{"id":62331,"date":"2014-05-14T12:47:50","date_gmt":"2014-05-14T10:47:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62331"},"modified":"2014-05-14T12:47:50","modified_gmt":"2014-05-14T10:47:50","slug":"iii-r-44-12-kindergeldanspruch-bei-deutschem-zweitwohnsitz-aufloesung-einer-anspruchskonkurrenz-zwischen-deutschem-kindergeldanspruch-und-auslaendischer-familienleistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-44-12-kindergeldanspruch-bei-deutschem-zweitwohnsitz-aufloesung-einer-anspruchskonkurrenz-zwischen-deutschem-kindergeldanspruch-und-auslaendischer-familienleistung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;44\/12 &#8211; Kindergeldanspruch bei deutschem Zweitwohnsitz &#8211; Aufl&ouml;sung einer Anspruchskonkurrenz zwischen deutschem Kindergeldanspruch und ausl&auml;ndischer Familienleistung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.12.2013, III R 44\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeldanspruch bei deutschem Zweitwohnsitz &#8211; Aufl&ouml;sung einer Anspruchskonkurrenz zwischen deutschem Kindergeldanspruch und ausl&auml;ndischer Familienleistung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein deutscher Staatsangeh&ouml;riger, der mit seiner Familie den Lebensmittelpunkt in Tschechien teilt und dort sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt ist, hat Anspruch auf deutsches (Differenz-)Kindergeld, wenn er in Deutschland einen Zweitwohnsitz beibeh&auml;lt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger), Vater von zwei im Juni 1999 und im Dezember 2007 geborenen T&ouml;chtern, ist deutscher Staatsangeh&ouml;riger. Er bewohnt seit 1977 mit seiner Familie eine Einliegerwohnung im Hause seiner Eltern in K (Rheinland-Pfalz). Diese verf&uuml;gt &uuml;ber einen Wohnraum, ein Schlafzimmer, ein Duschbad und eine Kochnische, zwei Kinderzimmer im Dachgeschoss sowie weiteren zu Wohnraum ausgebauten Speicherraum. Nachdem der Kl&auml;ger im Herbst 2005 arbeitslos geworden war, trat er am 1.&nbsp;Juni 2006 eine Besch&auml;ftigung in Prag an. Seine Ehefrau wohnt dort mit beiden Kindern und die &auml;ltere Tochter besucht die deutsche Schule. Der Kl&auml;ger verbringt jedoch weiterhin seine gesamte freie Zeit mit der Familie in seiner Wohnung in K, u.a. er selbst w&auml;hrend seines Urlaubs und die Familie w&auml;hrend der Schulferien. Die Nutzung der dortigen Wohnung geht nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) &uuml;ber eine &uuml;bliche Nutzung als Ferienquartier deutlich hinaus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) hob die Kindergeldfestsetzung f&uuml;r die &auml;ltere Tochter ab Juli 2006 nach &sect;&nbsp;70 Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) auf, forderte den &uuml;berzahlten Betrag f&uuml;r die Monate Juli 2006 bis September 2008 in H&ouml;he von 4.158&nbsp;EUR zur&uuml;ck und wies den dagegen eingelegten Einspruch im Februar 2009 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage, mit der der Kl&auml;ger die Aufhebung des Aufhebungsbescheides und die Verpflichtung der Familienkasse zur Gew&auml;hrung von Kindergeld f&uuml;r beide T&ouml;chter ab Oktober 2008 begehrte, als unbegr&uuml;ndet ab (Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 2128). Es entschied, der Kl&auml;ger erf&uuml;lle zwar die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG, weil er im Inland mit seiner Familie einen Zweitwohnsitz habe. Der Anspruch auf Kindergeld sei indessen ausgeschlossen, da f&uuml;r den Kl&auml;ger nach Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;1408\/71 des Rates vom 14.&nbsp;Juni 1971 &uuml;ber die Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und deren Familien, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (VO Nr.&nbsp;1408\/71), das Recht des Besch&auml;ftigungsstaates Tschechiens gelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts. Er beantragt, das FG-Urteil, den Aufhebungsbescheid und die Einspruchsentscheidung aufzuheben und die Familienkasse zu verpflichten, Kindergeld f&uuml;r seine beiden Kinder ab Oktober 2008 zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Familienkasse Sachsen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit ist aufgrund eines Organisationsaktes (Beschluss des Vorstands der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit Nr.&nbsp;21\/2013 vom 18.&nbsp;April 2013 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;11 des Finanzverwaltungsgesetzes, Amtliche Nachrichten der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, Ausgabe Mai 2013, S.&nbsp;6&nbsp;ff., Nr.&nbsp;2.2. der Anlage&nbsp;2) im Wege des gesetzlichen Parteiwechsels in die Beteiligtenstellung der Agentur f&uuml;r Arbeit &#8230; &#8211;Familienkasse&#8211; eingetreten (s. dazu Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2011 V&nbsp;B&nbsp;17\/10, BFH\/NV 2011, 1105, unter II.A.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des FG-Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der nicht spruchreifen Sache an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Feststellung des FG, dass der Kl&auml;ger die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG erf&uuml;llt, weil er in K einen &quot;Zweitwohnsitz&quot; hat, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Denn f&uuml;r den Anspruch auf Kindergeld nach dieser Vorschrift gen&uuml;gt es, dass der Anspruchsberechtigte im Inland einen Wohnsitz hat. Eine Person kann, wie das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat, mehrere Wohnsitze i.S. des &sect;&nbsp;8 der Abgabenordnung haben, die im Inland und\/oder im Ausland belegen sein k&ouml;nnen, und zur Aufrechterhaltung eines Wohnsitzes k&ouml;nnen unregelm&auml;&szlig;ige Aufenthalte gen&uuml;gen (z.B. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Januar 2004 I&nbsp;R&nbsp;56\/02, BFH\/NV 2004, 917), sofern diese nicht lediglich als Besuche zu werten sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anspruchsberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG setzt weder voraus, dass sich der Anspruchsberechtigte &uuml;berwiegend im Inland aufh&auml;lt (z.B. mehr als 15 Tage im jeweiligen Monat oder mehr als 183 Tage innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten, vgl. z.B. Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a des OECD-Musterabkommens), noch dass sich sein Lebensmittelpunkt im Inland befindet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Anwendbarkeit der &sect;&sect;&nbsp;62&nbsp;ff. EStG wird im Streitfall nicht durch Gemeinschaftsrecht ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das FG lediglich die Besch&auml;ftigung des Kl&auml;gers in Prag, nicht aber seinen Versicherungsstatus festgestellt hat, kann der Senat nicht sicher beurteilen, ob der Kl&auml;ger pers&ouml;nlich vom Geltungsbereich der VO Nr.&nbsp;1408\/71 erfasst wird. Wenn er &#8211;was aufgrund seiner Besch&auml;ftigung in Prag nahe liegt&#8211; gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der VO Nr.&nbsp;1408\/71 den Rechtsvorschriften Tschechiens unterliegen sollte und Deutschland der f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Familienleistungen unzust&auml;ndige Mitgliedstaat w&auml;re, st&uuml;nde dies dem sich aus &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG ergebenden Kindergeldanspruch nicht entgegen. Denn die Art.&nbsp;13&nbsp;ff. der VO Nr.&nbsp;1408\/71 entfalten keine Sperrwirkung f&uuml;r die Anwendung des Rechts des nicht zust&auml;ndigen Mitgliedstaats, so dass sich die Anspruchsberechtigung auch bei Personen und bei Leistungen, die dem pers&ouml;nlichen und sachlichen Anwendungsbereich der VO Nr.&nbsp;1408\/71 unterliegen, allein nach den Bestimmungen des deutschen Rechts richtet. Die gegenteilige Auffassung, die dem FG-Urteil zugrunde liegt und die auch der Senat in st&auml;ndiger Rechtsprechung vertreten hat, ist aufgrund des Urteils des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union vom 12.&nbsp;Juni 2012 C-611\/10 und C-612\/10 &#8211;Hudzinski und Wawrzyniak&#8211; (Zeitschrift f&uuml;r europ&auml;isches Sozial- und Arbeitsrecht 2012, 475) vom BFH aufgegeben worden (BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Mai 2013 III&nbsp;R&nbsp;8\/11, BFHE 241, 511; vom 5.&nbsp;September 2013 XI&nbsp;R&nbsp;52\/10, BFH\/NV 2014, 33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist nicht entscheidungsreif, da der Senat nicht entscheiden kann, ob der Kindergeldanspruch des Kl&auml;gers wegen eines vergleichbaren Anspruchs in Tschechien zu k&uuml;rzen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Falls Tschechien sowohl als Besch&auml;ftigungsstaat wie auch wegen des gew&ouml;hnlichen Aufenthalts der Familie in Prag (Art.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;h der VO Nr.&nbsp;1408\/71) als Wohnmitgliedsstaat zust&auml;ndig w&auml;re, schiede eine Anwendung des Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Verordnung Nr.&nbsp;574\/72 des Rates vom 21.&nbsp;M&auml;rz 1972 aus; eine Anspruchskonkurrenz w&auml;re vielmehr nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG zu l&ouml;sen. &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG w&auml;re im &Uuml;brigen auch dann einschl&auml;gig, wenn &#8211;was im Streitfall kaum in Betracht kommen d&uuml;rfte&#8211; der pers&ouml;nliche Geltungsbereich der VO Nr.&nbsp;1408\/71 nicht er&ouml;ffnet sein sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat weist darauf hin, dass der Kl&auml;ger von der gemeinschaftsrechtlich verb&uuml;rgten Freiz&uuml;gigkeit der Arbeitnehmer Gebrauch gemacht hat. Deshalb w&auml;re &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG gemeinschaftsrechtskonform dahin auszulegen, dass nur eine K&uuml;rzung, nicht aber eine vollst&auml;ndige Versagung des Kindergeldanspruchs in Betracht kommt, wenn anderenfalls das Freiz&uuml;gigkeitsrecht der Wanderarbeitnehmer beeintr&auml;chtigt w&auml;re (Senatsurteil vom 18.&nbsp;Juli 2013 III&nbsp;R&nbsp;71\/11, BFH\/NV 2014, 24, unter III.3.b&nbsp;bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die K&uuml;rzung des Kindergeldes gen&uuml;gt es nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG, dass der nach deutschem Recht kindergeldberechtigten Person oder einem Dritten f&uuml;r das betreffende Kind nach ausl&auml;ndischem Recht ein materiell-rechtlicher Anspruch auf die entsprechende Leistung zusteht (Senatsurteil vom 13.&nbsp;Juni 2013 III&nbsp;R&nbsp;10\/11, BFHE 241, 562).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.12.2013, III R 44\/12 Kindergeldanspruch bei deutschem Zweitwohnsitz &#8211; Aufl&ouml;sung einer Anspruchskonkurrenz zwischen deutschem Kindergeldanspruch und ausl&auml;ndischer Familienleistung Leits&auml;tze Ein deutscher Staatsangeh&ouml;riger, der mit seiner Familie den Lebensmittelpunkt in Tschechien teilt und dort sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt ist, hat Anspruch auf deutsches (Differenz-)Kindergeld, wenn er in Deutschland einen Zweitwohnsitz beibeh&auml;lt. 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