{"id":62335,"date":"2014-05-14T12:47:55","date_gmt":"2014-05-14T10:47:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62335"},"modified":"2014-05-14T12:47:55","modified_gmt":"2014-05-14T10:47:55","slug":"vii-b-40-13-auswirkung-eines-insolvenzplanverfahrens-auf-den-widerruf-der-bestellung-als-steuerberater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-40-13-auswirkung-eines-insolvenzplanverfahrens-auf-den-widerruf-der-bestellung-als-steuerberater\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;40\/13 &#8211; Auswirkung eines Insolvenzplanverfahrens auf den Widerruf der Bestellung als Steuerberater"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.12.2013, VII B 40\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Auswirkung eines Insolvenzplanverfahrens auf den Widerruf der Bestellung als Steuerberater<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Mit Beschluss des Amtsgerichts &#8230; vom &#8230; Februar 2010 wurde &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet. Mit Bescheid vom 12.&nbsp;November 2010 widerrief die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Steuerberaterkammer) daraufhin die Bestellung des Kl&auml;gers als Steuerberater. Sie begr&uuml;ndete dies u.a. damit, dass der Kl&auml;ger nach der gesetzlichen Vermutung des &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 des Steuerberatungsgesetzes (StBerG) in Verm&ouml;gensverfall geraten sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen erhobenen Klage macht der Kl&auml;ger geltend, dass er mit der vorhandenen Insolvenzmasse in H&ouml;he von knapp 50.000&nbsp;EUR sowie einem privaten Darlehen in H&ouml;he von weiteren 50.000&nbsp;EUR ein Insolvenzplanverfahren anstrebe. Das finanzgerichtliche Verfahren solle bis zum Abschluss des Insolvenzplanverfahrens ruhen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens f&uuml;hre zur gesetzlichen Vermutung eines Verm&ouml;gensverfalls, die der Kl&auml;ger nicht widerlegt habe. Der Hinweis auf ein angestrebtes Insolvenzplanverfahren reiche hierf&uuml;r nicht aus. Zwar k&ouml;nne durch die Zustimmung zu einem Insolvenzplan eine Wiederherstellung der Ordnung der wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse eintreten. Im Streitfall habe der Kl&auml;ger aber noch gar keinen entsprechenden Antrag beim Insolvenzgericht eingereicht. Im &Uuml;brigen sei noch nicht absehbar, ob der Kl&auml;ger die angek&uuml;ndigte Darlehensaufnahme umsetzen k&ouml;nne. Die im Rahmen eines m&ouml;glichen Insolvenzplans zu verteilende Insolvenzmasse sei nicht hinreichend konkretisiert. Es lasse sich nicht feststellen, dass die Gl&auml;ubiger einem bisher nicht vorliegenden Insolvenzplan mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zustimmen werden. Angesichts der &quot;greifbaren Ungewissheit&quot; hinsichtlich der Durchf&uuml;hrung des Insolvenzplanverfahrens komme auch kein Ruhen des finanzgerichtlichen Verfahrens in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Nichtzulassungsbeschwerde beruft sich der Kl&auml;ger auf Verfahrensfehler (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Darstellung des FG sei die zu verteilende Insolvenzmasse zum Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung hinreichend konkretisiert worden. Damit sei der Sachverhalt mit der Zustimmung zu einem Insolvenzplan vergleichbar. Aus dem in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vorgelegten Schreiben der Insolvenzverwalterin habe sich eine verteilbare Insolvenzmasse in H&ouml;he von 46.633,52&nbsp;EUR ergeben. Au&szlig;erdem habe er, der Kl&auml;ger, in der m&uuml;ndlichen Verhandlung dargelegt, dass er auf Grundlage einer verbindlichen Zusage des Herrn W ein Darlehen in H&ouml;he von 50.000&nbsp;EUR erhalten werde. Herr W habe dieses Geld auch wie vereinbart zur Verf&uuml;gung gestellt. Abweichend von den bisher durch den Bundesfinanzhof (BFH) entschiedenen F&auml;llen h&auml;tten somit zum Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung konkrete Anhaltspunkte f&uuml;r ein erfolgreiches Insolvenzplanverfahren vorgelegen. Dar&uuml;ber hinaus sei das FG von einer Gef&auml;hrdung der Interessen der Auftraggeber des Kl&auml;gers ausgegangen, ohne anhand der vorgelegten Lohnsteuerbescheinigung 2012 und der Steuererkl&auml;rungen und Jahresabschl&uuml;sse 2011\/2012 den entscheidungserheblichen Sachverhalt zu erforschen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG beruhe somit auf Sachaufkl&auml;rungsm&auml;ngeln. Dar&uuml;ber hinaus sei das Urteil eine &Uuml;berraschungsentscheidung. Sowohl Beweisantr&auml;ge als auch tats&auml;chliches Vorbringen des Kl&auml;gers seien &uuml;bergangen worden. Dadurch sei es zu einer Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs gekommen. Schlie&szlig;lich h&auml;tten die Voraussetzungen f&uuml;r eine Verfahrensruhe vorgelegen. Die Verfahrensfehler seien zwar nicht in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt worden. Dies sei aber auch nicht m&ouml;glich gewesen, da sie erst aus dem Urteil des FG erkennbar gewesen seien. Schlie&szlig;lich verletze das Urteil die Grundrechte auf Berufsfreiheit und auf einen eingerichteten und ausge&uuml;bten Gewerbebetrieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Unabh&auml;ngig davon, ob die Beschwerde den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz 3 FGO gen&uuml;gt, liegt jedenfalls der vom Kl&auml;ger geltend gemachte Zulassungsgrund eines Verfahrensfehlers (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat trotz des angek&uuml;ndigten Insolvenzplanverfahrens zu Recht weder eine Aussetzung des Verfahrens (&sect;&nbsp;74 FGO) noch dessen Ruhen (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;251 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;) beschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies folgt bereits daraus, dass die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens nach &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 StBerG zur gesetzlichen Vermutung eines Verm&ouml;gensverfalls f&uuml;hrt. Die durch die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens eintretenden Rechtsfolgen k&ouml;nnen deshalb nicht geeignet sein, die Vermutung des Verm&ouml;gensverfalls zu widerlegen. Zu diesen Rechtsfolgen geh&ouml;rt auch die M&ouml;glichkeit eines Antrags auf Durchf&uuml;hrung eines Insolvenzplanverfahrens. Ob die Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse des Kl&auml;gers nach Abschluss des Insolvenzplanverfahrens als geordnet angesehen werden k&ouml;nnen und eine Wiederbestellung als Steuerberater in Betracht kommt, wird auf der Grundlage der Gegebenheiten dieses (k&uuml;nftigen) Zeitpunkts zu entscheiden sein. Das mit &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 StBerG verfolgte gesetzgeberische Ziel, die Interessen der Mandanten vor Gef&auml;hrdungen zu sch&uuml;tzen, die von einem in Verm&ouml;gensverfall geratenen Steuerberater ausgehen k&ouml;nnen, verbietet es aber, die gerichtliche Entscheidung &uuml;ber die Widerrufsverf&uuml;gung bis zu einer etwaigen Konsolidierung der Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse des Steuerberaters zur&uuml;ckzustellen (vgl. Senatsbeschluss vom 20.&nbsp;April 2010 VII&nbsp;B&nbsp;235\/09, BFH\/NV 2010, 1496, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r ein Ruhen des Verfahrens fehlte dar&uuml;ber hinaus ein entsprechender Antrag der Steuerberaterkammer. Denn &sect;&nbsp;251 ZPO setzt einen gemeinsamen Antrag der Beteiligten voraus. Ob das FG eine solche Zustimmung bei rechtsmissbr&auml;uchlicher Verweigerung h&auml;tte ersetzen k&ouml;nnen (vgl. BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;Mai 2000 VIII&nbsp;B&nbsp;92\/99, BFH\/NV 2000, 1133, m.w.N.), kann im Streitfall offen bleiben. Auf Grundlage der oben dargestellten Erw&auml;gungen zur Zielsetzung des &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 StBerG sind jedenfalls keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine rechtsmissbr&auml;uchliche Verweigerung erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Kl&auml;ger kann sich auch nicht mit Erfolg auf eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht des FG (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) bzw. auf eine Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes i.V.m. &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO) berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Kl&auml;ger in seiner Beschwerde ausf&uuml;hrt, die zu verteilende Verm&ouml;gensmasse sei entgegen der Auffassung des FG zum Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung hinreichend konkretisiert worden und es h&auml;tte ausreichende Anhaltspunkte f&uuml;r einen erfolgreichen Abschluss des k&uuml;nftigen Insolvenzplanverfahrens gegeben, folgt daraus kein entsprechender Verfahrensfehler. Dabei kann dahingestellt bleiben, ob der Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung des FG tats&auml;chlich die verbindliche Zusage eines Herrn W f&uuml;r ein Darlehen in H&ouml;he von 50.000&nbsp;EUR dargelegt hat. Jedenfalls ist nicht erkennbar, inwiefern dieser Umstand unter Ber&uuml;cksichtigung des Rechtsstandpunkts des FG zu einer g&uuml;nstigeren Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen, d.h. inwiefern die Entscheidung des FG darauf beruht. Dies schlie&szlig;t im Streitfall nicht nur die Zulassung einer Revision wegen Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht, sondern auch die Zulassung wegen einer Geh&ouml;rsverletzung aus. Denn die unwiderlegliche Vermutung der Urs&auml;chlichkeit einer Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs f&uuml;r die getroffene Entscheidung (&sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;3 FGO) gilt nur, wenn sich der Geh&ouml;rsversto&szlig; &#8211;wie z.B. bei rechtswidriger Ablehnung eines Vertagungsantrags&#8211; auf das Gesamtergebnis des Verfahrens bezieht (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 3.&nbsp;September 2001 GrS&nbsp;3\/98, BFHE 196, 39, BStBl II 2001, 802). Sie gilt dagegen nicht, wenn der ger&uuml;gte Versto&szlig; &#8211;wie im Streitfall hinsichtlich der Voraussetzungen eines Verm&ouml;gensverfalls i.S. des &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 StBerG bzw. einer Widerlegung der Gef&auml;hrdung der Interessen der Auftraggeber&#8211; nur einzelne Feststellungen bzw. rechtliche Gesichtspunkte betrifft (vgl. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;April 2008 I&nbsp;R&nbsp;43\/07, BFH\/NV 2008, 1848, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG st&uuml;tzt sich in seiner Entscheidung ma&szlig;geblich auf die Rechtsprechung des erkennenden Senats (Beschluss vom 30.&nbsp;April 2009 VII&nbsp;R&nbsp;32\/08, BFH\/NV 2009, 1463, m.w.N.), nach der die Ordnung der wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse zumindest bis zur Annahme und Best&auml;tigung eines Insolvenzplans (&sect;&sect;&nbsp;235&nbsp;ff. der Insolvenzordnung &#8211;InsO&#8211;) v&ouml;llig ungewiss ist. Ob auch ohne das Vorliegen eines best&auml;tigten Insolvenzplans Vereinbarungen mit den Gl&auml;ubigern die Vermutung des Verm&ouml;gensverfalls widerlegen k&ouml;nnen, ist danach eine vom Tatrichter zu beantwortende Frage des Einzelfalls. In BFH\/NV 2009, 1463 beanstandete der erkennende Senat in diesem Zusammenhang nicht die Erw&auml;gungen des Instanzgerichts, eine mit den Gl&auml;ubigern der Kl&auml;gerin getroffene Vereinbarung f&uuml;hre &#8211;anders als ein gerichtlich best&auml;tigter Insolvenzplan&#8211; nicht zu den Rechtsfolgen des &sect;&nbsp;254 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 InsO a.F. (&sect;&nbsp;254b InsO n.F.; Anwendung auch f&uuml;r Gl&auml;ubiger, die ihre Forderungen nicht angemeldet haben) und des &sect;&nbsp;258 Abs.&nbsp;1 InsO (Aufhebung des Insolvenzverfahrens).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daran anschlie&szlig;end stellt das FG im Streitfall entscheidend darauf ab, dass nicht nur die Zustimmung zu einem Insolvenzplan fehlt, sondern ein solcher Insolvenzplan noch gar nicht beim Insolvenzgericht eingereicht worden ist. Dass nach Auffassung des FG dar&uuml;ber hinaus noch nicht einmal die zu verteilende Insolvenzmasse feststeht, sind lediglich zus&auml;tzliche Erw&auml;gungen, wie aus der Einleitung &quot;im &Uuml;brigen&quot; erkennbar ist. Daraus folgt, dass die Entscheidung des FG letztlich nicht davon abhing, ob und inwieweit die Insolvenzmasse des Kl&auml;gers zum Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung hinreichend konkretisiert war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Kl&auml;ger darauf hinweist, dass er dem FG mit Vorlage der Lohnsteuerbescheinigung 2012 sowie der Steuererkl&auml;rungen und Jahresabschl&uuml;sse 2011 und 2012 hinsichtlich der Widerlegung der Gef&auml;hrdung der Mandanteninteressen eine weitere Erforschung des Sachverhalts erm&ouml;glicht habe, diese aber unterblieben sei, sind von vornherein keine Anhaltspunkte f&uuml;r einen Verfahrensfehler erkennbar. Das FG ist unter ausdr&uuml;cklicher Ber&uuml;cksichtigung der vorgelegten Einkommensteuererkl&auml;rungen 2011 und 2012 zu dem Ergebnis gelangt, dass der Kl&auml;ger weiterhin (auch) selbst&auml;ndig t&auml;tig war und dadurch eine Gef&auml;hrdung der Interessen seiner Mandanten nicht ausgeschlossen werden kann. Umst&auml;nde, deren Ermittlung auf Grundlage der Rechtsauffassung des FG zu einem anderen Ergebnis h&auml;tten f&uuml;hren k&ouml;nnen, hat der Kl&auml;ger nicht dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Mit dem Verweis auf etwaige Grundrechtsverst&ouml;&szlig;e bezeichnet der Kl&auml;ger keine Verfahrensfehler, sondern wendet sich letztlich gegen die materielle Richtigkeit der Entscheidung des FG. Dies stellt keinen Verfahrensmangel i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO dar (vgl. BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;Juli 2002 IX&nbsp;B&nbsp;169\/01, BFH\/NV 2002, 1476, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.12.2013, VII B 40\/13 Auswirkung eines Insolvenzplanverfahrens auf den Widerruf der Bestellung als Steuerberater Tatbestand 1&nbsp; I. Mit Beschluss des Amtsgerichts &#8230; vom &#8230; Februar 2010 wurde &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet. Mit Bescheid vom 12.&nbsp;November 2010 widerrief die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Steuerberaterkammer) daraufhin die Bestellung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-40-13-auswirkung-eines-insolvenzplanverfahrens-auf-den-widerruf-der-bestellung-als-steuerberater\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;40\/13 &#8211; Auswirkung eines Insolvenzplanverfahrens auf den Widerruf der Bestellung als Steuerberater<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62335","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62335","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62335"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62335\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}