{"id":62158,"date":"2014-04-26T12:03:48","date_gmt":"2014-04-26T10:03:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62158"},"modified":"2014-04-26T12:03:48","modified_gmt":"2014-04-26T10:03:48","slug":"vi-r-46-11-anwendungsvoraussetzung-der-1-regelung-reichweite-des-anscheinsbeweises-beim-angestellten-gesellschafter-geschaeftsfuehrer-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-46-11-anwendungsvoraussetzung-der-1-regelung-reichweite-des-anscheinsbeweises-beim-angestellten-gesellschafter-geschaeftsfuehrer-19\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;46\/11 &#8211; Anwendungsvoraussetzung der 1 %-Regelung &#8211; Reichweite des Anscheinsbeweises beim angestellten Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.3.2013, VI R 46\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Anwendungsvoraussetzung der 1 %-Regelung &#8211; Reichweite des Anscheinsbeweises beim angestellten Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. &Uuml;ber die Frage, ob und welches betriebliche Fahrzeug dem Arbeitnehmer auch zur privaten Nutzung &uuml;berlassen ist, entscheidet das FG unter Ber&uuml;cksichtigung s&auml;mtlicher Umst&auml;nde des Einzelfalls nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Steht nicht fest, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Dienstwagen zur privaten Nutzung &uuml;berlassen hat, kann auch der Beweis des ersten Anscheins diese fehlende Feststellung nicht ersetzen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Dies gilt auch bei angestellten Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern einer GmbH. Auch in einem solchen Fall l&auml;sst sich kein allgemeiner Erfahrungssatz des Inhalts feststellen, dass ein Privatnutzungsverbot nur zum Schein ausgesprochen ist oder der (Allein-)Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ein Privatnutzungsverbot generell missachtet.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Nutzt der Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer den betrieblichen PKW allerdings unbefugt privat, liegt kein Arbeitslohn, sondern eine vGA vor.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist der Ansatz eines geldwerten Vorteiles wegen der privaten Nutzung eines Firmenwagens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger), ein gelernter Elektromonteur, war in den beiden Streitjahren &#8211;neben dem Mitgesellschafter J&#8211; zu 50&nbsp;% am Stammkapital der Firma&nbsp;A beteiligt. Die A handelte mit Wasseraufbereitungsanlagen, Tankanlagen, Tankdatensystemen und Abscheideranlagen. Gem&auml;&szlig; Arbeitsvertrag vom 1.&nbsp;Januar 2003 war er dort als Betriebsleiter t&auml;tig. Der Arbeitsvertrag enthielt die Bestimmung, dass die Verwendung firmeneigener PKW und LKW zu privaten Zwecken &quot;grunds&auml;tzlich&quot; untersagt sei. Im Jahre 2006 wurde der Kl&auml;ger als alleinvertretungsberechtigter Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der A in das Handelsregister eingetragen. In den Streitjahren nutzte er einen von der A geleasten PKW Kombi Audi A6 Avant f&uuml;r Kundenbesuche (Verkauf und Beratung) sowie zur Wartung und Reparatur der von der A zu betreuenden Autowasch- und Tankanlagen. Aus der T&auml;tigkeit bei der A erzielte der Kl&auml;ger in den beiden Streitjahren (2003 und 2004) einen Bruttoarbeitslohn von j&auml;hrlich 16.200&nbsp;EUR. Daneben erzielte er in den beiden Jahren als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der unter seiner Wohnanschrift ans&auml;ssigen Firma&nbsp;B einen Bruttoarbeitslohn von j&auml;hrlich 48.000&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger f&uuml;hrte f&uuml;r die Streitjahre Fahrtenb&uuml;cher f&uuml;r das ihm von der A &uuml;berlassene Fahrzeug, die der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) aus formalen Gr&uuml;nden (als Fahrziele sind teilweise nur die Firmennamen der besuchten Kunden, h&auml;ufig ohne Orts- und\/oder Stra&szlig;enangaben, stets ohne Hausnummern angegeben worden) nicht anerkannte. Ausweislich dieser Aufzeichnungen ist der PKW nur betrieblich genutzt worden. Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte haben danach im Jahre 2003 nicht und im Jahre 2004 lediglich am 17.\/18.&nbsp;M&auml;rz 2004 und 21.\/22.&nbsp;April 2004 stattgefunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im September 2005 zur Kfz-&Uuml;berlassung an beide Gesellschafter (Audi A6 an Herrn J, Audi A6 Avant an den Kl&auml;ger) bei der A durchgef&uuml;hrte Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;hrte zur &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2003 und 2004. Das FA machte sich die Pr&uuml;fungsfeststellungen der Pr&uuml;ferin zu eigen, wonach ein Beweis des ersten Anscheins f&uuml;r eine auch private Nutzung des &uuml;berlassenen PKW durch den Kl&auml;ger aufgrund seiner Einflussm&ouml;glichkeiten als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer spreche, der vorliegend nicht durch die F&uuml;hrung der Fahrtenb&uuml;cher entkr&auml;ftet worden sei, weil diese wegen l&uuml;ckenhafter bzw. unvollst&auml;ndiger Angaben zu den beruflichen Fahrten und fehlender Angaben zu den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte nicht ordnungsgem&auml;&szlig; gef&uuml;hrt worden seien. Als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer habe der Kl&auml;ger unkontrolliert auch Privatfahrten durchf&uuml;hren k&ouml;nnen. Entsprechend setzte das FA sowohl f&uuml;r Privatfahrten als auch f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte die sich aus &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ergebenden Pauschals&auml;tze als Sachbezug an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch des Kl&auml;gers blieb ohne Erfolg. Die daraufhin erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) aus den in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2012, 1368 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung formellen und materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 13.&nbsp;April 2011&nbsp; 14&nbsp;K&nbsp;14175\/07 sowie die Einspruchsentscheidung vom 27.&nbsp;Juli 2007 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2003 und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2004 jeweils vom 29.&nbsp;Dezember 2006 insoweit abzu&auml;ndern, als dass Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit f&uuml;r 2003 um 7.419,96&nbsp;EUR und f&uuml;r 2004 um 7.644&nbsp;EUR gemindert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA ist der Revision entgegengetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. &Uuml;berl&auml;sst der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt einen Dienstwagen auch zur privaten Nutzung, f&uuml;hrt das nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Senats zu einem als Lohnzufluss nach &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG zu erfassenden steuerbaren Nutzungsvorteil des Arbeitnehmers (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6.&nbsp;November 2001 VI&nbsp;R&nbsp;62\/96, BFHE 197, 142, BStBl II 2002, 370; vom 7.&nbsp;November 2006 VI&nbsp;R&nbsp;19\/05, BFHE 215, 256, BStBl II 2007, 116; VI&nbsp;R&nbsp;95\/04, BFHE 215, 252, BStBl II 2007, 269; vom 4.&nbsp;April 2008 VI&nbsp;R&nbsp;68\/05, BFHE 221, 17, BStBl II 2008, 890; vom 28.&nbsp;August 2008 VI&nbsp;R&nbsp;52\/07, BFHE 223, 12, BStBl II 2009, 280; vom 21.&nbsp;April 2010 VI&nbsp;R&nbsp;46\/08, BFHE 229, 228, BStBl II 2010, 848; vom 6.&nbsp;Oktober 2011 VI&nbsp;R&nbsp;56\/10, BFHE 235, 383, BStBl II 2012, 362), und zwar unabh&auml;ngig davon, ob und in welchem Umfang der Arbeitnehmer den betrieblichen PKW privat nutzt (BFH-Urteil vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2013 VI&nbsp;R&nbsp;31\/10, BFHE 241, 167). Der Vorteil ist nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 bis 5 i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG entweder mit der Fahrtenbuchmethode oder, wenn &#8211;wie im Streitfall mittlerweile unstreitig&#8211; kein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch gef&uuml;hrt wird, mit der 1&nbsp;%-Regelung zu bewerten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. &Uuml;ber die Frage, ob und welches betriebliche Fahrzeug dem Arbeitnehmer auch zur privaten Nutzung &uuml;berlassen ist, entscheidet das FG unter Ber&uuml;cksichtigung s&auml;mtlicher Umst&auml;nde des Einzelfalls nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung. Zwar ist die finanzrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung revisionsrechtlich nur eingeschr&auml;nkt auf Verst&ouml;&szlig;e gegen Denkgesetze und allgemeine Erfahrungss&auml;tze &uuml;berpr&uuml;fbar. Das FG hat jedoch im Einzelnen darzulegen, wie und dass es seine &Uuml;berzeugung in rechtlich zul&auml;ssiger und einwandfreier Weise gewonnen hat (BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;M&auml;rz 1997 I&nbsp;B&nbsp;78\/96, BFH\/NV 1997, 772). Die subjektive Gewissheit des Tatrichters vom Vorliegen eines entscheidungserheblichen Sachverhalts ist nur dann ausreichend und f&uuml;r das Revisionsgericht bindend, wenn sie auf einer logischen, verstandesm&auml;&szlig;ig einsichtigen W&uuml;rdigung beruht, deren nachvollziehbare Folgerungen den Denkgesetzen entsprechen und von den festgestellten Tatsachen getragen werden. Fehlt es an einer tragf&auml;higen Tatsachengrundlage f&uuml;r die Folgerungen in der tatrichterlichen Entscheidung oder fehlt die nachvollziehbare Ableitung dieser Folgerungen aus den festgestellten Tatsachen und Umst&auml;nden, so liegt ein Versto&szlig; gegen die Denkgesetze vor (BFH-Urteil vom 11.&nbsp;November 2010 VI&nbsp;R&nbsp;16\/09, BFHE 232, 34, BStBl II 2011, 966, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ein solcher Rechtsanwendungsfehler ist vorliegend zu beklagen. Der Schluss des FG, dass dem Kl&auml;ger von der A der streitige Firmenwagen in den Streitjahren arbeitsvertraglich auch zur privaten Nutzung &uuml;berlassen worden ist, h&auml;lt revisionsrechtlicher Pr&uuml;fung nicht stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Denn diese Erkenntnis beruht zum einen weniger auf festgestellten Tatsachen, als vielmehr auf der Vermutung, dass bei einem Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer wegen seiner herausragenden Position und dem damit verbundenen jederzeitigen Zugriff auf die betrieblichen PKW nach den Regeln des Anscheinsbeweises von einer privaten Nutzung der PKW auszugehen sei, wenn kein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch gef&uuml;hrt werde und daher der tats&auml;chliche Umfang der privaten Nutzung des durch den Arbeitgeber &uuml;berlassenen Dienstwagens nicht feststehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einen &#8211;auf der allgemeinen Lebenserfahrung gr&uuml;ndenden&#8211; Erfahrungssatz, nach dem ein angestellter Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer generell arbeitsvertraglich vereinbarte Nutzungsverbote nicht achten werde, vermag der Senat nicht zu erkennen. Zwar mag es sein, dass in F&auml;llen wie dem vorliegenden der Arbeitnehmer &#8211;in Ermangelung einer &quot;Kontrollinstanz&quot;&#8211; bei einer Zuwiderhandlung keine arbeitsrechtlichen oder gar strafrechtlichen Konsequenzen zu gew&auml;rtigen hat. Gleichwohl rechtfertigt dies einen entsprechenden steuerstrafrechtlich erheblichen Generalverdacht nicht. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber ein arbeitsvertraglich vereinbartes Privatnutzungsverbot nicht &uuml;berwacht (BFH-Urteile in BFHE 229, 228, BStBl II 2010, 848; in BFHE 235, 383, BStBl II 2012, 362, und vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2013 VI&nbsp;R&nbsp;42\/12, BFHE 241, 180).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vielmehr muss das FG auch in solchen F&auml;llen mit der erforderlichen Gewissheit feststellen, ob dem Arbeitnehmer-Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ein Firmenwagen arbeitsvertraglich zur privaten Nutzung &uuml;berlassen worden ist (BFH-Urteil in BFHE 235, 383, BStBl II 2012, 362, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zum anderen fehlt es an belastbaren Feststellungen insoweit, als das Gericht der Auffassung ist, dass dem Kl&auml;ger das streitige Fahrzeug auch zur Privatnutzung zur Verf&uuml;gung gestellt worden sei, weil insoweit ein entsprechender Konsens unter den beiden Gesellschaftern best&uuml;nde. Es ist f&uuml;r den Senat nicht nachvollziehbar, woher das FG diese Erkenntnis sch&ouml;pft. In diesem Zusammenhang ebenfalls nicht tragf&auml;hig erscheint dem Senat die W&uuml;rdigung, nach der dem Kl&auml;ger arbeitsvertraglich die private Nutzung &quot;grunds&auml;tzlich&quot;, aber damit nicht &quot;ausnahmslos&quot; verboten war. Denn im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Wort &quot;grunds&auml;tzlich&quot; auch mit einem generalisierenden Bedeutungsgehalt im Sinne von &quot;ohne Ausnahme&quot; verwendet. F&uuml;r eine anderslautende Lesart bedarf es deshalb &uuml;ber den Wortlaut des in den Streitjahren g&uuml;ltigen Arbeitsvertrages hinausgehender Anhaltspunkte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG wird nach Ma&szlig;gabe der vorgenannten Rechtsgrunds&auml;tze den hier streitigen Sachverhalt insbesondere dahingehend zu w&uuml;rdigen haben, ob der Kl&auml;ger arbeitsvertraglich zur privaten Nutzung des geleasten Audi A6 befugt war. Diese Feststellungen kann auch der Beweis des ersten Anscheins nicht ersetzen. Das FG hat sich von der privaten Nutzungsbefugnis vielmehr mit der erforderlichen Gewissheit zu &uuml;berzeugen. Weitere Feststellungen, insbesondere zu den tats&auml;chlichen Nutzungsverh&auml;ltnissen, sind jedoch nicht erforderlich. Denn die unentgeltliche oder verbilligte &Uuml;berlassung eines Dienstwagens durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer f&uuml;r dessen Privatnutzung f&uuml;hrt davon unabh&auml;ngig zu einem lohnsteuerlichen Vorteil des Arbeitnehmers (BFH-Urteil vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2013 VI&nbsp;R&nbsp;31\/10, BFHE 241, 167), der nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 bis 5 i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG entweder mit der Fahrtenbuchmethode oder, wenn kein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch gef&uuml;hrt wird, mit der 1&nbsp;%-Regelung zu bewerten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte das FG hingegen feststellen, dass der Kl&auml;ger den Betriebs-PKW ohne entsprechende Gestattung der Gesellschaft f&uuml;r private Zwecke genutzt hat, liegt eine verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung und kein Arbeitslohn vor. Denn die unbefugte Privatnutzung eines betrieblichen PKW hat keinen Lohncharakter (Senatsurteile vom 23.&nbsp;April 2009 VI&nbsp;R&nbsp;81\/06, BFHE 225, 33, BStBl II 2012, 262, und vom 11.&nbsp;Februar 2010 VI&nbsp;R&nbsp;43\/09, BFHE 228, 354, BStBl II 2012, 266).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Angesichts dessen braucht der Senat nicht zu entscheiden, ob dem FG die von der Revision ger&uuml;gten Verfahrensfehler unterlaufen sind (Senatsurteil vom 30.&nbsp;Juni 2011 VI&nbsp;R&nbsp;80\/10, BFHE 234, 195, BStBl II 2011, 948, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.3.2013, VI R 46\/11 Anwendungsvoraussetzung der 1 %-Regelung &#8211; Reichweite des Anscheinsbeweises beim angestellten Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Leits&auml;tze 1. &Uuml;ber die Frage, ob und welches betriebliche Fahrzeug dem Arbeitnehmer auch zur privaten Nutzung &uuml;berlassen ist, entscheidet das FG unter Ber&uuml;cksichtigung s&auml;mtlicher Umst&auml;nde des Einzelfalls nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-46-11-anwendungsvoraussetzung-der-1-regelung-reichweite-des-anscheinsbeweises-beim-angestellten-gesellschafter-geschaeftsfuehrer-19\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;46\/11 &#8211; Anwendungsvoraussetzung der 1 %-Regelung &#8211; Reichweite des Anscheinsbeweises beim angestellten Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62158","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62158","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62158"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62158\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62158"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62158"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62158"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}