{"id":62142,"date":"2014-04-26T12:04:03","date_gmt":"2014-04-26T10:04:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62142"},"modified":"2014-04-26T12:04:03","modified_gmt":"2014-04-26T10:04:03","slug":"i-r-72-12-mindest-pensionsalter-bei-versorgungszusage-an-beherrschenden-gesellschafter-geschaeftsfuehrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-72-12-mindest-pensionsalter-bei-versorgungszusage-an-beherrschenden-gesellschafter-geschaeftsfuehrer\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;72\/12 &#8211; (Mindest-)Pensionsalter bei Versorgungszusage an beherrschenden Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.9.2013, I R 72\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">(Mindest-)Pensionsalter bei Versorgungszusage an beherrschenden Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Nach &sect; 6a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 Satz 3 EStG sind f&uuml;r die Berechnung des Teilwerts der Pensionsr&uuml;ckstellung die Jahresbetr&auml;ge zugrunde zu legen, die vom Beginn des Wirtschaftsjahres, in dem das Dienstverh&auml;ltnis begonnen hat, bis zu dem in der Pensionszusage vorgesehenen Zeitpunkt des Eintritts des Versorgungsfalles rechnungsm&auml;&szlig;ig aufzubringen sind. Ein Mindestpensionsalter wird hiernach auch f&uuml;r die Zusage gegen&uuml;ber dem beherrschenden Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH nicht vorausgesetzt (gegen R 41 Abs. 9 Satz 1 EStR 2001, R 6a Abs. 8 EStR 2012). Wurde einem urspr&uuml;nglichen Minderheitsgesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH eine Pension auf das 60. Lebensjahr zugesagt und wird der Beg&uuml;nstigte sp&auml;ter zum Mehrheitsgesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, ohne dass die Altersgrenze angehoben wird, kommt deshalb insoweit allenfalls die Annahme einer vGA, nicht aber eine Bilanzberichtigung, in Betracht.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, welche Auswirkungen der Wechsel vom Minderheits- zum Mehrheitsgesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH auf die Berechnung der Pensionsr&uuml;ckstellung nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;6a des Einkommensteuergesetzes (EStG) hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine Steuerberatungs-GmbH, erteilte ihrem &#8211;seit 1979&#8211; alleinvertretungsberechtigten Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, dem am 22.&nbsp;April 1950 geborenen A, am 15.&nbsp;Januar 1987 eine Pensionszusage. A, der zu diesem Zeitpunkt mit 25&nbsp;% an der Kl&auml;gerin beteiligt war, hatte hiernach einen Anspruch u.a. auf Altersrente in H&ouml;he von 60&nbsp;% seiner j&auml;hrlichen Gesamtbez&uuml;ge bei seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen nach Vollendung des 60. Lebensjahres. Die Kl&auml;gerin berechnete dementsprechend die j&auml;hrlichen Zuf&uuml;hrungen zur Pensionsr&uuml;ckstellung jeweils unter Ansatz des 60. Lebensjahres.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch einen Gesellschafterwechsel im Jahr 2002 war A seitdem mit 60&nbsp;% an der Kl&auml;gerin beteiligt. Die Kl&auml;gerin ver&auml;nderte die Grundlagen f&uuml;r die Bewertung der Pensionsr&uuml;ckstellung nicht. Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Gesch&auml;ftsjahre 2002 bis 2004 blieb dies unbeanstandet. Die K&ouml;rperschaftsteuerbescheide und die Gewerbesteuermessbescheide bis einschlie&szlig;lich 2004 sind bestandskr&auml;ftig und nicht mehr &auml;nderbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das Streitjahr 2005 f&uuml;hrte die Kl&auml;gerin der Pensionsr&uuml;ckstellung einkommenswirksam den Betrag von 117.189&nbsp;EUR zu; bei einem Pensionsalter von 65 Jahren h&auml;tte die Zuf&uuml;hrung 60.601&nbsp;EUR betragen. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat in entsprechenden &Auml;nderungsbescheiden die Auffassung, die Pensionsr&uuml;ckstellung sei aufgrund der zwischenzeitlich beherrschenden Gesellschafterstellung des A auf das 65. Lebensjahr zu berechnen und damit in H&ouml;he von 461.213&nbsp;EUR einkommenswirksam aufzul&ouml;sen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der dagegen erhobenen Klage zum &uuml;berwiegenden Teil statt; die Pensionsr&uuml;ckstellung sei weiterhin und jedenfalls zum Bilanzstichtag des Streitjahres unver&auml;ndert mit dem zum 31.&nbsp;Dezember 2004 erfassten Wert anzusetzen. Wegen der bis dahin bestandskr&auml;ftigen und nicht mehr &auml;nderbaren Steuerbescheide sei die R&uuml;ckstellung auf diesen Stand &quot;einzufrieren&quot;. Vom Streitjahr an sei die R&uuml;ckstellung hingegen neu zu berechnen, da bei beherrschenden Gesellschaftern eine Pensionszusage nur auf das 65.&nbsp;Lebensjahr steuerlich anerkannt werde. Das Urteil des FG K&ouml;ln vom 6.&nbsp;September 2012&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;1645\/11 ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 770 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit der Revision die Verletzung materiellen Rechts. Es beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;); das FG hat im angefochtenen Urteil ohne Rechtsfehler erkannt, dass eine Aufl&ouml;sung der Pensionsr&uuml;ckstellung zum 31.&nbsp;Dezember des Streitjahres und ein neuer Ansatz nach Ma&szlig;gabe eines h&ouml;heren Pensionsalters (65 Jahre) nicht in Betracht kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die urspr&uuml;ngliche, im Jahr 1987 auf die Vollendung des 60.&nbsp;Lebensjahres erteilte Pensionszusage an den (damaligen) Minderheitsgesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer hielt den steuerrechtlichen Anforderungen sowohl im Hinblick auf die Ma&szlig;gaben der betrieblichen Veranlassung (hier: in Abgrenzung zu einer Veranlassung durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis, &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz 2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes &#8211;KStG&#8211;, f&uuml;r die Gewerbesteuer i.V.m. &sect;&nbsp;7 des Gewerbesteuergesetzes) als auch im Hinblick auf die Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;1 und 2 EStG stand. Das FG hat dazu zutreffend auf die Verh&auml;ltnisse zum Zeitpunkt der Zusageerteilung abgestellt (Senatsurteile vom 28.&nbsp;April 1982 I&nbsp;R&nbsp;51\/76, BFHE 135, 519, BStBl II 1982, 612; vom 18.&nbsp;Dezember 1996 I&nbsp;R&nbsp;139\/94, BFHE 182, 184, BStBl II 1997, 301; vom 11.&nbsp;Februar 1997 I&nbsp;R&nbsp;43\/96, BFH\/NV 1997, 806; vom 9.&nbsp;April 1997 I&nbsp;R&nbsp;52\/96, BFH\/NV 1997, 808). Dies ist zwischen den Beteiligten nicht im Streit und bedarf keiner weiteren Er&ouml;rterungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Umstand, dass A im Jahr 2002 durch das Aufstocken seiner Beteiligung zum beherrschenden Gesellschafter der Kl&auml;gerin geworden ist, ber&uuml;hrt den Inhalt des urspr&uuml;nglichen Versorgungsversprechens nicht; die Parteien haben das urspr&uuml;nglich vereinbarte Pensionsalter auch nicht ver&auml;ndert. Bei der Ermittlung des Teilwerts der Verpflichtung ist dieser Umstand deshalb nicht mindernd zu ber&uuml;cksichtigen. Eine Korrektur der von der Kl&auml;gerin angesetzten Pensionsr&uuml;ckstellung zum 31.&nbsp;Dezember des Streitjahres kommt ebenso wenig in Betracht wie eine Korrektur der Bilanzans&auml;tze der Jahre 2002 bis 2004 im Wege der Bilanzberichtigung (vgl. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 EStG) in der ersten offenen Schlussbilanz (Bilanz des Streitjahres).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Senats (zuletzt im Urteil vom 28.&nbsp;April 2010 I&nbsp;R&nbsp;78\/08, BFHE 229, 234, BStBl II 2013, 41) kann die Pensionszusage einer Kapitalgesellschaft zu Gunsten ihres Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers wegen &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG nur insoweit zur Minderung des steuerlichen Gewinns f&uuml;hren, als die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;6a EStG eingehalten sind. Dar&uuml;ber hinaus kann die Zuf&uuml;hrung zu einer Pensionsr&uuml;ckstellung aus steuerrechtlicher Sicht eine verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) sein, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG das Einkommen der verpflichteten Gesellschaft nicht mindern darf, wenn\/soweit die Pensionsverpflichtung nicht (ausschlie&szlig;lich) durch das Dienstverh&auml;ltnis zwischen der Gesellschaft und dem Beg&uuml;nstigten, sondern (zumindest unter anderem) durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst ist. W&auml;hrend auf dieser Grundlage die Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;6a EStG &quot;bilanzinterne Voraussetzungen&quot; sind (was zugleich die &quot;r&uuml;ckw&auml;rtsgerichtete Bestandskorrektur&quot; einer Pensionsr&uuml;ckstellung erm&ouml;glichen kann), gilt dies f&uuml;r die Annahme einer vGA nicht: Die Zuf&uuml;hrungen zu einer R&uuml;ckstellung f&uuml;r die Verbindlichkeit aus einer betrieblichen Versorgungszusage, die den Vorgaben des &sect;&nbsp;6a EStG entspricht, aus steuerrechtlichen Gr&uuml;nden aber als vGA zu behandeln sind, sind au&szlig;erhalb der Bilanz dem Gewinn hinzuzurechnen (sog. zweite vGA-Pr&uuml;fungsstufe, vgl. z.B. Gosch in Kirchhof, EStG, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;6a Rz&nbsp;3; derselbe, KStG, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;247, 395; s.a. Dommermuth in Herrmann\/ Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;6a EStG Rz&nbsp;26; Bl&uuml;mich\/Rengers, &sect;&nbsp;8 KStG Rz&nbsp;755). Ist eine Hinzurechnung unterblieben und aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden eine &Auml;nderung der betreffenden Steuerbescheide nicht mehr m&ouml;glich, k&ouml;nnen die r&uuml;ckgestellten Betr&auml;ge auf der Ebene der Kapitalgesellschaft nicht mehr als vGA ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Revision macht geltend, die Pensionsr&uuml;ckstellung zum 31.&nbsp;Dezember des Streitjahres sei &quot;bereits dem Grunde nach zu hoch gebildet&quot;, weil sie dem Pensionsalter f&uuml;r beherrschende Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer von 65 Jahren nicht entspreche, was sich auf die R&uuml;ckstellungsbildung nach &sect;&nbsp;6a EStG und damit &quot;innerbilanziell&quot; auswirke. Dem ist nicht beizupflichten. Ein Mindestpensionsalter f&uuml;r einen versorgungsbeg&uuml;nstigten Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ist weder den Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;1 und 2 EStG zu entnehmen noch ist es Gegenstand der Teilwertberechnung des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;3 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG darf eine Pensionsr&uuml;ckstellung h&ouml;chstens mit dem Teilwert der Pensionsverpflichtung angesetzt werden. F&uuml;r dessen Berechnung und die Berechnung der der Pensionsr&uuml;ckstellung zuzuf&uuml;hrenden Jahresbetr&auml;ge enthalten die S&auml;tze 2 und 3 des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;3 EStG einzelne Berechnungsvorgaben. Nach &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG sind die bei der Pensionsr&uuml;ckstellung zu ber&uuml;cksichtigenden Jahresbetr&auml;ge zugrunde zu legen, die vom Beginn des Wirtschaftsjahres, in dem das Dienstverh&auml;ltnis begonnen hat, bis zu dem in der Pensionszusage vorgesehenen Zeitpunkt des Eintritts des Versorgungsfalles rechnungsm&auml;&szlig;ig aufzubringen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Unter Zugrundelegung dieser gesetzlichen Vorgaben und der am 15.&nbsp;Januar 1987 durch die Kl&auml;gerin erteilten Pensionszusage ist im Streitfall von dem Eintritt des Versorgungsfalles mit Vollendung des 60.&nbsp;Lebensjahres von A auszugehen. Hiernach ist der Teilwert der Pensionsr&uuml;ckstellung zu errechnen. Soweit die Finanzverwaltung eine R&uuml;ckstellungsberechnung lediglich auf der Grundlage eines Pensionseintrittsalters von 65 Jahren zulassen m&ouml;chte (vgl. H&nbsp;38 der Hinweise zu den K&ouml;rperschaftsteuer-Richtlinien 2008 und bereits Schreiben des Bundesministers der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 15.&nbsp;Dezember 1982, BStBl I 1982, 988, zwischenzeitlich aufgehoben durch BMF-Schreiben vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2007, BStBl I 2007, 369; s.a. R&nbsp;38 Satz&nbsp;4 der K&ouml;rperschaftsteuer-Richtlinien 2004 mit Verweis auf &quot;R&nbsp;41 EStR&quot;, dort R&nbsp;41 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 der Einkommensteuer-Richtlinien &#8211;EStR&#8211; 2001, entsprechend R&nbsp;6a Abs.&nbsp;8 EStR 2012, dort mittlerweile bezogen auf das 67.&nbsp;Lebensjahr), kann dem nicht gefolgt werden (ebenso z.B. Urteil des Hessischen FG vom 22.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;3070\/11, EFG 2013, 1508; Gosch, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1093; Haug\/Huber in M&ouml;ssner\/Seeger, K&ouml;rperschaftsteuergesetz, &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1611; anders aber z.B. Bl&uuml;mich\/H.-J.&nbsp;Heger, a.a.O., &sect;&nbsp;6a EStG Rz&nbsp;555; Rengers, ebenda, &sect;&nbsp;8 KStG&nbsp;Rz&nbsp;750; Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;6a Rz&nbsp;23; Wochinger in Ernst &#038; Young, Verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen und verdeckte Einlagen, Kap.&nbsp;4 Rz&nbsp;14 und 96, 99). Denn nach dem insoweit eindeutigen Wortlaut des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG ist bei der Berechnung der Pensionsr&uuml;ckstellungen ausschlie&szlig;lich auf den in der Pensionszusage vorgesehenen Zeitpunkt des Eintritts des Versorgungsfalles abzustellen. F&uuml;r ein davon abweichendes Hinausschieben des Pensionsalters und eine sich danach zu bemessende Teilwertberechnung gibt die Regelung nichts her. Insbesondere geht die Finanzverwaltung fehl in der Annahme, der ma&szlig;gebliche Eintritt des Versorgungsfalles werde durch die Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung markiert; eine entsprechende automatische Verkn&uuml;pfung enth&auml;lt das Gesetz nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch aus dem von der Revision herangezogenen Senatsurteil vom 23.&nbsp;Januar 1991 I&nbsp;R&nbsp;113\/88 (BFHE 163, 207, BStBl II 1991, 379) ergibt sich nichts Abweichendes. Der Senat hat in jenem Urteil &#8211;bezogen auf die Qualifizierung von (laufenden) Einkommensminderungen im Zuge der Aufstockung von Pensionsr&uuml;ckstellungen&#8211; zwar darauf verwiesen, die H&ouml;he einer R&uuml;ckstellung sei nach der wahrscheinlich zu erbringenden Leistung zu bemessen, was die Einbeziehung von Erkenntnissen &uuml;ber das &quot;Ruhestandsverhalten&quot; dieser Personen rechtfertige (s.a. Senatsurteil vom 11.&nbsp;April 1990 I&nbsp;R&nbsp;95\/88, BFH\/NV 1991, 659; Beschluss des FG M&uuml;nchen vom 20.&nbsp;Februar 2012&nbsp;&nbsp;7&nbsp;V&nbsp;2818\/11, EFG 2012, 1171); bestehe eine hinreichende Wahrscheinlichkeit, dass dieser Personenkreis im allgemeinen nicht vor dem 65.&nbsp;Lebensjahr in Ruhestand trete, werde die verpflichtete Kapitalgesellschaft voraussichtlich nicht zu einem fr&uuml;heren Termin in Anspruch genommen werden, was wiederum die Anerkennung von entsprechenden Betriebsausgaben hindere. Eine Entscheidung zu der hier streiterheblichen Rechtsfrage der Qualifizierung als &quot;bilanzinterne Voraussetzung&quot; l&auml;sst sich diesem Senatsurteil allerdings nicht entnehmen, da der Senat die Einkommenserh&ouml;hung alternativ mit dem Tatbestand der vGA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG begr&uuml;ndet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat kann unbeantwortet lassen, ob sich unabh&auml;ngig davon eine im Gesellschaftsverh&auml;ltnis gr&uuml;ndende Veranlassung der Versorgungsleistung daraus ableiten l&auml;sst, dass das auf das vollendete 60.&nbsp;Lebensjahr bestimmte Pensionsalter auch nach dem Wechsel des A vom Minderheits- zum Mehrheitsgesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer &#8211;statt des f&uuml;r einen solchen Mehrheitsgesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer andernfalls &uuml;blichen 63. oder 65. Lebensjahres (s. dazu z.B. Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 6.&nbsp;November 2012&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1093\/10&nbsp;K,G,F, EFG 2013, 323; Gosch, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1092; Otto in Blomeyer\/Rolfs\/Otto, BetrAVG, 5.&nbsp;Aufl., StR&nbsp;F&nbsp;Rz&nbsp;290, m.w.N.)&#8211; beibehalten worden ist (vgl. zu den Steuerfolgen eines solchen &quot;Statuswechsels&quot; z.B. Senatsurteil vom 18.&nbsp;September 1962 I&nbsp;176\/61&nbsp;U, BFHE 76, 276, BStBl III 1963, 98; Otto in Blomeyer\/Rolfs\/Otto, a.a.O., StR&nbsp;F&nbsp;Rz&nbsp;296). Diese Rechtsfrage, die dem FG Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision gegeben hat, ist nicht Gegenstand des anh&auml;ngigen Revisionsverfahrens; die Kl&auml;gerin hat die Entscheidung des FG, soweit es die Zuf&uuml;hrung des Streitjahres zur Pensionsr&uuml;ckstellung bei der Einkommens- und Gewerbeertragsermittlung hinzugerechnet und die Klage insoweit abgewiesen hat, nicht angefochten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.9.2013, I R 72\/12 (Mindest-)Pensionsalter bei Versorgungszusage an beherrschenden Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Leits&auml;tze Nach &sect; 6a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 Satz 3 EStG sind f&uuml;r die Berechnung des Teilwerts der Pensionsr&uuml;ckstellung die Jahresbetr&auml;ge zugrunde zu legen, die vom Beginn des Wirtschaftsjahres, in dem das Dienstverh&auml;ltnis begonnen hat, bis zu dem in der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-72-12-mindest-pensionsalter-bei-versorgungszusage-an-beherrschenden-gesellschafter-geschaeftsfuehrer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;72\/12 &#8211; (Mindest-)Pensionsalter bei Versorgungszusage an beherrschenden Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62142","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62142","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62142"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62142\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62142"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62142"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62142"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}