{"id":62339,"date":"2014-05-14T12:46:29","date_gmt":"2014-05-14T10:46:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62339"},"modified":"2014-05-14T12:46:29","modified_gmt":"2014-05-14T10:46:29","slug":"iv-r-33-10-feststellungsverjaehrung-bei-abgabe-einer-formal-unrichtigen-einkommensteuererklaerung-nach-aufforderung-des-finanzamts-folgen-bei-nichtbeachtung-der-hinweispflicht-nach-par-181-abs-5-satz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-33-10-feststellungsverjaehrung-bei-abgabe-einer-formal-unrichtigen-einkommensteuererklaerung-nach-aufforderung-des-finanzamts-folgen-bei-nichtbeachtung-der-hinweispflicht-nach-par-181-abs-5-satz\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;33\/10 &#8211; Feststellungsverj&auml;hrung bei Abgabe einer formal &quot;unrichtigen&quot; Einkommensteuererkl&auml;rung nach Aufforderung des Finanzamts &#8211; Folgen bei Nichtbeachtung der Hinweispflicht nach &sect; 181 Abs. 5 Satz 2 AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2013, IV R 33\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Feststellungsverj&auml;hrung bei Abgabe einer formal &quot;unrichtigen&quot; Einkommensteuererkl&auml;rung nach Aufforderung des Finanzamts &#8211; Folgen bei Nichtbeachtung der Hinweispflicht nach &sect; 181 Abs. 5 Satz 2 AO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war gemeinsam mit ihrem &#8230; 2003 verstorbenen Ehemann A, mit dem sie in G&uuml;tergemeinschaft lebte, Eigent&uuml;merin des im Grundbuch von B verzeichneten Grundbesitzes X. Dieser war dem A mit Vertrag vom 21.&nbsp;Oktober 1968 von dessen Vater unter Nie&szlig;brauchsvorbehalt &uuml;bertragen worden. Nach &sect;&nbsp;4 des Vertrags war A verpflichtet, nach dem Tod seiner Eltern aus dem Grundbesitz X &quot;einen Bauplatz&quot; (Flurst&uuml;ck&nbsp;1) an der C-Stra&szlig;e auf seinen Bruder D zu &uuml;bertragen. Damit sollte D &quot;vollst&auml;ndig abgefunden sein&quot;. Au&szlig;erdem war A nach &sect;&nbsp;5 des Vertrags verpflichtet, nach dem Tod seiner Eltern aus dem Grundbesitz&nbsp;X seinem Bruder E &quot;einen Bauplatz&quot; (Flurst&uuml;ck&nbsp;2) zu &uuml;bertragen. Mit dieser &Uuml;bertragung sollte auch E &quot;vollst&auml;ndig abgefunden sein&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 12.&nbsp;April 1970 verstarb der Vater des A. Mit Vertrag vom 8.&nbsp;M&auml;rz 1971 &uuml;bertrugen die Eheleute im Rahmen eines Abfindungs- und Auseinandersetzungsvertrags das Flurst&uuml;ck&nbsp;2 auf E. Die Eigentumsumschreibung erfolgte am 26.&nbsp;April 1971.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 23.&nbsp;Oktober 1976 schlossen die Eheleute mit E einen Tauschvertrag, wonach E f&uuml;r das Flurst&uuml;ck&nbsp;2 das gleichwertige Flurst&uuml;ck&nbsp;3 erhalten sollte. In &sect;&nbsp;7 des Vertrags beantragten die Eheleute die Befreiung von der Grunderwerbsteuer, &quot;weil der Austausch zur besseren Bewirtschaftung von zersplitterten bzw. unwirtschaftlich geformten landwirtschaftlichen Grundst&uuml;cken dient&quot;. Die Eigentumsumschreibung bez&uuml;glich des Flurst&uuml;cks&nbsp;2 zugunsten der Eheleute erfolgte im M&auml;rz 1977.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenfalls am 23.&nbsp;Oktober 1976 schlossen die Eheleute einen notariellen Vertrag, in dem sie das Flurst&uuml;ck&nbsp;4 auf D &uuml;bertrugen. Dies sollte zur Abgeltung der Erbanspr&uuml;che, aber auch zur Erf&uuml;llung der im Vertrag vom 21.&nbsp;Oktober 1968 &uuml;bernommenen Verpflichtung erfolgen. Jedoch sollte nach &sect;&nbsp;2 des Vertrags anstelle des im Vertrag vom 21.&nbsp;Oktober 1968 als Verm&auml;chtnis ausgesetzten Flurst&uuml;cks&nbsp;1 nunmehr das Flurst&uuml;ck&nbsp;4 &uuml;bertragen werden. Auch hier beantragten die Eheleute die Befreiung von der Grunderwerbsteuer, &quot;weil die &Uuml;bertragung des Flurst&uuml;cks &#8230; zur besseren Bewirtschaftung von zersplitterten bzw. unwirtschaftlich geformten landwirtschaftlichen Grundst&uuml;cken dient&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Eheleute wurden in den Jahren 1983 bis 1994 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft erkl&auml;rten sie nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Grundst&uuml;ckskaufvertrag vom 24.&nbsp;Februar 1998 ver&auml;u&szlig;erte die Kl&auml;gerin &#8211;zugleich handelnd als gerichtlich bestellte Betreuerin des A&#8211; eine Teilparzelle des Flurst&uuml;cks&nbsp;5 zum Preis von &#8230; DM. Mit Vertr&auml;gen vom gleichen Tag &uuml;bertrug die Kl&auml;gerin &#8211;wiederum zugleich handelnd f&uuml;r A&#8211; weitere Teilfl&auml;chen aus dem Flurst&uuml;ck&nbsp;5 sowie die Flurst&uuml;cke&nbsp;1 und 2 im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge auf ihre beiden Kinder. Die &Uuml;bergabe s&auml;mtlicher ver&auml;u&szlig;erter bzw. &uuml;bertragener Grundst&uuml;cke erfolgte jeweils am 1.&nbsp;M&auml;rz 1998.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 15.&nbsp;September 1998 zeigten die durch einen Steuerberater vertretenen Eheleute die Grundst&uuml;cks&uuml;bertragungen vom 24.&nbsp;Februar 1998 an. Im Rahmen der Ver&auml;u&szlig;erung der Grundst&uuml;cke sei aufgefallen, dass f&uuml;r einige der &uuml;bertragenen Grundst&uuml;cke f&uuml;r Zwecke der Einheitsbewertung ein Betrieb der Land- und Forstwirtschaft festgestellt worden sei. Sofern f&uuml;r ertragsteuerliche Zwecke ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb existiere, k&auml;me eine steuerpflichtige Betriebsaufgabe in Betracht. Nachforschungen h&auml;tten aber ergeben, dass A seit dem Erwerb der Fl&auml;chen im Jahr 1968 keinen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb gef&uuml;hrt habe. Es seien keine Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft erkl&auml;rt worden. Die Bewirtschaftung der Acker- und Gr&uuml;nfl&auml;chen sei lediglich zur Deckung des Eigenbedarfs erfolgt. Bei den Flurst&uuml;cken&nbsp;1 und 2 handele es sich zudem um Grundverm&ouml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 28.&nbsp;Oktober 1999 forderte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Eheleute zur Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (1998) auf. Die von der &#8211;weiterhin als Betreuerin ihres Ehemannes handelnden&#8211; Kl&auml;gerin unterschriebene Einkommensteuererkl&auml;rung 1998 ging am 3.&nbsp;Dezember 1999 bei dem FA ein. Der Erkl&auml;rung waren eine Anlage KSO sowie maschinenschriftliche, nicht unterzeichnete &quot;Erl&auml;uterungen zur Einkommensteuererkl&auml;rung 1998&quot; beigef&uuml;gt, in denen unter Bezugnahme auf das Schreiben vom 15.&nbsp;September 1998 dargelegt wurde, dass mit den Grundst&uuml;cks&uuml;bertragungen im Jahr 1998 keine Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft in Gestalt eines Aufgabegewinns erzielt worden seien. Die Eheleute h&auml;tten seit der &Uuml;bertragung der Fl&auml;chen im Jahr 1968 keinen landwirtschaftlichen Betrieb gef&uuml;hrt, sondern die Fl&auml;chen f&uuml;r den Eigenbedarf bewirtschaftet. Diese Bewirtschaftung sei zu keinem Zeitpunkt &uuml;ber eine reine Verm&ouml;gensverwaltung hinausgegangen. Dar&uuml;ber hinaus seien die als Baupl&auml;tze bezeichneten Flurst&uuml;cke auch bewertungsrechtlich nicht mehr als land- und forstwirtschaftliches Verm&ouml;gen eingeordnet gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierauf reagierte das FA erstmals im Oktober 2004. Nach verschiedenen telefonischen Er&ouml;rterungen mit dem Steuerberater der (jetzt verwitweten) Kl&auml;gerin stellte das FA mit Bescheid f&uuml;r 1998 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen vom 5.&nbsp;Januar 2005 Eink&uuml;nfte der Eheleute aus Land- und Forstwirtschaft in H&ouml;he von &#8230; DM fest. Davon entfielen auf laufende Eink&uuml;nfte &#8230; DM sowie auf einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn &#8230; DM. Die Eink&uuml;nfte wurden den Eheleuten je zur H&auml;lfte zugerechnet. Der Bescheid war an den Steuerberater als Empfangsbevollm&auml;chtigten der Eheleute gerichtet. In den Erl&auml;uterungen zum Bescheid f&uuml;hrte das FA u.a. aus, der Bescheid ergehe an die Kl&auml;gerin zugleich als Gesamtrechtsnachfolgerin nach A. Der landwirtschaftliche Betrieb sei durch den Verkauf und die &Uuml;bertragungen s&auml;mtlicher Grundst&uuml;cksfl&auml;chen auf den 1.&nbsp;M&auml;rz 1998 zwangsweise aufgegeben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 8.&nbsp;April 2005 erlie&szlig; das FA einen Einkommensteuerbescheid 1998, in dem es der Besteuerung der Eheleute u.a. jeweils h&auml;lftig die gesondert und einheitlich festgestellten Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft abz&uuml;glich eines steuerfreien Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns in H&ouml;he von 75.000&nbsp;DM, also jeweils in H&ouml;he von &#8230; DM, zugrunde legte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen den Feststellungsbescheid vom 5.&nbsp;Januar 2005 legte die Kl&auml;gerin, zugleich als Gesamtrechtsnachfolgerin des A, Einspruch ein mit der Begr&uuml;ndung, dem Erlass dieses Bescheids stehe der Eintritt der Feststellungsverj&auml;hrung entgegen. Au&szlig;erdem h&auml;tten sie &#8211;die Eheleute&#8211; zu keiner Zeit einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb unterhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber war das FA weiterhin der Ansicht, dass ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb vorgelegen habe und dem Erlass eines Feststellungsbescheids keine Feststellungsverj&auml;hrung entgegenstehe. Au&szlig;erdem wies das FA darauf hin, dass bei der Ermittlung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns bisher Teile der ebenfalls dem Betriebsverm&ouml;gen zuzuordnenden Hof- und Geb&auml;udefl&auml;che unber&uuml;cksichtigt geblieben seien. Der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn sei daher um &#8230; DM auf &#8230; DM zu erh&ouml;hen. Die Verb&ouml;serung des Feststellungsbescheids k&ouml;nne durch R&uuml;cknahme des Einspruchs vermieden werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einspruchsentscheidung vom 29.&nbsp;September 2008 stellte das FA die Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft 1998 auf &#8230; DM (= &#8230; EUR) fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichtete Klage hatte nur teilweise Erfolg, soweit das Finanzgericht (FG) &#8211;wie nunmehr auch das FA&#8211; von einem um &#8230; DM niedrigeren Aufgabegewinn ausging. Im &Uuml;brigen wies das FG die Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 13 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin &#8211;zugleich als Gesamtrechtsnachfolgerin des A&#8211; die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Erlass des streitbefangenen Feststellungsbescheids versto&szlig;e zum einen gegen &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;3 der Abgabenordnung (AO). Das FA habe zu erkennen gegeben, auf die Abgabe einer Feststellungserkl&auml;rung wegen eines Falls von geringer Bedeutung verzichten zu wollen. Es habe mit Schreiben vom 28.&nbsp;Oktober 1999 unter ausdr&uuml;cklicher Bezugnahme auf die Erkl&auml;rung der Eheleute vom 15.&nbsp;September 1998 f&uuml;r 1998 ausschlie&szlig;lich die Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung gefordert, nachdem die Eheleute wegen geringer Kapital- und Renteneink&uuml;nfte schon seit 1995 nicht mehr als Einkommensteuerpflichtige gef&uuml;hrt worden seien. Die Kl&auml;gerin habe diese Aufforderung so verstanden, dass der einzige f&uuml;r die Einkommensteuerpflicht noch erhebliche Sachverhalt ausschlie&szlig;lich im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer habe gekl&auml;rt werden sollen. Bei einem Fall von geringer Bedeutung sei dies zul&auml;ssig. Die Eheleute h&auml;tten zusammen veranlagt werden und gemeinsam f&uuml;r die Steuer auf einen eventuellen Aufgabegewinn aufkommen wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es komme hinzu, dass sich dieser Eindruck dadurch verst&auml;rkt habe, dass das FA f&uuml;nf Jahre nichts getan habe, um ein eventuelles Missverst&auml;ndnis zu korrigieren. Von Ende 1999 bis Ende 2004 sei das FA unt&auml;tig gewesen. Unter diesen Umst&auml;nden versto&szlig;e die streitbefangene Feststellung gegen Treu und Glauben und den daraus abzuleitenden Grundsatz des &quot;venire contra factum proprium&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Des Weiteren habe das FA &#8211;wie sich aus dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19.&nbsp;Juli 1984 IV&nbsp;R&nbsp;87\/82 (BFHE 142, 6, BStBl II 1985, 148) ergebe&#8211; zun&auml;chst den Gewinn f&uuml;r das Rumpfwirtschaftsjahr 1997\/98 feststellen m&uuml;ssen. Das FA habe aber nur das Kalenderjahr 1998 im Auge gehabt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch habe das FG &sect;&nbsp;150 AO verletzt. Nicht jede Steuererkl&auml;rung, die gegen Abs.&nbsp;1 der Vorschrift versto&szlig;e, k&ouml;nne wegen Form- oder Inhaltsmangels einer Nichterkl&auml;rung gleichkommen. Das FG habe bei seiner auf blo&szlig;e Formalien abstellenden Betrachtung verkannt, dass die am 3.&nbsp;Dezember 1999 abgegebene Einkommensteuererkl&auml;rung auch die Abgabe einer mit M&auml;ngeln behafteten Feststellungserkl&auml;rung beinhalte. Die Eheleute seien der Aufforderung des FA zur Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung unter vollst&auml;ndiger Mitteilung der entscheidungserheblichen Daten nachgekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit nach &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 Satz 1 AO eine gesonderte Feststellung auch nach Ablauf der f&uuml;r sie geltenden Feststellungsfrist insoweit erfolgen k&ouml;nne, als die gesonderte Feststellung f&uuml;r eine Steuerfestsetzung von Bedeutung sei, f&uuml;r die die Festsetzungsfrist im Zeitpunkt der gesonderten Feststellung noch nicht abgelaufen sei, m&uuml;sse hierauf gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 AO im Feststellungsbescheid hingewiesen werden. Ein solcher Hinweis sei hier unterblieben, so dass der angefochtene Feststellungsbescheid die Kl&auml;gerin schon deshalb in ihren Rechten verletze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das vorinstanzliche Urteil und den Feststellungsbescheid 1998 vom 5.&nbsp;Januar 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 29.&nbsp;September 2008 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es tr&auml;gt u.a. vor, der angefochtene Feststellungsbescheid sei innerhalb der Feststellungsfrist erlassen worden. Wenn eine Steuererkl&auml;rung einzureichen sei, beginne die Feststellungsfrist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuererkl&auml;rung eingereicht werde, sp&auml;testens jedoch mit Ablauf des dritten Kalenderjahrs, das auf das Kalenderjahr folge, in dem die Steuer entstanden sei. Die Verpflichtung zur Abgabe einer Feststellungserkl&auml;rung ergebe sich vorliegend aus &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1, Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO. Eine solche Erkl&auml;rung sei jedoch nicht eingereicht worden. Nach dem BFH-Urteil vom 24.&nbsp;August 1995 IV&nbsp;R&nbsp;112\/94 (BFH\/NV 1996, 449) hemme die Nichtabgabe von Steuererkl&auml;rungen den Anlauf der Festsetzungsfrist, wenn die Voraussetzungen einer Erkl&auml;rungspflicht objektiv vorl&auml;gen, wobei die Annahme des Steuerpflichtigen, nicht zur Abgabe einer Erkl&auml;rung verpflichtet zu sein, die Anlaufhemmung nicht beeinflusse. Durch den BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;M&auml;rz 1999 X&nbsp;B&nbsp;196\/98 (BFH\/NV 1999, 1309) sei gekl&auml;rt, dass der Beginn der Festsetzungsfrist auch dann gehemmt sei, wenn zwar alle entscheidungserheblichen Tatsachen aktenkundig seien, der Steuerpflichtige jedoch keine f&ouml;rmliche Steuererkl&auml;rung abgegeben habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als die Kl&auml;gerin meine, liege kein Fall von geringer Bedeutung i.S. von &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO vor, insbesondere weil im Streitfall das Vorliegen einkommensteuerpflichtiger, mehreren Personen zuzurechnender Eink&uuml;nfte habe gekl&auml;rt werden m&uuml;ssen. Dem Erlass eines Feststellungsbescheids habe auch nicht der Grundsatz von Treu und Glauben entgegengestanden. Nachdem die Eheleute in der Vergangenheit steuerlich nicht mit Eink&uuml;nften aus Land- und Forstwirtschaft gef&uuml;hrt worden seien, sei anl&auml;sslich der Aufforderung zur Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung noch keine Entscheidung &uuml;ber die Notwendigkeit einer gesonderten und einheitlichen Feststellung getroffen worden; insoweit habe die Aufforderung nicht als Verzicht auf die Durchf&uuml;hrung des Feststellungsverfahrens verstanden werden d&uuml;rfen. Des Weiteren habe es keines vorherigen Feststellungsverfahrens f&uuml;r den Gewinn des abweichenden (Rumpf-)Wirtschaftsjahrs bedurft. Die Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung sei im Streitfall nicht als Einreichung einer wirksamen Feststellungserkl&auml;rung zu werten. Einen Hinweis nach &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 AO habe der angefochtene Feststellungsbescheid nicht zu enthalten brauchen, weil das FA davon ausgegangen sei, dass die Feststellungsfrist erst mit Ablauf des Jahres 2005 abgelaufen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und des Feststellungsbescheids 1998 vom 5.&nbsp;Januar 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 29.&nbsp;September 2008 (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Feststellungsfrist noch nicht abgelaufen war (II.1.). Auch die Voraussetzungen f&uuml;r eine Feststellung nach Ablauf der Feststellungsfrist nach &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 AO liegen nicht vor (II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der angefochtenen gesonderten und einheitlichen Feststellung von Besteuerungsgrundlagen (Eink&uuml;nften aus Land- und Forstwirtschaft) 1998 steht der Eintritt der Feststellungsverj&auml;hrung entgegen. Die f&uuml;r 1998 ma&szlig;gebliche Feststellungsfrist ist bereits mit Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2003 und damit vor Erlass des Feststellungsbescheids 1998 vom 5.&nbsp;Januar 2005 abgelaufen. Denn die im Streitfall nach den &sect;&sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1, 169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO zu bestimmende und damit vier Jahre betragende Feststellungsfrist hat unter den besonderen Umst&auml;nden des Streitfalls nach Abgabe der vom FA angeforderten Einkommensteuererkl&auml;rung 1998 am 3.&nbsp;Dezember 1999 gem&auml;&szlig; den &sect;&sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1, 170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO mit Ablauf des Kalenderjahrs 1999 begonnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO gelten die Vorschriften &uuml;ber die Durchf&uuml;hrung der Besteuerung sinngem&auml;&szlig; f&uuml;r die gesonderte Feststellung. Nach Satz&nbsp;2 der Vorschrift ist Steuererkl&auml;rung i.S. des &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO die Erkl&auml;rung zur gesonderten Feststellung. Gem&auml;&szlig; den &sect;&sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1,&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO beginnt die Feststellungsfrist, wenn eine Steuererkl&auml;rung einzureichen ist, mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuererkl&auml;rung eingereicht wird. Deshalb kommt es im Streitfall darauf an, ob &#8211;-nachdem die Eheleute keine Feststellungserkl&auml;rung abgegeben haben&#8211; die Beendigung der in &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO geregelten Anlaufhemmung durch die Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung 1998 am 3.&nbsp;Dezember 1999 ausgel&ouml;st werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH ist die Auslegung des Wortlauts des &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO an seinem Sicherungszweck auszurichten (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 6.&nbsp;Juli 2005 II&nbsp;R&nbsp;9\/04, BFHE 210, 65, BStBl II 2005, 780; vom 27.&nbsp;August 2008 II&nbsp;R&nbsp;36\/06, BFHE 222, 83, BStBl II 2009, 232; vom 23.&nbsp;Mai 2012 II&nbsp;R&nbsp;56\/10, BFH\/NV 2012, 1579). Die Vorschrift soll &#8211;lediglich&#8211; verhindern, dass durch eine sp&auml;tere Einreichung der Steuererkl&auml;rung, Steueranmeldung oder Anzeige die der Finanzbeh&ouml;rde zur Verf&uuml;gung stehende Bearbeitungszeit (ggf. gezielt) verk&uuml;rzt wird (BFH-Beschl&uuml;sse vom 7.&nbsp;Dezember 1999 II&nbsp;B&nbsp;79\/99, BFHE 190, 220, BStBl II 2000, 233; vom 17.&nbsp;August 2009 II&nbsp;B&nbsp;172\/08, BFH\/NV 2009, 1970; BFH-Urteile vom 29.&nbsp;Januar 2003 I&nbsp;R&nbsp;10\/02, BFHE 202, 1, BStBl II 2003, 687; in BFHE 210, 65, BStBl II 2005, 780; in BFH\/NV 2012, 1579). Unter Ber&uuml;cksichtigung dieses Zwecks der Vorschrift geht der BFH in st&auml;ndiger Rechtsprechung (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.&nbsp;Januar 1997 II&nbsp;B&nbsp;40\/96, BFHE 181, 571, BStBl II 1997, 266; in BFH\/NV 2009, 1970; BFH-Urteile vom 7.&nbsp;April 2005 IV&nbsp;R&nbsp;39\/04, BFH\/NV 2005, 1229; in BFH\/NV 2012, 1579) davon aus, dass die Festsetzungs- bzw. Feststellungsfrist i.S. von &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO sogar dann mit Ablauf des Kalenderjahrs beginnt, in dem die Steuer- bzw. Feststellungserkl&auml;rung abgegeben wird, wenn die abgegebene Erkl&auml;rung teilweise unvollst&auml;ndig oder unrichtig ist. Etwas anderes gilt nur, wenn die Erkl&auml;rung derart l&uuml;ckenhaft ist, dass dies praktisch auf das Nichteinreichen der Erkl&auml;rung hinausl&auml;uft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zwar ist dem FG darin beizupflichten, dass bei Bestehen einer Verpflichtung zur Abgabe einer Feststellungserkl&auml;rung deren Abgabe grunds&auml;tzlich nicht durch die Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung ersetzt werden kann. Ausgehend von den vorgenannten Ma&szlig;st&auml;ben gen&uuml;gte jedoch unter den besonderen Umst&auml;nden des Streitfalls ausnahmsweise die Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung, um (auch) den Beginn der Feststellungsfrist in Gang zu setzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dabei kann zun&auml;chst offenbleiben, ob es sich vorliegend &#8211;wie das FG er&ouml;rtert hat und woran unter Ber&uuml;cksichtigung der in der Rechtsprechung des BFH (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 15.&nbsp;M&auml;rz 1990 IV&nbsp;R&nbsp;90\/88, BFHE 160, 317, BStBl II 1990, 689; vom 14.&nbsp;Februar 2008 IV&nbsp;R&nbsp;44\/05, BFH\/NV 2008, 1156) vertretenen Ma&szlig;st&auml;be schon im Hinblick u.a. auf die Frage, ob im Streitjahr (noch) ein landwirtschaftlicher Betrieb der Ehegatten vorgelegen hat und von diesen Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft erzielt worden sind, Zweifel bestehen&#8211; um einen Fall von geringer Bedeutung i.S. von &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO handelt, der im Streitfall ein Absehen von einer gesonderten und einheitlichen Feststellung erlauben w&uuml;rde. Ebenfalls offenbleiben kann die von den Beteiligten er&ouml;rterte Frage, ob die nach dem Schreiben der Eheleute vom 15.&nbsp;September 1998 erfolgte Aufforderung des FA, eine Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr abzugeben, von einem objektiven Empf&auml;nger dahin verstanden werden durfte, dass das FA einen Fall von geringer Bedeutung annehmen und deshalb auf eine gesonderte und einheitliche Feststellung und damit auch eine Feststellungserkl&auml;rung verzichten wolle, oder ob einer solchen Annahme u.a. entgegenst&uuml;nde, dass ein Feststellungsverfahren grunds&auml;tzlich selbst dann durchzuf&uuml;hren ist, wenn &#8211;wie hier&#8211; das f&uuml;r dieses Verfahren zust&auml;ndige FA auch f&uuml;r die Einkommensteuerfestsetzung zust&auml;ndig ist (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1156, m.w.N.). Insoweit braucht auch nicht entschieden zu werden, unter welchen Voraussetzungen die Anlaufhemmung nach &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO nicht greift, wenn das FA zun&auml;chst (konkludent) einen Fall von geringer Bedeutung bejaht und deshalb auf die Abgabe einer Feststellungserkl&auml;rung verzichtet hat, sp&auml;ter jedoch gleichwohl einen Feststellungsbescheid erlassen will. Denn hierauf kommt es nach den oben genannten Ma&szlig;st&auml;ben im Streitfall nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zwar ist &#8211;worauf das FA zutreffend hingewiesen hat&#8211; eine Feststellungserkl&auml;rung i.S. des &sect;&nbsp;181 AO nach Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Vorschrift wie eine Steuererkl&auml;rung in der von &sect;&nbsp;150 AO vorgesehenen Form abzugeben, d.h. nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck mit dem davon geforderten Inhalt (BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Oktober 1998 IV&nbsp;R&nbsp;18\/98, BFHE 187, 250, BStBl II 1999, 286). Deshalb kann bei Bestehen einer Verpflichtung zur Abgabe einer Feststellungserkl&auml;rung deren Abgabe grunds&auml;tzlich (auch) nicht durch die Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung ersetzt werden. Soll aber &#8211;wie oben ausgef&uuml;hrt&#8211; &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO lediglich verhindern, dass durch eine sp&auml;tere Einreichung der Steuererkl&auml;rung die der Finanzbeh&ouml;rde zur Verf&uuml;gung stehende Bearbeitungszeit (ggf. gezielt) verk&uuml;rzt wird, so ist unter den besonderen Umst&auml;nden des Streitfalls entscheidend, ob das FA in der Lage gewesen w&auml;re, aufgrund der seiner Aufforderung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;149 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO folgenden Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung nicht nur ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Veranlagungsverfahren (vgl. dazu BFH-Urteil in BFH\/NV 2005, 1229), sondern auch ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Feststellungsverfahren in Gang zu setzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Dabei ist die vorliegende Fallkonstellation offenkundig nicht &#8211;wie das FA meint&#8211; der Situation vergleichbar, dass zwar alle entscheidungserheblichen Tatsachen aktenkundig sind, der Steuerpflichtige indes &uuml;berhaupt keine f&ouml;rmliche Steuererkl&auml;rung abgegeben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Nichts Gegenteiliges kann auch der Rechtsprechung des BFH entnommen werden, dass ein Feststellungsverfahren grunds&auml;tzlich auch dann durchzuf&uuml;hren ist, wenn das f&uuml;r dieses Verfahren zust&auml;ndige FA gleichzeitig auch f&uuml;r die Festsetzung der Einkommensteuer aller an den Eink&uuml;nften beteiligter Steuerpflichtiger zust&auml;ndig ist (BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1156, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Gleichfalls nicht ohne Weiteres auf die streitbefangene Fallkonstellation &uuml;bertragbar ist der vom FA unter Berufung auf das BFH-Urteil in BFH\/NV 1996, 449 hervorgehobene Rechtssatz, dass die Annahme des Steuerpflichtigen, nicht zur Abgabe einer Erkl&auml;rung verpflichtet zu sein, die Anlaufhemmung nicht beeinflusse. Denn allein dies tr&auml;gt nicht hinreichend der im Streitfall vorliegenden Besonderheit Rechnung, dass der Steuerpflichtige der Aufforderung des FA zur Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung gefolgt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Vielmehr rechtfertigen es die Besonderheiten der vorliegenden Fallkonstellation, die Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung ausnahmsweise einer &#8211;nach vorgenannter BFH-Rechtsprechung (z.B. BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 1579) zur Beendigung der Anlaufhemmung des &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO f&uuml;hrenden&#8211; Abgabe einer zwar den formalen Anforderungen entsprechenden, jedoch (inhaltlich) teilweise unvollst&auml;ndigen oder unrichtigen Feststellungserkl&auml;rung gleichzustellen, die gleichwohl zu keiner Verk&uuml;rzung der der Finanzbeh&ouml;rde zur Verf&uuml;gung stehenden Bearbeitungszeit f&uuml;hrt. Wird n&auml;mlich die Bearbeitungszeit in Folge der Abgabe einer der Aufforderung des FA (&sect;&nbsp;149 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO) folgenden Steuererkl&auml;rung nicht verk&uuml;rzt, so kommt es nach dem Zweck des &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO nicht darauf an, ob statt der Einkommensteuer- eine Feststellungserkl&auml;rung die formal &quot;richtige&quot; Steuererkl&auml;rung gewesen w&auml;re; denn f&uuml;r eine Differenzierung allein nach der Form der Steuererkl&auml;rung gibt es in dieser Situation keinen sachlichen Grund (kritisch insoweit &#8211;&quot;spitzfindiger Formalismus&quot;&#8211; Kruse in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;170 AO Rz&nbsp;11b, unter Hinweis auf das BFH-Urteil in BFHE&nbsp;210, 65, BStBl II&nbsp;2005, 780; &auml;hnlich Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;150 AO Rz&nbsp;6). Vielmehr ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO den Sicherungszweck &#8211;und damit die Verl&auml;ngerung der vom Gesetzgeber grunds&auml;tzlich f&uuml;r ausreichend gehaltenen Vierjahresfrist&#8211; mit der Erf&uuml;llung einer dem Steuerpflichtigen oder seinem Vertreter bzw. den f&uuml;r ihn zum Handeln Verpflichteten auferlegten Handlungspflicht verkn&uuml;pft, und sich diese Handlungspflicht nach dem Wortlaut der Vorschrift auch &#8211;nach Aufforderung durch das FA&#8211; auf die Einreichung einer Steuererkl&auml;rung erstreckt (vgl. BFH-Urteil in BFHE&nbsp;222, 83, BStBl II&nbsp;2009, 232, m.w.N.). Dieser Verkn&uuml;pfung von Sicherungszweck und Erf&uuml;llung einer Handlungspflicht wird dann noch Gen&uuml;ge getan, wenn vom FA eine aus sp&auml;terer Sicht formal &quot;falsche&quot; Steuererkl&auml;rung angefordert wird, deren Abgabe aber eine rechtlich zutreffende Bearbeitung des Steuerfalls erm&ouml;glicht, ohne dass die dem FA zur Verf&uuml;gung stehende Bearbeitungszeit gegen&uuml;ber der Abgabe einer formal &quot;richtigen&quot; Steuererkl&auml;rung verk&uuml;rzt w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dies zugrunde gelegt, wurde im Streitfall die Anlaufhemmung des &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO mit Ablauf des Jahres 1999 beendet. Denn im Streitfall war das FA aufgrund der nach Aufforderung durch das FA am 3.&nbsp;Dezember 1999 abgegebenen Einkommensteuererkl&auml;rung 1998 (einschlie&szlig;lich Anlagen) in der Lage, (auch) das Vorliegen von Eink&uuml;nften aus Land- und Forstwirtschaft zu pr&uuml;fen und hieraus ggf. Folgerungen im Hinblick auf eine gesonderte und einheitliche Feststellung dieser Eink&uuml;nfte zu ziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dieser Situation war im Streitfall die Abgabe der vom FA angeforderten, aus sp&auml;terer Sicht formal &quot;unrichtigen&quot; Steuererkl&auml;rung unsch&auml;dlich, denn es sind auf der Grundlage der nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und damit den Senat bindenden Feststellungen des FG keinerlei Hinweise daf&uuml;r ersichtlich, dass dadurch die der Finanzbeh&ouml;rde zur Verf&uuml;gung stehende Bearbeitungszeit verk&uuml;rzt wurde, selbst wenn das FA im Nachhinein &#8211;d.h. im Streitfall erst f&uuml;nf Jahre nach Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung&#8211; doch noch eine gesonderte und einheitliche Feststellung von Eink&uuml;nften aus Land- und Forstwirtschaft in Betracht gezogen hat. Durch Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung wurden hinreichend Informationen &uuml;bermittelt, um ohne nachteilige zeitliche Verz&ouml;gerungen ggf. auch eine gesonderte Feststellung durchf&uuml;hren zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die f&uuml;r den Erlass von Feststellungsbescheiden geltende eigenst&auml;ndige Feststellungsfrist ist unabh&auml;ngig von der Festsetzungsverj&auml;hrung der Folgesteuern zu ermitteln (BFH-Urteile vom 27.&nbsp;April 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;27\/92, BFHE 171, 392, BStBl II 1994, 3; vom 12.&nbsp;Juli 2005 II&nbsp;R&nbsp;10\/04, BFH\/NV 2006, 228). Ausgehend von den Feststellungen des FG, denen sich keine hinreichenden Anhaltspunkte f&uuml;r eine Steuerstraftat &#8211;eine &quot;Steuer&quot;-Verk&uuml;rzung m&uuml;sste sich auf die festzustellende Besteuerungsgrundlage beziehen (vgl. Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;181 AO Rz&nbsp;7)&#8211; entnehmen lassen, und davon, dass weder FG noch FA Anlass f&uuml;r eine entsprechende Er&ouml;rterung gesehen haben, betr&auml;gt die Feststellungsfrist nach den &sect;&sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1,&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO vier Jahre. Hiervon ist auch das FA ausgegangen. Nach Abgabe der streitbefangenen Steuererkl&auml;rung am 3.&nbsp;Dezember 1999 begann die Feststellungsfrist mit Ablauf des Jahres 1999 und endete somit mit Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2003 und damit vor Erlass des Feststellungsbescheids 1998 vom 5.&nbsp;Januar 2005.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 AO f&uuml;r eine Feststellung nach Ablauf der Feststellungsfrist liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine gesonderte Feststellung kann nach &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO auch nach Ablauf der f&uuml;r sie geltenden Feststellungsfrist insoweit erfolgen, als die gesonderte Feststellung f&uuml;r eine Steuerfestsetzung von Bedeutung ist, f&uuml;r die die Festsetzungsfrist im Zeitpunkt der gesonderten Feststellung noch nicht abgelaufen ist, wobei &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO &#8211;der hinsichtlich der Festsetzungsfrist eine Ablaufhemmung im Fall von Grundlagenbescheiden (darunter Feststellungsbescheide), die f&uuml;r die Festsetzung einer Steuer bindend sind, vorsieht&#8211; au&szlig;er Betracht bleibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ohne Ber&uuml;cksichtigung der Regelung des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO war jedoch auch die Festsetzungsfrist hinsichtlich der Einkommensteuer 1998 im Zeitpunkt der streitbefangenen gesonderten Feststellung (5.&nbsp;Januar 2005) bereits abgelaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch insoweit kommt &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO zur Anwendung, wonach (hier) die Festsetzungsfrist, wenn eine Steuererkl&auml;rung einzureichen ist, mit Ablauf des Kalenderjahrs beginnt, in dem die Steuererkl&auml;rung eingereicht wird, sp&auml;testens jedoch mit Ablauf des dritten Kalenderjahrs, das auf das Kalenderjahr folgt, in dem die Steuer entstanden ist, es sei denn, dass die Festsetzungsfrist nach &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;1 AO &#8211;danach beginnt die Frist mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuer entstanden ist&#8211; sp&auml;ter beginnt. Im Streitfall ist die Einkommensteuer 1998 &#8211;mangels anderweitiger Bestimmung des Einkommensteuergesetzes (EStG)&#8211; nach &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;1 EStG mit Ablauf des Veranlagungszeitraums 1998 entstanden. Deshalb begann im Streitfall auch die Festsetzungsfrist hinsichtlich der Einkommensteuer 1998 nach Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung 1998 am 3.&nbsp;Dezember 1999 mit Ablauf des Jahres 1999. Ausgehend von den Feststellungen des FG, aus denen sich keine hinreichenden Anhaltspunkte f&uuml;r eine Steuerstraftat ergeben, und davon, dass weder FG noch FA Anlass f&uuml;r die Erw&auml;gung einer insoweit verl&auml;ngerten Frist gesehen haben, betr&auml;gt die Festsetzungsfrist nach &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO auch hier vier Jahre. Folglich war &#8211;weil die Regelung des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 AO au&szlig;er Betracht bleibt&#8211; auch die Festsetzungsfrist bez&uuml;glich der Einkommensteuer 1998 im Zeitpunkt der streitbefangenen Feststellung am 5.&nbsp;Januar 2005 bereits abgelaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Des Weiteren st&uuml;nde der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der streitigen Feststellung &#8211;worauf die Kl&auml;gerin zutreffend hingewiesen hat&#8211; aber auch entgegen, dass das FA weder in seinem angefochtenen, nach Ablauf der Feststellungsfrist erlassenen Feststellungsbescheid 1998 noch in seiner Einspruchsentscheidung nach &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 AO auf die eingeschr&auml;nkte Wirkung eines solchen Feststellungsbescheids besonders hingewiesen hat. Dieser Hinweis hat Regelungscharakter, weil mit ihm der zeitliche Geltungsbereich der getroffenen Feststellungen abweichend von &sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;1&nbsp;AO bestimmt und damit rechtsgestaltend auf das Steuerrechtsverh&auml;ltnis eingewirkt wird (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 2006, 228, m.w.N.; vom 14.&nbsp;Juni 2007 XI&nbsp;R&nbsp;37\/05, BFH\/NV 2007, 2227; vom 11.&nbsp;Mai 2010 IX&nbsp;R&nbsp;48\/09, BFH\/NV 2010, 1788). Ein Feststellungsbescheid, der nach Ablauf der Feststellungsfrist ergeht, ist rechtswidrig, wenn er den nach &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 AO erforderlichen Hinweis nicht enth&auml;lt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 17.&nbsp;August 1989 IX&nbsp;R&nbsp;76\/88, BFHE 159, 398, BStBl II 1990, 411; vom 18.&nbsp;M&auml;rz 1998 II&nbsp;R&nbsp;45\/96, BFHE 185, 348, BStBl II 1998, 426; in BFH\/NV 2007, 2227; in BFH\/NV 2010, 1788; vgl. auch z.B. Klein\/Ratschow, AO, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;181 Rz&nbsp;31). Anders als das FA meint, steht dem nicht entgegen, dass das FA &#8211;zu Unrecht&#8211; davon ausgegangen ist, dass die Feststellungsfrist noch nicht abgelaufen war. Denn ein Hinweis nach &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 AO ist selbst dann erforderlich, wenn die Verfahrenssituation des FA schwierig ist, weil gerade die Wahrung der Feststellungsfrist streitig ist (BFH-Urteil vom 4.&nbsp;September 2008 IV&nbsp;R&nbsp;1\/07, BFHE 222, 220, BStBl II 2009, 335, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach alledem kommt es auf die weiter gehenden Erw&auml;gungen der Beteiligten und die sonstigen vom FG er&ouml;rterten Rechtsfragen nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2013, IV R 33\/10 Feststellungsverj&auml;hrung bei Abgabe einer formal &quot;unrichtigen&quot; Einkommensteuererkl&auml;rung nach Aufforderung des Finanzamts &#8211; Folgen bei Nichtbeachtung der Hinweispflicht nach &sect; 181 Abs. 5 Satz 2 AO Tatbestand 1&nbsp; I. 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