kl&auml;gers geschlossen. Dieser Schluss ist jedoch f&uuml;r den Senat nicht nachvollziehbar. Denn von der Nutzungsm&ouml;glichkeit aufgrund tats&auml;chlicher Sachherrschaft l&auml;sst sich nicht auf eine rechtsgesch&auml;ftlich (ausdr&uuml;cklich oder konkludent) vermittelte Nutzungsbefugnis schlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im &Uuml;brigen rechtfertigt allein die M&ouml;glichkeit, das Fahrzeug (gegen den Willen des Arbeitgebers) privat zu nutzen, den Ansatz eines lohnsteuerbaren Nutzungswerts nicht. Arbeitslohn liegt nur insoweit vor, als der Arbeitnehmer zur Privatnutzung des Firmenfahrzeugs befugt ist (Senatsurteil vom 21.&nbsp;April 2010 VI&nbsp;R&nbsp;46\/08, BFHE 229, 228, BStBl II 2010, 848). Folglich kann auch entgegen der Auffassung des FG die Tatsache, dass der Arbeitgeber vorliegend diese private Nutzungsm&ouml;glichkeit geduldet habe und diese M&ouml;glichkeit nicht durch das arbeitsvertragliche Nutzungsverbot oder dessen unzureichende &Uuml;berwachung ausgeschlossen worden sei, einen geldwerten nach der 1&nbsp;%-Regelung zu bewertenden Vorteil des Arbeitnehmers nicht begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG wird daher im zweiten Rechtsgang nach Ma&szlig;gabe der vorgenannten Rechtsgrunds&auml;tze den hier streitigen Sachverhalt insbesondere dahingehend weiter aufzukl&auml;ren und zu w&uuml;rdigen haben, ob der Kl&auml;ger gegebenenfalls aufgrund einer m&ouml;glicherweise konkludent geschlossenen Vereinbarung zur privaten Nutzung des geleasten Audi A6 befugt war. Diese Feststellungen kann auch der Beweis des ersten Anscheins nicht ersetzen. Das FG hat sich von der privaten Nutzungsbefugnis und nicht lediglich von der M&ouml;glichkeit zur unbefugten Privatnutzung mit der erforderlichen Gewissheit zu &uuml;berzeugen. Dabei hat es auch zu ber&uuml;cksichtigen, dass die fehlende &Uuml;berwachung eines arbeitsvertraglich vereinbarten Verbots der privaten Nutzung des dienstlich &uuml;berlassenen Fahrzeugs nicht auf dessen Steuerunerheblichkeit schlie&szlig;en l&auml;sst (vgl. Senatsurteile in BFHE 241, 180, BFH\/NV 2013, 1305; in BFHE 241, 175, BFH\/NV 2013, 1302). Zwar mag es sein, dass in F&auml;llen wie dem vorliegenden der Arbeitnehmer &#8211;in Ermangelung einer &quot;Kontrollinstanz&quot;&#8211; bei einer Zuwiderhandlung keine arbeitsrechtlichen oder gar strafrechtlichen Konsequenzen zu gew&auml;rtigen hat. Gleichwohl rechtfertigt dies einen entsprechenden steuerstrafrechtlich erheblichen Generalverdacht nicht. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber ein arbeitsvertraglich vereinbartes Privatnutzungsverbot nicht &uuml;berwacht oder es wie bei einem angestellten (Allein-)Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, einem (familienangeh&ouml;rigen) Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer eines Familienunternehmens oder dem Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer an einer &quot;Kontrollinstanz&quot; fehlt (Senatsurteile in BFHE 241, 276, BFH\/NV 2013, 1316; in BFHE 241, 180, BFH\/NV 2013, 1305; in BFHE 241, 175, BFH\/NV 2013, 1302, m.w.N.). Allerdings kann bei einer nachhaltigen &quot;vertragswidrigen&quot; privaten Nutzung eines betrieblichen PKW durch den Arbeitnehmer &#8211;sofern eine solche festgestellt ist&#8211; der Schluss naheliegen, dass Nutzungsbeschr&auml;nkung oder -verbot nicht ernstlich gemeint sind, sondern lediglich &quot;auf dem Papier stehen&quot;, da &uuml;blicherweise der Arbeitgeber eine unbefugte Nutzung durch den Arbeitnehmer nicht duldet. Unterbindet der Arbeitgeber die unbefugte Nutzung durch den Arbeitnehmer nicht, kann die &quot;vertragswidrige&quot; Privatnutzung auf einer vom schriftlich Vereinbarten abweichenden, m&uuml;ndlich oder konkludent getroffenen Nutzungs- oder &Uuml;berlassungsvereinbarung beruhen und damit den Ansatz eines nach der 1&nbsp;%-Regelung zu bewertenden, lohnsteuerbaren Nutzungsvorteil rechtfertigen (Senatsurteil vom 23.&nbsp;April 2009 VI&nbsp;R&nbsp;81\/06, BFHE 225, 33, BStBl II 2012, 262).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.11.2013, VI R 25\/13 Anwendungsvoraussetzung der 1 %-Regelung &#8211; Reichweite des Anscheinsbeweises bei einem familienangeh&ouml;rigen Arbeitnehmer Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist der Ansatz eines geldwerten Vorteils wegen der privaten Nutzung eines Firmenwagens. 2&nbsp; Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Arbeitnehmer der X, deren Inhaber der Vater des Kl&auml;gers ist. 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