{"id":62338,"date":"2014-05-14T12:46:41","date_gmt":"2014-05-14T10:46:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62338"},"modified":"2014-05-14T12:46:41","modified_gmt":"2014-05-14T10:46:41","slug":"xi-r-21-11-steuerschuldnerschaft-des-leistungsempfaengers-bei-bauleistungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-21-11-steuerschuldnerschaft-des-leistungsempfaengers-bei-bauleistungen\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;21\/11 &#8211; Steuerschuldnerschaft des Leistungsempf&auml;ngers bei Bauleistungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.12.2013, XI R 21\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerschuldnerschaft des Leistungsempf&auml;ngers bei Bauleistungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>&sect; 13b Abs. 2 Satz 2 UStG ist dahingehend einschr&auml;nkend auszulegen, dass bei Werklieferungen oder sonstigen Leistungen i.S. des &sect; 13b Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 UStG die Steuerschuldnerschaft nur dann auf den Leistungsempf&auml;nger verlagert wird, wenn der Leistungsempf&auml;nger die an ihn erbrachte Werklieferung oder sonstige Leistung, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, &Auml;nderung oder Beseitigung von Bauwerken dient, seinerseits zur Erbringung einer derartigen Leistung verwendet.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) nach &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) als Leistungsempf&auml;nger Umsatzsteuer f&uuml;r sog. Bauleistungen schuldet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war im Jahr 2007 (Streitjahr) &uuml;berwiegend als &quot;Bautr&auml;ger&quot; t&auml;tig. Er war zugleich alleiniger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und Mehrheitsgesellschafter der X-GmbH (GmbH), &uuml;ber deren Verm&ouml;gen im M&auml;rz 2008 das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger bezog im Streitjahr von der GmbH Rohbauarbeiten f&uuml;r ein Wohn- und Gesch&auml;ftshaus auf dem Grundst&uuml;ck A-Stra&szlig;e in B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die geleisteten Arbeiten erteilte die GmbH zun&auml;chst zwischen dem 17.&nbsp;April 2007 und dem 31.&nbsp;Oktober 2007 an den Kl&auml;ger 12 Abschlagsrechnungen &uuml;ber insgesamt &#8230;&nbsp;EUR, in denen sie auf die angeforderten Abschlagszahlungen &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG anwandte und den Kl&auml;ger auf eine Steuerschuldnerschaft als Leistungsempf&auml;nger hinwies. Der Kl&auml;ger meldete die Umsatzsteuer aus den Ums&auml;tzen der GmbH in seinen Umsatzsteuer-Voranmeldungen an und f&uuml;hrte diese ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Schlussrechnung vom 17.&nbsp;Dezember 2007 hingegen wies die GmbH Umsatzsteuer offen aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seiner Umsatzsteuer-Voranmeldung f&uuml;r das 4. Quartal 2007 erkl&auml;rte der Kl&auml;ger erhaltene Bauleistungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG, f&uuml;r die er als Leistungsempf&auml;nger die Umsatzsteuer schulde, mit einer negativen Bemessungsgrundlage. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte dem nach Durchf&uuml;hrung einer Au&szlig;enpr&uuml;fung nicht, sondern ging im Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheid f&uuml;r das 4.&nbsp;Quartal 2007 vom 1.&nbsp;April 2008 davon aus, dass gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG der Kl&auml;ger als Leistungsempf&auml;nger die Umsatzsteuer f&uuml;r die an ihn erbrachten Bauleistungen schulde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seinem Einspruch trug der Kl&auml;ger vor, die GmbH habe ihn von Anfang an zu Unrecht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG als Steuerschuldner angesehen. Im Jahr 2006 (Vorjahr) seien weniger als 10&nbsp;% seiner Ums&auml;tze Bauleistungen gewesen, was nach Abschn.&nbsp;182a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;2, Satz&nbsp;3, 1.&nbsp;Spiegelstrich der Umsatzsteuer-Richtlinien &#8211;UStR&#8211; (jetzt: Abschn.&nbsp;13b.3. Abs.&nbsp;1 und 2 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses &#8211;UStAE&#8211;) Voraussetzung f&uuml;r die nachhaltige Erbringung von Bauleistungen sei. Mit der Erstellung der Abschlagsrechnungen der GmbH habe er sich als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nicht pers&ouml;nlich befasst. Erst bei der Erteilung der Schlussrechnung habe er den Fehler bemerkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA wies den Einspruch des Kl&auml;gers durch Einspruchsentscheidung vom 7.&nbsp;Oktober 2008 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Der Kl&auml;ger und die GmbH h&auml;tten in insgesamt 12&nbsp;Abschlagsrechnungen &sect;&nbsp;13b UStG angewandt und dadurch dokumentiert, dass der Kl&auml;ger Steuerschuldner sei. Der Kl&auml;ger habe der GmbH eine Freistellungsbescheinigung nach &sect;&nbsp;48b des Einkommensteuergesetzes (EStG) f&uuml;r umsatzsteuerliche Zwecke vorgelegt (Hinweis auf Abschn.&nbsp;182a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;2, Satz&nbsp;3, 2.&nbsp;Spiegelstrich UStR 2005; jetzt Abschn.&nbsp;13b.3. Abs.&nbsp;1 und 3 UStAE). Die nachtr&auml;gliche Erkenntnis, dass der Kl&auml;ger im Vorjahr die 10&nbsp;%-Grenze nicht erreicht habe und somit nicht als Bauleistender angesehen werden k&ouml;nne, sei nicht von Bedeutung, da durch die Verwendung der Freistellungsbescheinigung nach &sect;&nbsp;48b EStG Vertrauensschutz entstanden sei. Au&szlig;erdem sei der Kl&auml;ger auch gegen&uuml;ber anderen Auftragnehmern als Bauleistender i.S. des &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG aufgetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Laufe des Klageverfahrens erlie&szlig; das FA am 7.&nbsp;September 2009 einen Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2007 mit gesch&auml;tzten Besteuerungsgrundlagen, der nach &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Klageverfahrens wurde. Das FA f&uuml;hrte in den Erl&auml;uterungen zum Bescheid aus, der Kl&auml;ger habe keine Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr abgegeben, und nahm u.a. weiterhin an, dass der Kl&auml;ger die Umsatzsteuer aus den Bauleistungen der GmbH schulde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Sein Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 282 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er tr&auml;gt vor, er sei kein Unternehmer, der Leistungen i.S.&nbsp;des &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG erbracht habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf die Ausf&uuml;hrungen des FG zur 10&nbsp;%-Grenze hat der Kl&auml;ger zun&auml;chst vorgetragen, dass er in den Jahren 2006 und 2007 &uuml;berhaupt keine Bauleistungen erbracht habe. Seine fr&uuml;here Aussage, &quot;95&nbsp;% der Leistungen&quot; des Jahres 2006 seien keine Bauleistungen gewesen, sei dahingehend zu verstehen, dass &quot;mindestens 95&nbsp;% der Leistungen&quot; keine Bauleistungen gewesen seien. Die &uuml;brigen 5&nbsp;% seien damals nicht n&auml;her &uuml;berpr&uuml;ft worden. Das FG h&auml;tte auf Basis seiner Rechtsauffassung die Umsatzverh&auml;ltnisse bei ihm, dem Kl&auml;ger, im Jahr 2007 von Amts wegen aufkl&auml;ren m&uuml;ssen. Da er, der Kl&auml;ger, in beiden Jahren (&uuml;berhaupt) keine Bauleistungen erbracht habe, komme es weder auf die Vorlage der Freistellungsbescheinigung i.S. des &sect;&nbsp;48b EStG noch auf die 10&nbsp;%-Grenze an. Auch h&auml;tten sich deshalb die Verh&auml;ltnisse zwischen Abschlagsrechnungen und Schlussrechnung nicht ge&auml;ndert. Im Laufe des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger &#8211;nach Einwendungen des FA gegen die Richtigkeit dieses Sachvortrags&#8211; seinen Vortrag ge&auml;ndert und behauptet nunmehr, im Jahr 2007 Bauleistungen mit einer Bemessungsgrundlage von ca.&nbsp;&#8230;&nbsp;EUR ausgef&uuml;hrt zu haben. Dies seien nur rund&nbsp;0,2&nbsp;% seiner Ums&auml;tze gewesen. Es liege auch keine Steuerflucht oder Steuerumgehung vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das Urteil des FG und die Einspruchsentscheidung vom 7.&nbsp;Oktober 2008 aufzuheben sowie den Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2007 vom 7.&nbsp;September 2009 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer um &#8230;&nbsp;EUR vermindert wird, hilfsweise, die Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es verteidigt die Verwaltungsauffassung in Abschn.&nbsp;182a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;2, Satz&nbsp;3, 2.&nbsp;Spiegelstrich UStR 2005 bzw. Abschn.&nbsp;13b.3. Abs.&nbsp;1 und 3 UStAE, wonach davon auszugehen sei, dass der Leistungsempf&auml;nger nachhaltig Bauleistungen erbringe, wenn er dem Leistenden eine Freistellungsbescheinigung i.S. des &sect;&nbsp;48b EStG vorlege. Im Interesse der Rechtssicherheit k&ouml;nne es keine Rolle spielen, wenn sich sp&auml;ter herausstelle, dass die Parteien von einem falschen Sachverhalt ausgegangen seien. Bei Zweifeln an der Anwendbarkeit des &sect;&nbsp;13b UStG werde es nach Abschn.&nbsp;182a Abs.&nbsp;23 UStR (jetzt: Abschn.&nbsp;13b.8. UStAE) nicht beanstandet, wenn sich die Beteiligten &uuml;ber die Anwendung des &sect;&nbsp;13b UStG einig seien und der Umsatz vom Leistungsempf&auml;nger in zutreffender H&ouml;he versteuert werde. Diese Einigung sei im Streitfall durch Ausstellung der Abschlagsrechnungen, Anmeldung und Abf&uuml;hrung der Umsatzsteuer dokumentiert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen sei die Verlagerung der Steuerschuldnerschaft nicht in das Belieben der Vertragsparteien gestellt. Deshalb sei es nicht m&ouml;glich, in Abschlagsrechnungen &sect;&nbsp;13b UStG anzuwenden, in der Schlussrechnung hingegen die Anwendung zu unterlassen. Der willk&uuml;rliche Wechsel k&ouml;nne nicht dem Willen des Gesetzgebers entsprechen. Ein Wechsel der Steuerschuldnerschaft zu diesem Zeitpunkt sei im Hinblick auf &sect;&nbsp;42 der Abgabenordnung &auml;u&szlig;erst bedenklich. Der Insolvenzantrag der GmbH sei bereits am 3.&nbsp;Januar 2008 gestellt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hilfsweise macht das FA geltend, der Kl&auml;ger habe auch im Jahr 2007 Bauleistungen erbracht. Dem FA liege eine Rechnung des Kl&auml;gers vom 1.&nbsp;Juni 2007 an die GmbH &uuml;ber Bauleistungen vor. Au&szlig;erdem habe der Kl&auml;ger in seiner mittlerweile eingereichten Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2007 angegeben, Ums&auml;tze i.S.&nbsp;des &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 bis 4 UStG ausgef&uuml;hrt zu haben, f&uuml;r die die Leistungsempf&auml;nger die Umsatzsteuer schulden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenfalls hilfsweise wendet das FA ein, es liege eine Organschaft zwischen dem Kl&auml;ger als Organtr&auml;ger und der GmbH als Organgesellschaft vor, wenn man mit dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 3.&nbsp;April 2003 V&nbsp;R&nbsp;63\/01 (BFHE 202, 79, BStBl II 2004, 434) eine wirtschaftliche Eingliederung als gegeben ansehe. Der Kl&auml;ger sei Mehrheitsgesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist dem Einwand des FA, es liege eine Organschaft vor, entgegengetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung des Rechtsstreits an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG konnte bei seiner Entscheidung noch nicht ber&uuml;cksichtigen, dass nach der neueren Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 22.&nbsp;August 2013 V&nbsp;R&nbsp;37\/10, BStBl II 2014, 128, BFH\/NV 2014, 130) &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG dahingehend einschr&auml;nkend auszulegen ist, dass es f&uuml;r die Verlagerung der Steuerschuldnerschaft auf den Leistungsempf&auml;nger darauf ankommt, ob der Leistungsempf&auml;nger die an ihn erbrachte Werklieferung oder sonstige Leistung, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, &Auml;nderung oder Beseitigung von Bauwerken dient, seinerseits zur Erbringung einer derartigen Leistung verwendet. Dazu sind vom FG weitere Feststellungen zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die im Streitjahr 2007 ma&szlig;gebliche Rechtslage stellt sich wie folgt dar:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG in der seinerzeit geltenden Fassung schuldet in den in &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG genannten F&auml;llen der Leistungsempf&auml;nger die Steuer, wenn er ein Unternehmer ist, der Leistungen i.S. des &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG erbringt. &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 UStG lautet wie folgt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;(1) F&uuml;r folgende steuerpflichtige Ums&auml;tze entsteht die Steuer mit Ausstellung der Rechnung, sp&auml;testens jedoch mit Ablauf des der Ausf&uuml;hrung der Leistung folgenden Kalendermonats: &#8230;<br \/>4. Werklieferungen und sonstige Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, &Auml;nderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen, mit Ausnahme von Planungs- und &Uuml;berwachungsleistungen. &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG beruhten im Streitjahr 2007 unionsrechtlich auf Art.&nbsp;199 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Art.&nbsp;199 der MwStSystRL hat auszugsweise folgenden Wortlaut:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;(1) Die Mitgliedstaaten k&ouml;nnen vorsehen, dass der steuerpflichtige Empf&auml;nger die Mehrwertsteuer schuldet, an den folgende Ums&auml;tze bewirkt werden:<\/p>\n<p>a) Bauleistungen, einschlie&szlig;lich Reparatur-, Reinigungs-, Wartungs-, Umbau- und Abbruchleistungen im Zusammenhang mit Grundst&uuml;cken sowie die auf Grund des Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 als Lieferung von Gegenst&auml;nden betrachtete Erbringung bestimmter Bauleistungen; &#8230;<\/p>\n<p>(2) Bei der Anwendung der in Abs.&nbsp;1 geregelten M&ouml;glichkeit k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten die Lieferungen von Gegenst&auml;nden und Dienstleistungen und die Kategorien von Lieferern und Dienstleistungserbringern sowie von Erwerbern oder Dienstleistungsempf&auml;ngern bestimmen, f&uuml;r die sie von diesen Ma&szlig;nahmen Gebrauch machen. &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 der MwStSystRL k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten die Erbringung bestimmter Bauleistungen als Lieferung von Gegenst&auml;nden betrachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zur Begr&uuml;ndung des Art.&nbsp;199 der MwStSystRL ist im 42.&nbsp;Erw&auml;gungsgrund ausgef&uuml;hrt, die Mitgliedstaaten sollten in die Lage versetzt werden, in bestimmten F&auml;llen den Erwerber von Gegenst&auml;nden oder den Dienstleistungsempf&auml;nger als Steuerschuldner zu bestimmen. Dies w&uuml;rde es den Mitgliedstaaten erlauben, die Vorschriften zu vereinfachen und die Steuerhinterziehung und -umgehung in bestimmten Sektoren oder bei bestimmten Arten von Ums&auml;tzen zu bek&auml;mpfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ausgehend davon ist &#8211;wie der V.&nbsp;Senat des BFH in seinem Urteil in BStBl II 2014, 128, BFH\/NV 2014, 130 unter Berufung auf das Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vom 13.&nbsp;Dezember 2012 C-395\/11 &#8211;BLV Wohn- und Gewerbebau GmbH&#8211; (Umsatzsteuer-Rundschau 2013, 63, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2013, 190) entschieden hat&#8211; im Hinblick auf das sich aus dem Unionsrecht ergebende Erfordernis der Rechtssicherheit &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG dahingehend teleologisch einschr&auml;nkend auszulegen, dass eine Verlagerung der Steuerschuldnerschaft auf den Leistungsempf&auml;nger nur dann in Betracht kommt, wenn der Leistungsempf&auml;nger die an ihn erbrachte Werklieferung oder sonstige Leistung, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, &Auml;nderung oder Beseitigung von Bauwerken dient, seinerseits zur Erbringung einer derartigen Leistung verwendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der erkennende Senat schlie&szlig;t sich dieser Auffassung im Interesse einer einheitlichen Rechtsprechung an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das bezeichnete Urteil des V.&nbsp;Senats des BFH ist zwar zur Rechtslage im Jahr 2005 ergangen, in dem bei Bauleistungen unionsrechtliche Rechtsgrundlage f&uuml;r die Verlagerung der Steuerschuldnerschaft auf den Leistungsempf&auml;nger Art.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Entscheidung 2004\/290\/EG des Rates vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2004 zur Erm&auml;chtigung Deutschlands zur Anwendung einer von Artikel&nbsp;21 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern abweichenden Regelung (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L&nbsp;94 vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2004, S.&nbsp;59) war, w&auml;hrend im Jahr 2007 &#8211;wie unter II.1.b dargelegt&#8211; Art.&nbsp;199 der MwStSystRL ma&szlig;geblich ist. Mit Einf&uuml;hrung des Art.&nbsp;199 der MwStSystRL zum 1.&nbsp;Januar 2007 wurden jedoch lediglich alle Mitgliedstaaten durch eine unbefristete Bestimmung in die Lage versetzt, in bestimmten F&auml;llen den Leistungsempf&auml;nger als Steuerschuldner zu bestimmen, um die Vorschriften zu vereinfachen und die Steuerhinterziehung und -umgehung in bestimmten Sektoren oder bei bestimmten Arten von Ums&auml;tzen zu bek&auml;mpfen. An &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG hat sich dadurch nichts ge&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Entgegen der Auffassung des FA ist nicht entscheidungserheblich, ob sich die Beteiligten &uuml;ber die Handhabung der Steuerschuldnerschaft urspr&uuml;nglich einig waren und ob m&ouml;glicherweise der Leistungsempf&auml;nger dem Leistenden eine Freistellungsbescheinigung nach &sect;&nbsp;48b EStG vorgelegt hatte. Denn das Gesetz stellt den &Uuml;bergang der Steuerschuldnerschaft zur Sicherung des Steueranspruchs nicht zur Disposition der Vertragsparteien (BFH-Urteil in BStBl II 2014, 128, BFH\/NV 2014, 130, Rz&nbsp;55, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Vorentscheidung ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen; sie ist deshalb aufzuheben. &Uuml;ber die vom Kl&auml;ger hilfsweise erhobene Verfahrensr&uuml;ge (Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht durch das FG) muss folglich nicht mehr entschieden werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Sache ist nicht spruchreif. Die Feststellungen des FG reichen nicht aus, um abschlie&szlig;end beurteilen zu k&ouml;nnen, ob und inwieweit der angefochtene Umsatzsteuerbescheid rechtswidrig ist und den Kl&auml;ger in seinen Rechten verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zun&auml;chst hat das FG &#8211;aus seiner Sicht folgerichtig&#8211; keine Feststellungen dazu getroffen, ob der Kl&auml;ger die Bauleistungen der GmbH ganz oder teilweise zur Ausf&uuml;hrung von Bauleistungen verwendet hat. Die Tz.&nbsp;15 und 17 des Berichts vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2008 &uuml;ber die Au&szlig;enpr&uuml;fung beim Kl&auml;ger k&ouml;nnten zwar daf&uuml;r sprechen, dass der Kl&auml;ger die Vorleistungen der GmbH nicht zur Erbringung von Bauleistungen verwendet hat, zumal das FG den Kl&auml;ger als &quot;Bautr&auml;ger&quot; bezeichnet hat. Vom FG i.S. des &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO hinreichend tats&auml;chlich festgestellt ist dies indes nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Weiter steht nicht fest, ob der Kl&auml;ger Umsatzsteuer aus von ihm erbrachten Bauleistungen schuldet, die bisher vom FA &#8211;auf Basis seiner Rechtsauffassung konsequenterweise&#8211; nicht erfasst worden ist. Dies kann vom Senat schon deshalb nicht beurteilt werden, weil das FG nicht festgestellt hat, in welchem Umfang der Kl&auml;ger im Streitjahr 2007 &uuml;berhaupt Bauleistungen erbracht hat. Die Feststellungen des FG beziehen sich auf das Jahr 2006, das nicht Streitjahr ist. Zum Streitjahr 2007 sind deshalb tats&auml;chliche Feststellungen nachzuholen. Sollte der Kl&auml;ger Bauleistungen erbracht haben, wird vom FG zus&auml;tzlich festzustellen sein, ob die Leistungsempf&auml;nger des Kl&auml;gers diese ihrerseits zu Ausf&uuml;hrungen von Bauleistungen verwendet haben und der Kl&auml;ger die darauf entfallende Umsatzsteuer darum nicht schuldet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Vom FG sind au&szlig;erdem im zweiten Rechtsgang Feststellungen zu der &#8211;vorrangigen, zwischen den Beteiligten jedoch erstmals im Revisionsverfahren streitig gewordenen&#8211; Frage zu treffen, ob zwischen dem Kl&auml;ger als Organtr&auml;ger und der GmbH als Organgesellschaft im Streitjahr eine Organschaft bestand. Dazu m&uuml;sste &#8211;worauf bereits das FG von sich aus beide Beteiligte im Klageverfahren hingewiesen hatte&#8211; neben einer (vom FG tats&auml;chlich festgestellten) finanziellen und organisatorischen Eingliederung auch eine wirtschaftliche Eingliederung bestehen (vgl. dazu BFH-Urteile in BFHE 202, 79, BStBl II 2004, 434; vom 29.&nbsp;Oktober 2008 XI&nbsp;R&nbsp;74\/07, BFHE 223, 498, BStBl II 2009, 256). Dazu hat das FG keine Feststellungen getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Das FG muss im zweiten Rechtsgang &uuml;berdies noch der Frage nachgehen, ob der Kl&auml;ger mit der Schlussrechnung der GmbH vom 17.&nbsp;Dezember 2007 ein &#8211;ggf. ganz oder teilweise bestehendes&#8211; Recht auf Vorsteuerabzug (vgl. dazu Tz.&nbsp;17 des Berichts vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2008) aus&uuml;ben kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dazu ist u.a. zu kl&auml;ren, ob die Leistungsbeschreibung (vgl. dazu Senatsurteil vom 15.&nbsp;Mai 2012 XI&nbsp;R&nbsp;32\/10, BFH\/NV 2012, 1836, m.w.N.) &quot;Rohbau&quot; und &quot;Mehrmassen Stahl&quot; deshalb ausreicht, weil in der Rechnung auf ein Angebot vom 28.&nbsp;Februar 2007 Bezug genommen wird, dessen Inhalt indes nicht festgestellt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Au&szlig;erdem ist zu kl&auml;ren, ob der Leistungszeitraum (vgl. dazu Senatsurteil vom 17.&nbsp;Dezember 2008 XI&nbsp;R&nbsp;62\/07, BFHE 223, 535, BStBl II 2009, 432) mit der Bezeichnung &quot;November bis Dezember 2007&quot; richtig angegeben ist. Dagegen spricht, dass nach den Feststellungen des FG von der GmbH bereits bis Oktober 2007 insgesamt 12&nbsp;Abschlagsrechnungen erteilt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Eine zuk&uuml;nftige Berichtigung der Schlussrechnung durch die GmbH h&auml;tte nach dem EuGH-Urteil vom 8.&nbsp;Mai 2013 C-271\/12 &#8211;Petroma Transports S.A. u.a.&#8211; (Mehrwertsteuerrecht 2013, 272, HFR 2013, 656, Rz&nbsp;34&nbsp;ff.) keine Auswirkungen auf das Streitjahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.12.2013, XI R 21\/11 Steuerschuldnerschaft des Leistungsempf&auml;ngers bei Bauleistungen Leits&auml;tze &sect; 13b Abs. 2 Satz 2 UStG ist dahingehend einschr&auml;nkend auszulegen, dass bei Werklieferungen oder sonstigen Leistungen i.S. des &sect; 13b Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 UStG die Steuerschuldnerschaft nur dann auf den Leistungsempf&auml;nger verlagert wird, wenn der Leistungsempf&auml;nger die an &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-21-11-steuerschuldnerschaft-des-leistungsempfaengers-bei-bauleistungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;21\/11 &#8211; Steuerschuldnerschaft des Leistungsempf&auml;ngers bei Bauleistungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62338","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62338","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62338"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62338\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62338"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62338"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62338"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}