{"id":62300,"date":"2014-05-14T12:54:03","date_gmt":"2014-05-14T10:54:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62300"},"modified":"2014-05-14T12:54:03","modified_gmt":"2014-05-14T10:54:03","slug":"v-r-3-11-unterschriftserfordernis-bei-verguetungsantraegen-von-unternehmern-in-drittstaaten-vereinbarkeit-mit-unionsrecht-abkommensrecht-und-verfassungsrecht-anwendungsvorrang-von-eu-recht-umfang-de-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-3-11-unterschriftserfordernis-bei-verguetungsantraegen-von-unternehmern-in-drittstaaten-vereinbarkeit-mit-unionsrecht-abkommensrecht-und-verfassungsrecht-anwendungsvorrang-von-eu-recht-umfang-de-6\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;3\/11 &#8211; Unterschriftserfordernis bei Verg&uuml;tungsantr&auml;gen von Unternehmern in Drittstaaten &#8211; Vereinbarkeit mit Unionsrecht, Abkommensrecht und Verfassungsrecht &#8211; Anwendungsvorrang von EU-Recht &#8211; Umfang der Grundrechtsberechtigung des Art. 19 Abs. 3 GG &#8211; Pr&uuml;fung von Verst&ouml;&szlig;en gegen das GATT-Abkommen und das GATS-Abkommen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.8.2013, V R 3\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Unterschriftserfordernis bei Verg&uuml;tungsantr&auml;gen von Unternehmern in Drittstaaten &#8211; Vereinbarkeit mit Unionsrecht, Abkommensrecht und Verfassungsrecht &#8211; Anwendungsvorrang von EU-Recht &#8211; Umfang der Grundrechtsberechtigung des Art. 19 Abs. 3 GG &#8211; Pr&uuml;fung von Verst&ouml;&szlig;en gegen das GATT-Abkommen und das GATS-Abkommen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Der Antrag auf Vorsteuerverg&uuml;tung eines im Drittland ans&auml;ssigen Unternehmers erfordert &#8211;anders als der eines im Unionsgebiet ans&auml;ssigen Unternehmens&#8211; dessen eigenh&auml;ndige Unterschrift (Abgrenzung zum EuGH-Urteil C-433\/08, Yaesu Europe BV, Slg. 2009, I-11487).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern &#8211;BZSt&#8211;) den Antrag der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) auf Verg&uuml;tung von Vorsteuern f&uuml;r den Zeitraum Oktober bis Dezember 2005 zu Recht abgelehnt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist ein in der Schweiz ans&auml;ssiges Unternehmen in der Rechtsform einer AG, das Schuhhandel betreibt. Am 31.&nbsp;Januar 2007 stellte sie einen beim BZSt am 2.&nbsp;Februar 2007 eingegangenen Antrag auf Verg&uuml;tung von Vorsteuern f&uuml;r den Zeitraum Oktober bis Dezember 2005 in H&ouml;he von 36.391,94&nbsp;EUR. Der Antrag ging in Kopie ein und enthielt auf Seite&nbsp;2 das Ausstellungsdatum &quot;20.04.2006&quot;, den Firmenstempel der Kl&auml;gerin sowie die Unterschrift &quot;H.B.&quot;. In dem Begleitschreiben gab die Kl&auml;gerin an, dass sie das Original des Antrags am 20.&nbsp;April 2006 beim BZSt eingereicht habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem das BZSt der Kl&auml;gerin am 23.&nbsp;April 2007 mitgeteilt hatte, dass kein Antrag vom 20.&nbsp;April 2006 vorliege und auf die M&ouml;glichkeit der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand hingewiesen hatte, reichte die Kl&auml;gerin mit einem am 3.&nbsp;Mai 2007 beim BZSt eingegangenen Schreiben vom 30.&nbsp;April 2007 eine weitere Kopie des Antragsformulars vom 20.&nbsp;April 2006 sowie Rechnungskopien ein. Zum Antrag vom 20.&nbsp;April 2006 trug die Kl&auml;gerin vor, dass dieser mit normaler Post versandt worden und ein Postabsendevermerk nicht erstellt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 17.&nbsp;Oktober 2007 lehnte das BZSt die beantragte Verg&uuml;tung ab und verwies zur Begr&uuml;ndung darauf, dass der Verg&uuml;tungsantrag erst nach Ablauf der Antragsfrist eingegangen sei und die Voraussetzungen f&uuml;r eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nicht vorl&auml;gen. Au&szlig;erdem sei der Antrag nicht eigenh&auml;ndig vom Unternehmer, sondern von der Prokuristin des Unternehmens (H.B.) unterschrieben worden. Hiergegen legte die Kl&auml;gerin am 6.&nbsp;November 2007 Einspruch ein. Mit dem am 20.&nbsp;M&auml;rz 2008 beim BZSt eingegangenen Schreiben vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2008 reichte die Kl&auml;gerin weitere Unterlagen ein und beantragte Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Dem Schreiben war nunmehr ein vom gesetzlichen Vertreter der Kl&auml;gerin (Verwaltungsrat T.M.) eigenh&auml;ndig unterschriebener Verg&uuml;tungsantrag beigef&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das BZSt wies den Einspruch mit Einspruchsentscheidung vom 21.&nbsp;Mai 2008 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck, weil der Verg&uuml;tungsantrag versp&auml;tet eingegangen sei. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand k&ouml;nne nicht gew&auml;hrt werden, denn die vers&auml;umte Handlung (&quot;eigenst&auml;ndig vom gesetzlichen Vertreter unterschriebener Antrag&quot;) sei erst am 18.&nbsp;M&auml;rz 2008 und damit nach Ablauf der Monatsfrist des &sect;&nbsp;110 der Abgabenordnung (AO) beim BZSt eingegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen eingelegte Klage wies das Finanzgericht (FG) mit dem &#8211;nur als Leitsatz&#8211; in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 841 ver&ouml;ffentlichten Urteil als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gew&auml;hrung von Wiedereinsetzung in den vorigen Stand stehe der Ablauf der Jahresfrist des &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;3 AO entgegen, da die Kl&auml;gerin erstmals am 20.&nbsp;M&auml;rz 2008 und damit nach Ablauf der Jahresfrist einen ordnungsgem&auml;&szlig; von ihrem gesetzlichen Vertreter (Verwaltungsrat T.M.) unterschriebenen Verg&uuml;tungsantrag eingereicht habe. Die innerhalb der Jahresfrist eingegangenen Antr&auml;ge vom 2.&nbsp;Februar 2007 und vom 3.&nbsp;Mai 2007 seien lediglich von der Prokuristin der Kl&auml;gerin und damit nicht &quot;eigenh&auml;ndig&quot; i.S. von &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 des Umsatzsteuergesetzes in der im Verg&uuml;tungszeitraum geltenden Fassung (UStG) unterschrieben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von dem Erfordernis der eigenh&auml;ndigen Unterschrift des gesetzlichen Vertreters k&ouml;nne auch nicht im Hinblick auf gemeinschaftsrechtliche Vorgaben abgesehen werden. Der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) habe zwar mit Urteil vom 3.&nbsp;Dezember 2009 C-433\/08 (Slg.&nbsp;2009, I-11487) in der Sache Yaesu Europe BV entschieden, dass das Erfordernis der Eigenh&auml;ndigkeit in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG gegen Art.&nbsp;6 der Achten Richtlinie 79\/1072\/EWG des Rates vom 6.&nbsp;Dezember 1979 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuer &#8211; Verfahren zur Erstattung der Mehrwertsteuer an nicht im Inland ans&auml;ssige Steuerpflichtige (Achte EG-Richtlinie) versto&szlig;e. Der Streitfall betreffe jedoch ein im Drittland (Schweiz) ans&auml;ssiges Unternehmen, f&uuml;r das nicht die Achte EG-Richtlinie, sondern die Dreizehnte Richtlinie 86\/560\/EWG des Rates zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuer &#8211; Verfahren der Erstattung der Mehrwertsteuer an nicht im Gebiet der Gemeinschaft ans&auml;ssige Steuerpflichtige (Dreizehnte EG-Richtlinie) gelte. In der unterschiedlichen Behandlung von im Drittland zu im Gemeinschaftsgebiet ans&auml;ssigen Unternehmern liege kein Versto&szlig; gegen das Diskriminierungsverbot aus Art.&nbsp;12 des Vertrages zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft &#8211;EGV&#8211; (nunmehr Art.&nbsp;18 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union &#8211;AEUV&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin k&ouml;nne sich im Rahmen der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (&sect;&nbsp;110 AO) auch nicht darauf berufen, von der Vers&auml;umung der Jahresfrist infolge eines fehlenden Hinweises des BZSt auf die nicht ordnungsgem&auml;&szlig;e Unterzeichnung des Verg&uuml;tungsantrags keine Kenntnis gehabt zu haben. Denn sie sei nicht durch ein aktives Verhalten des BZSt von einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Antragstellung abgehalten worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, ihr sei vom FG zu Unrecht Wiedereinsetzung in den vorigen Stand versagt worden:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe &uuml;bersehen, dass der nationale Gesetzgeber in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG das Erfordernis einer eigenh&auml;ndigen Unterschrift sowohl f&uuml;r Unternehmer mit Ans&auml;ssigkeit im Gemeinschaftsgebiet als auch f&uuml;r Unternehmer mit Ans&auml;ssigkeit in Drittstaaten einheitlich geregelt habe und im Hinblick auf gemeinschaftsrechtliche Vorgaben in beiden F&auml;llen von dem Erfordernis der eigenh&auml;ndigen Unterschrift abzusehen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine unterschiedliche Behandlung k&ouml;nne weder dem Gesetzestext noch den -materialien entnommen werden. In &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 S&auml;tze&nbsp;6 bis 8 UStG habe der Gesetzgeber lediglich Sonderregelungen f&uuml;r Unternehmer getroffen, die nicht im Gemeinschaftsgebiet ans&auml;ssig sind. Auch die Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (UStDV) sehe f&uuml;r den Streitzeitraum keine Unterscheidung vor. In &sect;&nbsp;59 UStDV werde einheitlich von &quot;im Ausland ans&auml;ssigen Unternehmern&quot; gesprochen, &sect;&nbsp;60 UStDV regele den Verg&uuml;tungszeitraum einheitlich und &sect;&nbsp;61 UStDV den Vordruck f&uuml;r das Verg&uuml;tungsverfahren. &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 UStDV regele eine Differenzierung nur f&uuml;r den Mindestbetrag der Erstattung. Die Gesetzessystematik zeige somit, dass der deutsche Gesetzgeber von einer Gleichbehandlung der im Ausland ans&auml;ssigen Unternehmer ausgehe und abweichende Regelungen nur dort getroffen habe, wo er es f&uuml;r notwendig gehalten habe. F&uuml;r eine Gleichbehandlung spreche auch die Pr&auml;ambel der Dreizehnten EG-Richtlinie, wonach eine harmonische Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen der Gemeinschaft und den Drittl&auml;ndern dadurch gew&auml;hrleistet werden solle, dass man sich an der Achten EG-Richtlinie ausrichte und dabei den unterschiedlichen Verh&auml;ltnissen in den Drittl&auml;ndern Rechnung trage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das EuGH-Urteil Yaesu Europe BV in Slg.&nbsp;2009, I-11487 entfalte Rechtswirkungen auch f&uuml;r solche F&auml;lle, in denen das Verg&uuml;tungsverfahren auf der Dreizehnten EG-Richtlinie beruhe. Demnach gen&uuml;ge die Unterschrift eines Bevollm&auml;chtigten des Unternehmens und es liege innerhalb der Jahresfrist des &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;3 AO ein ordnungsgem&auml;&szlig;er Antrag auf Vorsteuerverg&uuml;tung vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf die vers&auml;umte Ausschlussfrist sei Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren. Die Vers&auml;umnis beruhe ausschlie&szlig;lich auf einem Postversehen und sei deshalb von der Kl&auml;gerin nicht zu vertreten. Dies und genaue Angaben dazu, wann, in welcher Weise und von welcher Person die Unterlagen zur Post gegeben worden sind, habe die Kl&auml;gerin durch eidesstattliche Versicherung glaubhaft gemacht. Der Antrag auf Wiedereinsetzung sei auch innerhalb eines Monats nach Wegfall des Hindernisses gestellt und die vers&auml;umte Handlung innerhalb der Antragsfrist nachgeholt worden. Sie habe bereits am 20.&nbsp;April 2006 ordnungsgem&auml;&szlig; unter Verwendung eines den gesetzlichen Vorgaben entsprechenden Formblattes unter Beif&uuml;gung der Originalbelege die Verg&uuml;tung der Umsatzsteuer beantragt. Da diese per Post versandten Unterlagen beim BZSt nie eingetroffen seien, habe sie am 2.&nbsp;Februar 2007 und am 30.&nbsp;April 2007 die kopierten Unterlagen nachgereicht. Damit h&auml;tten sp&auml;testens ab dem 2.&nbsp;Februar 2007 alle zu beurteilenden Unterlagen vorgelegen. Die vom BZSt am 23.&nbsp;April 2007 angeforderten Nachweise zu den Umst&auml;nden der Postversendung seien mit Schreiben vom 30.&nbsp;April 2007 dargelegt worden. Dem BZSt h&auml;tten somit die f&uuml;r die Frage der Wiedereinsetzung entscheidungserheblichen Tatsachen sp&auml;testens am 30.&nbsp;April 2007 und damit innerhalb eines Monats nach Wegfall des Hindernisses vorgelegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hilfsweise sei Wiedereinsetzung zu gew&auml;hren, weil die Fristvers&auml;umnis im Hinblick auf die Eigenh&auml;ndigkeit der Unterschrift des Antrags auf einer Verletzung des &sect;&nbsp;89 Abs.&nbsp;1 AO durch das BZSt beruhe. Dieses habe seine Hinweis- und Auskunftspflicht nicht im erforderlichen Ma&szlig;e wahrgenommen und dadurch den Rechtsirrtum der Kl&auml;gerin bez&uuml;glich des Eigenh&auml;ndigkeitsgebots aufrechterhalten. Das BZSt habe den bereits in fr&uuml;heren Veranlagungszeitr&auml;umen aufgetretenen Unterschriftmangel nicht beanstandet und so gegen seine Hinweispflicht aus &sect;&nbsp;89 AO versto&szlig;en. Die f&uuml;r eine Wiedereinsetzung sprechenden Tatsachen seien vor Ablauf der Jahresfrist aus den vorliegenden Akten erkennbar gewesen. Bei sofortiger Entscheidung des BZSt h&auml;tte daher eine Wiedereinsetzung gew&auml;hrt werden m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG K&ouml;ln vom 9.&nbsp;November 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;2047\/08 und die Einspruchsentscheidung vom 21.&nbsp;Mai 2008 aufzuheben und das BZSt zu verpflichten, Vorsteuern f&uuml;r den Verg&uuml;tungszeitraum Oktober bis Dezember 2005 entsprechend dem Antrag der Kl&auml;gerin zu verg&uuml;ten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das BZSt beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es schlie&szlig;t sich der Begr&uuml;ndung des FG an und f&uuml;hrt erg&auml;nzend aus: Soweit die Kl&auml;gerin geltend mache, der deutsche Gesetzgeber habe durch &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG Antragsteller aus Mitgliedstaaten und solche aus Drittstaaten nicht unterschiedlich behandeln wollen, lasse die Gesetzessystematik einen solchen Schluss nicht zu. Es f&auml;nden sich keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine bewusste Gleichbehandlung von beiden Gruppen von Antragstellern. Vielmehr sei aus dem Wortlaut des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG abzuleiten, dass alle Antragsteller das besondere Formerfordernis der eigenh&auml;ndigen Unterschrift des Unternehmers erf&uuml;llen m&uuml;ssten. Obwohl &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG nach der EuGH-Entscheidung Yaesu Europe EV in Slg.&nbsp;2009, I-11487 dahingehend auszulegen sei, dass Antragsteller aus den Mitgliedstaaten auch durch einen Bevollm&auml;chtigten den Verg&uuml;tungsantrag wirksam zeichnen k&ouml;nnten, habe der Gesetzgeber nicht geregelt, dass &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG keine Anwendung mehr beanspruchen sollte, vielmehr habe er f&uuml;r Drittstaaten unver&auml;ndert an der gesetzlichen Regelung festgehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Die Entscheidung des FG ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Die Kl&auml;gerin hat innerhalb der Ausschlussfrist des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 UStG keinen ordnungsgem&auml;&szlig;en Verg&uuml;tungsantrag gestellt und die Voraussetzungen einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach &sect;&nbsp;110 AO liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 UStG kann zur Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens das Bundesministerium der Finanzen mit Zustimmung des Bundesrates durch Rechtsverordnung die Verg&uuml;tung der Vorsteuerbetr&auml;ge (&sect;&nbsp;15 UStG) an im Ausland ans&auml;ssige Unternehmer abweichend von &sect;&nbsp;16 und von &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 bis 4 UStG in einem besonderen Verfahren regeln; von dieser Erm&auml;chtigung hat der Verordnungsgeber in &sect;&sect;&nbsp;59&nbsp;ff. UStDV Gebrauch gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Verg&uuml;tungsantrag ist nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 UStG binnen sechs Monaten nach Ablauf des Kalenderjahres zu stellen, in dem der Verg&uuml;tungsanspruch entstanden ist. Bei dieser Frist handelt es sich nicht nur um eine sog. Ordnungsfrist, sondern um eine nicht verl&auml;ngerbare Ausschlussfrist (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21.&nbsp;Oktober 1999 V&nbsp;R&nbsp;76\/98, BFHE 190, 239, BStBl II 2000, 214; EuGH-Urteil vom 21.&nbsp;Juni 2012 C-294\/11, Elsacom, BFH\/NV 2012, 1404 zur sechsmonatigen Frist nach Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 der Achten EG-Richtlinie). Der Antrag ist ferner eigenh&auml;ndig zu unterschreiben (&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unionsrechtliche Grundlage dieser Vorschriften ist f&uuml;r die Vorsteuerverg&uuml;tung an im Gemeinschaftsgebiet ans&auml;ssige Unternehmer die Achte EG-Richtlinie, f&uuml;r die Vorsteuerverg&uuml;tung an nicht im Gemeinschaftsgebiet ans&auml;ssige Unternehmer wie die Kl&auml;gerin dagegen die Dreizehnte EG-Richtlinie.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Da juristische Personen zwar antragsberechtigte Unternehmer, verfahrensrechtlich aber nicht handlungsf&auml;hig sind, ist die eigenh&auml;ndige Unterschrift ihres gesetzlichen Vertreters oder eines besonders Beauftragten erforderlich (&sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gesetzlicher Vertreter ist bei einer juristischen Person deren Vorstand oder Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer (vgl. BFH-Urteil vom 30.&nbsp;Oktober 2008 III&nbsp;R&nbsp;107\/07, BFHE 223, 571, BStBl II 2009, 352, unter II.2.). Unter &quot;besonders Beauftragte&quot; fallen diejenigen nat&uuml;rlichen Personen, die nicht zu den gesetzlichen Vertretern nat&uuml;rlicher oder juristischer Personen i.S. von &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 AO geh&ouml;ren und die kraft Steuerverfahrensrecht die steuerlichen Pflichten sonstiger verfahrenshandlungsunf&auml;higer Steuerrechtssubjekte erf&uuml;llen m&uuml;ssen und deren Rechte wahrnehmen. Das sind die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nichtrechtsf&auml;higer Personenvereinigungen und Verm&ouml;gensmassen i.S. von &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 und 3 AO, die entsprechende Pflichten zu erf&uuml;llen haben. Dementsprechend handeln f&uuml;r juristische Personen und Personenvereinigungen, soweit sie gesetzliche Vertreter haben, diese (vgl. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Oktober 1998 III&nbsp;R&nbsp;58\/95, BFHE 187, 141, BStBl II 1999, 237 zur Investitionszulage). Ein Antrag durch einen Prokuristen &#8211;wie im Streitfall&#8211; ist daher unwirksam (vgl. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Mai 2002 III&nbsp;R&nbsp;27\/01, BFHE 198, 283, BStBl II 2002, 668 zur Investitionszulage).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vom Erfordernis der eigenh&auml;ndigen Unterschrift bei in Drittstaaten ans&auml;ssigen Unternehmern kann weder aufgrund der EuGH-Rechtsprechung in der Sache Yaesu Europe BV in Slg.&nbsp;2009, I-11487 noch aufgrund der Gesetzessystematik des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 UStG und auch nicht nach der Dreizehnten EG-Richtlinie abgesehen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Urteil Yaesu Europe BV in Slg.&nbsp;2009, I-11487 hat der EuGH entschieden, dass das Erfordernis einer &quot;eigenh&auml;ndigen Unterschrift&quot; nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG in der f&uuml;r 2006 g&uuml;ltigen Fassung gegen Art.&nbsp;6 i.V.m. Anhang&nbsp;A der Achten EG-Richtlinie versto&szlig;e. Die Unterschrift eines Bevollm&auml;chtigten sei ausreichend, weil der Begriff der Unterschrift in der Achten EG-Richtlinie nicht definiert und daher gemeinschaftsrechtlich einheitlich auszulegen sei. Da in der Achten EG-Richtlinie lediglich eine nicht n&auml;her spezifizierte &quot;Unterschrift&quot; gefordert werde, die Mitgliedstaaten aber keine &uuml;ber die Richtlinie hinausgehenden Erfordernisse aufstellen d&uuml;rften, seien sie nicht berechtigt, eine &quot;eigenh&auml;ndige&quot; Unterschrift des Unternehmers zu fordern. Diese Grunds&auml;tze f&uuml;hren jedoch nicht dazu, dass auch im Streitfall eine Vertretung durch einen Bevollm&auml;chtigten (Prokuristen) zul&auml;ssig w&auml;re. Denn der dem EuGH-Urteil zugrunde liegende Sachverhalt betraf einen im Gemeinschaftsgebiet ans&auml;ssigen Unternehmer, w&auml;hrend es sich bei der Kl&auml;gerin um eine im Drittlandgebiet ans&auml;ssige Unternehmerin handelt, f&uuml;r deren Verg&uuml;tungsanspruch nicht die Achte EG-Richtlinie, sondern die Dreizehnte EG-Richtlinie gilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin ergibt sich aus der Gesetzessystematik des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG nicht, dass in Drittstaaten ans&auml;ssige Unternehmer ihren Verg&uuml;tungsantrag nicht eigenh&auml;ndig unterzeichnen m&uuml;ssen. Das zu Unternehmern in Mitgliedstaaten ergangene EuGH-Urteil Yaesu Europe BV in Slg.&nbsp;2009, I-11487 &auml;ndert nichts an der Wirksamkeit des Eigenh&auml;ndigkeitserfordernisses f&uuml;r Unternehmen aus Drittstaaten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG ist im Hinblick auf die unionrechtswidrige Regelung f&uuml;r Mitgliedstaaten nicht nichtig, sondern insoweit lediglich unanwendbar. Denn das supranationale Recht der Europ&auml;ischen Union entfaltet keine rechtsvernichtende Wirkung gegen&uuml;ber dem mitgliedstaatlichen Recht, sondern dr&auml;ngt nur dessen Anwendung insoweit zur&uuml;ck, wie es die Vertr&auml;ge erfordern und es die durch das Zustimmungsgesetz erteilten Rechtsanwendungsbefehle erlauben. Mitgliedstaatliches Recht wird somit lediglich im Umfang der Unionsrechtswidrigkeit unanwendbar (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 19.&nbsp;Juli 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1916\/09, Le Corbusier, BVerfGE 129, 78, Leitsatz&nbsp;1e sowie Rz&nbsp;81). Der Anwendungsvorrang f&uuml;hrt im Rahmen der unionsrechtskonformen Auslegung zur Zur&uuml;ckdr&auml;ngung des Eigenh&auml;ndigkeitserfordernisses nur f&uuml;r Unternehmer mit Sitz in den Mitgliedstaaten, nicht aber f&uuml;r Unternehmer mit Sitz in Drittstaaten. Eine vom nationalen Recht abweichende Auslegung aufgrund Unionsrecht kommt f&uuml;r Unternehmer in Drittstaaten daher nicht in Betracht. Das EuGH-Urteil Yaesu Europe BV in Slg.&nbsp;2009, I-11487 schr&auml;nkt somit lediglich den Anwendungsbereich des Eigenh&auml;ndigkeitserfordernisses in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG f&uuml;r Unternehmen mit Sitz im Gemeinschaftsgebiet ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ein Absehen vom Eigenh&auml;ndigkeitserfordernis des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG zugunsten der im Drittland ans&auml;ssigen Kl&auml;gerin k&auml;me nur dann in Betracht, wenn nach der f&uuml;r Drittlandunternehmen geltenden Dreizehnten EG-Richtlinie dieselbe Rechtslage wie nach der f&uuml;r Gemeinschaftsunternehmen geltenden Achten EG-Richtlinie best&uuml;nde. Dies ist indes nicht der Fall: Zwar weist die Kl&auml;gerin zu Recht darauf hin, dass die Pr&auml;ambel der Dreizehnten EG-Richtlinie eine &quot;harmonische Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen der Gemeinschaft und den Drittl&auml;ndern&quot; beabsichtigt und zur Erreichung dieses Ziels eine Ausrichtung an der Achten EG-Richtlinie vorgesehen ist. Dies bedeutet aber nicht, dass die beiden Verg&uuml;tungsverfahren gleich ausgestaltet sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend die Achte EG-Richtlinie regelt, dass die Mitgliedstaaten den Steuerpflichtigen au&szlig;er den in Art.&nbsp;3 und 4 bezeichneten Pflichten keine anderen Pflichten auferlegen d&uuml;rfen, geht die Dreizehnte EG-Richtlinie weit dar&uuml;ber hinaus. Denn die Mitgliedstaaten k&ouml;nnen nach Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 der Dreizehnten EG-Richtlinie den Ausschluss bestimmter Ausgaben vorsehen oder die Erstattung von &quot;zus&auml;tzlichen Bedingungen&quot; abh&auml;ngig machen. Hinzu kommt, dass Art.&nbsp;3 der Dreizehnten EG-Richtlinie den Mitgliedstaaten erm&ouml;glicht, die Modalit&auml;ten des Erstattungsverfahrens (z.B. Antragstellung einschlie&szlig;lich Antragsfristen, Erstattungszeitraum, zust&auml;ndige Erstattungsbeh&ouml;rden, Mindestbetr&auml;ge, Erstattungsfristen, Nachweis der Unternehmereigenschaft) selbst zu bestimmen, soweit sie beachten, dass die Erstattungsbedingungen f&uuml;r Drittlandunternehmen nicht g&uuml;nstiger sind als f&uuml;r Unternehmer, die in der EU ans&auml;ssig sind. Im Hinblick auf diese Umsetzungsspielr&auml;ume der Mitgliedstaaten schreibt die Dreizehnte EG-Richtlinie den Mitgliedstaaten &#8211;im Unterschied zur Achten EG-Richtlinie (Anhang&nbsp;A)&#8211; kein zu verwendendes Antragsmuster mit der Rubrik &quot;Unterschrift&quot; vor. Schlie&szlig;lich ergibt sich aus Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 der Dreizehnten EG-Richtlinie, dass die Mitgliedstaaten die Benennung eines steuerlichen Vertreters verlangen k&ouml;nnen. Diese Regelung spricht nicht, wie teilweise im Schrifttum vertreten wird (Slapio in Europ&auml;isches Wirtschafts- und Steuerrecht &#8211;EWS&#8211; 2010, 153&nbsp;ff.; Burgmaier, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2010, 146&nbsp;ff., 150), f&uuml;r die Zul&auml;ssigkeit einer Bevollm&auml;chtigtenunterschrift, sondern bedeutet lediglich, dass es den Mitgliedstaaten frei steht, von dieser M&ouml;glichkeit durch nationales Recht Gebrauch zu machen oder stattdessen die eigenh&auml;ndige Unterschrift des antragstellenden Unternehmers zu verlangen. Machen sie von der Erm&auml;chtigung &#8211;wie die Bundesrepublik Deutschland&#8211; keinen Gebrauch und fordern die Eigenh&auml;ndigkeit der Unterschrift, kann nicht von einem Wahlrecht des Unternehmers ausgegangen werden. Vielmehr ist trotz des EuGH-Urteils Yaesu Europe BV in Slg.&nbsp;2009, I-11487 f&uuml;r Drittlandunternehmen am Erfordernis der Eigenh&auml;ndigkeit des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG festzuhalten (vgl. auch Treiber in S&ouml;lch\/Ringleb, &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;154; Leonard in Bunjes, UStG, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;43; Huschens in Pl&uuml;ckebaum\/Widmann, UStG, &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Rz&nbsp;58 und Rz&nbsp;140; Sterzinger in Birkenfeld\/W&auml;ger, UStG, &sect;&nbsp;214 Rz&nbsp;307; Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, UStG, &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;714 und 224&nbsp;f.; Nieskens, EU-Umsatzsteuer-Berater 2010, 4; Burgmaier, UR 2010, 146; a.A. Pr&auml;tzler\/Bach, Umsatzsteuer-Berater 2010, 341; Slapio in EWS 2010, 153; Haupt, UR 2007, 602, 606).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das Erfordernis der eigenh&auml;ndigen Unterschrift des Unternehmers verst&ouml;&szlig;t nicht gegen das unionsrechtliche Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzip. Es ist zur Erreichung eines legitimen Zieles geeignet und geht nicht &uuml;ber das erforderliche Ma&szlig; hinaus:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Unterschriftserfordernis ist zur Erreichung eines legitimen Zieles geeignet. Nach der Pr&auml;ambel der Dreizehnten EG-Richtlinie sowie Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 der Dreizehnten EG-Richtlinie m&uuml;ssen bestimmte Formen der Steuerhinterziehung und Steuerumgehung vermieden werden. Durch die eigenh&auml;ndige Unterschrift &uuml;bernimmt der verg&uuml;tungsberechtigte Unternehmer &#8211;wie allgemein bei Steuererkl&auml;rungen&#8211; die Verantwortung f&uuml;r die Richtigkeit der erkl&auml;rten Tatsachen und eingereichten Belege (vgl. BFH-Urteile in BFHE 198, 283, BStBl II 2002, 668; vom 13.&nbsp;Dezember 2001 III&nbsp;R&nbsp;24\/99, BFHE 196, 464, BStBl II 2002, 159; in BFHE 187, 141, BStBl II 1999, 237 zum Erfordernis der Eigenh&auml;ndigkeit bei Antr&auml;gen auf Investitionszulage). Das Erfordernis der Eigenh&auml;ndigkeit geht mit der strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Unternehmers f&uuml;r die erkl&auml;rten Tatsachen einher und tr&auml;gt daher zur Vermeidung von Steuerhinterziehungen bei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das Erfordernis der Eigenh&auml;ndigkeit der Unterschrift ist nicht unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, denn es gilt nach nationalem Recht nicht ausnahmslos, vielmehr sieht &sect;&nbsp;150 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO Ausnahmen hiervon vor, wenn der Steuerpflichtige infolge seines k&ouml;rperlichen oder geistigen Zustands oder durch l&auml;ngere Abwesenheit an der Unterschrift gehindert ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Unterscheidung zwischen Unternehmen in den Mitgliedstaaten und solchen in Drittstaaten f&uuml;hrt weder zu einem Versto&szlig; gegen unionsrechtliche noch gegen abkommensrechtliche Diskriminierungsverbote.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die dem Anwendungsbereich der Dreizehnten EG-Richtlinie unterliegenden Unternehmer in Drittl&auml;ndern werden hinsichtlich des Unterschriftserfordernisses zwar anders behandelt als die dem Anwendungsbereich der Achten EG-Richtlinie unterliegenden Unternehmer im Unionsgebiet. Dies verst&ouml;&szlig;t aber nicht gegen das Verbot der Diskriminierung nach Art.&nbsp;12 EGV; nunmehr Art.&nbsp;18 AEUV. Danach ist unbeschadet besonderer Bestimmungen der Vertr&auml;ge in ihrem Anwendungsbereich jede Diskriminierung aus Gr&uuml;nden der Staatsangeh&ouml;rigkeit verboten. Dieses Diskriminierungsverbot setzt voraus, dass ein Angeh&ouml;riger eines Mitgliedstaats nur aufgrund seiner Staatsangeh&ouml;rigkeit gegen&uuml;ber den Angeh&ouml;rigen eines anderen Mitgliedstaats anders behandelt wird. Das Verbot findet somit &#8211;wie im Streitfall&#8211; keine Anwendung im Falle einer Ungleichbehandlung zwischen Angeh&ouml;rigen der Mitgliedstaaten und Drittstaatsangeh&ouml;rigen (vgl. EuGH-Urteil vom 4.&nbsp;Juni 2009 C-22\/08 und C-23\/08, Vatsouras Koupatantze, Slg.&nbsp;2009, I-4585 Rdnr.&nbsp;52).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat kann offen lassen, ob die in der Schweiz ans&auml;ssige und Schuhhandel betreibende Kl&auml;gerin aus dem Inland Waren oder Dienstleistungen bezieht und damit in den Anwendungsbereich des General Agreement on Tariffs and Trade &#8211;GATT 1994&#8211; (BGBl II 1994, 1438) oder des General Agreement on Trade in Services &#8211;GATS&#8211; (BGBl II 1994, 1643) f&auml;llt, da beide Abkommen inhaltsgleiche Diskriminierungsverbote enthalten (Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 GATT 1994, Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 GATS). Diese Abkommen gew&auml;hren jedoch dem Einzelnen keine subjektiven Rechte. Denn etwaige Verst&ouml;&szlig;e sind nur im Rahmen eines von den Mitgliedstaaten einzuleitenden Verfahrens zu &uuml;berpr&uuml;fen (vgl. Keil, Internationales Steuerrecht 1996, 561, 563, unter 5., m.w.N.), w&auml;hrend sich der Einzelne vor nationalen Beh&ouml;rden und Gerichten nicht auf das GATT oder andere Welthandelsorganisations-Regeln berufen oder ihre Verletzung geltend machen kann (vgl. Herdegen, Internationales Wirtschaftsrecht, 9.&nbsp;Aufl., M&uuml;nchen 2011, &sect;&nbsp;10 Rz&nbsp;100; zum GATT: EuGH-Urteil vom 9.&nbsp;September 2008 C-120\/06&nbsp;P und C-121\/06&nbsp;P, Slg.&nbsp;2008, I-6513-6618, Leitsatz&nbsp;3, sowie grundlegend EuGH-Urteil vom 5.&nbsp;Oktober 1994 C-280\/93, Slg.&nbsp;1994, I-4973, Deutschland\/Rat Rdnrn.&nbsp;103&nbsp;ff., 108\/109, m.w.N., sog. Bananenstreit, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1995, 48, Leitsatz&nbsp;9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch aus Art.&nbsp;25 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und Verm&ouml;gen (DBA-Schweiz) vom 19.&nbsp;Januar 1973 (BGBl II 1973, 74) ergibt sich nichts Anderes; denn dieser regelt ebenso wie Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Nachlass- und Erbschaftsteuern (BGBl II 1980, 1341, BStBl I 1980, 786), dass die Staatsangeh&ouml;rigen eines Vertragsstaates in dem anderen Vertragsstaat weder einer Besteuerung noch einer damit zusammenh&auml;ngenden Verpflichtung unterworfen werden d&uuml;rfen, die anders oder belastender sind als die Besteuerung und die damit zusammenh&auml;ngenden Verpflichtungen, denen die Staatsangeh&ouml;rigen des anderen Staates unter den gleichen Verh&auml;ltnissen unterworfen sind oder unterworfen werden k&ouml;nnen. Selbst wenn man zugunsten der Kl&auml;gerin davon ausgeht, dass das Diskriminierungsverbot nach Art.&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 DBA-Schweiz auch im Bereich der Umsatzsteuer gilt (vgl. Hardt in Debatin\/Wassermeyer, Doppelbesteuerung, Art.&nbsp;25 DBA-Schweiz Rz&nbsp;67), scheidet ein Versto&szlig; gegen diese Diskriminierungsverbote jedoch bereits deswegen aus, weil &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG hinsichtlich des Eigenh&auml;ndigkeitserfordernisses nicht an die Staatsangeh&ouml;rigkeit ankn&uuml;pft, sondern auf die Ans&auml;ssigkeit des Unternehmens abstellt. Die Ans&auml;ssigkeit richtet sich gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a der Dreizehnten EG-Richtlinie sowie nach Art.&nbsp;1 der Achten EG-Richtlinie nicht nach der Staatsangeh&ouml;rigkeit des Unternehmers, sondern nach dem Sitz der wirtschaftlichen T&auml;tigkeit des Unternehmens, dem Ort der Niederlassung oder dem Wohnsitz oder dem &uuml;blichen Aufenthaltsort des Unternehmers. Dementsprechend gilt das Erfordernis einer eigenh&auml;ndigen Unterschrift auch f&uuml;r deutsche Staatsangeh&ouml;rige, die ihr Unternehmen in der Schweiz betreiben und dort ans&auml;ssig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Nach Art.&nbsp;2 des Abkommens zwischen der Europ&auml;ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits &uuml;ber die Freiz&uuml;gigkeit vom 2.&nbsp;September 2001 (BGBl II 2001, 810&nbsp;ff.) d&uuml;rfen Staatsangeh&ouml;rige einer Vertragspartei, die sich rechtm&auml;&szlig;ig im Hoheitsgebiet einer anderen Vertragspartei aufhalten, bei der Anwendung dieses Abkommens gem&auml;&szlig; den Anh&auml;ngen I, II und III nicht aufgrund ihrer Staatsangeh&ouml;rigkeit diskriminiert werden. Dieses Diskriminierungsverbot betrifft nur nat&uuml;rliche Personen und ist damit im Falle einer juristischen Person &#8211;wie im Streitfall&#8211; nicht anwendbar. Im &Uuml;brigen l&auml;ge auch kein Versto&szlig; gegen das Gebot der Nichtdiskriminierung vor, da sich die unterschiedliche Behandlung aus der Nichtans&auml;ssigkeit der Kl&auml;gerin im Gemeinschaftsgebiet ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Schlie&szlig;lich kommt auch ein Versto&szlig; gegen den allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz nach Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) schon deshalb nicht in Betracht, weil Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;3 GG eine Anwendung von Grundrechten nur f&uuml;r inl&auml;ndische juristische Personen vorsieht. Nach dem Beschluss des BVerfG in BVerfGE 129, 78 erstreckt sich die Grundrechtsberechtigung des Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;3 GG aufgrund des Anwendungsvorrangs der Grundfreiheiten im Binnenmarkt (Art.&nbsp;26 Abs.&nbsp;2 AEUV) und des allgemeinen Diskriminierungsverbots wegen der Staatsangeh&ouml;rigkeit (Art.&nbsp;18 AEUV) zwar auch auf juristische Personen aus dem EU-Raum, nicht dagegen auf im Drittland ans&auml;ssige Personen &#8211;wie hier die Kl&auml;gerin&#8211; (vgl. BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;Januar 2001 I&nbsp;R&nbsp;81\/99, BFHE 195, 119, BStBl II 2001, 290, unter II.1. betreffend Kapitalgesellschaft mit Sitz in Hongkong).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen ist Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG nur verletzt, wenn sich ein vern&uuml;nftiger, sich aus der Natur der Sache ergebender oder sonst wie einleuchtender Grund f&uuml;r die gesetzliche Differenzierung nicht finden l&auml;sst, also zwischen den Vergleichsgruppen keine Unterschiede von solcher Art und solchem Gewicht bestehen, dass sie die unterschiedliche Behandlung rechtfertigen k&ouml;nnen (z.B. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 8.&nbsp;Juni 2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;5\/00, BVerfGE 110, 412, unter C.II.1., und vom 21.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;611\/07 u.a., BVerfGE 126, 400, unter B.I.2.b&nbsp;bb). Das ist nicht der Fall, denn in Bezug auf Unternehmen, die in einem Drittland ans&auml;ssig sind, sind die Kontrollm&ouml;glichkeiten beschr&auml;nkt, w&auml;hrend in Bezug auf die in den Mitgliedstaaten ans&auml;ssigen Unternehmen deren Verwaltungsbeh&ouml;rden zur Zusammenarbeit, insbesondere auch zur Betrugsbek&auml;mpfung, verpflichtet sind (vgl. die Verordnung (EU) Nr.&nbsp;904\/2010 des Rates vom 7.&nbsp;Oktober 2010, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;ABlEG&#8211; Nr.&nbsp;L&nbsp;268\/1 bzw. die VO Nr.&nbsp;1798\/2003 vom 7.&nbsp;Oktober 2003, ABlEG Nr.&nbsp;L&nbsp;264, jeweils &uuml;ber die Zusammenarbeit der Verwaltungsbeh&ouml;rden und die Betrugsbek&auml;mpfung auf dem Gebiet der Mehrwertsteuer).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin hat, wie das FG zu Recht entschieden hat, innerhalb der gesetzlichen Ausschlussfrist keinen ordnungsgem&auml;&szlig;en Verg&uuml;tungsantrag beim BZSt gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Verg&uuml;tungszeitraum Oktober bis Dezember 2005 h&auml;tte die Kl&auml;gerin einen formal ordnungsgem&auml;&szlig;en Verg&uuml;tungsantrag bis zum 30.&nbsp;Juni 2006 beim BZSt einreichen m&uuml;ssen. Dies ist nach den mit einer Revision nicht angegriffenen und damit den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) nicht geschehen. Ein Verg&uuml;tungsantrag vom 20.&nbsp;April 2006 ist beim BZSt nicht eingegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Vers&auml;umung der rechtzeitigen Einreichung eines Verg&uuml;tungsantrags kann nicht durch Wiedereinsetzung in den vorigen Stand geheilt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 AO ist auf Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren, wenn jemand ohne Verschulden verhindert war, eine gesetzliche Frist einzuhalten. Der Antrag ist innerhalb eines Monats nach Wegfall des Hindernisses zu stellen (&sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO). Die Tatsachen zur Begr&uuml;ndung des Antrags sind bei der Antragstellung oder im Verfahren &uuml;ber den Antrag glaubhaft zu machen. Innerhalb der Antragsfrist ist die vers&auml;umte Handlung nachzuholen (&sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 AO). Ist dies geschehen, kann Wiedereinsetzung auch ohne Antrag gew&auml;hrt werden (&sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 AO). Nach einem Jahr seit Ende der vers&auml;umten Handlung kann die Wiedereinsetzung nicht mehr beantragt oder die vers&auml;umte Handlung nicht mehr nachgeholt werden, au&szlig;er wenn dies vor Ablauf der Jahresfrist infolge h&ouml;herer Gewalt unm&ouml;glich war (&sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;3 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wie das FG zu Recht entschieden hat, liegen die Voraussetzungen einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (&sect;&nbsp;110 AO) in die von der Kl&auml;gerin vers&auml;umte Ausschlussfrist hinsichtlich der Wiedereinsetzungsantr&auml;ge vom 31.&nbsp;Januar 2007 und vom 30.&nbsp;April 2007 nicht vor, denn diese waren nicht formwirksam, da sie nicht vom gesetzlichen Vertreter der Kl&auml;gerin oder einem besonders Beauftragten i.S. von &sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 AO unterschrieben wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gesetzlicher Vertreter (&sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Alt.&nbsp;1 AO) einer in der Schweiz gegr&uuml;ndeten Aktiengesellschaft ist der Verwaltungsrat, der die Gesellschaft nach au&szlig;en vertritt (Art.&nbsp;718 Abs.&nbsp;1 des Schweizerischen Obligationenrechts). Nach den von der Kl&auml;gerin nicht angegriffenen und damit den Senat bindenden Feststellungen des FG war dies Herr T.M. als Pr&auml;sident des Verwaltungsrats. Die o.g. Verg&uuml;tungsantr&auml;ge sind nicht von diesem, sondern von Frau H.B. unterzeichnet, die nicht dem Verwaltungsrat der Kl&auml;gerin angeh&ouml;rte, sondern gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;721 des Schweizerischen Obligationenrechts vom Verwaltungsrat ernannt worden und als Prokuristin t&auml;tig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Prokuristen geh&ouml;ren nicht zu den besonders Beauftragten i.S. von &sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Alt.&nbsp;2 AO (s.o. unter II.1.a). Ein durch einen Prokuristen &#8211;wie im Streitfall von Frau H.B.&#8211; f&uuml;r eine juristische Person gestellter Antrag ist daher nicht als Antrag des gesetzlichen Vertreters dieser juristischen Person anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die vers&auml;umte Handlung in Gestalt eines eigenh&auml;ndig unterschriebenen Verg&uuml;tungsantrags wurde nicht innerhalb eines Monats nachgeholt. Die Kl&auml;gerin hat erst am 28.&nbsp;M&auml;rz 2008 und damit nach Ablauf der bis 30.&nbsp;Juni 2007 laufenden Jahresfrist einen &quot;eigenh&auml;ndig&quot; unterschriebenen Verg&uuml;tungsantrag eingereicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;150 Abs.&nbsp;3 AO zur ausnahmsweise zul&auml;ssigen Unterschrift des Bevollm&auml;chtigten liegen nicht vor. Der dauernde Aufenthalt des gesetzlichen Vertreters der Kl&auml;gerin in der Schweiz, am Unternehmerort der Kl&auml;gerin, begr&uuml;ndet keine l&auml;ngere Abwesenheit i.S. von &sect;&nbsp;150 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO, da sich aus &sect;&nbsp;150 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 AO ergibt, dass die vom Gesetz genannten Hinderungsgr&uuml;nde von vor&uuml;bergehender Natur sein m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;3 AO lagen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Am 28.&nbsp;M&auml;rz 2008 hat die Kl&auml;gerin zwar einen &quot;eigenh&auml;ndig&quot; unterschriebenen Verg&uuml;tungsantrag eingereicht und damit die vers&auml;umte Handlung nachgeholt. Dies geschah jedoch erst nach Ablauf der Jahresfrist des &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;3 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Jahresfrist gilt nach &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;3 AO nur dann nicht, wenn vor deren Ablauf die Einlegung des Rechtsbehelfs infolge h&ouml;herer Gewalt unm&ouml;glich gewesen ist. H&ouml;here Gewalt ist ein au&szlig;ergew&ouml;hnliches Ereignis, das unter den gegebenen Umst&auml;nden auch durch die &auml;u&szlig;erste, nach Lage der Sache von dem Betroffenen zu erwartende Sorgfalt nicht verhindert werden konnte. Darunter f&auml;llt zwar auch ein Umstand, der dem Beteiligten die rechtzeitige Vornahme einer fristgebundenen Handlung unzumutbar macht und damit aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden dem Bereich der h&ouml;heren Gewalt zuzuordnen ist, wie z.B., wenn ein Verfahrensbeteiligter durch ein &#8211;&uuml;ber die fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung hinausgehendes&#8211; Verhalten eines Gerichts oder einer Beh&ouml;rde von einer Prozesshandlung abgehalten wird (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 24.&nbsp;Januar 2008 XI&nbsp;R&nbsp;63\/06, BFH\/NV 2008, 606; vom 28.&nbsp;Oktober 2004 III&nbsp;R&nbsp;53\/03, BFH\/NV 2005, 374, m.w.N.). Der Rechtsirrtum der Kl&auml;gerin, die Unterschrift eines Prokuristen reiche aus, erf&uuml;llt diese Voraussetzungen jedoch nicht, denn das Erfordernis der eigenh&auml;ndigen Unterschrift ergibt sich sowohl aus &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;5 UStG selbst als auch aus dem amtlichen Vordruck (&quot;Eigenh&auml;ndige Unterschrift und Firmenstempel&quot;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ohne Erfolg beruft sich die Kl&auml;gerin darauf, das BZSt habe den Mangel der Eigenh&auml;ndigkeit in fr&uuml;heren Veranlagungszeitr&auml;umen nicht beanstandet und sie sei unter Versto&szlig; gegen die Hinweispflicht der Beh&ouml;rde aus &sect;&nbsp;89 AO von weiteren Erkundigungen abgehalten worden. Ob ein treuwidriges Verhalten der Beh&ouml;rde, das eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand rechtfertigen k&ouml;nnte, vorl&auml;ge, wenn die Beh&ouml;rde den Mangel der Unterschrift in den Vorjahren erkannt und gleichwohl die beantragte Verg&uuml;tung rechtswidrig festgesetzt h&auml;tte, kann offenbleiben. Denn ein derartiger Sachverhalt ist jedoch weder von der Kl&auml;gerin vorgetragen worden noch aus den Akten ersichtlich. Nach den von der Kl&auml;gerin nicht angegriffenen und den Senat daher bindenden Feststellungen des FG auf Seite&nbsp;19 des Urteils ist vielmehr dem zust&auml;ndigen Sachbearbeiter des BZSt der Mangel der eigenh&auml;ndigen Unterschrift erst im Rahmen einer Recherche zu den gesetzlichen und bevollm&auml;chtigten Vertretern der Kl&auml;gerin vom 19.&nbsp;Juli 2007 und damit nach Ablauf der Jahresfrist (30.&nbsp;Juni 2007) aufgefallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.8.2013, V R 3\/11 Unterschriftserfordernis bei Verg&uuml;tungsantr&auml;gen von Unternehmern in Drittstaaten &#8211; Vereinbarkeit mit Unionsrecht, Abkommensrecht und Verfassungsrecht &#8211; Anwendungsvorrang von EU-Recht &#8211; Umfang der Grundrechtsberechtigung des Art. 19 Abs. 3 GG &#8211; Pr&uuml;fung von Verst&ouml;&szlig;en gegen das GATT-Abkommen und das GATS-Abkommen Leits&auml;tze Der Antrag auf Vorsteuerverg&uuml;tung eines im Drittland ans&auml;ssigen Unternehmers &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-3-11-unterschriftserfordernis-bei-verguetungsantraegen-von-unternehmern-in-drittstaaten-vereinbarkeit-mit-unionsrecht-abkommensrecht-und-verfassungsrecht-anwendungsvorrang-von-eu-recht-umfang-de-6\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;3\/11 &#8211; Unterschriftserfordernis bei Verg&uuml;tungsantr&auml;gen von Unternehmern in Drittstaaten &#8211; Vereinbarkeit mit Unionsrecht, Abkommensrecht und Verfassungsrecht &#8211; Anwendungsvorrang von EU-Recht &#8211; Umfang der Grundrechtsberechtigung des Art. 19 Abs. 3 GG &#8211; Pr&uuml;fung von Verst&ouml;&szlig;en gegen das GATT-Abkommen und das GATS-Abkommen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62300","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62300","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62300"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62300\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62300"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62300"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62300"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}